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Flexibel studieren

Studium, das zum Leben passt

Die Lebensrealitäten von Studierenden sind vielfältig. Die klassischen  Vollzeitstudierenden die direkt, nach der Matura zu studieren beginnen und sich voll und ganz auf das STudium konzentrieren können sind weniger als früher. Ein großer Teil der Studierenden ist neben dem Studium erwerbstätig. VIele nehmen nicht unmittelbar nach der Matura ein Vollzeitstudium auf, sondern beginnen ihr Studium erst nach einigen Jahren Berufserfahrung. Andere übernehmen Betreuungspflichten für Kinder oder Angehörige oder benötigen aufgrund gesundheitlicher Situationen besondere Rahmenbedingungen.

Damit ein Studium für alle erfolgreich studierbar bleibt, müssen Hochschulen auf diese unterschiedlichen Lebenslagen eingehen. Flexible Studienangebote schaffen Möglichkeiten, Lernzeiten, Lerntempo und teilweise auch den Lernort individuell zu gestalten. So kann Bildung auch dann zugänglich bleiben, wenn ein Studium nach einem starren Vollzeitmodell nicht möglich ist.

In unserem Atlas der guten Lehre haben wir viele hervorragende Beispiele gefunden die diese Thematik berücksichtigen. Sie zeigen, wie Hochschulen Studienbedingungen gestalten können, die Selbstbestimmung, Chancengerechtigkeit und erfolgreiche Prüfungsaktivität fördern. Diese Beispiele möchten wir Ihnen auf unserer Fokusthemenseite vorstellen. Um eine bessere Übersichtlichkeit zu bieten finden Sie die Beispiele darsgestellt in unterschiedlichen Gruppen.

  • Die erste Gruppe behandelt Beispiele in denen explizit erwähnt wurde, dass sie für Studierende mit Beruf oder Betreuungspflichten konzipiert wurden.
  • Im zweiten Block werden innovative Lerkonzepte für Vorlesungen dargestellt. Hier haben wir nach Universitäten und Fachhochschulen/HAW unterteilt, um die unterschiedlichen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen.
  • Auf der Website waren auch einige innovative Beispiele zu finden, wie Übungen flexibler gestaltet werden können. Diese finden Sie im vierten Block.
  • In der fünften Gruppierung haben wir Beispiele dargestellt bei denen es um internationale Kooperationen geht. Es ist nicht jedem Studierenden möglich ein Auslandssemester zu machen. Die Beispiele die in diesem Block dargestellt sind bieten interessante flexible Alternativen dazu.
  • Gerade gegen Ende des Studiums erhöht sich oft die Belastung der Studierenden und Abschlussarbeiten werden nicht oder nur sehr langsam fertiggestellt. Die Beispiele im sechsten Block zeigen wie Studierende durch flexible Methoden unterstützt werden können.

Diese Themenblöcke bilden den Anfang. Auf der Website Atlas der guten Lehre findet man noch sehr viele weitere Beispiele die Studierende beim flexiblen Studieren unterstützen. Wir freuen uns darauf Ihnen diese künftig auch vorstellen zu dürfen und die Seite laufend zu erweitern.  

Berufsbegleitend studieren

Alle auf dieser Fokusthemenseite vorgestellten, großteils ausgezeichneten Beispiele tragen dazu bei, ein Studium flexibel und besser vereinbar zu gestalten. Die folgenden Projekte setzen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf unterschiedliche Lebensrealitäten von Studierenden. Sie richten sich ausdrücklich an berufstätige oder berufsbegleitend Studierende bzw. Studierende mit Betreuungspflichten. 

Die in dieser Gruppierung vorgestellten, ausgezeichneten Lehrkonzepte zeigen, unterschiedliche Bereiche des Studiums, die in späteren Gruppen vertieft dargestellt werden. Sie zeigen wie Hochschulen auf unterschiedliche Lebensrealitäten reagieren und fachlich anspruchsvolle Studienangebote besser vereinbar gestalten können. Die Beispiele setzen auf hybride und digitale Lehrformate, asynchrone Lernmaterialien, wiederholbare Selbsttests, flexible Lernpfade sowie individuell planbare Arbeits- und Prüfungsphasen. Auch praxisnahe Formate – etwa Laborübungen, Projektarbeit, internationale Zusammenarbeit oder simulationsgestützte Lehre – werden so gestaltet, dass Studierende Inhalte im eigenen Tempo vertiefen, Präsenzzeiten gezielt nutzen und Lernprozesse besser mit Beruf, Betreuung und Alltag koordinieren können.

Die Lehrkonzepte stammen aus unterschiedlichen Fachbereichen, von Medizin, Zahnmedizin und Chemie über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis zu Technik, Recht und internationaler Projektarbeit. Gemeinsam zeigen sie: Flexibles Studieren bedeutet nicht geringere Anforderungen, sondern zugängliche, planbare und unterstützte Wege zu anspruchsvollen Lernergebnissen.

Gelebte Flexibilität in unterschiedlichen Sektoren

Die folgenden Beispiele zeigen, wie Hochschulen flexibles Studieren unter unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen gestalten. Universitäten und Fachhochschulen entwickeln ihre Lehr- und Studienformate jeweils vor dem Hintergrund eigener curricularer, organisatorischer und struktureller Voraussetzungen. Daraus entstehen teils unterschiedliche Lösungen, zugleich werden zahlreiche gemeinsame Ansätze sichtbar.

In beiden Gruppen finden sich digitale und hybride Lehrformate, asynchrone Lernmaterialien, flexible Prüfungs- und Abgabemöglichkeiten, individuelle Lernwege sowie praxisnahe Projektarbeit. Die Beispiele verdeutlichen, wie Universitäten und Fachhochschulen auf unterschiedliche Weise dazu beitragen, Studium besser mit Beruf, Betreuung, Mobilität, unterschiedlichen Vorkenntnissen und weiteren Lebensrealitäten zu vereinbaren.

 

Flexibel studieren an Universitäten

Flexibel Studieren an Fachhochschulen/HAWs

Übungen

In diesem Bereich präsentieren wir Ihnen praxisnahe Übungen. Gerade bei Übungen ist eine Teilnahme in Präsenz im Labor oder an anderer Infrastruktur oft unumgänglich. Einige der folgenden Beispiele zeigen wie man durch neue Technologie und innovative Methoden die tatsächliche Anwesenheit vor Ort umgehen kann. Andere Beispiele zeigen wie man Übungen trotz der notwendigen Anwesenheit vor Ort flexibel gestalten kann. 

Auslandserfahrung

Internationale Kooperationen eröffnen Studierenden neue Perspektiven – ergänzend zu einem klassischen Auslandssemester oder als Alternative, wenn ein längerer Auslandsaufenthalt nicht mit ihrer Lebensrealität vereinbar ist.IDie hier gesammelten Beispiele verbinden internationale Hochschulpartnerschaften, interdisziplinäre Projektarbeit und digitale Lehrformate. Studierende arbeiten mit Peers, Lehrenden, Praxispartner:innen und lokalen Gemeinschaften aus verschiedenen Ländern zusammen und entwickeln dabei fachliche, sprachliche, interkulturelle und kooperative Kompetenzen.

Flexibles Studieren wird dabei durch virtuelle Vorbereitungs- und Nachbereitungsphasen, gemeinsame Online-Meetings, digitale Kollaborationstools und ortsunabhängige Projektarbeit unterstützt. Blended Intensive Programmes wie Changing Cities ChallengeSEE-ing a better worldTracing Stone Legacies und [EDU]cation verbinden kurze internationale Präsenzphasen mit digitaler Zusammenarbeit. So kann physische Mobilität gezielt durch Online-Lernphasen ergänzt werden. Auch Formate wie Future of WorkErasmus+ Virtual Wood University oder Connecting Minds Across Borders ermöglichen internationale Teamarbeit und gemeinsame Lernprozesse über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg.

Einige Projekte schaffen zudem internationale Lernerfahrungen direkt an der Heimathochschule. ASSIST HEIDI, das Modul International Skills und virtuelle Erasmus-Angebote ermöglichen Studierenden, internationale Kompetenzen über Kooperationen, digitale Formate oder individuell wählbare Aktivitäten zu erwerben. Dies kann besonders für Studierende mit Berufstätigkeit, Betreuungspflichten, finanziellen Einschränkungen oder eingeschränkter Mobilität relevant sein.

Die Beispiele verdeutlichen, dass Internationalisierung und flexibles Studieren einander ergänzen können: Durch hybride, digitale und projektorientierte Lernformate wird internationale Zusammenarbeit zugänglicher, planbarer und vielfältiger. Internationale Erfahrungen entstehen damit nicht nur durch längere Aufenthalte im Ausland, sondern auch durch gemeinsame Forschung, virtuelle Zusammenarbeit, interkulturellen Austausch und praxisnahe Projekte.

Internationale Kooperationen

Abschlussarbeiten

Gerade in der Abschlussphase entscheidet sich häufig, ob ein Studium erfolgreich beendet wird. Viele Studierende sind dann bereits berufstätig, übernehmen Care-Aufgaben oder haben nach mehreren Studienjahren weniger zeitliche Ressourcen. Fehlen flexible Unterstützungsangebote, können Schreibblockaden, fehlende Orientierung oder der Wegfall fester Studienstrukturen den Abschluss verzögern. Die Gefahr eines Studienabbruchs oder eines langfristig offenen Abschlussprojekts steigt.

Die hier versammelten Beispiele zeigen, wie Hochschulen Studierende beim wissenschaftlichen Arbeiten, bei Forschungsprojekten sowie bei Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten gezielt begleiten können. Angebote wie AB INS ZIEL! unterstützen Studierende mit jederzeit zugänglichen Online-Materialien, Austauschforen, Writing Retreats und individuellen Coachings. Das ResearchLAB begleitet den Prozess von der Themenfindung und Exposé-Erstellung bis zur Defensio durch Schreib- und Forschungswerkstätten, Peer-Formate und individuelle Beratung.

Digitale und hybride Lernräume erweitern dabei die zeitliche und örtliche Flexibilität. Die KI-gestützte Forschungsfragen-Assistentin ermöglicht die zeit- und ortsunabhängige Entwicklung wissenschaftlicher Fragestellungen im eigenen Tempo. Scientific Reporting and Writing verbindet eine mehrwöchige asynchrone Onlinephase mit einer kompakten Präsenzphase. Auch individuell wählbare Projektthemen, Online-Konsultationen, selbstorganisierte Forschungsarbeit und flexible Abgaben helfen Studierenden, wissenschaftliche Anforderungen mit ihrer beruflichen und persönlichen Lebenssituation zu vereinbaren.

So tragen diese Formate dazu bei, dass die Abschlussphase nicht zum Stolperstein wird. Sie schaffen Orientierung, kontinuierliche Rückmeldung, fachliche und soziale Unterstützung sowie planbare Lernwege – und helfen damit, Studienabschlüsse auch unter komplexen Lebensbedingungen erreichbar zu halten.