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Zuletzt aktualisiert am 15.05.2025

Das transformative Labor - Mikroorganismen verstehen, um Großes zu verändern

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Ars Docendi Kategorie

Gesellschafts- und Nachhaltigkeitsorientierte Lehre

Ars Docendi Kriterien

  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Perspektivenerweiterung und Internationalisierung

Gruppengröße

20-49

Anreißer (Teaser)

„BNE meets mikrobiologische Laborpraxis“ - Unser LV-Konzept zeigt, wie im Laboralltag ein kreativer Raum für Dialog und kritisches Denken zwischen Lehrenden und Lernenden geschaffen werden kann, um individuelle und kollektive Transformationsprozesse zu ermöglichen.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Die Zukunft der Wissenschaft nachhaltig mitgestalten!

Nach diesem Motto wurden die "Allgemeinen Mikrobiologie Übungen" neu konzipiert, um transformative Lernprozesse in einer Laborumgebung zu fördern. Die Lehrenden haben eine hohe Affinität zum Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und vermitteln sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fertigkeiten, um nachhaltigkeitsrelevante Kompetenzen zu entwickeln und zu reflektieren. Von der Gestaltung sicherer Laborpraktika bis zur Integration aktueller mikrobiologischer Themen wird ein ganzheitliches Verständnis der Mikrobiologie und ihrer Rolle in der Welt gefördert.

Der Einsatz vielfältiger Lehr- und Lernmethoden ermöglicht individualisiertes Lernen. Im VO-Teil werden aktuelle Themen und Forschungsfelder der Mikrobiologie integriert, im UE-Teil werden Versuche so geplant, dass die Laborarbeit im "Nachhaltigen Labor" möglichst ressourcenschonend durchgeführt werden kann. Die direkte Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten in der praktischen Laborarbeit lässt die Studierenden Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortung erfahren. Eine sorgfältige Dokumentation und regelmäßiges Feedback unterstützen den individuellen Lernfortschritt. Studierende entwickeln Kompetenzen, um aktiv zur Lösung und positiven Veränderung globaler Herausforderungen beizutragen. Die bewusste Integration transformativer Bildung fördert sowohl die individuelle als auch die kollektive Veränderung hin zu einer nachhaltigeren Wissenschaft.

Das transformative Labor

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Shaping the future of science sustainably!

Following this mission, the new concept of the "General Microbiology Practical Course" promotes transformative learning processes in a laboratory environment. The lecturers have a high affinity to the concept of Education for Sustainable Development (ESD) and impart theoretical knowledge as well as practical skills to develop and critically reflect on sustainability-relevant competences. From the design of safe laboratory practices to the integration of current microbiological topics, a holistic understanding of microbiology and its role in the world is promoted.

The use of diverse teaching and learning methods enables individualised learning. Current topics and fields of research in microbiology are integrated into the lecture part of the programme, while experiments are planned and carried out in the practical part so that laboratory work conserves resources most efficiently. The direct implementation of sustainability aspects in practical laboratory work in the “sustainable laboratory” allows students to experience self-efficacy and personal responsibility. Careful documentation and regular feedback support the learning progress of the individual. Students will develop skills to positively influence or contribute actively to solutions to global challenges. The conscious integration of transformative education encourages both individual and collective growth towards a more sustainable science.

Nähere Beschreibung des Projekts

Wie kann ein kollektiver, transformativer Lernprozess, übertragen auf eine Lehrveranstaltung (LV) in der Mikrobiologie, und damit eine persönliche Veränderung der Lernenden angestrebt werden? Wie kann transformatives Lernen in einer Laborumgebung gefördert und gefordert werden? Wie kann im Laboralltag ein offener, kreativer Raum für Dialog und kritisches Denken zwischen Lehrenden und Lernenden geschaffen werden, um individuelle und kollektive Transformationsprozesse zu ermöglichen? Diese Fragen waren die Herausforderung bei der didaktischen Neukonzeption der Pflicht-LV „Allgemeine Mikrobiologie Übungen“ (VU). Sie soll den Studierenden sowohl das theoretische Wissen als auch die praktischen Fertigkeiten vermitteln, um sie optimal auf die Anforderungen der biotechnologischen Forschung und Industrie der Zukunft vorzubereiten. Darüber hinaus soll die LV nicht nur ein fundiertes Verständnis der Mikrobiologie vermitteln, sondern auch die Fähigkeit fördern, dieses Wissen kritisch zu hinterfragen, mit anderen Disziplinen zu vernetzen und vorausschauend auf reale Probleme und Herausforderungen der Welt anzuwenden.

Gerade bei den brennenden Fragen des Klimawandels spielt die Mikrobiologie eine entscheidende Rolle. In Anlehnung an die "Zukunftsstrategie BNE 2015+" der UNESCO werden in dieser LV folgende drei Handlungsfelder abgedeckt: (1) Ganzheitliche Transformation von Lehr- und Lernumgebungen unter Einbeziehung von Nachhaltigkeitsprinzipien in die universitäre Lehre, (2) Nachhaltigkeitskompetenz der beteiligten Lehrenden durch eine hohe Affinität zum Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie kritisches Hinterfragen der eigenen Lehrendenrolle als Lernbegleiter/in, (3) Stärkung der BNE Kompetenzen von Studierenden im Bachelorstudium Lebensmittel- und Biotechnologie. Die gewählte, studierendenzentrierte Lernumgebung ermöglicht es den Lernenden, nachhaltigkeitsrelevante Kompetenzen (kreatives und kritisches Denken, Dialogfähigkeit, Teamfähigkeit und vorausschauendes, nachhaltiges Handeln und Gestalten) zu entwickeln und kritisch zu reflektieren. Damit werden die Lernenden befähigt, an der eigenverantwortlichen Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung im Labor und in der Mikrobiologie mitzuwirken.

Seit Jahrzehnten absolvieren die Studierenden diese Pflicht-LV, die immer wieder evaluiert und kontinuierlich an die Lebensrealität der Studierenden (Arbeit, Betreuungspflichten, etc.) angepasst wird.

Der Vorlesungsteil der LV dient dazu, die praktischen Übungen in einen theoretischen Kontext zu stellen. Das übergeordnete Lernergebnis ist es, das erworbene Wissen zu verknüpfen und ein ganzheitliches Verständnis für die Mikrobiologie zu vermitteln. Um die direkten Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Leben noch bewusster zu machen, werden während der Vorlesung immer wieder aktuelle Themen aufgegriffen. So werden beispielsweise Artikel aus Printmedien zu Themen wie der zunehmenden Vermehrung von Cyanobakterien (ugs. Blaualgen) in österreichischen Bade- und Bergseen durch steigende Wassertemperaturen oder der weltweiten Zunahme von schwer behandelbaren Mykosen (Pilzerkrankungen) durch steigende Temperaturen und Extremwetterereignisse präsentiert und diskutiert. Um einen Einblick in aktuelle Forschungsfelder der Mikrobiologie zu erhalten und mögliche zukünftige Arbeitsfelder kennen zu lernen, recherchieren die Studierenden in Kleingruppen zum Thema „Einsatz von Mikroorganismen in nachhaltigen biotechnologischen Prozessen“. Die Ergebnisse werden anschließend präsentiert, von den Lehrenden zusammengefasst und als Handout an die Studierenden verteilt.

Durch den Einsatz von gut gestalteten Präsentationen, die mit vielen Bildern und selbst gezeichneten Skizzen angereichert sind, werden komplexe Arbeitsabläufe und Themen anschaulich dargestellt. Diese visuellen Hilfsmittel erleichtern nicht nur das Verständnis, sondern regen auch die Vorstellungskraft der Studierenden an und fördern deren aktive Beteiligung am individuellen Lernprozess.

Die Studierenden haben zwei Möglichkeiten (Präsenz- oder Online-Format), die Vorlesung zu besuchen. In den Präsenzveranstaltungen werden verschiedene Lehr- und Lernmethoden eingesetzt: Kahoot-Quizzes, Mentimeter und kurze Internetrecherchen mit sofortiger Diskussion der Ergebnisse ermöglichen die interaktive Teilnahme der Studierenden über mobile Endgeräte und fördern die direkte Interaktion mit den Lehrenden. Speziell vorbereitete Karten ermöglichen es den Studierenden, Arbeitsschritte in die richtige Reihenfolge zu bringen, Themenbereiche durch Wiederholungsfragen zu festigen, Begriffe richtig zuzuordnen oder Lückentexte auszufüllen. Ebenso werden Think-Pair-Share-Aufgaben, 3-Level-Fragen und Videos eingesetzt. Diese Tools unterstützen effektiv das individuelle Lernen der Studierenden und dienen der Auflockerung und Wiederholung des Lernstoffs. Darüber hinaus bieten sie den Studierenden die Möglichkeit, ihr Verständnis zu überprüfen und eventuelle Verständnisprobleme direkt anzusprechen. Die methodische Vielfalt der Ansätze berücksichtigt die unterschiedlichen Lernpräferenzen und Persönlichkeiten der Studierenden und schafft so ein optimales Lernsetting, in dem jede/r ihren/seinen individuellen Lernweg finden kann.

Optional kann der Vorlesungsteil in einem Online-Format absolviert werden, um den Studierenden die Flexibilität zu geben, ihre eigene Lebensrealität besser zu integrieren. In diesem Online-Format werden die Vorlesungen als aufgezeichnete interaktive H5P-Videos angeboten, wobei die Studierenden die Möglichkeit haben, Teile der Vorlesung zu überspringen. Die optionalen Teile können zusätzliches interessantes Wissen, detailliertere Erklärungen oder Wiederholungen enthalten. Wichtige Themen können jedoch nur übersprungen werden, wenn die Studierenden ein entsprechendes Quiz erfolgreich absolvieren. Die Online-Vorlesungen enthalten Pausen sowie interaktive Übungen und Aufgaben zum Nachschlagen oder Recherchieren. Diese Struktur ermöglicht es den Studierenden, ihr individuelles Lerntempo anzupassen und sich besonders intensiv mit den für sie relevanten Inhalten auseinanderzusetzen.

Für vertiefendes Wissen und spannende Details der Mikrobiologie, steht den Studierenden außerdem ein Skriptum zur Verfügung. Dieses wird laufend aktualisiert und ermöglicht ihnen, das Gelernte im Selbststudium zu wiederholen.

Die praktischen Laborversuche im Übungsteil der LV wurden bewusst so ausgewählt, dass sie sicheres Arbeiten in einem breiten Spektrum gängiger mikrobiologischer Praktiken abdecken und gleichzeitig einen zusammenhängenden roten Faden gewährleisten. Dieser Ansatz bietet den Studierenden nicht nur die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Mikrobiologie zu sammeln, sondern ermöglicht es ihnen auch, ein kohärentes Gesamtbild zu entwickeln. Da die Laborversuche miteinander verknüpft sind und aufeinander aufbauen, entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess, der es den Studierenden erleichtert, die Zusammenhänge zwischen den einzelnen praktischen Anwendungen zu erkennen. Dies vertieft das Verständnis mikrobiologischer Konzepte und fördert die Fähigkeit, dieses Wissen in einem größeren Kontext anzuwenden.

Um Selbstwirksamkeit und die Möglichkeit zur Veränderung unmittelbar erlebbar zu machen, wird ein zentrales Problem der praktischen Laborarbeit, die Abfallproduktion, durch die Verwendung von Einwegmaterialien mit dem Projekt „Nachhaltiges Labor“ aufgegriffen. Die produzierten Abfallmengen werden mit einem konventionell geführten Labor verglichen und die Ergebnisse mit den Studierenden diskutiert. Durch rege Kommunikation und kollaboratives Arbeiten können alle Versuche inklusive Nachhaltigkeitsmaßnahmen in der gleichen Zeit durchgeführt werden, wie in einem konventionell geführten Übungslabor. Ein zusätzlicher Effekt, der sich aus dem für die gemeinsame Umsetzung von Abfallvermeidungsstrategien notwendigen Austausch ergibt, ist die Stärkung der „sustainability key competencies“ (Wiek et al. 2011, Brundiers et al. 2021) der beteiligten Studierenden.

Um einen kontinuierlichen Dialog mit den Studierenden zu gewährleisten und deren Feedback zu berücksichtigen, werden regelmäßig Rückmeldungen zu diesem Teil der LV in Form von Feedbackbögen eingeholt und berücksichtigt. Durch gezielte Diskussionsräume zu Beginn eines jeden Labortages werden die Studierenden dazu angeregt, ihre Versuchsplanung sorgfältig vorzubereiten, zu begründen, Zusammenhänge zu erkennen und in der Gruppe zu diskutieren. Die Anleitung und Begleitung durch die Lehrenden zielt darauf ab, den Studierenden im Laufe der LV immer mehr Selbständigkeit zu ermöglichen. Dies fördert nicht nur die Entwicklung von Teamarbeit und Dialogfähigkeit, sondern auch die Fähigkeit zur eigenständigen Problemlösung und effektiven Versuchsplanung.

Die Förderung des Bewusstseins für biologische Sicherheit und die Befähigung der Studierenden zu verantwortungsvollem und sicherem Handeln im Labor sind zentrale Ziele der LV. Die Studierenden können die Sicherheitsregeln und -maßnahmen vorab in einem virtuellen Labor vertiefen und in realitätsnahen Aufgaben üben. Sie lernen praxisnah auch in gefährlichen Laborszenarien, die in der Realität nicht auftreten dürfen, mögliche Gefahren zu erkennen und angemessen zu reagieren. Zentrales Element ist ein modellhafter Laborraum auf Basis von 360° Fotos, der sowohl online als auch in Virtual und Augmented Reality (VR und AR) erfahrbar ist, um ein immersives und nachhaltig beeindruckendes Lernerlebnis zu ermöglichen.

Die kompetenzorientierte Gestaltung der LV erfolgte nach dem Konzept des Constructive Alignment. Um den Wissensstand der Studierenden zu kennen und ihnen ein Feedback über ihren Lernfortschritt geben zu können, wird dieser regelmäßig in Form von kurzen schriftlichen Fragen oder auflockernden Quizzes abgefragt. Anschließend werden die Fragen durchgesprochen, um Lösungswege und wichtige Fakten aufzuzeigen und so alle Studierenden wieder auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Die schriftliche Abschlussprüfung am Ende der LV überprüft ergänzend das Erreichen der definierten Lernergebnisse. Die Fragen sind abwechslungsreich gestaltet und umfassen verschiedene Frageformate wie offene Fragen, Multiple-Choice-Fragen, Richtig/Falsch-Aussagen, Begriffszuordnungen sowie die Beschriftung von Skizzen. Die kontinuierliche Integration und Wiederholung relevanter Lerninhalte im Verlauf der LV stellt sicher, dass die Studierenden in der Prüfung keine unerwarteten Schwierigkeiten erleben (Stärkung der Selbstwirksamkeit). Dies trägt wesentlich zur hohen Erfolgsquote der Absolventinnen und Absolventen bei und unterstützt nachhaltiges Lernen.

Abschließend ist es wichtig zu erkennen, dass transformative Lernprozesse nicht nur eine Herausforderung darstellen, sondern auch eine Chance bieten, die Zukunft der Wissenschaft aktiv mitzugestalten. Durch die bewusste Integration transformativer Elemente in den Laboralltag und die Förderung eines offenen Dialogs zwischen Lehrenden und Lernenden streben wir nicht nur eine individuelle Veränderung, sondern auch eine kollektive Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wissenschaft an. Die LV "Allgemeine Mikrobiologie Übungen" zielt darauf ab, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Kompetenzen zu entwickeln, die es den Studierenden ermöglichen, aktiv zur Lösung globaler Herausforderungen beizutragen und einen positiven Wandel in der Welt herbeizuführen.

Akzeptanz und Resonanz

Die Lernmotivation der Studierenden soll durch die Neukonzeption und Umsetzung des didaktischen Konzepts gesteigert werden, was durch die Evaluationen belegt werden konnten.

Besonders positiv wurde von den Studierenden bewertet, dass in der Lehrveranstaltung ein klarer Bezug zwischen theoretischen Konzepten und deren Anwendung in der Praxis hergestellt werden konnte. Weiters waren die Studierenden der Meinung, dass das Format der LV ihre Fähigkeit, das erworbene Wissen auf neue Situationen oder aktuelle Themen mit mikrobiologischem Wissen zu verknüpfen, sehr stark verbessert hat. Die interaktiven Formate während der Vorlesung halfen den Studierenden beim Mitdenken und die visuellen Hilfsmittel unterstützten das Verständnis komplexer Sachverhalte. Die Flexibilität des Online-Formats der Vorlesung half einem großen Teil der Studierenden, ihr individuelles Lerntempo zu finden.

Feedback zu Unterlagen:

  • „Detaillierte Bilder und Fotos haben Abläufe, die im Skriptum nicht verständlich waren, verständlich gemacht.“
  • „Die Unterlagen/Präsentationen sind sehr ästhetisch und übersichtlich gestaltet. Mein mikrobiologisches Wissen war vor dieser LV trotz der VO-Prüfung nicht besonders gut, doch es konnte durch die Kombination aus vorbereitenden Vorlesungseinheiten und selbstständiger Laborarbeit wesentlich verbessert werden.“
  • „Skript, Arbeitsprotokoll und die Folien der Vorlesung ergänzen sich super, man kann jederzeit alles nachschauen - durch die wöchentlichen Test lernt man gut mit und ist während der Arbeit auch mit dem Kopf dabei - alle LV-Beteiligten waren sehr nett und haben ein super Lernklima geschaffen, insbesondere den Umgang mit Fehlern (man darf Fehler machen und kann aus diesen lernen) wertschätzte ich sehr“

Feedback zu Kontinuierliche Überprüfungen:

  • „Die täglichen Überprüfungen fördern das aktive Mitlernen Das selbstständige Arbeiten funktioniert sehr gut, motiviert, macht Spaß und steigert die Lernkurve drastisch“
  • „Sehr interessante Übung bei der man viel neues lernt. Sehr gut gestaltet. Die Zeit war immer ausreichend, man musste sich nicht stressen und konnte so auch mitdenken. Wöchentliche "Wiederholungen" sehr hilfreich zum mitlernen.“

Feedback zu Lernklima:

  • „Die Betreuung durch die Professor/innen war sehr professionell und es hat richtig Spaß gemacht zusammen die Arbeitsaufträge zu bewältigen.“
  • „Gut aufbereitete Inhalte und tolle Betreuung + super Betreuungschlüssel im Labor. Freundliches Personal und gute Stimmung in den Übungen. Man nimmt viel aus dem Labor mit und die VU stellt eine tolle Grundlage für die späteren mikrobiellen Laborarbeiten dar.“

Feedback zu begleitenden Videos

  • „Besonders hilfreich waren die Videos online, speziell beim Verstehen der Formeln zum Zellwachstum war es besonders hilfreich.“
  • „Die online Vorlesungen haben viel geholfen -> wir können es zu Hause anschauen und mit unserem Tempo Notizen machen“

Feedback Nachhaltiges Labor:

Studierende erachteten es als besonders wichtig auch bei der Laborarbeit auf einen geringen Ressourcenverbrauch zu achten und empfanden den Aufwand für die eingesetzten Maßnahmen durchwegs als sehr gering.

„Halten Sie es für wichtig/notwendig auch bei der Laborarbeit auf einen möglichst geringen Ressourcenverbrauch zu achten? Wenn ja, warum?"

  • „Ich finde, der nachhaltige Gedanke im Labor, Müll einzusparen, war nicht nur eine gute Idee, sondern hat laut den Ergebnissen von Ihnen wirklich einen Impact auf den Müllverbrauch im Labor gehabt. Es hat sich also gelohnt! Nach wirklich mehr Aufwand hat es sich für mich nicht angefühlt […] Diesen nachhaltigen Gedanken schon an der Universität umzusetzen führt nicht nur dazu, junge Leute auf das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, sondern diesen auch weiter in Forschungslabors/Industrie Labore zu nehmen.“
  • „Ja, weil das Labor schon viel zu lange so ressourcenverbrauchend war & wir endlich einen Schritt in die richtige Richtung machen!“
  • „Um ein Bewusstsein für den Ressourcenverbrauch im Lab. zu entwickeln und so zu lernen, ressourcenschonend zu arbeiten“
  • „Nicht wirklich aufwendig – die Maßnahmen sind sehr schnell am Ende des Labortages erledigt“
  • „Ich habe die Maßnahmen nicht als aufwendig empfunden. Kurze Pausen konnten so gut genutzt werden (Objektträger waschen) und Versuche bewusster geplant (Effizienz), wovon wir für unsere spätere Karriere sicher auch profitieren können.“
  • „In der Lehrveranstaltung habe ich nicht nur fachlich im Bereich der Allgemeinen Mikrobiologie theoretisch und praktisch viel dazugelernt, sondern auch für mein tägliches Handeln und Tun wichtige Erfahrungen gemacht. […] Die Erkenntnisse aus der Lehrveranstaltung habe ich mir auch für mein Handeln außerhalb der Lehrveranstaltung mitgenommen und ich bemühe mich jetzt, jeden Tag konkret meinen Müll zu reduzieren. Zusammenfassend war die Lehrveranstaltung nicht nur inhaltlich, sondern auch persönlich für mich ein voller Erfolg und eine Bereicherung.“

Nutzen und Mehrwert

Der besondere Nutzen und Mehrwert unseres Lehrveranstaltung, der "Allgemeinen Mikrobiologie Übungen", entfaltet sich auf verschiedenen Ebenen, die eng mit den Lebensrealitäten der Studierenden verbunden sind. Durch die Einführung einer studierendenzentrierten Lernumgebung wird eine erhöhte Leidenschaft und Engagement für das Thema Mikrobiologie geweckt, im Gegensatz zu traditionellen Frontalunterrichtsmethoden. Dies fördert nicht nur ein tiefergehendes Verständnis, sondern trägt auch dazu bei, die Studierenden aktiv in den Lernprozess einzubeziehen und sie für die Herausforderungen und Möglichkeiten der Wissenschaft zu begeistern.

Die Stärkung der Lehrkompetenzen durch regelmäßige didaktische Fortbildungen bietet einen zusätzlichen Mehrwert. Das Lehrendenteam wird enger zusammengeführt und entwickelt eine gemeinsame Vision für eine effektive und inklusive Lehre. Diese Zusammenarbeit stärkt nicht nur das Teamgefühl, sondern führt auch zu einer höheren Effizienz und Wirksamkeit der Lehrmethoden.

Anhand der Lehrveranstaltung am Department für Biotechnologie (DBT) wird eine prototypische virtuelle Lernerfahrung (Labor) gemeinsam mit der Serviceeinrichtung Lehrentwicklung entwickelt und umgesetzt. Ein Augmented und Virtual Reality Playbook wurde erstellt und kann allen Lehrenden der BOKU zur Verfügung gestellt werden.

Ein zentraler Aspekt unseres Projekts ist die hohe Erfolgsquote und die große Fairness gegenüber den Studierenden. Die Vielfalt der angewandten Methoden ermöglicht es allen Studierenden, ihre individuellen Fähigkeiten und Talente zu entfalten und ihren Lernfortschritt auf verschiedene Weise zu zeigen. Dies führt zu einer inklusiveren und barrierearmen Lehre, in der kein/e Studierende/r zurückgelassen wird und alle die Chance erhalten, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Das für die LV entwickelte BNE-Konzept setzt das Erlernte in einen größeren Kontext und unterstreicht die enorme Relevanz der Mikrobiologie für die Gestaltung einer „guten“ Zukunft. Weiters ermöglicht es den Studierenden Selbstwirksamkeit direkt zu erleben und betont die Wichtigkeit ihrer Rolle als zukünftige Wissenschaftler*innen.

Insgesamt trägt unsere LV nicht nur zur individuellen Entwicklung der Studierenden bei, sondern hat auch einen weitreichenden Einfluss auf die Gestaltung der Zukunft, indem es die nächste Generation von Wissenschaftler*innen auf ihre Rolle in der Welt von morgen vorbereitet.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2023

Unser LV der "Allgemeinen Mikrobiologie Übungen" zielt nicht nur darauf ab, kurzfristige positive Auswirkungen zu erzielen, sondern auch langfristig eine nachhaltige Wirkung zu entfalten und eine kontinuierliche Verbesserung der Lehr- und Lernumgebung zu ermöglichen. Das entwickelte BNE-Konzept das eine Verknüpfung der Lehrinhalte mit der Lebensrealität der Studierenden sowie einen ressourcenschonenden Ansatz bei der Laborarbeit zum Ziel hat, kann auch in jeder anderen LV zum Einsatz kommen.

Weiters verstehen wir uns mit dieser LV als Multiplikatorinnen die weitere Lehrende dazu motivieren, das Konzept aufzugreifen und in ihren eigenen Lehrveranstaltungen zu implementieren. Durch Workshops für Schulklassen wollen wir auch außerhalb der Universität den "Spirit" unseres LV weitergeben und als Vorbild dienen, wie Veränderungen leicht eingeführt werden können.

Wir streben an, eine Kultur des innovativen und inklusiven Lehrens und Lernens zu etablieren, die über unsere LV hinausgeht. Durch die Integration von transformativen Elementen in den Laboralltag und einen offenen Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden fördern wir individuelle und kollektive Veränderung hin zu einer nachhaltigeren Wissenschaft. Unsere LV "Allgemeine Mikrobiologie Übungen" zielt darauf ab, Kompetenzen zu entwickeln, damit Studierende aktiv globale Herausforderungen angehen und positive Veränderungen bewirken können.

Institutionelle Unterstützung

Die Leitung des Departments für Biotechnologie unterstützte die Lehrveranstaltung kontinuierlich und war stets an den Fortschritten interessiert, was dem Lehrenden Team zusätzliche Motivation und Anerkennung gegeben hat. Trotz fehlender spezifischer finanzieller oder infrastruktureller Unterstützung konnte immer mit dem Engagement der BOKU gerechnet werden, was maßgeblich zum Erfolg des Lehrprojektes beigetragen hat.

Die Universität für Bodenkultur bietet ihren Lehrenden eine Vielzahl von kostenlosen didaktischen Fortbildungen an. Das Lehrenden Team der "Allgemeinen Mikrobiologie Übungen" hat diese Fortbildungen intensiv genutzt und dadurch wertvolle Impulse für das Gelingen dieses Lehrprojektes erhalten. Eine Lehrende aus dem Team nutzte die Möglichkeit des BNE-Zertifikatlehrganges der Allianz Nachhaltige Universitäten, um ihre Kompetenzen im Bereich BNE gezielt zu stärken. Dort entstand die Idee und das didaktische Konzept für das "Nachhaltige Labor".

Darüber hinaus stand jederzeit ein hochmotiviertes Didaktikteam zur Verfügung, das die Umsetzung des didaktischen Lehr- und Lernkonzepts unterstützte.

Das Konzept zur "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)" ist integraler Bestandteil unserer LV, was sich auch in unserem Rückmeldesystem an das hochschulinterne Qualitätsmanagement widerspiegelt. Alle Studierenden haben die Möglichkeit, die Lehrveranstaltung im internen Campusmanagementsystem BOKUonline zu evaluieren. Die erhaltenen Rückmeldungen werden sorgfältig analysiert und dienen als wichtige Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung der "Allgemeinen Mikrobiologie Übungen". Auch neuer Input aus didaktischen Fortbildungen fließt in diesen Prozess ein, wodurch eine ganzheitliche Qualitätsverbesserung angestrebt wird. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass die vorgenommenen Änderungen den gewünschten Erfolg haben. Aus diesem Grund wird stets ein unmittelbares Feedback eingeholt, um gezielt auf die Bedürfnisse und Anregungen der Studierenden eingehen zu können und somit eine nachhaltige Lehr- und Lernumgebung zu schaffen.

Ein konkretes Beispiel für die direkte Umsetzung von Evaluierungsergebnissen ist die Entwicklung einer speziellen Online-Vorlesung. Durch die Gestaltung eines interaktiven Videos im H5P-Format werden die Vorzüge einer Präsenzveranstaltung aufgegriffen, während gleichzeitig dem Bedürfnis der Studierenden nach flexibler Zeitgestaltung Rechnung getragen wird.