Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
Modul International Skills: Studierendenzentrierte Internationalisierung im Bachelor
Projektname des bereits eingereichten Projekts:
Alle Wege führen zu Internationalisierung: individualisierter Lernpfad mit dem Modul International Skills
(c) Fabian Orner
Studierendengruppe des Erasmus+ Blended Intensive Programmes "Technology in a Smart Society" gemeinsam mit Finnland und Niederlande
Ars Docendi Kategorie
Qualitätskultur, Studierendenzentrierung und Studierbarkeit
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
> 150
Anreißer (Teaser)
Flexible Lernpfade und individuelle Wahlmöglichkeiten eröffnen Studierenden neue Horizonte und fördern echte Zukunftskompetenzen. Mit dem Modul „International Skills“ (5 ECTS) wird Internationalisierung an der FH Technikum Wien bereits ab dem ersten
Kurzzusammenfassung des Projekts
Das Modul „International Skills“ der FH Technikum Wien ist seit dem Wintersemester 2022/23 fixer Bestandteil aller Bachelorstudiengänge und verankert Internationalisierung strukturell in der Qualitätskultur der Hochschule. Mit 5 ECTS erwerben Studierende bis zum sechsten Semester internationale und transkulturelle Kompetenzen über individuell wählbare Maßnahmen. Dabei steht nicht die verpflichtende Auslandsmobilität im Vordergrund, sondern der kompetenzorientierte, flexible Zugang, der unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht wird. Studierende können aus einem breiten Portfolio an Kurz- und Langzeitmobilitäten sowie internationalen Aktivitäten an der Heimathochschule wählen und ihre Lernpfade selbst gestalten. Ein digitales Reporting-Tool sorgt für transparente Planung, Genehmigung und Anerkennung der Leistungen. Begleitet wird das Modul durch eine partizipative Redaktionsgruppe unter Einbindung der Qualitätssicherung, wodurch eine kontinuierliche Weiterentwicklung gewährleistet ist. Das Modul stärkt Studierbarkeit, Chancengerechtigkeit und Employability gleichermaßen und macht internationale Kompetenzentwicklung für alle Studierenden systematisch zugänglich.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The module International Skills at the University of Applied Sciences Technikum Wien has been an integral part of all Bachelor’s programmes since the winter semester 2022/23, structurally embedding internationalisation within the institution’s quality culture. With 5 ECTS, the module enables students to develop international and intercultural competences by the end of their sixth semester through individually selected activities. Rather than focusing solely on mandatory physical mobility, the module follows a competence-oriented and flexible approach that accommodates diverse student life situations. Students can choose from a broad portfolio including short- and long-term mobility, summer schools, international projects, and international activities at the home institution, allowing them to design personalised learning pathways. A digital reporting tool ensures transparent planning, approval, and recognition of achievements. The module is continuously refined through a participatory editorial group involving students, academic leadership, the International Office, and Quality Assurance. By combining structural integration, flexibility, and systematic quality development, the module strengthens student-centred learning, accessibility, and employability while ensuring that all students gain meaningful international competences.
Nähere Beschreibung des Projekts
Das Modul „International Skills“ an der FH Technikum Wien stellt einen zentralen Baustein der strategischen Qualitätsentwicklung dar und ist Ausdruck einer institutionell verankerten Qualitätskultur, die Studierendenzentrierung und Studierbarkeit konsequent in den Mittelpunkt stellt. Internationalisierung wird an der Hochschule nicht als additiver Bestandteil verstanden, sondern als qualitätssteigerndes Strukturprinzip in Lehre und Studium. Mit der Strategie 2021–2026 wurde festgelegt, internationale und transkulturelle Kompetenzen systematisch in allen Curricula zu verankern und damit allen Studierenden zugänglich zu machen. Seit dem Wintersemester 2022/23 ist das Modul „International Skills“ mit 5 ECTS verpflichtender Bestandteil aller Bachelorstudiengänge und schafft damit einen hochschulweiten Qualitätsstandard.
Im Zentrum des Moduls steht die konsequente Orientierung an den unterschiedlichen Lebensrealitäten der Studierenden. Die Studierendenschaft der FH Technikum Wien ist heterogen geprägt: Viele Studierende sind berufstätig, haben Betreuungspflichten oder unterschiedliche Bildungsbiografien. Diese Diversität wird nicht als Herausforderung, sondern als Ausgangspunkt didaktischer Gestaltung verstanden. Das Modul ermöglicht es, internationale Kompetenzen individuell und flexibel zu erwerben. Studierende können aus einem breiten Portfolio an Maßnahmen wählen, das sowohl Kurz- und Langzeitmobilitäten als auch internationale Aktivitäten an der Heimathochschule umfasst. Internationale Erfahrung wird damit nicht ausschließlich über einen längeren Auslandsaufenthalt definiert, sondern über den Erwerb klar definierter Kompetenzen. Dadurch wird verhindert, dass physische Mobilität zur sozialen oder finanziellen Zugangshürde wird. Internationalisierung wird inklusiv gedacht und strukturell so ausgestaltet, dass sie für alle Studierenden erreichbar bleibt.
Die Studierbarkeit wird insbesondere durch die flexible zeitliche Struktur gestärkt. Die erforderlichen 5 ECTS können vom ersten bis zum sechsten Semester erworben werden. Studierende erhalten bereits zu Studienbeginn umfassende Information über die Anforderungen und Möglichkeiten, sodass eine langfristige Planung möglich ist. Auch vorlesungsfreie Zeiten können genutzt werden, wodurch individuelle Zeitmodelle berücksichtigt werden. Das Modul fügt sich in die bestehenden Curricula ein, ohne zusätzliche strukturelle Belastungen zu erzeugen. Es handelt sich nicht um ein Zusatzangebot, sondern um einen integrativen Bestandteil des Studiums, der im sechsten Semester formal abgeschlossen wird. Voraussetzung für die positive Absolvierung ist der Nachweis der zuvor erworbenen Internationalen Credits im Rahmen individuell gewählter Maßnahmen.
Zur Sicherstellung von Transparenz und Qualität wurde ein digitales Reporting-Tool implementiert, das Planung, Genehmigung und Anerkennung der Maßnahmen nachvollziehbar abbildet. Studierende geben ihre geplanten Aktivitäten ein, diese werden von den Studiengangsleitungen geprüft und bestätigt. Nach Durchführung wird ein entsprechender Nachweis hochgeladen und final anerkannt. Dieses zweistufige Verfahren schafft Klarheit, Verbindlichkeit und Planungssicherheit. Gleichzeitig ermöglicht es den Studiengängen einen strukturierten Überblick über die Aktivitäten ihrer Studierenden und unterstützt datenbasierte Weiterentwicklung.
Ein wesentliches Element der gelebten Qualitätskultur ist die partizipative Weiterentwicklung des Moduls. Eine Redaktionsgruppe, bestehend aus Studierendenvertretung, Studiengangsleitungen, dem Rektorat und Geschäftsführung, des International Office sowie der Abteilung Quality Assurance & Institutional Research, sammelt regelmäßig Feedback und entwickelt das Modul kontinuierlich weiter. Einmal pro Semester erfolgt ein strukturierter Aufruf zur Einbringung von Anregungen und Verbesserungsvorschlägen. Dadurch wird sichergestellt, dass das Modul nicht statisch bleibt, sondern als lernendes System auf neue Anforderungen, Rückmeldungen und Entwicklungen reagieren kann. Qualitätsentwicklung wird damit dialogisch und evidenzbasiert gestaltet.
Durch die curriculare Verankerung wird Internationalisierung von Beginn des Studiums an sichtbar und wirksam. Bereits bei den Welcome Days werden Studierende über die Möglichkeiten informiert und für die Bedeutung internationaler und transkultureller Kompetenzen sensibilisiert. Mit Abschluss des Moduls sollen sie in der Lage sein, internationale und transkulturelle Dimensionen im eigenen fachlichen Kontext zu reflektieren, persönliche und methodische Kompetenzen in internationalen Arbeits- und Lernsituationen anzuwenden und in interkulturellen Teams professionell zu agieren. Damit wird nicht nur die Employability gestärkt, sondern auch die Selbstreflexionsfähigkeit und Adaptabilität der Studierenden gefördert.
Institutionell ist das Modul breit abgestützt. Es wurde von der Hochschulleitung initiiert und in enger Zusammenarbeit mit dem International Office umgesetzt. Die Einbindung der Qualitätssicherung gewährleistet eine systematische Betrachtung aller Weiterentwicklungen unter Qualitätsaspekten. Gleichzeitig reagiert die Hochschule damit auf Rückmeldungen aus der Industrie, die verstärkt internationale Handlungskompetenz, Präsentationssicherheit in englischer Sprache sowie Mobilitätsbereitschaft von Absolventinnen und Absolventen erwartet.
Das Modul „International Skills“ verbindet somit strategische Hochschulentwicklung mit konkreter Unterstützung individueller Bildungsbiografien. Es steht exemplarisch für eine Qualitätskultur, die Transparenz, Partizipation und kontinuierliche Verbesserung mit einer klar studierendenzentrierten Ausrichtung verbindet. Durch die flexible Struktur, die institutionelle Verankerung und die systematische Qualitätssicherung trägt es nachhaltig zur Verbesserung der Studierbarkeit und zur chancengerechten Teilhabe an internationaler Kompetenzentwicklung bei.
Akzeptanz und Resonanz
Das Modul International Skills wird kontinuierlich weiterentwickelt:
- Transparente Planung und Kontrolle: Das Reporting-Tool der FH Technikum Wien ermöglicht einen klaren Überblick über die Aktivitäten der Studierenden. Studiengangsleitungen sehen, welche Maßnahmen bereits geplant oder durchgeführt wurden und welche vom Curriculum anerkannt sind. Durch bestehende Filterfunktionen kann die Studiengangsleitung die Maßnahmen einzelner Studierender effizient überblicken. Zwei abgestufte Kontrollschleifen sorgen für Qualität und Nachvollziehbarkeit: Zunächst geben Studierende ihre geplanten Maßnahmen ein, die von der Studiengangsleitung bestätigt werden. Anschließend laden die Studierenden die Nachweise über die Durchführung hoch, die final seitens der Studiengangsleitung akzeptiert werden. Diese Struktur unterstützt die Studierbarkeit, da sie klare Vorgaben und Rückmeldungen bereitstellt.
- Partizipative Weiterentwicklung: Eine Redaktionsgruppe, in der Studierende unterschiedlicher Disziplinen vertreten sind, sorgt dafür, dass Rückmeldungen und Vorschläge direkt in die Modulentwicklung einfließen. Die Gruppe ruft einmal pro Semester zur Einreichung von Feedback auf und trifft sich anlassbezogen, um die Rückmeldungen zu besprechen und konkrete Verbesserungsschritte vorzuschlagen. Durch diese kontinuierliche Einbindung der Studierenden wird das Modul laufend optimiert, sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die unterstützenden Tools, wodurch die Qualität und Studierendenorientierung gestärkt werden.
Diese Vorgehensweise fördert eine aktive Qualitätskultur, stellt die Studierendenperspektive in den Mittelpunkt und verbessert die Studierbarkeit durch transparente Abläufe, klare Anforderungen und kontinuierliches Feedback.
Nutzen und Mehrwert
Das Modul International Skills zeichnet sich durch eine besonders hohe Studierbarkeit und Flexibilität aus. Bereits ab dem ersten Semester haben die heterogenen Studierenden die Möglichkeit, International Credits für internationale Aktivitäten zu sammeln, die bis zum 6. Semester erbracht werden können. Die Teilnahme kann flexibel gestaltet werden, auch in vorlesungsfreien Sommermonaten, wodurch die Studierenden ihr individuelles Lerntempo bestimmen und Maßnahmen gemäß ihrer persönlichen Bedürfnisse wählen können.
Die FH Technikum Wien baut kontinuierlich das Angebot an Summer Schools, Studienreisen und weiteren internationalen Formaten aus, um die Mobilität zu stärken und vielfältige Lernmöglichkeiten zu schaffen. Der modulare Aufbau und die Auswahl aus derzeit über zwölf unterschiedlichen Aktivitäten ermöglichen es den Studierenden, die für sie passenden Maßnahmen auszuwählen und so aktiv an ihrer eigenen Entwicklung mitzuwirken.
Durch diese partizipative Gestaltung erwerben Studierende zentrale „future skills“ (21st Century Skills), die sie in ihrer späteren beruflichen Praxis stärken. Gleichzeitig profitieren auch die FH Technikum Wien und ihre Partner: Die kontinuierliche Nachfrage nach Angeboten hat zur Vertiefung und Erweiterung bestehender Kooperationen geführt und neue Formen der internationalen Zusammenarbeit etabliert.
Absolvent:innen des Moduls sollen in der Lage sein, auf internationale und transkulturelle Anforderungen angemessen zu reagieren, ihre erworbenen persönlichen und methodischen Kompetenzen in internationalen Arbeits- und Lernsituationen einzusetzen und effektiv in interkulturellen Teams zu agieren. Auf diese Weise fördert das Modul praxisnahe Kompetenzen in der Internationalisierung, die direkt in Studium, Beruf und gesellschaftlichem Umfeld angewendet werden können.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2022
Das Modul International Skills ist fest in allen Bachelor-Studiengängen verankert und somit ein dauerhafter Bestandteil der Curricula. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung wird durch die Redaktionsgruppe sichergestellt, die regelmäßig Vorschläge und Feedback von Studierenden sammelt und in die Modulentwicklung einfließen lässt.
Für die Masterstudiengänge wurde das Konzept bereits in leicht angepasster Form vorgeschlagen, um die vorhandenen Maßnahmen direkt in bestehende Lehrveranstaltungen zu integrieren – ein Ansatz von „Internationalisation of the Curriculum“. Damit wird das Modul nicht nur nachhaltig im eigenen Studienbetrieb genutzt, sondern zeigt auch eine hohe Übertragbarkeit auf andere Lehrveranstaltungen und Lehrsituationen innerhalb der Hochschule. Langfristig können die Prinzipien des Moduls auch in anderen Studienprogrammen oder Hochschulen angewendet werden, um Studierende gezielt auf internationale und transkulturelle Herausforderungen vorzubereiten. Ähnliche Entwicklungen gibt es im nationalen Hochschulsektor bereits.
Institutionelle Unterstützung
Die FH Technikum Wien verfolgt eine strategische Internationalisierung und pflegt einen engen Austausch mit der Industrie, um Absolvent:innen bestmöglich auf die Anforderungen zukünftiger Arbeitgeberinnen vorzubereiten. Häufig wird seitens der Praxis betont, dass Absolvent*innen über die Fähigkeit verfügen sollen, flexibel auf Englisch zu präsentieren und internationale Dienstreisen kompetent zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund wurde die Idee des Moduls International Skills von der Hochschulleitung (Geschäftsführung und Rektorat) initiiert und in enger Zusammenarbeit mit dem International Office umgesetzt. Die Durchführung wird durch die Redaktionsgruppe unterstützt, die kontinuierlich Feedback einholt und die Weiterentwicklung des Moduls begleitet. Ein speziell entwickeltes Tool erleichtert sowohl den Studierenden als auch den Studiengangsleitungen die Organisation, Planung und Durchführung der internationalen Maßnahmen. Das International Office fungiert dabei als zentrale Schnittstelle zwischen allen Stakeholdern. Darüber hinaus bilden bestehende Angebote die Grundlage für das Modul, darunter auf Englisch ausgelegte Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben, die Schreibwerkstatt für Studierende sowie das International Teaching Certificate für Mitarbeiter:innen.
Die Fachabteilung Quality Assurance & Institutional Research ist in der Redaktionsgruppe vertreten, sodass alle Einmeldungen, Evaluierungen und Entscheidungen systematisch unter dem Aspekt der Qualitätssicherung berücksichtigt werden. Das gewährleistet eine enge Rückbindung an das hochschulinterne Qualitätsmanagement und ermöglicht die kontinuierliche Optimierung des Moduls auf Basis von Feedback und Evaluierungsergebnissen.