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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

Scientific Reporting and Writing

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Eigene Darstellung. Die Abbildung wurde von der Autorin konzipiert und gestaltet; einzelne grafische Elemente (Piktogramme) wurden mithilfe von Microsoft Copilot erstellt.

Darstellung des inhaltlich und didaktisch verzahnten, spiralförmigen Aufbaus des Blended Learning Lehrprojekts „Scientific Reporting and Writing“.

Ars Docendi Kategorie

Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur

Ars Docendi Kriterien

  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

< 20

Anreißer (Teaser)

International, forschungsnah, partizipativ, eigenverantwortlich und studierendenzentriert: Im Blended Learning Lehrprojekt „Scientific Reporting and Writing“ entwickeln Studierende wissenschaftliche Schreib- und Feedbackkompetenzen.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das englischsprachige Lehrprojekt „Scientific Reporting and Writing“ ist im Blended Learning Format konzipiert und richtet sich mit länder-, fach- und studiengangsübergreifender Lehre an eine heterogene, diversifizierte, internationale Studierendengruppe auf Master- und Doktoratsniveau an der UMIT TIROL sowie an Teilnehmer anderer Universitäten und öffentlicher Einrichtungen. Das Projekt verfolgt einen studierendenzentrierten, kompetenzorientierten, forschungsgeleiteten, partizipativ-kooperativen und internationalen Ansatz unter Anwendung des Konzepts des „Constructive Alignments“ und ermöglicht den Studierenden ihr Wissen zum wissenschaftlichen Schreiben und Arbeiten zu erweitern.

Das Projekt gliedert sich in eine vierwöchige Onlinephase und eine dreitägige Präsenzphase, die didaktisch und inhaltlich eng verzahnt sind. In der Onlinephase erarbeiten Studierende Grundlagen, verfassen Abstracts und Manuskriptteile und geben sich im Peer-Assessment gegenseitig Feedback, das integriert und reflektiert wird. In der Präsenzphase vertiefen kurze Vorlesungen, Workshops und eine Konferenzsimulation die Inhalte durch Anwendung, Diskussion und Präsentation.

Zentrale Themen werden spiralförmig aufgegriffen: Studierende arbeiten iterativ an eigenen Texten und integrieren Feedback. Die heterogene, internationale Gruppe ermöglicht einen interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch und stärkt Selbstorganisation, Wissenschaftskommunikation sowie Sozial- und Diversitätskompetenzen.

Moodle Struktur Scientific Reporting and Writing

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The course ‘Scientific Reporting and Writing’, designed in a blended learning format, targets a heterogeneous, diverse, and international group of Master’s and PhD students at UMIT TIROL and participants from other universities and public institutions. It adopts a student-centered, competency-based, research-led and participatory-cooperative didactic approach, applying the principles of constructive alignment. It enables students to deepen their knowledge of scientific research and writing, work on their own projects, and understand importance of peer feedback as well as ethical and legal considerations in academic work.

The course is structured into a four-week asynchronous online phase and a three-day in-person phase, closely aligning content and didactics. During the online phase, students receive video lectures and reading materials, they draft abstracts and manuscript sections, and provide peer feedback, on which they base revision and reflection. The in-person phase deepens learning through short lectures, workshops using students’ own materials, and a simulated scientific conference emphasizing application, discussion, and presentation. Key topics are revisited in a spiral approach, allowing students to iteratively refine their work, integrate feedback, and develop their skills. The heterogeneous, international group enables interdisciplinary scientific exchange and strengthens self-organization, scientific communication, as well as social and diversity skills.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das englischsprachige im Blended Learning Format konzipierte und durchgeführte Lehrprojekt „Scientific Reporting and Writing“ (5 ECTS) mit ausgeprägten studierendenzentrierten, kompetenzorientierten, eigenverantwortlichen, forschungsgeleiteten, partizipativ-kooperativen didaktischem Ansatz unter Anwendung des Konzepts des „Constructive Alignments“ richtet sich an eine heterogene, diversifizierte und internationale Studierendengruppe. Es ist für Master- und Doktorats Niveau konzipiert und wird in verschiedenen Masterstudiengängen und dem Doktorat der UMIT TIROL angeboten. Auch ist es Teil des „Continuing Education Program on Health Technology Assessment & Decision Sciences (HTADS) Programms“ der UMIT TIROL und so für Studierende (inter-)nationaler Universitäten und (inter-)national öffentlich (z.B. Mediziner, Gesundheitsberufe) zugänglich.

Das Lehrprojekt bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihr Wissen zum wissenschaftlichen Schreiben und Arbeiten zu erweitern. Die Lernziele sind, dass sie 1) wissenschaftliche Erkenntnisse auf Englisch verstehen und präsentieren können, 2) die Grundsätze des wissenschaftlichen Schreibens kennen, 3) mit Aufbau und Funktion der Elemente eines wissenschaftlichen Manuskripts vertraut sind, 4) das Verfassen eines wissenschaftlichen Dokuments systematisch planen und ein Manuskript auf Englisch verfassen können, 5) kritisches und konstruktives Feedback geben und auf erhaltenes Feedback angemessen reagieren können sowie 6) mit ethischen und rechtlichen Aspekten bei Veröffentlichungen und dem Peer-Review-Verfahren vertraut sind.

Das Lehrprojekt gliedert sich in eine vierwöchige asynchrone Online-Vorbereitungsphase (virtuell begleitetes individuelles Selbststudium inkl. Arbeitsaufträgen (teilweise in Gruppen) in Moodle) und eine dreitätige Präsenzveranstaltung an der UMIT TIROL.

Das vierwöchige, virtuell begleitete Selbststudium wird vier Wochen vor Beginn der dreitätigen Präsenzveranstaltung, über eine vierteilige Lernaufgabe auf der Lernplattform Moodle initiiert. Arbeitsaufträge und zugehöriges Unterrichtsmaterial (Abstract, aufgezeichneten Vorlesungsvideos, vertiefende Literatur) werden für jede Woche bereitgestellt. In der 1. Woche werden die Studierenden durch die Bearbeitung eines verbesserungswürdigen Abstracts - den sie angeregt durch Fragen zum Aufbau und Inhalt lesen und Verbesserungsvorschläge formulieren - für das Thema wissenschaftliches Schreiben und Arbeiten sensibilisiert. In der 2. Woche erhalten die Studierenden zunächst mittels aufgezeichneter, konzeptreicher Vorlesungsvideos einen Überblick zum Aufbau (inkl. Manuskriptelemente) eines wissenschaftlichen Manuskripts und die Funktion der Manuskriptelemente im Kontext der durchgeführten Forschung. Die Studierenden haben den Arbeitsauftrag einen eigenen Abstract und Teil eines Manuskriptes (Einleitung, Methoden, Ergebnisse oder Diskussion) zu verfassen und auf Moodle hochzuladen. Der Manuskriptteil dient in anonymisierter Form als Grundlage der Workshops in der Präsenzphase des Lehrprojekts (1./2. Tag). Der Abstract dient als Grundlage für die in der 3. Woche folgende Online-Kleingruppenarbeit, in der die Studierenden anhand vorgegebener Aspekte (Klarheit der Fragestellung, Verbindung zwischen Forschungsfrage – Ergebnissen und Schlussfolgerung, Struktur, logische Abfolge und Sprache) die Abstracts der Gruppenmitglieder kritisch lesen und positive Kommentare (mit Begründung) sowie konstruktive Verbesserungsvorschläge für jeden Abstract in das jeweilige Gruppenforum auf Moodle posten (Peer Assessment). In der 4. Woche haben die Studierenden die Möglichkeit das erhaltene Peer-Feedback in ihre Abstracts zu integrieren und dieses zu reflektieren. Diese Reflexion dient der Sensibilisierung der Studierenden für den 3. Tag der Präsenzphase (Thema: Feedback geben und Umgang mit Feedback). Die Lehrperson nimmt eine beobachtende, begleitende Rolle ein, geht in Foren auf Fragen ein und ist über Moodle erreichbar.

Die dreitätige Präsenzphase setzt sich aus kurzen konzeptreichen Vorlesungen, anwendungsbezogenen Workshops, Q&A Sessions und einer Simulation einer wissenschaftlichen Konferenz (Präsentationen von Studierenden) inkl. Peer Feedback zusammen. In allen Teilen werden die Studierenden aktiv von der Lehrperson eingebunden und gestalten das Lehrprojekt mit. Eine Aufbereitung der Lerninhalte durch Diskurs und praktische Anwendung nehmen hierbei einen hohen Stellenwert ein. In Vorlesungen werden den Studierenden Konzepte zum Lesen und Schreiben eines Artikels an die Hand gegeben, konkrete Beispiele von Forschungsfragen werden von den Studierenden, begleitet durch die Lehrperson, entwickelt. Des Weiteren wird der Ablauf eines Peer-Review Prozesses, sowie ethische und rechtliche Aspekte wissenschaftlicher Publikationen thematisiert. Untermalt werden die forschungsgeleiteten Vorlesungen mit eigenen (positiven und negativen) Erfahrungen der Lehrperson in der Arbeit als Wissenschaftlerin, um den Studierenden ein Gefühl für den Forschungsalltag zu geben. Zu jedem Teil eines wissenschaftlichen Artikels findet ein separater Workshop statt, dessen Grundlage die in der 2. (Vorbereitungs-) Woche eingereichten, anonymisierten Manuskriptteile der Studierenden, darstellen. Während der Workshops bearbeiten die Studierenden in Kleingruppen die Manuskriptteile kritisch und stellen eigenverantwortlich Stärken und Schwächen, sowie konkrete Vorschläge zur Änderung zusammen, welche im Anschluss in der gesamten Studierendengruppe in Begleitung der Lehrperson präsentiert und diskutiert werden. Der 3. Tag der Präsenzphase widmet sich dem Präsentieren wissenschaftlicher Arbeiten und dem Geben und Erhalten von, sowie Umgang mit, Feedback und greift somit Inhalte der 4. (Vorbereitungs-) Woche auf. Es wird eine Konferenz simuliert, in der jede Moodle-Gruppe der Vorbereitungsphase (3./4. Woche: gegenseitig Abstracts befeedbacken und Feedback integrieren), die Möglichkeit hat, eine Konferenzpräsentation vorzutragen (zielgruppenspezifische Aufbereitung). Jede Präsentation wird durch Mitstudierende mittels eines bereitgestellten Feedbackformblatts für mündliche Präsentationen evaluiert. Auch hier wird der Ansatz des Peer Assessments verwendet, zum einen als didaktische Strategie für die Bewertung und zum anderen als Lernstrategie für die Vermittlung des Lerninhaltes des Lernprojekts.

Übergreifend findet in diesem Lernprojekt spiralförmiges Lernen in eng verknüpfen und inhaltlich aufeinander aufbauenden asynchronen Onlinephasen und der Präsenzphase statt. Zentrale Inhalte werden in aufeinanderfolgenden Lernphasen wiederholt aufgegriffen, vertieft und angewendet, wobei die Studierenden kontinuierlich an ihren eigenen Texten arbeiten, diese mithilfe von Feedback überarbeiten und so sowohl ihre aktuellen Texte verbessern als auch Kompetenzen für zukünftiges wissenschaftliches Arbeiten entwickeln.

Für die Lernzielkontrolle werden in diesem prüfungsimmanenten Lehrprojekt die didaktische Gestaltung der Lehre und die damit verbundenen Studierendenaktivitäten und der Leistungsnachweis im Sinne des „Constructive Alignements“ explizit aufeinander abgestimmt. Übergeordnetes Ziel ist es, die Lernziele im Leistungsnachweis (aktive Mitarbeit, durch Bearbeitung der Vorbereitungsaufgaben und Forenbeiträge während der Onlinephase und durch Mitarbeit während Gruppenarbeiten, Vorlesungen, Workshops und Präsentationen während der Präsenzphase) wieder zu spiegeln, und dies im Lehrprozess transparent zu machen, um so die Aktivitäten der Studierenden zu steuern. Studierende arbeiten kontinuierlich an eigenen Texten, erhalten strukturiertes Peer- und Lehrenden Feedback und entwickeln ihre Arbeiten iterativ weiter. Die Leistungsüberprüfung erfolgt somit nicht isoliert, sondern ist integraler Bestandteil des Lernprozesses. Damit leistet die Lehrveranstaltung einen aktiven Beitrag zu einer lernergebnisorientierten Lehr- und Prüfungskultur, in der der Erwerb wissenschaftlicher Kompetenzen, reflektiertes Lernen und transparente Bewertungskriterien im Mittelpunkt stehen.

Besonderheiten des Lehrprojekt liegen des Weiteren in dessen 1) Studierendenorientierung. Hierbei stehen im Mittelpunkt des Projekts die Studierenden einer heterogenen, diversifizierten und internationalen Studierendengruppe. Studierende werden an der Konzeption und Durchführung des Projekts aktiv beteiligt, sie bringen ihre eigenen Arbeiten mit und werden mit Werkzeugen (u.a., Vorlesungen, Feedbackformblatt) ausgerüstet, um die Arbeiten anderer und ihre eigene Arbeit kritisch zu beleuchten. Während dieses Prozesses entwickeln die Studierenden immer mehr und mehr ein Gespür dafür, was eine gute wissenschaftliche Arbeit ausmacht. Die Studierenden lernen von- und miteinander, sind Beobachter ihres eigenen Lernprozesses und können ihr eigenes Lerntempo wählen. 2) Kompetenzorientierung. In diesem Projekt werden Teamfähigkeit und die Fähigkeit der (Selbst-) Organisation und Reflexion, sowie Übernahme von Verantwortung für das eigene Lernen und die Entfaltung eigener Potentiale geschult („Empowerment“). Es werden kooperative Lernräume geschaffen, die Unterschiedlichkeit der Gruppe wird durch die Studierenden so genutzt, dass diese das Lernen fördert. Durch die nahe Arbeit an und mit wissenschaftlichen Manuskriptteilen mit zeitgleicher Ausstattung der Studierenden mit Werkzeugen wird selbstständiges, selbstorganisiertes, und wissenschaftsorientiertes Arbeiten, sowie kritisches und transversales Denken (Future Skills) geschult. Während des Diskurses (Wissenschaftskommunikation) werden soziale Kompetenzen, die Offenheit gegenüber anderer Meinung und der Umgang mit Feedback, die für die Arbeit an der Master- oder Doktorarbeit und die Berufs- und Lebenspraxis, geschult. 3) Partizipation und Mitgestaltung der Studierenden. In dem Projekt wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben wird sich einzubringen, um ein ‚Miteinander’ zu erschaffen. Alle Diskussionen im Lehrprojekt sind studierendengeleitet, die Studierenden übernehmen in einem partizipativen-kooperativen Setting Verantwortung, arbeiten eigenverantwortlich und forschungsgeleitet. Die Lehrperson nimmt hierbei eine beobachtende, begleitende Rolle ein und wird als „Facilitator“ gesehen. Die Lehrperson rüstet die Studierenden mit den nötigen Informationen für einen Lernfortschritt aus, initiiert bei Bedarf eine Diskussion, ermuntert die Studierenden zur Teilnahme und schaltet sich punktuell ein, um bestimmte Aspekte zu verdeutlichen oder fasst nach Bedarf die diskutierten Aspekte der Studierenden strukturiert zusammen, um einen klar definierten, auf die Lernziele des Lehrprojekt abgestimmten Inhalt zu vermitteln. Die Lehrperson schafft eine positive und vertrauensvolle Lernatmosphäre, die die Interaktion zwischen den Studierenden und mit der Lehrperson fördert und die Studierenden dazu einlädt sich aktiv einzubringen, Gedanken zu teilen und Fragen zu stellen. 4) Internationalisierung. Die Studierenden erwerben in dem Lernprojekt zentrale Kompetenzen des internationalen wissenschaftlichen Arbeitens und Publizierens und lernen die für internationale wissenschaftliche Gesellschaften üblichen Standards kennen. Peer-Assessment, Gruppenarbeiten und die Simulation einer wissenschaftlichen Konferenz fördern Fähigkeiten wie Wissenschaftskommunikation, Präsentation und konstruktives Feedbackgeben, die für die Teilnahme an internationalen Konferenzen und Publikationsprozessen zentral sind. Gleichzeitig profitieren die Studierenden von der heterogenen und internationalen Zusammensetzung der Gruppe, da unterschiedliche akademische Hintergründe, Perspektiven und Erfahrungen in die Diskussionen und Feedbackprozesse einfließen. Sie arbeiten interdisziplinär und erweitern hierbei ihre Sozial- und Diversitätskompetenz. Dies erweitert den Blick auf wissenschaftliche Fragestellungen und Schreibstile, stärkt interkulturelle Kompetenzen und bereitet die Studierenden darauf vor, in internationalen Forschungsteams zusammenzuarbeiten („Internationalisation@home).

Akzeptanz und Resonanz

Das Lehrprojekt und die nominierte Lehrperson wurden von den Studierenden in einer anonymen schriftlichen Lehrevaluierung im WS 2024/2025 mit der Bestnote 1,0 („exzellent“) bei einer Rücklaufquote von 100 % bewertet und mit dem 1. Platz beim Lehrepreis der UMIT TIROL ausgezeichnet. Dieses Ergebnis reflektiert die Evaluationen des Lehrprojekts über die letzten fünf Jahre, auch hier erzielte das Lehrprojekt und die Lehrperson konstant exzellente Evaluationsergebnisse.

Die Evaluationsergebnisse spiegeln eine sehr hohe Akzeptanz und Zufriedenheit der Studierenden mit dem Lehrprojekt wider. In den offenen Feedbackkommentaren heben die Studierenden insbesondere die hohe didaktische Kompetenz, das außergewöhnliche Engagement sowie die motivierende und begeisternde Lehrweise der Lehrperson hervor. Die Lehrveranstaltung wird als sehr gut vorbereitet, klar strukturiert und hervorragend organisiert beschrieben. Besonders positiv wird wahrgenommen, dass die einzelnen Elemente der Lehrveranstaltung – insbesondere die vorbereitenden Online-Aufgaben und die Präsenzphase – inhaltlich und didaktisch sinnvoll aufeinander abgestimmt sind („I really like that the Moodle exercises we had to do before were used in the course and discussed with everyone“).

Mehrere Studierende heben zudem die offene, wertschätzende und vertrauensvolle Lernatmosphäre hervor, die zur aktiven Teilnahme ermutigt. Kommentare wie “Knows how to create a good learning atmosphere”, “The enthusiasm and positivity – I was really encouraged to participate” oder “The atmosphere was great, I felt at ease” verdeutlichen, dass sich die Studierenden aktiv in den Lernprozess eingebunden fühlen.

Die Studierenden erleben die Lehrperson als klar, präzise und zugleich empathisch – Unsicherheiten im wissenschaftlichen Arbeiten werden offen angesprochen und konstruktiv aufgegriffen. Eigene positive wie auch herausfordernde Erfahrungen aus der akademischen Praxis werden reflektiert eingebracht und fördern Authentizität sowie Anschlussfähigkeit.

Besonders positiv wird auch das ausgewogene Verhältnis zwischen Input-Phasen und interaktiven Elementen wie Gruppenarbeiten, Workshops und Feedbackrunden bewertet. Studierende berichten, dass sie durch diese Struktur „viel gelernt“ haben und die Inhalte für ihre eigene wissenschaftliche Arbeit unmittelbar anwenden konnten („I could take a lot from the course for my future work“).

Die Evaluationsergebnisse und die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigen, dass es der Lehrperson gelingt, Studierende aktiv, motiviert und eigenverantwortlich in den Lernprozess einzubinden und eine unterstützende Lernumgebung zu schaffen, die Engagement, Austausch und nachhaltiges Lernen fördert.

Nutzen und Mehrwert

Ein besonderer Nutzen des Lehrprojekts liegt in der inhaltlichen und didaktischen Verzahnung der asynchronen Onlinephase und Präsenzphase an der UMIT TIROL in der Länder-, Fach-, Studiengangs- und Niveauübergreifende Lehre stattfindet. Durch den Blended Learning Ansatz findet eine Flexibilisierung der Lehre statt. Die Onlinephase ermöglicht hohe zeitliche und räumliche Flexibilität, sowie ein individuelles Lerntempo. Auch wird durch ein erstmaliges Kennenlernen der Studierenden im Onlineraum, in dem durch Gruppenarbeiten und gegenseitiges Peer Feedback eine Interaktion der Studierenden (Partizipation und Peer- Learning) angeregt wird, wird die Zusammenarbeit in der späteren Präsenzphase erleichtert. Durch eine virtuelle Zusammenarbeit werden die Studierenden „warm miteinander“, was zu einer offenen, kollegialen, vertrauten und wertschätzenden Atmosphäre in der Präsenzphase beiträgt. Diese Atmosphäre, die die Hemmschwelle der Studierenden sich zu beteiligen senkt, wird in der Präsenzphase  - in der Studierenden die Möglichkeiten haben ihre eigenen Arbeiten mündlich und schriftlich zu präsentieren und Feedback zu erhalten – genutzt, um sowohl die Lernziele zu erreichen als auch überfachliche Kompetenzen zu fördern.

Ein Alleinstellungsmerkmal des Lehrprojekts ist, dass die heterogene, diversifizierte und internationale Studierendengruppe nicht als problematisch betrachtet wird, sondern dass in ihr ein großes Potential und daraus resultierender großer Mehrwert in der Weiterentwicklung von Studierenden gesehen wird. Dieses Potential wird durch die Wahl der verschiedenen diversitätsorientierten Kursaktivitäten genutzt, um die Lernziele zu erreichen. Ein Mehrwert des Projekts ist die Studierendenzentriertheit und Kompetenzorientiertheit, sowie ihre internationale Ausrichtung, welches einen internationalen Austausch der Studierenden ermöglicht und die internationale Sichtbarkeit guter Lehre an einer österreichischen Universität fördert. Ein weiterer Mehrwert liegt in der forschungsgeleiteten und praxisnahen Lehre des Projekts. Das Arbeiten an eigenen Forschungsprojekten und Manuskriptteilen ist das Lernen eng mit realen wissenschaftlichen Arbeitsprozessen verbunden, die Simulation einer Konferenz ermöglicht den Studierenden zentrale Elemente der wissenschaftlichen Kommunikation praxisnah zu erleben.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2019

Das Lehrprojekt ist als nachhaltig und flexibel einsetzbares Lehrformat konzipiert. Durch systematische Evaluation, Studierendenfeedback und die Integration aktueller Entwicklungen im wissenschaftlichen Arbeiten werden Inhalte und didaktische Ansätze kontinuierlich weiterentwickelt. Aufgrund seines modularen Aufbaus und der Kombination aus asynchroner Onlinephase und Präsenzphase ist das Format flexibel auf unterschiedliche Lehrkontexte übertragbar und anpassbar. Einzelne Elemente, u.a. die strukturierte asynchrone Online-Vorbereitungsphase über Moodle, das Peer Assessment wissenschaftlicher Texte oder die Simulation einer wissenschaftlichen Konferenz können, sowohl in anderen Lehrveranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben als auch in vertiefende, fachliche Seminare, beispielsweise als Weiterbildung für Mediziner, integriert werden.

Teile des Lehrprojekts wurden so bereits in Masterstudiengängen der UMIT TIROL in abgewandelter Form eingesetzt. So findet Im Modul 12 (wissenschaftliches Arbeiten) des Master Public Health eine Konferenzsimulation statt. In dieser präsentieren Studierenden anhand vorgegebener Artikel (und nicht eigener Arbeiten) Ergebnisse und geben sich gegenseitig Feedback zur Präsentation anhand des Feedbackformblatts.

Damit bietet das Projekt ein skalierbares und adaptierbares Lehrkonzept, dass sowohl innerhalb der Hochschule als auch in interinstitutionellen und internationalen Lehrkontexten eingesetzt werden kann und zur Förderung von Kompetenzen im wissenschaftlichen Schreiben und Arbeiten beiträgt.

Institutionelle Unterstützung

Das Lehrprojekt wird seitens der Hochschule auf mehreren Ebenen unterstützt. Die UMIT TIROL stellt mit der Bereitstellung der Lernplattform Moodle die zentrale digitale Infrastruktur für das Blended Learning Format bereit. In Moodle wird die asynchrone Onlinephase des Projekts umgesetzt und es werden Lernmaterialien für sowohl Online als auch Präsenzveranstaltung strukturiert bereitgestellt.

Für die Präsenzphase stellt die Universität geeignete Lehr- und Seminarräume, technische Ausstattung sowie organisatorische Infrastruktur bereit, die interaktive Lehrformate wie Workshops, Gruppenarbeiten und die Simulation einer wissenschaftlichen Konferenz ermöglichen.

Durch die Einbindung des Lehrprojekts in das HTADS Programm der UMIT TIROL, stehen für das Lehrprojekt zusätzliche finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Diese werden u.a. genutzt, um das Lehrprojekt international zu bewerben (z.B. über LinkedIn und Instagram) und während des Präsenzteil des Projekts Mittag und Kaffeepausen zu organisieren und durchzuführen.

Die Umsetzung des Lehrprojekts wird außerdem durch institutionelle Rahmenbedingungen und organisatorische Unterstützung der Universität getragen, etwa durch curriculare Einbettung des Projekts in Master- und Doktorats Programme sowie durch administrative Unterstützung bei der Koordination internationaler Teilnehmender, der Lehrorganisation und die Abwicklung der Lehrevaluationen.

Die Hochschule unterstützt damit aktiv das innovative, kompetenzorientierte und international ausgerichtete Lehrprojekt im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens.

Das Lehrprojekt ist in das hochschulinterne Qualitätsmanagement der UMIT TIROL eingebunden. Es erfolgt eine systematische Lehrveranstaltungsevaluation durch die Studierenden, in der Lehrorganisation, didaktische Gestaltung, Lernmaterialien, Workload und Kompetenzzuwachs bewertet werden. Die Lehrperson nutzt die Ergebnisse zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des Projekts.

Feedback wird nicht nur summativ am Ende, sondern auch formativ während des Projekts eingeholt. In der Onlinephase und während der Präsenz können Studierende über Moodle-Foren, und Diskussionsrunden Anregungen geben und Schwierigkeiten thematisieren. Am Ende der Präsenzphase wird gezielt mündliches Feedback durch die Lehrperson gesammelt. Durch die Auseinandersetzung mit Feedback während des Projekts fällt diese Rückmeldung meist differenziert und reflektiert aus. Sie dient der Optimierung von Lehrmaterialien, Aufgabenstellungen und didaktischer Gestaltung. So wurde bereits auf Anregung der Studierenden die Anzahl und Länge der Workshops gesteigert und Vorlesungen in die Onlinevorbereitungsphase ausgelagert, um der Nachfrage eines vertieften, praktischen Einblicks in die Arbeit mit und an wissenschaftlichen Arbeiten während der Präsenzphase gerecht zu werden.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das Peer Assessment. Es unterstützt den Lernprozess und zeigt zugleich, welche Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens besonders erklärungs- oder vertiefungsbedürftig sind. Die Lehrperson nutzt diese Beobachtungen zur Weiterentwicklung von Lehrmaterialien, Workshops und Aufgaben.

Die Kombination aus formaler Evaluation, laufendem Feedback und Workshopbeobachtungen stellt eine kontinuierliche Qualitätssicherung und Verbesserung des Lehrprojekts sicher.