Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
Research Lab Jazz Historiography
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Sewa Mazurika
Studentpraesentation
Ars Docendi Kategorie
Forschungsbezogene bzw. kunstgeleitete Lehre
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
Change the world without taking power ist das Motto der Jazz Historiography Kurse am Jam Music Lab. Wir finden Geschichte und bringen sie in die Gegenwart Note für Note, Wort für Wort, Person für Person.
Kurzzusammenfassung des Projekts
In den Research Labs Historiography wird Geschichtsschreibung durch wissenschaftliche und künstlerische Methodik praktiziert. Der schülerzentrierte Unterricht ermutigt kritische Hinterfragung der Jazzgeschichte, Erweiterung des Wissens durch eigene Forschung, und professionelle, öffentliche Vorstellung der Projekte. Die Student:innen werden ermutigt Methoden des Artistic Research einzubringen und ihre persönlichen Interpretationen und Bezüge zu geschichtlichen Erkenntnissen darzustellen. Im Zentrum der Lehre steht die Hinterfragung von vorgegebenen Texten, der historischen 'Great Man Lineage', und der Subjektivität von Geschichtserzählung. Die weltweite Vernetzung und aktive Musikpraxis der Lehrenden ermöglicht den Studierenden eine öffentliche Platform, direkte Interaktion und Vernetzung mit Experten, und hochqualitative Begleitung ihrer Projekte. Die wichtigsten Ziele sind die Stärkung des Selbstbewusstseins und Freude am lebenslangen Lernen und Forschen, professionelle und öffentliche Vorstellung von Projekten, Erarbeitung der Methodik des Artistic Research, persönlicher Zugang zum Forschungsthema und zur Geschichtsschreibung, und Aufbau von lebenslangen Netzwerken in den Arbeitsfeldern der Teilnehmer:innen.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The research labs historiography focus on collecting and documenting history through scientific and artistic research methods. Students are encouraged to use critical discourse as they question historical facts and search for missing artifacts and knowledge in a student-centered classroom environment. The mission of the class is to encourage critical thinking and document historical knowledge with personal interpretations and reflections. Led by a renowned jazz pianist with an extended international network, students have access to public exchange and international experts in the field who accompany them throughout their projects. The main goals are increased self-confidence and enthusiasm for lifelong learning and research, public presentations of the projects, experiences with methods of artistic research, personal relationships to themes and history and building lifelong networks in their chosen career fields.
Nähere Beschreibung des Projekts
Research Lab Jazz Historiography
Das Research Lab Jazz Historiography, wird von Prof. Dr. Monika Herzig an der Jam Music Lab University jährlich mit wechselndem Schwerpunkt unterrichtet, aber immer mit den Prinzipien der Historiografie und dem Schwerpunkt der Projektentwicklung von den Student:innen. Historiografie kann mit Geschichtsschreibung übersetzt werden und im Falle der Research Labs dreht es sich vor allem um pragmatische Historiografie. Die Geschichtsschreibung erfolgt als Teil eines geschichtlichen Kanons, im Rahmen vom sozialen und kulturellen Umfeld, das sich im Laufe der Geschichte ändert. Das bedeutet dass die überlieferten Materialien und Diskurse der Geschichtsschreibung nur einen kleinen Geschichtsausschnitt darstellen, oft von den Perspektiven und dem Umfeld des Geschichtsschreibenden geprägt. Die Jazzgeschichte ist noch relativ kurz, ca. 120 Jahre, und vor allem die Ueberlieferung der Anfänge ist von Rassismus, politischem Widerstand, kaum existierender und qualitativ schlechter Tontechnik, unstabilem sozialen Umfeld, Diskrimierung von Frauen, bedingter internationaler Mobilität, Klassifizierung von Unterhaltungs- im Gegensatz zu Ernster Musik, und noch vielen anderen Faktoren geprägt. Die Dokumentation von stilistischen Merkmalen des Jazz und des historischen Wachstums erfolgt traditionell als die 'Great Man Lineage'. Das bedeutet, dass die Geschichte als lineare Entwicklung von Early Jazz zu Swing zu Bebop zu modalen Formen und dann modernem Jazz erstellt wird an den Beispielen von genialen Männern jeder Periode, z.B. Louis Armstrong, dann Duke Ellington, dann Charlie Parker, dann Miles Davis und John Coltrane usw. Der Unterricht erfolgt traditionell anhand von Texten und Hörbeispielen die in Textbüchern der Jazzgeschichte vorgegeben werden und auf der beschriebenen Chronologie aufgebaut sind. Von den Studierenden wird erwartet dass die vorgegebene Geschichte so akzeptiert, erlernt, und weitergegeben wird.
Ziele
Das Ziel der Research Labs Jazz Historiography ist es die Student:innen aufzufordern Geschichte zu hinterfragen, eigene Perspektiven einzubringen, und das Wissen zu erweitern. Das heisst nicht dass der bestehende Kanon entwertet wird, sondern dass mit kritischem Denken und eigener Forschung neues Wissen beigesteuert wird. Diese kritische Denkensweise soll auch dann weit über die Jazzgeschichte hinaus projeziert werden, mit dem Ziel die Fähigkeit des kritischen Hinterfragens und der eigenen Forschung zu entwickeln. Zu Beginn des Seminars wird mit dem Blickwinkel von Schechner's Performance Theory das Prinzip von 'richtig' und 'falsch' in Frage gestellt und die Möglichkeiten der Interpretation erforscht. Dazu werden musikalische Arrangements von z.B. Robert Schumann's Dichterliebe im klassischen Format, in Jazz Interpretationen, mit wechselnder Instrumentierung etc diskutiert mit dem Fazit dass diese Interpretationen verschiedene Werte annehmen je nachdem mit welcher kulturellen oder sozialen Linse sie angeschaut werden, aber keine absoluten Werte zugeteilt werden können. Diese Erkenntnis führt zu der Einführung in Prinzipien der pragmatischen Historiographie, der Geschichtsschreibung durch die Findung und Analyse von Aufnahmen, visuellen Medien, schriftlichen Dokumenten, Photographien, Oral History (Mündlicher Erzählung). Wichtig ist hier auch die Erkenntnis, Studien des sozialen, kulturellen, und politischen Umfelds, ohne Machtstrukturen zu übernehmen. Das folgende Semesterprojekt wird an diesem Punkt vorgestellt (auf Englisch da unsere Student:innen sehr international sind):
Projektbeschreibung (auf Englisch, wie in der Kursbeschreibung)
The goal is to create a historiographical research project using the artistic research approach, meaning it's embodied research and you're participating in the project. As we discussed, history is fluid and subjective, our projects expand current knowledge with data and new perceptions. Find 'artifacts' in the form of recordings, scores, historic documents, interviews, stories, define a question to ask, and a method to gather data towards answering this question. You can work individually or in groups. During March 28 to May 1 we will set individual meeting times to discuss the progress of your projects. The final project will be a presentation and a written and/or recorded document (5-10 pages) of the project that includes the following components:
1. Describe your artifact - a score, recording, interview, article, personality, group - and background information/ literature available, how is it placed in time, who has already written about it and what, how is it originally published, what is known about that person/ recording, where did you find it?
2. Define your research question, what is it that you're investigating, that you're curious about? Be as specific as possible. For example: How could a composition from the Vienna Hot Club repertoire be performed today to be contemporary and historically informed?
3. Describe the method on how you gathered data/ information, transformed the artifact. For example, I found a recording of....... and analyzed the score and the initial instrumentation and interpretation on the recording. Then I looked at similar groups of that era and stylistic conventions and compared the piece to them - how is it similar, how is it different? I put an ensemble together and we rehearsed and performed the piece. We recorded it and shared some reflections on why we chose this interpretation and thoughts during our rehearsals.
4. Reflect on the outcome of the project - what did you find out about yourself, about history, about social and cultural influences, how does your project contribute to the historical knowledge base?
Wie oben erwaehnt wird der Schwerpunkt des Research Lab nach aktueller Thematik angepasst und Student:innen nehmen oft mehrere Male während ihres Studiums teil. Durch die Vernetzung von Monika Herzig in die USA als langjährige Forscherin an der Indiana University, Leiterin der Forschung fuer das Jazz Education Network, und aktive, renommierte Jazzpianistin, gibt es jedes Semester Gastvorträge von renommierten Expert:innen, vor allem von John Hasse, Curator Emeritus for American Music am Smithsonian Museum of Natural History in Washington, DC. Diese Beziehung ist vor allem wichtig da John Hasse das Musik Archiv am Smithsonian Museum verwaltete, und jederzeit zur Beratung fuer die Student:innen zur Verfuegung steht. Zum Beispiel war der Fokus im Frühjahr 2024 auf Duke Ellington zur 125-Jahr Feier mit öffentlichem Abschlusssymposium und Keynote von John Hasse (Autor der Duke Ellington Biographie), mit vielen wissenschaftlichen und musikalischen Beiträgen und den Projektpräsentationen der Research Lab Teilnehmer:innen. Die Student:innen sammelten so Erfahrung mit professioneller Projektpräsentation, bekamen detailliertes und fundiertes Feedback, und konnten auch am angebotenen Konferenzprogramm teilnehmen.
Methodik und Zielgruppe
Die einzelnen Lehrveranstaltungen erfolgen wöchentlich in 2-Stunden Einheiten und sind unterteilt in thematische Einführung, gefolgt von Feedback und Gruppenaufgaben und regelmässigem Austausch zu den Projekten. Zielgruppen sind Student:innen im Bachelor und Masters Studium Jazz- und Popularmusik, sowie Media Musik und IGP. Als Beispiel, hier der Lehrplan zur Diskussion der Komposition "Round Midnight' vom 14. April, 2025:
- Sammlung des Wissenstands der Student:innen zum Komponisten, der Komposition, dem geschichtlichen Umfeld mit der Aufgabe in Gruppen biographische Informationen zu sammeln und vorzustellen.
- Fragestellung: Warum ist Round Midnight eine der haeufig interpretierten Kompositionen im Jazz? Warum hat sich der Komponist Thelonious Monk mit Miles Davis zerstritten als dieser Round Midnight beim Newport Jazzfestival mit grossem Erfolg aufführte? Warum gibt es unterschiedliche Harmoniefolgen die konventionell benutzt werden?
- Es werden drei prominente Interpretationen musikalisch analysiert und gegenübergestellt
- Die Student:innen experimentieren in kleinen Gruppen mit den Interpretationen, sammeln Hörbeispiele, und stellen am Ende ihre zeitgenössischen Interpretationen vor belegt mit ihren Forschungsergebnissen und eigenen Perspektiven.
Ergebnisse
Die Vielfalt und Tiefe der Projekte am Ende des Research Labs zeigen klar den Lernprozess von passivem Erlernen von vorgegebenem Lese- und Hoermaterial zu aktiver Suche nach Materialien und Wissen das von persönlicher Bedeutung ist und die Geschichte erweitert. Im Anhang sind Beispiele der Lehrpläne, Studentenprojekte, und ein kurzes Video mit Projektvorträgen. Die Besonderheiten dieses Lehrkonzepts können folgendermassen zusammengefasst werden:
- Schülerzentrierter Unterricht mit Fokus auf kritisches Denken, wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung, und Geschichtsschreibung
- Direkter und regelmässiger Austausch mit weltweiten Experten und der Öffentlichkeit
- Erarbeitung von Methoden der künstlerischen Forschung
- Gleichstellung der Student:innen mit den Experten ohne vertikale Rangordnung
- Übertragbare Kompetenzen der kritischen Hinterfragung des Wissensstandes und Erarbeitung von neuem Wissen
- Aufbau von lebenslangen Netzwerken im Klassenzimmer und im Berufsfeld
- Stärkung des Selbstbewusstseins und Freude an der Forschung
Akzeptanz und Resonanz
Das Feedback von Student:innen ist grundsätzlich äußerst positiv. Sie begrüßen das selbständige Arbeiten, die Freude der Entdeckung, und die Möglichkeit ihre Projekte mit der Öffentlichkiet zu teilen. Durch die kleine und persönliche Struktur der Universität gibt es nur begrenzte Evaluierungsdaten die aufgrund der kleinen Teilnehmerzahlen auch nur begrenzt zu verallgemeinern sind. Die Anzahl der Student:innen die das Research Lab mehrere Male belegen, bis zur Maximum Anzahl an anrechenbaren ECTS, ist aber sehr hoch bei ca. 80%. Hier sind noch eine Auswahl von Studierenden-Feedback Kommentaren:
For me, the clear benefit was seeing how history comes about and that different methods yield different results. That there is no clear, linear approach, but rather a path that only opens up through exploration and can take different turns than one might have previously thought. (Alwin Strohmaier, Research Labs Winter 22, Sommer 23, Winter 23)
I would like to say, Oral History course gave me the valuable opportunity to conduct interviews with composers who have worked in this field for many years.
Through this process, I not only gained insight into their creative practices and professional experiences, but also learned how to approach research through direct dialogue and critical listening. I especially appreciated the student-centered learning environment, and then opportunities such as masterclasses/movie music festival which is going to hold this summer and workshops. (Zhiyan Liu, Research Labs Winter 24, Summer 25, Winter 25)
In addition, the students reflect on the meaning of their project results for their personal environments and career goals - here are some examples:
JJ: Through the fact that the social background at the time this film was produced and released influences the creation of film or music, it was found that it brought important inspiration and model to later creators. In addition, as a result of him, I thought that I should always create works that I would be able to do as a media music student and as a social worker, thinking about what kind of impact it will have on the future and the results. In addition, Duke Ellington, who mainly composed jazz, was able to discover the basic significance of creation in that he challenged new fields such as film music composition and film production. In particular, black and tan explored racial themes and looked at successful racial cooperation cases that were uncommon in the film industry, and as one of the other races in the current address, I could find great hope in that the results and phenomena in the film industry that appear at this time are positive.
Ali: As a media music student, the music in Black and Tan holds profound significance and offers invaluable insights into the art of cinematic composition. Personally speaking, the movie took me into another world, showcasing how it was in the early days of Golden Age of jazz music. Duke Ellington's work in this film stands as a shaping narrative and emotional tone, providing a rich source of study. Series of surprising and exciting expressionist images, music, dance, romance, tragedy, society, feeling — this all is from an early musical short that gives you so much food for thought. It was interest- ing to see how two of the art movements(jazz and cinema) controversial, expressive and new for its time, collided and created something new that would 100 years later become an artifact of analysis for the students like us. I think, the movie stands as proof that even 19 minutes of time can start a cultural dialogue and challenge musicians to think about the broader implication of their work.
Isabella: Diese historischen Artikel zu lesen, versetzt einen direkt in die damalige Zeit und hilft dabei, sich vorzustellen, wie die Wirkung der Musik und der Band wohl auf das Publikum war, statt, wie sonst, diese Konzerte ausschließlich im Rückblick aus heutiger Perspektive und mit heutigem Wissenstand zu betrachten. Einen Eindruck hinterließen nicht zuletzt die damals ungewöhnlichen Sounds und Rhythmen sowie Duke Ellingtons Persönlichkeit und Charisma – das sich sogar ohne Sprachkenntnisse über seinen Gesichtsausdruck auf das Publikum übertrug (zu einer Zeit als Englisch als Lingua Franca noch nicht so verbreitet war …). Auch die Einblicke in das hektische Tourleben mit den Strapazen der langen Anreise, und der Aufschwung nach einem echten Karrieretiefpunkt lassen einen das vorhandene Bildmaterial mit anderen Augen betrachten: Erstaunlich, in welch unermüdlichem Tempo hier ein Spitzen-Konzert auf das andere folgte!
Nutzen und Mehrwert
Der Mehrwert unserer Research Labs Historiography ist die schülerzentrierte Geschichtsschreibung und öffentliche Aufstellung von Erkenntnissen, nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch mit öffentlichen Präsentationen und auf der Online Plattform und dadurch eine persönliche, lokalisierte, individualisierte Erweiterung und Darstellung der Jazzgeschichte von neuen Perspektiven und mit neuem Zugang. Zum Beispiel werden Oral Histories erstellt mit oft prominenten Künstler:innen wie Yasmo, Monika Ballwein, oder Chanda Rule, die über die Jam Music Lab Website gespeichert und veröffentlicht werden. Die Präsentationen an öffentlichen Kongressen werden live gestreamt und die Videos ebenfalls auf der Jam Music Lab Website aufgestellt. Die Student:innen erkennen dadurch ihre Verantwortung als aktive Mitglieder der Gesellschaft ihr Umfeld zu bereichern und neues Wissen zu teilen.
Wie schon erwähnt sind die Kultivierung des kritischen Denkens und die aktive und individuelle Forschung nicht nur Lernergebnisse in diesem speziellen Kurs sondern grundsätzliche und lebensbereichernde Fähigkeiten. Dazu zählt auch die öffentliche Präsentationsarbeit und Expert:innenfeedback.
Des weitern ist die internationale Vernetzung wichtig, vor allem im Studium wenn Karrieren aufgebaut werden. Die Bewertung und Anerkennung der Projekte von internationalen Experten bereichert das persönliche Portfolio und bringt Anerkennung bei der Arbeitssuche.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2022
Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: kein Endzeitpunkt
Die Ergebnisse der Projekte, vor allem die Oral Histories in Audio und Transkriptionsformat, werden auf der Jam Music Lab Website aufgestellt als Beispiel der Wissenserarbeitung. Zusätzliche werden die Ergenisse jährlich auf internationalen Symposien vorgetragen. Da das Jam Music Lab eine sehr kleine Privatuniversität ist bilden sich durch die Gruppenarbeit enge Beziehungen zwischen den Studierenden die weit über die Hochschulzeit als wichtige Netzwerke fungieren. Die Oral Histories sowie die Symposien sind Teil eines größeren Projektes in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien mit dem Ziel die Jazz- und Popularmusik Geschichte und Gegenwart kartographisch darzustellen.
Die direkte Erfahrung mit verschiedenen Forschungsmethoden ermöglicht den Studierenden höhere Qualität und Tiefe in ihren Bachelor und Master Arbeiten. Oft sind diese Arbeiten nur Pflichtübungen um den Abschluss zu bekommen. Die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Freude an der Forschung in den Research Labs überträgt sich aber oft direkt auf die Methodik und Tiefe der Abschlussarbeiten. Zum Beispiel ergaben sich aus den Projekten mehrere Abschlussarbeiten die sich tief mit den geschichtlichen Barrieren der Frauen im Instrumentaljazz auseinandersetzten, oder neue Lehrmethoden mit Fokus auf Diversität entwickelten, oder neue persönliche Ansätze in der Erarbeitung und Bearbeitung von musikalischem Repertoire erforschten.
Institutionelle Unterstützung
Die Hochschule unterstützt die Arbeit direkt mit der Finanzierung von Beiträgen von internationalen Experten und der Nutzung der Netzwerke. Zusätzlich hat das Jam Music Lab Zugang zum Spielraum im Gasometer, eine Spielstätte die mit hochqualitativen Canon Kameras dank einer Partnerschaft mit der Firma ausgestattet ist. Dadurch können Vorträge und Konzert in hochqualitativem Live Stream und Aufnahmen auf der ganzen Welt verfolgt werden. Die Symposien und die Anmietung des Spielraums werden mit dem nötigen technischen Personal von der Universität unterstützt.
Durch die Doppelfunktion der Lehrenden als Professorin und Vizerektorin ist das hochschulinterne Qualitätsmanagement direkt einbezogen. Die Student:innen sind eingeladen nach jedem Semester durch Fragebögen ihr Feedback zu geben. Kommentare werden im Rektorat und erweiterten Rektorat diskutiert und wenn nötig aktiv beantwortet. Die Jam Music Lab veranstaltet auch jährlich eine Townhall wo Student:innen ihr Feedback öffentlich teilen und Diskussionen und Aktionen zur Qualitätsverbesserung eingeleitet werden. Des weiteren sind die Mitglieder des hochschulinternen Qualitätsmanagement geladene Gäste zu den Symposien und nehmen aktiv an den Präsentationen bei. Informelle Diskussionen während der Empfänge tragen zum Informationsaustausch und Möglichkeiten des Feedback bei. Ein Ergebnis des Austauschs war zum Beispiel die Finanzierung eines professionellen Ensembles das Studentkompositionen und Projekte der Research Lab Teilnehmer:innen aufführt, so dass die Student:innen professionelle Aufnahmen ihrer Arbeiten in ihren Portfolios aufweisen können.