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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

SEE-ing a better world (Social Entrepreneurship Education für Lehramtsstudierende aus 6 Ländern)

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Elisabeth Fernbach

Letzter gemeinsamer Moment aller Teilnehmenden im Studienjahr 2024/25 an der KPH (Campus Krems) vor einem großen Graphic Recording mit den Reflexionsfragen „Was waren eure Highlights?“, „Was habt ihr gelernt und erlebt?“, „Wofür seid ihr dankbar?“

Ars Docendi Kategorie

Gesellschafts- und Nachhaltigkeitsorientierte Lehre

Ars Docendi Kriterien

  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

20-49

Anreißer (Teaser)

Das BIP SEE‑ing a Better World fördert internationale Zusammenarbeit und zentrale Kompetenzen (u.a. 4Ks) in einem hybriden Flipped‑Classroom-Format. Von Beginn an (2022/2023) wird es kontinuierlich evaluiert und durch PERMA.teach weiterentwickelt.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) "SEE‑ing a Better World", das gemeinsam mit insgesamt sechs europäischen Partneruniversitäten entwickelt und umgesetzt wurde, eröffnet innovative Lehr- und Lernmöglichkeiten in einem hybriden Flipped‑Classroom-Format. Im Mittelpunkt stehen die vier Ks – Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken. Studierende planen, unterrichten und reflektieren Unterrichtssequenzen in internationalen Gruppen und erstellen (Video-)Präsentationen zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie Social Entrepreneurship Education (SEE). Dadurch werden sie selbst zu inspirierenden Vorbildern für Andere.

Das Lehrprojekt kombiniert mehrere digitale Arbeitsphasen vor und nach einer intensiven Präsenzwoche in einem der Partnerländer und verbindet so Online‑Lernformate mit persönlichem Austausch vor Ort. Seit dem Start im Studienjahr 2022/23 wird das BIP im Rahmen einer kontinuierlichen Begleitforschung evaluiert und weiterentwickelt. Das ursprüngliche Konzept wurde dabei um PERMA.teach‑Elemente erweitert. Jedes Jahr stand ein anderer Forschungsschwerpunkt im Fokus, darunter Programmentwicklung, Herausforderungen und Lessons Learned, Zukunftsszenarien, Lehrer:innenprofessionalität, PERMA.teach sowie die Reflexion des Gesamtprogramms.

Die Daten werden durch quantitative (mehrere Fragebögen) und qualitative Methoden (Tagebücher, Reflexionen, Gruppendiskussionen) erhoben und sowohl national als auch international disseminiert.

Preis für INNOVATIVE HOCHSCHULLEHRE 2024 Wissenschaftspreis 2024 NÖ

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The Erasmus+ Blended Intensive Programme "SEE‑ing a Better World", which was developed and implemented in collaboration with a total of six European partner universities, opens up innovative teaching and learning opportunities in a flipped classroom atmosphere. The curriculum is centred on the four Cs: creativity, collaboration, communication and critical thinking. The programme involves students in the planning, teaching and reflection on teaching sequences in international groups. In addition, students create video presentations on Education for Sustainable Development (ESD) and Social Entrepreneurship Education (SEE). In doing so, they themselves become inspiring role models for others.The programme combines several digital work phases prior to and following an intensive week of face-to-face learning in one of the partner countries, thus integrating online learning formats with personal exchange on site. Since its launch in the 2022/23 academic year, the BIP has undergone evaluation and further development as part of ongoing accompanying research. Annually, the focus has been on a different research topic, including programme development, challenges and lessons learned, future scenarios, teacher professionalism, PERMA.teach and reflection on the overall programme. Data are collected using quantitative (several questionnaires) and qualitative methods (diaries, reflections, group discussions), and disseminated both nationally and internationally.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das Lehrprojekt „SEE-ing a Better World“ ist ein international angelegtes Erasmus+ Blended-Intensive-Programme (BIP), das innovative Lehr- und Lernformate im Kontext einer hochschulübergreifenden Zusammenarbeit erprobt und weiterentwickelt. Eine kurze, intensive Präsenzphase wird mit virtuellen Phasen, die der Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung dienen, kombiniert. Für Studierende ermöglichen sie flexiblere Mobilitätsformate, die physische Mobilität mit einer verpflichtenden virtuellen Komponente kombinieren. Die Projektplanung begann im Herbst 2021 mit dem Ziel, ein Lehrformat zu entwickeln, das internationale Kooperation, digitale Lehr- und Lernmethoden sowie praxisorientierte Lehramtsausbildung miteinander verbindet. Das Projekt vereint sechs europäische Partnerhochschulen und wurde bislang in mehreren Durchgängen umgesetzt. Die Präsenzphasen fanden 2023 in Utrecht (Niederlande), 2024 in Brünn (Tschechien) und 2025 in Krems (Österreich) statt; eine weitere Durchführung ist für 2026 in Hasselt (Belgien) geplant.

Ausgangslage und Rahmenbedingungen

Die Konzeption dieser Lehrveranstaltung basiert auf der Beobachtung, dass Lehramtsstudierende zunehmend Kompetenzen benötigen, um komplexe gesellschaftliche Herausforderungen im Unterricht zu thematisieren und Lernende zu eigenständigem, verantwortungsbewusstem Handeln zu befähigen. Gleichzeitig kommt internationalen Kooperationen, digitalen Lernformaten und kollaborativem Arbeiten in der Lehrer:innenbildung eine wachsende Bedeutung zu.

Vor diesem Hintergrund verbindet die Lehrveranstaltung Ansätze der Social Entrepreneurship Education (SEE) mit Konzepten der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie den Zielen nachhaltiger Entwicklung (SDGs). Während Entrepreneurship Education in Österreich bereits als übergreifendes Thema in den Lehrplänen seit 3 Jahren verankert ist, stellt (Social) Entrepreneurship Education in manchen der Partnerländern noch ein vergleichsweise junges Lehrfeld dar. Entsprechend besteht ein Bedarf an innovativen Lehrformaten, die zukünftige Lehrkräfte dazu befähigen, gesellschaftliche Herausforderungen im Unterricht aufzugreifen und gemeinsam mit Lernenden lösungsorientierte Perspektiven zu entwickeln.

Ein besonderes Merkmal der Lehrveranstaltungen liegt in seiner internationalen Ausrichtung. Die Zusammenarbeit mehrerer Hochschulen ermöglicht den Studierenden, unterschiedliche Bildungssysteme, Perspektiven und didaktische Ansätze kennenzulernen. Dadurch wird ein Lernraum geschaffen, der interkulturelle Kompetenzen ebenso fördert wie kooperatives und reflexives Lernen.

Zielgruppen und Ziele

Die primäre Zielgruppe des Lehrprojekts sind Lehramtsstudierende verschiedener Studienrichtungen aus den beteiligten europäischen Hochschulen. Darüber hinaus richtet sich das Programm auch an Lehrende der Partnerinstitutionen, die gemeinsam Lehr- und Lernformate entwickeln und erproben.

„SEE-ing a Better World“ verfolgt mehrere miteinander verbundene Ziele. Erstens sollen Studierende mit innovativen didaktischen Ansätzen vertraut gemacht werden, die sich für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen im Unterricht eignen. Zweitens sollen die Studierenden lernen, Unterrichtseinheiten zu planen und umzusetzen, in denen Schüler:innen eigenständig Probleme analysieren, Lösungsansätze entwickeln und deren gesellschaftlichen Mehrwert reflektieren. Drittens fördert das BIP internationale Zusammenarbeit und interkulturellen Austausch. Viertens sollen zentrale Zukunftskompetenzen – insbesondere Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken (die sogenannten „4Ks“) – gezielt gestärkt werden.

Ein weiteres Ziel besteht darin, Studierende zu befähigen, ihre eigene Rolle als zukünftige Lehrpersonen kritisch zu reflektieren. Durch verschiedene Reflexionsformate sollen sie lernen, pädagogische Entscheidungen zu begründen, Lernprozesse zu analysieren und eigene Handlungsspielräume zu erkennen.

Didaktisches Konzept und Lehr-Lernmethoden

Das Lehrprojekt folgt einem Blended-Learning-Ansatz und kombiniert digitale Vorbereitungsphasen mit intensiven Präsenzphasen vor Ort. Zentral ist dabei das Prinzip des "Flipped Classroom".

In der vorbereitenden Online-Phase erarbeiten sich die Studierenden grundlegende Inhalte selbstständig anhand von Materialien, die vom internationalen Lehrendenteam bereitgestellt werden. Dazu gehören beispielsweise Texte, kurze Videovorträge, digitale Lernmodule oder Diskussionsaufgaben. Diese Phase dient der individuellen Wissensaneignung und ermöglicht es den Studierenden, sich flexibel und in eigenem Tempo mit den Themen auseinanderzusetzen.

Die anschließende Präsenzphase ist stark interaktiv gestaltet und konzentriert sich auf die Anwendung und Vertiefung des zuvor erworbenen Wissens. In internationalen Kleingruppen bearbeiten die Studierenden praxisorientierte Aufgabenstellungen, entwickeln Unterrichtsideen und entwerfen konkrete Unterrichtssequenzen. Dabei kommen verschiedene kollaborative Methoden zum Einsatz, etwa Design-Thinking-Elemente, Gruppenarbeiten, Peer-Feedback, moderierte Diskussionen sowie projektorientierte Arbeitsphasen.

Zum Abschluss finden in den nationalen Gruppen der Partnerhochschulen reflektive Gruppendiskussionen statt. Diese dienen einerseits der Reflexion über bereits erfolgte sowie potentiell zukünftige nachhaltigkeitsbezogene Implementierung der Lehrinhalte und andererseits der Überarbeitung und Evaluierung des BIPs.

Ein zentrales Element des Lehr-Lernkonzepts ist das problem- und projektbasierte Lernen. Die Studierenden arbeiten an realitätsnahen Fragestellungen und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze, die anschließend in Form von Unterrichtskonzepten ausgearbeitet werden. Dadurch wird nicht nur fachliches Verständnis aufgebaut, sondern auch die Fähigkeit gefördert, komplexe Probleme strukturiert zu analysieren und kreative Lösungsstrategien zu entwickeln.

Darüber hinaus spielt Reflexion eine zentrale Rolle im Lernprozess. Nach der Entwicklung und Durchführung ihrer Unterrichtssequenzen reflektieren die Studierenden ihre Erfahrungen sowohl individuell als auch in (inter)nationalen Gruppen. Diese Reflexionsprozesse unterstützen die Entwicklung professioneller Handlungskompetenz und fördern ein vertieftes Verständnis der eigenen Rolle als Lehrperson.

Digitale Kompetenzen werden ebenfalls gezielt gefördert. Die Studierenden arbeiten mit verschiedenen digitalen Werkzeugen, beispielsweise für Online-Meetings, kollaboratives Arbeiten, Übersetzungen oder die Erstellung kurzer Videos und Präsentationen. Dadurch erwerben sie praktische Erfahrungen im Einsatz digitaler Medien für Lern- und Lehrprozesse.

Begleitende Forschung und Evaluation

Ein integraler Bestandteil des Lehrprojekts ist eine kontinuierliche wissenschaftliche Begleitforschung. In jedem Durchgang des Programms werden unterschiedliche Aspekte des Lehr- und Lernprozesses untersucht, um Erkenntnisse für die Weiterentwicklung zu gewinnen.

Dabei kommen sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden zum Einsatz. Zu Beginn des BIPs wurden zwei Online-Fragebögen entwickelt, mit denen Wahrnehmungen und Lernerfahrungen der Studierenden erhoben werden. Ergänzend verfassen die Teilnehmenden während des Programms Reflexionstagebücher, in denen sie ihre Lernprozesse, Herausforderungen und Erkenntnisse dokumentieren. Sechs bis acht Wochen nach der Präsenzwoche reflektieren die Studierenden ihre verbleibenden Eindrücke und langfristig wirksame Lernergebnisse.

Die quantitativen Daten werden statistisch ausgewertet, während die qualitativen Daten – etwa aus Tagebüchern oder Gruppendiskussionen – mittels qualitativer Inhaltsanalyse analysiert werden. Diese Kombination verschiedener Methoden ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der Lernprozesse und Erfahrungen der Studierenden.

Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zeigen, dass das Programm zur Erweiterung des Wissens und zur Sensibilisierung der Studierenden für Themen der nachhaltigen Entwicklung sowie der Social Entrepreneurship Education beiträgt. Darüber hinaus zeigen die Analysen, dass insbesondere die Kompetenzen in den Bereichen Kreativität, Kollaboration und Kommunikation durch das internationale Projektsetting deutlich gefördert werden. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass kritisches Denken bei vielen Studierenden noch weniger stark ausgeprägt ist als andere Kompetenzen. Diese Erkenntnis fließt in die Weiterentwicklung der Lehr- und Lernmethoden ein.

Weiterentwicklungen des Lehrprojekts

Die Ergebnisse der Begleitforschung werden systematisch genutzt, um das Lehrprojekt kontinuierlich weiterzuentwickeln. So wurden beispielsweise Erkenntnisse aus den ersten beiden Projektjahren bereits in die Planung der Durchführung 2025 integriert.

Ein wichtiger Entwicklungsschritt besteht in der Erweiterung des internationalen Netzwerks. Im dritten Projektjahr wurden erstmals auch Studierende und Lehrende aus der Ukraine in das Programm eingebunden. Dadurch wurde die internationale Perspektive des Projekts weiter gestärkt und der interkulturelle Austausch intensiviert.

Darüber hinaus wurde im dritten Durchgang ein besonderer Schwerpunkt auf die Reflexion der eigenen professionellen Rolle gelegt. Zu diesem Zweck wurden sechs unterschiedliche Methoden der Reflexionsanalyse eingesetzt, die es den Studierenden ermöglichen, ihre persönlichen Erfahrungen, Werte und Perspektiven im Kontext ihrer zukünftigen Lehrtätigkeit zu analysieren.

Für die geplante Durchführung im Jahr 2026 ist zudem eine thematische Weiterentwicklung vorgesehen, bei der Aspekte des Konzepts PERMA.teach in den Mittelpunkt rücken. Ziel ist es, positive Lern- und Arbeitsumgebungen zu fördern und das Wohlbefinden von Lernenden und Lehrenden stärker in den Fokus zu rücken.

Ergebnisse und Bedeutung des Lehrprojekts

Zusammenfassend zeigt sich, dass das BIP „SEE-ing a Better World“ einen innovativen Beitrag zur internationalen Lehrer:innenbildung leistet. Durch die Verbindung von Blended Learning, Flipped Classroom, projektbasiertem Lernen und intensiver Reflexion entsteht ein Lernumfeld, das Studierenden ermöglicht, sowohl fachliche als auch überfachliche Kompetenzen zu entwickeln.

Besonders hervorzuheben sind die internationale Zusammenarbeit, die praxisorientierte Ausrichtung sowie die systematische Integration von Forschung und Evaluation. Die Umsetzung zeigt, wie internationale Kooperationen dazu beitragen können, neue didaktische Ansätze zu erproben und nachhaltige Lernprozesse zu fördern.

Darüber hinaus verdeutlicht das Lehrprojekt das Potenzial innovativer Lehrformate, um Studierende auf zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen vorzubereiten und sie zu reflektierten, handlungsfähigen Lehrpersonen auszubilden.

Dissemination

Die Projektergebnisse werden über die Hochschule hinaus verbreitet und auf nationaler wie internationaler Ebene publiziert. Die Sichtbarkeit und Wirkung der Maßnahmen zeigen sich unter anderem in Beiträgen und Präsentationen bei OEAD, TdF, EAPRIL, ECER, GGSK, ÖFEB, ETEN und NETT.

Akzeptanz und Resonanz

(1) siehe Promotionvideo students: vimeo.com/811205039/d21330e8e0

(2) Die Studierenden nehmen das Programm als intensiv und inhaltlich bereichernd wahr und betonen die Freude an der Teilnahme sowie die Möglichkeit, engagierte Personen aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen. Sie bekräftigen, viel über SEE gelernt zu haben. Das Programm ermöglichte ihnen eine umfassende und reflektierte Beschäftigung mit SEE. Auch das Kennenlernen neuer Freund:innen und Kulturen wurden genannt. Auf die Frage „Hatten Sie vor dem BIP schon einmal von SEE und SE gehört? Wenn ja, worüber?“ gaben die meisten von ihnen aus Österreich, Belgien und der Tschechischen Republik an, keine Vorerfahrungen oder Kenntnisse in diesem Bereich mitzubringen. Der Begriff „Entrepreneurship” war den Studierenden zwar bekannt, sie assoziierten ihn jedoch primär mit ökonomischen Aspekten. 

Die niederländischen Studierenden verfügen über ein entsprechendes Programm, das fest im Curriculum verankert ist. Daher waren ihnen die theoretischen Grundlagen bereits bekannt, und sie besitzen ein klares Verständnis von Social Entrepreneurship Education (SEE) und Social Entrepreneurship (SE). Hinsichtlich der Motivation zur Teilnahme am besagten Programm wurde seitens der befragten Studierenden aus den Niederlanden angeführt, dass diese sich in der Erlangung neuer Erfahrungen, dem aktiven Engagement für SEE, der Informationsbeschaffung bezüglich der Inhalte des BIPs, der Knüpfung neuer Freundschaften bzw. des Aufbaus internationaler Netzwerke, der Erforschung der Partnerhochschulen, der Anerkennung von ECTS-Punkten, der Finanzierung der Woche sowie der Erlangung von Kenntnissen in Bezug auf ein Studium im Ausland und die Zusammenarbeit mit Studierenden aus verschiedenen Ländern äußerten. Zudem waren sie daran interessiert, Schulen in anderen Ländern zu besuchen.

Ihre Erfahrungen mit dem Programm waren folgende: Es war ein anstrengendes, aber interessantes Programm und die Arbeit innerhalb der internationalen Gruppe hat wirklich gut funktioniert. Es entstand eine vielfältige Dynamik zwischen den Studierenden aus den verschiedenen teilnehmenden Ländern. Die Besuche in den Schulen, die außerschulischen Aktivitäten sowie die sozialen Kontakte mit den anderen Studierenden fanden großen Anklang. Auf die Frage „Was war Ihrer Meinung nach der wertvollste Teil des Programms? Highlight?“ wurden beispielsweise folgende Punkte genannt: (1) der Fakultätsgarten in Brünn: Die Studierenden äußerten, dass sie nicht mit der Vielfalt und Qualität der angebotenen Aktivitäten gerechnet hatten, insbesondere mit praxisorientierten Aufgaben, die sich direkt für die Arbeit mit jungen Lernenden eignen. Besonders positiv hervorgehoben wurden kreative Elemente wie die Durchführung einer Osteraktivität, das Pflanzen von Blumen und deren Verwendung zur Dekoration der Universität, (2) die Schulbesuche und die selbst geplanten und umgesetzten Unterrichtssequenzen in den Klassen und (3) die Videos. Letzterer Auftrag war ihnen gänzlich unbekannt und sie konnten dabei die Stärken der einzelnen Gruppenmitglieder nutzen und kreativ tätig sein.

Welche Herausforderungen wurden von den Studierenden angeführt? Die größte Herausforderung lag darin, das Potenzial der Schüler:innen bestmöglich zu entfalten. Die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Studierenden war ebenfalls mit besonderen Anforderungen verbunden. Freundschaften schließen, sehr offene Zusammenarbeit und neue Arbeitsmethoden, die sie ins Praktikum mitgenommen haben, zum Beispiel Arbeit im Freien und mehr Pausen in der Schule. „Aber wir haben nicht nur das mitgenommen, was wir vor Ort gesehen haben, sondern auch das, was wir über das Bildungswesen in den anderen teilnehmenden Ländern gehört haben.“ Zum Schulbesuch: Die für die neuen Bildungssysteme waren anders als erwartet. Sie haben viel Neues gelernt (z. B. zwei Lehrer:innen pro Klasse, Inklusion usw.) und die persönlichen Weltbilder haben sich verändert. Auch ihr Selbstvertrauen bezüglich der Sprachkenntnisse wurde gestärkt: „Man kann mehr, als man denkt.“

Die Ergebnisse der Evaluationen zeigen, dass die Studierenden durch das Lernen in einem internationalen Kontext neue Einsichten und Kompetenzen in Bezug auf BNE und SEE entwickeln und, dass die Future Skills – Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität – als Schlüsselfaktoren identifiziert werden können. Die Besuche an den Grundschulen (sowohl zur Hospitation als auch zur unterrichtlichen Praxis), die Arbeit in den internationalen Teams und die Herangehensweise an verschiedenen Aufgabenstellungen mit kreativen Arbeitsmethoden sind Schlüsselfaktoren für ein gelingendes internationales Lernprogramm, in dem Lehramtsstudierende ihre SEE-Kompetenzen entwickeln können.

Nutzen und Mehrwert

Das Erasmus+-Programm „SEE-ing a Better World“ ermöglicht innovativen Unterricht und fördert zeitgemäße Bildung sowie den Aufbau der 4K-Kompetenzen: Kollaboration, Kreativität, kritisches Denken und Kommunikation. Die auch als „21st Century Skills“ bezeichneten Kompetenzen wurden 2013 durch Andreas Schleicher, dem Koordinator der PISA-Studie, im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Das 21. Jahrhundert wird als VUCA-Welt bezeichnet. Dabei steht das Akronym für die englischen Begriffe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. Die gegenwärtige Zeit ist durch eine Vielzahl an Phänomenen gekennzeichnet, zu denen unter anderem die Globalisierung, die Automatisierung und die fortschreitende Vernetzung gehören. Diese Entwicklungen stellen neue Anforderungen an die Gestaltung des Bildungswesens. Daher muss sich das Bildungssystem dem beschleunigten sozialen und technologischen Wandel anpassen. Anstelle einer rein wissensbasierten Bildung sollte eine kompetenz- und werteorientierte Schule entwickelt werden. Viele neue Kompetenzen gewinnen an Bedeutung, während sie im klassischen Unterricht oft weniger beachtet wurden. Das 4K-Modell stellt einen wichtigen Impuls für Lehrkräfte dar, ihren Unterricht weiterzuentwickeln.

Das Erasmus+ Programm knüpft gezielt an diesen Entwicklungen an und fördert den internationalen Austausch und eine gemeinsame Weiterentwicklung zukunftsorientierter Lehrkonzepte. Studierende planen, unterrichten und reflektieren Unterrichtssequenzen in internationalen Gruppen und erstellen Videos zu BNE, SEE und SDGs. Somit werden sie zu Vorbildern für Andere. Das Projekt zeichnet sich dadurch aus, dass es aus digitalen Teilen vor und nach einer Präsenzwoche besteht. Diese findet in jedem Jahr in einem anderen Gastgeberland statt. Bestehende Unterrichtsmodelle können durch die Integration von SEE gezielt erweitert werden. Für Lehramtsstudierende bietet SEE die Möglichkeit, durch kritische Reflexion sowie systemisches und zukunftsorientiertes Denken pädagogische Konzepte zu entwickeln, die zur Gestaltung einer lebenswerten und friedlichen Gesellschaft beitragen können. Dabei werden soziale Verantwortung, Innovationsfähigkeit und nachhaltiges Handeln als zentrale Kompetenzen für die Primarstufenpädagogik gefördert.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2022

Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: 2026

(1) Die Internationalisierung der Lehre und die Implementierung von SEE führen zu Veränderungen der systemischen Strukturen an der KPH und stärken zugleich das Bewusstsein von Lehrenden und Studierenden, die als Multiplikator:innen wirken. Das übergreifende Themenfeld der Entrepreneurship Education wurde bei der Entwicklung des neuen Curriculums der Primarstufe berücksichtigt und spiegelt sich bereits thematisch im aktuellen Unterricht der Studierenden wider.

(2) Dieses Lehrprojekt dient als Role Model für die Planung zukünftiger BIPs; im Rahmen von Kooperationsgesprächen mit europäischen Partnern wurden bereits mögliche Zukunftsszenarien diskutiert.

(3) Darüber hinaus wurden die Projektteilnehmenden in das PROFFORMANCE International Higher Education Teacher Network aufgenommen, und das Projektbeispiel wurde als Best-Practice-Beitrag in der PROFFORMANCE Teaching Excellence Database dokumentiert. award.profformance.eu/search/readDetail/652

Institutionelle Unterstützung

Die Umsetzung des Lehrprojekts wurde durch eine Erasmus+-Förderung im Rahmen der Staff-Mobilität ermöglicht. An der Durchführung beteiligte sich in jedem Projektjahr ein konstant bestehendes dreiköpfiges Team von Lehrenden der KPH aus den Bereichen Ausbildung, Fortbildung und Forschung. Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 am Campus Krems die Mobilität einer Kolleg:in aus der Ukraine sowie die Teilnahme von drei Studierenden durch Erasmus+-Mittel der KPH finanziert. (Finanziert von EU mit Erasmus+ Mittel durchgeführt KPH Wien/NÖ: 2024-1-AT01-KA131-HED-000220432-2)

„SEE-ing a Better World“ beinhaltete zudem unterschiedliche Lern- und Arbeitsformate an den beteiligten internationalen Standorten. Dazu zählten unter anderem Aktivitäten im Digital Learning Center der Marnix Academie in Utrecht, im Fakultätsgarten der Masaryk-Universität in Brünn, ein Workshop zur Reggio-Pädagogik und ein Museumsbesuch in der Landesgalerie Niederösterreich in Krems sowie ein Tanzworkshop in Hasselt.

Im Rahmen der kontinuierlichen Prozessverbesserung werden die Aktivitäten der Lehrenden- bzw. Staff-Mobilität dokumentiert und ausgewertet. Dabei fließen sowohl die Ergebnisse der EU-Survey als auch interne Berichte ein, um die Planung künftiger Mobilitätsmaßnahmen zu optimieren und den Qualitätsstandard der Lehr- und Lernprozesse nachhaltig zu sichern.