Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
Kollaborativ, digital, kompetenzorientiert: Neugestaltung der Französischlehre zur Steigerung der Studierbarkeit
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Urhebername / Name der Urheber: Claude Marie Christiane Renard-dos Santos
Studierende üben in den main & breakout Rooms. Sie erstellen einen französischen Video-Lebenslauf als Endprüfung.
Ars Docendi Kategorie
Qualitätskultur, Studierendenzentrierung und Studierbarkeit
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
Der Französischunterricht an der FH des BFI Wien wird berufsorientiert, studierendenfreundlich und mit praxisnahen Prüfungen, Teamarbeit und digitalen Lernräumen gestaltet. Das Lernen wird neu gedacht und die Sprache wird zum echten Karrierefaktor.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Für das 5. und 6. Semester des Französischunterrichts wurde ein digitales, studierendenzentriertes Lehr- und Prüfungskonzept entwickelt. Ziel ist es, die Studierbarkeit in der Abschlussphase des Bachelorstudiums zu verbessern und berufsrelevante Französischkompetenzen nachhaltig zu stärken. Ausgangspunkt waren die hohe Arbeitsbelastung der Studierenden durch Berufstätigkeit und parallele Studienleistungen sowie der Wunsch, Französisch praxis- und arbeitsmarktorientierter zu vermitteln.
Die Lehrveranstaltung nutzt MS Teams als digitalen Lernraum und ermöglicht unmittelbares, kooperatives Lernen in Breakout-Gruppen. Durch kontinuierliches Zuhören und Beobachten passt die Lehrperson die Lernumgebung flexibel an. Im 5. Semester wählen Studierende gemeinsam mit dem Lektor aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen und entwickeln dazu Arbeitsmaterialien: Grammatikübungen, Wortschatzlisten sowie mündliche und schriftliche Aufgaben. Im 6. Semester liegt der Schwerpunkt auf beruflicher Kommunikation im Kontext von Bewerbung und Arbeitsmarkt.
Eine zentrale Neuerung ist die kompetenzorientierte Prüfungsgestaltung. Die mündliche Prüfung erfolgt als individueller Video-Lebenslauf auf Französisch. In der kooperativen schriftlichen Prüfung vergleichen Teams Bewerbungsprofile und formulieren eine begründete Auswahlentscheidung. So werden sprachliche, digitale, teambezogene und persönliche Kompetenzen innerhalb einer partizipativen Lernkultur gefördert.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
A digital, student-centered teaching and examination concept was developed for the 5th. and 6th. semesters of French classes. The aim is to improve feasibility of studying in the final phase of the bachelor's program and to strengthen job-related French skills in the long term. The starting point was the high workload of students due to their professional activities and parallel academic achievements, as well as the desire to teach French in a more practical and job market-oriented way. The course uses MS Teams as a digital learning space and enables immediate, cooperative learning in breakout groups. Through continuous listening and observation, the teacher flexibly adapts the learning environment. In the 5th. semester, the students together with the teacher, select current social and economic topics to develop working materials such as grammar exercises, vocabulary lists, oral and written assignments. In the 6th. semester, the focus is on professional communication in the context of job applications and the job market. A key innovation is the design of competence-oriented exams. The oral exam takes the form of an individual video CV in French. In the cooperative written exam, teams compare application profiles and formulate in French their selection decision of a justified job candidate. This promotes linguistic, digital, team-related, and personal skills within a participatory learning culture.
Nähere Beschreibung des Projekts
Ausgangslage und Motivation
Die Lehrveranstaltungen Französisch 5 und Französisch 6 im Bachelorstudiengang „Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung (BEWU)“ werden in der Studienabschlussphase besucht. Viele Studierende sind in diesem Abschnitt stark durch Berufstätigkeit, familiäre Verpflichtungen und parallele Abschlussleistungen belastet. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an anwendungsorientierte Sprachkompetenz: Studierende sollen nicht nur grammatikalisch korrekt arbeiten, sondern zunehmend berufliche Kommunikationssituationen bewältigen können.
In bisherigen Semestern zeigte sich, dass klassische Präsenzformate und traditionelle Prüfungsformen nicht optimal geeignet waren, um alle Studierenden aktiv einzubinden, individuelle Lernfortschritte sichtbar zu machen und gleichzeitig eine hohe Studierbarkeit sicherzustellen. Daraus entstand die Motivation, die Lehrveranstaltungen didaktisch neu auszurichten. Durch Digitalisierung wurde eine lernförderliche Kombination aus Individualisierung, Kooperation und kompetenzorientierter Leistungsüberprüfung erreicht.
Zielsetzung und angestrebte Lernergebnisse
Ziel des Projekts war die Digitalisierung der beiden aufeinander aufbauenden Sprachlehrveranstaltungen mit dem Schwerpunkt auf einer studierendenzentrierten Lehr- und Prüfungskultur. Im Zentrum standen folgende Lernergebnisse:
Studierende sollen
- ihre mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit in berufsbezogenen Kontexten deutlich erweitern,
- in synchronen Online-Settings aktiv kommunizieren und Feedback produktiv nutzen,
- eigenständig sprachliche Ressourcen (Vokabular, Redemittel, Strukturen) entwickeln und anwenden,
- kooperativ argumentieren, Entscheidungen begründen und gemeinsam Texte erstellen,
- digitale Kommunikations- und Präsentationskompetenzen erwerben (u.a. Erstellung eines Video-Lebenslaufs) und
- ihre Selbstwirksamkeit und Verantwortung für den eigenen Lernprozess stärken.
Damit fördert das Projekt neben fachlichen Sprachkompetenzen insbesondere Future Skills wie Teamfähigkeit, Reflexionsfähigkeit, Selbstorganisation und digitale Kompetenzen.
Didaktisches Konzept: Studierendenzentrierung, Aktive Beteiligung und Feedbackkultur
Das didaktische Grundprinzip des Projekts ist eine Lernkultur, die auf aktiver Beteiligung, Vertrauen und kontinuierlichem Feedback basiert. Studierende sollen nicht als passive Teilnehmende, sondern als Mitgestaltende des Lernprozesses agieren.
Die Online-Lehre wurde über MS Teams organisiert und bewusst so gestaltet, dass alle Studierenden regelmäßig zu kurzen, niederschwelligen Beiträgen eingeladen werden (z.B. Antworten im Chat, kurze mündliche Statements, Mini-Übungen). Durch diese Struktur wird die Sprech- und Schreibaktivität erhöht, gleichzeitig die Hemmschwelle reduziert und Fehler als Lernanlass verwendet.
Ein zentraler Baustein ist unmittelbares Feedback: Beiträge werden zeitnah aufgegriffen, gemeinsam verbessert und wertschätzend kommentiert. Die Lehrperson verfolgt dabei einen ressourcenorientierten Ansatz: Fehler werden nicht als Defizite, sondern als Entwicklungsschritte behandelt. Dieses Vorgehen trägt zu einer Atmosphäre bei, in der Studierende sich sicher fühlen, sprachlich zu experimentieren und Verantwortung für ihren Lernfortschritt übernehmen.
Kooperatives Lernen in Kleingruppen (Breakout-Räume)
In einer zweiten Phase wird das Lernen gezielt in Kleingruppen organisiert. MS Teams ermöglicht das flexible Öffnen von Breakout-Räumen, in denen Studierende in Gruppen von zwei bis drei Personen Aufgaben bearbeiten, Dialoge üben oder kurze Texte verfassen.
Die Lehrperson besucht die Gruppen rotierend, gibt gezieltes Feedback und unterstützt dort, wo Lernbarrieren auftreten. Durch diese Struktur entsteht eine Art „Mikro-Tutoring“: Jede Gruppe erhält individuelle Begleitung, während gleichzeitig Peer-Learning gefördert wird. Leistungsstärkere Studierende können ihr Wissen durch Erklären vertiefen, während Studierende mit größerem Unterstützungsbedarf in einem geschützten Rahmen üben können.
Inhaltliche Gestaltung: Partizipation und Praxisbezug
Im fünften Semester werden Themen bewusst gemeinsam mit den Studierenden ausgewählt. Die Themen stammen aus aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen, die für die Studierenden persönlich und beruflich relevant sind. Daraus werden im Laufe des Semesters gemeinsam Wortschatzlisten, Redemittel und grammatische Strukturen entwickelt.
Diese ko-kreative Vorgehensweise stärkt die Mitarbeit: Studierende erleben, dass ihre Interessen den Lernprozess beeinflussen und übernehmen Verantwortung für die Entwicklung sprachlicher Ressourcen. Gleichzeitig wird der Lernstoff anwendungsorientierter und nachhaltiger verankert.
Im sechsten Semester wird das Konzept weitergeführt, nun jedoch mit einem klaren Schwerpunkt auf beruflicher Kommunikation im Kontext Bewerbung und Arbeitsmarkt. Die Studierenden arbeiten mit realitätsnahen Dokumenten wie Stellenanzeigen und französische Video-Lebensläufe.
Innovative Prüfungsformate: Individual- und Gruppenleistung kombiniert
Eine wesentliche Innovation des Projekts liegt in der Neugestaltung der Prüfungen: Die Leistungsüberprüfung wurde konsequent an realitätsnahe Kommunikationssituationen angepasst und in zwei komplementäre Prüfungsformate überführt.
1. Individuelle mündliche Prüfung als Video-Lebenslauf
Die Studierenden erstellen innerhalb einer Woche einen eigenen Video-Lebenslauf auf Französisch. Dieses Format prüft nicht nur sprachliche Richtigkeit, sondern vor allem kommunikative Fähigkeiten, Strukturierung von Inhalten, adressatengerechter Wortschatz sowie mediale Kompetenz.
Die Aufgabe setzt sich als Ziel, authentisch, berufsbezogen und motivierend zu sein. Gleichzeitig erlaubt das asynchrone Format eine flexible Bearbeitung und trägt zur Studierbarkeit in der Abschlussphase bei.
2. Kooperative schriftliche Prüfung in Gruppen
Die schriftliche Prüfung erfolgt in Gruppenarbeit: Studierende vergleichen zwei Bewerbungsprofile für ein konkretes Stellenangebot und verfassen gemeinsam eine argumentierende Empfehlung an Vorgesetzte. Ziel ist, begründet zu entscheiden, welcher Kandidat bzw. welche Kandidatin ausgewählt werden soll.
Dieses Format fördert Teamarbeit, fachsprachliches Argumentieren, Verhandlungsfähigkeiten und kooperative Textproduktion. So wird sichtbar gemacht, dass kommunikative Kompetenz im Berufsleben durch Kollaboration entsteht.
Durch die Kombination von individueller und kooperativer Prüfungsleistung wird sowohl persönliche Kompetenzentwicklung als auch Teamkompetenz berücksichtigt.
Ergebnisse, Erfahrungen und Lessons Learned
Die Umsetzung zeigte deutlich, dass das Online-Setting die Beteiligung steigert und zu einem spürbaren Kompetenzzuwachs führt. Studierende beteiligen sich häufiger mündlich und schriftlich als in traditionellen Settings. Chat-Interaktionen und Kleingruppenräume ermöglichen nämlich niedrigschwellige Beteiligung. Besonders wirksam erwies sich die Verbindung aus klaren Anforderungen und wertschätzender Lernatmosphäre. Studierende berichten von gestiegenem Selbstvertrauen, weil Fortschritte sichtbar werden und Fehler nicht sanktioniert, sondern produktiv genutzt werden.
Auch die Prüfungsformate wurden sehr positiv aufgenommen, da sie praxisnah und als sinnvoll erlebt werden. Der Video-Lebenslauf wird nicht als reine Prüfung, sondern als berufsrelevante Kompetenzaufgabe wahrgenommen. Die Gruppenprüfung stärkt Argumentationsfähigkeit und die Erfahrung, dass sprachliche Leistung durch Zusammenarbeit verbessert werden kann.
Eine wesentliche Erkenntniss ist, dass Digitalisierung dann besonders wirksam ist, wenn sie nicht als technische Umstellung verstanden wird, sondern als didaktischer Hebel: Mitarbeit und Feedback sind entscheidender als das Tool selbst.
Kontinuierliche Lehrentwicklung
Das Projekt ist nicht isoliert entstanden, sondern als Bestandteil einer kontinuierlichen Entwicklung im Fachbereich Sprachlehre. Ausgangspunkt war die Analyse der besonderen Herausforderungen in der Studienabschlussphase: hohe berufliche Belastung vieler Studierender, heterogene Kompetenzniveaus und der Bedarf an praxisnaher, anwendungsorientierter Sprachkompetenz.
Die Digitalisierung der Lehrveranstaltungen sowie die Neugestaltung der Prüfungsformate wurden daher gezielt eingesetzt, um Studierbarkeit zu verbessern und die Beteiligung zu erhöhen. Ausserdem werden auf diese Art Leistungsnachweise transparenter und kompetenzorientierter gestaltet. Erfahrungen aus der Praxis und informelle Rückmeldungen werden systematisch reflektiert und fließen in die Weiterentwicklung der Lehrveranstaltungen ein. Anpassungen betreffen insbesondere Aufgabenstellungen, Workload und Prüfungsdesign.
Damit trägt das Projekt zu einer Mitarbeitsförderndern Athmosphäre bei, in der Lehrende und Studierende gemeinsam an der Weiterentwicklung des Lehr-Lern-Prozesses arbeiten.
Das Projekt bildet zugleich die Grundlage für weitere Entwicklungsschritte im Fachbereich: Aufbauend auf der digitalen Lehrstruktur wird im Projekt auch über den Umgang mit generativer Künstlicher Intelligenz reflektiert. Ziel ist es, Sprachbewusstsein weiter auszubauen und eine studierendenzentrierte Lehrkultur zu verankern.
Das Projekt steht für eine nachhaltige Qualitätsentwicklung, die Studierbarkeit, Kompetenzorientierung und digitale Transformation nicht als Einzelmaßnahmen, sondern als zusammenhängende Entwicklungsstrategie versteht.
Mehrwert, Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung
Das Projekt trägt zur Studierbarkeit und Qualität der Lehre in der Endphase des Bachelors bei. Es ermöglicht flexible Teilnahme, reduziert Pendelzeiten und unterstützt insbesondere berufstätige Studierende. Gleichzeitig wird ein modernes Verständnis von Sprachkompetenz vermittelt: Französisch wird nicht als abstraktes Fach gelernt, sondern als berufliche Handlungskompetenz. Das Konzept ist langfristig angelegt und kann in weiteren Sprachlehrveranstaltungen sowie in anderen Disziplinen übertragen werden, insbesonders dort, wo kommunikative Kompetenzen und Peer-learning eine Rolle spielen.
Akzeptanz und Resonanz
Akzeptanz...
Die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluierungen zeigen eine sehr hohe Akzeptanz des Lehrkonzepts, und dass die Studierenden selbst deutliche Lernfortschritte wahrnehmen.
Besonders hervorgehoben wird, dass die Arbeit an praxisnahen Themen aus dem Berufsleben dazu beiträgt, Hemmungen gegenüber der Fremdsprache abzubauen. Während sich in früheren klassischeren Unterrichtsformaten viele Studierende zurückhaltend zeigten und sich aktiv zu beteiligen nicht trauten, berichten sie nun selbst, dass sie im Laufe des 5. und 6. Semesters zunehmend Sicherheit im Sprechen und Schreiben auf Französisch entwickelten.
Die Evaluationen der Lehrveranstaltungen Französisch 5 und Französisch 6 zeichnen ein durchgehend sehr positives Bild. In beiden Kursen wurden Lernziele, Inhalte und Leistungsanforderungen zu Semesterbeginn transparent kommuniziert, was den Studierenden Orientierung und Sicherheit gab.
Struktur, Aufbau und Nachvollziehbarkeit der Lehrveranstaltungen werden von den Studierenden als sehr gut bewertet. Besonders positiv wird hervorgehoben, dass die Inhalte verständlich erklärt wurden und die eingesetzten Lehrmethoden geeignet sind, die angestrebten Lernergebnisse zu erreichen.
...und Resonanz
Lernerfolg und Kompetenzzuwachs
Ein zentrales Ergebnis der Rückmeldungen ist der sichtbare Lernerfolg. Viele Studierende berichten, dass sie im Verlauf der Lehrveranstaltungen deutliche Fortschritte gemacht haben. Neben Erweiterung von Wortschatz und grammatischen Kenntnissen wird das didaktische Konzept, das auf aktive Mitwirkung und Mitbestimmungen, kollaboratives Arbeiten, authentische Kommunikationssituationen und Arbeitssituationen setzt, als besonders unterstützend wahrgenommen.
Lernatmosphäre und Betreuung
Auch die Lernatmosphäre wird durchgehend positiv beschrieben. Studierende berichten von einer motivierenden, wertschätzenden, unterstützenden und auf einander respektvollen Unterrichtskultur. Die Lehrperson wird als geduldig, engagiert und fördernd empfunden.
Laut den Rückmeldungen trägt diese vertrauensvolle Lernumgebung wesentlich dazu bei, dass Studierende motiviert bleiben, sich aktiv einbringen und kontinuierlich Lernfortschritte erzielen.
Die Gesamtzufriedenheit mit beiden Lehrveranstaltungen ist sehr hoch. Verbesserungsvorschläge werden kaum genannt; mehrere Studierende betonen ausdrücklich, dass sie keine Änderungen für notwendig halten.
Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluationen (Auswahl) im Überblick
Französisch 5
- 14 Rückmeldungen von 15 Studierenden (sehr hohe Beteiligung)
- Lernziele und Leistungsanforderungen wurden als klar und transparent bewertet
- Struktur und Aufbau der Lehrveranstaltung werden als sehr gut bewertet
- Besonders positiv: Ermutigung zum Sprechen und aktive Beteiligung im Unterricht
- Studierende berichten von deutlichen Lernfortschritten
- Arbeitsaufwand wird als angemessen und gut bewältigbar eingeschätzt
- kaum Verbesserungsvorschläge
Französisch 6
- 8 Rückmeldungen von 17 Studierenden
- Inhalte und Lernziele werden als klar strukturiert beschrieben
- motivierende und unterstützende Lernatmosphäre
- Studierende berichten von deutlich gesteigertem Selbstvertrauen im Umgang mit der Sprache
- Arbeitsaufwand wird als angemessen bewertet
- nahezu keine Kritikpunkte
Weitere Ergebnisse
- 100 % Abgabequote beim Video-Lebenslauf als Abschlussleistung
- 92 % der Studierenden bewerten die strukturierte Prüfungsaufgabe als praxisrelevant für ihr Berufsleben
Zusammenfassung
Die Evaluationen zeigen klarerweise, dass das Lehrkonzept sowohl didaktisch als auch strukturell und inhaltlich überzeugt.
Die Kombination aus aktiver Beteiligung, kollaborativen Lernformen und praxisnahen Prüfungsformaten führt zu klar sichtbaren / erkennbaren Lernfortschritten, wachsender Sprachsicherheit und hoher Motivation.
Gleichzeitig trägt die wertschätzende Lernatmosphäre dazu bei, Hemmungen abzubauen und aktive Teilnahme zu fördern. Insgesamt wird die Lehrveranstaltung von den Studierenden als fachlich und beruflich kompetent, didaktisch gut strukturiert und persönlich unterstützend wahrgenommen.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass ein Studierenden orientiertes Unterrichtskonzept wesentlich dazu beiträgt, nachhaltige Sprachkompetenz zu entwickeln. Freude am Lernen wird gefördet und entfaltet sich.
Nutzen und Mehrwert
Der besondere Mehrwert des Lehrprojekts liegt in der Verbindung von studierendenzentrierter Didaktik, praxisnahen Prüfungsformaten und flexiblen digitalen Lehrstrukturen. Das Konzept stärkt gezielt die aktive Rolle der Studierenden im Lernprozess: Sie übernehmen Verantwortung für ihre eigene Lernentwicklung, beteiligen sich kontinuierlich am Unterricht und arbeiten sowohl individuell als auch kollaborativ an realitätsnahen Aufgabenstellungen. Dadurch entsteht eine Lernkultur, die auf Vertrauen, Beteiligung und gegenseitiger Unterstützung basiert.
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die Kombination aus individuellen und kollaborativen Leistungsformaten mit klarer berufspraktischer Orientierung. Besonders der Video-Lebenslauf als Prüfungsleistung ermöglicht es den Studierenden, ihre Sprachkompetenzen in einer authentischen Bewerbungssituation anzuwenden und gleichzeitig digitale Präsentationskompetenzen zu entwickeln. Auch die kollaborative Analyse von Bewerbungsunterlagen fördert argumentative Fähigkeiten, Teamarbeit und berufspraktische Kommunikation. Die Prüfungsformate verbinden damit sprachliche Kompetenzentwicklung unmittelbar mit relevanten Anforderungen des späteren Berufslebens.
Ein weiterer wichtiger Mehrwert besteht in der Verbesserung der Studierbarkeit. Da viele Studierende in den höheren Semestern berufstätig sind oder familiäre Verpflichtungen haben, ermöglicht das digitale Lehrformat eine flexible Teilnahme am Unterricht. Die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen online zu besuchen und kollaborative Gruppenarbeit über digitale Räume zu organisieren, erleichtert die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Privatleben erheblich. Gleichzeitig bleibt durch interaktive Methoden, Breakout-Sessions und kontinuierliches Feedback eine hohe Aktivierung und persönliche Betreuung erhalten.
Darüber hinaus trägt das Projekt zu einer nachhaltigen Qualitätsentwicklung der Lehre bei. Durch transparente Lernziele, kontinuierliches Feedback und die systematische Auswertung von Lehrveranstaltungsevaluationen wird das Konzept laufend weiterentwickelt. Insgesamt verbindet das Projekt somit innovative didaktische Methoden mit praxisnaher Kompetenzentwicklung, hoher Studierendenbeteiligung und einer verbesserten Studierbarkeit.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2023
Das Projekt ist nicht als kurzfristige Innovation angelegt, sondern als nachhaltige Weiterentwicklung der Lehr- und Prüfungskultur in den höheren Semestern des Französischcurriculums. Es wird seit mehreren Semestern umgesetzt und kontinuierlich angepasst. Eine Beendigung ist nicht vorgesehen; vielmehr wird das Konzept auf Basis von Lehrveranstaltungsevaluationen, Erfahrungen aus der Praxis sowie neuen didaktischen und technologischen Entwicklungen weiterentwickelt.
Ein wichtiger Bestandteil der Weiterentwicklung ist die reflektierte Integration digitaler Werkzeuge. Dabei wird auch der Umgang mit KI bewusst thematisiert. Ziel ist es, die Vorteile digitaler Hilfsmittel für Recherche und Sprachunterstützung zu nutzen, gleichzeitig jedoch sicherzustellen, dass die Leistungen die tatsächlichen Sprachkompetenzen der Studierenden widerspiegeln. Im Rahmen der kollaborativen Prüfungsaufgaben arbeiten die Studierenden daher in einem realitätsnahen beruflichen Szenario. Sie dürfen Hilfsmittel nutzen, wie sie auch im Arbeitsalltag üblich sind (z. B. Wörterbücher), jedoch nicht die KI mit der vollständigen Erstellung ihrer Texte beauftragen. Da die Lehrperson die sprachliche Entwicklung der Studierenden über das gesamte Semester begleitet, kann sie deren tatsächliches Kompetenzniveau einschätzen. Das Konzept ist zudem übertragbar, da es auf didaktischen Prinzipien wie Studierendenzentrierung, Peer-learning, praxisnahen Prüfungsformaten und digitaler Flexibilität basiert. Erfahrungen im Fachbereich zeigen, dass erfolgreiche Lehrinnovationen zwischen Sprachprogrammen weitergegeben werden können. Dadurch besitzt das Projekt ein hohes Potenzial für nachhaltige Anwendung und Weiterentwicklung innerhalb der Hochschule sowie darüber hinaus.
Institutionelle Unterstützung
Das Lehrprojekts wird durch mehrere institutionelle Strukturen der Hochschule unterstützt. Eine zentrale Rolle spielt der Fachbereich Französisch, in dem das Projekt fachlich verankert ist. Innerhalb des Französisch-Lehrendenteams finden regelmäßig Treffen statt, bei denen Lehrkonzepte, Prüfungsformate und didaktische Erfahrungen ausgetauscht werden. Es ermöglicht eine kontinuierliche Reflexion der Lehrpraxis und trägt dazu bei, das Projekt gemeinsam weiterzuentwickeln und in den Gesamtzusammenhang des Studienprogramms einzubetten. Die kollegiale Zusammenarbeit fördert dabei nicht nur die Qualitätssicherung, sondern auch die Weitergabe von erfolgreichen didaktischen Ansätzen innerhalb des Fachbereichs.
Darüber hinaus profitiert das Projekt von den Unterstützungsangeboten des Teaching and Learning Centers (TLC), das Lehrende bei der didaktischen Weiterentwicklung ihrer Lehrveranstaltungen sowie bei Fragen zur digitalen Lehre berät. Diese institutionelle Unterstützung trägt dazu bei, innovative Lehrmethoden zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Eine Grundlage für die Umsetzung des Projekts bildet zudem die technische Infrastruktur der Hochschule. Die Lernplattform Moodle ermöglicht eine transparente Strukturierung der Lehrveranstaltungen, die Bereitstellung von Materialien sowie die Organisation von Aufgaben und Feedbackprozessen. MS Teams wird für synchrone Online-Lehre, kollaborative Gruppenarbeit und Breakout-Sessions genutzt. Diese digitalen Werkzeuge schaffen flexible Lernräume und erleichtern die Beteiligung der Studierenden. Insgesamt ermöglicht die Kombination aus fachlicher Zusammenarbeit, didaktischer Unterstützung und digitaler Infrastruktur eine nachhaltige Umsetzung und Weiterentwicklung des Lehrprojekts.
Das Lehrprojekt ist systematisch in das hochschulinterne Qualitätsmanagement eingebunden. Die betreffenden Lehrveranstaltungen werden regelmäßig im Rahmen der standardisierten LV-Evaluierungen des Qualitätsmanagements erfasst und ausgewertet. Die quantitativen Ergebnisse sowie die offenen Kommentierungen der Studierenden dienen als zentrale Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzepts.
Insbesondere Rückmeldungen zur Arbeitsbelastung, zeitlichen Planbarkeit, Transparenz der Leistungsanforderungen sowie zur Online-Durchführung wurden systematisch analysiert und in konkrete Maßnahmen überführt.
Die Evaluation wird somit nicht als formales Instrument verstanden, sondern als integraler Bestandteil einer gelebten Qualitätskultur im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.