Zuletzt aktualisiert am 25.12.2025
Future of Work
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
WU Wien
Das Bild zeigt eine Szene aus dem im Rahmen der LV „Future of Work“ genutzten Virtuellen Campus.
Ars Docendi Kategorie
Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
50-150
Anreißer (Teaser)
Diese LV bereitet Studierende auf Herausforderungen von Arbeitsgestaltung im Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und Humanisierung vor. Teilnehmende von 4 europäischen Unis bearbeiten dazu eine zukunftsrelevante, reale Unternehmensproblemstellung.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Die Lehrveranstaltung (LV) Future of Work ist als Signature Course Teil der ENGAGE.EU-Initiative und stellt eine Kooperation der Norwegian School of Economics, Universität Mannheim, Université Toulouse 1 Capitole und der Wirtschaftsuniversität Wien dar. Dabei findet internationale, interkulturelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kooperation auf Ebene der Universitäten, der vier Lehrenden, Studierenden sowie der Lehrveranstaltungskoordinator*innen statt. Das Team der WU übernahm dabei die Gesamtprojektkoordination, die Organisation der Unternehmenspartnerschaft sowie die Bereitstellung der digitalen Infrastruktur.
Kooperative Lehr- und Arbeitsformen prägen diese LV von der universitäts- und fächerübergreifenden Erstellung der LV-Inhalte über kollaborative Online-Coachings durch Lehrende und Partnerunternehmen bis hin zu den von Peer-Learning geprägten Lernformaten. Das Zentrum des Lernprozesses stellt eine universitätsübergreifende Gruppenarbeit dar, bei der eine aktuelle und reale Problemstellung eines multinationalen Großunternehmens interdisziplinär bearbeitet wird. Als Vorbereitung auf diese Gruppenarbeit sind vier Online-Module aus den Bereichen Management, Wirtschaftspädagogik, Recht und Volkswirtschaft erfolgreich zu absolvieren.
An der WU ist die LV in die Spezielle Betriebswirtschaftslehre Personalmanagement als Teil mehrerer Bachelorprogramme eingebettet. Dies ermöglicht die weiterführende Verknüpfung mit anderen Lerninhalten dieser Studiengänge.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
Future of Work is a signature course of the ENGAGE.EU initiative and a joint venture of the Norwegian School of Economics, the University of Mannheim, Université Toulouse 1 Capitole and the Vienna University of Economics and Business (WU). It involves international, intercultural and interdisciplinary collaboration and cooperation at the level of the universities, the four lecturers, students and the administrative course coordinators. The WU team was responsible for the overall project coordination, the organization of the corporate partnership and the provision of digital infrastructure.
Cooperative forms of teaching and working characterize this course. This manifests in the inter-university and interdisciplinary creation of course content, collaborative online coaching by lecturers and corporate partners as well as the course’s focus on peer-learning. At the center of the learning process is an inter-university group project in which students work on a current and real problem of a large multinational company in an interdisciplinary manner. In preparation for this group work, students must successfully complete four online modules from the fields of management, human resource development, law and macroeconomics.
At WU, this course is embedded in the Special Business Administration Program Human Resource Management as part of several Bachelor's programs. As a result, its learnings can be easily linked to content of other program courses.
Nähere Beschreibung des Projekts
1. Ausgangslage, Motive und Ziele
Die Arbeitswelt der Gegenwart ist von großangelegten Veränderungen geprägt. Ökologische, soziale, technologische und wirtschaftliche Einflüsse und Transformationen treffen dabei mit hoher Intensität aufeinander. Sie schaffen neue Herausforderungen für alle, die am Arbeitsleben teilnehmen. Globalisierung und Digitalisierung sorgen dafür, dass die daran beteiligten Personengruppen so interdependent, heterogen, divers und international sind wie noch nie. Aus Unternehmenssicht erfordert diese Ausgangslage ein Verständnis dafür, wie die Erfordernisse einer stark beschleunigten, digital vernetzten und hochkompetitiven internationalen Wirtschaft mit humaner Arbeitsgestaltung und Berücksichtigung der Arbeitsweise neuer Generationen vereinbar sind. Aus Sicht der Arbeitnehmenden ist es wesentlich, die Notwendigkeiten von Unternehmen in einer globalisierten Wirtschaft verstehen zu können, den persönlichen Beitrag zu unternehmerischem Erfolg wahrzunehmen, sowie mit der Arbeitgebendenseite zukunftsorientiert, partizipativ und unter Einsatz moderner Technologien auf diesen hinzuarbeiten.
Ein Fundament für dieses Verständnis einer gemeinsamen Zukunft der Arbeit soll die Lehrveranstaltung (LV) Future of Work legen, welche als Signature Course der ENGAGE.EU-Initiative Studierende, Lehrende und weitere Universitätsmitarbeitende von vier verschiedenen europäischen Universitäten; Norwegian School of Economics (NHH), Universität Mannheim (UMA), Université Toulouse 1 Capitole (UTC) und Wirtschaftsuniversität Wien (WU) zusammenbringt. Die internationale, interkulturelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgt dabei auf Ebene der Universitäten, der vier Lehrenden, der Studierenden sowie der administrativen Kurskoordinator*innen.
Bei ENGAGE.EU handelt es sich um eine strategische Allianz führender europäischer Universitäten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit dem Ziel, europäischen Studierenden die notwendigen Kompetenzen und Fähigkeiten zur Bewältigung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen zu vermitteln. Der Titel Signature Course wird dabei LVs mit besonderem Neuheitswert verliehen. In dieser Form fungiert die LV Future of Work als Pilotprojekt für Lehrformen, die den Studierenden durch den Einsatz digitaler Medien und interuniversitärer Lehrveranstaltungsdesigns den internationalen und kulturellen Austausch auch ohne ein Auslandssemester ermöglichen. Nach der Erstveranstaltung im Jahr 2023 wurde bereits die Planung für weitere LVs mit diesem Thema und Aufbau gestartet.
2. Nähere Beschreibung des Lehrprojekts
Die in englischer Sprache durchgeführte LV baut auf einem Online-Learning-Konzept auf, welches unter der Leitung von ENGAGE.EU Course Director Dr. Oliver Vettori in Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Personen aus dem didaktischen und administrativen Support der beteiligten Universitäten entwickelt wurde. Das hier nominierte Team der Wirtschaftsuniversität Wien übernahm dabei die Gesamtprojektkoordination.
Die beitragenden Lehrenden der vier Universitäten besitzen unterschiedliche fachliche Schwerpunkte, wodurch Einflüsse aus den Bereichen Management (WU), Wirtschaftspädagogik (UMA), Recht (UTC) und Volkswirtschaft (NHH) auf den didaktisch-methodischen Prozess einwirkten. Die Studierenden nehmen aus Master- (UMA, UTC, NHH) und Bachelorprogrammen (WU) teil. Die intensive, fach- und universitätsübergreifende Zusammenarbeit sorgte dafür, dass Lehrveranstaltungsdesign und Durchführung von Future of Work die fachlichen, curricularen und kulturellen Erfordernisse aller Studiengänge berücksichtigt. Die LV begreift sich daher als interuniversitäres, inter- und transdisziplinäres, interkulturelles, interdidaktisches und nicht zuletzt interpersonelles Lehr-/Lernprojekt zur Förderung von gesellschaftsrelevantem Wissens- und Kompetenzerwerb. Da für den Ars Docendi aus dem Universitätsquartett nur die WU Wien zur Einreichung berechtigt ist, wird im Folgenden besonders auf die Inhalte dieser Universität eingegangen.
2.1 Lernziele
Das didaktisch-methodische LV-Design zielt darauf ab, dass Studierende nach Abschluss der LV unterschiedliche Kompetenzen erworben beziehungsweise vertieft haben. Die Lernziele werden im Folgenden aufgelistet.
Die Studierenden können
- aktuelle Veränderungen in der Arbeitswelt vor dem Hintergrund demographischer, gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen reflektieren,
- das rechtliche Rahmenwerk für die Umsetzung innovativer Arbeitsgestaltungsmaßnahmen, insbesondere technologischer Natur, fallbezogen anwenden,
- Inhalt und Bedeutung der Management- und Organisationsprinzipien Self-Management, Wholeness und Purpose erläutern sowie kritisch diskutieren,
- die Auswirkungen von Digitalisierung im Allgemeinen und künstlicher Intelligenz im Speziellen auf die Arbeitswelt der Gegenwart und nahen Zukunft hinterfragen,
- Lern- sowie Entwicklungspotenziale und -risiken betrieblicher Prozesse durch Digitalisierung und Automatisierung einschätzen und abgrenzen,
- digital getriebene Transformationen im Personalmanagement im Zusammenhang mit Veränderung und Humanisierung der Arbeitswelt analysieren,
- erste Lösungsansätze für entwicklungsorientierte, arbeitnehmendenseitige Technologie-Akzeptanz an der Schwelle zwischen Digitalisierung und Humanisierung entwickeln.
Darüber hinaus erwerben Studierende im Rahmen der LV Persönlichkeitskompetenzen (beispielsweise Selbstorganisation, fachliche und moralische Kritik- und Reflexionsfähigkeit sowie Bereitschaft zum Perspektivenwechsel), Sozialkompetenzen (beispielsweise interkulturelle Kommunikationsfähigkeiten, Einordnung in einer Gruppendynamik mit multikulturellem, diversem Hintergrund und gemeinschaftliches, lösungsorientiertes Handeln) sowie transversale Kompetenzen (beispielsweise vernetzter Einsatz von Wissen, Syntax und Methoden unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche, Zusammenarbeit mit Studierenden deutlich unterschiedlichen Studienfortschritts, Nutzung unterschiedlicher Kommunikationstools zur virtuellen Kooperation und selbstständige Planung und Erstellung praxistauglicher Berichte und Präsentationen im Arbeitsumfeld).
2.2 Kooperative Lern- und Arbeitsformen im Detail
Im Zentrum des internationalen, kooperativen Lernens innerhalb der Lehrveranstaltung steht die Gruppenarbeit zu einer Fallstudie. Die kooperativen Lerneffekte beginnen bereits bei der Gruppenzusammenstellung durch unterschiedliche akademische Hintergründe, Studiengrade und Besonderheiten der jeweiligen nationalen Bildungs- und Gesellschaftssysteme. Die Aufgabenstellung stammt aus der Unternehmenspraxis, wobei die interdisziplinären Studierendengruppen als Expert*innenteams eines internationalen Consulting-Hauses auftreten und das betroffene Unternehmen beraten. Dieses Setting schafft optimale Voraussetzungen, um praxisnahes, fachliches und kommunikatives Von- und Miteinander-Lernen zu fördern. Nur durch intensiven Austausch untereinander sowie Einbindung aller fachlichen Perspektiven ist eine Lösung der Aufgabenstellung möglich, wodurch sämtliche Gruppenmitglieder intensiv in Lernprozess und -ergebnis eingebunden sind. Die gesamte Fallbearbeitung bringt über die Dauer der Lehrveranstaltung gemeinsam geschaffene inhaltliche, soziale und kommunikative Lernerfahrungen mit sich.
Unterstützung im kooperativen Lern- und Arbeitsprozess erhalten die Gruppen durch wiederkehrendes, virtuelles Coaching seitens der Vortragenden sowie von Praxis-Expert*innen des Partnerunternehmens. Dieser Austausch unterstützt die Studierenden im gemeinsamen Lernprozess und hilft, mögliche Hindernisse gemeinsam und lösungsorientiert zu überwinden. Die Teilnahme als Gruppe ermöglicht in der Reflexion zusätzlichen Erfahrungsaustausch zwischen den Studierenden. Auch die Praxisnähe wird durch die unmittelbare Einbindung des Partnerunternehmens zusätzlich verstärkt, sowie das virtuelle Setting auf einer weiteren Ebene zur Lerntransferförderung genutzt.
2.3 Inhaltlicher Aufbau und didaktisch-methodisches Design
Als Online-Veranstaltung für Studierende von vier Universitäten baut das Projekt auf moderne, digitale Lehr-/Lernmethoden mit einer Mischung aus synchronen und asynchronen Elementen. Die Beurteilung der erbrachten Leistungen erfolgt auf Basis von drei Beurteilungsbestandteilen: Online-Assessments zu den vier Lernmodulen (20 %), einer schriftlichen Ausarbeitung zur Fallstudie (30 %) sowie einer Video-Präsentation oder Graphic Novel auf Basis dieser Ausarbeitung (50 %).
Am Beginn der Lehrveranstaltung steht ein Kick Off-Event mit allen Lehrenden und Studierenden, welches in einem von der WU Wien bereitgestellten virtuellen Campus stattfindet. Mittels digitaler Avatare können sich die Teilnehmenden in der virtuellen Umgebung begegnen und kommunizieren. Hier erfolgt die Gruppenbildung und Betreuer*innenzuweisung für die spätere Fallstudie. Es findet eine Aufteilung der Betreuung auf die beteiligten Universitäten statt, wobei die Gruppenzuteilung zentral mit dem Ziel maximaler Diversität erfolgt. Im letzten Semester entstanden dabei 12 Gruppen zu 4-5 Studierenden, die den vier Lehrenden zugewiesen wurden. Im Kick Off können sich die Gruppenmitglieder kennenlernen und austauschen.
Darauffolgend besteht die LV aus vier fachlich unterschiedlichen Modulen (eines pro Universitätsschwerpunkt), die jede*r Teilnehmende mithilfe einer von der WU zur Verfügung gestellten Lernplattform selbstständig absolviert: Legal and Regulatory Challenges (UTC); Mega Trends (NHH); Reinventing Work (WU); Future of Workplace Learning (UMA). Jedes Modul besteht aus drei bis vier Videos der Lehrenden, einschlägiger Literatur, sowie einem abschließenden Online-Assessment aus 10 Multiple Choice-Fragen. Dieser erste Beurteilungsbestandteil dient gleichzeitig als Sicherung der fachlichen Vorbereitung auf die Fallstudienbearbeitung.
Die Bearbeitung der Fallstudie in heterogenen Studierendengruppen bildet das Herzstück der Lehrveranstaltung. Die Fallstudie wurde in enger Zusammenarbeit aller beteiligten Universitäten mit Vertreter*innen eines Partnerunternehmens unter Federführung der WU Wien entwickelt. Das beteiligte multinationale Unternehmen ist mit beinahe 200.000 Mitarbeitenden weltweit tätig. Jede Universität gibt für ihre betreuten Arbeitsgruppen eine Variante der Fallstudie vor. Die an der WU behandelte Problemstellung stellt eine tatsächliche aktuelle Herausforderung des Partnerunternehmens dar: Fabrikmitarbeiter*innen des Unternehmens nehmen die Möglichkeit KI-getriebener, digitaler Selbstverwaltung im Personalbereich (z.B. Urlaubs- und Arbeitszeiterfassung, Info-Chatbots, HR-Informationssysteme) kaum an, was die Digitalisierungs- und Automatisierungsbestrebungen des Unternehmens in diesem Bereich hemmt. Der Auftrag an die Arbeitsgruppen ist daher, die präsentierten digitalen Systeme hinsichtlich Möglichkeiten aber auch Risiken im Bereich der Mitarbeiterinklusion und -partizipation zu analysieren und zu evaluieren. Daraus sollen für die Geschäftsführung Lösungsansätze entwickelt werden. Die Bearbeitung erfolgt auf Basis von Echtdaten der IT-Systeme des Partnerunternehmens. Parallel zur eigenständigen Bearbeitung unterstützen der/die LV-Leitende sowie eine fachkundige Vertretung des Unternehmens die Studierenden mittels Coaching-Sessions. Insgesamt dauert diese Phase 8 Wochen.
Aus der Gruppenarbeit heraus sind zwei Arbeitsergebnisse abzugeben. Dies umfasst einerseits eine mindestens dreiseitige, schriftliche Ausarbeitung, welche sich fachlich auf zumindest eine Situationsanalysetechnik (z.B. SWOT) stützen muss. Aus dieser Analyse abgeleitet ist eine Video-Präsentation oder Graphic Novel zu erstellen, welche die Ergebnisse zusammenfasst und konkrete Lösungsvorschläge für das Fallstudien-Unternehmen liefert.
Den Abschluss der LV bildet ein virtuelles Closing-Event, welches erneut im virtuellen Campus stattfindet und somit trotz der räumlichen Distanz die Möglichkeit der gemeinsamen Reflexion über Arbeitsgruppen und Universitätszugehörigkeit hinweg ermöglicht.
Akzeptanz und Resonanz
Future of Work weckte sowohl an der WU, als auch an den Partneruniversitäten das rege Interesse der Studierenden, wie die Anmeldezahlen belegen. Am ersten Durchlauf der Lehrveranstaltung nahmen 56 Studierende von vier Universitäten teil. Da die LV erstmals durchgeführt wurde, gibt es noch keine systematischen Evaluierungsergebnisse über einen längeren Zeitraum. Dennoch wurde zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Verlauf der Lehrveranstaltung Studierenden-Feedback eingeholt. Am Ende der Lehrveranstaltung gab es eine lehrveranstaltungsübergreifende Feedbackrunde, an der alle Studierenden teilnahmen.
Besonders hervorgehoben wurden folgende Punkte:
- Die internationale Gruppenarbeit: Die Studierenden haben die Zusammenarbeit über verschiedene Universitäten und Länder als äußerst positiven und bereichernden Aspekt hervorgehoben. Diesen Aspekt sahen sie nicht nur für die weitere universitäre Karriere als wichtige Lernerfahrung, sondern auch für den zukünftigen Arbeitskontext, der in einer globalisierten Welt zunehmend internationalere Perspektiven und Kollaborationen erfordert. Folgend sind drei kurze Statements von Studierenden, die sie in einer Feedbackrunde geäußert haben:
- „I liked the international connections with other students abroad.”
- “I liked the teamwork and the different topics. I also liked the future aspect of it.”
- „I think the international connections are very important and helpful for future jobs.”
- Das aktuelle inhaltliche Thema der Lehrveranstaltung: Die Arbeitswelt und die Arbeitsmöglichkeiten sind durch die technologischen Entwicklungen und aktuell im Besonderen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz einem großen Wandel unterzogen. Es wurde von den Studierenden als sehr bereichernd wahrgenommen, dass diese Veränderungen aus verschiedenen Perspektiven thematisiert und bearbeitet wurden. Das Thema berührt sehr wichtige Veränderungen und Entwicklungen der nahen Zukunft, die für das Studium und den angehenden Beruf von großer Relevanz sind:
- „I really appreciate the contents of the course. They were very interesting and definitely useful for a better comprehension of current challenges.”
- „I like the topics of the 4 modules. I believe that they are really useful for my professional future and my personal knowledge.”
- „I liked the different perspective on the Future of Work.”
- „It gives interesting insights on how work will change in the future, and this is something that interested and affects all of us.”
- „The course touches some fundamental concepts for our present and future. So, it is very important to understand them in order to be ready to face them.”
- Die Zusammenarbeit mit einem echten Unternehmen und die Arbeit mit realen Daten: Nicht zuletzt wurde auch die Zusammenarbeit mit einem realen Unternehmen als äußert positiver Aspekt hervorgehoben, da somit ein direkt Bezug zu aktuellen Themen, Problemstellungen und Daten gegeben war. Der lebensechte Bezug ermöglichte den Studierenden einen direkten Blick in die Realität und in neue Perspektiven und Konzepte im Themenbereich „Future of Work“.
- „I did like the fact that the case study was true and real, that our project could actually have the potential to be implemented.”
- „ It was nice to deal with practical needs presented by [the company].”
Auch die Rückmeldung des Unternehmenspartners und der Universitäten war durchwegs positiv: Vertreter des Unternehmens nahmen an Kick Off und Closing der Lehrveranstaltung teil und zeigten sich vom Engagement der Studierenden sehr beeindruckt. Alle Lehrenden der Partneruniversitäten, wie auch das Partnerunternehmen werden an der nächsten Ausgabe der Lehrveranstaltung erneut teilnehmen. Darüber hinaus wird „Future of Work“ im ENGAGE.EU-Programm weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen.
Nutzen und Mehrwert
Interkulturelle Zusammenarbeit in multidisziplinären Teams
Die Studierenden bearbeiten eine Fallstudie in internationalen Teams, wobei pro Gruppe zumindest ein*e Studierende*r pro teilnehmende Universität vertreten ist. Jede Gruppe übernimmt dabei die Rolle als multidisziplinäres Expert*innenteam eines internationalen Beratungsunternehmens. Bei der Entwicklung der Lehrveranstaltung und insbesondere der Case Study wurden die unterschiedlichen, Anforderungen der beteiligten Universitäten gebündelt, sodass anforderungsgerechte und lösungsorientierte Lernergebnisse der Studierenden an allen Standorten möglich sind. Zusätzlich entspricht die realitätsnahe Aufgabenstellung durch Arbeit in einem virtuellen, internationalen Team der Vorgangsweise renommierter Unternehmensberatungen.
Globale Perspektive auf den Themenbereich
Durch Lehrende von vier verschiedenen, internationalen Universitäten mit unterschiedlichen Fachschwerpunkten sowie einem heterogenen, internationalen Teilnahmefeld von ca. 60 Studierenden wird ein breites Spektrum an europäischen Perspektiven in die Lehrveranstaltung eingebracht. Das Unternehmen hinter der behandelten Fallstudie bringt durch seine nordamerikanische Herkunft ebenso eine Erweiterung der internationalen Perspektive mit sich. Die Erarbeitung einer individuellen Lösung im internationalen Team sowie die eigenständige Arbeitsorganisation bis zur Abgabe bringen weitere Aspekte länderübergreifender Kooperation mit sich, die nicht nur fachliches, sondern auch soziales Lernen fördern.
Eigenständige Arbeit an einer realen Herausforderung des Partnerunternehmens
Durch die eigenständige Erarbeitung einer Empfehlung an das betroffene Unternehmen wird den Studierenden ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Entfaltungsspielraum und kreativen Möglichkeiten geboten. Die Bearbeitung einer tatsächlichen, unternehmerischen Herausforderung mit den in der LV entwickelten Kompetenzen fördert die Entwicklung von Intra- und Entrepreneurship.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2023
Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: Aktuell kein Endzeitpunkt geplant
Das Lehrprojekt Future of Work hat seinen Pilotlauf erfolgreich absolviert und wird auch in den nächsten Jahren angeboten werden. Verbesserungspotenziale wurden bereits erhoben und betreffen
- universitätsübergreifendes Coaching im Umgang mit Lecture Casts und Pflichtlektüre bzw. eventuell gemeinsame Bearbeitung in der Gruppe zur Förderung des kooperativen Lernens
- (möglicherweise) fixe Online-Termine für alle Gruppen, um die Planbarkeit am Semesteranfang zu erleichtern
- Follow-Up- oder Zusatzveranstaltungen, um die Zusammenarbeit von Studierenden über die Lehrveranstaltung hinaus zu fördern
- zusätzliche Evaluation der Lehrveranstaltung, um daraus Entwicklungsmöglichkeiten für diese abzuleiten
Das Lehrveranstaltungsdesign ist auf andere Veranstaltungen und -situationen übertragbar, da die didaktische Struktur nicht von den fachlichen Inhalten abhängt und bereits im Pilotversuch mit vier fachlich unterschiedlichen Inhaltsblöcken gearbeitet wurde. Diese Modularisierung ist, solange in der Fallstudie ein gemeinsamer Bezugspunkt für alle Fachgebiete gefunden wird, auf jede Form von Studiengang und -richtung anwendbar. Im Optimalfall wird, wie bei Future of Work, ein Unternehmenspartner aus der Praxis akquiriert, welcher eine reale aktuelle Herausforderung inklusive des Informationsmaterials bereitstellt, die alle teilnehmenden Fachrichtungen miteinbezieht. So sind verschiedene transdisziplinäre Kooperationen realisierbar.
Institutionelle Unterstützung
Die Lehrveranstaltung erhielt umfassende Unterstützung von Mitarbeiter*innen des Bereichs Programmmanagement und Lehr-/Lernsupport der WU. Die Entwicklung über die vier Partner-Universitäten hinweg, d.h. die Abstimmung von Lehransätzen und Inhalten, Beurteilungssystemen, Workload-Anforderungen, die didaktische Konzeption der LV sowie ihre Einbettung an den Partner-Universitäten erfolgte unter Leitung von Dr. Oliver Vettori und Dr. Johanna Warm.
Alexander Pittesser wurde für die inhaltliche und didaktische Entwicklung der Lehrveranstaltung und Marie Klaaßen als Tutorin speziell für diese LV beschäftigt. Die (didaktische) Entwicklung einzelner Komponenten wie der Case Study, der Gestaltung der Lernmodule und der Multiple-Choice-Fragen wurde durch Dr. Johanna Warm und Claudia Böck aus der Abteilung Lehr- und Lernentwicklung (LLE) unterstützt. Darüber hinaus übernahm Samuel Prieth während der Vorbereitungs- und Laufzeit der Lehrveranstaltung die Koordination und fungierte als Schnittstelle zwischen Lehrenden, Mitarbeiter*innen und Studierenden der vier beteiligten Universitäten. Sowohl die Lernplattform, auf der die Online-Module bereitgestellt wurden, als auch die Kurs-Homepage wurden an der WU entwickelt und von der LLE eingerichtet, betreut und gewartet.
Die Abteilung Digital Teaching Services unterstützte zudem jene Teile des Kick Offs und Closings, die im Virtual Campus stattfanden und zeichnete für die Planung, Einrichtung und Betreuung der virtuellen Räume verantwortlich.
ENGAGE.EU-Ebene:
Auf ENGAGE.EU-Ebene fand ein „Evaluation Workshop“ statt, der alle Signature Courses des ENGAGE.EU Konsortiums im Wintersemester 2023/24 umfasste. An diesem Workshop nahmen Lehrende, Studierende und koordinierende Personen teil, um ein umfassendes Feedback zu erhalten.
Hier wurde die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und dem Praxispartner bei „Future of Work“ als äußert positiv und bereichernd hervorgehoben. Gerade der Gruppenarbeitsprozess soll aber noch weiter verbessert und klarer strukturiert werden. Zudem werden die einzelnen Module inhaltlich und vom Workload noch überarbeitet sowie der Ablauf der Treffen zwischen den Arbeitsgruppen und den Lehrenden wie auch ein Treffen mit dem Praxispartner neu besprochen.
Lehrveranstaltungs-Ebene:
Es wurde eine Befragung unter allen teilnehmenden Studierenden durchgeführt, um verschiedene Aspekte, Feedback und Anregungen zu sammeln. Dabei ging es um die Gestaltung der Gruppenarbeit, die Ausarbeitung der Case Study sowie die Struktur der Module. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Verbesserung der Gruppenarbeitsstruktur, um sie noch effektiver und besser zu gestalten. Zudem wird die Case Study in Zusammenarbeit mit dem Praxispartner einer weiteren Überarbeitung unterzogen. Alle gesammelten Anregungen wurden bereits in einem „Development Meeting“ dieses Lehrveranstaltungsprojektes besprochen und werden unmittelbar in die weitere Lehrveranstaltungsentwicklung integriert.