Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
Learning to Design Health Information Systems – Eine integrierte Lehr-, Dialog- und Prüfungskultur im Masterstudium
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Elske Ammenwerth
Übersicht über Lernziele, didaktische Struktur und Prüfungsformen im Modul
Ars Docendi Kategorie
Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
20-49
Anreißer (Teaser)
Kohärent verzahnte Lehr- und Prüfungskultur im Blended Learning: Studierende analysieren, modellieren und gestalten Health Information Systems – kompetenzorientiert, dialogisch und KI-reflektiert
Kurzzusammenfassung des Projekts
Modul 7 „Health Information Systems and IT Strategy Management“ realisiert eine lernzielorientierte Lehr- und Prüfungskultur im Masterstudium Medizinische Informatik.
Unter dem Leitgedanken „Learning to Design Health Information Systems“ erwerben Studierende die Kompetenz, komplexe sozio-technische Informationssysteme zu analysieren, zu modellieren und strategisch weiterzuentwickeln.
Die besondere Stärke des Moduls liegt in der konsequenten Umsetzung einer lernzielorientierten Lehr- und Prüfungskultur. Lehr-, Dialog- und Prüfungsformate sind systematisch im Sinne des Constructive Alignment verzahnt, sodass Kompetenzentwicklung nicht nur vermittelt, sondern durch eine mehrdimensionale Prüfungsarchitektur sichtbar und überprüfbar wird. Auf Basis einer sozio-konstruktivistischen Didaktik in einem konsequenten Blended-Learning-Design verbindet das Modul dialogisches Lernen, reflektierte KI-Integration (u.a. mit einem AI Book Companion), Concepts Maps zur Sichtbarmachung der Wissenskonstruktion mit dem produktiven Umgang mit heterogenen Vorkenntnissen zu einem kohärenten didaktischen Gesamtkonzept.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
Module 7 “Health Information Systems and IT Strategy Management” implements a learning outcome–oriented teaching and assessment culture within the Master’s program in Medical Informatics.
Guided by the principle “Learning to Design Health Information Systems,” students acquire the competence to analyze, model, and strategically develop complex socio-technical information systems. The module is conducted in English and is based on a dedicated open-access textbook (Springer, 3rd edition).
Teaching, learning, and assessment formats are aligned according to the principles of Constructive Alignment. A pedagogically grounded blended-learning design integrates structured online phases, dialogue-oriented Zoom meetings, and practice-based transfer through an excursion. Video inputs and formative “Read & Review” tests ensure foundational competencies at an individual learning pace; an AI book companion enables personalized learning; individual concept maps make knowledge construction visible; and Etivities foster problem-oriented application and co-constructive dialogue.
The assessment modalities (concept map, academic dialogue in synchronous and asynchronous formats, and a target concept addressing a real-world problem) make analytical competence, critical thinking, and argumentative judgment transparent. AI is integrated within a clear didactic framework and critically reflected upon. Heterogeneous prior knowledge is explicitly addressed. In this way, an integrated culture of teachin
Nähere Beschreibung des Projekts
1. Einordnung und Kompetenzprofil
Modul 7 „Health Information Systems and IT Strategy Management“ ist ein verpflichtendes Modul im 2. Semester des Masterstudiums Medizinische Informatik (5 ECTS). Aufbauend auf Grundlagen des 1. Semesters entwickeln Studierende nun strategische Gestaltungskompetenz zu Informationssystemen im Gesundheitswesen.
Unter dem Anspruch „Learning to Design Health Information Systems“ steht nicht die Kenntnis einzelner Technologien, sondern die Fähigkeit, komplexe sozio-technische Informationssysteme analytisch zu durchdringen, zu modellieren und strategisch weiterzuentwickeln. Das Modul wird überwiegend in englischer Sprache durchgeführt und fördert die wissenschaftliche Fachterminologie.
Nach Abschluss können Studierende Informationssysteme analysieren, modellieren und kritisch bewerten, Sollkonzepte entwickeln und Designentscheidungen argumentativ begründen. Lehr- und Prüfungskultur sind konsequent darauf ausgerichtet.
Die besondere Stärke des Moduls liegt in der konsequenten Umsetzung einer lernzielorientierten Lehr- und Prüfungskultur. Lehr-, Dialog- und Prüfungsformate sind systematisch verzahnt, sodass Kompetenzentwicklung nicht nur vermittelt, sondern durch eine mehrdimensionale Prüfungsarchitektur sichtbar und überprüfbar wird. Auf Basis einer sozio-konstruktivistischen Didaktik verbindet das Modul dialogisches Lernen, reflektierte KI-Integration und den produktiven Umgang mit heterogenen Vorkenntnissen zu einem kohärenten didaktischen Gesamtkonzept.
2. Didaktische Gesamtarchitektur: Blended Learning im Constructive Alignment
Das Modul folgt einem lernzielorientierten Blended-Learning-Design mit sechs asynchronen Online-Phasen, sechs synchronen Zoom-Meetings und einer praxisorientierten Exkursion. Jede Online-Phase wird durch ein synchrones Format zur vertiefenden Diskussion ergänzt. Materialien, Foren und Aufzeichnungen sind strukturiert in Moodle bereitgestellt
**Kurz-Video: Siehe Einreichung.**
Tabellarische Modulübersicht: daten.umit-tirol.at/s/LkjYZDmmcHf2HKC
Die asynchronen Phasen kombinieren Video-Impulse, Lehrbuchkapitel, verpflichtende formative „Read & Review“-Wissenschecks, aktivierende Etivities und moderierte Diskussionsforen. Video und Lehrbuch schaffen das konzeptuelle Fundament, Wissenschecks sichern Basiskompetenzen, Etivities ermöglichen problemorientierte Anwendung mit anschließender Diskussion.
Die aktivierenden Etivities in Moodle folgen einem einheitlichen Aufbau (Spark – Lernziel – Aufgabe – Dialog – Rolle der Lehrperson – KI-Hinweis – Literatur), geben Hinweise, stellen Materialien bereit, enthalten transparente Workload-Angaben und machen das Constructive Alignment explizit sichtbar.
Die Zoom-Meetings dienen der Reflexion, vertiefenden Analyse, gemeinsamen Modellierungsarbeit und argumentativen Klärung. Plenumsphasen und Kleingruppen wechseln sich ab, um studentische Aktivierung zu sichern.
Die Exkursion in eine Gesundheitseinrichtung ermöglicht Transfer in reale Systemlandschaften, Austausch mit IT-Leitungspersonen und Reflexion der Differenz zwischen Modell und Praxis.
3. Integrierte Leistungsarchitektur: Kompetenz sichtbar machen
Die summative Leistungsfeststellung ist dreigliedrig.
Beispiel für Prüfungsausarbeitungen: daten.umit-tirol.at/s/LkjYZDmmcHf2HKC
Im fallbasierten Sollkonzept (60 %) schlagen Studierende auf Basis eines gemeinsam entwickelten Krankenhausinformationssystems eine individuelle Erweiterung vor. Bewertet werden Analysefähigkeit, Modellierungskompetenz, strategische Argumentation und Begründungstiefe. Bewertungsraster, Beispielarbeiten und optionale Vorab-Rückmeldungen schaffen Transparenz.
Die Concept Map (20 %) wird semesterbegleitend individuell entwickelt und strukturiert zentrale Fachbegriffe sowie deren Beziehungen. Sie fördert kontinuierliche konstruktivistische Wissensorganisation, metakognitive Reflexion und erschwert rein KI-generierte Lösungen.
Der fachliche Dialog (20 %) bewertet argumentative Beiträge der Studierenden in Moodle und Zoom hinsichtlich fachlicher Präzision, Reflexionsfähigkeit und konstruktiver Diskussionskultur. Prüfung ist damit integraler Bestandteil eines kontinuierlichen Lernprozesses.
4. Didaktisches Fundament: Mehrperspektivische Lerntheorie
Das Modul integriert kognitivistische, konstruktivistische und sozio-konstruktivistische Elemente:
Kognitivistische Elemente sichern Grundlagen durch Video-Impulse, mehrfach absolvierte Wissenschecks, Lehrbucharbeit und Glossar. Regelmäßige Feedbacks und Musterlösungen stützen den Lernfortschritt.
Konstruktivistisch bearbeiten Studierende realitätsnahe Problemstellungen in Etivities und entwickeln eigenständige Lösungsansätze. Sollkonzept und Concept Map erfordern individuelle Wissenskonstruktion in komplexen Kontexten.
Sozio-konstruktivistisch ist der verpflichtende fachliche Dialog in Online-Phasen und Zoom-Meetings. Vorab vereinbarte Leitfäden definieren Argumentationsqualität, respektvolle Diskussion und Zusammenarbeit. Die Qualität des Dialogs fließt in die Benotung ein und motiviert so zur ernsthaften Teilnahme.
5. Reflektierte KI-Integration als Bestandteil akademischer Kompetenz
KI wird didaktisch gerahmt eingesetzt.
Fachliche Buch-Grundlage des Moduls ist unser Open-Access-Lehrbuch Health Information Systems (3. Auflage, 2023, Springer New York). Ein selber entwickelter "AI Book Companion", entwickelt basierend auf dem Lehrbuch, unterstützt das Lehrbuchverständnis und dient als personalisierter Lernpartner für die Studierenden.
In ausgewählten Etivities nutzen Studierende KI gezielt, legen deren Einsatz offen und reflektieren Potenziale, Verzerrungen und Grenzen generativer Systeme. Beispiel: In der Stakeholderanalyse wird ein KI-gestütztes Tutorium kritisch bewertet; in anderen Aufgaben dient KI der vertiefenden Fallanalyse.
Für jede Etivity ist transparent geregelt, ob und in welchem Umfang KI eingesetzt werden darf. Die Offenlegung von Art, Zweck und Umfang ist verpflichtend. Die kontinuierliche Moderation durch die Lehrperson sichert Transparenz und überprüfbaren, verantwortungsvollen KI-Einsatz.
Auch im Sollkonzept ist KI in klar definiertem Rahmen zulässig, etwa zur Ideengenerierung oder kritischen Überprüfung („KI als kritischer Freund“), jedoch nicht zur Ausformulierung oder Textüberarbeitung („KI als Ghostwriter“).
Übergreifendes Ziel ist die Ausbildung kritischer digitaler Urteilsfähigkeit.
6. Kompetenzvielfalt produktiv nutzen – Umgang mit heterogenen Vorkenntnissen
Die Heterogenität der Studierenden (Informatik, Medizininformatik, Pflege, Medizin, Medizintechnik u.a.) wird als Ressource genutzt. Verbindliche Wissenschecks sichern Basiskompetenzen; Lehrbuch, Glossar und vertiefende Materialien ermöglichen individuelle Vertiefung und Differenzierung.
Der kontinuierliche fachliche Dialog fördert Perspektivenvielfalt und ko-konstruktives Lernen. Unterschiedliche fachliche Sichtweisen ergänzen sich; erklärende Beiträge werden gewürdigt und fließen in die Bewertung ein.
Offene Prüfungsformate – individuelle Concept Map und eigenständige Erweiterung im Sollkonzept – erlauben Differenzierung nach Kompetenzniveau ohne Absenkung des Anspruchs.
7. Feedbackkultur und gegenseitige Rückmeldungen
Feedback ist integraler Bestandteil. Erwartungshorizonte und Bewertungskriterien werden zu Beginn transparent gemacht und anhand von Beispielen konkretisiert.
Formatives Feedback entsteht durch Wissenschecks, Concept-Map-Weiterentwicklungen und kontinuierlichen Dialog. Studierende erhalten Rückmeldungen von Mitstudierenden und Lehrperson. Eine Vorab-Rückmeldung zum Sollkonzept als Prüfungsleistung ist ebenfalls möglich.
Nach der finalen Einreichung erfolgt individuelles schriftliches Feedback mit Hinweisen zu Modellierungstiefe, Argumentationsqualität und strategischer Konsistenz. Leistungsfeststellung und Leistungsentwicklung sind dialogisch verbunden.
8. Evidenz und kontinuierliche Qualitätsentwicklung des Moduls
Das Modul wird seit 2021 durchgeführt. Evaluationsergebnisse werden systematisch ausgewertet und führen zu Anpassungen, etwa in der Strukturierung von Etivities, der Präzisierung von KI-Regelungen oder der Gestaltung der Prüfungsanforderungen. Das Modul ist Teil eines kontinuierlichen Qualitätsentwicklungsprozesses.
9. Fazit und Adressierung der Ars-Docendi-Dimensionen
Das Modul erfüllt die Kriterien der Kategorie „Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur“: Lehr-, Lern- und Prüfungsformate sind kohärent auf definierte Lernergebnisse abgestimmt; KI wird reflektiert integriert; heterogene Vorkenntnisse werden berücksichtigt und produktiv genutzt; Feedback ist dialogisch organisiert.
Auch horizontale Kriterien werden adressiert: KI-Nutzung wird didaktisch eingebettet und kritisch reflektiert; der AI Book Companion unterstützt personalisiertes Lernen. Der online-basierte, sozio-konstruktivistische Ansatz kombiniert eigenständiges und kooperatives Lernen. Studierende agieren als Ko-Kreatoren des Lernprozesses. Selbststudienteile berücksichtigen unterschiedliche Lebens- und Berufswege; synchroner und asynchroner Dialog nutzt Heterogenität didaktisch. Das englischsprachige Modul auf Basis eines internationalen Lehrbuchs stärkt internationale Perspektive und Fachterminologie. Etivities, Wissenschecks, Concept Map sowie vielfältige Diskussionsgelegenheiten fördern Aktivierung, Reflexion und nachhaltige Kompetenzentwicklung.
Akzeptanz und Resonanz
Die hohe Akzeptanz des Moduls zeigt sich konsistent in den Lehrveranstaltungsevaluierungen der letzten Jahre.
Im Sommersemester 2025 wurden 17 von 24 möglichen Bewertungen abgegeben (Rücklaufquote 71 %). Die durchschnittliche Gesamtbewertung der Lehrveranstaltung lag dort bei 1,24, jene der Lehrperson bei 1,06 (Skala 1 = sehr gut bis 5 = nicht genügend). Auch im Sommersemester 2024 wurde die Lehrveranstaltung bereits mit 1,0 bewertet, ebenso die Lehrperson.
Evaluierungsergebnisse unter: daten.umit-tirol.at/s/LkjYZDmmcHf2HKC.
Besonders hervorgehoben werden in den Freitexten die klare Struktur und der „rote Faden“, die transparente Kommunikation der Prüfungsmodalitäten, die Möglichkeit zur Vorab-Rückmeldung auf Prüfungsleistungen sowie die dialogische Gestaltung der Zoom-Meetings („kein Frontal-Unterricht“, „reichliche Möglichkeiten zur Diskussion“). Mehrfach genannt werden die Exkursion zu den Tirol Kliniken als gelungene Verbindung von Theorie und Praxis sowie die individuelle Rückmeldung auf Etivities und Prüfungsleistungen.
Auch die Verständlichkeit der Inhalte, die fachliche Kompetenz und die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung werden durchgehend mit Bestnoten bewertet. Studierende berichten, dass sie im Vergleich zu anderen Modulen „mit Abstand am meisten gelernt“ haben und die Inhalte als hochrelevant für den späteren Beruf wahrnehmen.
Konstruktive Rückmeldungen – etwa zum teilweise hohen Arbeitsaufwand oder zum Bedarf an zusätzlichen Modellierungsbeispielen – werden von der dozentin systematisch aufgegriffen und fließen in die Weiterentwicklung des Moduls ein. So wurden aus dem Vorsemester jetzt zwei Modellierungsbeispiele bzw. Prüfungsleistungen ergänzt.
Die Studierendengruppe im Sommersemester 2025 hat dieses Modul auch für den Lehrepreis der UMIT TIROL nominiert.
Insgesamt zeigt sich eine hohe Akzeptanz der Studierenden für dieses Modul sowohl quantitativ als auch qualitativ.
Die Dozentin selbst hat schon für ähnliche online-Lehrkonzepte mehrere Preise erhalten, darunter den Profformance Award 2025 für das Lehrkonzept „ACT-COI – An Asynchronous Community of Inquiry“ (https://award.profformance.eu/search/readDetail/632) oder den Mantas’ Prize on Education in Biomedical and Health Informatics für das Paper “Community of Inquiry in online-based health informatics courses“ 2018.
Nutzen und Mehrwert
Das Modul schafft einen klaren Mehrwert für Studierende, Studiengang und institutionelle Lehrentwicklung.
Auf Ebene der Studierenden führt die integrierte Lehr-, Dialog- und Prüfungskultur zu einer nachhaltigen Kompetenzentwicklung: Sie erwerben nicht nur Fachwissen zu Health Information Systems, sondern entwickeln im Verlauf des Semesters durch die vielfältigen Etivities und gemeinsamen Diskussionen sowie durch die Exkursion ein vertieftes Verständnis für komplexe sozio-technische Systemlandschaften und die Fähigkeit zum kritischen Dialog.
Ein besonderer Mehrwert liegt in der expliziten Verknüpfung von Lehre und Leistungsfeststellung. Prüfungsformate sind nicht Endpunkt, sondern integraler Bestandteil des Lernprozesses. Concept Map, Architekturaufgabe und fachlicher Dialog machen unterschiedliche Kompetenzdimensionen über das gesamte Semester hinweg transparent und fördern metakognitive Reflexion. Studierende erleben Leistungsbeurteilung als nachvollziehbar, entwicklungsorientiert und eng mit den Lernzielen verbunden.
Darüber hinaus trägt das Modul zur Entwicklung digitaler und reflexiver Handlungskompetenz bei. Der gezielte, kritisch gerahmte Einsatz von KI-Tools stärkt die Fähigkeit, generative Systeme verantwortungsvoll zu nutzen und ihre Grenzen für berufliche Aufgabe einzuschätzen. Gleichzeitig fördert die dialogische Gestaltung der Lehrveranstaltung eine aktive Beteiligung und die Fähigkeit, fachliche Positionen argumentativ zu vertreten.
Für den Studiengang entsteht ein Mehrwert durch die klare Kompetenzorientierung im Master-Niveau und die Anschlussfähigkeit an berufliche Anforderungen im Gesundheitswesen.
Das Modul fungiert in diesem Studiengang als exemplarisches Modell für eine kohärente, lernzielorientierte Lehr- und Prüfungskultur, die theoretische Fundierung und Praxisbezug systematisch miteinander verbindet.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2021
Das Konzept ist nicht fachspezifisch gebunden, sondern basiert auf strukturellen didaktischen Prinzipien, die auf andere Disziplinen übertragbar sind.
Die zentrale Idee – Lernziele konsequent in Lehr-, Dialog- und Prüfungsformate zu übersetzen – ist überall dort einsetzbar, wo Analysefähigkeit, Problemlösekompetenz und argumentatives Urteilen im Mittelpunkt stehen. Die mehrgliedrige Prüfungsarchitektur (authentische Fallarbeit im Sollkonzept, durchgängig Erstellen einer individuellen Concept Map sowie bewerteter fachlicher Dialog) ist adaptierbar und inhaltlich flexibel.
Auch das Blended-Learning-Design ist übertragbar, da es nicht an spezifische Plattformen gebunden ist, sondern auf einem klaren didaktischen Rhythmus aus asynchroner Wissensstrukturierung, synchroner Vertiefung und praxisorientiertem Transfer basiert. Online-Phasen, dialogische Zoom-Sitzungen und Exkursion lassen sich an unterschiedliche institutionelle Rahmenbedingungen anpassen.
Die reflektierte KI-Integration ist fachübergreifend relevant und langfristig tragfähig. KI wird nicht als Ersatz, sondern als Gegenstand kritischer Kompetenzentwicklung eingesetzt und stärkt nachhaltige Urteils- und Reflexionsfähigkeit.
Die Langlebigkeit des Konzepts liegt in seiner Architektur: Constructive Alignment, mehrdimensionale Leistungsformate, dialogische Feedbackkultur und qualitätsorientierte Weiterentwicklung bilden ein stabiles didaktisches Gerüst, das anpassungsfähig und zukunftsfähig ist.
Institutionelle Unterstützung
Das Modul ist fest im Masterstudium Medizinische Informatik verankert und wird institutionell unterstützt.
Die Universität fördert innovative und lernzielorientierte Lehrkonzepte im Rahmen ihres strukturierten Leitbilds der Lehre, das Kompetenzorientierung, Praxistransfer und dialogische Lehrformate ausdrücklich betont. Das vorliegende Modul ist konsequent an diesen Leitlinien ausgerichtet und wurde im Rahmen der curricularen Weiterentwicklung des Studiengangs systematisch integriert.
Auf Studiengangsebene unterstützt die Studien- und Prüfungskommission Medizinische Informatik die Lehrpersonen durch regelmäßige Workshops zu aktuellen didaktischen Fragestellungen, etwa zum reflektierten KI-Einsatz in der Lehre oder zur Aktivierung von Studierenden in Moodle und Zoom. Zudem besteht ein einheitliches didaktisches Grundkonzept im Sinne eines verbindlichen Blended-Learning-Ansatzes für alle Module des Studiengangs. Ergänzend stehen standardisierte Bewertungsraster – beispielsweise für Präsentationen oder den fachlichen Dialog – zur Verfügung, die Transparenz und Vergleichbarkeit sichern.
Darüber hinaus bietet das Zentrum für Innovative Lehre und Didaktik (ZLD) der UMIT TIROL hochschuldidaktische Weiterbildungen, Lehre-Lunches, Zertifikatsprogramme sowie individuellen Teaching Support bei der Lehrplanung und digitalen Umsetzung an. Die kontinuierliche hochschuldidaktische Professionalisierung – unter anderem durch den Abschluss des Zertifikats für Professionelle Hochschullehre – bildet eine zentrale Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung der integrierten Lehr-, Dialog- und Prüfungskultur.
Ja, das Modul ist in das hochschulinterne Qualitätsmanagement eingebunden.
Die standardisierten Lehrveranstaltungsevaluierungen werden systematisch ausgewertet und im Rahmen der Studien- und Prüfungskommission Medizinische Informatik reflektiert. Quantitative Ergebnisse (z. B. Gesamtbewertungen, Rücklaufquoten) sowie qualitative Freitextkommentare werden analysiert und mit den intendierten Lernergebnissen sowie der Prüfungsarchitektur abgeglichen. Identifizierte Verbesserungsbedarfe – etwa zur Klarheit von Aufgabenstellungen, zur Struktur einzelner Etivities oder zur Präzisierung der KI-Regelungen – fließen in die Weiterentwicklung des Moduls ein und werden im nächsten Durchlauf implementiert.
Damit wird Feedback nicht nur erhoben, sondern als Grundlage für evidenzbasierte Qualitätsentwicklung genutzt.