Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
Certificate Program Circular and Return Migration Management
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Universität für Weiterbildung Krems, Friedrich Altenburg
35 Teilnehmer:innen aus 3 Kontinenten und 14 Ländern treffen sich im Rahmen des 4. Durchlaufs von Circular and Return Migration Management in Krems zum gemeinsamen Lernen, Austausch und Vernetzung.
Ars Docendi Kategorie
Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
Gruppengröße
20-49
Anreißer (Teaser)
Der Lehrgang ‚Circular and Return Migration‘ vernetzt erstmals Akteur:innen aus Aufnahme-, Transit- und Herkunftsländern zu Rückkehr Migration und Reintegration und erreichte bislang 103 Personen aus 21 Ländern mit einem innovativen Konzept.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Das Projekt adressiert den wachsenden Bedarf an Fachkompetenzen, Austausch und Capacity Building im Bereich Rückkehr, Reintegration und zirkuläre Migration. Vor dem Hintergrund internationaler Rahmenwerke – wie dem Globalen Migrationspakt und der EU-Strategie zu freiwilliger Rückkehr – bietet der Universitätslehrgang Circular and Return Migration ein Weiterbildungsprogramm für Akteur_innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen und Wissenschaft in Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländern.
Ziel ist es, Teilnehmende zu befähigen, Rückkehr- und Reintegrationsprogramme zu planen, deren Wirkung einzuschätzen und komplexe migrationspolitische Zusammenhänge zu analysieren. Diversität der Kohorten sowie die Einbindung internationaler Bildungspartner sichern Multiperspektivität und tragen zum Aufbau lokaler Bildungskapazitäten bei. islang erreichte das Programm 103 Teilnehmer:innen aus 21 Ländern.
Das Programm umfasst vier Kurse sowie eine praxisorientierte Case Study und wird in einem Blended-Learning-Format durchgeführt. Präsenzphasen dienen der Vernetzung und Gruppendynamik, Online-Formate der inhaltlichen Vertiefung. Interaktive Ansätze, Perspektivenwechsel, Simulationsübungen und der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis stehen im Zentrum der Didaktik. Die Case Study ermöglicht die Übertragung der erworbenen Kompetenzen in reale berufliche Kontexte und fördert innovative Ansätze für Rückkehr- und Reintegrationsprogramme.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The project addresses the growing need for expertise, exchange, and capacity building in the field of return, reintegration, and circular migration. With regard to international frameworks—such as the Global Compact for Migration and the EU Strategy on Voluntary Return—the university program Circular and Return Migration offers a training curriculum for stakeholders from politics, public administration, civil society, international organizations, and academia in countries of origin, transit, and destination.
The aim is to enable participants to plan return and reintegration programs, assess their impact, and analyze complex migration policy interrelations. Diversity within the cohorts, as well as the involvement of international education partners, ensures multiple perspectives and contributes to building local educational capacities. To date, the program has reached 103 participants from 21 countries.
The program consists of four courses and a practice-oriented case study and is delivered in a blended-learning format. In-person sessions foster networking and group dynamics, while online formats provide in-depth thematic learning. Interactive approaches, perspective shifts, simulation exercises, and exchange between academia and practice form the core of the didactic concept. The case study enables the transfer of acquired competencies into real professional contexts and promotes innovative approaches to return and reintegration programs.
Nähere Beschreibung des Projekts
1. Hintergrund, Ziele und Zielgruppen
Migration, Rückkehr und Reintegration sind zentrale Bestandteile internationaler Mobilität und wirken sich komplex auf Migrant:innen, lokale Bevölkerungen und beteiligte Staaten aus. Der Globale Migrationspakt betont in Ziel 21 die Bedeutung einer sicheren, würdevollen Rückkehr und nachhaltigen Reintegration sowie in Ziel 23 die Notwendigkeit verstärkter internationaler Zusammenarbeit. Auch die aktuelle EU-Strategie zur freiwilligen Rückkehr und Reintegration fordert eine engere Kooperation mit Herkunfts- und Transitländern und hebt Maßnahmen wie effektive Rückkehrberatung, Vermittlung und nachhaltige Unterstützung bei der Wiedereingliederung hervor.
Mit der zunehmenden Komplexität von Migrationsbewegungen steigt der Bedarf an Fachkompetenzen für die Planung und Umsetzung von Rückkehr- und Reintegrationsprogrammen. Zugleich wächst der Bedarf an Vernetzung, Austausch und Capacity Building für Akteur_innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in Herkunfts- und Transitländern.
In diesem Spannungsfeld siedelt sich das Weiterbildungsprogramm „Circular and Return Migration“ (Certified Program) an, das folgende Zielsetzungen verfolgt:
Das Weiterbildungsprogramm soll Absolvent_innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in Aufnahme- Herkunfts- und Transitländern dazu befähigen, einen Beitrag zur Stärkung in folgenden Bereichen zu leisten:
- der individuellen Entwicklung von rückkehrenden und zirkulären Migrant_innen,
- der gesellschaftlichen Entwicklung von Herkunftsländer-, Transit und Aufnahmeländern,
- der politischen Stabilität und Zusammenarbeit in globalen Migrationssystemen.
Nach Abschluss des Weiterbildungsprogramms sind Absolvent_innen mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet, um
- Rückkehrprogramme und Programme zur Förderung zirkulärer Migration zu konzipieren und Programmvorschläge auf ihre Durchführbarkeit und potentielle Zielerreichung beurteilen.
- die Komplexität von Rückkehrmigration und zirkulärer Migration und ihre Auswirkung auf Migrierende, Herkunftsgesellschaften und die Rolle internationaler Akteur_innen in diesem Prozessen beschreiben.
Die Diversität von Studierenden und Lehrenden ist zentral, um die Projektziele der Vernetzung und der Befähigung zur Integration multipler Perspektiven zu Rückkehr, zirkulärer Migration und Reintegration in die Praxis zu erreichen. Die Einbindung von Bildungspartnern aus Hochschulen mit migrationsbezogenem Profil oder aus entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt zudem den Aufbau von Bildungskapazitäten, um den Weiterbildungsstudiengang künftig vor Ort eigenständig durchführen zu können.
Zielgruppen
Dieses Programm richtet sich an folgende Zielgruppen:
- Politik und Verwaltung in Herkunfts-, Transit- und potentiellen Zielländern
- Internationale Organisationen
- Internationale und lokale Organisationen der Zivilgesellschaft
- Diaspora Organisationen
- Wissenschaft und Forschung
Um dem Vernetzungsziel des Programms gerecht zu werden, sind in allen Kohorten sowohl Repräsentant_innen aus unterschiedlichen institutionellen und geographischen Kontexten vertreten.
Um diese geographische Bandbreite abzudecken ist ein Blended Learning Zugang aus Präsenzeinheiten, synchronen und asynchronen Lehrformaten zwingend notwendig.
Lehrprogramm
Das Lehrprogramm wurde vom Kernteam der UWK entwickelt und in internationalen Stakeholdern Runden gemeinsam mit dem Münchner Forum für Dialog und Akteur_innen aus der öffentlichen Verwaltung und Internationalen Organisationen qualitätsgesichert. Inhaltlich setzt sich dieses Zertifikatsprogramm aus vier Kursen und einer abschließenden Case Study zusammen:
1 Introduction to Migration and Return (in Präsenz / Campus in Krems)
2 Migration Policy and Return (online synchron)
3 Return Theories and Reintegration Programmes (online synchron)
4 Planning and Evaluation (online, synchron und asynchron)
5 Case Study
2. Umsetzung
Dieses Projekt ist in Partnerschaft mit dem Münchner Forum für Dialog und finanziert durch den Europäischen AMIF und das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) umgesetzt worden. Das Münchner Forum war federführend für die Rekrutierung der Studierenden und deren Mobilität verantwortlich und gemeinsam mit der UWK für die Ansprache externer Bildungspartner.
2.1 Zielgruppenzusammensetzung und Erreichung
Geographische Herkunft
In den ersten vier Kohorten wurden 103 Teilnehmer:innen aus 21 Ländern bzw. 3 Kontinenten erreicht, wobei die Türkei, Deutschland, Nigeria, Ghana, Jordanien und Libanon die größten Kontingente stellten. Diese Zuordnung bezieht sich nicht auf die Nationalität der Teilnehmer:innen, sondern auf ihren aktuellen Wohn- und damit auch Arbeitsort.
Institutionelle Zuordnung
Das Ziel einer paritätischen Aufteilung nach Institutionen bzw. Arbeitgeber:innen wurde ebenso erreicht: Jeweils ca. ein Drittel der Teilnehmer:innen arbeitet in Regierungs- und Verwaltungsstellen und in zivilgesellschaftlichen Organisationen, das dritte Drittel teilt sich in Internationale Organisationen, Forschung und andere.
Gender Parität
Ein ebenso wichtiges Ziel in der Aufnahme von Teilnehmer:innen war Gender Parität, die mit einem Verhältnis von Frauen:Männern von 53:50 nahezu perfekt erreicht wurde.
2.2 Didaktische Umsetzung
2.2.1 Vernetzung
Bereits in der Intake Phase der jeweiligen Kohorten wurden erste Vernetzungsschritte gesetzt: In Kleingruppen wurden Kandidat_innen eingeladen, sich im Rahmen einer Zoom Session mit einer kurzen Präsentation vorzustellen, auch um berufliche Passung, Sprachkompetenzen und Online-affinität zu gewährleisten.
Um das zentrale Projektziel der Vernetzung zwischen den Akteur:innen gewährleisten zu können, wird dank der Drittmittelfinanzierung der Kursstart jeweils im Rahmen eines Präsenzkurses umgesetzt. In dieser Präsenzphase wird ein umfassender Schwerpunkt auf Gruppendynamik gelegt und folgende Interventionen eingebracht:
- Aufstellungsarbeit und Differenzierungsübungen
- Kleingruppen Aufgaben in unterschiedlicher Zusammensetzung nach institutionellen und geographischen Kontexten
- Soziales Rahmenprogramm
Alle Vortragenden sind angehalten, in ihren Interventionen Interaktion zwischen den Teilnehmenden zu fördern. Über das gesamte Programm ergibt sich daher ein Verhältnis von Inhaltsvermittlung: Austauschformaten von annähernd 50:50. Angesichts der Expertise, welche die Teilnehmenden zum Thema bereits mitbringenn, hat sich diese Herangehensweise als besonders bereichernd erwiesen. Dies bestätigen auch die Rückmeldungen und Evaluierungen durch die Teilnehmer_innen.
Weitere Vernetzungsimpulse werden zudem durch die Verwendung der elektronischen Lernplattform Canvas, die Möglichkeit einer kooperativen Abschlussarbeit und dem Angebot zum Austausch in Peer Gruppen gesetzt.
2.2.2 Perspektivenwechsel und Multiperspektivität
Die Diversität der Teilnehmenden ist die Voraussetzung für Perspektivenwechsel und Multiperspektivität, ermöglich sie doch den Austausch zwischen Akteur:innen aus Sende- Transit- und Empfängerländern bzw. zwischen staatlichen und nichtstaatlichen, nationalen und internationalen Akteur_innen. Dieser Austausch wird durch die didaktischen Formate gezielt gefördert.
Die zweite Interventionsebene ist die Zusammensetzung der Lehrenden, wobei hier wieder auf mehreren Ebenen agiert wird:
- Wissenschaft zu Praxis
- Praxis zu Praxis
- Unterschiedliche geographische Perspektiven
Der überwiegende Teil der Teilnehmenden lässt sich als Praktiker:innen beschreiben. Für diese Teilnehmer:innen-Gruppe stellt die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ihrem Themenfeld einen Mehrwert dar, der den Zugang zu neuen Erkenntnissen und Perspektiven auf den eigenen beruflichen Kontext eröffnet. Vice versa, eröffnet dieser Dialog auch für die Lehrenden neue Einsichten und wechselseitige Lernräume.
Neben Wissenschafter:innen kommen auch Praktiker:innen, insbesondere aus Internationalen Organisationen und mit praktischen Erfahrungen in der Umsetzung und Evaluation von Rückkehrprogrammen zum Einsatz, welche die praktischen Einsichten der Teilnehmenden ergänzen.
Nicht zuletzt wurde auf eine geographisch bzw. kulturelle Diversität unter den Vortragenden und Impulsgeber_innen geachtet. Dieses Vorgehen reduziert das Risiko eines eurozentristischen Ansatzes. Daher kamen neben in Europa basierten Vortragenden auch Kolleg_innen aus Gambia, Ghana, Libanon, Marokko, Nigeria und der Türkei zum Einsatz.
Eine weitere Intervention zum Perspektivenwechsel stellt die Simulationsübung etwa zur Halbzeit des Programmes dar: Im Rahmen einer eintägigen Übung werden die Teilnehmenden aufgefordert, in konkrete Rollen zu treten und ein Rückkehrabkommen zwischen zwei fiktiven Ländern auszuhandeln. Dabei werden Rollen bewusst so zugeteilt, dass die Teilnehmenden in einem anderen Kontext (institutionell und/oder geographisch) agieren als in ihrem normalen beruflichen Alltag.
Zudem besteht die Einladung (jedoch nicht verpflichtend), die Case Study auch als transnationales Team durchzuführen, wodurch wiederum neue Lernerfahrungen eröffnet werden.
2.2.3 Lernformate
a) Präsenz
Wie schon ausgeführt wird das Programm mit einer Präsenzphase eröffnet, um ein wechselseitiges Kennenlernen und Vernetzen zu ermöglichen und zugleich die technischen und gruppendynamischen Grundlagen für eine erfolgreiche Fortsetzung des Programms im Online Modus zu schaffen. Die Interventionen umfassen unter anderem:
- Differenzierungsübungen und Aufstellungen
- Vorlesungen
- Plenardiskussionen
- Gruppenarbeiten in unterschiedlichen Kleingruppen (nach regionalen oder institutionellen Gesichtspunkten oder gemischt zusammengesetzt)
- Evaluationssession zum Abschluss dieser Phase
b) Online Synchron
Zwei Kurse werden in diesem Modus abgehalten und umfassen unter anderem folgende Interventionen:
- Vorlesungen mit Gruppenarbeiten
- Paneldiskussion mit Stakeholdern
- Simulationsübung (ganztägig)
Für den letzten Punkt wurde im Rahmen dieses Projektes eine Übung ausgearbeitet, die eine Szenario Beschreibung, einen klaren Übungsauftrag, 24 unterschiedliche Rollenbeschreibungen und ein Handbuch für das Moderationsteam enthält.
Über die Lernplattform Canvas werden vorab Literatur zur Vorbereitung und konkrete Anleitungen für interaktive Übungen zur Verfügung gestellt.
c) Online Asynchron/Synchron
Im vierten und abschließenden Kurs „Evaluation and Planning“ wird der Blended Learning Ansatz noch einmal verstärkt und neben Online-synchronen auch asynchrone Interventionen gesetzt. Dieser Kurs gliedert sich wie folgt in
- Einen Auftakt Workshop mit einem Arbeitsauftrag in Hinblick auf zukünftige Vernetzung und zur Anleitung für die asynchronen Lehrhasen
- Zwei Asynchrone Lehrphasen mit jeweils 3 Lehrvideos und einem Skriptum
- Zwei synchrone Workshops zur Vertiefung der asynchronen Phasen und Möglichkeit, offene Punkte anzusprechen.
- Einem abschließenden Evaluationsworkshop, der auch zur Evaluation des gesamten Programmes genutzt wird.
d) Case Study
Die Case Study stellt die Prüfungsleistung für das gesamte Programm dar und zielt darauf ab, dass die Teilnehmer_innen die erworbenen Kenntnisse in ihre berufliche Praxis überführen, indem sie ein Programm/Projekt zur Umsetzung konzipieren.
Die vorgegebenen Standard Elemente Problemanalyse, Zielgruppendefinition, Analyse der Rahmenbedingungen und Akteur_innen, Zielformulierung und Monitoring und Evaluation erfordern eine Übertragung der Inhalten der vier vorangegangenen Kurse in ein fiktives oder reales Szenario, wie ein Rückkehr- und / oder Reintegrationsprogramm. Hierbei solle die Studierenden bereits bestehende Programme und Policies aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch analysieren und konzeptionell tätig werden und Rückkehr- und Reintegrationsprogramme in reale (multi-) nationale Kontexte einbetten und deren Umsetzbarkeit kritisch prüfen. Bisherige Abschlussarbeiten zeigen das Innovationspotential dieses Vorgehens auf und unterstreichen den Mehrwert dieses Certified Programs.
Akzeptanz und Resonanz
Zur Qualitätssicherung und Evaluation wurde über die Standardmaßnahmen des Qualitätsmanagements der UWK hinausgehend ein Begleitforschungsprojekt angesetzt, das nun folgende methodische Interventionen inkludiert:
- Umfrage unter den Teilnehmer:innen vor Beginn des Weiterbildungsprogramm zur Selbsteinschätzung der eigenen Kenntnisse, Vernetzung und Bedarfe.
- Umfragen zu den Kursen und einzelnen Vortragenden bzw. deren Interventionen
- Fokusgruppen mit Absolvent:innen nach Einreichung und Bewertung der Case Studies
- Fokusgruppen bzw. Einzelinterviews mit Stakeholdern, insbesondere Arbeitgebern
Darüberhinausgehend werden die Case Studies auch einer Meta-Analyse unterzogen.
Zum Zeitpunkt dieser Einreichung ist die erste von vier Kohorten gänzlich abgeschlossen, die zweite im Begriff ihre Case Studies einzureichen und die dritte und vierte Kohorte mitten in der Umsetzung der Kursphase. Auf Basis der vorliegenden Zwischenergebnisse lässt sich festhalten:
- Hohe Zufriedenheit der Teilnehmer:innen mit einer Bewertung von 1,5, gemessen an den bislang vorliegenden Evaluationen des Qualitätsmanagements.
- Hohe Wertschätzung eines interkontinentalen und internationalen Austauschformates und Lernraumes, dokumentiert in den Feedbackrunden zu Ende der Eröffnungskurse und den Umfrageergebnissen des QM.
- Networking als Schlüsselmehrwert, verdeutlicht durch entstandene internationale Kooperationen in den Case Studies (Fokusgruppe mit Absolvent:innen der Kohorte 1)
- Praxisrelevanz und Wissenstransfer, indem Teilnehmende die Inhalte für konkrete Projektarbeit nutzen.(Fokusgruppe mit Absolvent:innen sowie Arbeitgeber:innen Interviews der Kohorte 1 und Umfrageergebnissen des QM)
- Hohe Anwesenheit und Partizipation an den interaktiven Interventionen, auch in den Online Formaten, erkennbar an den Anwesenheitsdokumentationen und der Dokumentation von Gruppenaufträgen.
- Nachfrage nach Folgeprogrammen aus den Zielländern bzw. über Social Media Anfragen
Die Abschlussquote der ersten vollständig abgewickelten Kohorte lässt ebenso auf eine außergewöhnlich hohe Akzeptanz und Resonanz schließen, angesichts der Tatsache, dass die Teilnehmer:innen berufsbegleiten, gleichzeitig aber dank der Drittmittelfinanzierung keine Kosten für die Studierenden anfallen: Zum Zeitpunkt dieses Berichtes haben 17 von 22 Studierenden ihre Arbeiten eingereicht, die allesamt positiv mit einem Mittelwert von 1,46 bewertet werden konnten.
Nutzen und Mehrwert
Internationalität und Vernetzung
Studien zeigen, dass politische Abkommen zur Gestaltung von Rückkehrmigration vor allem an der mangelnden Bereitschaft zur Umsetzung und der schlecht ausgebauten Beziehung zwischen den Vertragspartner:innen scheitert. Auch im Bereich (Re-Integration belegen Studien, dass die vertikale und horizontale Kommunikation zwischen Leveln der Multi-Governance ausbaufähig ist. Gerade hier setzt dieses Projekt mit seinen Zielen und seiner Umsetzungsstrategie an, Akteur:innen aus unterschiedlichen Ländern und institutionellen Kontexten miteinander in Verbindung zu bringen. Dieser Ansatz wird durch die Rückmeldungen der Teilnehmer:innen besonders gewürdigt und geschätzt (siehe oben).
Geographische Durchlässigkeit
Dieses Projekt zielt insbesondere darauf ab, Teilnehmer:innen aus Herkunftsländern bzw. Aufnahmeländern, die in der Regel aus strukturell benachteiligten Regionen stammen, in Kontakt mit europäischen Stakeholdern zu bringen und dabei einen Dialog und Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen. Damit ermöglicht das Projekt einerseits Zugang zu politischen Diskursen zum Thema Rückkehr-Migration und gleichzeitig einen Raum des wechselseitigen Lernens, auch für die Lehrenden aus dem europäischen Raum.
Gerade die Verschränkung von Kick-off in Präsenz und in weiterer Folge Online Präsenz ermöglichten es den Teilnehmer:innen aus strukturell benachteiligten Regionen, vollumfänglich an dem Programm teilzunehmen. Dazu wurden die Lehrzeiten auch entsprechend angepasst, um angesichts der enormen Zeitdifferenzen (etwa zwischen Ghana und Pakistan) für alle annähernd passende Zeitfenster zu finden.
Partizipation
Das Programm ist bewusst als Austauschformat konzipiert, daher sind die einzelnen Sessions gezielt auf Interaktion aufgebaut, sowohl im Präsenz wie auch im Online Setting. Mit diesem Ansatz kommt das Programm auch einer regen Nachfrage nach solchen Bildungsformaten etwa in (West)Afrika und im Nahen Osten nach.
Praxisübertragung
Mit der abschließenden Case Study werden die Teilnehmer:innen eingeladen bzw. angehalten, das erworbene Wissen direkt in ihren jeweiligen beruflichen Kontext zu übertragen. Dieses Konzept ist sowohl bei den Studierenden selbst als auch bei ihren Arbeitgeber:innen auf großen und positiven Widerhall gestoßen, wie die ersten Evaluationsergebnisse belegen.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2024
Unabhängig von der aktuellen Drittmittel-Förderung dient das Projekt als Leuchtturm und Basis für weitere Entwicklungen in unterschiedliche Richtung:
Internationale Vernetzung
Die Vernetzung von Akteur:innen in internationalen Themenfeldern der Migrationspolitik hat sich als großer Erfolg erwiesen und soll auf weitere Zielgruppen übertragen werden. Das kann zum einen weitere geographische Räume (über West und Ostafrika sowie den Nahen Osten hinaus), weitere Politikfelder (über Return Migration im engeren Sinn hinaus) und auch andere Institutionen/Organisationen und Akteur:innengruppen erfassen.
Ausweitung auf den Grassroots Level
Hat das Programm bislang vor allem Akeur:innen aus zentralen Stellen in unterschiedlichen Ländern erreicht, wurde in Stakeholder Rückmeldungen und Konsultationen angeregt, diese (und andere) Inhalte auch an Akteur:innen in der Peripherie des jeweiligen Landes heranzutragen. Dazu würden derzeit generalistische Inhalte noch weiter auf bestimmte regionale Kontexte zugeschnitten werden und der Präsenzteil von Krems bzw. Europa in unterschiedliche Zielländer bzw. -regionen verlegt werden unter verstärkter Einbindung von bereits bestehenden Bildungspartnern in den Zielländern.
Ausbau hybrider Unterrichtsformen
Da sich die Online Lehre in strukturell benachteiligten Regionen als nicht nur machbar, sondern den Bedarfen der Zielgruppe als besonders entgegenkommend erwiesen hat, könnte diese Methode weiter ausgebaut werden, etwa durch
- Verstärkten Einsatz von Lehrvideos, verbunden
- Mit KI unterstützter Übersetzung in viele Sprachen zur Überwindung von Sprachbarrieren
- Verbunden mit Sicherstellung von Austauschformaten
- Know-how Transfer an Bildungspartner in Bezug auf Didaktik und technische Voraussetzungen.
Institutionelle Unterstützung
Voraussetzung für die gelungene Umsetzung, insbesondere des Online Settings, ist die exzellente technische Infrastruktur der UWK, die unter anderem folgende Aspekte betrifft:
- Ausstattung aller Seminarräume für den hybriden Unterricht (vor Ort und online), was in fast allen Kohorten im Fall von Problemen bei der Anreise notwendig war.
- Schulung der Lehrenden zu Techniken des Online und Hybrid Unterrichts
- Ausstattung mit Software für Online Unterricht und Interaktion (Zoom, Mural)
- Unterstützung durch das Media Lab bei der Erstellung professioneller Lernvideos bis hin zu deren Übersetzung in Arabisch und Türkisch mit Hilfe der KI
Bereitstellung der elektronischen Lernplattform Canvas.
Alle Kurse und einzelnen Lehrveranstaltungen werden im Rahmen des standardisierten Qualitätsmanagements mit Hilfe eines Online Fragebogens evaluiert. Zudem wird das Programm wie oben beschrieben im Rahmen eines Begleitforschungsprojekte zusätzlich evaluiert. Die erhaltenen Rückmeldungen werden laufend in die Programmgestaltung eingearbeitet, etwa durch
- Adaptierung von Inhalten
- Anpassungen im Zeitmanagement
- Ausbau asynchroner Elemente
Darüber hinaus flossen viele Rückmeldungen in die Erstellung des Antrags für ein Folgeprojekt bzw. weitere strategische Überlegungen für das Lehrprogramm des Departments für Migration und Globalisierung ein.