Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
Our Republics are making Love
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Nastasja Penzar
Milo Rau mit Studentin
Ars Docendi Kategorie
Forschungsbezogene bzw. kunstgeleitete Lehre
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
20-49
Anreißer (Teaser)
Ein Lehrprojekt zwischen Wien, Zagreb und Belgrad: Studierende aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen entwickelten gemeinsam performative Arbeiten, die im Rahmen der Wiener Festwochen öffentlich präsentiert wurden, zwischen Liebe und Konflikt.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Our Republics are Making Love war ein interdisziplinäres Erasmus+-Lehrprojekt im Sommersemester 2025, das in Kooperation mit den Wiener Festwochen durchgeführt wurde. Studierende der Akademie für Dramatische Kunst Zagreb, der Fakultät für Dramatische Kunst Belgrad und der Universität für angewandte Kunst Wien arbeiteten in einem internationalen Lernsetting zusammen. Ziel war es, projektbasiertes Lernen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und künstlerische Praxis miteinander zu verbinden.
Das didaktische Konzept umfasste eine digitale Vorbereitungsphase, interdisziplinäre Teamarbeit und eine öffentliche Präsentation. In Online-Meetings lernten sich die Studierenden kennen und erhielten theoretische sowie dramaturgische Impulse. Anschließend entwickelten gemischte Teams aus verschiedenen Disziplinen eigenständig performative Projekte. Die Lehrenden begleiteten den Prozess durch dramaturgisches Feedback und Moderation der Zusammenarbeit.
Die Ergebnisse wurden im Festivalzentrum der Wiener Festwochen öffentlich präsentiert. Die Aufführung war vollständig ausverkauft und zeigte eine große Bandbreite performativer Formate.
Die Studierenden entwickelten Kompetenzen in internationaler Zusammenarbeit, interdisziplinärer Projektarbeit, dramaturgischer Konzeptentwicklung und künstlerischer Präsentation. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Hochschullehre internationale Kooperation, künstlerische Praxis und gesellschaftliche Reflexion verbinden kann.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
Our Republics are Making Love was an interdisciplinary Erasmus+ teaching project conducted in the summer semester of 2025 in cooperation with the Vienna Festival (Wiener Festwochen). Students from the Academy of Dramatic Art Zagreb, the Faculty of Dramatic Arts Belgrade, and the University of Applied Arts Vienna collaborated in an international learning environment. The project aimed to combine project-based learning, interdisciplinary collaboration, and artistic practice.
The teaching format consisted of three phases: digital preparation, interdisciplinary teamwork, and public presentation. During the online phase, students met each other and received theoretical and dramaturgical input. Mixed teams from different artistic disciplines then developed their own performative projects. Throughout the process, lecturers supported the groups with mentoring and dramaturgical feedback.
The final results were presented publicly at the Vienna Festival center. The performance was fully booked and showcased a wide range of formats.
Students gained competencies in international collaboration, interdisciplinary project work, dramaturgical concept development, and artistic presentation. The project demonstrates how higher education can connect artistic practice, social reflection, and transnational cooperation.
Nähere Beschreibung des Projekts
Our Republics are making Love war ein interdisziplinäres Erasmus+-Lehrprojekt im Sommersemester 2025, das in Kooperation mit den Wiener Festwochen durchgeführt wurde. Beteiligt waren Studierende der Akademie für Dramatische Kunst Zagreb, der Fakultät für Dramatische Kunst Belgrad sowie der Universität für angewandte Kunst Wien.
Das Projekt entwickelte ein internationales Lehrformat, das projektbasiertes Lernen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und öffentliche Präsentation miteinander verbindet. Ziel war es, Studierenden einen transnationalen Lernraum zu eröffnen, in dem sie künstlerische Methoden zur gemeinsamen Reflexion gesellschaftlicher Themen einsetzen und gleichzeitig Kompetenzen in internationaler Zusammenarbeit erwerben.
Ausgangslage
Künstlerische Studiengänge sind zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, internationale Kooperationen und interdisziplinäre Arbeitsweisen in die Lehre zu integrieren. Gleichzeitig bleiben viele Lehrformate auf institutionelle oder disziplinäre Grenzen beschränkt.
Das Projekt reagierte auf diese Situation, indem es Studierende aus drei Ländern und mehreren künstlerischen Disziplinen in einem gemeinsamen Lehrsetting zusammenbrachte. Die Kooperation mit den Wiener Festwochen ermöglichte es zudem, universitäre Lehre unmittelbar mit einem professionellen kulturellen Kontext zu verbinden.
Zielgruppe
Die Lehrveranstaltung richtete sich an Studierende der Bereiche Schauspiel, Dramaturgie, Regie, Sprachkunst und Social Design. Die heterogene Zusammensetzung der Gruppe war bewusst gewählt, um kollaborative Arbeitsformen zwischen unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven zu fördern.
Didaktisches Konzept
Das Lehrprojekt kombinierte drei zentrale Lehr- und Lernansätze:
1. Internationale digitale Kollaboration
Die Zusammenarbeit begann mit mehreren Online-Meetings, in denen sich die Studierenden zunächst kennenlernten und anschließend thematische Impulse erhielten. Kurze Inputs der Lehrenden stellten theoretische Perspektiven sowie literarische und dramaturgische Referenzen vor, die als Ausgangspunkt für die Projektentwicklung dienten.
Diese Phase ermöglichte eine frühe Vernetzung der internationalen Gruppe und schuf einen gemeinsamen thematischen Rahmen.
2. Interdisziplinäres projektbasiertes Lernen
Nach der Einführungsphase wurden die Studierenden in gemischte Teams eingeteilt. Jede Gruppe vereinte unterschiedliche künstlerische Kompetenzen. Die Teams entwickelten eigenständig Projekte, die sie später im Rahmen der Wiener Festwochen präsentieren sollten.
Die Gruppen arbeiteten zwischen den gemeinsamen Terminen selbstorganisiert weiter und dokumentierten ihre Zusammenarbeit. Dieser Ansatz stärkte sowohl Eigenverantwortung als auch kollaborative Entscheidungsprozesse.
Eine besondere Herausforderung entstand während der Projektphase durch umfangreiche Studierendenproteste in Belgrad. Für einige Teilnehmende war bis kurz vor Beginn unklar, ob sie reisen oder das Seminar an ihrer Heimatinstitution anerkannt werden konnte. Diese Situation machte politische Gegenwart unmittelbar zum Teil des Lernprozesses und erforderte flexible Arbeitsformen.
3. Künstlerische Produktion und öffentliche Präsentation
Mit Beginn der Wiener Festwochen trafen sich die Studierenden erstmals persönlich. In einer intensiven Arbeitsphase entwickelten sie ihre Konzepte weiter und bereiteten ihre Präsentationen vor.
Die Lehrenden begleiteten diesen Prozess durch dramaturgisches Feedback, moderierten Gruppenprozesse und unterstützten die Umsetzung der künstlerischen Projekte.
Ergebnisse
Die Ergebnisse wurden im Festivalzentrum der Wiener Festwochen öffentlich präsentiert. Sechs interdisziplinäre Teams entwickelten unterschiedliche performative Formate, darunter humoristische Bühnenformate, performative Interventionen im öffentlichen Raum sowie diskursive Formate.
Die Aufführung war vollständig gefüllt und wurde vom Festivalpublikum sehr positiv aufgenommen.
Ein besonders prägnanter Moment entstand am Tag nach der Aufführung bei einer offenen Brieflesung. Eine Studentin thematisierte darin kulturpolitische Konsequenzen einer Rede des Festwochen-Intendanten Milo Rau. Die anschließende Einladung zu einer Podiumsdiskussion zeigte exemplarisch, wie das Lehrprojekt Studierende dazu ermutigte, sich aktiv an öffentlichen kulturpolitischen Debatten zu beteiligen.
Lernergebnisse
Die Studierenden entwickelten im Verlauf des Projekts insbesondere Kompetenzen in
- interdisziplinärer Zusammenarbeit
- internationaler Projektorganisation
- digitaler und analoger Teamarbeit
- dramaturgischer Konzeptentwicklung
- künstlerischer Präsentation vor Publikum
- reflektierter Auseinandersetzung mit politischen und kulturellen Narrativen.
Darüber hinaus bot das Projekt einen Lernraum für interkulturelle Kommunikation und kollaborative Problemlösung unter realen gesellschaftlichen Bedingungen.
Innovation und Transferpotenzial
Die besondere Stärke des Projekts liegt in der Verbindung von internationaler Kooperation, projektbasiertem Lernen und öffentlicher Präsentation innerhalb eines großen Kulturfestivals.
Dieses Lehrformat ermöglicht Studierenden nicht nur die Entwicklung künstlerischer Projekte, sondern auch das Erlernen zentraler Kompetenzen für kollaborative Arbeit in internationalen kulturellen Kontexten.
Das Modell ist zudem auf andere Lehrsituationen übertragbar: Die Kombination aus digitaler Vorbereitungsphase, interdisziplinärer Teamarbeit und öffentlicher Präsentation kann auch in anderen künstlerischen oder kulturwissenschaftlichen Lehrformaten eingesetzt werden.
Durch Dokumentation, Reflexion und virtuelle Nachtreffen wurden außerdem nachhaltige Netzwerke zwischen den beteiligten Institutionen aufgebaut, die zukünftige Kooperationen ermöglichen.
Das Projekt zeigt damit exemplarisch, wie Hochschullehre künstlerische Praxis, internationale Zusammenarbeit und gesellschaftliche Reflexion miteinander verbinden kann.
Akzeptanz und Resonanz
Das Lehrprojekt wurde von den teilnehmenden Studierenden sehr positiv aufgenommen. Die Akzeptanz zeigte sich insbesondere in den kontinuierlichen mündlichen Feedbackrunden während der Lehrveranstaltung sowie in den abschließenden Reflexionsgesprächen nach den öffentlichen Präsentationen. Studierende betonten dabei wiederholt den hohen Grad an Eigenverantwortung und Mitgestaltungsmöglichkeiten, den das projektbasierte Format ermöglichte.
Besonders positiv hervorgehoben wurde die Verbindung unterschiedlicher Lehr- und Lernmethoden. Die Kombination aus Workshops, gemeinsamer Textproduktion, performativen Arbeitsformen und öffentlicher Präsentation wurde von den Studierenden als abwechslungsreich und lernförderlich beschrieben. In den Feedbackrunden wurde mehrfach erwähnt, dass der Wechsel zwischen individuellen Arbeitsphasen, kollektiver Entwicklung von Ideen und öffentlicher Präsentation eine intensive und konzentrierte Arbeitsatmosphäre erzeugte.
Ein weiterer Aspekt der positiven Rückmeldungen betraf die internationale Zusammenarbeit im Rahmen des Erasmus+-Formats. Viele Studierende beschrieben den Austausch mit den Partnerinstitutionen als besonders bereichernd, da unterschiedliche künstlerische und kulturelle Perspektiven in die gemeinsame Arbeit einflossen. Dadurch entstand ein Lernumfeld, das sowohl fachliche als auch soziale Kompetenzen stärkte.
Während des Projekts wurden regelmäßig kurze Reflexionsphasen in die Lehrveranstaltung integriert, in denen Studierende ihre Arbeitsprozesse, die Zusammenarbeit in Gruppen sowie organisatorische Abläufe diskutieren konnten. Diese Gespräche ermöglichten es, auf Bedürfnisse der Studierenden flexibel zu reagieren und einzelne Elemente des Projekts während der Durchführung anzupassen.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Lehrprojekt von den Studierenden als besonders engagierend und kollaborativ wahrgenommen wurde. Die Möglichkeit, künstlerische Praxis, internationale Zusammenarbeit und öffentliche Präsentation miteinander zu verbinden, wurde in den Rückmeldungen als zentraler Mehrwert des Formats hervorgehoben.
Nutzen und Mehrwert
Der besondere Mehrwert des Lehrprojekts liegt in der Verbindung von künstlerischer Praxis, internationaler Zusammenarbeit und öffentlicher Präsentation in einem offenen, partizipativen Lehrformat. Das Projekt erprobte Lehr- und Lernformen, die über klassische seminaristische Strukturen hinausgehen und Studierende aktiv in kollaborative Arbeitsprozesse einbinden.
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die konsequent prozessorientierte Arbeitsweise. Studierende entwickelten Inhalte, Texte und performative Formate nicht nur individuell, sondern in wechselnden Gruppen und im Austausch mit internationalen Partnerinstitutionen. Dadurch entstand ein Lernraum, in dem Peer-Learning, gemeinsame Entscheidungsprozesse und kollektive Autor*innenschaft eine zentrale Rolle spielten.
Ein weiterer Mehrwert liegt in der Verbindung von Lehrveranstaltung und öffentlichem Raum. Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit wurden nicht ausschließlich innerhalb der Universität präsentiert, sondern im Rahmen öffentlicher Formate sichtbar gemacht. Dadurch wurde Lehre als gesellschaftlich eingebettete Praxis erfahrbar: Studierende arbeiteten nicht nur für ein internes akademisches Publikum, sondern entwickelten Beiträge für eine breitere Öffentlichkeit.
Das Projekt förderte außerdem neue Formen der Kooperation zwischen Studierenden, Lehrenden und internationalen Partnern. Die Zusammenarbeit in einem Erasmus+-Kontext ermöglichte den Austausch unterschiedlicher künstlerischer, kultureller und methodischer Perspektiven. Diese internationale Dimension stärkte sowohl interkulturelle Kompetenzen als auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit in heterogenen Gruppen.
Darüber hinaus bot das Projekt eine flexible Struktur, die Raum für experimentelle Arbeitsweisen ließ. Studierende konnten eigene Themen, Methoden und Formate einbringen und im Verlauf des Projekts weiterentwickeln. Diese Offenheit förderte Eigeninitiative, Verantwortungsübernahme und reflexive Lernprozesse.
Insgesamt liegt der besondere Mehrwert des Projekts in der Verbindung von partizipativer Lehrpraxis, internationaler Kooperation und öffentlicher Sichtbarkeit. Das Format schafft Lernräume, in denen künstlerische Praxis, gesellschaftliche Fragestellungen und kollektive Arbeitsformen miteinander verschränkt werden.
Institutionelle Unterstützung
Finanziell vom International Office, 6000€ / auch haben die Kolleginnen des International Office die Abwicklung der Eramus+ Förderung großteils übernommen / das Seminar konnte innerhalb des Curriculums angeboten werden
bisher nicht