Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
Künstlerisch‑wissenschaftliche Projektentwicklung
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Foto: Alexander Schwinghammer
Ausschnitt aus gemeinsamen Workschop mit Lehrenden und Masterstudierenden der Hochschule Coburg
Ars Docendi Kategorie
Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
Mehrstimmigkeit als Methode – wie aus kooperativer Lehre tragfähige Projekte für gestalterisch-wissenschaftliche Forschung entstehen
Kurzzusammenfassung des Projekts
Der Promotionsanfang ist ein kritischer Moment. Gerade im Bereich gestalterisch‑wissenschaftliche Forschung als im Entstehen begriffenes akademisches Feld mit teilweise zu entwickelnden disziplinären Rändern, gibt es die große Herausforderung, entlang der vielfältigen Positionen zu navigieren und einen produktiven Kurs für die Umsetzung des Dissertationsprojekts zu finden.
Das Kernmodul »Künstlerisch‑wissenschaftliche Projektentwicklung« macht Mehrstimmigkeit zur Methode. Das Professorinnen- und Professorenteam lehren gleichberechtigt im Team‑Teaching und führen jedes Dissertationsprojekt sequenziell durch die Perspektiven Architektur/Philosophie, Management & Innovation, Human‑Centred Design & Design Research sowie künstlerisch‑wissenschaftliche Forschung. In moderierten Kritik‑ und Feedbackformaten werden unterschiedliche Erkenntniskulturen sichtbar, vergleichbar und für die Promovierenden in Bezug auf ihr jeweiliges Projekt zugänglich. Divergierende Zugänge und Spannungen werden produktiv gemacht. Präsenz‑Termine und Online‑Einzelkonsultationen sichern Studierbarkeit und die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium. Ausgreifende Formate wie Master Classes mit eingeladenen Expertinnen und Experten, Workshops mit Partnerinstitutionen und Beiträge in der Forschungscommunity steigen die Kommunikationsfähigkeit der gestalterisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekte. Das Ergebnis sind robuste und kommunizierbare Forschungsdesigns, die bereits in der frühen Promotionsphase k
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The start of a doctoral program is a critical moment. Particularly in the field of design-based research, as an emerging academic discipline with still blurred disciplinary boundaries, there is a major challenge in navigating the diverse positions and finding a productive course for implementing the dissertation project.
The core module “Artistic-Scientific Project Development” makes polyphony a method. A team of professors teach equally in team teaching and guide each dissertation project sequentially through the perspectives of architecture/philosophy, management & innovation, human-centred design & design research and artistic-scientific research. In moderated critique and feedback formats, different cultures of knowledge become visible, comparable, and accessible to doctoral students in relation to their respective projects. Divergent approaches and tensions are made productive. Face-to-face appointments and online individual consultations ensure feasibility and compatibility of family, work and study. Extensive formats such as master classes with invited experts, workshops with partner institutions, and contributions to the research community increase the communicability of design-scientific research projects.
The result is robust and communicable research designs that already have clear implementation plans in the early stages of the doctoral program.
Nähere Beschreibung des Projekts
Ausgangslage
Promovierende in der gestalterisch‑wissenschaftlichen Forschung stehen zu Beginn ihrer Dissertation vor einer doppelten Herausforderung. Sie müssen sich die Eigenlogik künstlerischer und gestalterischer Erkenntnis bewahren und zugleich wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit herstellen, ohne das Projekt vorschnell in eine einzelne Disziplin zu „zwingen“. Das Feld gestalterisch‑wissenschaftliche Forschung selbst ist im Entstehen begriffen und von teilweise zu entwickelnden Rändern geprägt. Konkurrierende Evidenzbegriffe und divergierende Theorieangebote sind die Regel. Genau diese Polyphonie ist eine Stärke wird aber zur Hürde, wenn sie unstrukturiert bleibt. Gerade in der frühen Phase der Promotion braucht es ein verlässlich strukturiertes, zugleich flexibles Setting, das Mehrstimmigkeit nicht nur zulässt, sondern methodisch nutzbar macht.
Didaktische Antwort: Teamstruktur als Methode
Neben dem hauptverantwortlichen Professor und Studiengangsleiter lehren weitere drei Professorinnen und Professoren kooperativ im Team‑Teaching. Das Besondere ist nicht, dass gemeinsam gelehrt wird, sondern wie. Jede Sitzung folgt einer Vier‑ Perspektiven‑Sequenz:
- Architektur & Philosophie: Begriffsschärfung, Begründungslogik, Ethik/Anthropologie, Ästhetik/Bildtheorie.
- Diese Perspektive schärft Begriff und Begründung: Was gilt hier als Erkenntnis? Welche ethischen und philosophisch‑anthropologischen Implikationen stehen an? Wie verhalten sich ästhetische und bildtheoretische Überlegungen zur Argumentation? Historische und zeitgenössische Architekturdenktraditionen liefern dabei Orientierungsrahmen und werden auch Fragen auf, wo Normativität dem Entwurf Grenzen oder Richtung gibt.
- Management & Innovation: Wirkung/Umsetzbarkeit, Stakeholder‑ und Nutzer*innen‑Perspektiven, Ressourcen/Komplexitätssteuerung
- Diese Perspektive richtet den Blick auf das Zusammenspien von Innovation und Transformation. Sie übersetzt Ideen in Fragen nach Möglichkeiten der Wirksamkeit. Wer sind die Stakeholder? Welche Nutzer*innen‑Perspektiven sind relevant? Wie lassen sich Ressourcen, Zeit und Komplexität verantwortungsvoll steuern?
- Human‑Centred Design & Design Science Research: Empiriefokus, strukturierte und nachvollziehbare Anwendung von Forschungsmethoden
- Diese Perspektive macht die Empirie‑ und Methodenverankerung stark. Welche Evidenzen sind für dieses Projekt anschlussfähig? Wie werden Daten erhoben, prototypisch erprobt und ausgewertet?
- Künstlerisch‑wissenschaftliche Forschung: Explorative, poetische, grenzüberschreitende Zugriffe mit analytischer Rückbindung
- Diese Perspektive stellt das Erkenntnispotential kreativer Prozesse in den Mittelpunkt. Wie entsteht Validität in gestalterisch-wissenschaftlicher Forschung? Welches Potential bieten künstlerische und/oder gestalterische Praktiken als Teil einer reflektierten Methodenpluralität?
Eine moderierende Stimme aus dem Team der Lehrenden ordnet die Rückmeldungen offen nach Fachkulturen und Evidenzformen (z.B. empirisch, prototypisch, ästhetisch oder narrativ) und bündelt sie in klaren Entscheidungsoptionen für die Weiterentwicklung der jeweiligen Promotionsprojekte. So wird Kooperation zur Erkenntnismethode. Die Mehrstimmigkeit erzeugt für die Teilnehmenden die Möglichkeit, die nächsten Schritte zu begründen. Hier wird auch die institutionelle Unterstützung seitens der Universitätsleitung sichtbar. Dass es überhaupt möglich ist, dass neben dem hauptverantwortlichen Professor und Studiengangsleiter sich weitere Professorinnen und Professoren unterstützend und kollegial in dieser Form einbringen, ist ein sichtbares Zeichens der von der Universitätsleitung geförderten Entwicklung neuer Formate zur gedeihlichen Weiterentwicklung einer noch jungen Privatuniversität. Rektor und Prorektor sehen im Aufbau dieses Doktoratsprogramms eine Investition in den Aufbau von Strukturen, die forschende Gestalterinnen und Gestalter in ihrer Weiterqualifikation besonders fördern, die Rolle von Design als Teil der notwendigen Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft zur Sicherung einer nachhaltigen Zukunft zu untersuchen.
Lernarchitektur und Methoden
Das Modul kombiniert fünf Präsenz‑Blocktermine mit semesterbegleitenden Online‑Einzelkonsultationen. Sie ermöglichen maßgeschneiderte Vertiefung und sichern die Studierbarkeit unter beruflichen und familiären Bedingungen.
- Moderierte Teamkritik (Vier‑Perspektiven‑Feedback), die zu begründeten Entscheidungen für die nächste Schritte im Forschungsprozess führen.
- Theorieimpulse (perspektivgebunden, projektnah) anhand von kurzen und präzisen Inputs und Lektüren direkt aus der jeweiligen Fachkultur, die eine wissenschaftstheoretische Einbettung der Projekte befördert.
- Einzelkonsultationen (rotierendes Online-Format), in denen individuelle Vertiefungen zwischen den Blöcken mit jeweils einem/einer Lehrenden im Fokus stehen. Zentrale Entscheidungen fließen zurück in die nächste Teamkritik.
- Lernräume außerhalb der Universität in unterschiedlichen Formaten (z. B. Workshops, Peer‑Foren, öffentliche Kurzformate, Expertinnen‑Dialoge), in denen der Kompetenzen in Transfer und Forschungskommunikation entwickelt werden. Die Resonanz wird strukturiert und durch die Lehrenden begleitet ins Projekt rückgekoppelt.
Moderierte Mehrstimmigkeit statt stiller Kompromisse
Die Lernarchitektur macht die Teamstruktur zum didaktischen Kern. Das Professorinnen- bzw. Professorenteam arbeitet bewusst sequenziell und moderiert zusammen, sodass jedes Promotionsprojekt nacheinander durch vier komplementäre Perspektiven geführt wird. Die daraus entstehenden Spannungen sind gewollt und werden sichtbar gemacht, eingeordnet und in entscheidbare Optionen überführt. Jede Einheit erzeugt damit Forschungskohärenz (stimmige Verbindung von Erkenntnisinteresse, Fragestellung, Praxis, Theorie und Methode) und stärkt die Kommunikationsfähigkeit.
Die vier Perspektiven erzeugen gewollte Spannungen. Die Impulse und Rückmeldungen werden offen nach Fachkultur, Disziplinlogik und Evidenzform (prototypisch, empirisch, ästhetisch, narrativ) moderiert. Konvergenzen werden identifiziert, Divergenzen benannt, Entscheidungsoptionen klar gemacht. Promovierende verfolgen dabei die Leitfrage:
»Was hat mein Projekt heute kohärenter gemacht?«
Auf diese Weise wird Forschungskohärenz systematisch aufgebaut: Erkenntnisinteresse, Forschungsfrage(n), gestalterische Praxis, Theoriebezüge und Methoden werden sichtbar verbunden und zu einem nachvollziehbaren Forschungsdesign verdichtet.
In dieser Lehrveranstaltung liegt der Fokus darauf, die Forschungskohärenz gezielt aufzubauen. Dies umfasst folgende grundsätzliche Kompetenzfelder:
- Forschungsdesign schärfen: Fragestellung, Erkenntnisinteresse, Beitrag im Sinne des „Value through Design“-Themenhorizonts, Material/Methoden.
- Methodenkompetenz ausbauen: künstlerisch‑wissenschaftliche, gestalterisch-wissenschaftliche sowie wissenschaftliche Herangehensweisen begründet auswählen, anwenden und evaluieren.
- Kontext‑ und Urteilsfähigkeit im Forschungsprojekt situieren: historisch‑institutionelle, soziale und ethische Einbettungen reflektieren und divergierende Perspektiven durchdenken.
- Kommunikationsfähigkeit stärken: unterschiedliche Positionen gegeneinander abwägen und zueinander in Beziehung, stabile Theoriepositionierung des Projekts angesichts der Pluralität der Positionen darstellbar machen.
Das Modul stärkt die Forschungskohärenz, indem es Erkenntnisinteresse, Forschungsfrage(n), gestalterische Praxis, Theoriebezüge und methodische Entscheidungen in iterativen, multiperspektivischen Feedbackschleifen sichtbar verbindet und zu einem nachvollziehbaren Forschungsdesign verdichtet.
Forschungskommunikation und Dialog
Damit Kommunikationsfähigkeit nicht nur geübt, sondern erprobt wird, öffnet das Modul den Lernraum über die Hochschule hinaus.
Im Wintersemester 2025/26 gehörte dazu ein Workshop zu spekulativem Design mit Lehrenden und Masterstudierenden der Hochschule Coburg. Die Integrationen von Methoden des spekulativen Designs – angeleitet durch den Professor für künstlerisch-wissenschaftliche Forschung – in die Auseinandersetzung mit ihren Forschungsprojekten – erlaubte es den Promovierenden, neu gestaltete Hypothesen, Zugänge und Artefakte in einem hochschulübergreifenden Setting zu testen. Zudem trugen Master Classes mit internationalen Gästen, die als Teil der moderierten Impuls- und Feedback-Kultur zur Schärfung des Projekts bei Zu den eingeladenen Gästen gehörten unter anderem Dr. Georg Russegger (Leiter des Open Innovation in Science Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft), Prof. Dr. Bianca Herlo (Leiterin des Competence Center »Transformation Design« der Hochschule Luzern) und Prof. Dr. Michael Hohl (Leitung Architektur- und Designforschung der Hochschule Anhalt).
Um an der New Design University Sichtbarkeit, Austausch für Promovierende im Design zu unterstützen, organisierte die Leitung des Doktoratsprogramm mit Vertreterinnen und Vertretern der Nachwuchsplattform des Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und -forschung das erste im design:promoviert Kolloquium in St. Pölten. Im Rahmen der Gestaltung und Durchführung von Vorträgen und Posterpräsentationen als Beiträge im design:promoviert Kolloquium schärfen die Promovierenden aus dem Modul „künstlerisch-wissenschaftliche Projektentwicklung“ die adressatinnen- und adressatengerechte Vermittlung ihrer Forschungsarbeit. In diesem Kontext wird insbesondere die zweite Schlüsselkompetenz des Moduls sichtbar: Kommunikationsfähigkeit als Fähigkeit, Prozesslogik und Ergebnisse situationsangemessen zu vermitteln.
Wirkung und Nachhaltigkeit
Durch die didaktisch gerahmte Mehrstimmigkeit entsteht ein entscheidungsfähiger Forschungsprozess, der schneller zur Konzeptreife führt und zugleich offen bleibt für Erkenntnisgewinne aus der Praxis. Die Teamstruktur als Methode sichert, dass jede Kohorte – ob klein oder größer – Peer‑Learning in hoher Intensität erlebt. Die Lehrarchitektur ist wiederhol‑ und skalierbar; Kooperationen und Kolloquien verankern den Transfer in Fachcommunity und Öffentlichkeit. Nicht zuletzt macht die institutionelle Unterstützung (Ressourcen, Sichtbarkeit, Fortführung) deutlich, dass dieses Modul kein Einzelereignis ist, sondern ein struktureller Beitrag zur Promotionskultur. Teamstruktur zum didaktischen Kern einer Lehrveranstaltung für Promovierende zu machen, ist ein innovatives ein Beispiel dafür, wie kooperative Lehre selbst zur Methode der Erkenntnis wird.
Rückmeldungen von Promovierenden aus dem ersten Jahrgang des Doktoratsprogramms haben hervorhoben, dass gerade das Modul „künstlerisch-wissenschaftliche Projektentwicklung“ zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Forschungsprojekts beigetragen hat. Gerade die Vielstimmigkeit und der moderierte Zugang zu unterschiedlichen Denk-, Forschungs- und Methodenformen wurden als besondere Stärke wahrgenommen.
Akzeptanz und Resonanz
Aufgrund der kleinen Gruppengröße wurden mehrere persönliche Feedback-Runden durchgeführt, die als offenes Forum fungierten.
Außerdem konnten die Teilnehmenden mit einem externen Lehrenden mit Moderationserfahrung (ohne die in der Lehrveranstaltung "künstlerisch-wissenschaftliche Projektentwicklung" Lehrenden) über ihre Lehrerfahrung sprechen.
Weitere informelle Rückmeldungen zur hohen Akzeptanz der Lehrveranstaltung und dem empfundenen Wissens- und Kompetenzzuwachs wurden durch Kolleg*innen und Kollegen anderer Hochschulen zurückgespiegelt, an denen die Teilnehmenden zum Teil als wissenschaftliche Mitarbeiter*innen/Lehrende tätig sind.
Rückmeldungen von Promovierenden aus dem ersten Jahrgang des Doktoratsprogramms haben hervorhoben, dass gerade das Modul „künstlerisch-wissenschaftliche Projektentwicklung“ zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Forschungsprojekts beigetragen hat. Gerade die Vielstimmigkeit und der moderierte Zugang zu unterschiedlichen Denk-, Forschungs- und Methodenformen wurden als besondere Stärke wahrgenommen.
Nutzen und Mehrwert
Alleinstellend ist, dass Kooperation selbst die Methode ist: Vier Professor*innen arbeiten sequenziell und moderiert zusammen. Unterschiedliche Erkenntniskulturen werden sichtbar, vergleichbar und entscheidbar. Die vier Lehrenden unterrichten das erste Mal gemeinsam und die positiven Erfahrungen werden neue Formen der Kooperation hervorbringen. Die Lehrveranstaltung rekurriert immer wieder auf die individuellen Promotionsprojekte und die Teilnehmenden sind aktiv in die Ausgestaltung der Lehrveranstaltung integriert. Das Blended‑Learning-Design schafft Studierbarkeit (gerade angesichts heterogener Lebenssituationen). Die Einbeziehung weiterer Akteur*innen (z.B. durch Master Classes, Workshops, Kolloquien) unterstützt den Erwerb von Transferkompetenzen. So entstehen früh tragfähige, kommunizierbare Forschungsdesigns und eine Promotionskultur, die Mehrstimmigkeit als Motor der Erkenntnis nutzt.
Auch wenn die produktive Nutzung unterschiedlicher Perspektiven für die Weiterentwicklung der individuellen Promotionsprojekte im Fokus steht, hat diese Lehrveranstaltung auch einen positiven Effekt auf die Forschungskultur des Kollegiums. Die Lehrveranstaltung bietet über seinen eigentlichen Zweck heraus auch ein Forum, die eigenen trans- und interdisziplinären Kompetenzen weiterzuentwickeln und insbesondere die Forschungskultur an der New Design University zu dynamisieren. Die Lehrenden partizipieren wie die teilnehmenden Promovierenden auch an einer form forschungsgetriebener Lehre, die auch die Ausgestaltung weiterer Lehrveranstaltungen positiv beeinflusst und das Thema der dialogischen Integration von Forschung in die Lehre sichtbar macht.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2025
Das Modul „Künstlerisch‑wissenschaftliche Projektentwicklung“ bleibt fixer Bestandteil der Studieneingangsphase im berufsbegleitenden Doktoratsprogramm »Value through Design«.
Das Rektorat sichert Mittel (Workshops, Master Classes, externe Gäste) und macht die besondere Qualität der kooperativen Lehre hochschulöffentlich sichtbar.
Gemäß einer Designlogik findet eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt. Nach jedem Durchlauf werden Zeitanteile und Modulelemente (Teamkritik, Impulse, Einzelkonsultationen) und Abläufe anhand einer Evaluation justiert. Bereits nach dem ersten Durchlauf wurde die Zeitorganisation angepasst, um den Forschungsrealitäten und Lebensumständen der Promovierenden gerecht zu werden.
Es wäre interessant, das Lehrkonzept auf außerhochschulische Kontexte zu übertragen. Grundsätzlich erscheint dies unkompliziert, weil der Kern der Lehrveranstaltung, Teamstruktur als Methode zu verstehen, unabhängig vom Fachkontext funktionieren kann. In Ko‑Workshops mit Kommunen, Kultureinrichtungen, NGOs oder Unternehmen kann die Perspektiven‑Logik als strukturierte Design‑ und Review‑Routine eingesetzt werden, um Projekte iterativ zu schärfen und Stakeholder*innen früh einzubinden. Voraussetzung wäre eine entsprechende „epistemische Offenheit“, die ja bei Promotionsprojekten im Bereich gestalterisch-wissenschaftliche Forschung prinzipiell gegeben ist.
Institutionelle Unterstützung
Das Modul ist als Kernbestandteil des berufsbegleitenden Doktoratsprogramms Value through Design im Curriculum verankert und wird von der Hochschulleitung mit Blick auf die Profilbildung als Forschungsuniversität und die Entwicklung einer Promotionskultur explizit unterstützt.
Das Rektorat stellt zusätzliche Ressourcen bereit. Dies umfasst unter anderem Mittel für das design:promoviert‑Kolloquium, externe Gäste/Expert*innen (Master Classes) und kooperative Workshops (z. B. mit Partnerhochschulen). Darüber hinaus ermöglicht das Rektorat, dass vier Professor*innen gemeinsam eine Lehrveranstaltung für eine relativ kleine Studierendengruppe durchführen. Dadurch wird Team‑Teaching in einer kleinen Kohorte qualitativ tragfähig.
Rektor und Prorektor sehen im Aufbau des dieses Doktoratsprogramms eine Investition in den Aufbau von Strukturen, die forschende Gestalter*innen fördern, die Rolle von Design als Teil der notwendigen Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft zur Sicherung einer nachhaltigen Zukunft. zu untersuchen. In diesem Sinne verpflichtet sich die Universität dazu, hier besondere Formate zu ermöglichen, die neue Wege gehen und promovierenden Designer*innen in ihrer wissenschaftlichen Weiterqualifikation besonders fordert und fördert.
Die Rückbindung an das Qualitätsmanagement ist fest etabliert: Offene, persönliche Feedback‑Foren, unabhängige Anlaufstelle und Selbsteinschätzungen zu Kohärenz‑ und Kommunikationssicherheit werden kombiniert und verschriftlicht. Daraus erwachsen konkrete Verbesserungen, die im nächsten Durchlauf überprüft werden mit dem Ziel, die Teamstruktur‑als‑Methode in jeder Kohorte noch wirksamer zu machen.