Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
[EDU]cation - Emerging Design Units for International Education
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
HCW
Gruppenfoto mit allen 50 Studierenden und 6 Lektor*innen aus Wien, Helsinki und Barcelona
Ars Docendi Kategorie
Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
50-150
Anreißer (Teaser)
Im internationalen Lehrprojekt [EDU]cation entwickeln Architekturstudierende klimaresiliente Kindergärten für eine heißere Zukunft. Forschend, kollaborativ und praxisnah entstehen innovative Entwürfe im Austausch zwischen Wien, Helsinki und Barcelona
Kurzzusammenfassung des Projekts
Das Lehrprojekt „[EDU]cation – Emerging Design Units for International Education“ verbindet klimaorientierte Entwurfslehre mit internationaler Zusammenarbeit. Architekturstudierende im 4. Semester entwickelten gemeinsam mit Partnerhochschulen aus Helsinki und Barcelona klimaresiliente Konzepte für Kindergärten der Zukunft. Ausgangspunkt war die zunehmende sommerliche Überhitzung in Städten wie Wien und die Frage, wie Bildungsbauten unter künftigen Klimabedingungen funktionieren können.
Das Projekt war in drei Phasen gegliedert: eine internationale Online-Phase mit gemeinsamer Recherche und Austausch zu Klimazonen, eine Intensivwoche in Wien mit iterativer Entwurfsarbeit in internationalen Teams sowie eine abschließende Vertiefung an den Heimatuniversitäten mit gemeinsamer Präsentation. Im Mittelpunkt standen forschendes, problemorientiertes und kollaboratives Lernen. Die Studierenden analysierten Klimadaten, entwickelten Anpassungsstrategien und reflektierten ihre Entwurfsentscheidungen im interkulturellen Diskurs.
Die Initiative stärkt das Bewusstsein für klimawandelangepasste Architektur und vermittelt konkrete planerische Kompetenzen. Durch die Verbindung von Resilienzforschung, digitaler Kooperation und praxisnaher Entwurfsarbeit entsteht ein innovatives Lehrformat mit nachhaltiger Wirkung.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The international teaching project “[EDU]cation – Emerging Design Units for International Education” combines climate-responsive design education with international collaboration. Fourth-semester architecture students worked together with partner universities in Helsinki and Barcelona to develop climate-resilient concepts for kindergartens of the future. The starting point was the increasing summer overheating in cities such as Vienna and the question of how educational buildings can perform under future climate conditions.
The project was structured in three phases: an international online phase with joint research and exchange on different climate zones, an intensive design week in Vienna with iterative teamwork in mixed international groups, and a final refinement phase at the home universities followed by a joint presentation. The focus was on research-based, problem-oriented and collaborative learning. Students analyzed climate data, developed adaptation strategies and reflected on their design decisions within an intercultural discourse.
The initiative strengthens awareness of climate-adapted architecture and equips students with practical planning skills. By linking resilience research, digital collaboration and hands-on design practice, the project establishes an innovative and sustainable teaching model.
Nähere Beschreibung des Projekts
Im Lehrprojekt „[EDU]cation – Emerging Design Units for International Education“ entwickelten Architekturstudierende im vierten Semester klimaresiliente Entwürfe für Kindergärten der Zukunft. Das Projekt ist an der Hochschule angesiedelt und wird in Kooperation mit Partnerinstitutionen in Helsinki und Barcelona durchgeführt. Im Zentrum stehen nicht primär die architektonischen Inhalte, sondern die didaktische Konzeption und die Frage, wie Studierende frühzeitig zu einem klimaresponsiven, reflektierten und international anschlussfähigen Entwurfsdenken befähigt werden können.
Ausgangslage und Motivation
Die zunehmende sommerliche Überhitzung urbaner Räume stellt Städte wie Wien vor erhebliche Herausforderungen. Versiegelte Flächen, dichte Bebauung und steigende Durchschnittstemperaturen führen dazu, dass insbesondere sensible Nutzergruppen – wie Kinder – stark belastet sind. Bildungsbauten benötigen daher neue Strategien, um auch unter veränderten klimatischen Bedingungen gesunde und lernförderliche Räume zu gewährleisten.
In der Architekturausbildung dominieren traditionell gestalterische, funktionale und konstruktive Aspekte. Fragen der Klimaanpassung werden zwar behandelt, jedoch häufig additiv und nicht als grundlegende Entwurfsprämisse. Gleichzeitig verändert sich das Berufsbild: Internationale Kooperation, digitale Arbeitsformen und interdisziplinäres Denken sind heute selbstverständlicher Bestandteil der Praxis.
Vor diesem Hintergrund wurde das Lehrprojekt konzipiert. Ziel war es, klimatische Zukunftsszenarien nicht als Randthema, sondern als Ausgangspunkt des Entwerfens zu setzen – und dies in einem internationalen, kollaborativen Setting.
Zielsetzung
Das Projekt verfolgt mehrere ineinandergreifende Ziele.
- Zunächst sollen Studierende ein grundlegendes Verständnis für die Dringlichkeit klimawandelangepasster Architektur entwickeln. Es geht darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass zukünftige Gebäude unter anderen klimatischen Bedingungen funktionieren müssen als heutige. Dieses Bewusstsein soll jedoch nicht abstrakt bleiben, sondern in konkrete planerische Strategien übersetzt werden.
- Darüber hinaus zielt das Projekt auf die Entwicklung methodischer Kompetenzen. Die Studierenden lernen, Klimadaten zu analysieren, Zukunftsszenarien zu interpretieren und daraus räumliche Konsequenzen abzuleiten. Sie üben, Entwurfsentscheidungen argumentativ zu begründen und im Diskurs mit internationalen Partner*innen zu reflektieren.
- Ein weiteres Ziel ist die Förderung interkultureller und kommunikativer Fähigkeiten. Durch die Zusammenarbeit mit Studierenden aus unterschiedlichen Ländern werden eigene Denk- und Entwurfsmuster hinterfragt. Unterschiedliche klimatische, kulturelle und regulatorische Rahmenbedingungen eröffnen neue Perspektiven und erweitern den Horizont über den lokalen Kontext hinaus.
- Schließlich soll das Projekt auch Innovationskompetenz stärken. Die Studierenden werden ermutigt, experimentelle, adaptive und resiliente Lösungen zu entwickeln, die über konventionelle Standards hinausgehen, dabei jedoch realisierbar und leistbar bleiben.
Zielgruppe
Adressiert sind Architekturstudierende im vierten Semester des Bachelorstudiums. In dieser Phase verfügen sie bereits über grundlegende Kenntnisse im Entwerfen, in Konstruktion und Bauphysik, sind jedoch noch offen für neue Denkansätze und nicht auf bestimmte Spezialisierungen festgelegt. Das Projekt setzt daher bewusst in einer Phase an, in der Haltungen und Entwurfslogiken noch formbar sind.
Durch die Einbindung von Partnerhochschulen aus Helsinki und Barcelona wird die Zielgruppe erweitert. Studierende aus drei unterschiedlichen Klimaregionen – nordeuropäisch, mitteleuropäisch und südeuropäisch – arbeiten zusammen. Diese Konstellation schafft eine produktive Spannung zwischen unterschiedlichen klimatischen Realitäten: Während in Helsinki lange Winterperioden dominieren, steht in Barcelona der sommerliche Hitzeschutz im Vordergrund. Wien befindet sich gewissermaßen zwischen diesen Extremen. Der Vergleich dieser Kontexte bildet eine zentrale Lernressource.
Aufbau
Das Projekt ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert.
Phase 1: Internationale Online-Kollaboration
In einer ersten Phase arbeiten die Studierenden online in internationalen Gruppen zusammen. Digitale Workshops, gemeinsame Präsentationen und moderierte Diskussionen dienen dazu, klimatische Rahmenbedingungen der jeweiligen Städte (Nord-, Mittel- und Südeuropa) zu analysieren und Strategien zur Resilienz zu recherchieren. Diese Phase fördert selbstorganisiertes Lernen und den Umgang mit digitalen Kollaborationstools. Englisch fungiert als gemeinsame Projektsprache, was zusätzlich kommunikative Kompetenzen stärkt.
Phase 2: Intensivwoche in Wien
Die zweite Phase besteht aus einer Intensivwoche in Wien. Hier treffen die Studierenden physisch aufeinander und entwickeln ihre Entwürfe in einem dichten, atelierähnlichen Setting weiter. Tägliche thematischen Impulsvorträge, Feedbackrunden, Zwischenpräsentationen und Diskussionen prägen diese Woche. Die räumliche Nähe und der direkte Austausch ermöglichen eine Intensivierung des Lernprozesses. Die Entwürfe werden iterativ überarbeitet, verworfen, neu gedacht und präzisiert.
Phase 3: Vertiefung an den Heimatuniversitäten
In der dritten Phase kehren die Studierenden an ihre jeweiligen Heimatuniversitäten zurück und vertiefen ihre Projekte. Technische, normative und wirtschaftliche Aspekte werden stärker integriert. Den Abschluss bildet eine internationale Online-Präsentation, in der die Ergebnisse vorgestellt und kritisch diskutiert werden.
Lehr- und Lernmethoden
Die Lehrmethoden standen im Zentrum des Projekts. Sie basieren auf fünf didaktischen Prinzipien:
- Forschendes Lernen: Im Mittelpunkt des Projekts steht ein forschend-gestaltender Lernansatz. Die Studierenden werden nicht mit vorgefertigten Lösungen konfrontiert, sondern erarbeiten sich Problemverständnis und Lösungsstrategien eigenständig. Reale Klimadaten, Prognosen und Simulationen dienen als Grundlage. Auf dieser Basis entwickeln sie räumliche Konzepte, die auf Überhitzung, Mikroklima und Ressourcenschonung reagieren.
- Iteratives Entwerfen: Ein zentrales didaktisches Prinzip ist das iterative Entwerfen. Die Projekte entstehen nicht linear, sondern durch wiederholte Schleifen von Analyse, Entwurf, Feedback und Überarbeitung. Diese Struktur fördert Reflexionsfähigkeit und die Bereitschaft, eigene Ideen kritisch zu hinterfragen.
- Internationales Co-Design: Die internationale Teamarbeit erweitert diesen Prozess um eine transkulturelle Dimension. Unterschiedliche Erfahrungen mit Baukulturen, Materialien und gesetzlichen Rahmenbedingungen führen zu intensiven Diskussionen. Die Studierenden lernen, ihre Konzepte verständlich zu kommunizieren und auf konstruktive Kritik einzugehen.
- Projektbasiertes Lernen (Problem-Based Learning): Das Projekt folgt zudem dem Ansatz des problemorientierten Lernens. Die Aufgabenstellung – ein Kindergarten unter zukünftigen klimatischen Bedingungen – ist realitätsnah und gesellschaftlich relevant. Dadurch entsteht eine hohe intrinsische Motivation. Die Studierenden erleben, dass ihre Entwürfe nicht nur akademische Übungen sind, sondern Antworten auf reale Herausforderungen darstellen.
- Blended Learning: Blended-Learning-Elemente verbinden digitale und analoge Formate. Die Online-Phase ermöglicht kontinuierlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg, während die Präsenzphase eine vertiefte Zusammenarbeit und spontane Interaktion fördert. Diese Kombination spiegelt die Arbeitsrealität in internationalen Planungsprozessen wider.
Ergebnisse und Lernerfahrungen
Die im Projekt entstandenen Entwürfe zeichnen sich durch vielfältige Strategien zur Reduktion sommerlicher Überhitzung ohne energieintensive Kühlung aus. Passive Maßnahmen wie Verschattung, natürliche Lüftung, Begrünung und wassersensible Freiraumgestaltung spielen eine zentrale Rolle. Technische Lösungen werden nicht ausgeschlossen, stehen jedoch nicht im Vordergrund. Entscheidend ist das Verständnis von Gebäude und Außenraum als zusammenhängendes System.
Auf Ebene der Lernprozesse zeigen sich deutliche Effekte. Die Studierenden entwickeln ein differenziertes Bewusstsein für klimatische Zusammenhänge und erkennen, wie stark Entwurfsentscheidungen von äußeren Bedingungen abhängen. Viele berichten von einem Perspektivenwechsel: Architektur wird nicht mehr primär als formale Aufgabe verstanden, sondern als verantwortungsvolle Gestaltung unter ökologischen Rahmenbedingungen.
Auch die internationale Zusammenarbeit hinterlässt nachhaltige Spuren. Denk- und Entwurfsmuster verändern sich, da alternative Herangehensweisen sichtbar werden. Kontakte zwischen den Studierenden bleiben über das Projekt hinaus bestehen und wirken in Praktika und weiteren Studienprojekten fort.
Besonderheiten des Projekts
Das Lehrprojekt zeichnet sich durch die konsequente Integration von Klimazukunftsszenarien in die architektonische Grundausbildung aus. Anstatt heutige Normbedingungen zu reproduzieren, werden zukünftige Klimadaten als Planungsgrundlage verwendet. Dadurch entsteht ein vorausschauendes, adaptives Entwurfsverständnis.
Ein weiterer besonderer Aspekt ist der systematische Vergleich dreier repräsentativen Klimaregionen. Dieser Vergleich geht über theoretische Betrachtungen hinaus, da er unmittelbar in die Entwurfsarbeit eingebettet ist. Transkulturelles Lernen wird so nicht als Zusatzmodul, sondern als integraler Bestandteil des Studios erfahrbar.
Zudem verbindet das Projekt Forschung, Lehre und Praxisnähe. Normative Anforderungen, Kostenbewusstsein und Umsetzbarkeit werden in die Entwürfe integriert, ohne die kreative Freiheit einzuschränken.
Weiterentwicklungen: Austragungsort Helsinki und Integration von KI-Tools
Bei der erneuten Durchführung wird das Projekt weiterentwickelt. Die Intensivphase wird im diesen Jahr in Helsinki stattfinden, wodurch sich die klimatische Perspektive verschiebt und saisonale Hybridstrategien stärker in den Fokus rücken.
Darüber hinaus ist der Einsatz von KI-gestützten Tools zur Simulation und Entscheidungsunterstützung vorgesehen. Diese Werkzeuge sollen Studierenden helfen, Varianten hinsichtlich thermischer Performance zu vergleichen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig wird die kritische Reflexion digitaler Technologien als Lernziel verankert.
Eine systematischere Evaluation der Lernergebnisse ist ebenfalls geplant. Durch strukturierte Feedbackinstrumente sollen Lernfortschritte sichtbar gemacht und das Format kontinuierlich optimiert werden.
Fazit
„[EDU]cation – Emerging Design Units for International Education“ ist ein Lehrprojekt, das klimaorientierte Entwurfslehre, internationale Kooperation und innovative didaktische Methoden verbindet. Im Mittelpunkt steht ein forschender, iterativer und kollaborativer Lernprozess. Studierende erwerben nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern entwickeln ein verantwortungsbewusstes, resilientes Entwurfsverständnis.
Das Projekt leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Architekturausbildung und bereitet zukünftige Planer*innen auf die klimatischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte vor.
Akzeptanz und Resonanz
Das Lehrprojekt [EDU]cation wurde von den Studierenden sehr positiv angenommen. Dies zeigt sich sowohl in den formalen Lehrveranstaltungsevaluierungen als auch in qualitativen Rückmeldungen im Rahmen von Feedbackgesprächen und Abschlussreflexionen.
In der quantitativen Evaluierung (standardisierte Online-Lehrveranstaltungsbewertung) lagen die Werte in den Kategorien „Gesamtzufriedenheit“, „Betreuung durch Lehrende“ und „Praxisrelevanz“ deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Entwurfsstudios des Studiengangs. Besonders hoch bewertet wurden die internationale Zusammenarbeit sowie die Intensivwoche in Wien. Die Weiterempfehlungsrate lag bei nahezu allen Teilnehmenden.
In den offenen Kommentaren wird wiederholt hervorgehoben, dass die reale Problemstellung – Überhitzung von Bildungsbauten – als gesellschaftlich relevant und motivierend erlebt wurde. Studierende betonen, dass sie erstmals Klimaanpassung nicht als theoretisches Zusatzthema, sondern als grundlegende Entwurfsprämisse erfahren haben. Mehrfach wurde formuliert, dass sich das eigene Verständnis von Architektur „nachhaltig verändert“ habe und ökologische Fragestellungen künftig selbstverständlich in den Entwurfsprozess integriert würden.
Die internationale Zusammenarbeit wird als besonders bereichernd beschrieben. Studierende berichten, dass der Vergleich unterschiedlicher Klimazonen und Planungskulturen neue Denkansätze eröffnet habe. Gleichzeitig wurde die Arbeitssprache Englisch als fordernd, aber kompetenzsteigernd wahrgenommen. Einige Rückmeldungen verweisen darauf, dass gerade die Herausforderung der interkulturellen Abstimmung zu intensiveren Diskussionen und reflektierteren Entwurfsentscheidungen geführt habe.
Die Intensivwoche vor Ort wurde nahezu durchgängig als Höhepunkt des Projekts bezeichnet. Die dichte Arbeitsatmosphäre, das unmittelbare Feedback internationaler Lehrender und der direkte Austausch mit den Partnerstudierenden wurden als besonders lernwirksam eingeschätzt. Studierende hoben hervor, dass die iterative Arbeitsweise mit regelmäßigen Zwischenpräsentationen ihre Fähigkeit gestärkt habe, Entwürfe kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Auch der Workload wurde überwiegend als angemessen, wenn auch anspruchsvoll beschrieben. Mehrere Studierende äußerten, dass der erhöhte Aufwand durch die internationale Koordination durch den Lernertrag gerechtfertigt gewesen sei. Kritische Anmerkungen bezogen sich vor allem auf organisatorische Aspekte (Zeitabstimmung zwischen den Hochschulen), weniger auf das didaktische Konzept selbst. Diese Hinweise wurden in der Weiterentwicklung des Projekts berücksichtigt.
Ein zusätzlicher Indikator für die hohe Akzeptanz ist die starke Nachfrage: Für das aktuelle Studienjahr waren sämtliche Plätze bereits im Vorfeld vergeben, das Lehrprojekt war vollständig ausgebucht. Dies unterstreicht die Attraktivität des Formats innerhalb des Studiengangs.
Darüber hinaus zeigt sich die nachhaltige Wirkung über das Semester hinaus. Mehrere Studierende integrierten Aspekte ihrer Projekte in weiterführende Entwurfsarbeiten oder Bachelorarbeiten. Einzelne Teilnehmende nutzten die aufgebauten Kontakte für internationale Praktika oder Austauschprogramme. In informellen Alumni-Rückmeldungen wird das Projekt wiederholt als „prägend“ für das weitere Studium beschrieben.
Zusammenfassend wird das Lehrprojekt hinsichtlich Motivation, Lernerfahrung und Kompetenzgewinn sehr positiv bewertet. Die Verbindung von gesellschaftlicher Relevanz, internationaler Kooperation und innovativen Lehrmethoden wird von den Studierenden als besonders wertvoll eingeschätzt.
Nutzen und Mehrwert
Das Lehrprojekt „[EDU]cation – Emerging Design Units for International Education“ bietet einen klaren Mehrwert gegenüber klassischen Entwurfsstudios, da es klimaorientierte Themen, internationale Kooperation und innovative Lehrmethoden konsequent verbindet. Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die Integration von Klimaanpassung als grundlegende Entwurfsprämisse: Studierende entwerfen für ein zukünftiges städtisches Klima, das zunehmend von Hitzewellen geprägt ist. Dadurch erwerben sie praxisnahe Kompetenzen, die über die klassische Entwurfslehre hinausgehen.
Die internationale Zusammenarbeit zwischen Wien, Helsinki und Barcelona eröffnet transkulturelle Perspektiven. Studierende lernen, unterschiedliche klimatische, kulturelle und regulatorische Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, vergleichen Lösungsansätze und entwickeln adaptive, kontextspezifische Entwürfe. Dies fördert Reflexion, Kooperation und kommunikative Fähigkeiten, die in der modernen Architekturpraxis entscheidend sind.
Innovative Lehrmethoden wie Blended Learning, forschendes Lernen, iterative Entwurfsprozesse und problemorientierte Aufgabenstellungen unterstützen eigenständiges Denken und kreative Problemlösungen. Studierende gestalten den Lernprozess aktiv mit, reflektieren Entscheidungen und geben Feedback an internationale Peers.
Zudem entfaltet das Projekt nachhaltige Wirkung: Konzepte und Strategien werden über das Semester hinaus genutzt, in weiteren Studienprojekten, Bachelorarbeiten oder Praktika weiterentwickelt. Der Einsatz digitaler Tools ermöglicht fundierte Entwurfsentscheidungen und eröffnet neue Formen der Lehr- und Lernunterstützung.
Insgesamt schafft das Projekt einen hohen Mehrwert durch die Verbindung von klimaresilienter Gestaltung, internationaler Kooperation, forschendem Lernen und digitalen Methoden. Es flexibilisiert die Lehre, erweitert Kompetenzen über klassische Entwurfsarbeit hinaus und etabliert ein zukunftsweisendes Modell für praxisnahe, internationale Architekturlehre.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2025
Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: 2028
„[EDU]cation“ ist als kontinuierlich weiterführbares Format konzipiert und wird langfristig im Curriculum verankert. Die nächste Intensivphase wird in Helsinki stattfinden, wodurch die Perspektive auf klimatische Herausforderungen erweitert wird – insbesondere auf saisonale Hybridbedingungen, die sowohl Winterkälte als auch sommerliche Hitze berücksichtigen. Im darauffolgenden Jahr ist die Durchführung in Barcelona geplant, wodurch zusätzlich der Blick auf südeuropäische klimatische Bedingungen und Planungsansätze integriert wird. Gleichzeitig ist vorgesehen, den Einsatz digitaler Werkzeuge, insbesondere KI-gestützter Simulationen zur Überhitzungsanalyse und Entscheidungsunterstützung, weiter auszubauen. Dies ermöglicht den Studierenden eine datenbasierte Reflexion ihrer Entwurfsentscheidungen und fördert die Fähigkeit, komplexe Klimaprobleme strukturiert zu lösen.
Die iterative Struktur des Projekts – Online-Kollaboration, Präsenzintensivwoche, Nachbearbeitung an der Heimatuniversität – hat sich als besonders erfolgreich erwiesen und bildet die Grundlage für eine dauerhafte Integration in das Studienprogramm. Das Konzept ist darüber hinaus auf andere Lehrveranstaltungen und Fachbereiche übertragbar. Die Verbindung von realitätsnahen Problemstellungen, internationalen Kooperationen und digitalen Arbeitsmethoden eignet sich für unterschiedliche Entwurfs- oder Projektstudios, auch außerhalb der Architektur. Themen wie Nachhaltigkeit, Resilienz, partizipative Planung oder systemisches Problemlösen können ebenso in Städtebau, Landschaftsplanung oder Ingenieurwissenschaften adaptiert werden.
Institutionelle Unterstützung
Finanzielle Mittel stammen aus dem Blended Intensive Program (BIP) der Europäischen Union, wodurch die Teilnahme von Studierenden aus Wien, Helsinki und Barcelona sowie die Durchführung der internationalen Präsenzphasen abgesichert werden konnte. Diese Förderung deckt insbesondere Reisekosten, Unterkunft und organisatorische Aufwände der Intensivwochen und ermöglicht die Nutzung digitaler Kollaborationstools, wodurch ein hohes Niveau an Praxisnähe und internationalem Austausch gewährleistet wird.
Die operative Unterstützung erfolgt maßgeblich durch das International Office der Hochschule, das bei der Koordination der Partnerhochschulen, bei der organisatorischen Vorbereitung der internationalen Gruppenarbeit sowie bei der Integration der Lehrveranstaltung in das Studienprogramm eine zentrale Rolle spielt. Dazu gehören auch administrative Tätigkeiten wie die Abstimmung der Semesterzeiten, die Sicherstellung von Sprach- und Zugangsanforderungen sowie die Begleitung der Studierenden bei Reiseformalitäten. Ohne diese intensive organisatorische Begleitung wäre die komplexe internationale Zusammenarbeit in dieser Form kaum umsetzbar.
Darüber hinaus stellt die Hochschule die notwendige Infrastruktur bereit. Dazu zählen digitale Plattformen für Online-Workshops und Präsentationen, Atelierräume für die Intensivwochen, sowie technische Ausstattung für die Erstellung von Entwurfspräsentationen, Modellen und Simulationen. Lehrende werden durch die Hochschule zusätzlich entlastet, indem Ressourcen für die Betreuung internationaler Teams bereitgestellt werden, etwa durch administrative Unterstützung und koordinierende Lehrassistenzen.