Zuletzt aktualisiert am 23.06.2025
Translational Research in Hemato/-Oncology
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Ars Docendi Kategorie
Forschungsbezogene bzw. kunstgeleitete Lehre
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
Wie funktioniert Forschung? Wie kommen Ergebnisse von der Laborbank ans Patientenbett & wie können Probleme von Patient/innen im Labor untersucht werden? Das alles erleben Medizinstudent/innen im Wahlfach „Translational Research in Hemato/-Oncology“.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Das Wahlfach „Translational Research in Hemato/-Oncology“, das Medizinstudent/innen der Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften im 2. Jahr des Bachelor-Studiums „Health Sciences“ belegen können, behandelt das grundlegende Verständnis von Krebsforschung.
Die Student/innen kommen mit den verschiedensten Aspekten gegenwärtiger Krebsforschung in Berührung, von der Laborbank bis hin zum Patientenbett. Je nach Interessen und Vorlieben teilen sich die Student/innen in verschiedensten Klinik- und Forschungsbereichen im Verlauf von 5 Wochen auf.
Abschließend halten sie eine Präsentation zu einem selbst gewählten Thema. Dies kann eine Forschungsmethode, eine Behandlungsinnovation, eine Fragestellung zu einem beobachteten Patientenfall, oder Ähnliches sein.
Ziel dieses Wahlfaches ist, dass die Student/innen die grundsätzliche Herangehensweise an Forschung kennen- und erlernen.
Die Rückmeldungen der Student/innen waren bisher äußerst positiv und ein beträchtlicher Anteil der Teilnehmer/innen hat sich auch für weitere empirische wissenschaftliche Arbeiten im Verlauf ihres Studiums entschlossen.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The elective „Translational Research in Hemato/-Oncology“, that can be attended during the second year of the bachelor’s studies „Health Sciences“ conveys basic understanding of cancer research.
Students encounter diverse aspects of current cancer research, from bench to bedside. Based on their interests and preferences, students can participate in different clinical and laboratory areas within 5 weeks. They conclude this elective with a presentation of a self-chosen topic, which can be a certain research method, an innovative treatment option, a research question based on an observed patient case or something similar.
The aim of this elective is, that students observe and acquire the basic approaches to research.
The feedback of the participating students was so far very positive and a considerable percentage chose to proceed with empiric studies within the continuation of their studies.
Nähere Beschreibung des Projekts
Im Wahlfach „Translational Research in Hemato/-Oncology“, das Medizinstudent/innen der Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften im 2. Jahr des Bachelor-Studiums „Health Sciences“ belegen können, geht es um das grundlegende Verständnis moderner, zukunftsorientierter Krebsforschung und der bestmöglichen Versorgung von Tumorpatient/innen.
Die Student/innen kommen mit den verschiedensten Aspekten gegenwärtiger Krebsforschung in Berührung, von der Laborbank bis hin zum Patientenbett. In Vorträgen werden Hintergrundinformationen besprochen und Forschungsmethoden vorgestellt, die die Student/innen dann im Labor selbst durchführen können. Des weiteren werden aktuelle Innovationen, die jüngst in Fachartikeln publiziert wurden, gemeinsam durchbesprochen und auf ihre Plausibilität, ihren Mehrwert und gegebenenfalls auch Schwachstellen hin geprüft.
Weiters sind die Student/innen sowohl im Laboralltag als auch in der klinischen Routine mit den Lehrenden unterwegs um das Tätigkeitsfeld als forschende Ärztin/forschender Arzt („physician scientist“) bestmöglich kennenzulernen. Hier nehmen sie aktiv an Laborbesprechungen teil, erlernen wichtige molekularbiologische Labortechniken wie Western Blot und PCR, die sie später auch selber durchführen, erleben das Führen einer Zell- und Gewebekultur sowie die Interpretation und Diskussion von Laborergebnissen, die letztendlich darauf abzielen neue Diagnostika und Therapeutika zu identifizieren, um die Versorgung bzw. die Prognose der Patient/innen zu verbessern. In der Klinik nehmen sie an Abteilungsbesprechungen und Patientenvisiten teil, sehen die Technik einer Knochenmarkspunktion und die Ergebnisauswertung im Rahmen einer interdisziplinären Befundbesprechung („Blasten-Show“). An ausgewählten Tagen begleiten sie auch die Lehrenden entweder an der hämato/-onkologischen Ambulanz oder hämato/-onkologischen Bettenstation um ihnen wirklich auf Schritt und Tritt über die Schulter blicken zu können („clinical shadowing“). Nicht zuletzt haben sie auch die Möglichkeit, den Ablauf von klinischen Studien an der Studienzentrale des Universitätsklinikum Krems kennenzulernen.
Ein besonderes Augenmerk gilt weiters der palliativen Betreuung von Krebspatient/innen: aufgrund der Bösartigkeit der Erkrankung ist in vielen Fällen eine Heilung mit den gegenwärtigen Therapieoptionen nicht möglich. Hier ist es umso wichtiger, durch bestmögliche Begleittherapien („best supportive care“) für eine möglichst hohe Lebensqualität und Symptomkontrolle zu sorgen. Auch dies umfasst das Wahlfach: im Bereich der Palliativmedizin erleben die Student/innen sowohl den medizinischen Alltag in einem von der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (European Society for Medical Oncology, ESMO) ausgezeichneten „Designated Centre of Integrated Oncology and Palliative Care“ als auch die wissenschaftliche Tätigkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung.
Je nach Interessen und Vorlieben teilen sich die Student/innen in diesen Bereichen für ihre Unterrichtseinheiten im Verlauf von 5 Wochen auf.
Abschließend halten sie eine Präsentation zu einem selbst gewählten Thema. Dies kann eine Forschungsmethode, eine Behandlungsinnovation, eine Fragestellung zu einem beobachteten Patientenfall, oder Ähnliches sein.
Ziel dieses Wahlfaches ist, dass die Student/innen die grundsätzliche Herangehensweise an Forschung kennen- und erlernen: Wie beschreibe ich am besten eine Problemstellung? Wie kann man systematisch an diese Fragestellung herangehen? Welche Forschungsmethoden eignen sich um mehr über das Problem herauszufinden? Was wurde dazu schon geforscht? Wie ist der Stand der Wissenschaft („State of the art“) und wo kann ich diesen finden? Welche Quellen sind vertrauenswürdig?
Wie erstellt man eine Hypothese? Wie überprüft man eine Hypothese? Wie beschreibt man nachvollziehbar seine Forschungsschritte? Wo sind die Grenzen der angewandten Methoden? Wie kann man diese Grenzen überwinden? Hilft mir die Zusammenarbeit mit anderen Fächern, anderen Berufsgruppen, anderen Universitäten? Braucht es internationale Zusammenarbeit um auf ausreichend Fallzahlen zu kommen, damit die Ergebnisse auch wirklich aussagekräftig sind?
Rasch erkennen die Student/innen die grundlegenden Eigenschaften von guter Forschung wie Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit, flexibles Denken, Abkehren von starren Mustern und dem sich Stellen von kritischen Diskussionen. Im Verlauf dieser 5 Wochen lernen sie auch diese Fertigkeiten praktisch anzuwenden.
Da es wahrscheinlich kein Fachgebiet in der modernen Medizin gibt, dass mehr von Forschung und Entwicklung geprägt ist, als die Hämato/-Onkologie und auch nirgends so rasch Forschungsergebnisse am Patientenbett ankommen, erkennen die Student/innen auch sehr schnell den Mehrwert von guter Forschung für die Patient/innen, ihre zukünftige Tätigkeit und die Gesellschaft insgesamt.
Die Rückmeldungen der Student/innen waren bisher äußerst positiv und ein beträchtlicher Anteil der Teilnehmer/innen hat sich auch für weitere empirische wissenschaftliche Arbeiten im Verlauf ihres Studiums entschlossen.
Akzeptanz und Resonanz
Das Wahlfach „Translational Research in Hemato/-Oncology“ wurde bisher äußerst positiv von den Student/innen aufgenommen. Sie beteiligten sich intensiv an den Unterrichtseinheiten, erstellten zum Abschluss eigenständig Präsentationen zu dem Thema, das sie am meisten interessierte und diskutierten lebhaft dazu.
Die Rücklaufquote der Evaluationen war sehr hoch und die einzelnen Lehrveranstaltungen wurden außerordentlich gut bewertet (Score 1-4, wobei 4 das Beste ist: zwischen 3.96 und 4).
Nutzen und Mehrwert
Der besondere Nutzen und Mehrwert ist ganz klar in der Begeisterung und dem Engagement der teilnehmenden Student/innen für Forschungsprojekte zu sehen.
Nach dem 1. abgehaltenen Elective interessierten sich 3 Studentinnen für eine weitere Mitarbeit im Bereich Hämato/-Onkologie. Davon haben alle 3 mittlerweile ihre Bachelorarbeit beendet, 2 unter Betreuung des Projektteams, 1 in einem kooperierenden Labor. Aus diesen Bachelorarbeiten resultierte eine Publikation in einem internationalen „peer-reviewed“ Fachjournal und eine weitere ist zur Zeit in Begutachtung. Beide Studentinnen möchten auch ihre Masterarbeit im Bereich Hämato-/Onkologie als empirische Forschung fortsetzen.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2022
Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung und Weiterentwicklung werden sowohl das gesamte Wahlfach, als auch die einzelnen Unterrichtseinheiten laufend evaluiert. Darauf aufbauend erfolgt die nächstjährige Planung und gegebenenfalls neue Schwerpunktsetzung.
Generell kann dieses Wahlfach an allen medizinischen Universitäten abgehalten werden; darüber hinaus kann es in ähnlicher Form aber sicher auch ein wertvoller Bestandteil der Lehre für weitere Studiengänge wie Pharmazie, Biologie, Biochemie oder Genetik sein.
Institutionelle Unterstützung
Infrastruktur:
sowohl im Bereich der Laborflächen als auch der Vortragssäle sowie vor Ort am Universitätsklinikum
Sowohl über online- als auch über persönliche Evaluation und Feedback