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Zuletzt aktualisiert am 17.08.2026

SHARE your culture

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

SHARE Projekt

Screenshots von SHARE Videos österreichischer und ukrainischer Studierender

Ars Docendi Kategorie

Kooperative Lehr- und Arbeitsformen

Ars Docendi Kriterien

  • Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

20-49

Anreißer (Teaser)

Ein lebhafter Tanz zweier Männer in der ukrainischen Stadt Cherkasy, eine virtuelle Kostprobe von Borschtsch oder eine Bahnfahrt durch die malerische Wachau-all das erweitert den kulturellen Horizont der Studierenden im SHARE Projekt.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das mit dem E³UDRES² Award of Excellence ausgezeichnete Projekt SHARE brachte Studierende der Fachhochschule St. Pölten und des Cherkasy Business College (Ukraine) im Rahmen der Universitätsallianz E³UDRES² in einem interkulturell ausgerichteten didaktischen Format zusammen. Ziel des Projekts war es, die interkulturellen Kompetenzen der Studierenden zu fördern und sie zu befähigen, als Multiplikator:innen einer respektvollen, offenen und dialogorientierten Haltung in einer zunehmend diversitätsgeprägten Gesellschaft zu agieren – sowohl im nationalen als auch im gesamteuropäischen Kontext.

Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Förderung kulturübergreifenden Verständnisses innerhalb Europas und wirkt gesellschaftlichen Tendenzen der Ausgrenzung entgegen. Methodisch basiert das Projekt auf dem digitalen Austausch künstlerisch gestalteter Medienbeiträge zu kulturellen Themen, der durch einen strukturierten hochschulübergreifenden Dialog sowie begleitende Online Shared Lectures unterstützt wird.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The SHARE project, which received the E³UDRES² Award of Excellence, brought together students from the St. Pölten University of Applied Sciences and the Cherkasy Business College (Ukraine) within the framework of the E³UDRES² University Alliance in an intercultural educational format. The project’s goal was to foster students’ intercultural competencies and empower them to act as multipliers of a respectful, open, and dialogue-oriented attitude in an increasingly diverse society—both in a national and pan-European context. The project thus contributes to promoting cross-cultural understanding within Europe and counteracts societal trends toward exclusion. Methodologically, the project is based on the digital exchange of artistically designed media contributions on cultural topics, supported by a structured inter-university dialogue and accompanying online shared lectures.

Nähere Beschreibung des Projekts

Ausgangslage, Motive und Ziele

Junge Menschen in Europa wachsen in einem zunehmend vielfältigen und multikulturellen Umfeld auf. Diese Entwicklung ist einerseits auf die intensivierte Zusammenarbeit zwischen kulturell unterschiedlichen europäischen Ländern zurückzuführen, andererseits auf migrationsbedingte Diversität innerhalb nationaler Grenzen. Die Bewältigung der daraus entstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen erfordert spezifische Kompetenzen, insbesondere im Umgang mit kultureller Vielfalt. Das Projekt SHARE möchte diese Kompetenzen im Rahmen eines innovativen, hochschulübergreifenden Lehrprojekts vermitteln und somit ausgrenzenden populistischen Tendenzen entgegenwirken.

Ziel des Projekts ist die Affirmation der eigenen kulturellen Identität bei gleichzeitiger Wertschätzung anderer Traditionen und Denkweisen. Die Zielgruppe sind Studierende europäischer Hochschulen, die im Rahmen des internationalen Projekts mithilfe digitaler Medienproduktionen Aspekte ihres Alltags, ihrer Kultur, ihrer Geschichte und ihres Wertesystems reflektieren. Durch den strukturierten Austausch der Medienbeiträge in Verbindung mit dem begleiteten Diskurs, der individuelle Erfahrungen der Studierenden miteinbezieht, entsteht ein transnationaler, virtueller Lern- und Begegnungsraum, der interkulturelle Kompetenzen stärkt und gegenseitiges Verständnis fördert.

Neben dem internationalen Austausch stärkt das Projekt SHARE auch die interkulturelle Sensibilität innerhalb der nationalen Kontexte der beteiligten Hochschulen. Europäische Staaten verfügen – im Gegensatz zu klassischen Einwanderungsländern wie Australien oder den Vereinigten Staaten – über vergleichsweise wenig historische Erfahrung mit der langfristigen Integration diverser kultureller Gruppen in ihre historisch gewachsenen Kulturlandschaften. Vor diesem Hintergrund ermöglicht SHARE Studierenden interkulturelle Begegnungen, in denen unterschiedliche Perspektiven im wertschätzenden Dialog reflektiert und diskutiert werden können.

Implementierung des Projekts 2025

Das Projekt wurde im Wintersemester 2025 im Rahmen von zwei kooperierenden Lehrveranstaltungen (Business English und Communicative English) hochschulübergreifend in Zusammenarbeit zwischen der Hochschule St.Pölten und dem Cherkasy Business College implementiert. Insgesamt nahmen 65 Studierende teil, davon 40 von der UStP und 25 vom Cherkasy Business College. Die Studierenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, sodass die Gruppengröße auf etwa 32 Teilnehmende pro Austausch reduziert wurde.

Produktion und Austausch digitaler Medien

Das vorbereitende didaktische Element des Projekts bildete die Produktion kurzer Videobeiträge, in denen kulturelle Aspekte des österreichischen bzw. ukrainischen Kontexts thematisiert wurden. Die Studierenden hielten dabei die Essenz des Alltags und der Traditionen ihrer Länder eindrucksvoll fest. Österreichische Studierende gaben Einblicke in gemütliche Cafés, begleiteten ihre Kommiliton/innen auf Radtouren durch malerische Landschaften und erläuterten die Besonderheiten des österreichischen Bahnnetzes. Ukrainische Studierende präsentierten ihr kulturelles Erbe, von der historischen Eliaskirche und den Kosakentraditionen über den lebendigen Petrykiwka-Malstil und das ländliche Leben bis hin zu kulinarischen Spezialitäten wie Borschtsch und dem festlichen Kutja. Die Videos wurden auf einer gemeinsamen Microsoft-Teams-Plattform bereitgestellt und dienten als Grundlage für ein Voting, bei dem die Teilnehmenden ihre drei Favoritenvideos auswählten. Dieser Austausch bildete die Basis für weiterführende Diskussionen und Reflexionen innerhalb des Projekts.

Begleitende didaktische Lerneinheiten

Begleitend zu der Videoproduktion wurden mehrere didaktische Lerneinheiten implementiert: einschlägige Vorträge zum Themenbereich der interkulturellen Kommunikation, fachbezogene Gruppenarbeiten, Online-Shared Lectures sowie ein begleiteter Online-Dialog im Plenum. Der Hauptinput erfolgte in Form eines hochschulübergreifenden Online-Lernmoduls, in dem die Studierenden sowohl in Kleingruppen als auch im Plenum die Grundlagen der interkulturellen Kommunikation auf Basis kulturwissenschaftlicher Analysen nach Geert Hofstede und Edward Hall erarbeiteten. Die Theorien boten einen fundierten Reflexionsrahmen für die anschließenden Diskussionen, in denen kulturell bedingte Spannungen und Konflikte aus der realen Lebenswelt der Studierenden thematisiert wurden. Ergänzend gewährten Lehrende des Cherkasy Business College Einblicke in die Geschichte und Sprache der Ukraine sowie in die aktuellen Herausforderungen, mit denen die Hochschule angesichts der politischen Lage konfrontiert ist.

Besonderheiten angesichts der politischen Krise in der Ukraine

Diese Herausforderungen wurden unmittelbar Teil der Projekterfahrung, als ein Drohnenalarm die ukrainischen Studierenden kurz nach Beginn einer Vorlesung im November 2025 dazu zwang, den Unterrichtsraum zu verlassen und im Keller Schutz zu suchen. Dadurch verkürzte sich die Veranstaltung um 35 Minuten. Im Dezember 2025 beeinträchtigte außerdem die eingeschränkte Stromversorgung die Teilnahme am Lehrgeschehen, sodass einzelne Studierende dem begleiteten Dialog lediglich unter provisorischen Bedingungen bei Kerzen- oder Taschenlampenlicht folgen konnten. Diese situativen Erfahrungen verliehen den zuvor diskutierten Inhalten eine konkrete, existenzielle Dimension und schufen einen authentischen Lernanlass, der die interkulturelle Sensibilisierung der österreichischen Teilnehmenden nachhaltig vertiefte.

Akzeptanz und Resonanz

Die Resonanz zeigt, dass die Reflexion existenzieller Fragen der eigenen Identität sowie die strukturierte Thematisierung kulturell bedingter Spannungen aus der realen Lebenswelt der Studierenden als relevant und lebensnah wahrgenommen werden. Zudem steigert die Arbeit mit digitalen Endgeräten – meist mit den eigenen Mobiltelefonen – die Motivation der Teilnehmenden und trägt dazu bei, den Lernprozess attraktiv und effektiv zu gestalten. Die folgenden Rückmeldungen spiegeln die positive Dynamik des Projekts wider.

Rückmeldungen von Studierenden

Ich habe viel Zeit in die gesamte Präsentation investiert und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Am schwierigsten war es, das richtige Thema auszuwählen. Außerdem war ich begeistert, wie ansprechend und qualitativ hochwertig einige der Videos unserer Partnerinstitutionen waren. (Bozo Gilgorevic)

Mir haben die Videos unserer Partnerinstitution sehr gut gefallen, weil ich dabei einige neue und interessante Fakten über deren Land erfahren habe. Ich habe auch viel von den anderen Studierenden über unsere Kultur gelernt, was ziemlich amüsant und interessant war. Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, die ich uneingeschränkt empfehlen würde. (Sebastian Lasnik)

Mir haben die Videos unserer Partnerinstitution sehr gut gefallen, weil man die kulturellen Unterschiede der einzelnen Studierenden gut erkennen konnte. Die Videoproduktion hat mir viel Spaß gemacht, da ich etwas über mein Lieblingshobby recherchieren musste, das auch ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Kultur ist. (Kenny Cotman)

Nutzen und Mehrwert

Die begleitete Auseinandersetzung mit persönlich erlebten, kulturbedingten Spannungsfeldern und exemplarischen Konflikten fördert das kritische Denken der Studierenden und stärkt ihre Persönlichkeitsentwicklung. Eingebettet in einen kulturwissenschaftlichen Kommunikationsprozess entwickeln sie Wertschätzung für unterschiedliche Denkweisen und Lebensformen. Offener Austausch und gemeinsame Reflexion sensibilisieren die Lernenden für die Situation sozial benachteiligter Gruppen und befähigen sie, als Vermittler/innen einer respektvollen und weltoffenen Haltung in einer diversitätsgeprägten Gesellschaft – sowohl im nationalen als auch im gesamteuropäischen Kontext – zu wirken.

Auf methodisch-didaktischer Ebene schafft die Verbindung von kreativer Medienproduktion, digitalem Austausch und moderiertem Dialog, welcher die individuellen Sichtweisen der Studierenden miteinbezieht, einen praxisnahen Rahmen für interkulturelles Lernen. Die Studierenden thematisieren und reflektieren ihre eigenen – teils konfliktbehafteten – Erfahrungen über sprachliche, kulturelle und nationale Grenzen hinweg und entwickeln dadurch Verständnis für transnationale Unterschiede. Studierende mit Migrationshintergrund erhalten zudem die Möglichkeit, wenig bekannte Aspekte ihres kulturellen Erbes sichtbar zu machen und aktiv in die Lerngruppe einzubringen. Dies unterstützt den Abbau von Vorurteilen, fördert gegenseitiges Verständnis und erweitert die Perspektiven aller Beteiligten.

Zusammenfassung der Lernergebnisse zur Entwicklung interkultureller Kompetenz:

  • Analyse und Reflexion der eigenen kulturellen Identität
  • Wertschätzung unterschiedlicher Traditionen, Lebensformen und Denkweisen
  • Entwicklung der Fähigkeit, kulturelle Spannungen und Herausforderungen konstruktiv zu bewältigen
  • Ausbau interkultureller Kommunikationskompetenzen
  • Förderung kritischer Reflexions- und Denkfähigkeit
  • Verständnis für transnationale Unterschiede und gesellschaftliche Zusammenhänge
  • Unterstützung der persönlichen Entwicklung und Selbstreflexion
  • Erweiterung interkultureller Perspektiven
  • Entwicklung einer weltoffenen und respektvollen Haltung in einer von Diversität geprägten Gesellschaft
  • Sensibilisierung für die Lebensrealitäten sozial benachteiligter Gruppen
  • Stärkung des Bewusstseins für den europäischen Zusammenhalt und gemeinsame Werte

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2024

Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: Derzeit ist kein Endzeitpunkt geplant.

Bislang wurde das Kooperationsprojekt SHARE im Rahmen einer LV-Zusammenarbeit zweimal angeboten. Im Jahr 2024 arbeitete die Hochschule St.Pölten mit der Polytechnischen Universität Timisoara (RO) und im Jahr 2025 mit dem Cherkasy Business College (UA) zusammen.

Außerdem wird das Projekt als fächerübergreifende Lehrveranstaltung im Rahmen der Hochschulallianz E³UDRES² für die neun beteiligten Hochschulen mit dem Titel „Developing Cross-Cultural Competence with Digital Skills“ im Sommersemester 2026 zum zweiten Mal angeboten.

 Ein bedeutender Vorteil des SHARE Konzepts in verschiedenen Kooperationssettings liegt in seiner methodischen und inhaltlichen Flexibilität. Die Videoproduktionsthemen lassen sich gezielt an die jeweilige akademische Disziplin anpassen, wodurch das Projekt sowohl fachliche als auch interkulturelle Lernziele verbindet. Diese Disziplinanpassung ermöglicht eine praxisnahe, kontextrelevante Umsetzung, steigert die Motivation der Studierenden und fördert die Entwicklung fachübergreifender, digitaler sowie kommunikativer Kompetenzen. Gleichzeitig bleibt der strukturierte, reflexive Austausch über die digitalen Medienprodukte erhalten, sodass interkulturelles Lernen, Perspektivenvielfalt und kooperative Problemlösung in allen Settings gewährleistet sind. 

Institutionelle Unterstützung

Das Projekt SHARE wurde von der UStP durch Bereitstellung der Räumlichkeiten, der Infrastruktur und des IT Supports unterstützt.

Zudem ermöglicht die UStP als führende Institution der Hochschulallianz E³UDRES² die Implementierung des Projektes in LV-Form (Developing Cross-Cultural Competence with Digital Skills), zu dessen Anmeldung Hochschulen aus neun euroäpischen Ländern Zugang haben.

Das hochschulinterne LV Evaluierungstool wird im Rahmen des SHARE Projekts eingesetzt.