Zuletzt aktualisiert am 22.05.2025
Real World Case Studies
Projektname des bereits eingereichten Projekts:
Real World Case Studies
IMC Krems
Studierende präsentieren die Projektergebnisse in Form von Prototypen vor Wirtschaftspartnern.
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
20-49
Anreißer (Teaser)
Echte Herausforderungen, kreative Lösungen: Im Lehrprojekt „Real World Case Studies“ entwickeln Masterstudierende mit Design Thinking innovative Ansätze für die Gesundheitsbranche – praxisnah, nutzerzentriert und zukunftsweisend.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Das Lehrprojekt „Real World Case Studies" des Masterstudiengangs Management von Gesundheitsunternehmen demonstriert, wie Design Thinking in das Curriculum eines Masterprogramms integriert werden kann. Im Rahmen dieses Lehrformats arbeiten die Studierenden im dritten Semester eng mit Partner:innen aus der Gesundheitsbranche – sogenannten Projektsponsoren – zusammen, um deren Herausforderungen aus dem Unternehmensalltag im Sinne von Design Challenges zu bearbeiten.
Die „Real World Case Studies“ bieten eine praxisnahe und ansprechende Lernerfahrung, die den Studierenden und Projektsponsoren gleichermaßen zugutekommt. Sie fördern den Wissenstransfer in die Wirtschaft und ermöglichen den Studierenden, an realen und aktuellen Problemstellungen der Gesundheitsbranche zu arbeiten.
Durch die praktische Anwendung des erworbenen Wissens können am Ende des Lehrprojekts von Benutzer:innen getestete Prototypen den beteiligten Gesundheitsunternehmen zur Verfügung gestellt werden. Die entwickelten Lösungen sind stark auf die Bedürfnisse der Nuterz:innen ausgerichtet und haben eine innovative und nachhaltige Gestaltung. Dadurch soll auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung geleistet werden.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The teaching project "Real World Case Studies" of the Master's program in Healthcare Management demonstrates how Design Thinking can be integrated into the curriculum of a Master's program. As part of this teaching format, in the third semester, students work closely with partners from the healthcare industry - so-called project sponsors - to work on their challenges from everyday business life in the form of design challenges.
The "Real World Case Studies" offer a practical and engaging learning experience that benefits both students and project sponsors. They promote knowledge transfer to the business world and allow students to work on real and current issues in the healthcare industry.
Through the practical application of acquired knowledge, prototypes tested by users can be provided to the healthcare companies involved at the end of the teaching project. The developed solutions are strongly focused on the needs of users and have an innovative and sustainable design. This is intended to contribute to social development as well.
Nähere Beschreibung des Projekts
Der Studiengang Management von Gesundheitsunternehmen ist auf die Gesundheitsbranche spezialisiert und beschäftigt sich mit komplexen Problemstellungen, die oft emotional besetzt sind. Design Thinking kann hierbei helfen, indem es Versorgungsmodelle und Prozesse an den Bedürfnissen der Patient:innen und Nutzer:innen ausrichtet. Die Lehre und das Design Thinking haben viele Gemeinsamkeiten und können zusammen genutzt werden, um die Entwicklung der sogenannten 21st Century Skills zu fördern. Daher wurde im Masterstudiengang Management von Gesundheitsunternehmen eine curriculare Einbettung von Design Thinking vorgenommen.
Das Design Thinking Konzept erfordert interdisziplinäre Teams, wie sie üblicherweise im Gesundheitswesen zu finden sind. Zum Masterstudium Management von Gesundheitsunternehmen werden Absolvent:innen von facheinschlägigen wirtschaftswissenschaftlichen, gesundheitswissenschaftlichen oder pflegewissenschaftlichen Studiengängen zugelassen. Die Studierenden bringen ihr erworbenes Wissen aus den verschiedenen Vorstudienzeiten in den Masterstudiengang ein und fördern somit ein inter- und transdisziplinäres Lernsetting. Im ersten Semester absolvieren alle Studierenden die gleichen Lehrveranstaltungen und erwerben Kompetenzen in den Bereichen Gesundheitsmärkte und -systeme, Gesundheitsökonomie, Public Health Law, Gesundheits- und Sozialpolitik, Health Technology Assessment, Gesundheitsplanung und Strategisches Management. Der Diskurs unter Einbringung der unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen der Studierenden ist ein wesentliches Element in dieser Phase des Studiums. Neben des Wissenserwerbs steigern die Studierenden durch den stattfndenden Diskurs ihre Empathiefähigkeit. Empahtie gilt als wesentliche Eigenschaft im Design Thinking.
Im zweiten Semester wählen die Studierenden ein Wahlfach aus den Bereichen Führung und Organisation im Gesundheitswesen, Big Data & Digitalization in Health Care, Controlling, Human Resource Management oder Gründung und Übernahme von kleinen und mittleren Unternehmen. Die individuelle Schwerpunktsetzung führt zu einem weiteren Anstieg der Diversität in der Gruppe der Studierenden und hilft, ein Bewusstsein für vorhandene Schnittstellen und betroffene Stakeholder zu entwickeln.
Nach der individuellen Schwerpunktsetzung im zweiten Semester liegt der Fokus im dritten Semester auf den Themen Managementprozesse und Innovationsstrategien. Im Vordergrund steht dabei das verpflichtende Lehrprojekt "Real World Case Studies". Die Studierenden erhalten einen theoretisch/praktischen Input zum Thema Design Thinking und Human Centered Innovation, indem sie ein gesellschaftlich relevantes Thema aus dem Bereich des Gesundheitswesens bearbeiten. Die dafür verwendete Design Challenge wird üblicherweise von einer NGO zur Verfügung gestellt und ist keinesfalls rein theoretischer Natur. Zur Bearbeitung der Design Challenge werden die Studierenden im Vorfeld auf Basis ihrer mitgebrachten Kompetenzen und Vorkenntnisse in möglichst heterogene und interdisziplinäre Gruppen (je 5-7 Studierende) aufgeteilt. Um dies bestmöglich zu erreichen, werden auch die Ergebnisse von Persönlichkeitstests, die die Studierenden im Vorfeld absolvieren, herangezogen.
In einem kompakten dreitägigen Workshop-Format erleben die Studierenden zunächst den iterativen Prozess des Design Thinking und damit verbundene Erfolgserlebnisse. Schon während dieser drei Tage arbeiten die Studierenden mit den unterschiedlichen Projektsponsoren aus dem Bereich der Gesundheitswirtschaft zusammen und lernen diese kennen. Projektsponsoren sind Unternehmen und Institutionen, wahlweise aus den Bereichen Klinik, Rehabilitation, ambulante Versorgung, Pflegeheim, Pharmazie, Versicherung oder Medizintechnik, die ihre komplexen unternehmerischen Herausforderungen als Design Challenges zur Verfügung stellen. Die Studierenden arbeiten ca. 14 Wochen (16 ECTS) intensiv und selbstständig an kundenzentrierten Lösungen. Dabei folgen sie den Prinzipien des Design Thinking und werden von Design Thinking Coaches begleitet. Als Ansprechpartner:in in den Unternehmen dienen die Mitarbeitenden, die die Studierenden schon im oben erwähnten Workshop kennengelernt haben. So wird sichergestellt, dass Kontakte zwischen den Studierenden und den Projektsponsoren durch die gemeinsame Denkweise des Design Thinking geprägt sind. Die Studierenden besuchen zusätzlich eine Lehrveranstaltung zu den Themen Stakeholdermanagement und Kommunikation, welche früh im Semester angeboten wird. Diese zeitliche Reihung ist dadurch bedingt, dass besonders in der frühen Phase eines Projektes Kommunikation und das Verstehen der Beteiligten essenzielle Fähigkeiten darstellen. Die Studierenden haben so die Möglichkeit theoretische Inputs unmittelbar in ihren Design Challenges anzuwenden. Gegen Ende des Semesters erhalten die Studierenden einen theoretischen Input zum Thema Change Management; auch hier erfolgt der anwendungsbezogene Abgleich mit den, zu diesem Zeitpunkt im Endstadion befindlichen, Projekten.
Nach Abschluss des Lehrprojekts „Real World Case Studies“ – die Ergebnisse werden den Projektsponsoren in einem sogenannten Prototypenfestival präsentiert und in Form von getesteten Prototypen zur Verfügung gestellt – sind die Studierenden in der Lage, komplexe Problem- und Aufgabenstellungen in Gesundheitsunternehmen kundenorientiert (bspw. Patient:innen) zu bearbeiten und innovative Lösungen zu entwickeln. Darüber hinaus erhalten die Studierenden auch Feedback von den Projektsponsoren, das wiederum für die Ref.exionsphase von essenzieller Bedeutung ist. Im gesamten dritten Semester steht die Teamarbeit im Vordergrund. Die Studierenden übernehmen Verantwortung, reflektieren Teamdynamiken, lernen diese zu lenken und stärken die eigene Fähigkeit zur Resilienz.
Die curriculare Einbettung der „Real World Case Studies“ in den Studiengang Management von Gesundheitsunternehmen stellt sowohl für die Gruppe der Studierenden als auch für die Gruppe der beteiligten Partner:innen aus der Gesundheitswirtschaft einen Mehrwert dar. Durch Design Thinking lernen sie eine Denkweise kennen, die in vielerlei Hinsicht den Kompetenzen der Arbeitswelt von morgen entspricht. Dadurch werden sie befähigt, zu einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung beizutragen, die im sensiblen Bereich des Gesundheitswesens von besonderer Bedeutung ist.
Im Gegensatz zum dritten Semester steht das abschließende, vierte Semester, ganz im Zeichen der Eigenverantwortung und Selbstorganisation. Neben einer Blockwoche – diese dient der Reflexion des eigenen Handelns aus ethischen Gesichtspunkten –, die zu Beginn des Semesters angeboten wird, arbeiten die Studierenden an ihren Masterarbeiten. Oftmals werden dabei Themen aus den „Real World Case Studies“ weiterführend wissenschaftlich bearbeitet.
Akzeptanz und Resonanz
Die Akzeptanz der Studierenden ist durch die LV-Evaluierungen belegt.
Nutzen und Mehrwert
Aus dem Lehrprojekt „Real World Case Studies“ ergibt sich sowohl für die Studierenden als auch für die mitwirkenden Projektsponsoren ein Mehrwert.
- Verbindung von theoretischem Input und praktischer Anwendung durch Zusammenarbeit mit Partner:innen aus der Gesundheitsbranche
- Inter- und transdisziplinäres Lehrveranstaltungssetting
- Student:innen tauchen in reale Arbeitswelten ein und arbeiten an aktuellen Problemstellungen
- Erweiterung der sozialen Kompetenzen durch intensive Zusammenarbeit in heterogenen Teams
- Frühzeitige Vernetzung von Studierenden mit potenziellen Arbeitgeber:innen
- Die Studierenden lernen durch das Lehrprojekt Verantwortung zu übernehmen, sie lernen Teamdynamiken kennen und diese zu lenken. Dadurch stärken sie ihre eigene Fähigkeit zur Resilienz.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2019
Das Lehrveranstaltungsformat wurde 2014 erstmals erprobt und stetig weiterentwickelt. Seit 2019 sind die Real World Case Studies zentraler Baustein im Curriculum. Diese wurde zuletzt im Fachbuch „Design Thinking im Bildungsmanagement – Innovationen in Bildungskontexten erfolgreich entwickeln und umsetzen“ veröffentlicht (siehe: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-36951-4_12). Die beteiligten Unternehmen sowie deren Problemstellungen variieren jährlich. Der Aufbau und die Methodenintegration ermöglichen eine flexible Adaption; dies bringt Vorteile im Sinne der Skalierbarkeit wie einer künftigen Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen und Hochschulen. Im Wintersemester 2025 wird die Anwendung von künstlicher Intelligenz im Design Thinking Prozess forciert werden.
Institutionelle Unterstützung
Zurverfügungstellung notwendiger Infrastruktur wie Räumlichkeiten, Technik und Verpflegung für Veranstaltungen im Rahmen des Lehrprojekts (dreitägiger Workshop und Prototypenfestival)