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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

Psychologische Herausforderungen in der Schule: Erkennen, Verstehen, Bewältigen

Kurzzusammenfassung des Projekts

Unsere Lehrveranstaltung „Psychologische Herausforderungen in der Schule“ adressiert die wachsenden psychischen und sozialen Herausforderungen in der Schule. Dazu zählen emotionale und psychische Belastungen (z.B. Angststörungen und depressive Störungen), verhaltens- und interaktionsbezogene Herausforderungen (z.B. Verhaltensauffälligkeiten und Mobbing) sowie lern- und leistungsbezogene Themen (z.B. Lernschwierigkeiten und Prüfungsangst). Damit bietet die Lehrveranstaltung eine wertvolle Ergänzung zum Pflichtcurriculum für Lehramtsstudierende. Ziel ist, angehende Lehrkräfte zu befähigen, psychologische Problemlagen zu erkennen, theoriegeleitet zu verstehen und schulpraktisch zu bewältigen. Die LVA verknüpft Erkenntnisse aus verschiedenen Teildisziplinen der Psychologie (z.B. Pädagogische Psychologie, Entwicklungspsychologie, Klinische Psychologie, Sozialpsychologie sowie Arbeits- und Organisationspsychologie) mit fallbasiertem Lernen, Teamarbeit und ko-kreativen Formaten. Studierende erarbeiten praxisnahe Handlungsleitfäden, die als Handbuch gebündelt eine nachhaltige Ressource für die spätere Berufspraxis darstellen. Unser Ansatz verbindet wissenschaftlich fundierte Theorie mit konkreter Anwendbarkeit im Schulalltag, stärkt die Teamarbeit an Schulen und schafft gesamtgesellschaftlichen Nutzen durch gestärkte Prävention in Schulen sowie eine bessere Unterstützung psychisch belasteter Kinder und Jugendlicher. Die Evaluationen und Rückmeldungen sind sehr positiv.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Our course “Psychological Challenges in Schools” addresses the growing mental health and social challenges in educational settings. These include emotional and psychological burdens (e.g. anxiety disorders and depressive disorders), behavioural and interaction-related challenges (e.g. behavioural difficulties and bullying), as well as learning- and performance-related issues (e.g. learning difficulties and test anxiety). The course thus provides a valuable complement to the compulsory curriculum for pre-service teachers. Its aim is to enable future teachers to recognise psychological difficulties, understand them from a theoretical perspective, and address them effectively in school practice. The course integrates insights from various subdisciplines of psychology (e.g. educational psychology, developmental psychology, clinical psychology, social psychology, and work and organisational psychology) with case-based learning, teamwork, and co-creative formats. Students develop practice-oriented guidelines for action, which are compiled into a handbook serving as a sustainable resource for their future professional practice. Our approach combines scientifically grounded theory with concrete applicability in everyday school life, strengthens collaboration within schools, and creates broader societal impact through enhanced prevention efforts and improved support for psychologically burdened children and adolescents. Course evaluations and feedback have been very positive.

Nähere Beschreibung des Projekts

Rahmenbedingungen und Ausgangslage

Seit der Pandemie nehmen psychische Belastungen bei Jugendlichen zu, während heterogene Lerngruppen, herausfordernde Unterrichtssituationen und komplexe Verhaltensthematiken den Schulalltag zusätzlich erschweren – Themen, die in der Lehramtsausbildung bisher nicht systematisch fokussiert werden. Die Lehrveranstaltung schließt diese Lücke mit einem gezielten Angebot für Lehramtsstudierende.

Angesichts hoher Belastungen unter Jugendlichen und angesichts des Lehrkräftemangels ist die Stärkung schulischer Kompetenzen im Umgang mit psychischen Problemlagen sowie die Förderung der Lehrkräftegesundheit zentral. Reines Fachwissen adressiert die typischen Auslöser von Überforderung nicht; erforderlich sind fundierte psychologische Kenntnisse über Bedürfnisse, Lernschwächen, Beeinträchtigungen und psychische Belastungen—und vor allem deren konsequente Umsetzung in die pädagogische Praxis. Hier leistet die LVA einen evidenzbasierten, praxisnahen Beitrag.

 

Ziele

Die Lehrveranstaltung unterstützt angehende Lehrkräfte dabei, psychische Problemlagen bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und theoriegeleitet zu verstehen, um daraus unmittelbar im eigenen professionellen Handeln wirksam zu werden. Im Vordergrund stehen eine angemessene Unterrichts- und Fördergestaltung, strukturierende Maßnahmen im Klassenalltag, sensible und adressatengerechte Gesprächsführung mit Schüler:innen und Erziehungsberechtigten sowie fundierte Beobachtung und Dokumentation – bei gleichzeitiger reflektierter Grenzziehung und Selbstsorge.

Ergänzend dazu stärkt die Lehrveranstaltung die qualifizierte interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dazu gehören sowohl schulinterne, niedrigschwellige Maßnahmen in subklinischen Fällen als auch die Kenntnis professioneller Angebote (Psychiatrie, Psychotherapie, Schulpsychologie) mit klaren Indikationskriterien und Wegen der Weitervermittlung. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem Verständnis von Zuständigkeiten und Expertise der beteiligten Berufsgruppen, um Kooperationen gelingen zu lassen und abgestimmtes Handeln im Schulteam zu ermöglichen.

So leistet die LVA einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Begleitung psychisch belasteter Schüler:innen und steigert zugleich die Effektivität unterrichtlichen Handelns. Die Teamorientierung wird gezielt gestärkt, indem die Unverzichtbarkeit multiprofessioneller Zusammenarbeit erfahrbar gemacht wird – mit dem Ziel, eine gemeinsame Sprache, klare Rollen und Verlässlichkeit zwischen Lehrkräften, Schulpsychologie/Psychotherapie/Psychiatrie, Schüler:innen und Eltern zu etablieren.

 

Konzept und Umsetzung

Die Lehrveranstaltung setzt konsequent auf eine enge Theorie-Praxis-Verknüpfung: Aus etablierten psychologischen Modellen und empirischer Evidenz werden schulpraktische Maßnahmen abgeleitet. Kern ist das fallbasierte Lernen an konkreten Fällen aus der eigenen Schulpraxis oder der eigenen Schulzeit; die Studierenden bringen ihre Erfahrungen und Beobachtungen ein und reflektieren sie auf Basis verschiedener psychologischer Theorien und Modelle. Die Arbeitsform ist kooperativ organisiert, im Vordergrund stehen Diskussionsrunden, um gemeinsame Sprache, geteilte Entscheidungslogiken und tragfähige Routinen zu fördern. Elemente des systemischen Coachings werden in der LVA eingesetzt, um angehende Lehrkräfte für die Wechselwirkungen zwischen Schüler:innenverhalten, Unterrichtsgestaltung und schulischem Kontext zu sensibilisieren, reflexive Perspektivenwechsel anzuregen und einen ressourcen- und lösungsorientierten Umgang mit Herausforderungen zu fördern. In ko-kreativen Phasen entwickeln die Studierenden evidenzbasierte Handlungsbausteine (z. B. konkrete Vorgehensweisen, Deeskalationsstrategien, schulische Unterstützungsmaßnahmen) und bündeln diese zu einem praxisorientierten Handbuch, das sie in ihre spätere Berufstätigkeit mitnehmen.

Die Leistungsnachweise sind lernergebnisorientiert gestaltet: prägnante Kurzanalysen (Erkennen), fundierte Fallbearbeitungen (Verstehen) und reflektierte Praxisbezüge (Bewältigen) zeigen, wie Theorien in konkrete schulische Maßnahmen übersetzt werden. So entsteht ein integriertes Lernsetting, das fachliche Fundierung mit unmittelbarer Anwendbarkeit verbindet und nachhaltige Kompetenzentwicklung im Umgang mit psychologischen Herausforderungen im Schulalltag ermöglicht.

 

Mehrwert und Nachhaltigkeit

Die Lehrveranstaltung bietet einen unmittelbaren Praxisnutzen, indem sie übertragbare Ansätze und praxistaugliche Vorgehensweisen eröffnet; das gemeinsam erarbeitete Handbuch dient den Studierenden als dauerhafte Ressource für den Schulalltag. Zugleich betont die LVA die Bedeutung psychologischen Wissens für Lehrkräfte und macht deutlich, wie fundierte psychologische Theorien wirksames pädagogisches Handeln leiten: Theorie wird konsequent in anwendbare Maßnahmen übersetzt und auf realistische Szenarien übertragen. Der gesellschaftliche Nutzen ist evident: Angesichts der hohen Prävalenz psychischer Belastungen bei Jugendlichen sind schulische Kompetenzen im Umgang mit diesen Herausforderungen essenziell; gleichzeitig zielt das Format darauf ab, Team- und Handlungssicherheit zu stärken, was potenziell präventiv im Hinblick auf Burnout und Dropout bei Lehrkräften wirken kann.

 

Kategorie-Auswahl und Begründung

Die Lehrveranstaltung lässt sich in Kategorie 3 „Kooperative Lehr- und Arbeitsformen“ einordnen: Sie fördert gemeinsames Lernen und Reflektieren (Peer Learning), stärkt soziale Kompetenzen durch strukturierte Teamarbeit und öffnet den Blick für multiprofessionelle Perspektiven. Die ko‑kreative Entwicklung von Materialien – insbesondere das gemeinsam erarbeitete Handbuch – schafft eine geteilte Ressource und unterstützt abgestimmtes Handeln im Schulteam.

 

Horizontale Kriterien

Die Lehrveranstaltung setzt auf innovative Hochschuldidaktik, indem sie eine curriculare Lücke mit einem neuen, bedarfsgerechten Lehrkonzept schließt und eine stringente Theorie-Praxis-Verzahnung mit klar definierten, kompetenzorientierten Lernzielen realisiert. Sie ist zugleich studierenden- und kompetenzorientiert ausgerichtet: Unterschiedliche Vorerfahrungen werden aktiv einbezogen, die Studierenden gestalten Konzeption und Durchführung mit (Ko‑Kreation, eigene Fallbeispiele) und erwerben dabei soziale wie professionelle Kompetenzen. Ein hoher Grad an Partizipation und Mitgestaltung prägt das Format – von der kooperativen Entwicklung praxisnaher Vorgehensweisen bis hin zur Erstellung eines gemeinsamen Handbuchs samt Notfallplan, das als greifbares Ergebnis und Ressource für die spätere Berufstätigkeit dient.

 

Institutionelle Unterstützung

Die Universität ermöglicht die Durchführung der Lehrveranstaltung außerhalb des regulären Curriculums, indem sie Raum- und Zeitfenster bereitstellt, die administrative Einbindung sicherstellt und die Anerkennung für die relevanten Zielgruppen gewährleistet.

Das Format wird fachlich getragen durch die Abteilung für Bildungsforschung (Linz School of Education) und durch das Institut für Psychologie (SOWI-Fakultät). Diese institutionelle Rückendeckung erleichtert die Durchführung und qualitätsgesicherte Weiterentwicklung des Angebots.

 

Einordnung der Lehrveranstaltung

Bei der Lehrveranstaltung handelt es sich um eine Übung (UE) im Umfang von 2 SWS / 2 ECTS. Sie richtet sich an Lehramtsstudierende, wobei sie nicht als Pflichtveranstaltung im Curriculum verankert ist, jedoch im Rahmen des Master-Moduls BW M 6.2.2. (vertiefende professionsorientierte Lehrveranstaltungen aus den gewählten Fächern, Bildungswissenschaften oder interdisziplinären Bereichen) angerechnet werden kann.

Nutzen und Mehrwert

Der besondere Mehrwert des Projekts liegt in der konsequenten Verbindung wissenschaftlicher Fundierung mit unmittelbarer schulpraktischer Anwendbarkeit. Psychologische Theorien werden nicht isoliert vermittelt, sondern systematisch in fallbasierten Settings auf reale schulische Situationen übertragen. Dadurch entsteht ein nachhaltiger Kompetenzaufbau, der über reines Faktenwissen hinausgeht.

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die hohe Flexibilität des Konzepts: Inhalte und Fallbeispiele können rasch an aktuell relevante Themen (z.B. neue gesellschaftliche Entwicklungen oder akute schulische Herausforderungen) angepasst werden. Dies ermöglicht eine dynamische, bedarfsorientierte Lehre, die nah an der schulischen Realität bleibt.

Darüber hinaus zeichnet sich das Projekt durch ausgeprägte Partizipation und ko-kreative Elemente aus. Studierende gestalten Lernprozesse aktiv mit und entwickeln gemeinsam praxisnahe Handlungsleitfäden, die in gebündelter Form einen konkreten Mehrwert für die spätere Berufspraxis bieten. Die kollaborative Arbeitsweise stärkt zudem Kompetenzen, die für Teamarbeit in Schulen essenziell sind.

Ein weiteres Profilmerkmal ist die Übertragbarkeit des didaktischen Designs: Das Zusammenspiel aus theoriegeleiteter Analyse, fallbasiertem Lernen und produktorientierter Ergebnissicherung eignet sich für unterschiedliche Themenfelder sowie für Fort- und Weiterbildungsformate. Damit wirkt das Projekt nicht nur innerhalb der Hochschule, sondern bietet auch Potenzial für die professionelle Weiterbildung von Lehrkräften.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2024

Das Lehrprojekt ist auf langfristige Implementierung angelegt und wird kontinuierlich auf Basis persönlicher Rückmeldungen der Studierenden sowie systematischer Lehrevaluationen weiterentwickelt. Inhalte und thematische Schwerpunkte werden regelmäßig an aktuelle schulische Bedarfe und gesellschaftliche Entwicklungen angepasst, um Relevanz und Praxisnähe dauerhaft sicherzustellen.

Das didaktische Konzept – insbesondere die Verbindung aus theoriegeleiteter Fundierung, fallbasiertem Lernen, ko-kreativen Arbeitsformen und der Entwicklung praxisnaher Handlungsleitfäden – ist in hohem Maße auf andere Lehrveranstaltungen und Themenfelder übertragbar. Es eignet sich sowohl für weitere Bereiche der Lehrer:innenbildung als auch für Fort- und Weiterbildungsformate, insbesondere in der professionellen Weiterbildung von Lehrkräften.

Institutionelle Unterstützung

Die Universität ermöglicht die Durchführung der Lehrveranstaltung außerhalb des regulären Curriculums, indem sie Raum- und Zeitfenster bereitstellt, die administrative Einbindung sicherstellt und die Anerkennung für die relevanten Zielgruppen gewährleistet.

Das Format wird fachlich getragen durch die Abteilung für Bildungsforschung (Linz School of Education) und durch das Institut für Psychologie (SOWI-Fakultät). Diese institutionelle Rückendeckung erleichtert die Durchführung und qualitätsgesicherte Weiterentwicklung des Angebots.

Die Lehrevaluation, die standardmäßig für alle Lehrveranstaltungen durchgeführt wird, findet auch für diesen Kurs statt. Basierend auf den Rückmeldungen der Studierenden wird das Konzept stetig weiterentwickelt und verbessert.