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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

Musik auf Station – Personenzentriertes Musizieren im Krankenhaus

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

© Laura Bezold

Zwei Cellistinnen und eine Sängerin musizieren am Krankenbett.

Ars Docendi Kategorie

Kooperative Lehr- und Arbeitsformen

Ars Docendi Kriterien

  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

< 20

Anreißer (Teaser)

Musikstudierende treten auf einer besonderen Bühne – im Krankenhaus – in ko-kreativen Austausch mit schwerkranken Menschen. Ein Projekt an der Schnittstelle von Kunst, Gesundheitswesen und sozialer Verantwortung – und ein neues Musikverständnis.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das Lehrprojekt „Musik auf Station – Personenzentriertes Musizieren im Krankenhaus“ an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bringt seit 2023 Studierende auf die Radioonkologie des Wiener AKH. Musik wird nicht nur als Darbietung verstanden, sondern als Beziehungsgeschehen. Wünsche der Patient:innen – vom Wienerlied bis zu Dvořák – werden aufgegriffen, teils eigens arrangiert und im Krankenzimmer umgesetzt. So verbinden sich künstlerische Exzellenz, Empathie und persönliches Engagement.

Das Wahlfach wurde am Institut für Musiktherapie entwickelt und verknüpft musikalische Qualität, interprofessionelle Zusammenarbeit und gesellschaftliche Relevanz im Gesundheitswesen. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in eine vorbereitende Phase an der Universität – mit Improvisations-, Kommunikations- und Reflexionseinheiten sowie medizinischem Grundlagenwissen – und Projekttage im Krankenhaus.

Studierende lernen, situativ zu moderieren, zu musizieren oder zu beobachten. Interdisziplinärer Austausch zwischen Musiktherapie und Performance erweitert Perspektiven auf künstlerische Identität und professionelle Verantwortung.

Das Projekt versteht Musik als soziale Praxis und eröffnet ein erweitertes Berufsbild jenseits von Bühne und Unterricht. Zugleich stärkt es die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschule, indem es Kunst in einen sensiblen klinischen Kontext integriert und Studierende als Mitgestalter:innen sozialer Wirklichkeit positioniert.

YouTube-Beitrag

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The teaching project “Music on the Ward – Person-Centered Music-Making in Hospital” at mdw – University of Music and Performing Arts Vienna has, since 2023, brought students to the Department of Radiooncology at Vienna General Hospital (AKH). Music is understood not merely as performance, but as a relational practice. Patients’ wishes – ranging from traditional Viennese songs to Dvořák – are taken up, sometimes specially arranged, and performed directly in hospital rooms. In this way, artistic excellence is combined with empathy and personal commitment.

The elective course was developed at the Institute of Music Therapy and links musical quality, interprofessional collaboration, and social relevance within the healthcare sector. The course consists of a preparatory phase at the university – including units in improvisation, communication, reflection, and basic medical knowledge – followed by project days in the hospital.

Students learn to decide situationally whether to facilitate, perform, or observe. Interdisciplinary exchange between music therapy and performance students broadens perspectives on artistic identity and professional responsibility.

The project understands music as a social practice and opens up an expanded professional profile beyond the stage or classroom. At the same time, it strengthens the university’s social responsibility by integrating art into a sensitive clinical context and positioning students as active contributors to social reality.

Nähere Beschreibung des Projekts

Musik auf Station – Personenzentriertes Musizieren im Krankenhaus

Seit dem Sommersemester 2023 betreten Studierende der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien gemeinsam mit ihren Lehrenden die Station der Radioonkologie im AKH. Sie gehen musizierend durch die Gänge. Sie klopfen an Türen und fragen, ob Musik willkommen ist.

Die künstlerische Praxis ist konsequent personenzentriert: Es werden keine vorgefertigten Konzertprogramme präsentiert. Stattdessen entstehen Improvisationen und Arrangements im Dialog mit den Patient:innen.

Eine Patientin wünscht sich ein altes Wienerlied. Die Studierenden spielen. Die Melodie füllt den Raum. Der Patientin kommen Tränen – nicht aus Verzweiflung, sondern aus Berührung. Nach dem letzten Ton sagt sie, ihre Beschwerden seien „für einen Moment weg gewesen“. In diesem Augenblick wird erfahrbar, was es bedeutet, Musik nicht nur als Darbietung, sondern auch als Beziehungsgeschehen zu verstehen.

Ein anderer Patient erwähnt beiläufig, er liebe Dvořák. Eine Studentin nimmt diesen Wunsch mit nach Hause. Sie hört, analysiert, arrangiert über Nacht ein Stück für Violine und Cello. Am nächsten Tag wird das Arrangement im Krankenzimmer gespielt – als musikalisches Geschenk. Diese Geste steht exemplarisch für die Haltung des Projekts: Künstlerische Exzellenz verbindet sich mit Responsivität und persönlichem Engagement.

Patient:innen werden teilweise mehrfach besucht. Es entstehen wiederkehrende Begegnungen. Musik wird zum Medium der Beziehungsarbeit.

Entstehung und Kontext

Das Wahlfach „Musik auf Station – Personenzentriertes Musizieren im Krankenhaus“ wurde am Institut für Musiktherapie der mdw entwickelt und wird von Laura Bezold und Stefan Heckel im Teamteaching durchgeführt. Es entstand im Kontext des internationalen Forschungsprojekts „ProMiMiC – Professional Excellence in Meaningful Music in Healthcare“, in dem die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien neben der Hanze Universität Groningen, dem Royal College of Music London und dem Royal Conservatoire Den Haag Projektpartnerin war. Forschungsgegenstand war die Frage, wie musikalische Exzellenz, interprofessionelle Zusammenarbeit und gesellschaftliche Relevanz im Gesundheitsbereich zusammengeführt werden können. Das LV-Projekt steht den Studierenden der mdw seit drei Jahren zur Verfügung und wird in jedem Semester angeboten.

Im Zentrum steht eine konsequent praxisorientierte Auseinandersetzung mit einer erweiterten Rolle von Musiker:innen und Musiktherapeut:innen in der Gesellschaft: nicht nur als Interpret:innen auf Bühnen, sondern als künstlerische Akteur:innen in sozialen und gesundheitlichen Kontexten. Das Lehrprojekt bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst, Gesundheitswesen und gesellschaftlicher Verantwortung.

Die Lehrveranstaltung als Erfahrungsraum

Das freie Wahlfach (4 SWS, 4 ECTS) richtet sich an alle mdw-Studierenden mit hoher instrumentaler oder gesanglicher Kompetenz und Vorerfahrung in Improvisation. Bereits die Zusammensetzung der Gruppe bildet einen Resonanzraum: unterschiedliche musikalische Sozialisationen, künstlerische Identitäten und professionsspezifische Perspektiven treffen hier aufeinander.

Die Lehrveranstaltung ist zweigeteilt:

  1. Vorbereitende Phase an der Universität
  2. Projekttage an der Universitätsklinik für Radioonkologie des Wiener AKH

In der universitären Phase werden die Studierenden sowohl künstlerisch als auch kommunikativ vorbereitet und erhalten grundlegende Informationen aus dem medizinisch-wissenschaftlichen Bereich. Theoretische Inputs zu Krankenhausstrukturen und personenzentrierter Haltung wechseln mit Improvisations-, Arrangement- und Gesprächsführungsübungen. Rollenspiele simulieren Patient:innenkontakte und das Krankenhaussetting. Interprofessioneller Austausch zwischen Musiktherapie- und Performance-Studierenden eröffnet neue Perspektiven auf musikalische Gestaltung und Beziehungsgestaltung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Reflexion: mündlich in der Gruppe, schriftlich im begleitenden Moodle-Kurs, kontinuierlich im Dialog mit den Lehrenden. Zudem wird das Thema Psychohygiene explizit behandelt – eine ausgebildete Musiktherapeutin sensibilisiert für Selbstfürsorge und emotionale Grenzen im klinischen Kontext.

Didaktische Architektur und Kompetenzentwicklung

Das Lehrprojekt zielt auf eine vielschichtige Kompetenzentwicklung:

  • Kontextbewusstsein und soziale Sensibilität im Krankenhaussetting
  • Interprofessionelle Kollaborationsfähigkeit
  • Personenzentriertes Musizieren, Improvisieren und Arrangieren
  • Kommunikations-, Führungs- und Moderationskompetenzen
  • Reflexionsfähigkeit in Bezug auf künstlerische und professionelle Identität

Die Studierenden lernen, situativ zu entscheiden: Wer übernimmt die sprechende Rolle? Wer moderiert? Wer spielt? Wer beobachtet? Diese Rollen sind nicht fixiert, sondern können je nach persönlicher Entwicklung eingenommen werden. Dadurch wird Diversität als Ressource genutzt. Studierende mit unterschiedlichen Stärken stützen einander im Ensemble.

Besonders prägend ist die Auseinandersetzung mit der eigenen musikalischen Identität. Die Studierenden bringen ihr eigenes kulturelles Repertoire ein, hinterfragen es im Hinblick auf Kontext und Wirkung und erleben, wie vertraute Musik in einem neuen Setting eine veränderte Bedeutung erhält.

Das Spiel für schwerkranke Menschen in einem hoch sensiblen und vulnerablen Setting relativiert zugleich klassische Aufführungssituationen: Bühnenangst verliert an Dominanz, musikalische Selbstsicherheit kann wachsen.

Interdisziplinarität als gelebte Praxis

Das Lehrendenteam vereint Expertise aus Musiktherapie und Performancekunst. Beide Lehrende sind selbst in einem externen Verein tätig, der personenzentriertes Musizieren im Gesundheitsbereich professionell anbietet. Die in der Lehrveranstaltung vermittelten Inhalte werden in der realen Praxis erlebt.

Die Lehrenden musizieren und agieren auf Augenhöhe mit den Studierenden. Diese geteilte Verantwortung schafft eine Atmosphäre des Vertrauens und der gemeinsamen Professionalisierung.

Interdisziplinarität wird nicht nur thematisiert, sondern strukturell verankert: Studierende unterschiedlicher Studienrichtungen arbeiten gemeinsam, eine Expertin ergänzt das Lehrendenteam durch einen Impulsworkshop in idiolektischer Gesprächsführung; künstlerische und therapeutische Perspektiven werden kontinuierlich integriert.

Gesellschaftliche Relevanz

Das Projekt adressiert aktuelle gesellschaftliche Fragen, wie zum Beispiel: Welche Rolle spielen Kunst und Kultur für individuelle Gesundheit und gesellschaftliches Wohlbefinden? Wie kann vulnerablen Personengruppen der Zugang zu künstlerischer Erfahrung ermöglicht werden? Welche Verantwortung tragen Musiker:innen im gesellschaftlichen Kontext?

Die Lehrveranstaltung eröffnet Studierenden ein mögliches Berufsfeld jenseits traditioneller Rollen als Interpret:in oder Pädagog:in. Sie erfahren sich als aktive Mitgestalter:innen gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Gleichzeitig stärkt das Projekt die Third Mission der Hochschule: Es überschreitet bewusst den universitären Rahmen und tritt in direkten Dialog mit einer hochsensiblen gesellschaftlichen Institution – dem Krankenhaus.

Diversität, Inklusion und Schutzräume

Das Lehrprojekt ist barrierefrei zugänglich. Unterschiedliche Lern- und Entwicklungsbedürfnisse werden berücksichtigt. Bei jedem Patient:innenkontakt besteht die Möglichkeit, zwischen spielender, sprechender oder beobachtender Rolle zu wählen. Diese Wahlfreiheit ermöglicht graduelle Annäherung an herausfordernde Situationen.

Emotionale Belastungen der Studierenden werden ernst genommen. Tägliche Reflexionen während der Projekttage bieten Raum für Unsicherheiten. Auch für die Lehrenden stellt die Begleitung emotionaler Prozesse eine Herausforderung dar. Fragen wie „Abbrechen oder fortsetzen?“ oder „Wie intervenieren, ohne zu überfordern?“ werden transparent im Team reflektiert. Spannungen werden in einer offenen Gesprächskultur bearbeitet.

Das Lehrprojekt wirkt nicht nur auf Ebene der Studierenden, sondern auch als professioneller Reflexionsraum für die Lehrenden selbst. Beide sind als Praktiker:innen in einem externen Verein tätig, der personenzentriertes Musizieren im Gesundheitsbereich außerhalb des Hochschulkontexts realisiert. Die Übertragung dieser Praxis in ein curricular verankertes Lehrformat macht implizite Handlungsroutinen explizit – und damit überprüfbar.

Insbesondere organisatorische und didaktische Abläufe werden neu durchdacht: Wie lassen sich künstlerische Qualität und pädagogische Begleitung strukturell so verbinden, dass weder Überforderung noch Aktionismus entstehen? Welche Pausen- und Regenerationsräume sind notwendig, um langfristig verantwortungsvoll im Krankenhaussetting arbeiten zu können? Wie kann Gesprächsführung im sensiblen Kontext präziser, klarer und zugleich empathisch gestaltet werden?

Der Kontakt mit schwerkranken Menschen kann emotional herausfordernde Momente für Studierende mit sich bringen. Situationen, in denen Unsicherheit entsteht, verlangen hohe professionelle Wachsamkeit auf Seite der Lehrenden. Diese Spannungsfelder werden im Team und in der Gruppe reflektiert. Die offene Gesprächskultur innerhalb der Lehrveranstaltung wird so selbst zum Modell professionellen Handelns.

Das LV-Projekt „Musik auf Station – Personenzentriertes Musizieren im Krankenhaus“ ist ein künstlerisch-pädagogischer Erfahrungsraum, in dem Studierende lernen, Musik als soziale Praxis neu zu erleben. Die direkte Resonanz der Patient:innen macht erfahrbar, dass musikalische Begegnung im Krankenhaus nicht dekoratives Zusatzangebot ist, sondern existenzielle Qualität besitzen kann. Das Projekt regt an der mdw derzeit einen Diskurs zur Frage an, wie künstlerische Hochschullehre gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern und neue professionelle Perspektiven eröffnen kann. Es verbindet musikalische Exzellenz mit Empathie, Reflexion und sozialer Wirksamkeit – und erweitert damit nachhaltig das Selbstverständnis zukünftiger Musiker:innen.

Akzeptanz und Resonanz

Die eingeholten Reflexionen der Studierenden zeigen eine intensive fachliche, künstlerische und persönliche Auseinandersetzung mit dem Projekt. Exemplarisch lassen sich folgende beiden Rückmeldungen anführen:

  • Eine Studierende beschreibt, dass die Lehrveranstaltung sie „musikalisch, improvisatorisch und menschlich“ weitergebracht habe und ihr eine neue Perspektive auf zentrale Fragen der eigenen künstlerischen Haltung eröffnet habe, insbesondere im Hinblick auf Sinn, Motivation und persönliche Identität im Musizieren.
  • Eine weitere Rückmeldung betont die besondere Qualität des geschaffenen Rahmens während der Projekttage sowie die wertschätzende Zusammenarbeit mit den Patient:innen und der Station. Das Projekt wird nicht nur als bereichernd für die beteiligten Patient:innen, sondern auch als persönlich prägend erlebt. Hervorgehoben werden insbesondere die Stärkung des beruflichen Selbstverständnisses, die Erfahrung von Sinnhaftigkeit sowie Impulse zur Weiterentwicklung im Umgang mit eigenen Unsicherheiten und musikalischen Kompetenzen: „Es war nicht nur ein Geschenk für die Patient*innen, sondern auch für mich persönlich, wie ich es heute auch schon angesprochen habe. Ich denke, es ist genau im richtigen Moment gekommen, Musik und zwischenmenschliche Begegnung wieder so erleben zu dürfen. Es bestärkt mich noch mehr darin, dass mein Beruf sinn- und wertvoll ist und ich für mich absolut auf dem richtigen Weg bin!“

Nutzen und Mehrwert

Partizipation: Den Patient:innen wird die Möglichkeit eröffnet, sich am künstlerischen Prozess co-kreativ zu beteiligen. Dadurch werden sie nicht ausschließlich als Rezipient:innen angesprochen, sondern aktiv in die Gestaltung eingebunden. Insbesondere im durch strukturelle Abläufe und Fremdbestimmung geprägten Krankenhausalltag entsteht so ein Raum für Teilhabe, Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit.

Kooperation: Die Zusammenarbeit zwischen Musikuniversität und Krankenhaus stärkt die gesellschaftliche Relevanz kultureller Angebote im Gesundheitsbereich. Durch diese institutionelle Kooperation wird die Bedeutung künstlerischer Praxis in einem medizinischen Kontext sichtbar und nachhaltig verankert.

Lehre: Zu Beginn wirken die Lehrpersonen aktiv an der praktischen Umsetzung mit. Auf diese Weise wird ein fließender und individuell abgestimmter Übergang zu einer eigenständig von den Studierenden verantworteten Durchführung ermöglicht.

„Audience engagement“: Barrierefreier Zugang zur Kunst für ein Publikum, das durch seine besondere Lebenssituation nicht am etablierten Kulturbetrieb teilnehmen kann.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2023

Das Lehrprojekt ist aus einem internationalen Forschungsprojekt hervorgegangen und überträgt die Praxis des personenzentrierten Musizierens im Krankenhauskontext nach Österreich. Vorreiterin in diesem Feld ist die niederländische Forschungsgruppe „Lifelong Learning in Music“ der Hanze University of Applied Sciences, die seit mehreren Jahren entsprechende Forschungs- und Lehrprojekte entwickelt und umsetzt. Das vorliegende Lehrprojekt knüpft an diese Erfahrungen an und verankert die Praxis nachhaltig im österreichischen Hochschulkontext.

Langfristig zielt das Projekt darauf ab, ein neues Berufsfeld für Musiker:innen und Musiktherapeut:innen zu erschließen. Es eröffnet die Möglichkeit, neue Zielgruppen anzusprechen und künstlerische Praxis im Sinne von „arts for health“ in einen gesellschaftlich relevanten Kontext einzubringen. Dadurch wird das professionelle Tätigkeitsfeld um eine gesundheitsbezogene Dimension erweitert.

Zur strukturellen Absicherung und Weiterentwicklung der Praxis wurde der Verein „MusiCare“ gegründet. Ziel des Vereins ist es, Finanzierungen für entsprechende Projekte zu generieren sowie eine langfristige Etablierung dieser Praxis in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu fördern. Mehrere Absolvent:innen der Lehrveranstaltung engagieren sich mittlerweile im Verein und erschließen sich dadurch zusätzliche berufliche Perspektiven.

Das interprofessionelle Lernen und interdisziplinäre Agieren sind für jede Lehr- und Lernsituation außerhalb der Universität relevant und anwendbar.

Institutionelle Unterstützung

Die Lehrveranstaltung wird seitens der Universität durch die Finanzierung der Lehrpersonen unterstützt. Darüber hinaus stellt die Universität die notwendige Infrastruktur, insbesondere geeignete Räumlichkeiten, zur Verfügung. Unterstützt wird das LV-Projekt weiters durch die Institutsleitung sowie das wissenschaftliche und künstlerische Personal der mdw. Zusätzlich tragen zentrale Organisationseinheiten wie die Grafikabteilung sowie das Kopierzentrum zur organisatorischen und praktischen Umsetzung der Lehrveranstaltung bei.

Lehrveranstaltungen an unserer Universität sind verbindlich in das hochschulinterne Qualitätsmanagement eingebunden. Zentrales Instrument ist die regelmäßige, universitätsweite Lehrveranstaltungsevaluation mit auf unterschiedliche Lehrformate abgestimmten Fragebögen. Die anonym erhobenen Rückmeldungen der Studierenden werden den Lehrenden zur Verfügung gestellt und dienen der gezielten Reflexion sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Lehre und Studienangebot. Ergänzend wird Feedback auch durch regelmäßige Absolvent:innenbefragungen eingeholt, um die Studienangebote im Hinblick auf Berufsrelevanz und Nachhaltigkeit zu evaluieren. Die Ergebnisse dieser Befragungen werden den zuständigen Studienkommissionen verbindlich vorgelegt und fließen in die Entwicklung und Überarbeitung der (musiktherapeutischen) Curricula ein.

Zusätzlich wird Feedback von den Studierenden innerhalb der LV erhoben. Dieses wird zur Weiterentwicklung der Lehrveranstaltung laufend verwendet.