Zuletzt aktualisiert am 12.06.2026
LV 619008 Methoden der Feldforschung: Übung
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Foto von Amber Treml
Nora Hassan und Trio im Konzert, organisiert von den Studierenden
Ars Docendi Kategorie
Gesellschafts- und Nachhaltigkeitsorientierte Lehre
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
In „Methoden der Feldforschung“ arbeiten die Studierenden mit Musiker:innen mit Migrationshintergrund, erleben die gesellschaftliche Relevanz von Musik, analysieren und präsentieren diese wissenschaftlich, und organisieren ein öffentliches Konzert.
Kurzzusammenfassung des Projekts
„Methoden der Feldforschung“ ist halb im Seminarraum und halb in praktischer Forschungstätigkeit im Feld angelegt. Inhaltlich geht es um Feldforschungspraxis, angewandte Musikwissenschaft und Musikmanagement. Eine interuniversitäre Kooperation mit der Universität Mozarteum Salzburg, Standort Innsbruck ist Teil der LV. Nach eingehenden Vorübungen zu Forschungsethik, Interview- und Auswertungsmethoden sowie AV- Aufnahmetechnik suchen und kontaktieren die Studierenden Musiker:innen mit internationalem (Migrations-)Hintergrund, die in Innsbruck und Umgebung leben und arbeiten. Sie führen Interviews nach einem selbst erarbeiteten Leitfaden und ergänzen diese mit Musikaufnahmen. Die Resultate werden standardkonform protokolliert und dem Department Musikalische Ethnologie am Mozarteum zur Archivierung übergeben. Daraufhin führen die Studierenden eine qualitative Inhaltsanalyse der Interviews durch und erstellen eine Einreichung für die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft (am 14.11.2025 in Linz präsentiert), sowie einen Forschungsbericht (zur Publikation 2026 im Magazin AN:Klang akzeptiert). Im Weiteren vereinbaren die Studierenden mit ausgewählten Kontaktpersonen aus der Feldforschung Auftritte in einem öffentlichen Konzert (Haus der Musik, 27.11.2025). Die Studierenden erstellen das Programm des Konzerts sowie einen Präsentationsflyer. Sie organisieren für die Musiker:innen deren Anreise, Soundchecks, Tontechnik und Verpflegung.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
“Field Research Methods” is conducted half in the seminar room and half in practical research activities in the field. Content-wise, the course focuses on field research practice, applied musicology, and music management. An inter-university cooperation with the Mozarteum University Salzburg, Innsbruck campus, is part of the course. After thorough preliminary exercises on research ethics, interview and evaluation methods, and AV recording technology, students search for and contact musicians with an international (migration) background who live and work in Innsbruck and the surrounding area. They conduct interviews according to a guideline they have developed themselves and supplement these with music recordings. The results are documented with metadata and handed over to the Department of Musical Ethnology at the Mozarteum for archiving. The students then conduct a qualitative content analysis of the interviews and prepare a submission for the annual conference of the Austrian Society for Musicology (presented on November 14, 2025, in Linz), as well as a research report (accepted for publication in 2026 in the magazine AN:Klang). Furthermore, the students arrange performances in a public concert (Haus der Musik, November 27, 2025) with selected contacts from the field research. The students create the concert program and a presentation flyer. They organize travel, sound checks, sound engineering, and catering for the musicians.
Nähere Beschreibung des Projekts
Der erste Teil dieses Textes beschreibt das Projekt in seiner Vielschichtigkeit; der zweite Teil reflektiert die Rahmenbedingungen und Besonderheiten im Kontext geisteswissenschaftlicher Studien. Die Lehrveranstaltung „Methoden der Feldforschung“ im BA-Curriculum Musikwissenschaft zielt darauf ab, die Studierenden für die Arbeit „im Feld“, also mit lebenden Menschen außerhalb der Universität zu begeistern. Dafür ist es nicht nur nötig und sinnvoll, ihnen die Abläufe einer Feldforschung an sich näherzubringen und diese zu üben, sondern ihnen auch den Wert der Arbeit mit Menschen zu vermitteln: man geht dabei stets soziale Beziehungen ein, die auch mit Erwartungen und Vorurteilen, und daher mit der Notwendigkeit ethisch korrekter Haltung und reziproker Zusammenarbeit mit den Gewährsleuten einhergehen, und die oftmals über die Dauer der Forschungsarbeit selbst hinausgehen. Dabei müssen die Prozesse und Resultate gemeinsam mit den Forschungspartner:innen entworfen und entwickelt werden. Es geht nicht nur um das akademische Lernen und Verstehen innerhalb der Lehrveranstaltung, sondern, und vor allem, auch um die gesellschaftliche Relevanz der Resultate sowie um Tätigkeiten, die für die Menschen außerhalb der Universität sinnstiftend und bestenfalls gewinnbringend wirksam werden können. Gleichzeitig sollen Präsentationen der Resultate den Studierenden Erfahrungen und neue Netzwerke im Bereich des Musikmanagements, aber auch der wissenschaftlichen Forschung ermöglichen. Im Sommersemester 2025 wurde in der ersten Einheit der allgemeine Plan für die LehrFeldforschung gemeinsam mit den Studierenden erarbeitet: wir wollen die sprichwörtliche „Verbindende Kraft der Musik“ wissenschaftlich überprüfen, indem wir Musiker:innen mit internationalem (Migrations-)Hintergrund, die in Innsbruck oder Umgebung leben und arbeiten, zu ihren Erfahrungen befragen. Basierend auf der Hypothese, dass viele der Gewährsleute im Alltagsleben mit Diskriminierung und möglicherweise Rassismus konfrontiert sind, entwickelten die Studierenden die Forschungsfrage: „Welche Rolle spielt die Musik in den sozialen Erfahrungen in Bezug auf Heimat, Migration und Zugehörigkeit von internationalen Musiker:innen die in Innsbruck leben und arbeiten?“. Dafür musste man ebensolche Musiker:innen kontaktieren und interviewen, die Aufnahmen protokollieren, professionell archivieren und auswerten. Aktuelle Standards zu Feldforschungsethik und kollaborativer Forschung verlangen eine Reflexion der eigenen Haltung und der eigenen Benefits in Relation mit den Erwartungen, Wünschen, Bedürfnissen und möglichen Benefits der Gewährsleute im Feld. Die Studierenden stimmten darin überein, dass ein gemeinsamer öffentlicher Auftritt mit Honorar für die Musiker:innen für diese gewinnbringend sein könnte. Der Vorschlag des LV-Leiters, ausgewählte Musiker:innen im Rahmen des öffentlichen Festakts „100 Jahre Musikwissenschaft an der Universität Innsbruck“ (27.11.2025 im Haus der Musik) für Auftritte einzuladen wurde angenommen. Dabei würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn erstens würden die Musiker:innen Geld verdienen und vor relativ zahlreichem und für sie neuem Publikum auftreten, und zweitens würde das Fach und das Institut für Musikwissenschaft auf eine interessante zeitgenössische Weise öffentlich repräsentiert werden: Diesmal nicht mit Haydn- Streichquartetten, sondern mit arabischer, chilenischer, senegalesischer und persischer Musik. Für die Feldforschungsarbeit wurde eine interuniversitäre Kooperation mit der Universität Mozarteum Salzburg, Standort Innsbruck eingegangen. Einerseits wurde mit dem internationalen Ensemble „Grenzklang“, koordiniert vom Department Musikpädagogik, Kontakt aufgenommen, und andererseits wurde mit dem Department Musikalische Ethnologie eine Abmachung getroffen: Der Leiter des Departments erklärte sich gerne bereit, bei der Suche nach möglichen Forschungspartner:innen behilflich zu sein, und vor allen die erstellten Aufnahmen zur Archivierung zu übernehmen. Dafür war notwendig, dass er den Studierenden die genauen Auflagen zur Dokumentation und Protokollierung audiovisueller Aufnahmen für die standardkonforme Langzeitarchivierung vermittelte. Dies fußt auf bestehenden Erfahrungen, denn das Institut für Musikwissenschaft hat bereits mehrmals mit dem Department Musikalische Ethnologie im Rahmen von Feldforschungen fruchtbringend zusammengearbeitet. Die Studierenden begannen nun mit der praktischen Feldforschung, also der Suche nach der Fragestellung entsprechenden Musiker:innen, kontaktierten diese und vereinbarten Termine für Musik- und Interviewaufnahmen. In der Lehrveranstaltung stellte der LV-Leiter währenddessen die Technologien und Methoden für professionelle Feldarbeit (digitale AV-Aufnahmegeräte, Mikrophonierung, Speicherung und ad-hoc-Dokumentation) vor. Die Studierenden führten in Kleingruppen die Interviews und Musikaufnahme durch, entweder in Räumlichkeiten in denen die Gewährsleute musizierten oder probten, oder in den Institutsräumen im Haus der Musik. Für die halboffenen narrativen Interviews entwickelten die Studierenden einen Leitfaden, für den sie die sechs Fragenkomplexe „Biographie“, „Musik (Stil, Genres, Instrumente)“, „Performancemodalitäten“, „Repräsentationen“, „Bedeutung des Musikmachens“ und „Vorurteile“ definiert hatten. Die audiovisuellen Aufnahmen wurden mit ihrer Dokumentation und Metadaten auf einem sicheren Fileshare-Server der Universität Innsbruck gespeichert, der für alle Studierenden zugänglich ist. Nach Fertigstellung der Arbeiten wurde der Gesamtinhalt dem Department Musikalische Ethnologie zur Archivierung übergeben. Um eine qualitative Analyse der erhobenen Daten zu ermöglichen wurde zuerst eine Zielsetzung vereinbart: Die Studierenden würden ihr Projekt zur Präsentation bei einer wissenschaftlichen Fachtagung einreichen, sowie einen Forschungsbericht verfassen, der idealerweise publiziert wird. Wir einigten uns auf eine Einreichung bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft (ÖGMW, mit peer-review; Linz, 13.-15. 11.2025), und bei Ablehnung auf eine Einreichung bei der Konferenz des Österreichischen Nationalkomitees im International Council for Traditions of Music and Dance (ICTMD-Ö, mit peer review, Graz, 12.-14.12.2025). Damit konnten die Studierenden die Analysen zielgerichtet durchführen. Man einigte sich auf die relativ leicht durchführbare qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring/Fenzl. Sämliche Interviews wurden transkribiert und nach Kategorien codiert, die aus den Interviews hervorgingen und die in etwa dem Leitfaden entsprachen. Jede:r Student:in wählte eine Kategorie, analysierte alle Interviews nach deren Inhalten, und verfasste ein entsprechendes Unterkapitel für den Forschungsbericht. Eine Studentin übernahm die Generalredaktion sowohl der Abstracts für die Einreichungen als auch des Forschungsberichts, und fasste die Resultate der Komiliton:innen zusammen. Für die wissenschaftliche Präsentation der Resultate war die erste Einreichung bei der ÖGMW erfolgreich (siehe Seite 5 in: oegmw.at/wp-content/uploads/2025/11/2025_11_05_OGMw _Conference_Schedule_and_Book_of_Abstracts.pdf ). Demnach verzichteten wir auf eine weitere Einreichung beim ICTMD-Ö. Zwei Studentinnen reisten zur Tagung der ÖGMW nach Linz. Sie beantragten selbst die Finanzierung der Reise- und Übernachtungskosten und präsentierten erfolgreich das Poster „Die verbindende Kraft der Musik? Erfahrungen internationaler Musiker:innen in Innsbruck“. Sie waren die einzigen BA-Studierenden auf der Tagung, wo MA- und PhD-Studierende sowie renommierte internationale Forschende ihre Arbeiten präsentieren und diskutieren. Der Forschungsbericht wurde dem HerausgebendenTeam des Magazins AN:Klang (gehostet von der ÖGMW, siehe: oegmw.at/jungemusikwissenschaft/anklang ) geschickt; der Text wurde zur Veröffentlichung in der Ausgabe 4/1 (2026) akzeptiert.
Schließlich wurden aus Interviewpartner:innen fünf Musiker:innen bzw. Gruppen ausgewählt, die zum Auftritt im öffentlichen Konzert im Rahmen der Zentenarsfeiern des Instituts eingeladen wurden. Die Studierenden teilten unter sich die Arbeiten in Vorbereitung der Veranstaltung (Programm, Flyer, Bewerbung), Koordination der Musiker:innen (Anreise, Soundchecks), Finanzierung der Honorare, und Präsentation, Moderation und Dokumentation der Musik im Rahmen des Festaktes auf (siehe www.uibk.ac.at/media/filer_public/a3/75/a375eaac-070 2-438b-ac22-b6c4bbe91b29/programm_festakt_100-jahre-musikwissenschaft-innsbruck.pdf). Es traten zwei Trios auf, die zwischen den Festreden und audiovisuellen Präsentationen auftraten, eine Trommelgruppe, die ein Konzert-Set spielten, eine Fanfare der Partneruniversität Mozarteum, und ein DJ der bis spät in die Nacht „transkulturelle Popmusik“ auflegte. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg, und vor allem die Arbeit der Studierenden wurde öffentlich gewürdigt. Zur Besonderheit dieser Lehrveranstaltung Im Kontext der Geisteswissenschaften im Allgemeinen und der Musikwissenschaft im Speziellen wird oft kritisiert, man würde im Studium zwar wissenschaftliche Methoden und interessante Inhalte lernen, doch zu wenig Berufsorientierung außerhalb des Akademischen und zu selten Erfahrungen mit der Praxis der zeitgenössischen Gesellschaft zu bekommen. Die Lehrveranstaltung „Methoden der Feldforschung“ versucht hier ganz klar das Gegenteil zu beweisen: Studierende der Musikwissenschaft gehen „ins Feld“, erleben die Realitäten zeitgenössischer Musiker:innen, hier im Kontext von potentieller Diskriminierung aufgrund von Vorurteilen; sie organisieren mit den Musiker:innen öffentliche Auftritte, erarbeiten nicht nur eine studentische Arbeit, sondern sehen die Resultate ihrer Arbeit professionell archiviert, im Programm einer internationalen Fachtagung und als publizierten Aufsatz in einem Nachwuchsmagazin. Sie finden Kontakte und gehen Beziehungen ein, die über die Lehrveranstaltung hinausgehen und in ihre berufliche Zukunft weisen können. Die Studierenden sind während der gesamten Arbeit direkt mit der Frage nach der gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Relevanz ihres Tuns konfrontiert. Sie diskutieren diese mit ihren Interviewpartner:innen, präsentieren ihre Erlebnisse und Erfahrungen öffentlich – sowohl in wissenschaftlichen als auch künstlerischen Rahmen – und müssen dabei auch auf Fragen von Außenstehenden, Insidern und Interessierten Laien entsprechend antworten. Die praxisorientierte Methodik dieser Lehrveranstaltung unterstützt die Entwicklung verschiedener Fähigkeiten sowohl akademischer als auch praktischer Natur: Erstellung von Plänen und Improvisation bei der Durchführung, Umgang mit Menschen verschiedenster Herkunft, Sprachen, Milieus; Beantragung von Finanzmitteln, Erstellung und Einreichung von Abstracts, wissenschaftliches Schreiben und vor allem Organisationsarbeit, Zusammenarbeit und Teamdynamik – und die wichtige Fähigkeit handlungsfähig zu bleiben wenn unerwartete Hindernisse auftauchen.
Anmerkung: „Methoden der Feldforschung“ findet alle vier Semester statt. Die Inhalte und Veranstaltungen sind stets verschieden, aber die grundsätzliche Philosophie der Praxisnähe und der Anwendungsorientierung ist stets gegeben. Etwa erforschten die Studierenden im Sommersemester 2023 die kulturelle Vielfalt der Marktgemeinde Telfs und Umgebung und erstellten eine künstlerische Klanginstallation aus Montagen der Aufnahmen, die öffentlich sehr erfolgreich präsentiert wurde (Stichwort artistic research).
Akzeptanz und Resonanz
Die Lehrveranstaltung ist Teil des Pflichtmoduls „Musikethnologie“ im BA-Studium
Musikwissenschaft, daher müssen Studierende der Musikwissenschaft im Lauf ihres Studiums diese LV
besuchen.
Zu Beginn der LV ist stets ersichtlich, dass aufgrund der internen Interdisziplinarität der
Musikwissenschaft – wir arbeiten und unterrichten in den Disziplinen historische
Musikwissenschaft (Methoden der Geschichtswissenschaften), Musikethnologie (Methoden der
Kultur- und Sozialanthropologie), Popularmusikforschung (Methoden der Soziologie) und
Systematische Musikwissenschaft (Methoden der Psychologie und Informatik) – nie alle Studierenden
mit intrinsischem Interesse an musikethnologischer Feldforschung in den Kurs hinein starten. De facto
sind meist nur sehr wenige (>20%) von sich aus am Thema interessiert. Bis zum Ende des Kurses
werden die Studierenden zum Großteil sehr motiviert, da sie durch die
Praxisorientierung mit lebenden Menschen, mit deren Problemen oder Lebensfreude, mit der
Organisation von Veranstaltungen und öffentlichen Auftritten, Werbung dafür, etwa über Social
Media-Posts, und mit öffentlichem Applaus konfrontiert werden, was über die allermeisten
Teilnehmenden eine motivierende Wirkung ausübt. Nach der Lehrveranstaltung sind die
Studierenden meist sehr stolz auf ihre Leistungen und die Reaktionen seitens der Gewährsleute, der
Öffentlichkeit, und anderer Studierender.
Die Evaluierungen der Lehrveranstaltung sind leider nicht aussagekräftig wegen den notorisch wenig
Teilnehmenden (durch die Kleinheit unseres Instituts und den wenigen Studierenden). Sie betonen
stets die Qualität der praktischen Erfahrungen, Kooperationen, und der künstlerischen oder
organisatorischen Tätigkeiten. Sie kritisieren gleichzeitig die manchmal schwierige Planung, vor allem
der Zeitpunkte in denen erhöhter Einsatz gefragt ist: die Studierenden müssen sich an Termine der
Gewährsleute und der Veranstaltungen halten, die manchmal über das Semester hinausgehen. Dieses
Dilemma ist Teil der Lernerfahrung: Wenn man Einblicke in die Berufspraxis jenseits des Seminarraums
haben möchte, muss man sich an die Planungen der praktischen Arbeit orientieren und anpassen, und
die „comfort zone“ des Hörsaals hinter sich lassen können.
Am Ende sind alle Studierenden, die an den Auswertungen, Auftritten, Präsentationen und
Publikationen beteiligt sind, sehr zufrieden und durchwegs stolz auf ihre Leistungen. Dies im Vergleich
zur anfänglichen Skepsis (sehr geringes Interesse, aber Pflichtfach) ist jedes Mal nach der Durchführung
der LV zu beobachten
Nutzen und Mehrwert
Die Studierenden lernen und üben abgesehen von wissenschaftlichen Inhalten und Methoden gesellschaftlich relevante Fähigkeiten wie soziale Kompetenz, Organisation von Veranstaltungen, Anträge für Finanzierung, Einreichungen für Tagungen und Publikationen, und öffentliches Präsentieren, aber auch das Beantworten von (kritischen) Fragen in öffentlichen Situationen.
Institutionelle Unterstützung
„Methoden der Feldforschung“ findet alle vier Semester statt. Die Inhalte und Veranstaltungen sind stets verschieden, aber die grundsätzliche Philosophie der Praxisnähe und der Anwendungsorientierung ist stets gegeben. Etwa erforschten die Studierenden im Sommersemester 2023 die kulturelle Vielfalt der Marktgemeinde Telfs und Umgebung und erstellten eine künstlerische Klanginstallation aus Montagen der Aufnahmen, die öffentlich sehr erfolgreich präsentiert wurde (Stichwort artistic research). Für die nächste Durchführung (Sommersemester 2027) sammeln wir bereits Ideen; die konkreten Inhalte und Methoden sind immer abhängig von den Möglichkeiten und stattfindenden Veranstaltungen, Tagungen, usw.
Die LV ist wie alle Teil der jährlich wiederkehrenden Pflicht-LV-Analyse (die ich als Leiter auch zwischen
den verpflichetenden Semestern immer auch freiwillig mache). Da jedoch stets wenige Studierende
(ca. 5-12) teilnehmen, und sie alle sehr individuellen Aufgaben nachgehen, ist das direkte persönliche
Feedback am wichtigsten für die Weiterentwicklung.
Kooperationspartner/innen
Weitere inländische Hochschulen
- Universität Mozarteum Salzburg