Zuletzt aktualisiert am 30.05.2025
Leading yourself, leading others: Selbstbestimmt und kooperativ Leadership Kompetenzen entwickeln
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
@Marlene Reumann
Jubelnde Studierende die ein selbst gestaltetes Plakat mit der Aufschrift Female Leadership hochhalten
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
Leadership entwickeln: Der didaktische Ansatz „Leading yourself, leading others“ macht Studierende zu aktiven Gestalter*innen des eigenen Lernprozesses und fördert in partizipativen Formaten die selbstbestimmte Entwicklung von Leadership Kompetenzen.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Selbstbestimmt die eigene Entwicklung voranzutreiben, eigenverantwortlich und dennoch in Kooperation mit anderen zu lernen – das sind Schlüsselkompetenzen um das Heute aber auch die Zukunft erfolgreich zu meistern. Leading yourself, leading others beschreibt einen didaktischen Ansatz, in dem Masterstudierende der FH Wiener Neustadt selbstbestimmt und in Kooperation mit anderen ihre Leadership Kompetenzen entwickeln. Sie tun dies in Rahmen eines selbst gewählten, konzipierten und ausgestalteten Projekts. Die Studierenden erhalten damit die Möglichkeit, (1) den eigenen Lernprozess gezielt selbst zu gestalten, (2) Leadership in der Interaktion mit anderen Studierenden im konkreten Handeln zu erleben (3) die gemachten Beobachtungen und Erfahrungen individuell und im Austausch mit anderen zu reflektieren, (4) und das Feedback der Lehrenden gezielt für das Projekt und die eigene Kompetenzentwicklung zu nutzen. Von- und miteinander zu lernen ist zentral, um wichtige Schritte in der eigenen Kompetenzentwicklung zu gehen. Die konkrete Umsetzung wird anhand der Lehrveranstaltung Kompetenzentwicklung Leadership im Mastertudiengang Personal, Organisation, Strategie beschrieben.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
Self-directed development, learning autonomously and yet in cooperation with others - these are key competences for successfully mastering the present and the future. Leading Yourself, Leading Others describes a didactic approach in which Master's students at the University of Applied Sciences Wiener Neustadt develop their leadership skills autonomously and in cooperation with others. They do this within the framework of a self-selected, designed and developed project. This gives students the opportunity to (1) shape their own learning process, (2) experience leadership in interaction with other students in concrete action, (3) reflect on their observations and experiences individually and in exchange with others, (4) and use feedback from lecturers specifically for the project and their own skill development. Learning from and with each other is central to taking important steps in one's own skills development. The implementation of this didactic approach is described on the basis of the course Competence Development Leadership in the Master's programme Human Resources, Organisation, Strategy.
Nähere Beschreibung des Projekts
Selbstbestimmt die eigene Entwicklung voranzutreiben, eigenverantwortlich und dennoch in Kooperation mit anderen zu lernen – das sind Schlüsselkompetenzen, um das Heute und die Zukunft erfolgreich zu meistern. Die Studierenden bei der Entwicklung zukunftsfähiger Kompetenzen (Future Skills) zu unterstützen ist ein erklärtes Ziel an Hochschulen. Fixe Rahmenbedingungen, festgeschriebene Curricula, tradierte Rollenbilder von Lehrenden und Lernenden erschweren es, partizipative Lernräume zu schaffen, in denen die Studierenden selbst zu Verantwortlichen ihres Lernprozesses werden. An der FH Wiener Neustadt begegnet man diesen Herausforderungen durch innovative, studierendenzentrierte und partizipative Ansätze. Im Folgenden werden die didaktischen Grundüberlegungen und die konkrete Umsetzung selbstbestimmten und kooperativen Lernens in der Lehrveranstaltung Kompetenzentwicklung Leadership beschrieben.
Leading yourself, leading others - selbstbestimmt und kooperativ Leadership Kompetenzen entwickeln
„Mit Herz, Hand und Hirn Leadership erlernen.“ – So die didaktische Leitidee unserer Lehrveranstaltung, der folgende Überlegungen zugrunde liegen: Leadership Kompetenz ist kein klassischer Lernstoff, Leadership Kompetenz muss jede/r für sich selbst erforschen und entwickeln. Diese Entwicklung kann gelingen, indem Studierende Leadership an sich selbst und mit anderen in geeigneten Lernräumen erfahren und reflektieren. Selbstführung ist dabei die Basis für die Führung anderer Personen. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit (1) den eigenen Lernprozess gezielt selbst zu gestalten, (2) Leadership in der Interaktion mit anderen Studierenden im konkreten Handeln zu erleben (3) die gemachten Beobachtungen und Erfahrungen individuell und im Austausch mit anderen zu reflektieren, (4) und das Feedback der Lehrenden gezielt für das Projekt und die eigene Kompetenzentwicklung zu nutzen.
Die Rolle der Studierenden beruht auf Eigenaktivität und Selbstbestimmung. Sie erarbeiten Ziele, Inhalte und Methoden ihrer persönlichen Kompetenzentwicklung und setzen dies eigenverantwortlich um. Sie evaluieren die Erreichung der selbstgesteckten Ziele eigenständig und dokumentieren ihre Erkenntnisse in abschließenden Reflexionsarbeiten. Die Lehrveranstaltungsleitung begleitet den gesamten Prozess und konzentriert sich auf die Aspekte Facilitation (d. h. Ermöglichung und Förderung des Lern- und Entwicklungsprozesses z. B. durch Feedback), Kontrolle (d. h. Einhaltung von Spielregeln und Rahmenbedingungen, z. B. Mindestausmaß an Partizipation, Abgabe von Leistungsnachweisen etc.) und Bewertung (d. h. Beurteilung der Studierendenleistung anhand der Lernergebnisse lt. Curriculum).
Die Lehrveranstaltung Kompetenzentwicklung Leadership
Diese Lehrveranstaltung ist Teil des Regelcurriculums des Masterstudiengangs Personal, Organisation, Strategie an der Fachhochschule Wiener Neustadt. Die Lernergebnisse lt. Curriculum sind:
Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrveranstaltung sind die Studierenden in der Lage ...
- sich mit dem Thema der Selbsterkenntnis und der Selbstführung auf der Basis unterschiedlicher Zugänge der Persönlichkeits- oder Kompetenzforschung (z.B. Psychologie, Soziologie, Verhaltenswissenschaft) kritisch auseinanderzusetzen.
- anerkannte wissenschaftliche Modelle und Methoden zur strukturierten persönlichen Reflexion zu beschreiben, diese in konkreten Situationen anzuwenden, um sich selbst bzw. den eigenen Führungsstil zu reflektieren und lösungsorientierte Handlungsalternativen abzuleiten.
- die eigenen Leadership-Skills zu reflektieren und gezielte Maßnahmen zu deren Weiterentwicklung im Rahmen der Planung eines von den Studierenden selbst gewählten Projekts zu setzen (wahlweise mit oder ohne inhaltliche Vorgabe).
- sich eigenständig mit thematisch einschlägiger wissenschaftlicher und fachlicher Literatur auseinanderzusetzen und Erkenntnisse aus der Lektüre mündlich und/oder schriftlich zu berichten/zu diskutieren/anzuwenden.
Ablauf der Lehrveranstaltung
Die Lehrveranstaltung besteht aus einem Planungs- und einem Umsetzungssemester. Beim Kick-Off werden die Studierenden mit dem didaktischen Konzept vertraut gemacht, sodass am Ende Klarheit darüber herrscht, wie diese LV abläuft, was von den Studierenden erwartet wird, welche Rolle die Lehrenden einnehmen, wie die zeitliche Taktung und die Leistungsbeurteilung aussehen. Beim Kick-Off finden sich die Studierenden in Projektgruppen und erarbeiten gemeinsam ein Thema mit Bezug zur Leadership Kompetenzentwicklung (zB. Female Leadership, Leadership in Krisensituationen, From Holocracy to Democracy ...). Das ist der zentrale inhaltliche Ankerpunkt für das zu planende und umzusetzende Projekt. Das Projekt dient der Entwicklung von Leadership Skills im Themenbereich und entspricht dem Umfang einer Lehrveranstaltung. Nach dem Kick-Off definieren die Studierenden ihre individuellen Lern- und Entwicklungsziele, arbeiten sich inhaltlich in das Themengebiet ein und gestalten aktiv die Zusammenarbeit in der Projektgruppe. Das gesamte Semester über arbeiten sie eigenverantwortlich an der Planung, Vorbereitung und Organisation des Projekts und treffen sich gemeinsam mit der LV-Leitung zu festgesetzten Terminen. Im folgenden Semester wird das Projekt umgesetzt, wobei jede/r Studierende einen aktiven Part bei der Umsetzung übernimmt. Das abschließende, überdauernde Werk am Ende (Projektdokumentation) setzt den Schlusspunkt unter das Projekt.
Wie selbstbestimmtes und kooperatives Lernen gefördert wird
1. Den eigenen Leadership Lernprozess gezielt selbst gestalten
Mit der Definition der persönlichen Lern- und Entwicklungsziele beantworten die Studierenden die Frage nach dem Sinn des Lernens. Sie erhalten die notwendige Autonomie, um ihren Lernprozess aktiv zu gestalten und die Verantwortung für die Umsetzung und die Zielerreichung zu übernehmen. Innerhalb des gesteckten Rahmens sind sie frei, ihre eigenen Entwicklungsschritte zu gehen. Der erste Schritt ist dabei die reflektierte Auseinandersetzung mit sich selbst und die Beantwortung von Fragen wie: Welche Kompetenzen möchte ich warum weiterentwickeln? Wie kann ich das Projekt dafür nutzen? Hier fließen auch Erkenntnisse und Erfahrungen aus einer vorgelagerten LV ein, in der die Studierenden ein Assessment durchlaufen und sich im individuellen Coaching reflektiert mit den eigenen Kompetenzen und Entwicklungszielen auseinandersetzen. Am Ende des Studiums wird das Assessment inklusive Coachings nochmals durchgeführt, um die Klammer zu schließen und den Entwicklungsprozess im Gesamten reflektiert zu betrachten.
Die konkrete Ausgestaltung des Lernprozesses erfolgt kooperativ. Die Gruppe entscheidet sich in einem gemeinschaftlichen Prozess für das Thema, an dem sie arbeiten möchte. Die Studierenden definieren gemeinsam das Projekt, wählen passende Inhalte aus, gestalten und entwickeln gemeinsam Formate, mit denen die Leadership Kompetenzentwicklung im ausgewählten Themenbereich möglich ist, so dass am Ende des Semesters ein fertiges Konzept für die Umsetzung vorliegt. Die Ausarbeitungen erfolgen in unterschiedlichen sozialen Formaten wie individuell, zu zweit, in Kleingruppen oder auch in der Großgruppe. Der Wissensaustauch und die Zusammenführung zu einem gemeinsamen Ganzen erfolgt in Form von direkter Kommunikation, informellem Austausch, Präsentationen oder gemeinsamen Plattformen, etc.
2. Leadership in der Interaktion mit anderen Studierenden im konkreten Handeln zu erleben
Die Lehrveranstaltung hat Projektcharakter. Die strukturelle und zeitliche Organisation des Projekts (Aufgabenverteilung, Meilensteine etc.) liegt bei den Studierenden. Als Rahmen für die Umsetzung sind lediglich die zeitlichen Vorgaben der Semesterplanung zu beachten. Damit ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zur Interaktion, zur Weiterentwicklung von persönlichen und sozialen Kompetenzen, zum Erleben und Beobachten der Führenden- oder Geführten-Rolle. Jede/r übernimmt gewisse Aufgabenpakete und Rollen, die vorab gemeinschaftlich festgelegt wurden (z. B. Moderator*in, Schriftführer*in, Budgetverantwortliche*r etc.). Jede/r ist verantwortlich für die verlässliche Erfüllung der übernommenen Agenden und kann hier bereits vorhandene Kompetenzen einbringen bzw. explizit versuchen, die in den Lernzielen definierten Entwicklungen anzustoßen. Auch bei der Übernahme von Führung liegt es im Ermessen der Studierenden, wie sie dies im Rahmen des Projekts angehen und umsetzen. Da Führung mit Selbstführung beginnt, besteht für alle die Chance, ihre Kompetenzen im Kontext Leadership weiter auszubauen.
3. Die gemachten Beobachtungen und Erfahrungen individuell und im Austausch mit anderen zu reflektieren
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tun, der aktiven Teilhabe, dem Umgang miteinander, der gemeinsamen Zielerreichung etc. ist integraler Teil der Zusammenarbeit. Reflexion, Feedback, Abgleich von Wahrnehmungen etc. sind in die laufende Interaktion eingebunden und ermöglichen soziales Lernen auf einer eher informellen Ebene. Auf einer formellen Ebene verfassen die Studierenden nach Abschluss des Projekts eine individuelle Reflexionsarbeit. Sie evaluieren die individuelle Zielerreichung und begründen ihre Einschätzung, analysieren förderliche und hinderliche Faktoren und bewerten die eigene Kompetenzentwicklung. Zum Abschluss des Projekts finden in den Projektgruppen auch die finalen Reflexionsformate statt, in denen gemeinsam auf den Prozess, die Zielerreichung, die Learnings, die Ups and Downs, die zentralen Erkenntnisse und take aways geblickt wird. Diese Sessions werden meist von Studierenden moderiert, wenn gewünscht, übernimmt auch die LV-Leitung die Moderation.
Ein Spezifikum dieser Lehrveranstaltung ist das Peer Review, das am Ende des jeweiligen Semesters stattfindet. Anhand der zuvor gemeinsam festgelegten Kriterien zur guten Zusammenarbeit (z.B. Engagement, Verlässlichkeit, …), schätzen sich die Studierenden zuerst selbst ein. Danach erfolgt das Feedback von zwei zufällig ausgewählten und anonym bleibenden Kolleg*innen, die diese Selbsteinschätzung um ihre Wahrnehmung ergänzen und dies auch begründen. Das ermöglicht den Abgleich von Selbst- und Fremdbild. Die Punkte fließen gewichtet in die Notengebung mit ein.
4. das Feedback der Lehrenden gezielt für das Projekt und die eigene Kompetenzentwicklung zu nutzen.
Die LV-Leitenden geben während der Lehrveranstaltung laufend Feedback und bewerten die Entwicklung auf Ebene der im Curriculum definierten Lernziele, also die strukturierte Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Leadership Skills, die Ableitung von Entwicklungsmaßnahmen, die Auseinandersetzung mit einschlägiger Literatur sowie die Planung (und im Folgesemester eigenverantwortliche Durchführung) des Projekts. Die Studierenden sind damit nicht auf sich allein gestellt, sie und die Lehrveranstaltungsleitung sind vielmehr in einer Art Partnerschaft verbunden, das Lernen auf unterschiedlichen Reflexionsebenen ermöglicht. Die Prüfungsleistungen sind so gewählt, dass sie den Lernprozess bestmöglich unterstützen.
Im Planungssemester sind das die folgenden Teilleistungen:
- Gemeinsame Konzepterstellung zum Projekt (30%; Gesamtgruppenleistung)
- Kontinuierliche Teilnahme und Übernahme von Verantwortung (20%; Peer Review: Partizipation und Engagement)
- Übernahme/Präsentation eines relevanten inhaltlichen Fokusthemas aus dem Themenfeld des Projekts (20%; inhaltlicher Beitrag, Kleingruppenleistung)
- Formulierung von individuellen Lern- und Entwicklungszielen (30%; individuelle Leistung)
Im Umsetzungssemester sind das die folgenden Teilleistungen:
- Abschließende, zeitlich überdauernde Projektdokumentation (30%; Gesamtgruppenleistung)
- Engagement und Übernahme von Verantwortung bei der Umsetzung des Projekts (20%; Peer Review: Partizipation und Engagement)
- Verantwortliche inhaltliche Teilgestaltung im Projekt (20%; inhaltlicher Beitrag, Kleingruppenleistung)
- Individuelle Abschlussreflexion (30%; individuelle Leistung)
Akzeptanz und Resonanz
Zusammenfassungen aus den Qualitätszirkeln (Feedback der Studierenden an die Studiengangsleitung)
Die Lehrveranstaltung kommt bei den Studierenden sehr gut an. Hervorgehoben werden die professionelle Begleitung durch die LV-Leitung und die freie Gestaltung des Projekts. Wertvoll wird außerdem wahrgenommen, dass sich die Studierenden auf ihr eigenes Projekt konzentrieren können und sich mit den Lektor*innen auf Augenhöhe begegnen.
Kritische Punkte seitens der Studierenden: Wenn die Gruppen zu groß werden, gestaltet sich die Kommunikation innerhalb der Gruppe schwierig (20 TN). Persönliche Reflexionen und Gruppenreflexionen sind sehr hilfreich, können aber manchmal zu viel werden: Die Fremdbeurteilung (Peer Feedback) in beiden Semestern scheint viel, eine einmalige Beurteilung im ersten Semester wäre ausreichend.
Zitate aus den studentischen Reflexionen/Abschlusswerken WS23, WS24
Intensive Zusammenarbeit • Projekt erfordert Offenheit, Vertrauen und Disziplin • Fazit: Anspruchsvolle, aber durchaus gelungene Lehrveranstaltung
Inspirierender, spannender Austausch, emotionale und prägende Erlebnisse, vielseitiges und abwechslungsreiches Programm, spürbarer Zusammenhalt, jede brachte eigene Kompetenzen nachhaltig ein, gegenseitiges Empowerment, Stärkung des Selbstbewusstseins und der persönlichen Entwicklung
Die unterschiedlichen Erlebnisse haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, kontinuierlich an den eigenen Fähigkeiten zu feilen und eine klare Kommunikation mit Kolleg:innen zu pflegen.
Die Wichtigkeit von klarer Rollenverteilung, klaren Aufgabengebieten und klarer Kommunikation innerhalb eines (vor allem größeren) Teams ist mir durch die Projektplanung bewusst geworden.
Außerdem wurde deutlich wie wertvoll offene und klare Kommunikation, ebenso wie Toleranz ist, wenn in großen Gruppen gearbeitet wird.
Das Arbeiten in einem großen Team war eine äußerst gute Erfahrung für mich und hat mir wertvolle Lerneffekte ermöglicht. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, auf die Ideen und Meinungen anderer einzugehen und gemeinsam Lösungen zu finden. Außerdem den sukzessiven Aufbau einer Vertrauenskultur zu beobachten war ziemlich interessant. Insgesamt bin ich stolz auf unsere Projektgruppe und ich bin mir sicher, dass jeder einzelne von uns ein Learning für sich persönlich mitnehmen wird.
Durch das Projekt „Leadership in Notfallsituationen“ habe ich gelernt, wie wichtig klare Kommunikationsregeln und Aufgabendelegation innerhalb eines großen Teams sind. Im Zuge der Projektdurchführung konnte ich einerseits meine persönlichen Stärken einbringen and andererseits auch einiges von meinen Kolleg:innen mitnehmen.
Durch die Zusammenarbeit in unserer Gruppe habe ich gelernt, wie wichtig effektive Kommunikation und Teamarbeit sind, um Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, wie wertvoll verschiedene Perspektiven und Fähigkeiten sein können, wenn sie in einer kooperativen Umgebung eingebracht werden, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
Durch die Projektgruppe habe ich gelernt, wie wichtig Vertrauen und Offenheit in einem Team sind und wie dadurch die Zusammenarbeit positiv beeinflusst werden kann.
Durch unsere Zusammenarbeit habe ich persönlich gelernt, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und die Aufgaben gerecht aufzuteilen. Dies hat mir gezeigt, dass jeder in der Gruppe einen wertvollen Beitrag leisten kann, und es ein hohes Maß an Zusammenarbeit und Organisation erfordert, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
Beim Gruppenprojekt habe ich zwei Highlights, die ich als persönliche Lerneffekte mitnehme: Einerseits nehme ich mit, dass die persönliche Reise der Kompetenzentwicklung fortlaufend beobachtet und reflektiert werden muss, um neue Entwicklungsschritte zu realisieren (besonderes Bewusstsein entwickeln). Andererseits habe ich nicht nur eine individuelle Weiterentwicklung, sondern eine kollektive Weiterentwicklung wahrgenommen – alles in allem haben wir als große Gruppe einen neuen Meilenstein in der Entwicklung setzen dürfen.
Die Offenheit für eigene Entwicklung und die Gestaltung durch Studierende ist sehr spannend und neu.
Selbstreflexionsmöglichkeit - Option zur Steigerung der persönlichen Kompetenzen - Mehrwertsteigernde Erkenntnisse
Die LV an sich hat mir schon sehr gut gefallen, man setzt sich mit sich selbst auseinander, was auch wichtig ist im Master.
Nutzen und Mehrwert
Der Mehrwert dieser Lehrveranstaltung zeigt sich auf mehreren Ebenen:
Lernkompetenz/Selbstbestimmtes Lernen: Die Studierenden lernen zu lernen und entwickeln eine wichtige Schlüsselkompetenz für ein erfolgreiches Heute und Morgen. Unter den Future Skills gilt Lernkompetenz, als die Fähigkeit und Bereitschaft zum Lernen, insbesondere zum selbstgesteuerten Lernen, als eine der wirkmächtigsten Kompetenzen überhaupt. In dieser LV setzen sich die Studierenden bereits am Beginn der Lehrveranstaltung mit dem Sinn des Lernens, dem Wozu, auseinander. Sie leiten ihre persönlichen Entwicklungsschritte ab und lernen, den Entwicklungsprozess selbst zu gestalten und am Ende zu evaluieren.
Ganzheitliches Lernen in der Gemeinschaft - auf der kognitiven, der emotionalen und der Handlungsebene: Durch die eigenverantwortliche Auswahl, Konzeption und Umsetzung des Projekts entwickeln sich die Studierenden ganzheitlich weiter und verweben Denken, Fühlen und Handeln in einem integrierten Lernprozess. Sie fühlen sich dem Projekt und ihrer Projektgruppe emotional verbunden, sind motiviert, das eigene Projekt und damit das eigene Lernen bestmöglich und freudvoll zu gestalten, eignen sich das notwendige Wissen auf der Inhalts- und der Prozessebene selbständig an, teilen dieses mit ihren Kolleg/innen, lernen durch die gemeinsame Umsetzung, erfolgreich zu kooperieren, Konfliktsituationen lösungsorientiert zu begegnen und mit anderen gemeinsam Ziele zu erreichen. Die Studierenden lernen durch aktives Tun aber auch durch Beobachtung. Sie sind im gesamten Prozess in eine Lerngemeinschaft eingebunden und erleben Beispiele für gelungene oder weniger gelungene Handlungen. Sie profitieren von der gemeinsamen Reflexion und von Feedback-Schleifen, die beim Abgleich von Selbst- und Fremdbild hilfreich sind.
Studentische Partizipation - good practice: Diese Lehrveranstaltung kann als Beispiel dienen, um zu zeigen, wie studentische Partizipation in der Hochschullehre gelingen kann. Die Studierenden definieren, planen und realisieren in Eigenverantwortung ihr eigenes Projekt. Von den Lehrenden, die wie bereits ausgeführt als Facilitator*innen agieren, werden sie begleitet und (etwa durch Feedback) unterstützt. Dies stellt ein Maximum an studentischer Partizipation in der Hochschullehre dar.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2015
Das Lehrprojekt ist langfristig angelegt und kann inhaltlich immer wieder an aktuelle Leadership-Themen angepasst werden. Es wurde bereits in mehreren Durchgängen durchgeführt und auch bei der kürzlich erfolgten Curriculumsrevision vom didaktischen Grundprinzip beibehalten. Im Laufe der Semester wurden Anpassungen und Aktualisierungen bei den Lernzielen vorgenommen, die konkrete Ausgestaltung immer wieder verfeinert und das Feedback der Studierenden gezielt eingearbeitet. Insgesamt erzeugt dieses Konzept viel positive Resonanz, sowohl auf Seiten der Studierenden, der Verantwortlichen und der Kollegenschaft.
Die Grundprinzipien sind gut auch auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar. Studierende können in vielen Bereichen ins Zentrum des Lernens gestellt werden. Dafür braucht es ein adaptiertes Rollenverständnis bei den Lernenden und den Lehrenden, bei dem die Studierenden die Rolle der aktiven Gestalter*innen und die Lehrenden die Rolle der Coaches/Facilitator*innen einnehmen. Je nach Entwicklungsstufe, Lernergebnissen lt. Curriculum, Studiengängen etc. wird die Ausformung und der Grad der Partizipationsmöglichkeiten unterschiedlich sein. Dennoch bieten sich für die Bestimmung der persönlichen Lernziele, der Berücksichtigung individueller Kompetenzen, der mitbestimmten Auswahl von interessierenden Inhalten, der Umsetzung kleinerer oder größerer Lernprojekte, dem Lernen von und miteinander etc. in vielen Settings an. Grundvoraussetzung ist dabei das geteilte Verständnis, dass Studierende und Lehrende gemeinsam die Verantwortung für einen gelungenen Lernprozess tragen.
Institutionelle Unterstützung
Die FH Wiener Neustadt unterstützt diese Lehrprojekt auf vielen Ebenen:
Die Lehrveranstaltung ist im Curriculum des Masterprogramms “Personal - Organisation – Strategie" verankert, sie erstreckt sich über zwei Semester und beinhaltet formal all jene Lernergebnisse, die zur erfolgreichen Durchführung notwendig sind. Es werden seitens der FHWN auch die Ressourcen zur Verfügung gestellt, damit diese Lehrveranstaltung in Kleingruppen (Teilungsziffer 15) und mit enger Begleitung durch die LV-Leitung durchgeführt werden kann. Die Studiengangsleitung steht vollinhaltlich hinter dem Projekt, zeigt es z.B. als eines der Flaggschiff-Projekte auf der Studiengangsseite und schafft im Studienalltag die Rahmenbedingungen, damit dieses Projekt durchgeführt werden kann. Seitens der Lehrveranstaltungsplanung wird jedes Jahr Rücksicht darauf genommen, dass die Umsetzung im Stundenplan gut möglich ist. Die entstehenden Kosten übernehmen grundsätzlich die Studierenden selbst. Die Österreichische Hochschülerschaft unterstützt die Studierenden auf Antrag bei den Projektkosten und steht auch sonst für Anfragen zur Verfügung.
Die Lehrveranstaltung ist konsequent an das hochschulinterne Qualitätsmanagement angebunden.
Ausgehend von den im Curriculum definierten Lernergebnissen entwickelt die LV-Leitung für jeden Turnus das konkrete Lehrveranstaltungskonzept (LVK), das Lernziele, Inhalte, Literatur, Prüfungsmodalitäten, etc. auf der Ebene der LV beinhaltet. Dieses LVK wird von der Studiengangsleitung geprüft und freigegeben. Nach Abschluss der Lehrveranstaltung evaluieren die Studierenden die LV mittels des FHWN-eigenen Evaluierungssystem und führen Feedbackgespräche mit der Studiengangsleitung im Rahmen von Qualitätszirkeln. In der LV selbst reflektieren die Studierenden gemeinsam mit der LV-Leitung den gemeinsamen Lernweg und leiten zentrale Erkenntnisse ab. In individuellen Reflexionsarbeiten blicken die Studierenden nochmals reflektiert auf die beiden Semester zurück und halten die zentralen Learnings, gut und weniger gut Gelungenes, Dinge, die geändert werden und Dinge, die beibehalten werden sollten, fest. All dies wird zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Lehrveranstaltung und zur Gestaltung der Rahmenbedingungen genutzt.