Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026
Globale Herausforderungen
Kurzzusammenfassung des Projekts
Warum steigen die globalen Treibhausgasemissionen trotz ambitionierter Klimaziele weiter an? Genau diesen Widerspruch nimmt die Lehrveranstaltung Globale Herausforderungen zum Ausgangspunkt. Studierende analysieren, wie ökologische, ökonomische und politische Dynamiken ineinandergreifen – und warum klimapolitische Erfolgserzählungen mit realen Entwicklungen kollidieren.
Die Studierenden arbeiten mit Emissionsdaten und modellbasierten Szenarien, vergleichen politische Zielsetzungen mit realen Trends und diskutieren Ambitions- und Umsetzungslücken. Mithilfe von KI übersetzen sie abstrakte Emissionspfade in konkrete Zukunftsbilder und legen Modellannahmen offen.
Zugleich wird der öffentliche Klimadiskurs selbst zum Analysegegenstand: Social-Media-Videos von Klimaleugner:innen und Kommunikationsstrategien fossiler Unternehmen werden kritisch geprüft. Ein Live-Experiment mit einem neu angelegten TikTok-Account macht algorithmische Dynamiken erfahrbar.
Das Prüfungsformat knüpft daran an: In einem kreativen, KI-unterstützten Essay entwickeln Studierende als fiktive Minister:innen politische Strategien, die sie in einem schriftlichen Hinterzimmerdialog kritisch hinterfragen. In der mündlichen, KI-freien Prüfung müssen sie ihre Positionen verteidigen und mit neuen Daten konfrontiert weiterdenken.
So verbindet die Lehrveranstaltung Analyse, Evidenz und Reflexion – und stärkt die Fähigkeit, komplexe Transformationsprozesse eigenständig und verantwortungsvoll zu beurteilen.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
Why are global greenhouse gas emissions continuing to rise despite ambitious climate targets? This contradiction is precisely the starting point for the course “Global Challenges”. Students analyze how ecological, economic, and political dynamics interact—and why success stories in climate policy often clash with real developments.
Students work with emissions data and model-based scenarios, compare political objectives with real trends, and discuss gaps between ambition and implementation. With the help of AI, they translate abstract emission pathways into concrete visions of the future and reveal model assumptions.
At the same time, the public climate discourse itself becomes the subject of analysis: social media videos by climate deniers and communication strategies of fossil fuel companies are critically examined. A live experiment with a newly created TikTok account makes algorithmic dynamics tangible.
The exam format ties in with this: In a creative, KI-supported essay, students develop political strategies as fictional ministers, which they critically question in a written backroom dialogue. In the oral, AI-free exam, they must defend their positions and continue to think critically when confronted with new data.
In this way, the course combines analysis, evidence, and reflection—and strengthens the ability to assess complex transformation processes independently and responsibly.
Nähere Beschreibung des Projekts
Ausgangslage und Rahmenbedingungen
Was wäre, wenn alle Staaten ihre Klimapläne wirklich umsetzen würden? Die globalen Emissionen würden nur um 2% sinken. Warum wächst der Verbrauch fossiler Energien seit dem Jahr 2000 dennoch siebenmal stärker als jener erneuerbarer? Und was bedeutet es, wenn bis 2100 ein Drittel der Weltbevölkerung unter klimatischen Bedingungen leben müsste, wie wir sie heute aus der Sahara kennen?
Mit solchen Leitfragen beginnt die Lehrveranstaltung „Globale Herausforderungen“ – und führt direkt hinein in die zentralen Widersprüche der globalen Klimapolitik. Die Studierenden untersuchen, wie Klimakrise, geopolitische Konflikte und gesellschaftliche Spaltungen ineinandergreifen, warum die Emissionen trotz aller Versprechen weiter steigen und welche Interessen und Machtverhältnisse diese Dynamiken prägen. Im Mittelpunkt steht die Energiewende als gesellschaftliche Transformation, eng verknüpft mit materiellen Ressourcen, fossil geprägten Strukturen und technologischen Versprechen. Technologien wie Carbon Capture and Storage oder grüner Wasserstoff werden kritisch diskutiert – zwischen notwendiger Innovation und möglichem Greenwashing.
Die Lehrveranstaltung (VU, 4 ECTS) ist Pflichtmodul der Studienergänzung „Global Studies“ sowie Teil des „Querschnittsmodul zu sozial-ökologischen Krisen“. Sie wird von Studierender sehr unterschiedlicher Fachrichtungen besucht – von Studienanfänger:innen bis zu Doktorand:innen, von Natur- bis Sozialwissenschaften sowie Lehramtsstudierenden und Teilnehmenden im Rahmen von Uni 55-PLUS (mit der hier eigenen Bandbreite vom pensionierten Allgemeinmediziner bis zum Physiker). Die Gruppe ist entsprechend sehr heterogen in Bezug auf Vorwissen, methodische Erfahrung, wissenschaftliche Routine und digitale Kompetenzen. Diese Vielfalt prägt die Lehrplanung von Beginn an.
Die behandelten Themen bewegen sich in einem hoch politisierten Feld. Klimafragen sind öffentlich stark präsent, zugleich aber politisch umkämpft und von widersprüchlichen Narrativen geprägt. Ein erheblicher Teil der öffentlichen Debatte findet in sozialen Medien und auf digitalen Plattformen statt, wo vereinfachende Narrative und KI-generierte Inhalte zirkulieren. Da viele Studierende ihre Informationen primär über diese Kanäle beziehen, wird diese Informationsrealität gezielt zum Gegenstand der Lehre.
Kompetenz- und Lernziele
Ziel der Lehrveranstaltung ist die Entwicklung wissenschaftlicher Urteilskraft in einem komplexen und kontroversen Feld. Diese baut auf drei miteinander verbundenen Kompetenzbereichen auf:
1. Analytische Durchdringung komplexer Problemlagen
Studierende sollen globale Krisendynamiken strukturieren, Wechselwirkungen zwischen ökologischen, ökonomischen und politischen Prozessen analysieren, Zielkonflikte sichtbar machen und normative Positionen von empirischen Befunden unterscheiden können.
2. Evidenz- und Szenarienkompetenz
Studierende sollen befähigt werden quantitative Daten und Emissionsszenarien zu interpretieren, politische Zielsetzungen mit realen Entwicklungen abzugleichen und Aussagen auf ihre empirische Plausibilität zu prüfen.
3. Reflexive Diskurs- und KI-Kompetenz
Studierende sollen lernen politische Narrative zu analysieren, algorithmische Dynamiken zu reflektieren und KI-Tools transparent sowie verantwortungsvoll einzusetzen. Zudem sollen sie befähigt werden eigene Positionen dialogisch zu vertreten und zu verteidigen.
Die Lehrmethoden und das Prüfungsdesign sind konsequent an diesen drei Kompetenzbereichen ausgerichtet.
Didaktische Umsetzung: Wie die Kompetenzen in der Lehrveranstaltung aufgebaut und überprüft werden
Die drei zentralen Kompetenzbereiche werden nicht isoliert behandelt. Jede Kompetenz wird in der Lernphase aufgebaut, in unterschiedlichen Formaten eingeübt und im Prüfungsdesign überprüfbar gemacht. Die Prüfung ist komplementär angelegt: Ein schriftlicher, durch kreativen KI-Einsatz ermöglichter Essay wird durch eine mündliche Prüfung ergänzt.
Die folgenden Abschnitte zeigen, wie die drei Kompetenzbereiche im Seminar aufgebaut und im Prüfungsdesign überprüft werden.
3.1 Analytische Durchdringung komplexer Problemlagen
Umsetzung in der Lernphase:
Die Kernbotschaften der Lehrveranstaltung verdichte ich in prägnanten Infografiken, die als „roter Faden“ durch das Semester führen. Neue Themen werden nicht additiv eingeführt, sondern systematisch in die bereits erarbeiteten Zusammenhänge eingeordnet. So üben die Studierenden, Komplexität zu ordnen - ohne sie zu vereinfachen.
Gemeinsame Diskussionen sind ein zentrales Arbeitsformat. Irritierende Statistiken oder unerwartete Beispiele setze ich gezielt als Impulse, um Gewissheiten aufzubrechen. Studierende präzisieren Argumente, machen Annahmen sichtbar und testen Gegenpositionen. Die fachliche Vielfalt der Gruppe wirkt dabei als analytischer Gewinn.
Kompetenznachweis im Prüfungsdesign:
Im schriftlichen Essay entwerfen die Studierenden als Klima- und Energieminister:in eines frei gewählten Landes einen Plan bis 2030 – als programmatische Rede mit anschließendem "Hinterzimmergespräch", in dem die Position der fiktiven Minister:in kritisch hinterfragt wird. Diese Gegenüberstellung macht unterschiedliche Handlungslogiken sichtbar und fördert eine multiperspektivische Auseinandersetzung.
Durch die freie Wahl von Land und Akteur:innen können die Studierenden eigene Interessen und Schwerpunkte einbringen. Die Ergebnisse zeugen oft von großer Kreativität: von einem russischen Minister, der am fossilen Zeitalter festhalten will, bis zu einer Regierungschefin der Salomonen, die um den Fortbestand ihres Archipels kämpft. Im Hintergrundgespräch werden diese Positionen von Lobbyist:innen, Konzernchef:innen oder Journalist:innen herausgefordert.
In der mündlichen, garantiert KI-freien Prüfung diskutieren die Studierenden in Zweiergruppen die fiktiven Positionen ihrer Essays unter gegenseitiger Bezugnahme. Die Prüfung überprüft somit nicht isoliertes Wissen, sondern machte sichtbar, wie gut sie die Inhalte durchdrungen haben, wie sicher sie unterschiedliche Perspektiven einbeziehen und wie sie ihre Argumente in einen globalen Kontext stellen können.
3.2 Evidenz- und Szenarienkompetenz
Umsetzung in der Lernphase:
Klima- und Energiefragen verbinden erdsystemwissenschaftliche Erkenntnisse, technische Infrastrukturen und sozialwissenschaftlich Prozesse. Diese Ebenen verknüpfe ich bewusst, damit Studierende lernen Daten und Szenarien interdisziplinär und evidenzbasiert einordnen.
Dazu analysieren sie beispielsweise Emissionspfade verschiedener Länder mithilfe der World Emission Clock, die Ergebnisse komplexer integrierter Bewertungsmodelle (Integrated Assessment Models) visualisiert. Die Studierenden lernen Szenarien nicht als Prognosen zu verstehen, sondern als modellbasierte Projektionen, die bestimmte Annahmen über Wachstum, Technologiediffusion oder politische Steuerungsfähigkeit enthalten.
Zentral ist auch die Gegenüberstellung politischer Fortschrittsnarrative mit empirischen Trends: Trotz ambitionierter Ziele steigen Emissionen und fossiler Verbrauch weiter. Ambitions- und Umsetzungslücken werden diskutiert, Annahmen hinterfragt. Studierende lernen, dass Dateninterpretation stets Deutung erfordert und Widersprüche nicht immer aufgelöst werden können.
Ergänzend übersetzen sie in KI-gestützter Szenarienarbeit abstrakte Emissionspfade in konkrete Zukunftsbilder: Wie verändert sich unter bestimmten Annahmen das Leben in Europa oder anderswo? Dies ermöglicht nicht nur kognitives, sondern auch affektives Lernen: Die Studierenden können sich emotional in mögliche Zukünfte hineinversetzen und so intensiver über heutige Strategien und Handlungsoptionen reflektieren.
Kompetenznachweis im Prüfungsdesign:
Im Essay müssen politische Maßnahmen der „Minister:innen“ empirisch plausibilisiert werden. Vorschläge dürfen nicht rein normativ bleiben, sondern müssen an reale Rahmenbedingungen rückgebunden sein. Auch beim Einsatz von KI gilt: Generierte Inhalte sind zu überprüfen, Quellen eigenständig zu recherchieren und Aussagen mit Evidenz abzugleichen.
In der mündlichen Prüfung konfrontiere ich die Studierenden mit Daten, die ihre im Essay entwickelten Positionen herausfordern. Sie müssen diese interpretieren und ihre Argumentation gegebenenfalls anpassen. Dadurch zeigt sich, ob sie Evidenz analytisch verarbeiten können.
3.3 Reflexive Diskurs- und KI-Kompetenz
Umsetzung in der Lernphase:
Da viele Studierende Informationen primär über soziale Medien beziehen, mache ich den kritischen Umgang mit sozialen Medien und algorithmisch kuratierten Inhalten gezielt zum Gegenstand der Lehre.
So müssen die Studierenden selbstständig kurze Social-Media-Videos recherchieren, in denen Klimawandel relativiert oder wissenschaftliche Fakten verzerrt werden. Diese Beispiele werden im Seminar präsentiert und mittels einer eigens entwickelten Checkliste zur Identifikation rhetorischer Strategien der Klimaleugnung analysiert.
Zusätzlich haben wir gemeinsam eine Folge („Studie: Menschgemachter Klimawandel nicht nachweisbar?“) eines sehr erfolgreichen Podcasts („Hoss & Hopf“) gemeinsam ausgewertet. In einem „Bullshit-Bingo“-Format konnten innerhalb weniger Minuten nahezu alle zuvor erarbeiteten rhetorischen Muster identifiziert werden.
Besonders eindrücklich war ein Live-Experiment: Mit einem neu angelegten, leeren TikTok-Account erforschen wir gemeinsam, wie sich der Algorithmus auf eine scheinbar neutrale Suchanfrage („Was ist Klimawandel?“) hin entwickelt. Die Studierenden entscheiden kollektiv über die nächsten Klicks. Innerhalb kurzer Zeit entsteht ein Feed mit zunehmend verzerrten und problematischen Inhalten.
Ergänzend analysieren wir Kommunikationsstrategien führender Öl- und Gasunternehmen auf deren Webseiten und vergleichen sie mit geleakten firmeninternen Dokumenten.
Auch der Umgang mit KI wird nicht theoretisch diskutiert, sondern praktisch eingeübt. In kollaborativen Prompting-Phasen entwickeln die Studierenden eigene Anfragen, vergleichen Ergebnisse und identifizieren typische Probleme wie Halluzinationen oder verkürzte Argumentationslinien. Wir diskutieren konkret: Welche Quellen fehlen? Welche Annahmen werden stillschweigend übernommen? Wo erzeugt KI scheinbare Sicherheit?
Kompetenznachweis im Prüfungsdesign:
Die im Seminar eingeübte Praxis wird im Essay verbindlich umgesetzt: KI darf genutzt werden, doch Prompts müssen faktenbasiert entwickelt, Ergebnisse kritisch geprüft und Quellen eigenständig recherchiert werden. Transparente Dokumentation ist verpflichtend. KI unterstützt den Denkprozess und das kreative Schreiben – die argumentative Verantwortung bleibt bei den Studierenden.
Vor der Abgabe erfolgt eine strukturierte Peer-Review in Dreierteams. Zusätzlich erhalten die Studierenden individuelles Lehrendenfeedback sowie KI-gestützte Rückmeldungen auf Basis klar definierter Kriterien. Diese mehrstufige Feedbackkultur schärft Argumente und Perspektiven.
Die mündliche Prüfung bildet den bewussten Gegenpol: ein KI-freier Raum. Hier zeigt sich, ob Positionen eigenständig begründet und im Dialog verteidigt werden können.
In dieser Lehrveranstaltung analysieren Studierende widersprüchliche Daten, schärfen Argumente, prüfen KI kritisch und verteidigen ihre Positionen im Dialog. In der Prüfung zeigen sie, ob aus analytischer Schärfe, evidenzbasierter Begründung und reflektiertem KI-Einsatz eigenständige Urteilskraft entsteht.
Nutzen und Mehrwert
Globale Emissionen steigen – trotz ambitionierter Klimaziele. Gleichzeitig kursieren in sozialen Medien vereinfachte Erzählungen, während KI überzeugende Texte und Bilder produziert, ohne zwischen belastbarer Evidenz und bloßer Behauptung zu unterscheiden. Wir bewegen uns in einer Realität, in der Daten, Deutung und digitale Verstärkung permanent ineinandergreifen.
Wenn universitäre Lehre globale Herausforderungen verstehen und zu ihrer Bewältigung beitragen will, muss sie genau hier ansetzen. Es reicht nicht, Wissen zu vermitteln. Studierende müssen lernen, mit Unsicherheit umzugehen, Widersprüche auszuhalten und dennoch begründet zu urteilen. In der LV analysieren wir Emissionsdaten und modellbasierte Szenarien, prüfen politische Zielsetzungen an empirischen Entwicklungen und untersuchen algorithmisch geprägte Kommunikationsräume. Studierende arbeiten mit KI – kreativ und reflektiert – müssen jedoch Annahmen offenlegen, Evidenz prüfen und ihre Positionen in einer dialogischen, KI-freien Prüfung argumentativ tragen.
Die Nähe zur studentischen Lebenswelt – von TikTok-Feeds bis zu KI-Tools – ist dabei kein Zugeständnis an Trends, sondern didaktisch notwendig. Wissenschaftliche Kompetenz bedeutet heute auch, digitale Informationsumgebungen kritisch zu durchdringen.
In einer Zeit wachsender Wissenschaftsskepsis und politischer Polarisierung versteht sich die Lehrveranstaltung als Beitrag zur Kernaufgabe der Universität: Urteilskraft auszubilden. Studierende lernen komplexe Wirklichkeiten zu analysieren, widersprüchliche Informationen einzuordnen und Verantwortung für die eigene Argumentation zu übernehmen. Diese Urteilskraft ist Voraussetzung verantwortlicher Wissensproduktion – und Grundlage demokratischer Handlungsfähigkeit in Zeiten globaler Krisen.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2024
Das Lehrkonzept ist nicht an ein bestimmtes Thema oder einzelnes Tool gebunden. Entscheidend ist die innere Logik: Analyse, Arbeit mit Evidenz, kritische Diskursreflexion und Prüfungsformat greifen bewusst ineinander. Dieses Grundmodell lässt sich recht leicht an neue inhaltliche Entwicklungen, Datenlagen oder technologische Veränderungen anpassen.
Das komplementäre Prüfungsformat – kreativer, KI-gestützter Essay kombiniert mit einer dialogischen, KI-freien Prüfung – lässt sich auch in anderen thematischen/disziplinären Kontexten einsetzen. Es eignet sich überall dort, wo Studierende komplexe Problemlagen analysieren, Perspektiven einnehmen und ihre Argumente verantworten sollen.
Einzelne Elemente – datenbasierte Szenarienarbeit, Analyse digitaler Narrative, algorithmische Live-Experimente, strukturierte Peer-Feedback-Prozesse – sind modular adaptierbar und unabhängig vom Klimakontext übertragbar.
Damit bietet das Konzept einen transferfähigen Rahmen, der sich auf unterschiedliche Lehrsituationen anwenden und weiterentwickeln lässt.
Institutionelle Unterstützung
Die Lehrveranstaltung ist curricular fest in der Studienergänzung „Global Studies“ sowie im Querschnittsmodul zu sozial-ökologischen Krisen verankert. Diese Einbettung sorgt dafür, dass das Konzept nicht als Einzelinitiative läuft und fächerübergreifend belegt werden kann.
Besonders wertvoll ist für mich der kollegiale Austausch über Prüfungsformate und den Umgang mit KI, der wichtige Impulse für die Weiterentwicklung gibt. Die Auszeichnung mit dem Excellence of Teaching Award 2025 der Universität Salzburg verstehe ich als institutionelle Wertschätzung des Konzepts und als Ermutigung, diesen Weg weiterzugehen.
Die Unterstützung liegt damit weniger in zusätzlichen Ressourcen als in einer strukturellen Einbettung, die innovative Lehrgestaltung ermöglicht und langfristig sichert.
Die Lehrveranstaltung ist in die regulären Evaluationsprozesse der Universität eingebunden. Die formalen Lehrveranstaltungsevaluierungen nehme ich sehr ernst; sie geben mir eine verlässliche Rückmeldung zur Gesamtwahrnehmung und helfen mir, Anpassungen vorzunehmen.
Mindestens ebenso wichtig ist für mich jedoch der informelle Austausch mit den Studierenden. Viele Gespräche entstehen während des Semesters, nach Prüfungen oder auch noch darüber hinaus. Diese Rückmeldungen sind oft differenzierter und ermöglichen es mir, didaktische Feinjustierungen vorzunehmen – etwa im Tempo einzelner Einheiten, in der Auswahl von Beispielen oder in der konkreten Gestaltung des Prüfungsdialogs. Ich verstehe diese Gespräche als kontinuierlichen Qualitätsdialog und nicht als nachgelagerte Bewertung.
Das hochschulinterne Qualitätsmanagement begleitet sowohl den universitären Lehrpreis als auch die Einreichung zum Ars Docendi. Die damit verbundene Reflexion meines Konzepts ist sehr wertvoll. Darüber hinaus wird der Transfer des Konzepts aktiv gefördert, etwa durch die Vorstellung als KI-Best-Practice-Beispiel oder im Rahmen von Lehrenden-Jour-Fixe-Formaten. Der Austausch mit Kolleg:innen ermöglicht mir wiederum kritische Rückfragen, neue Perspektiven und die kontinuierliche Weiterentwicklung.