Zuletzt aktualisiert am 25.12.2025
Fremdsprachliche Wirtschaftskommunikation III (eng.: „English Business Communication 3“)
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
WU Wien und Quirin Babl/Richard Klippfeld
Das Poster wurde für "The Art of Teaching 2025" an der WU Wien in Zusammenarbeit mit den Künstlern Quirin Babl und Richard Klippfeld erstellt und beschreibt das für den Ars Docendi 2024 nominierte LV-Design von Miya Komori-Glatz.
Ars Docendi Kategorie
Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
20-49
Anreißer (Teaser)
Wie wird in einer globalisierten Welt effektiv kommuniziert? Die LV vermittelt (interkulturelle) Kommunikationskompetenz durch analoge und digitale Lehr- & Prüfungsmethoden und in Zusammenarbeit mit Kolleg*innen und Studierenden einer Partneruni.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Die PI „English Business Communication 3“ ist eine Lehrveranstaltung im Bachelorstudium an der WU, die vorwiegend von Studierenden im Studienzweig „Internationale Betriebswirtschaft“ besucht wird. Obwohl die LV bereits länger existiert, wurde im Rahmen struktureller Veränderungen die Chance ergriffen, neue – vor allem digitale – Lernmethoden einzubringen und die Lernziele stärker auf interkulturelle Kommunikation und Interaktion hin auszurichten.
Im Rahmen dieser Änderungen integriert die LV verschiedene digitale und analoge Lehr- und Lernmethoden, um Studierenden zu ermöglichen, ihre sozialen, kommunikativen und kritisch-analytischen Kompetenzen zu stärken. Konkret wird ihnen die Möglichkeit geboten, authentische und zielorientierte interkulturelle Kommunikation zu erleben, in dem sie an einer Verhandlung mit Kolleg*innen von der NHH Norwegian School of Economics über Zoom teilnehmen. Darüber hinaus werden sie im Rahmen von mehreren formativen und summativen Teilleistungen dazu aufgefordert, Peer-Feedback zu geben und konstruktive Diskussionsstrategien anzuwenden. Somit sollen sie nicht nur miteinander respektvoll diskutieren, sondern auch von ihren Studienkolleg*innen lernen. Die aktive Mitgestaltung von Lerninputs – vor allem in interaktiven Formaten wie der Konzeption eines Social-Media-Posts – und Prüfungsstoff erhöht die Motivation und das Engagement in der Auseinandersetzung mit den Inhalten.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
English Business Communication 3 is a seminar in the WU bachelor degree program attended predominantly by students specialising in international business. Although the course itself is not new, structural changes affecting the course meant it was possible to integrate new – especially digital – teaching approaches and shift the focus more strongly towards intercultural communication and interaction.
As part of this change, the course combines a variety of digital and analog teaching and learning activities which are intended to help the students develop their social, communication and critical thinking skills. In particular, it offers them the opportunity to experience authentic intercultural communication by participating in an online negotiation with students from NHH Norwegian School of Economics. Additionally, a range of formative and summative assessments require them to engage in several rounds of peer feedback and to use communicative strategies for promoting constructive discussions. This not only helps them develop the skills necessary to participate in respectful discussions with their peers, but also to learn from each other. Last but not least, the students are actively involved in co-constructing learning and test materials. Producing interactive and appealing content such as social media posts increases motivation and encourages the students to engage with the course content.
Nähere Beschreibung des Projekts
1. Ausgangslage und Ziele
Die Lehrveranstaltung „Fremdsprachliche Wirtschaftskommunikation III“, auf Englisch „English Business Communication 3“ oder kurz „EBC3“, gibt es an der WU schon seit vielen Jahren. Die Unterbrechung der Präsenzlehre durch die Pandemie, sowie diverse Umstellungen in den Studiengängen eröffneten den LV-Leiter*innen ab 2020 mehr Flexibilität, was das Lehrdesign angeht. Die einzelnen EBC3 LVs teilen sich nach wie vor eine gemeinsame Grundstruktur, die thematische Schwerpunktsetzung und tatsächliche Ausführung bleiben jedoch den individuellen Lehrenden überlassen. Diese strukturellen Änderungen habe ich genutzt, um in meinen LVs einen besonderen Fokus auf die Entwicklung interkultureller Kompetenzen und einer konstruktiven Diskussions- und Feedbackkultur zu legen. Konstruktives Feedback ist bereits in den vorgelagerten Lehrveranstaltungen EBC1 und EBC2 ein Thema und auch in einer Teilleistung verankert, jedoch nicht im selben Ausmaß wie in meinen EBC3-LVs.
Das umfassende Lernziel dieser EBC3-LV ist daher, Studierende auf eine dynamische, globale Arbeitswelt vorzubereiten und ihnen die Möglichkeit zu geben, grundlegende zwischenmenschliche Kommunikationskompetenzen in einem „safe space“ zu vertiefen, wobei diese Kompetenzen auch in konkreten wirtschaftlichen Kontexten verankert werden. Dieser Ansatz kommt außerdem der Forderung nach, ein Verständnis von Englisch als internationaler Arbeitssprache (English as a Business Lingua Franca) in die Lehre von Englisch als Fremdsprache zu integrieren (cf. Kankaanranta et al., 2015; Kaur & Birlik, 2021). Dies impliziert eine Sensibilisierung für den Einsatz von Verständnisstrategien, ein Bewusstsein für den flexiblen Sprachgebrauch, Fachsprachenkompetenz und eine hohe soziale und interkulturelle Kompetenz.
Um diese Ideen umzusetzen, habe ich ab dem Sommersemester 2022 zwei wesentliche Innovationen in meine EBC3-Lehre eingeführt:
- eine Kooperation mit der NHH Norwegian School of Economics, in deren Rahmen unsere Studierenden in einer Online-Einheit zusammenkommen und in Kleingruppen eine interkulturelle Verhandlung durchführen;
- den verstärkten Einsatz von Peer-Feedback-Schleifen und digitalen Tools, um gemeinsames Lernen zu fördern und Studierende besser auf die größeren Teilleistungen vorzubereiten.
2. Lernergebnisse
Die konkreten Lernziele beziehen sich auf folgende Punkte:
- Englischkompetenz auf C1-Niveau nach dem Common European Framework, was nicht nur eine hohe und spezialisierte Sprachkompetenz beinhaltet, sondern auch eine Sensibilisierung darauf, wie man mit unterschiedlichen (auch interkulturellen) oder unklaren Gesprächspositionen umgeht und ggf. die eigene Kommunikation anpasst bzw. sprachpragmatische Strategien verwendet, um effektiv zu kommunizieren oder eine bestimmte Position zu vertreten oder zu verhandeln
- Konzepte und Fachbegriffe aus den Themenbereichen „Globalisation and sustainability“, „International market entry“ und „Accountability“ (=basic financial management und legal English) auf Englisch zu erkennen und anzuwenden
- Die oben genannten Kompetenzen (2.1 und 2.2) zu verbinden und kritisches Denken anzuwenden, um sich verschiedener kommunikativer Kontexte und Textsorten zu bedienen:
- an einer interkulturellen Verhandlung teilnehmen
- an einer Expertenrunde teilnehmen
- einen Bericht schreiben
3. Überblick über die LV
Die LV läuft über 11 Einheiten, die in thematische Blöcke unterteilt sind. Die genaue Struktur der LV wird dynamisch verbessert und angepasst, im SS24 wird beispielsweise die Reihenfolge der Themenblöcke vertauscht, um gewisse Themen stärker hervorzuheben und die Kooperation mit den Kolleg*innen der norwegischen NHH zu unterstützen.
Während des Unterrichts wird eine Vielfalt an Lehr- und Lernmethoden eingesetzt, die die aktive Mitarbeit fördern, z.B. Mentimeter, Peer-Teaching und Poster, ad-hoc Investment Pitches, kollaboratives Schreiben auf EduPad oder der Lernplattform Canvas. Diese werden mit Übungen und Quiz für Self-Study sowie Vor- und Nachbereitungsaufgaben ergänzt. Im Vordergrund steht die Idee, dass die Studierenden sowohl mit- als auch voneinander lernen und eine Grundkompetenz in verschiedenen kommunikativen Kontexten entwickeln.
Des Weiteren ist ein Grundprinzip der LV, dass die Studierenden ihre Kompetenzen für die größeren Teilleistungen über mehrere Einheiten gemeinsam entwickeln. Durch formelle und informelle Gruppenarbeit, Diskussionen im Hörsaal und über die Foren auf Canvas, sowie mit kollaborativen Textdokumenten bauen sie schrittweise ihr sprachliches und inhaltliches Wissen auf, um die Teilleistungen bestmöglich zu absolvieren. Wie das abläuft, wird im nächsten Abschnitt detailliert abgebildet.
4.Teilleistungen
Die Teilleistungen bestehen aus formativen und summativen Assessments, die die oben genannten Lernziele evaluieren sollen. Beide Formen des Assessments werden mit Leistungspunkten beurteilt. Die formativen Assessments sollen die Studierenden auf die summativen vorbereiten, dabei spielen Peer-Feedback und Gruppenarbeit eine wesentliche Rolle.
4.1. Überblick
Die benoteten Teilleistungen bestehen aus folgenden Aufgaben (für weitere Details siehe unten):
4.1.1 Themenblock „interkulturelle Verhandlungen“
- Social-Media-Post (formativ, Gruppenaufgabe): 5%
- Peer-Feedback zu Social-Media-Post (formativ, individuell): 1%
- Reflexion und Peer-Feedback zur interkulturellen Verhandlung (summativ, Gruppenaufgabe): 5%
4.1.2 Themenblock „Expertenrunde“
- „Expertenrunde“ (summativ, Gruppenpräsentation + Diskussion): 15% (10% individuelle Note, 5% Gruppennote)
- Publikumsbeiträge zur Expertenrunde (summativ, individuell): 2%
4.1.3 Themenblock „Markteintrittsbericht“
- Peer-Feedback zu Übungsberichtsentwurf (formativ, individuell): 2%
- Übungsbericht (formativ, individuell): 5%
- Dossier für Endbericht (formativ, Gruppenaufgabe): 5%
- Endbericht (summativ, individuell): 30%
4.1.4 Inhaltliche Endprüfung
- „Business English in Context“-Prüfung (summativ, individuell): 30%
4.2. Nähere Beschreibung der formativen und summativen Teilleistungen
Ein Überblick über die Teilleistungen der Themenblöcke mit konkreten Beispielen der Aufgaben sind im Link unter Abschnitt 3 zu finden.
4.2.1 Themenblock „interkulturelle Verhandlungen“
Der Social-Media Post (5%) ist eine Gruppenaufgabe, wo jede Gruppe einen Artikel zu einem anderen Thema (z.B. Verhandlungen, Englisch als Arbeitssprache, interkulturelle Besprechungen) im Format eines Instagram-Karussells, eines TikTok-Videos oder einer Instagram-Story zusammenfassen und präsentieren muss. Diese Aufgabe hat zwei Funktionen: (1) die WU-Teams zu bilden und ihre Zusammenarbeit zu stärken, bevor sie in die Verhandlung mit den NHH-Teams gehen; (2) theoretisches Wissen, das für die Verhandlung wichtig ist, auf unterhaltsame aber informative Art zu vermitteln. Diese Posts werden in einem Forum auf Canvas geteilt und die Studierenden müssen die Posts der anderen Gruppen lesen und ein Peer-Feedback zu einem geben (2%). Dies dient nicht nur dazu, konstruktives Feedback zu üben, sondern auch dazu, die Studierenden zu ermutigen, sich mit den theoretischen Inhalten der Posts auseinanderzusetzen.
Aufgrund der technischen und finanziellen Beschränkungen können wir leider die Verhandlungen selbst nicht als Teilleistung bewerten, was aus pädagogischer Sicht wünschenswert wäre. Allerdings werden im Debriefing über Mentimeter die kommunikativen Strategien besprochen. In der Umfrage und der schriftlichen Reflexion (5%), sollen die Studierenden nicht nur über ihre eigene Erfahrung reflektieren, was als „best-practice“ in der interkulturellen Kommunikationspädagogik empfohlen wird, sondern auch die kommunikativen Kompetenzen ihrer Kolleg*innen mit Hilfe eines Kriterienkatalogs bewerten, den sie vorab bekommen. Somit müssen sie sich mit den Strategien selbst auseinandersetzen, bekommen aber auch authentisches Feedback von ihren internationalen Peers.
4.2.2 Themenblock „Expertenrunde“
Viele der kommunikativen Strategien für konstruktive Diskussionen werden später auch in der „Expertenrunde“ (15%) eingesetzt. Hierfür müssen die Studierenden wieder in Gruppen eine Präsentation zu einem aktuellen Wirtschaftsthema vorbereiten. Sie müssen außerdem nach dem Vortrag eine Diskussionsrunde leiten und das Publikum aktiv einbinden (d.h. ca. 15 Minuten Vortrag und 10 Minuten Diskussion).
Bei der Themenauswahl haben sie viel Freiheiten mit der einzigen Bedingung, dass ihr Thema aus einem Beitrag in der „The World This Week – Business“ Rubrik des renommierten „The Economist“ Magazins stammt. So können sie nach ihren eigenen Interessen und Perspektiven das Thema auswählen und präsentieren. Da diese Artikel normalerweise recht kurz sind, werden sie auch aufgefordert, eigene Recherche zu betreiben. Die Integration kritischer Perspektiven wird explizit verlangt und extra benotet. Um die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe noch mehr zu verstärken und ein konstruktives Diskussionsklima zu fördern, sind 5% dieser Teilleistung eine gemeinsame Gruppennote. Um das aktive Zuhören und die Beteiligung an der Diskussion zu unterstützen, bekommen die anderen Studierenden für einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion ebenfalls Punkte (2%). Diese Beiträge dürfen ad hoc in Präsenz stattfinden, aber auch zeitverzögert im Rahmen einer Forumsdiskussion auf Canvas erfolgen. Somit hat jede*r die Chance, an der Diskussion teilzunehmen. In der Expertenrunde sollten auch Diskussionsphrasen aus den kollaborativ gestalteten Phrasenbanks wieder aufgegriffen werden, deren Verwendung auch in die Benotung einfließt.
4.2.3 Themenblock „Markteintrittsbericht“
Der schriftliche Abschlussbericht (30%) basiert auf einer Fallstudie zum internationalen Markteintritt, die das Thema der interkulturellen Verhandlung mit NHH wieder aufgreift. Um sich darauf vorzubereiten, wird der Bericht anhand anderer Fälle formativ geübt und geprüft. Nachdem die Studierenden während des Unterrichts gemeinsam einen Mustertext in einem kollaborativen Dokument schreiben und analysieren, verfassen sie zuhause ihren eigenen Übungsbericht mit einem neuen Fall. Dieser Bericht wird dann im Rahmen von Peer-Feedback (2%) anhand des Kriterienkatalogs, der später für die Benotung des Endberichts verwendet wird, bewertet. Die Studierenden haben dann die Möglichkeit, ihren Bericht noch einmal zu überarbeiten und erneut einzureichen (5%). Anschließend bekommen sie ausführliches Feedback von mir. Der beste Übungsbericht wird für die anderen Studierenden als zweiter Mustertext geteilt, was für alle sehr motivierend ist und auch zu einer merklichen Verbesserung des Endberichts im Vergleich zu den Übungsberichten geführt hat.
Darüber hinaus bekommen die Studierenden für ihren Beitrag zum „Dossier“ Punkte (5%). Dieses Dossier umfasst Informationen, die sie im Endbericht analysieren, organisieren und synthetisieren sollen. Die Studierenden müssen in Gruppen weitere Recherchen zu dem bereits mit NHH besprochenen Thema machen, die dann zusammengeführt werden. Somit gestalten sie auch den Prüfungsstoff mit, und können sich in der Prüfung selbst auf das Schreiben konzentrieren.
4.2.4 Inhaltliche Endprüfung
Die „Business English in Context“ Endprüfung (30%) fragt alle Themen des Semesters ab. Dieser Test, der hauptsächlich aus kurzen offenen Fragen besteht, bezieht sich stark auf die Quiz und Self-Study Elemente auf Canvas, die die Studierenden außerhalb der Unterrichtszeiten bearbeiten sollten. Außerdem werden dennoch Informationen aus den Social-Media-Posts oder Markteintrittsstrategien, die nicht für den Endbericht relevant sind, auch abgefragt. Darüber hinaus besteht ungefähr die Hälfte aus Verständnis- und Inhaltsfragen zu Beiträgen aus „The World This Week – Business“ Seiten, die teilweise auch in den Expertenrunden vorgekommen sind. Auch wenn die Studierenden die einzelnen Texte nicht kennen, ist die Auseinandersetzung mit dem Schreibstil und typischen Themen vom Economist für die Expertenrunden eine gute Vorbereitung für diesen Teil der Prüfung.
Akzeptanz und Resonanz
Neben den formellen Evaluierungen der WU gibt es nach der interkulturellen Verhandlung die kurze Feedbackumfrage und für Bonuspunkte eine Reflexion über die gesamte LV.
Als repräsentative Beispiele dieser Feedbacks werden direkte Zitate daraus hier thematisch angeführt.
Die Rückmeldungen von den Studierenden sind vor allem zu dem Verhandlungsmodul äußerst positiv und viele bezeichnen es als „Highlight“ der LV. Besonders erfreulich ist, dass die Studierenden in den Kommentaren nicht nur erwähnen, dass es Spaß macht, sondern auch ihren Lernerfolg kommentieren:
- “One of my personal highlights in this course was the negotiation with the students from Norway because such an opportunity is rarely provided in other WU courses. In this way, we got a taste of how foreign students approach negotiations differently than we do.”
- “I want to especially mention the session NHH, which I really enjoyed. This was such an interesting experience, working together with the students from NHH as well as my own group. I liked how it put the theory we learned in class into practice.”
- “Another aspect that I enjoyed was the opportunity to collaborate with Norwegian students. The negotiation exercise not only enhanced my understanding of business dynamics in Norway but also provided a realistic look into how businesses operate. Overall, the EBC3 course delivered valuable insights and fostered a dynamic learning environment.”
- [In this course I learned] “[t]o be polite, collaborative and competitive at the same time, creating a mutually satisfactory outcome for both parties. Also learnt a lot about communicating through zoom and listening to the other side of the negotiation. Integration of own viewpoints and inviting others to participate in the discussion was also nice to rehearse!”
Insbesondere freuen sich die Studierenden, die Möglichkeit zu haben, sich mit ihren Kolleg*innen auszutauschen, an offenen – und teilweise kritischen – Diskussionen teilzunehmen und sich mit aktuellen wirtschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Sowohl die Expertenrunde als auch die Aufgabe, einen Social Media Post zu verfassen, werden von den Studierenden regelmäßig positiv hervorgehoben:
- “I found the oral group discussions [Expertenrunden] to be the highlight of this course due to their multifaceted benefits. Firstly, they provided a secure space for me to enhance my presentation skills without fear of judgment. Additionally, these discussions allowed me to sharpen my ability to engage in meaningful conversations during the panels, a skill that is not frequently emphasized at WU. Furthermore, the relevance of the topics we covered added to the overall enjoyment of the experience.”
- “I liked very much how we had to choose our presentation topics based on articles. Until now, I had never done this in another class, which made the presentation topics much more interesting.”
- “The roundtable discussions presented a new, fresh format for me, that I did not know from any other course. The reason why I really liked this task, was because it required us to really delve deeper into the topic and think critically about it.”
- “I enjoyed the social media task as I feel like it’s extremely relevant to the business world right now.”
- “I also really liked the social media post assignment and thought it was very unique.”
Mehrere unter ihnen erwähnen das Peer-Feedback als hilfreiche Unterstützung für die Prüfungsvorbereitung:
- “I liked the open feed-back culture which was created and emphasized (also the two-step approach for the report practice with feedback from colleagues). I believe this approach is very valuable and helpful for improving (business) language skills. […] I find doing group work, as well as learning from feedback (as practiced in EBC III), learning how to give effective presentations, case studies and pitches as elements of an EBC course very valuable.”
- “I found it really helpful that we had the report writing practice and received feedback that we could build on.”
- “Giving each other peer feedback is really important because you get multiple insights at once.”
Im Allgemeinen begrüßen die Studierenden die Vielfalt der Lehr- und Lernaktivitäten:
- “I appreciated the diverse and creative learning approaches integrated into the course (f.e the NHH-WU class), which made the learning experience more exciting and varied.”
- “This class was very unique. At some point I felt like it was a bit experimental due to the many assignments we had, but overall, I really learned a lot.”
- “The course stands out from others by incorporating different teaching methods and helpful ways to improve the grade.”
Insgesamt betrachten die Studierenden das hohe Ausmaß an Interaktion und die offene, unterstützende Lernumgebung als besonderen Mehrwert der LV. Diese werden als „anders“ als in anderen LVs sowie als lernfördernd empfunden.
Nutzen und Mehrwert
In einer Welt, die auf der einen Seite immer globalisierter und auf der anderen Seite immer polarisierter wird, ist es äußerst wichtig, mit anderen respektvoll und konstruktiv kommunizieren zu können, auch wenn unterschiedliche Meinungen oder Kulturen vertreten sind. Diese LV bietet Studierenden die Möglichkeit, dies zu lernen, zu üben und in verschiedenen on- und offline Konstellationen anzuwenden, jedoch immer in einen berufs- und studienrelevanten Kontext eingebettet. Wenn auch alle Teilleistungen in den Rückmeldungen positiv erwähnt werden, stellt vor allem die interkulturelle Verhandlung mit Studierenden an der NHH einen besonderen Mehrwert dar.
Da wir diese Aktivität im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelt haben, können wir bereits jetzt aus den systematischen Rückmeldungen schließen, dass die Erfahrung sowohl spannend für die Studierenden ist, als auch zu sichtbaren Lernergebnissen führt. Erstens beweisen die Teilnehmer*innen im unmittelbaren Feedback während und nach der Einheit ein hohes Bewusstsein für die kommunikativen Strategien und kommentieren oft, dass sie sich mit den (inter)kulturellen Aspekten auseinandergesetzt haben. Zweitens werden diese Strategien von den Studierenden später bei den Expertenrunden wieder eingesetzt. Viele Studierende bezeichnen die Kollaboration mit der NHH als ein wahres „Highlight“ der LV und merken sehr oft, dass es auch das erste Mal war, dass sie mit einer derartigen Aufgabe konfrontiert werden.
Diese Aktivität bestätigt, dass es möglich ist, „Internationalisation at Home“ sinnvoll und praktikabel auch in bestehenden Lehrplänen einzusetzen. Obwohl sich digitale Kooperationen meist auf Kurzprogramme beziehen, sind sie auch in regulären Lehrveranstaltungen möglich. Sie können die Mobilität nicht ersetzen, ermutigen Studierende allerdings trotzdem, sich aus der Komfortzone zu wagen und sich mit internationaler und digitaler Kommunikation auseinanderzusetzen.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2022
Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: Juni 2024
Die EBC3 Lehrveranstaltung selbst ist Teil des auslaufenden Studienplans, dennoch werden viele der oben genannten Aspekte (inkl. der Kollaboration mit NHH) in die neue Lehrveranstaltung „Communicating in International Contexts“ im Studienzweig „Internationale Betriebswirtschaft“ integriert. Die interkulturelle Verhandlung wurde letztes Semester (WS24) auch erfolgreich zwischen WU-Studierenden und Studierenden an der People’s Academy of Ukraine gehalten und wird dieses Semester (SS24) an der NHH mit einer zweiten Partneruniversität Vilnius University durchgeführt. Ziel ist es, ein Netzwerk an Partnern aufzubauen, die an solchen Kooperationen im Rahmen von Lehrveranstaltungen zu Wirtschaftsenglisch oder Wirtschaftskommunikation interessiert sind.
Darüber hinaus ist das grundlegende Konzept einer solchen internationalen Kurzkollaboration auch für andere Fächer sehr wohl übertragbar, sofern man einen guten Partner und eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit finden kann. Ebenfalls ist der Einsatz von Peer-Reviews mit Checklisten bzw. Kriterienkatalogen, Expertenrunden als Alternative zu klassischen Präsentationen und die Ko-konstruktion von Lernmaterialen im Format eines Social-Media-Posts fächerübergreifend möglich.
Institutionelle Unterstützung
Die Infrastruktur für die Online-Elemente wird von der WU zur Verfügung gestellt, insbesondere die Lernplattform Canvas (sowie ausführliche Unterstützung zur Benutzung von Canvas über die Digital Teaching Services), eine Zoom-Lizenz und eine Mentimeter-Lizenz.
Darüber hinaus wurden die Reisekosten und Konferenzgebühren für die Präsentation des Projektes und insbesondere die Kollaboration mit NHH an folgenden Konferenzen übernommen:
- 16th GEM&L (Groupe d’Études de Management et Langues) International Conference on Management & Language: Language-sensitive research in IB and management: Current perspectives and societal challenges (10. Mai 2023)
- CHER 35th Annual Conference: Higher Education Institutions as Change Agents in Society: Perspectives on Adaptation and Impact (31. August 2023)
Die WU hält regelmäßig formelle Evaluierungen in den Lehrveranstaltungen, in Rahmen deren wurde diese LV zuletzt im Sommersemester 2023 evaluiert. Zusätzlich werden jedes Semester Daten für das Forschungsprojekt zur Entwicklung der Kollaboration mit NHH gesammelt, die als anonyme MS-Forms-Umfrage unmittelbar nach der Einheit abgefragt werden. Ebenfalls können Studierende für 3 Bonus-Punkte am Ende des Semesters eine Reflexion zur gesamten LV schreiben. Alle Rückmeldungen aus diesen Feedbackschleifen werden in den folgenden Semestern und in der Weiterentwicklung der LV womöglich berücksichtigt.
Aufgrund des Feedbacks zu den Verhandlungen haben wir z.B. neue Firmen gewählt, den Zeitrahmen angepasst, die Aufgabe gestrafft, und es ermöglicht, sich in den Gruppen voneinander zu verabschieden.
Ein weiteres Verbesserungspotential wäre der Wunsch nach mehr Auseinandersetzung mit den fachlichen Inhalten im Unterricht. Darauffolgend habe ich einerseits die Struktur der LV dieses Semesters geändert, um diesen Themen mehr Zeit zu widmen, andererseits werde ich auch den Blended-Learning Ansatz zu Beginn expliziter darstellen, damit die Studierenden sich konsistenter mit den Self-Study Elementen beschäftigen.
Außerdem hat mich das Feedback aus dem Vergabeprozess des „Preises für Innovative Lehre“ an der WU dazu veranlasst, die Teilleistungen und Lehr- und Lernmethoden besser an die Lernergebnisse anzupassen, was schließlich auch zu einer Prämierung des Konzepts führte.