Zuletzt aktualisiert am 10.09.2026
Forschungsseminar Wirtschaftspädagogik II
© Julia Rieß, Wirtschaftsuniversität Wien
Die Abbildung zeigt den etappenweisen Aufbau des Forschungsseminars. Studierende durchlaufen Schritt für Schritt den gesamten Forschungsprozess von Theorie über Empirie bis zur Reflexion in einem klar angeleiteten, bewusst reduzierten Rahmen.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Das Forschungsseminar Wirtschaftspädagogik II führt Studierende systematisch vom angeleiteten Lernen zur eigenständigen empirischen Forschung. Studierende erleben Forschung durch die Planung und Durchführung einer eigenen empirischen Studie als eigenverantwortliche wissenschaftliche Praxis.
Als innovatives Kernelement des Lehrdesigns dient die strategische didaktische Reduktion auf ein gemeinsames Forschungsfeld (Finanzbildung) und eine gemeinsame theoretische Rahmung (Theory of Planned Behavior, Ajzen 1991). Dieser Ansatz schafft Orientierung und ermöglicht ein vertieftes Verständnis dafür, wie Theorien aufgebaut sind und zur Bearbeitung empirischer Fragestellungen eingesetzt werden können, während gleichzeitig individuelle Schwerpunktsetzungen und eigenständige Forschungsentscheidungen erhalten bleiben.
In einem etappenweisen Lehr- und Lerndesign durchlaufen Studierende den gesamten Forschungsprozess. Eine bewusst eingesetzte Mischung aus Input-, Feedback-, Coaching- und Peer-Lernformaten unterstützt hierbei die schrittweise Übernahme von Verantwortung für den Forschungsprozess und stärkt reflektierte Forschungsentscheidungen.
Zusammengenommen festigt die Lehrveranstaltung nachhaltig die Fähigkeit zur eigenständigen theoriegeleiteten Forschung und fungiert als Brücke zur Masterarbeit. Das Lehrkonzept ist nicht auf die Wirtschaftspädagogik beschränkt, sondern grundsätzlich auf unterschiedliche Disziplinen, Themenfelder und theoretische Zugänge übertragbar.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The Research Seminar in Business Education II provides a structured progression from scaffolded learning to independent empirical research. Rather than focusing on the transmission of isolated methods, the course aims to develop an understanding of research as an integrative and intentionally designed process of knowledge production. Students experience research through the planning and implementation of their own empirical study as a form of autonomous scholarly practice.
A key innovative element of the course design is the strategic didactic reduction to a shared research field (financial literacy) and a common theoretical framework (Theory of Planned Behavior). This approach provides orientation and enables a deeper understanding of how theories are structured and how they can be applied to address empirical research questions, while at the same time allowing space for individual thematic emphases and independent research decisions.
Within a step-by-step, multimodal research setting, students complete the entire research process. A deliberately designed sequence of theory input, feedback, coaching, and peer-learning formats supports the gradual assumption of ownership for the research process and fosters reflective, evidence-informed research decision-making.
Taken together, the course strengthens students’ capacity for theory-driven research in accordance with principles of good scientific practice and serves as a structured pathway toward their master’s thesis.
Nähere Beschreibung des Projekts
1. Ausgangslage und Learning Outcomes
Empirische Forschung stellt für viele Studierende zu Beginn des Masterstudiums eine besondere Herausforderung dar: Forschung erscheint abstrakt, Theorien werden als schwer zugänglicher Pflichtbestandteil wahrgenommen und der Zusammenhang zwischen Theorie, Methodik und eigener Fragestellung bleibt oft unklar. Gleichzeitig wird von Studierenden in dieser frühen Studienphase erwartet, dass sie sich rasch auf das eigenständige Verfassen einer Masterarbeit vorbereiten.
Das Forschungsseminar Wirtschaftspädagogik II setzt genau an dieser Schnittstelle an. Die Lehrveranstaltung ist als forschungsbezogenes Projektseminar konzipiert, das Studierenden ermöglicht, empirische Forschung als zusammenhängenden, gestaltbaren Erkenntnisprozess zu erleben. Studierende werden hierbei in die Lage versetzt, Forschung nicht nur nachzuvollziehen, sondern selbstständig, reflektiert und theoriegeleitet zu gestalten. Sie durchlaufen in einem klar strukturierten, etappenweisen Setting den gesamten empirischen Forschungsprozess – von der theoretischen Fundierung über die Entwicklung einer Forschungsfrage und eines Forschungsdesigns bis hin zur Datenerhebung, -auswertung und Ergebnisinterpretation.
Die Lehrveranstaltung fungiert damit als didaktisch strukturierte Brücke zwischen instruktiven Lehrformaten und der eigenständigen Masterarbeit. Sie verbindet klare Struktur mit individueller Schwerpunktsetzung sowie intensive Begleitung mit zunehmender Autonomie. Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrveranstaltung sind Studierende folglich in der Lage,
- eine theoretische Grundlage (hier: Theory of Planned Behavior (TBP), Ajzen 1991, 2002, 2006) in ihrer Struktur und Logik präzise zu erklären und auf ein konkretes Forschungsfeld anzuwenden,
- theoretische Konstrukte in empirisch überprüfbare Fragestellungen zu überführen,
- ein qualitatives oder quantitatives Forschungsdesign theoriegeleitet zu entwickeln und methodische Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen,
- geeignete Erhebungsinstrumente zu konstruieren und Datenerhebungen eigenständig sowie forschungsethisch verantwortungsvoll durchzuführen,
- grundlegende Auswertungsverfahren anzuwenden und Ergebnisse theoriebezogen zu interpretieren sowie
- Limitationen, Datengüte und wissenschaftliche Integrität kritisch zu reflektieren.
Im Folgenden wird zunächst auf die didaktischen Grundprinzipien der Lehrveranstaltung eingegangen, bevor der konkrete Aufbau und Ablauf des Lehrdesigns erläutert werden.
2. Übergeordnete didaktische Grundprinzipien
2.1. Prinzip des forschenden Lernens durch didaktische Reduktion:
Kern des Lehrdesigns ist ein konsequent umgesetztes Konzept des forschenden Lernens, das durch eine strategische didaktische Reduktion unterstützt wird. Dieser bewusste Fokus hilft dabei, Theorie nicht als abstrakten Hintergrund, sondern als zentrales Werkzeug der Forschung zu begreifen. Durch die Arbeit in einem gemeinsamen Forschungsfeld (Finanzbildung) und mit einer gemeinsamen theoretischen Rahmung (TPB) wird Komplexität reduziert, ohne den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit zu verlieren.
2.2. Prinzip der eigenständigen Forschung innerhalb eines gemeinsamen theoretischen Bezugsrahmens:
Im Zentrum der Lehrveranstaltung steht die Durchführung einer eigenen empirischen Studie, die entweder quantitativ oder qualitativ angelegt ist. Studierende bearbeiten dabei unterschiedliche thematische Schwerpunkte innerhalb des gemeinsamen Forschungsfeldes der Finanzbildung, wobei sie jedoch auf Basis einer gemeinsamen theoretischen Rahmung (TPB) arbeiten. Studierende übernehmen hierbei Verantwortung für alle Schritte des Forschungsprozesses, einschließlich der Datenerhebung und -auswertung. Fragen wissenschaftlicher Integrität, ethischer Verantwortung und guter wissenschaftlicher Praxis (auch hinsichtlich KI) sind integraler Bestandteil der Projektarbeit, etwa bei der Diskussion von Datengüte, Transparenz, der Interpretation von Ergebnissen und den Limitationen der eigenen Studie.
2.3. Prinzip des Scaffoldings und der schrittweisen Verantwortungsübertragung:
Die Lehrveranstaltung kombiniert strukturierte Inputphasen mit eigenständigem Arbeiten und intensiven Feedback- und Coachingformaten, wobei die Verantwortung der Studierenden für den Forschungsprozess kontinuierlich zunimmt. Präsentationen, Peer-Feedback und gemeinsame Diskussionen fördern die kritische Reflexion eigener und fremder Forschungsarbeiten und machen wissenschaftliche Qualitätssicherung konkret erfahrbar. Dies zeigt sich darin, dass Studierende Forschungsentscheidungen zunehmend begründen, reflektieren und in einen theoretischen Zusammenhang einordnen können.
2.4. Prinzip der Lernertrags- und Transferorientierung:
Als Ergebnis der Lehrveranstaltung verfassen Studierende ein eigenes wissenschaftliches Paper, das sie präsentieren und reflektieren. Aus Sicht der Lehrenden zeigt sich, dass Studierende, die den Forschungsprozess einmal in einem klar begrenzten, angeleiteten und etappenweisen Rahmen durchlaufen haben, in der Lage sind, andere Theorien leichter zu erkennen, neue Forschungsfelder selbstständig zu erschließen und komplexe Forschungsvorhaben zu bewältigen. Diese Erfahrungen stärken die Fähigkeit zu eigenständiger, wissenschaftlich integrer Forschung und erleichtern den Übergang zur Masterarbeit erheblich.
3. Aufbau und Ablauf der Lehrveranstaltung im Detail
Auf Basis der beschriebenen didaktischen Grundprinzipien wurde ein Lehrveranstaltungsdesign in Form eines multimodalen und mehrstufigen Ablaufs konzipiert. Die Lehrveranstaltung ist in sieben Lehrveranstaltungseinheiten sowie neun Etappen organisiert (siehe Booklet S.2 für eine Übersicht), die aufeinander aufbauen und unterschiedliche Grade an Anleitung, Anwendung und eigenständigem Transfer vorsehen. Dieses Vorgehen ermöglicht es Studierenden, Komplexität schrittweise zu bewältigen und Sicherheit im Umgang mit Theorie, Methodik und Forschungsdesign zu entwickeln.
Einheit 1
- Zu Beginn der ersten Einheit erhalten die Studierenden einen Überblick über Ablauf und Anforderungen der Lehrveranstaltung (siehe Booklet S. 3–8 im Abschnitt „Links und Medien“).
- Etappe 1: Da sich die Studierenden bereits vor der ersten Einheit im Sinne des Flipped-Classroom-Prinzips mithilfe einer kurzen Einführung in die Theorie des geplanten Verhaltens (TPB) vorbereiten, können sie zu Beginn der Einheit ein kurzes Quiz zur Überprüfung ihres Theorieverständnisses absolvieren.
- Anschließend führen die Lehrenden in das Forschungsfeld der Finanzbildung ein, das den Rahmen für alle Projekte bildet. Darauf aufbauend wird die TPB als theoretische Grundlage für die eigene Forschungsarbeit vertieft. Außerdem werden zentrale Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens wiederholt. So wird sichergestellt, dass alle Studierenden mit einem vergleichbaren Wissensstand starten.
- Etappe 2: Auf Basis der TPB und des Wiener Modells der Finanzbildung stellen die Lehrenden mögliche Themen vor (siehe Booklet S. 9). Die Studierenden wählen ein Thema aus und konkretisieren erste Ideen. Mithilfe der Disney-Methode (siehe Booklet S. 10) präsentieren sie diese in Gruppen und geben sich aus verschiedenen Perspektiven Feedback.
- Etappe 3: Zum Abschluss der ersten Einheit formulieren die Studierenden eine konkrete Verhaltensabsicht, die sie untersuchen möchten, und posten diese im Online-Forum. Die Lehrenden geben darauf ausführliches, für alle sichtbares Feedback (Beispiel siehe Booklet S. 11), das bis zur nächsten Einheit eingearbeitet wird.
Einheit 2
- Zu Beginn der zweiten Einheit geben die Lehrenden einen Einblick in den Stand der Finanzbildungsforschung mit Fokus auf vulnerable Gruppen in der Finanzbildung.
- Etappe 4: Daran anschließend legen die Studierenden fest, für welche Zielgruppe die von ihnen festgelegte Verhaltensabsichten untersucht werden soll (siehe Booklet S. 12).
- Darauf folgt eine vertiefende Einführung in quantitative und qualitative Sozialforschung mit dem Fokus auf Erhebungsmethoden. Die Inhalte werden am Beispiel der Gründungsneigung von Schüler*innen im Kontext der TPB veranschaulicht. Zur Sicherung des Lernertrags werden verschiedene Methoden eingesetzt, beispielsweise eine Legeübung (siehe Booklet S. 12), bei der Beispiel Items von Ajzen den passenden Determinanten der TPB zugeordnet werden.
- Etappe 5+6: Auf dieser Grundlage entwickeln die Studierenden für ihr eigenes Thema beispielhafte Items zur Erfassung der Determinanten der TPB sowie offene Fragen zum Hervorlocken subjektiver Überzeugungen. Die selbst entwickelten Items und Fragen werden im Online-Forum eingereicht und von den Lehrpersonen in einer weiteren Feedback-Runde kommentiert (siehe Booklet S. 13–15).
Einheit 3
- In dieser Einheit werden quantitative und qualitative Auswertungsmethoden behandelt. Studierende erproben diese zunächst an realen Beispieldatensätzen. Einerseits werden quantitative Daten zur Gründungsneigung mithilfe von SPSS unter Anleitung der Lehrpersonen statistisch analysiert (deskriptive Datenauswertung, Korrelationen und einfache Regressionen). Danach erhalten die Studierenden reale Auszüge von Aussagen aus qualitativen Erhebungen, die im Rahmen einer Partnerarbeit in verschiedene Kategorien geordnet werden (siehe Booklet S. 15).
- Etappe 7: Auf Basis allem vorangegangen Erproben, wie qualitativ aber auch quantitativ erhoben und ausgewertet werden kann, entscheiden sich die Studierenden nun für einen methodischen Schwerpunkt (quantitativ oder qualitativ) für ihr eigenes Projekt (siehe Booklet S. 16).
- Etappe 8: Im Anschluss daran formulieren Studierende ihre endgültige Forschungsfrage aus und erhalten im Online-Forum abermals Feedback, bevor sie in die Umsetzung des Forschungsvorhabens starten (siehe Booklet S. 16).
Einheiten 4-7
- Etappe 9: Die anschließende Phase der Lehrveranstaltung (Einheiten 4-7) ist durch ein hohes Maß an Eigenständigkeit gekennzeichnet. Die Studierenden arbeiten über mehrere Wochen hinweg in Partnerarbeit an der Durchführung ihrer empirischen Erhebung und am Verfassen eines wissenschaftlichen Papers.
- Dieser Prozess wird durch individuelles (Einheit 4) sowie gemeinsames (Einheit 5) Online-Coaching begleitet, das gezielt dort ansetzt, wo Studierende Unterstützung benötigen, ohne ihnen zentrale Entscheidungen abzunehmen.
- Den Abschluss bildet in Einheit 6 und 7 die Präsentation der eigenen Forschungsprojekte. Ablauf und Inhalte der Präsentationen orientieren sich hierbei an einer wissenschaftlichen Konferenz: Einleitung (theoretischer Hintergrund, Forschungsstand, Forschungsfrage), Hauptteil (Methodik, Ergebnisse) und Schluss (Implikationen, Fazit). Nach jeder Präsentation erfolgt eine Diskussion im Plenum mit anschließendem Feedback durch Lehrpersonen sowie Kommiliton*innen. Außerdem erfolgt am Ende der finalen Einheit eine gemeinsame Reflexion der gemachten Erfahrungen im Hinblick auf die bevorstehende Masterarbeit.
- Nach Einarbeitung des erhaltenen Feedbacks erfolgt die finale Abgabe der Forschungsarbeit mit anschließender Bewertung und Abschluss des Kurses.
Literatur
- Ajzen, I. (1991). The Theory of planned behavior. Organizational Behavior and Human Decision Processes. doi.org/10.1016/0749-5978(91)90020-T
- Ajzen, I. (2002). Sample TPB questionnaire. Abgerufen am 27.01.2025 von people.
- umass.edu/~aizen/pdf/tpb.questionnaire.pdf
- Ajzen, I. (2006). Constructing a theory of planned behavior questionnaire. Unveröffentlichtes Manuskript. Abgerufen am 27.01.2025 von people.umass.edu/~aizen/pdf/tpb.measurement.pdf
Nutzen und Mehrwert
Der besondere Mehrwert des Forschungsseminars Wirtschaftspädagogik II liegt in der konsequenten Verbindung von forschendem Lernen, strategischer didaktischer Reduktion und individueller Forschungsarbeit. Durch den bewussten Fokus auf ein gemeinsames Forschungsfeld und eine gemeinsame Theorie wird Komplexität reduziert, ohne inhaltliche Tiefe zu verlieren. Diese gemeinsame Grundlage schafft Orientierung, Vergleichbarkeit und Sicherheit und ermöglicht es Studierenden, wissenschaftliches Arbeiten als gestaltbaren Erkenntnisprozess zu erleben.
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal des Kurses ist das etappenweise, klar strukturierte Lehr- und Lerndesign. Studierende durchlaufen den gesamten Forschungsprozess von der Theoriearbeit und dem Forschungsdesign über Datenerhebung und -auswertung bis zur Ergebnisreflexion. Der Lernprozess ist von regelmäßigen Feedback- und Überarbeitungsphasen begleitet, wobei die Anleitung mit fortschreitendem Ablauf reduziert und die Eigenverantwortung der Studierenden gezielt erhöht wird. Dieses Scaffolding unterstützt insbesondere Studierende, die keine umfassende Forschungsvorerfahrung aufweisen und fördert das selbstständige wissenschaftliche Arbeiten.
Eine weitere Besonderheit liegt in der ungewöhnlich hohen Partizipation und Einbindung der Studierenden. Sie wählen eigene thematische Schwerpunkte innerhalb des gemeinsamen Rahmens, treffen eigenständige Forschungsentscheidungen und reflektieren ihre Ergebnisse wiederholt im Austausch mit Peers und Lehrenden. Forschung wird dadurch als aktiver, persönlicher Lernprozess erfahrbar und nicht als bloße Abfolge abstrakter Methoden.
Der Nutzen der Lehrveranstaltung wirkt über das Seminar hinaus. Studierende gewinnen frühzeitig Sicherheit im wissenschaftlichen Arbeiten und können dieses Wissen sowie ihre Erfahrungen auf andere Theorien und Forschungsfelder übertragen. Diese Transferleistung erleichtert den Einstieg in die Masterarbeit deutlich und fördert eine nachhaltige Forschungskompetenz. Das Lehrkonzept leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Qualifizierung der Studierenden für eigenständige Forschung und zur Stärkung einer reflektierten, verantwortungsvollen Forschungshaltung.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2025
Das Forschungsseminar ist im Curriculum des Masterstudiums Wirtschaftspädagogik verankert und wird auf Basis von Evaluationen und Lehrpraxis kontinuierlich weiterentwickelt. Einzelne Inhalte können dabei flexibel angepasst werden, ohne das zugrunde liegende didaktische Konzept zu verändern.
Die besondere Stärke des Forschungsseminars liegt in seinem klaren, schrittweisen Aufbau. Forschungsfeld und Theorie dienen als exemplarische Anker und sind bewusst austauschbar. Das eigentliche Innovationspotenzial liegt im didaktischen Design, bei dem die Studierenden in einem etappenweisen, angeleiteten Rahmen den gesamten Forschungsprozess durchlaufen und Forschung als gestaltbaren Prozess erleben. Die bewusste didaktische Reduktion schafft Orientierung und ermöglicht ein tiefes Verständnis, das über den jeweiligen konkreten Inhalt hinausreicht.
Gerade dadurch ist das Konzept in hohem Maße übertragbar. Es lässt sich auf andere forschungsbezogene Lehrveranstaltungen, Disziplinen und institutionelle Kontexte anwenden, etwa zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten oder in projektbasierten Forschungsformaten. Das Lehrdesign unterstützt Studierende dabei, theoretische Strukturen zu erkennen, Forschungslogiken zu verstehen und diese Kompetenzen auf neue Themen, Theorien und Forschungsfelder zu übertragen.
Das Forschungsseminar leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung eigenständiger Forschungskompetenz und zeigt, wie exemplarisches Arbeiten in einem bewusst gestalteten Rahmen langfristiges Lernen und forschungsbezogene Handlungssicherheit fördert.
Institutionelle Unterstützung
Das Forschungsseminar ist im Curriculum des Masterstudiums Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien verankert. Die Durchführung erfolgt unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur der Universität, in regulären Seminarräumen sowie über die universitären Lernplattformen (insbesondere CANVAS) und organisatorischen Strukturen des Studienprogramms. In der Einheit zur Datenauswertung werden sowohl ein universitärer Online-EDV-Raum als auch die eigenen Endgeräte der Studierenden („Bring Your Own Device“) genutzt. Die Nutzung des Online-EDV-Raums ermöglicht den Zugriff auf die von der Wirtschaftsuniversität Wien lizenzierte Statistiksoftware SPSS. Das Forschungsseminar ist zudem in den bestehenden Evaluationsprozess der Universität eingebettet. Darüberhinausgehende finanzielle oder personelle Mittel sind für die Umsetzung nicht erforderlich.
Das Lehrprojekt ist in die hochschulinternen Qualitätsmanagementprozesse der Wirtschaftsuniversität Wien eingebettet. Zentrale Grundlage bildet die Lehrveranstaltungsevaluierung, die sowohl standardisierte quantitative Rückmeldungen als auch qualitative Kommentare der Studierenden umfasst. Insbesondere die Rückmeldungen zu Struktur, Verständlichkeit, Betreuungsintensität und der Passung zwischen Lehrzielen und Anforderungen fließen in die Anpassung der einzelnen Lehrphasen und didaktischen Elemente ein. Auf diese Weise wird das Lehrdesign kontinuierlich reflektiert, präzisiert und weiterentwickelt.
Ergänzend zur formalen Evaluierung wird Feedback auch informell während der Lehrveranstaltung eingeholt, etwa im Rahmen von Feedbackrunden, Reflexionsphasen oder durch individuelle Betreuungsgespräche. Diese Rückmeldungen ermöglichen es, zeitnah auf zusätzliche Bedarfe der Studierenden zu reagieren und den Lernprozess gezielt zu unterstützen.