Zuletzt aktualisiert am 30.05.2025
„Fachdidaktische Begleitung zu PPS 3: Französisch mit Workshop“ (SS 24)
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
Didaktische Escape-Rooms auf Französisch.
Kann eine spielerische Aktivität die beruflichen Kompetenzen von Lehramtsstudent:innen verbessern?
Kurzzusammenfassung des Projekts
Der Kurs „Fachdidaktische Begleitung zu PPS 3: Französisch mit Workshop“ fördert die Reflexion über die Praktika der Studierenden des Unterrichtsfachs Französisch des BA-Lehramts. Zu diesem Zweck wurde ein Workshop vorgeschlagen: Die Studierenden könnten ihr eigenes Klassenzimmer der Sekundarstufe an der Universität leiten, und Schüler:innen würden eingeladen, an einer Unterrichtseinheit teilzunehmen.
Für diese Lektion wurde ein „Didaktischer Escape-Room“ vorgeschlagen: Zusätzlich zu den spielerischen und sozialen Elementen des Escape-Rooms wurden bestimmte didaktische Aspekte hinzugefügt: z. B. Arbeit in Gruppen von vier oder fünf Schüler:innen und einer Studentin; Erstellung von Rätseln als Übungen zu Sprache und Kultur… Um die Ziele zu erreichen, arbeiteten die Student:innen zusammen mit den Dozent:innen und den Schüler:innen aktiv und kooperativ auf verschiedenen Ebenen.
Diese Aktivität ermöglichte es den BA-Lehramt-Student:innen, die Praktika aus einer anderen, bereichernden Perspektive zu entwickeln:
- Förderung einer Lern- und Lehrkultur, in der die Studierenden unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Interessen und Erfahrungen voneinander lernen und darüber hinaus das Wissen und die Kompetenzen anderer Akteure (wie Lehrkräfte und Studierende anderer Fachrichtungen) besser nutzen;
- Die Studierenden wurden zu Mitgestaltern der Fachinhalte und waren in der Lage, 100 % der Unterrichtserfahrung zu verwalten.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The goal of the subject “Fachdidaktische Begleitung zu PPS 3: Französisch mit Workshop“ is to motivate reflections on teaching practice in schools by future teachers of French. To this end, a workshop was proposed: students could lead their own secondary school classroom at the university and schoolchildren would be invited to participate in a lesson.
For this lesson, a ‘didactical escape room’ was proposed: in addition to the recreational and social elements of the escape room, certain didactical aspects were added: e.g. working in groups of four or five schoolchildren and one student; creating puzzles as exercises on language and culture... To achieve the objectives, the students worked together with the lecturers and the schoolchildren actively and cooperatively on different levels.
This activity enabled the students to develop the internship from a different, enriching perspective:
- Promoting a learning and teaching culture in which students learn from each other, taking into account their different interests and experiences and, in addition, making better use of the knowledge and competences of other actors (such as teachers and students from other disciplines);
- Students became co-creators of the subject content and were able to manage 100% of the teaching experience.
Nähere Beschreibung des Projekts
Der Kurs „Fachdidaktische Begleitung zu PPS 3: Französisch mit Workshop“ (SS 24) zielt im Rahmen der Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS) darauf ab, die Reflexion der Unterrichtspraxis an Gymnasien durch Studierende des Unterrichtsfachs Französisch des BA-Lehramts (6. Semester) zu fördern. Unter den verschiedenen Inhaltsbereichen können folgende hervorgehoben werden: Unterrichtsplanung und -führung, sowie Berücksichtigung von Diversität, Einstufung sprachlicher Leistungen, Assessment und Bereitstellung von Feedback.
Der Umfang der intendierten Lernergebnisse des Kurses, was die Reflexion der Unterrichtspraxis betrifft, leidet jedoch unter einer Reihe von Problemen: Erstens sind die Ausbildungslehrkräfte (Lehrer:innen der Sekundarschulen) bei den gemeinsamen Diskussionen nicht anwesend und ihre Meinungen sind nicht bekannt; zweitens können der Hochschuldozent und die Student:innen die Praktika der Klassenkamerad:innen nicht beobachten; drittens führen die Studierenden oft nur einige Tätigkeiten in einigen Unterrichtseinheiten des Praktikums durch und sind nicht in der Lage, während des Praktikums die volle Rolle eines Lehrers / einer Lehrerin zu übernehmen, noch sind sie sich der Ergebnisse ihres Unterrichts bewusst.
Um zu versuchen, diese Schwierigkeiten zu überwinden und eine genauere Reflexion zu fördern, wurde den Studierenden des Kurses die Möglichkeit geboten, ihr eigenes Klassenzimmer der Sekundarstufe an der Universität durch den spielerischen Rahmen eines „Escape-Room in Präsenz“ zu leiten. In diesem Fall würden die Schulen eingeladen werden und die Schüler:innen würden in die Universität kommen, um an den Unterrichtseinheiten teilzunehmen, die diese Student:innen anbieten würden.
Außerdem würden die Student:innen die Rolle eines Lehrers / einer Lehrerin übernehmen, indem sie ihre eigenen Inhalte vom Kurs und vom Escape-Room erstellen und den Unterricht gemeinsam mit ihren Klassenkamerad:innen entwickeln. Es findet eine kooperative Teamarbeit zwischen Student:innen und Dozent:innen während des Kurses statt, um die didaktischen Grundlagen des Escape-Rooms zu schaffen, aber auch während der Durchführung des Escape-Rooms. Auf diese Weise werden die Möglichkeiten zur Beobachtung guter Praxis und zum Feedback erhöht.
Konkret wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung das Konzept des „Didaktischen Escape-Rooms“ vertieft, bei dem das spielerische Element und die soziale Kompetenz eines Escape-Rooms (d.h. das Lösen mehrerer Rätsel, die durch eine Geschichte miteinander verknüpft sind, in Teams, um ein abschließendes Geheimnis zu lüften und den Preis zu erhalten), mit anderen pädagogischen Aspekten kombiniert werden, z.B.:
- Kooperative Arbeit in Teams von vier oder fünf Schüler:innen und einer Studentin, in denen die Heterogenität berücksichtigt werden kann;
- Mündliche Übung der französischen Sprache - durch die Motivation des Spiels und den abschließenden Preis werden die Schüler:innen in den Gebrauch der Fremdsprache einbezogen, nicht nur als Inhalt der Aktivitäten, sondern auch als Mittel der Kommunikation in der Gruppe;
- Entwicklung anderer sprachlicher Kompetenzen (wie z. B. das Lesen oder die Anwendung neuer Vokabeln im Kontext), kultureller Kenntnisse im Zusammenhang mit den französischsprachigen Ländern oder von Medienkompetenz (die für die Lösung bestimmter Rätsel erforderlich ist);
- Didaktische Einsatz von Bild und Bewegung;
- Zum Schluss muss ein abschließendes Rätsel enthalten sein, an dem alle Schüler:innen gleichzeitig teilnehmen und das im Escape-Room erworbene Wissen teilen müssen, um die letzte Aufgabe zu lösen.
Ausgehend von diesem theoretisch-praktischen Rahmen mussten die Studierenden mehrere Geschichten (einschließlich der Rätsel als sprachliche und kulturelle Aktivität) entwerfen, um ihren eigenen Didaktischen Escape-Room zu leiten.
Neben den BA-Lehramtsstudierenden und der Kursleiter (Dozent für Didaktik) nahmen auch zwei Studierende des MA-Lehramts Unterrichtsfach Französisch und eine Dozentin für französische Sprache und Kultur an dem Workshop teil. Auf diese Weise konnten die Interessen, Erfahrungen, Kenntnisse und Kompetenzen der verschiedenen Fachrichtungen und Niveaus ausgetauscht werden.
Generell lassen sich die Unterrichtseinheiten des Kurses in mehrere Phasen gliedern:
In der ersten Phase entwickeln die Student:innen zusammen mit den Dozent:innen kreativ und gemeinsam die Geschichten der Didaktischen Escape-Rooms auf der Grundlage unterschiedlicher persönlicher Interessen.
In einer zweiten Phase teilen die Student:innen die Aktivitäten auf und jeder erstellt eine Übung oder ein Rätsel, die für ein bestimmtes Sprachniveau geeignet sind; diese Übungen werden in der Gruppe diskutiert und durchgeführt, bis sie für geeignet befunden werden. In dieser Phase wird die Medienkompetenz auf unterschiedliche Weise berücksichtigt: Einerseits werden Kenntnisse und Fähigkeiten über Anwendungen und Websites / Apps, die zur Erstellung der Aktivitäten benötigt werden, ausgetauscht, andererseits wird die Notwendigkeit für die Schüler:innen berücksichtigt, Medien auf kritische Weise zu nutzen, um ihre Rätsel zu lösen.
In einer dritten Phase erstellen die Student:innen eine PowerPoint-Präsentation zur Einführung in den Escape-Room, in der sie bestimmte Inhalte, die Geschichte und das abschließende Rätsel sowie die Methode zu dessen Lösung vorstellen. Die Studierenden suchen und erstellen auch alle notwendigen Materialien und Dekorationen für den Schulbesuch.
In einer vierten Phase findet der Schulbesuch statt, bei dem die Student:innen die Schüler:innen begrüßen, die PowerPoint-Präsentation mit dem zu lösenden Problem vorstellen, die Schüler:innen in Gruppen einteilen, die gleichzeitig im Klassenzimmer arbeiten, und die Schüler:innen bei den Aktivitäten bis zur abschließenden und gemeinsamen Lösung des endgültigen Problems anleiten. Anschließend wird von den Schüler:innen und ihrer Lehrerin ein Feedback gegeben. Diese Unterrichteinheit dauert etwa 90 Minuten.
In einer fünften Phase treffen sich Studierenden und Hochschuldozent:innen, um gemeinsam über die Unterrichtserfahrung zu reflektieren, Kommentare und Gefühle auszutauschen, die Qualität der vorgeschlagenen Übungen zu analysieren und die Materialien zu verbessern, auf mögliche Verbesserungen im entwickelten Escape-Room hinzuweisen... Alle Student:innen waren an der Erstellung der Inhalte und der gleichzeitigen Durchführung der Lektionen beteiligt; auch die Hochschuldozent:innen waren am Tag des Escape-Rooms anwesend. Auf diese Weise war es möglich, aufrichtiges und gegenseitiges Feedback zur Entwicklung der Lehrtätigkeit zu geben.
Nach dem Ende des Semesters führten dieselben Studierenden und Hochschuldozent:innen denselben verbesserten Escape-Room mit einer anderen Gruppe von Schüler:innen im WS 24/25 durch, was es ermöglichte, die Unterrichtserfahrungen und -materialien zu vergleichen und weiteres bereicherndes Feedback zu sammeln.
Die Entwicklung dieses Didaktischen Escape-Rooms ist mit dem Ziel verbunden, eine innovative Hochschuldidaktik innerhalb des Lehramt-Studiums zu fördern, die auf neuen Methoden und Perspektiven der Arbeit mit den am Ende des BA-Lehramt geforderten Inhalten und Kompetenzen basiert. Darüber hinaus integriert diese Perspektive fachübergreifende Kompetenzen in einer kohärenten Weise, die durch die Zusammenarbeit von Lehrenden und Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen unterstützt wird.
In diesem Zusammenhang wird auch die digitale Transformation in das didaktische Konzept einbezogen. Einerseits besteht die Möglichkeit, Materialien zu erstellen, die von zukünftigen Praktikant:innen und Lehrer:innen genutzt werden können, entweder an der School of Education der Universität Klagenfurt oder in verschiedenen online Datenbanken (Open Educational Resources). Andererseits wurden die digitalen Kompetenzen der Student:innen durch den Austausch von Wissen und die Erstellung von Übungen entwickelt, z.B. online Kreuzworträtsel, Bildbearbeitung, Suche nach Apps, Erstellung von QR...
Zum anderen zeichnete sich der Didaktische Escape-Room durch seine Studierenden- und Kompetenzorientierung aus. Bei der Konzeption der Lehrveranstaltung wurde von Anfang an auf die Einbindung der Studierenden geachtet, so dass diese die Reflexionen über die Unterrichtspraxis selbst generieren und in einer effektiven und realitätsnahen Weise austauschen und diskutieren konnten, obwohl die Student:innen unterschiedliche Niveaus und heterogene Erfahrungen hatten. Am Ende wurde diese Vielfalt auf überzeugende Weise genutzt und die Studierenden konnten sowohl individuelle als auch soziale Kompetenzen entwickeln.
Schließlich und vor allem können die Partizipation und Mitgestaltung verschiedener Personen und Institutionen in die Planung, Gestaltung, Entwicklung und Analyse des Didaktischen Escape-Rooms hervorgehoben werden - insbesondere der Studierenden des BA-Lehramts (Französisch), die großzügig ihre Interessen, Kenntnisse und Kompetenzen in verschiedenen Bereichen einbrachten, sie aktiv miteinander teilten und gemeinsam die Inhalte, Materialien und Herausforderungen des Kurses entwickelten und selbst zu den wichtigsten didaktischen Akteuren wurden. Zwei MA-Lehramt-Studentinnen, der Kursleiter und eine Dozentin für französische Sprache und Kultur waren ebenfalls aktiv an dieser Entwicklung beteiligt. Schüler:innen der Sekundarstufe und ihre Lehrerin nahmen ebenfalls an Feedback teil.
Im Allgemeinen war die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren auf verschiedenen Ebenen kooperativ:
- Auf einer ersten Ebene, der Arbeit zwischen Student:innen und Dozent:innen während des Kurses, um den Escape-Room zu organisieren und über seinen didaktischen Wert nachzudenken;
- Auf einer zweiten Ebene, die Arbeit zwischen den Studierenden bei der Durchführung des Escape-Rooms;
- Auf einer dritten Ebene, innerhalb der Arbeitsgruppen, die von Schüler:innen und Student:innen gebildet wurden, um die Rätsel des Escape-Rooms zu lösen;
- Auf einer vierten Ebene, zwischen den Schüler:innen, um das letzte Rätsel zusammen zu lösen.
- Auf diese Weise kann man feststellen, dass die Methoden der ersten Ebene konstruktiv auf die anderen Ebenen übertragen werden können.
- Nach den Rückmeldungen (insbesondere von den Studierenden) und der Beobachtung des gesamten Prozesses wurden folgende Ziele erreicht:
- Die Förderung einer konstruktive Lern- und Lehrkultur, in der die Student:innen voneinander lernen und gemeinsam Inhalte und Kompetenzen auf der Grundlage ihrer eigenen Interessen und Erfahrungen entwickeln; sie profitieren auch von den Kompetenzen ihrer Klassenkamerad:innen in anderen Fächern und von den Erfahrungen ihrer Lehrkräfte;
- Eine größere Akzeptanz von Fehlern und fremden Ideen;
- Die Studentinnen waren in der Lage, 100 % der Unterrichtserfahrung zu verwalten und wurden zu echten Dozent:innen des Kurses und des Didaktischen Escape-Rooms;
- Teamarbeit im Klassenzimmer und im Escape-Room unter den Student:innen;
- Die Studierenden können von ihren Klassenkamerad:innen, den Dozent:innen und den Schüler:innen ein realistisches Feedback zu ihrer Arbeitserfahrung erhalten;
- Vertiefte Selbstreflexion, aber auch gemeinsame Reflexion;
- Stärkeres Bewusstsein für die von den Student:innen erarbeiteten und erworbenen Kompetenzen sowie für die verbleibenden Herausforderungen;
- Bessere Beobachtung der Arbeit der Student:innen aus der Sicht des Kursleiter;
- Höhere Eigenmotivation und Engagement der Student:innen für die Inhalte des Kurses sowie für den Austausch von Kompetenzen, Erfahrungen und Feedback;
- Ein angenehmes Arbeits- und Lernklima im Unterricht, mit einem intensiven und aufrichtigen, aber konstruktiven Dialog;
- Größeres Vertrauen in die Entwicklung künftiger beruflicher Kompetenzen;
- Übertragbarkeit und Nachhaltigkeit: Die erstellten und erprobten Materialien können von anderen Praktikant:innen und sogar Lehrer:innen des Faches Französisch wiederverwendet werden; das didaktische Konzept kann auch in anderen Fächern eingesetzt werden.
Akzeptanz und Resonanz
Den Rückmeldungen und mündlichen Reflexionen der Student:innen zufolge gefiel ihnen die Durchführung des Projekts „Didaktische Escape-Rooms“ unter anderem deshalb, weil es ihnen eine umfassendere und intensivere Unterrichtserfahrung als in der Schule ermöglichte: Sie fühlten sich als die wahren Lehrer:innen der Schüler:innen und konnten Unterrichtseinheiten zu 100 % vor Dozent:innen und Klassenkamerad:innen leiten, die ihnen Feedback geben konnten.
Darüber hinaus konnten wir den Erfolg des Vorschlags anhand mehrerer Fakten beobachten:
1) Student:innen aus anderen Kursen wollten sich an dem Projekt beteiligen, obwohl sie nicht für den Kurs eingeschrieben waren.
2) Die Studierenden haben das Projekt in den folgenden Semestern weiterentwickelt, auch nachdem sie die Abschlussnote erhalten hatten.
3) Lehrer:innen von Sekundarschulen haben uns kontaktiert, um ihre Schüler:innen zur Teilnahme an einem „Didaktischen Escape-Room“ einzuladen.
Schließlich wird dieses Projekt in anderen Kursen vom Unterrichtsfach Französisch fortgesetzt und auch auf das Unterrichtsfach Spanisch ausgeweitet. Der Grund dafür ist, dass dank des „Didaktischen Escape-Rooms“ einige Fachziele besser erreicht wurden und darüber hinaus nicht nur eine Verbesserung der zukünftigen beruflichen Kompetenzen der Student:innen gefördert wurde, sondern auch ein größeres Bewusstsein und eine größere Zufriedenheit mit der geleisteten Arbeit, wie die Studierenden selbst zum Ausdruck brachten, die die Erfahrung außerhalb des Semesters fortsetzen wollten.
Nutzen und Mehrwert
Die Erfahrung mit dem „Didaktischen Escape-Room“ ermöglichte es Dozent:innen und Student:innen festzustellen, dass die Kursinhalte auf eine andere Art und Weise bearbeitet werden können, indem verschiedene Dozent:innen des Unterrichtsfachs Französisch (Didaktik und Sprache / Kultur) mit den Studierenden gleichberechtigt im Unterricht und bei der Erstellung von Inhalten und Materialien zusammenarbeiten.
Insgesamt liegt der Wert des Projekts vor allem in der Förderung neuer Arbeits- und Lernformen im BA-Lehramt, so dass die Entwicklung zukünftiger beruflicher Kompetenzen im Zusammenhang mit dem Praktikum gefördert und gleichzeitig Wissen und Kompetenzen anderer Disziplinen aus einer fachübergreifenden Perspektive integriert werden können.
In diesem Zusammenhang bedeutete die Erstellung und gemeinsame Durchführung eines „Didaktischen Escape-Rooms“ durch Studierende in einem Universitätsklassenzimmer eine verstärkte Einbeziehung der Studierenden in ihr Lernen durch die Entwicklung kooperativer Arbeitsformen zwischen Studierenden, zwischen Studierenden und Lehrenden und schließlich zwischen Studierenden und Schüler:innen.
Erstens arbeiteten Studierende und Dozent:innen aktiv bei der Festlegung des Kursinhalts, der Ziele, der Art und Weise, wie diese in den Didaktischen Escape-Room umgesetzt werden sollten, und bei der Erstellung von Materialien zusammen.
Zweitens tauschten die Student:innen ihre Interessen und Kompetenzen mit ihren Klassenkamerad:innen aus und lernten voneinander, immer unter dem Aspekt des Respekts und der Akzeptanz der Ideen und Kommentare der anderen. Im Allgemeinen war der Dialog während des Unterrichts konstruktiv und respektvoll und es entstand ein sehr positives Arbeitsklima.
Drittens förderte die kooperative Arbeit den Erwerb von sozialen, aber auch von individuellen Kompetenzen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Studierenden ihr eigenes Lernen steuern können.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2024
Ziel des Projekts ist es, die in aufeinanderfolgenden Semestern erstellten Materialien zu nutzen und zu erproben; gleichzeitig werden neue Materialien je nach Altersgruppe (Unterstufe/Oberstufe) und Niveau der Fremdsprache (Französisch) erstellt.
Andererseits wurde das Projekt im WS 24/25 auf das Unterrichtsfach Spanisch ausgeweitet und wir denken, dass der „Didaktische Escape-Room“ auch auf andere Fachbereiche wie Literatur oder Kultur ausgeweitet werden könnte. Im Allgemeinen kann das Konzept auf andere Sprachen, die nicht romanische Sprache sind, ausgedehnt werden.
Schließlich können die Materialien auch in Schulen und in der Werkstätte der School of Education (Universität Klagenfurt) eingesetzt werden. Sie können auch in verschiedene Datenbanken integriert werden – Open Educational Resources.
Institutionelle Unterstützung
Das Projekt erhielt institutionelle Unterstützung durch die Universität Klagenfurt in Form von Unterrichtsräumen und finanzielle Unterstützung durch das Institut für Romanistik (Budget für Fotokopien, Stifte und andere Materialien sowie Preise für Schüler:innen, Getränke und Snacks).