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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

Technologievermittlung neu gedacht: Chemische Technologie anorganischer Stoffe

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Thomas Konegger

Überblick über den Ablauf und die lernergebnisorientierte Strukturierung der Laborübung "Chemische Technologie anorganischer Stoffe".

Ars Docendi Kategorie

Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur

Ars Docendi Kriterien

  • Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

50-150

Anreißer (Teaser)

Komplexe werkstofftechnologische Prozesse von Grund auf verstehen und dieses Wissen auf zukünftige Problemstellungen anwenden zu können: Das ist das wesentliche Lernergebnis, das die Studierenden in unserer Lehrveranstaltung erreichen sollen.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Die Einreichung umfasst ein neues studierendenzentriertes Lehrkonzept zur Vermittlung von Wissen aus dem Bereich der anorganischen Technologie im Rahmen einer Laborübung des Bachelorstudiums Technische Chemie an der TU Wien. Inhaltliches Ziel ist dabei der Aufbau eines soliden Verständnisses chemisch-struktureller Besonderheiten anorganischer Werkstoffe und dessen Verknüpfung mit industriell-technologischen Herstellprozessen.

Die Laborübung wird jährlich von bis zu 75 Studierenden absolviert und ist in aufeinander aufbauenden Blöcken strukturiert, in denen die Erarbeitung theoretischer Grundlagen, das Erlernen praktischer Techniken und deren Anwendung, das Verstehen technologischer Prozessketten, und zuletzt die Verknüpfung der Inhalte abgebildet werden.

Die Lehrmethoden sind lernergebnisorientiert und an die jeweiligen Inhalte angepasst. Neben klassischen Lehrmethoden steht vor allem die theoretische und praktische Erarbeitung der Inhalte durch die Studierenden selbst im Vordergrund, welche sowohl individuell als auch in Kleingruppensettings erfolgt. Die Überprüfung der Lernergebnisse ist mit den jeweiligen Lehrmethoden und -einheiten abgestimmt und erfolgt sowohl in Präsenz als auch asynchron.

Konsequente Feedbackschleifen und Qualitätssicherungsmaßnahmen ermöglichen eine stetige Verbesserung der Lehrqualität, was bereits durch exzellente Bewertungen durch die Studierenden und der Verleihung diverser Didaktik-Preise illustriert wurde.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The submission comprises a new student-centered teaching concept for imparting knowledge in the field of inorganic technology as part of a laboratory exercise in the Bachelor's program in Technical Chemistry at TU Wien. The content-related goal is to build a solid understanding of the chemical and structural characteristics of inorganic materials and their connection to industrial manufacturing processes.

The laboratory exercise is completed annually by up to 75 students and is structured in successive blocks, in which the development of theoretical foundations, the learning of practical techniques and their application, the understanding of technological process chains, and finally the linking of the content are mapped.

The teaching methods are learning outcome-oriented and adapted to the respective content. In addition to traditional teaching methods, the focus is primarily set on the theoretical and practical development of the content by the students themselves, which takes place both individually and in small group settings. The assessment of learning outcomes is coordinated with the respective teaching methods and units and takes place both in person and asynchronously.

Consistent feedback loops and quality assurance measures enable continuous improvement in teaching quality, which has already been illustrated by excellent student evaluations and the awarding of various teaching prizes.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das Lehrprojekt umfasst ein neu entwickeltes studierendenzentriertes Lehrkonzept für die Laborübung „Chemische Technologie anorganischer Stoffe“ im Bachelorstudium Technische Chemie an der Technischen Universität Wien. Zielgruppe dieser Pflichtlehrveranstaltung sind Studierende im 5. Semester des Bachelorstudiums, die bereits ein breites chemisches Grundlagenwissen aufweisen, und die auch bereits fachspezifische theoretische Kenntnisse im Rahmen einer gleichnamigen Vorlesung im Vorsemester erworben haben. Die Laborübung wird jährlich von bis zu 75 Studierenden absolviert.

Im Kontext der Laborübung soll diese theoretische Wissensbasis mit praxisnahen Konzepten und Lerninhalten in einem Laborsetting verknüpft werden, um die zukünftigen Absolvent:innen auf eine spätere berufliche Karriere im industriellen chemisch-technologischen Umfeld vorzubereiten, aber gleichzeitig auch die fachliche Basis für eine entsprechende thematische Spezialisierung in einem gegebenenfalls nachfolgenden Masterstudium zu bilden.

 

Ausgangslage, Rahmenbedingungen und Entwicklung des Lehrkonzepts

Ausgehend von pensionierungsbedingten Veränderungen im Lehrendenteam und einer neuen Leitung der bereits seit vielen Jahren bestehenden Lehrveranstaltung wurde das Lehrkonzept 2023 in einem mehrstufigen Prozess vom Kernteam vollständig neu entwickelt. Wesentliche Kriterien bei der Neugestaltung der Lerninhalte waren, neben inhaltlichen Anpassungen, vor allem eine erhöhte Lernergebnisorientierung der Inhalte und Methoden sowie eine optimale Nutzung der verfügbaren Raum-, Infrastruktur- und Personalressourcen.

Bei der Konzeptionierung konnte auf Wissen aus diversen universitätsseitig angebotenen Hochschuldidaktik-Fortbildungskursen zurückgegriffen werden, wodurch auch neue Lehr- und Evaluierungsmethoden bei der Planung berücksichtigt wurden.

Die Neugestaltung umfasste zwei wesentliche Neuerungen, darunter (i) eine Neustrukturierung des inhaltlichen und zeitlichen Ablaufs, und (ii) neue Methoden der Überprüfung und Beurteilung des Erreichens der Lernziele durch die Studierenden.

Die erste Neuerung betraf die Gestaltung und den Ablauf der Laborübung. Statt wie vorher mehrere thematisch isolierte Einzelübungen nacheinander zu absolvieren, wird nun eine aufeinander aufbauende Blockstruktur eingesetzt, bei der zunächst praktische Grundlagen vermittelt werden, die in späterer Folge von den Studierenden praktisch angewendet und umgesetzt werden - mehr dazu unter „Aufbau der Lehrveranstaltung“.

Die zweite wesentliche Neuerung betraf die Lernzielüberprüfungen, die vormals mittels umfangreicher schriftlicher Protokolle und einer hohen Zahl an individuellen Besprechungen erfolgten. Angesichts der Verfügbarkeit KI-basierter Sprachmodelle zeigte sich eine zunehmende Verunmöglichung einer objektiven Beurteilung, bei gleichzeitig hohem zeitlichen Ressourcenbedarf. Neben einer Reduktion der Anzahl und des Umfangs der schriftlichen Protokolle und einer Fokussierung derselben auf die konzise Interpretation der erhaltenen Resultate wird nun eine Bandbreite an weiteren Beurteilungsmethoden genutzt, darunter synchrone und asynchrone computerbasierte Kurztests sowie jeweils eine individuelle Zwischen- und Abschlussbesprechung.

Durch die Neugestaltung der Besprechungsmodalitäten sollte auch eine erhöhte Resilienz des Lehrendenteams angesichts der Bewältigung allfälliger Ausfälle erzielt werden, indem u.a. eine einheitliche Struktur der Beurteilungsgespräche entwickelt wurde.

Das Lehrprojekt wurde im Wintersemester 2023/2024 erstmals ausgerollt und wird seither, mit kontinuierlichen inhaltlichen und ablauftechnischen Anpassungen, erfolgreich umgesetzt. Bis dato haben 200 Studierende die Lehrveranstaltung erfolgreich absolviert.

 

Aufbau der Lehrveranstaltung

Die Laborübung wird in aufeinanderfolgenden Kursen zu je 15 Teilnehmer:innen durchgeführt, wobei die Anmeldung zur Lehrveranstaltung bzw. zu den Kursen gemäß den curricularen Vorgaben und Reihungskriterien erfolgt. Jeder Kurs läuft in vier aufeinander aufbauenden Blöcken ab. Die Struktur der Lehrveranstaltung ist im angehängten Bilddokument dargestellt.

 

Block 1: Grundlagen

Nach einer kurzen theoretischen Einführung erarbeiten die Studierenden am ersten Übungstag mit Unterstützung von Online-Lernunterlagen selbstständig in einem für sie geeigneten Setting die für die weiteren Lerninhalte relevanten Grundlagen, wobei der Abschluss dieser Aufgabe mit einem Open-Book-Kurztest dokumentiert wird. Im Anschluss werden im Rahmen von drei halbtägigen Kleingruppenübungen verschiedene Techniken der Werkstoffpräparation und Werkstoffcharakterisierung erlernt sowie die Verwendung entsprechender realer und virtueller Werkzeuge erarbeitet. Der Lernfortschritt wird jeweils mit vor Ort digital zu absolvierenden Kurztests beurteilt.

 

Block 2: Vergleichende Werkstoffcharakterisierung

In diesem über 2 Tage laufenden Block erfolgt die praktische Umsetzung der in Block 1 erarbeiteten Lehrkonzepte, indem die Studierenden eine Reihe kuratierter Werkstoffsysteme selbstständig hinsichtlich der Materialeigenschaften charakterisieren und vergleichen. Die Dokumentation erfolgt anhand einer Kurzzusammenfassung, die von den Studierenden hochgeladen wird, und die als Grundlage für die diesen Block abschließende Zwischenbesprechung dient. Im Rahmen dieses individuellen Evaluierungsgesprächs werden die bisher erarbeiteten Inhalte diskutiert. Nach positiver Absolvierung wird die Teilnahme an Block 3 freigegeben, wobei im Fall einer negativen Beurteilung eine Wiederholung dieser Teilleistung ermöglicht wird.

 

Block 3: Technologie und Prozesse

In diesem über 4,5 Tage laufenden Block finden anwendungsnahe praktische Übungen statt, in denen industriell-technologische Konzepte und Prozessketten aus den Bereichen Metallurgie, Keramik, anorganische Verbundwerkstoffe oder Bindemittel thematisiert werden. Die Begleitung der Studierenden erfolgt durch das Kernteam. Durch die Durchführung in Kleingruppen von 5-8 Personen kann hier sehr studierendenzentriert und interaktiv gelehrt werden. Zu jeder Teilübung wird von den Studierenden ein individuelles Kurzprotokoll erstellt, das innerhalb einer mehrtägigen Frist hochgeladen wird. Mit Hilfe des e-Learningsystems wird neben der Bewertung auch direktes Feedback der Lehrenden zum Protokoll gegeben.

 

Block 4: Epilog

Der finale Block umfasst zunächst einen halbtägigen, in einem Kleingruppensetting (3 Personen) stattfindenden und sämtliche Lehrinhalte verknüpfenden Workshop. Jeder Kleingruppe wird hierfür ein konkretes Bauteil aus einer der in der Laborübung kennengelernten Werkstoffgruppen zur Verfügung gestellt, anhand dessen selbstständig Anforderungsprofil, Werkstoffauswahl sowie mögliche Herstellprozesse erarbeitet werden. Die Ergebnisse werden in einem max. zehnminütigen Vortrag präsentiert und diskutiert.

Innerhalb von zwei Wochen nach Abschluss des praktischen Teils findet schließlich eine individuelle Abschlussbesprechung bei einem Mitglied des Kernteams statt, in der die wesentlichen Inhalte der Laborübung diskutiert werden. Auch hier wurde eine konkrete Gesprächsstruktur entwickelt, um eine möglichst objektive Beurteilung unabhängig von der prüfenden Person zu ermöglichen.

 

Lehr- und Lernmethoden

Die Lehr- bzw. Lernmethoden sind eng auf die jeweilige Fortschrittsstufe und die Inhalte abgestimmt und breit gefächert: Klassische frontale Kurzeinführungen ergänzen u.a. das Selbststudium von Inhalten anhand vorbereiteter Unterlagen, angeleitete Einschulungen im Labor, die selbstständige Umsetzung der Kenntnisse durch die Studierenden an verschiedenen Laborgeräten, Demonstration von Prozessen durch Lehrende im Laborsetting, die Erstellung und Diskussion von Kurzprotokollen, sowie die Diskussion und selbstständige Erarbeitung von Inhalten in Kleingruppen.

Die Beurteilung erfolgt sowohl synchron (vor-Ort-Tests, individuelle persönliche Besprechungen) als auch asynchron (Open-Book-Tests zuhause, Protokolle).

Primäres Vehikel der inhaltlichen und organisatorischen Abwicklung der Laborübung ist TUWEL, das auf Moodle basierende E-Learning-System der TU Wien. Dies ermöglicht neben der Bereitstellung von Lernunterlagen auch die zeitliche Koordination der Besprechungen, die Abgabe und Beurteilung der Protokolle inkl. Feedback, die Abwicklung von Kurztests und Zwischenüberprüfungen, sowie die transparente Bewertung der Lernergebnisse mit Hilfe eines klar kommunizierten Punktesystems. Die Endbeurteilung der Lehrveranstaltung basiert auf der Anzahl der erreichten Punkte (max. 100), die im Rahmen der Kurztests, der Kurzprotokolle, der Workshopbeiträge und der Zwischen- und Abschlussbesprechung erzielt werden können.

 

Besonderheiten des Lehrprojekts

Eine wesentliche Besonderheit des Lehrprojekts stellt die sehr anwendungs- bzw. industrienahe Vermittlung der Lehrinhalte dar. Die Studierenden bewegen sich in der Laborübung nicht in einer ausschließlich für die universitäre Lehre konzipierten Umgebung, sondern nutzen zu großen Teilen auch die für Forschungszwecke eingesetzte infrastrukturelle Ausstattung des Instituts. Dadurch kann ein direkterer Einblick in auch in der Industrie verwendete Techniken und Methoden erhalten werden.

Die Praxisnähe spiegelt sich u.a. auch in den Lehrinhalten des abschließenden Workshops wider, bei dem anhand von tatsächlichen Bauteilen Konzepte der Werkstoffauswahl, der chemisch-technologischen Materialanforderungen sowie der industriellen Bauteilproduktion in Kleingruppen erarbeitet werden. Dieses Konzept wird in der Abschlussbesprechung noch einmal aufgegriffen und individuell mit den Studierenden diskutiert.

 

Feedback und Qualitätssicherung

Neben der Vermittlung der Lerninhalte ist ein Ziel unseres Betreuungsteams die stetige Verbesserung der Lehrinhalte und -methoden. Während der erstmaligen Durchführung des Kurses 2023 wurden die Studierenden im Rahmen eines halbtägigen Feedback-Workshops aktiv involviert, wodurch Schwächen identifiziert und entsprechende Verbesserungen unmittelbar umgesetzt werden konnten. Eine zweite wesentliche Säule des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ist individuelles Feedback, einerseits direkt durch eine Befragung der Studierenden (z.B. nach der Abschlussbesprechung), andererseits im Rahmen der standardisierten anonymen Lehrveranstaltungsbewertung. Hier kann – auch durch eine gezielte Aktivierung der Studierenden – erfreulicherweise eine vergleichsweise hohe Rücklaufquote erreicht werden, die einen repräsentativen Überblick sowohl über positive Aspekte als auch über allfällig identifiziertes Verbesserungspotenzial ermöglicht.

Die Miteinbeziehung des universitätsinternen Lehr-Qualitätsmanagements ermöglichte eine zusätzliche Verbesserung hinsichtlich der Abläufe und der klaren Kommunikation der Lernziele, dokumentiert durch die Verleihung des „Gütesiegels für exzellente Lehrveranstaltungen“ der TU Wien 2025.

 

Ergebnisse

Die Implementierung dieses Lehrkonzepts zeigte eine signifikante Erhöhung der Zufriedenheit der Studierenden, was sich in durchwegs positiven Lehrveranstaltungs-Bewertungen niederschlägt. Auf einige der von den Studierenden als kritisch identifizierten Punkten, u.a. die in manchen Blöcken der Übung vergleichsweise hohen Lernintensität, konnte durch Anpassungen im Ablauf bzw. durch eine Verlängerung der Abgabefristen für Protokolle eingegangen werden.

Weiters konnte die Resilienz des Lehrendenteams gegenüber ungeplanten Ausfällen durch den neuen Modus gesteigert werden, u.a. durch den verstärkten Einsatz von studentischen Mitarbeiter:innen, aber auch durch strukturierte und dadurch personenunabhängigere Beurteilungsabläufe.

Die hohe Zufriedenheit der Studierenden mit diesem Lehrmodus wurde auch durch die Verleihung der „Pro Didactica“-Preise der Fachschaft Chemie im Jahr 2024 in den Kategorien „Beste Laborübung“ sowie „Most Improved Laborübung“ des Bachelorstudiums Technische Chemie dokumentiert.

Akzeptanz und Resonanz

Das Lehrprojekt wird von den Studierenden sehr gut angenommen, was anhand vieler individueller Gespräche, aber auch anhand der anonymisierten Studierendenbefragungen gezeigt werden kann, die in weiterer Folge wiedergegeben werden.

 

WS 2023: n = 15 (von 60)

WS 2024: n = 16 (von 58)

WS 2025: n = 11 (von 60)

 

Bewertungsergebnisse, Kurzversion (WS2023 / WS2024 / WS 2025)

(Bewertung von 1: stimme voll und ganz zu, bis 5: stimme gar nicht zu):

  • Es wurde klar kommuniziert, was ich am Ende der Lehrveranstaltung können soll: (1,20 / 1,12 / 1,55)
  • Die Inhalte wurden verständlich vermittelt (1,20 / 1,06 / 1,09)
  • Der Umgang zwischen Lehrenden und Studierenden war respektvoll (1,13 / 1,00 / 1,18)
  • Die Lehrveranstaltung war gut organisiert (1,40 / 1,19 / 1,09)
  • Die bereitgestellten Lernmaterialien waren hilfreich (1,33 / 1,12 / 1,09)
  • Insgesamt bin ich mit der Lehrveranstaltung zufrieden (1,20 / 1,00 / 1,36)

 

Im Rahmen der Langbewertungen wurden zusätzliche Fragen gestellt:

  • Der Besuch der Lehrveranstaltung war für mich hilfreich. (1,00 / 1,00 / 1,22)
  • Mein (zeitlicher)/(Arbeits-) Aufwand für die Lehrveranstaltung war: (0,43 / 0,30 / 0,56)
  • (-2: sehr gering bis +2 sehr hoch)
  • Es wurde versucht, ein grundlegendes Verständnis zu vermitteln (1,43 / 1,00 / 1,00)
  • In der Lehrveranstaltung gab es für mich besonders herausfordernde Inhalte. (0,46 / 0,40 / 0,33)
  • (0: nein; 1: ja)
  • Meine selbständige Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten wurde gefördert (1,43 / 1,10 / 1,33)
  • Ich habe konstruktives Feedback zu meinen Lernfortschritten erhalten. (1,29 / 1,40 / 1,67)
  • Die Fragen der Studierenden wurden innerhalb der Lehrveranstaltung zufriedenstellend beantwortet (1,21 / 1,10 / 1,11)
  • Es bestand in der LVA die Möglichkeit mit den Lehrenden zu diskutieren. (1,21 / 1,10 / 1,33)
  • Die Aufgabenstellungen waren klar formuliert (1,57 / 1,20 / 1,22)
  • Für die Erfüllung der Aufgabenstellung(en) stand genügend Zeit zur Verfügung. (2,14 / 1,70 / 2,22)
  • Die Lehrinhalte wurden in einem angemessenen Tempo vermittelt. (1,50 / 1,20 / 1,67)
  • Der Umfang der Lehrinhalte war angemessen (1,21 / 1,10 / 1,44)
  • Die Qualität der Lehr- und Lernmaterialien war gut. (1,50 / 1,00 / 1,11)
  • Die Lehr- und Lernmaterialien waren aktuell. (1,14 / 1,10 / 1,11)
  • Die Lehr- und Lernmaterialien waren fehlerfrei. (2,21 / 1,30 / 1,44)

 

Ausgewählte Kommentare der Studierenden:

 

WS 2023:

Besonders gut gefiel den Studierenden:

  • …„Die Möglichkeit, das Praktikum in den Institutsräumlichkeiten zu absolvieren, anstatt dies in einem großräumigen Studenten-Labor tun zu müssen. Dadurch wird das Laborpraktikum von einer Pflichtveranstaltung zu einem echten Einblick in das Gebiet der Werkstofftechnologie. […].“

Folgendes könnte verbessert werden:

  • „An manchen Tagen gab es sehr lange Wartezeiten während derer man nichts zu tun hatte. Vor allem beim Fügetechnik Teil fiel mir das auf. […].“ (-> Anm.: Die Gruppengrößen wurden in weiterer Folge angepasst; die angesprochene Teilübung wurde mit Sommersemester 2025 durch eine andere Übung ersetzt).

 

WS 2024:

Besonders gut gefiel den Studierenden:

  • „In dieser LU wurde aus Sicht der Studierenden wirklich versucht ein Verständnis zu vermitteln und sich kritisch mit den Lerninhalten auseinanderzusetzen, bzw auch die Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit zu hinterfragen. Theorie und Praxis wurden gut miteinander verknüpft. Die Abschlusspräsentation ist eine wirklich gute Idee, bei der nicht nur die Auseinandersetzung mit den Lerninhalten, aber auch wichtige Skills wie Teamarbeit und das Präsentieren vor Gruppen gefördert werden. […]“

Folgendes könnte verbessert werden:

  • „[…] die Auskunft über die abschließende Nachbesprechung. Hier wurde meiner Meinung nach nicht klar kommuniziert, wie diese genau abläuft. Man könnte vor den Studierenden erwähnen, dass es sich mehr oder weniger um ein "Glücksspiel" handelt und man könnte klar darstellen, welche einzelnen Themen zur Nachbesprechung kommen“ (-> Anm.: Auf Basis dieses Kommentars wurde bei den Folgekursen mehr Information hinsichtlich des Ablaufs der Abschlussbesprechung mitgeteilt.)

 

WS 2025:

Besonders gut gefiel den Studierenden:

  • „Diese Laborübung war eine der best organisierten Lehrveranstaltungen die ich in meinem Studium besucht habe. Die Lehrenden waren sehr bemüht, freundlich, respektvoll und hilfsbereit. Man merkt, dass sich viele Gedanken über die Organisation gemacht wurden. Sehr angenehm fand ich auch die kleine Gruppengröße, die während der praktischen Arbeit meist nochmal aufgeteilt wurde. So konnte man gut Fragen stellen. Der Arbeitsaufwand war zwar nicht wenig, aber nicht überfordernd. […]“

Folgendes könnte verbessert werden:

  • „Die klare Kommunikation des Stoffes bei der Nachbesprechung (z.B.: Cu wird im Labor wenig/garnicht behandelt - aber zur Abschlussbesprechung vorausgesetzt)“ (-> Anm.: Dieser Kritikpunkt wurde in ähnlicher Form – zurecht - von mehreren Studierenden angemerkt, da eine Teilübung nicht mehr im Programm war. Die Inhalte der Besprechung werden ab dem kommenden Semester angepasst)

Nutzen und Mehrwert

Die Umsetzung des neuen Lehrkonzepts ermöglicht nicht nur eine stärkere Fokussierung auf die Studierenden, sondern auch auf die Lernergebnisse, indem durch den konsekutiven Aufbau gezielt werkstoffchemische Fundamente geschaffen werden, auf denen im Verlauf der Übung komplexere Themen und Lernprozesse aufgebaut werden können.

Im Gegensatz zu vorherigen Modi der Lehrveranstaltung partizipieren die Studierenden nun nicht mehr primär als Empfänger:innen von Lerninhalten, sondern erarbeiten bzw. gestalten die Inhalte – vor allem in den späteren Abschnitten – aktiv, teilweise auch in flexiblen Settings (z.B. asynchron von zuhause aus in Block 1, oder nach selbstorganisierter Zeiteinteilung im Labor in Block 2). Besonders kommt der partizipative Charakter im abschließenden Workshop zur Geltung, in dem sämtliche Inhalte nochmals miteinander verknüpft werden müssen, wobei die Lehrenden hier nur begleitend agieren.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Lehrkonzepts ist die enge Verknüpfung zwischen theoretischen Grundlagen der Werkstoffchemie und der tatsächlichen industriell-technologischen Umsetzung, die u.a. durch die dementsprechende infrastrukturelle Ausstattung des Instituts ermöglicht wird.

Durch eine vom Lehrendenteam vorab erarbeitete Struktur der Zwischen- und Abschlussbesprechungen (inkl. Definition zu erreichender Lernziele) wird zudem eine Objektivierung der Beurteilung gefördert und gleichzeitig eine erhöhte Flexibilisierung hinsichtlich der involvierten Lehrpersonen ermöglicht.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2023

Dieses Lehrprojekt ist auf die Neugestaltung der Laborübung "Chemische Technologie anorganischer Stoffe" im Bachelorstudium Technische Chemie ausgerichtet und wird dementsprechend langfristig eingesetzt. Die Lehrveranstaltung bzw. das Lehrkonzept wird zudem kontinuierlich weiterentwickelt, einerseits basierend auf diversen Qualitätssicherungsmaßnahmen (z.B. "Gütesiegel für exzellente Lehrveranstaltungen" des Vizerektorats für Lehre der TU Wien) und organisierter bzw. individueller Feedbackmaßnahmen.(z.B. LVA-Bewertung, individuelles Studierendenfeedback), andererseits hinsichtlich der Einbindung neuer Lehrinhalte, ermöglicht unter anderem durch institutions-basierte Investitionen in neue Infrastruktur (z.B. Etablierung einer Vertiefung zum Thema anorganische Bindemittel, ermöglicht durch Modernisierungsinvestitionen f. Lehrpraktika 2025).

 

Obwohl das Lehrkonzept einen starken thematischen Fokus aufweist, ist die Übertragbarkeit der grundsätzlichen Gestaltung auch auf viele andere Laborübungen bzw. Lehrsituationen denkbar: Der inkrementelle Aufbau, ausgehend von einem - teilweise selbstständig zu erarbeitenden, teilweise angeleiteten - theoretischen Aufbau des Grundlagenverständnisses mit anschließender praktischer Einführung in neue Methoden und der unmittelbaren eigenständigen Anwendung derselben unter kontinuierlicher Begleitung und Lernzielkontrolle mittels Kurztests, Kurzprotokollen und strukturierter persönlicher Zwischen- bzw. Abschlussbesprechungen ist themenunabhängig implementierbar.

Institutionelle Unterstützung

Das Lehrprojekt wurde von Seiten der Hochschule in vielfacher Hinsicht unterstützt:

  • Die für die praktische, studierendenorientierte Umsetzung essenzielle personelle Unterstützung des Kernteams durch studentische Mitarbeiter:innen wird von Seiten des Studiendekanats für Technische Chemie finanziell unterstützt.
  • Im Rahmen einer Investitionsinititative der Hochschule für die gerätetechnische Modernisierung von Lehrpraktika konnten 2025 diverse laborübungsspezifische Gerätschaften beschafft werden (z.B. ein Normenmischer, Leitfähigkeitsmessgerät), die u.a. die Neuimplementierung eines Übungsteils ermöglichten.
  • Die im Rahmen der Lehrveranstaltung implementierte digitalisierte Unterstützung des Lernprozesses sowie die organisatorische Abwicklung wird durch die von der TU Wien bereitgestellte Moodle-basierte Lernplattform TUWEL ermöglicht.
  • Die vom Zentrum für strategische Lehrentwicklung der TU Wien bereitgestellten Fortbildungsangebote im Bereich der Hochschuldidaktik, die von verschiedenen Teammitgliedern in Anspruch genommen wurden, trugen signifikant zur erfolgreichen Durchführung des Lehrprojekts bei.
  • Die Hochschule fördert Qualitätssicherungsmaßnahmen des Lehrprojekts u.a. durch das "Gütesiegel für exzellente Lehrveranstaltungen" des Vizerektorats für Lehre (siehe auch unter www.tuwien.at/studium/lehren-an-der-tuw/guetesiegel-fuer-lehrveranstaltungen).

Es gibt eine direkte Anbindung an das Zentrum für strategische Lehrentwicklung, zugehörig zum Vizerektorat für Lehre der TU Wien, das u.a. auch für die Qualitätssicherung im Lehrbereich zuständig ist. Im Rahmen der Qualifizierung der Lehrveranstaltung für das "Gütesiegel für exzellente Lehrveranstaltungen" des Vizerektorats für Lehre der TU Wien im Jahr 2025 wurden vielfältige Aspekte der Gestaltung und Umsetzung des Lehrkonzepts evaluiert und geprüft. Die dort erarbeiteten Verbesserungsvorschläge, wie z.B. eine Konkretisierung der Lernziele, wurden umgehend umgesetzt. Nach Ablauf der dreijährigen Gültigkeit des Gütesiegels erfolgt erneut eine diesbezügliche Evaluierung.

 

Eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung wird zudem vor allem auf Basis der individuellen Rückmeldungen von Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung bzw. der anonymen im Lehrinformationssystem der TU Wien integrierten Lehrveranstaltungsbewertungen ermöglicht. Die dort angesprochenen Verbesserungsvorschläge werden im Rahmen einer typischerweise am Semesterende stattfindenden Teamnachbesprechung diskutiert und die Umsetzbarkeit bewertet. Beispiele für erfolgte Feedback-basierte Änderungen sind die zeitliche Taktung des Kursbeginns zur Ermöglichung einer verlängerten Vorbereitungszeit für Zwischenevaluierungen über das Wochenende, eine angepasste Fristsetzung für Protokollabgaben, oder eine klarere Kommunikation der Lernzielkontrollmethoden.