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Zuletzt aktualisiert am 18.06.2026

Challenging Stereotypes and Fostering Inclusive Language Classrooms through Virtual Exchange and Community Engagement

Jasmin Peskoller (Universität Innsbruck), eigene Aufnahme.

Studierende der Universität Innsbruck und Teilnehmende der Tiroler Sozialen Dienste im gemeinsamen Austausch an der Universität Innsbruck – als Beispiel für gemeinsames Lernen und Reflektieren in einem partizipativen, kooperativen Lernsetting.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das Lehrprojekt Challenging Stereotypes and Fostering Inclusive Language Classrooms through Cooperative Learning, Virtual Exchange, and Community Engagement ist ein kooperatives Seminarformat in der Lehrer/innenbildung (Universität Innsbruck), das Präsenzlehre, internationalen virtuellen Austausch und lokales Community Engagement verbindet. Ziel ist die Professionalisierung zukünftiger Lehrpersonen im sensiblen und reflektierten Umgang mit Diversität, Stereotypisierungen und Perspektivenvielfalt.

Im Seminar bearbeiteten die Studierenden zentrale Konzepte (u.a. Stereotypisierung, Zugehörigkeit, Diskriminierung, Privilegien, Empathie sowie rassismuskritische und inklusive Bildung). Im internationalen Online-Kooperationselement (COIL) arbeiteten sie in Peer-Gruppen bzw. Tandems: Sie reflektierten „single stories“, diskutierten Stereotype über Kontexte hinweg und entwickelten Unterrichtsaktivitäten für einen diskriminierungssensiblen Sprachunterricht. In einem lokalen Community-Engagement-Baustein mit den Tiroler Sozialen Diensten gestalteten sie zudem einen wertschätzenden Begegnungsraum mit und erarbeiteten Handlungsmöglichkeiten im lokalen Kontext.

Das Projekt förderte Reflexionskompetenz, kooperative Gestaltungskompetenz und den Transfer in die Unterrichtspraxis. Ergebnisse waren dokumentierte Lernprozesse (Portfolio), gemeinsam entwickelte Unterrichtsmaterialien sowie lokale Taking-Action-Produkte, die über das Seminar hinaus nutzbar bleiben.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The teaching project Challenging Stereotypes and Fostering Inclusive Language Classrooms through Cooperative Learning, Virtual Exchange, and Community Engagement is a cooperative teacher-education seminar at the University of Innsbruck, Austria. It combines face-to-face teaching, international virtual exchange, and local community engagement to support future teachers in developing a sensitive, reflective, and professional approach to diversity, stereotyping, and multiple perspectives in classroom practice.

In the seminar, students explored key concepts such as stereotyping, belonging, discrimination, privilege, empathy, and anti-racist and inclusive education. In the international online cooperation element (COIL), they worked in peer groups or tandems, reflected on “single stories”, discussed stereotypes across contexts, and developed classroom activities for discrimination-sensitive language teaching. In a local community-engagement component with Tiroler Soziale Dienste, they also co-created a respectful space for encounter and worked on possible actions for local change.

The project fostered reflective competence, cooperative design competence, and transfer into teaching practice. Outcomes included portfolio-based learning documentation, collaboratively developed teaching materials, and local taking-action outputs usable beyond the seminar.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das Lehrprojekt ist als kooperatives Lehr- und Arbeitsformat konzipiert, das Zusammenarbeit in Präsenz und digital auf drei Ebenen realisiert: Lehrendenkooperation mit internationalen Partnerinstitutionen, internationale Zusammenarbeit von Studierenden in Peer-Groups mit gemeinsamer Materialentwicklung sowie lokales Community Engagement durch Begegnung und Zusammenarbeit mit außeruniversitären Partnerinnen. Kooperation ist dabei nicht nur Methode, sondern durchgängiges Strukturprinzip des Lehrprojekts, von der Konzeption über die Durchführung bis hin zur gemeinsamen Entwicklung und Reflexion von Ergebnissen.

Im Zentrum des Projekts steht die Professionalisierung zukünftiger Lehrpersonen im sensiblen, reflektierten und professionellen Umgang mit Diversität, Stereotypisierungen und Perspektivenvielfalt. Dieser Bereich ist für Schule und Gesellschaft zentral, erhält in der Lehrer/innenbildung jedoch häufig zu wenig Raum. Das Projekt unterstützt Lehramtsstudierende dabei, eigene Denkmuster und mögliche Vorurteile kritisch zu reflektieren, Perspektivenwechsel einzuüben und konkrete didaktische Handlungsoptionen für einen diversitätssensiblen und inklusiven Unterricht zu entwickeln. Damit werden im Lehrprojekt Kompetenzen aufgebaut, die im Schulalltag unmittelbar relevant sind: für sichere und stärkende Lernräume, für diskriminierungssensible Interaktion und für den professionellen Umgang mit Differenz. Ohne diese Reflexions- und Gestaltungskompetenzen besteht das Risiko, dass Stereotype und Ausgrenzungsmechanismen im Unterricht unbeabsichtigt reproduziert werden. Gerade vor dem Hintergrund curricularer Verdichtung und weiterer Kürzungen in der Lehramtsausbildung gewinnen Formate, die Reflexion, Dialog, Kooperation und Anwendung systematisch verbinden, zusätzlich an Bedeutung.

Der nachhaltige Mehrwert des Projekts liegt in der systematischen Verbindung von Reflexion, Kooperation, Partizipation und Umsetzung. Studierende reflektieren nicht nur am Ende im Portfolio, sondern durchgängig im Lernprozess. Sie gestalten Lehr-Lernprozesse aktiv mit, u.a. in der Community-Engagement-Einheit und der gemeinsamen Entwicklung von

Unterrichtsmaterialien. Der Mehrwert zeigt sich in dokumentierten Lernprozessen, kooperativ erarbeiteten Materialien und weiter nutzbaren Ergebnissen für die spätere Unterrichtspraxis.

Ausgangslage und Entstehung:

Die Idee für Konzept, thematischen Schwerpunkt und erste Durchführung des Lehrprojekts entstand im Anschluss an eine Summer Academy des Europäischen Fremdsprachenzentrums des Europarats (Juni 2024). In diesem Rahmen entstanden die Kontakte mit Dr. Ildikó Lázár (Eötvös-Loránd-Universität, Ungarn), Dr. Ariana Mihalik Ward Jespersen (University College of Northern Denmark) und Dr. Annika Groeneveld (Amsterdam University of Applied Sciences, Niederlande). Aus diesem Austausch entwickelte sich der Impuls, ein kooperatives, international ausgerichtetes Lehrformat zu kreieren – um Studierende dabei zu unterstützen, verengende Deutungsmuster („single stories“) in Medien, Alltag und Bildung wahrzunehmen, deren Wirkungen zu analysieren und daraus handlungsorientierte didaktische Konsequenzen für die zukünftige Praxis abzuleiten.

In einem weiteren kooperativen Schritt über den Hochschulkontext hinaus wurde gemeinsam mit Mag. Ann-Kathrin Lehmann (Tiroler Soziale Dienste) das partizipative Community-Engagement-Element entwickelt. Zur lokalen Perspektivenerweiterung wurde ein wertschätzender Begegnungsraum mit Personen mit Fluchterfahrung gestaltet, die selbst häufig von Stereotypisierungen und Zuschreibungen betroffen sind.

Rahmenbedingungen, Zielgruppe und Durchführungszyklen:

Das Lehrprojekt wurde in zwei Zyklen als Seminar (3 ECTS, 2 SSt) an der Universität Innsbruck umgesetzt (Sommersemester 2025; Wintersemester 2025/26) und ist im Curriculum des Lehramtsstudiums Sekundarstufe dem Pflichtmodul 2b „Sprachen lernen/lehren“ zugeordnet. Das Seminar richtet sich primär an zukünftige (Englisch-)Lehrpersonen; die Lehr-/Lernmethoden und das Kompetenzprofil sind zugleich anschlussfähig für weitere Sprachfächer und andere Unterrichtskontexte.

Didaktisches Design: drei verschränkte Lernräume

Das Lehrprojekt besteht aus drei Komponenten, die aufeinander aufbauen und sich gegenseitig stützen: (1) Präsenzseminar, (2) internationales Online-Kooperationselement (COIL –Collaborative Online International Learning), (3) lokales Community-Engagement. Der Verlauf ist als Reflexions- und Transferdesign angelegt: Analyse, Austausch, kooperative Bearbeitung und Anwendung greifen in allen drei Komponenten ineinander. Das Projekt verbindet damit studierendenzentrierte, partizipative Hochschuldidaktik mit digital gestützter Internationalisierung und verknüpft internationale Perspektivenerweiterung mit lokaler Handlungsorientierung.

1) Wöchentliche Seminarsitzungen (Präsenz)

In den Präsenzsitzungen werden zentrale Perspektiven und Denkwerkzeuge dialogisch und analytisch bearbeitet (u.a. Stereotypisierung, Zugehörigkeit, Diskriminierung, Privilegien, Empathie, sowie interkulturelle, inklusive Bildung). Methodisch stehen Vignettenarbeit, geleitete Diskussionen, kritische Analysen von Beispielen sowie Reflexionsaufgaben im Vordergrund. Ein wiederkehrender Fokus liegt auf den Konsequenzen für professionelles Handeln – insbesondere für Kommunikation, Aufgabenstellungen, Interaktionsgestaltung und den Umgang mit Differenz im Unterricht.

2) Internationales Online-Kooperationselement (COIL)

Über einen Zeitraum von zwei Monaten arbeiteten die Studierenden parallel zu den Präsenzsitzungen in international zusammengesetzten Peer-Groups bzw. Tandems in einem digitalen Kursraum. Das COIL-Element wurde gemeinsam mit den internationalen Lehrpartnerinnen ko-konzipiert, begleitet und ermöglichte Internationalisierung@home als kontinuierliche Zusammenarbeit.

In beiden Durchführungszyklen umfasste das COIL-Element drei Phasen:

• Phase 1: Breaking the Ice – Introductory Videos & Reflection

Studierende erstellten kurze Intro-Videos (3–5 Minuten), in denen sie sich kurz vorstellten und ein bis zwei „single stories“ aus ihrer Erfahrungswelt aufgriffen, deren Entstehungsbedingungen reflektierten und erste Ideen zur Dekonstruktion entwickelten. Die Peer-Gruppen sichteten die Videos gegenseitig und hielten Reaktionen strukturiert fest. Dies verband biografische Reflexion, Peer Learning und erste kooperative Perspektivenarbeit.

• Phase 2: Sharing Experiences & Perspectives: Discussing Stereotypes across Contexts

In einer synchronen Online-Sitzung diskutierten die COIL-Gruppen eigenständig in ihren digitalen Räumen, gerahmt durch kurze Impulse und Leitfragen der Lehrenden. Sie verglichen ihre Beispiele über Kontexte hinweg, arbeiteten Muster und Kontraste heraus und reflektierten die Rolle von Bildung: Wie stabilisieren Routinen, Materialien und Interaktionen Stereotype, und wie kann Schule diese kritisch bearbeiten? Die Diskussion mündete in konkrete Handlungsoptionen für zukünftige Lehrpersonen.

• Phase 3: Raising Voices & Taking Action: Teaching for Change

Im ersten Zyklus kooperierten Studierende der Universität Innsbruck mit Studierenden des University College of Northern Denmark und der Saxion University of Applied Sciences. In dieser Phase entstand ein kreatives Gruppenprodukt (eine Collage mit mehrsprachigem Action Statement als Audio), das gemeinsame Positionierungen verdichtete.

Im zweiten Zyklus bildete die Universität Innsbruck gemeinsam mit der Eötvös-Loránd-Universität die Kernkooperation. Phase 3 wurde hier noch stärker auf unterrichtspraktische Gestaltungskompetenz ausgerichtet: Tandems entwickelten eine konkrete Unterrichtsaktivität zur kritischen Auseinandersetzung mit Stereotypen bzw. „single stories“ (z.B. Arbeitsblatt, Mini-Tutorial oder Präsentation).

Die Entwürfe wurden in einer dritten Online-Sitzung vorgestellt, diskutiert und auf Basis von Peer-und Lehrendenfeedback überarbeitet. Die finalen Materialien wurden in einem gemeinsamen Kurs-Repository abgelegt und für alle Teilnehmenden zugänglich gemacht. So entstand ein direkt nutzbarer Transfer in die zukünftige Unterrichtspraxis.

3) Community Engagement (Präsenz) – Kooperation mit Tiroler Sozialen Diensten

Als drittes Element wurde in Zusammenarbeit mit Mag. Ann-Kathrin Lehmann ein Community-Engagement-Baustein in Kooperation mit den Tiroler Sozialen Diensten (TSD) umgesetzt. In zwei Seminarsitzungen wurde an der Universität Innsbruck ein wertschätzender Begegnungsraum für den Austausch von Lebensrealitäten zwischen Studierenden und TSD-Teilnehmenden mit Fluchterfahrung eröffnet – mit Fokus auf Mitgestaltung und lokale Wirkung. Dieses Setting war didaktisch besonders bedeutsam, weil die im Seminar bearbeiteten Konzepte hier unmittelbar handlungsrelevant wurden.

Das Element war als ko-konstruktiver Lern- und Gestaltungsraum angelegt: Studierende bereiteten die erste Einheit didaktisch vor und verantworteten Ablauf, Kommunikationsrahmen und Interaktionsgestaltung. Damit übernahmen sie Verantwortung als Mitlehrende und erprobten Diversitätssensibilität in der Gestaltung eines wertschätzenden Austauschs. Im Sinne der aktiven Beteiligung aller Teilnehmenden an der Planung und Durchführung fungierten in der zweiten Einheit TSD-Teilnehmende als Mitlehrende. Zentral war das von den zwei Lehrenden angeleitete gemeinsame Lernen in interkulturellen Teams, die unterschiedliche Lebensrealitäten in Innsbruck sichtbar machten (z.B. über Aufgaben mit Stadtplänen) und zugleich gemeinsame Anliegen für eine lebenswerte Stadt herausarbeiteten. Unter der Leitfrage „Was können wir in Innsbruck verändern?“ entstanden in Gruppenarbeit Plakate, die im Anschluss von den Teams präsentiert wurden. So wurden Kooperation im lokalen Begegnungsraum und Handlungsspielräume für positive Veränderung konkret erfahrbar.

Ziele

Ziel des Lehrprojekts ist die Entwicklung professioneller Handlungskompetenz in drei eng verbundenen Bereichen: kritische (Selbst-)Reflexion, kooperative Gestaltung und unterrichtspraktischer Transfer. Konkret sollen Studierende

• eigene Deutungsmuster, Vorurteile und Stereotypisierungen bewusst wahrnehmen und reflektieren,

• Perspektiven und Erfahrungen über Kontexte hinweg vergleichen und in dialogischen Settings aushandeln,

• inklusive, diskriminierungssensible Lernräume konzipieren und begründet gestalten, Diversitätssensibilität in konkrete didaktische Entscheidungen, Interaktionen und Unterrichtsaktivitäten übersetzen,

• soziale und interkulturelle Kompetenzen durch internationale und lokale Teamarbeit gezielt aufbauen und reflektieren.

Ergebnisse und Weiterentwicklung:

Die Prüfungsleistung besteht aus der aktiven Teilnahme an allen drei Elementen (Präsenz, COIL, Community), einem reflexiven Portfolio, in dem Studierende ihre Unterrichtsaktivität, Diskussionsprotokolle und Action-Output dokumentieren und ihre Lernprozesse anhand von Leitfragen mit Blick auf ihre zukünftige Rolle als Lehrperson reflektieren.

Als Ergebnisse liegen damit (a) individuelle Portfolios als dokumentierte Professionalisierungsprozesse, (b) Materialien aus dem COIL-Element in Form von Unterrichtsaktivitäten und -materialien im gemeinsamen Repository sowie (c) lokale Taking-Action-Ergebnisse (Gruppenplakate und Handlungsimpulse) vor. Der Nutzen zeigt sich aber im gesamten Lernprozess durch fortlaufende Reflexion der Studierenden, die auf Peer-Feedback reagieren, ihre Ideen überarbeiten und ihre Einsichten dann in konkrete didaktische Entscheidungen übertragen.

Das COIL-Element wird iterativ weiterentwickelt: Nach dem ersten Zyklus beantworteten Studierende einen Online-Fragebogen mit 35 Items. Der zweite Zyklus wird darauf aufbauend mit mehr Online-Terminen einer stärkeren Begleitung des Virtual-Exchange-Elements und einer expliziten Rückmeldeschleife für studentische Entwürfe ergänzt. Rückmeldungen aus dem Community-Engagement-Element fließen auch in die Überarbeitung ein, wodurch die kooperative Lehr- und Arbeitsform in ihrer Qualität weiter geschärft.

Nutzen und Mehrwert

Das Projekt schafft einen nachhaltigen Mehrwert, weil es eine zentrale Professionalisierungslücke in der Lehrer/innenbildung adressiert: den reflektierten und handlungssicheren Umgang mit Stereotypisierung, Zugehörigkeit und Vielfalt im Unterricht. Zukünftige Lehrpersonen übernehmen eine Schlüsselrolle für respektvolle, gerechte und lernförderliche Bildungsräume. Dafür benötigen sie nicht nur Wissen, sondern eingeübte Reflexions- und Gestaltungskompetenz. Genau diese Kompetenzen werden im Seminar systematisch aufgebaut – in einem kooperativen Setting auf Ebene der Lehrenden und der Studierenden sowie durch angeleitete Perspektivenarbeit, Community Engagement und die Entwicklung konkreter Unterrichtsentwürfe.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal des Projekts liegt in der systematischen Verbindung von drei kooperativen Lernräumen: Präsenzseminar, internationalem Online-Kooperationselement und lokalem Engagement. Diese Verschränkung ermöglicht es, Reflexion nicht nur theoretisch zu bearbeiten, sondern in unterschiedlichen sozialen und didaktischen Settings direkt zu erproben und weiterzuentwickeln. Zugleich ist Partizipation strukturell verankert: Studierende arbeiten in Teams und gestalten Lehr-Lernprozesse aktiv mit. Der Gewinn ist unmittelbar erkennbar: Studierende lernen, eigene Vorurteile zu hinterfragen, Stereotype in Bildungszusammenhängen zu erkennen und Unterricht so zu gestalten, dass Teilhabe, Respekt und Zugehörigkeit aktiv gefördert werden. Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal des Projekts liegt darin, dass Reflexion nicht bei der Analyse stehen bleibt, sondern unmittelbar in kooperative Gestaltung und konkrete Handlung übersetzt wird: Die Studierenden entwickeln und überarbeiten gemeinsam diskriminierungssensible Unterrichtsaktivitäten, gestalten einen wertschätzenden Begegnungsraum im Community-Engagement aktiv mit und leiten aus ihren Lernprozessen konkrete Konsequenzen für ihr zukünftiges Lehrer/innenhandeln ab. Der Mehrwert zeigt sich damit zugleich in den Lernprozessen und in den dokumentierten Ergebnissen (Portfolio, Unterrichtsmaterialien, Community-Taking-Action-Produkte), die über das Lehrprojekt hinaus weiter nutzbar sind. Damit entsteht ein übertragbares Modell kooperativer, internationaler und studierendenzentrierter Lehre mit gesellschaftlicher Relevanz.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2025

Das Lehrprojekt ist langfristig einsetzbar, weil nicht nur Materialien, sondern ein übertragbares Kooperationsdesign entwickelt wurde: Es verbindet digitale und analoge Zusammenarbeit, internationale und lokale Perspektiven sowie Kooperation zwischen Lehrenden, Studierenden und außeruniversitären Partner/innen. Langlebig ist das Projekt auf zwei Ebenen:

(1) inhaltlich, weil Aufgabenformate, Leitfragen, Reflexionsanlässe, Unterrichtsentwürfe und Community-Formate dokumentiert und in einem gemeinsamen Materialpool abgelegt wurden, und

(2) didaktisch, weil die Struktur des Lehrdesigns (Reflexion – Kooperation – Anwendung) in weiteren Lehrveranstaltungen wiederverwendet und angepasst werden kann.

Das COIL-Element ist so angelegt, dass es in weiteren Semestern weitergeführt und an neue Gruppen- und Kooperationskonstellationen angepasst werden kann. Das Konzept ist gut auf andere Lehrveranstaltungen in der Lehrer/innenbildung und auf weitere Hochschulkontexte übertragbar – insbesondere dort, wo kooperative, reflektionsorientierte und praxisnahe Lehre umgesetzt werden soll. Die Rückbindung an Qualitätsentwicklung erfolgt über dokumentierte Evaluation, strukturierte Feedbacknutzung und iterative Anpassung des Lehrdesigns.

Institutionelle Unterstützung

Die Unterstützung seitens der Universität Innsbruck erfolgte vor allem über die Einbettung des Projekts in den regulären Lehrbetrieb (Lehramtsstudium Sekundarstufe, Pflichtmodul 2b „Sprachen lernen/lehren“) sowie über die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur (Seminarräume und digitale Lehr-/Lernumgebung). Dadurch konnte das Lehrprojekt in zwei Durchführungszyklen verlässlich umgesetzt werden. Die Kooperationen mit internationalen Partnerinstitutionen und den Tiroler Sozialen Diensten wurden im Rahmen dieser Lehrveranstaltungsstruktur organisiert.

Das Lehrprojekt ist über die reguläre anonyme Lehrveranstaltungsevaluierung der Universität Innsbruck an das hochschulinterne Qualitätsmanagement angebunden. Ergänzend werden schriftliche Studierendenrückmeldungen, die COIL-Evaluierung sowie Rückmeldungen aus dem Community-Engagement ausgewertet.

Die Rückmeldungen werden gezielt für die Weiterentwicklung genutzt (iterativer

Verbesserungsprozess zwischen den Durchführungszyklen), z.B. durch zusätzliche Online-Termine, eine stärkere Strukturierung des Virtual-Exchange-Elements und eine explizite Feedbackschleife für studentische Entwürfe.