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Zuletzt aktualisiert am 11.06.2026

Brain Function Investigation

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

KI-generiert (ChatGPT) - C. Morawetz

Das Bild symbolisiert Active Learning, Kooperation, Wissensaufbau, Ausbildung und neurowissenschaftliches Denken und steht sinnbildlich für das didaktische Konzept des Lehrprojekts.

Ars Docendi Kategorie

Forschungsbezogene bzw. kunstgeleitete Lehre

Ars Docendi Kriterien

  • Innovative Hochschuldidaktik

Gruppengröße

20-49

Anreißer (Teaser)

Neurowissenschaft als Agenten-Mission: Im BFI werden Studierende zu Special Agents, lösen klinische Fälle, arbeiten an Tatorten und retten im finalen Escape Game das Institut vor dem neuronalen Kollaps. Gamification meets Active Learning!

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das Lehr- & Lernprojekt Brain Function Investigation (BFI) ist eine innovative Active-Learning-Veranstaltung am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck. Ziel ist es, komplexe neurowissenschaftliche Inhalte nachhaltig und motivationsfördernd zu vermitteln, indem Erkenntnisse über Lernen aus der Neurowissenschaft systematisch in die Lehrgestaltung integriert werden.

Das Seminar ist in eine narrative Agenten-Ausbildung eingebettet. Studierende agieren als „Agents" und bearbeiten Lerninhalte in Form von Missionen und Fällen. Zentrale Elemente sind Active Learning, fallbasiertes Lernen, Peer-Teaching und Gamification. Inhalte werden individuell vorbereitet, in Kleingruppen erarbeitet (z.B. durch Posterarbeit) und in wechselnden Gruppen vermittelt. Die Studierenden bearbeiten 25 klinische Fälle mit Fokus auf Analyse und Hypothesenbildung.

Ein Highlight ist das abschließende Neuromission Escape Game als kompetenzorientierte Lernüberprüfung. In Teams wenden Studierende Wissen unter Zeitdruck an, lösen fachlich anspruchsvolle Aufgaben und integrieren Inhalte über mehrere Themenbereiche hinweg. Ergänzt wird das Seminar durch einen MRT-Besuch.

Die Kombination aus narrativer Struktur, Gamification und sozialem Lernen führt zu hoher Motivation, nachhaltigem Wissenserwerb, Transferkompetenz sowie zur Förderung sozialer und metakognitiver Fähigkeiten. Der Abschluss wird durch ein Zertifikat und die Beförderung zum Special Agent sichtbar gemacht.

Akte BFI - Vorstellung des Lehreprojekts Brain Funktion Investigation (KI-generiert (NotebooLM) - C. Morawetz)

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The Brain Function Investigation (BFI) teaching project is an innovative active learning course at the Institute of Psychology, University of Innsbruck. Its goal is to teach complex neuroscientific content in a sustainable and motivation-enhancing way by systematically integrating insights about learning from neuroscience into instructional design.

The seminar is embedded in a narrative agent training framework. Students act as "Agents" and work on learning content in the form of missions and cases. Core elements include active learning, case-based learning, peer teaching, and gamification. Content is prepared individually, developed in small groups (e.g., through poster work), and shared in rotating groups. Students work through 25 clinical cases with a focus on analysis and hypothesis formation.

A highlight is the final Neuromission Escape Game, which serves as a competency-oriented learning assessment. In teams, students apply knowledge under time pressure, solve academically challenging tasks, and integrate content across multiple topic areas. The seminar is complemented by an MRI lab visit.

The combination of narrative structure, gamification, and social learning leads to high motivation, sustainable knowledge acquisition, transfer competence, and the development of social and metacognitive skills. Completion is marked by a certificate and promotion to Special Agent.

Nähere Beschreibung des Projekts

1. Ausgangslage

Die neurowissenschaftliche Lehre ist geprägt von hoher Komplexität und abstrakten Konzepten. Klassische Lehrformate stoßen an Grenzen, wenn nachhaltiges Verständnis und klinisches Denken gefördert werden sollen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Motivation, emotionale Einbettung und soziale Interaktion zentrale Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen sind. Das Lehrprojekt Brain Function Investigation (BFI) am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck integriert aktuelle Erkenntnisse aus Lern-, Motivations- und Neurowissenschaft systematisch in die Lehrgestaltung. 

2. Rahmenbedingungen

Das Seminar ist als Active-Learning-Veranstaltung mit etwa 25 Studierenden konzipiert und kombiniert asynchrone Vorbereitungsphasen mit intensiven Präsenzsitzungen im „BFI-Hauptquartier". Die Lehrperson übernimmt eine moderierende Rolle. Die Rahmenbedingungen fördern Eigenverantwortung, soziale Interaktion und vermeiden kognitive Überlastung.

3. Ziele und Zielgruppen

Zielgruppe sind BA-Studierende der Psychologie und verwandter Disziplinen mit Interesse an Neurowissenschaft. BFI verfolgt Ziele, die über reine Wissensvermittlung hinausgehen: (a) Förderung von aktivem, nachhaltigem Lernen, (b) Entwicklung von Transfer- und Problemlösekompetenz, (c) Stärkung sozialer Kompetenz und Teamfähigkeit, (d) Förderung von Selbstwirksamkeit und intrinsischer Motivation. Studierende sollen lernen, komplexe Informationen selbstständig zu strukturieren, anzuwenden und kritisch zu reflektieren. Die Studierenden (die „Agents") analysieren komplexe neuronale Netzwerke und ziehen diagnostische sowie therapeutische Schlüsse. Fünf Ebenen stehen im Fokus: Neuroanatomie, klinische Symptomatik, Diagnostik, Therapie sowie Alltagsrelevanz und Ethik.

4. Lehr- und Lernmethoden

4.1. Active Learning und konstruktivistischer Ansatz

Active Learning bildet die methodische Grundlage des gesamten Seminars. Studierende erwerben Wissen nicht durch passives Zuhören, sondern durch aktive Vorbereitung, Anwendung, Erklärung und kritische Diskussion. Diese Methode basiert auf empirischen Befunden, die zeigen, dass aktive Wissenskonstruktion zu tieferem Verständnis und besserer Behaltensleistung führt.

Konkret bedeutet dies im Seminar:

(a) Strukturierte Vorbereitung: Vor jeder Präsenzsitzung bereiten die Studierenden einen klar definierten Themenaspekt selbstständig vor. Dieser ist einem „Tatort" (z.B. visuelles System, Hirnstamm) zugeordnet und deckt einen spezifischen Analysebereich ab (klinische Symptomatik, Diagnostik, Therapie, Alltagsrelevanz/Ethik oder Neuroanatomie). Diese Vorstrukturierung ermöglicht gezielte Spezialisierung bei späterer Integration.

(b) Wissenschaftliche Postergestaltung: In Kleingruppen gestalten die Studierenden zu jedem Tatort wissenschaftlich strukturierte Poster. Jede Gruppe übernimmt einen anderen

thematischen Schwerpunkt. Die Poster dienen als gemeinsames Denk- und Arbeitsinstrument für kollaborative Wissenskonstruktion.

(c) Aktive Wissensvermittlung: In Kurzpräsentationen (12–15 Minuten) im „BFI-Hauptquartier" bringen Studierende ihr Wissen aktiv ein, erklären komplexe Inhalte, beantworten Rückfragen und verknüpfen ihren Aspekt mit anderen Beiträgen. Die Posterstruktur gewährleistet, dass alle relevanten Perspektiven berücksichtigt werden.

(d) Konsequente Fallbearbeitung: Klinische Fälle werden vollständig im Active-Learning-Format bearbeitet. Zunächst bereitet jede:r Studierende einen Fall individuell anhand eines strukturierten Case Templates vor. In der Präsenzsitzung werden Fälle in neu zusammengestellten Kleingruppen gemeinsam diskutiert. Die Studierenden analysieren Fälle, vergleichen Symptome und Lösungsansätze und erarbeiten eine konsensuale Fallauflösung. Jede Gruppe präsentiert ihren Fall in einer Minipräsentation. Im Plenum werden Querverbindungen und Unterschiede herausgearbeitet.

(e) Anwendungsorientierte Leistungsüberprüfung: Wissen wird nicht reproduziert, sondern angewendet – über Fallbearbeitung und das abschließende Escape Game, in dem Studierende Wissen unter Zeitdruck integrieren müssen. Durch die wiederholte Abfolge von individueller Vorbereitung, kooperativer Diskussion und gemeinsamer Vermittlung übernehmen Studierende durchgehend aktive Rollen. Sie lernen, wie Wissen konstruiert, geprüft und kommuniziert wird. Jede Sitzung wird zur aktiven Arbeitsphase.

4.2. Narrativ und Gamification als lernfördernde Struktur

Eine zentrale Innovation des Seminars BFI ist die durchgängige narrative Rahmung als Agenten-Ausbildung. Diese Struktur ist didaktisch fundiert begründet und orientiert sich an neurowissenschaftlichen und lernpsychologischen Befunden, die zeigen, dass narrative Kontexte, klare Zielorientierung und spielerische Elemente Motivation, Aufmerksamkeit und Gedächtniskonsolidierung nachweislich fördern. Gamification wird dabei nicht oberflächlich eingesetzt, sondern strukturiert den gesamten Kursverlauf und unterstützt nachhaltige Lernprozesse.

Konkret zeigt sich dies im Seminar auf mehreren Ebenen:

(a) Visuelle Identität: Das Seminar tritt als „Spezialeinheit" mit Logo auf und fördert Zugehörigkeit und Identifikation.

(b) Case Templates: Die Bearbeitung klinischer Inhalte erfolgt über standardisierte Templates, die an das Agenten-Narrativ angepasst sind.

(c) Tatorte: Thematische Einheiten werden als „Tatorte" eingeführt und unterstützen Orientierung und Zielklarheit.

(d) Neuromission Escape Game – Advanced Edition: Den Höhepunkt und formalen Abschluss des Seminars bildet das kooperative „Neuromission Escape Game – Advanced Edition". In diesem integrativen Szenario müssen die Studierenden in Teams das Institut vor einem fiktiven neuronalen Systemkollaps retten. Ein „Virus" hat zentrale neuronale Netzwerke destabilisiert; um den sogenannten NeuroCore zu reaktivieren, müssen fünf thematische Stationen erfolgreich absolviert werden.

(e) Kompetenzorientierte Stationen: Jede Station repräsentiert ein zentrales neurofunktionelles System und kombiniert systematisch: (a) neuroanatomische Rekonstruktionsaufgaben, (b) klinische Fallanalysen, (c) logische Zuordnungs- und Rätselaufgaben. Erst durch korrektes fachliches Arbeiten, erfolgreiche Wissensintegration und effektive Teamkoordination können Codes entschlüsselt und sogenannte „neuronale Teilschlüssel" gewonnen werden. Didaktisch fungiert das Escape Game als summative, kompetenzorientierte Lernüberprüfung, in der erworbenes Wissen nicht einfach reproduziert, sondern aktiv angewendet, kreativ verknüpft und unter realistischen Bedingungen problemlösend eingesetzt wird:

(a) Formaler Abschluss und Zertifizierung: Der erfolgreiche Abschluss des Escape Games markiert zugleich den formalen Abschluss des gesamten Seminars. Die Studierenden erhalten ein offizielles Zertifikat, das ihre erfolgreiche Teilnahme und die erworbenen Kompetenzen dokumentiert.

(b) Symbolische Beförderung: Innerhalb des Narrativs erfolgt eine „Beförderung" zum Special Agent of Brain Function Investigation. Diese Beförderung ist symbolisch, aber didaktisch bedeutsam: Sie macht den individuellen Kompetenzzuwachs sichtbar, stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit und schließt den Lernprozess mit einem klaren, positiv besetzten Ziel ab. Durch die kohärente Kombination aus narrativem Rahmen, durchdachter Gamification, integrativer Lernleistung und sichtbarem Abschluss entsteht ein motivierendes und nachhaltiges Lehr-Lern-Design, das den besonderen Innovationsgehalt des Seminars Brain Function Investigation unterstreicht.

4.3. Gruppenarbeit, Expertenmodell und Peer-Teaching

Das Experten- und Peer-Teaching-Modell ist zentral. Studierende arbeiten in Kleingruppen, wobei jede Person für einen definierten Aspekt verantwortlich ist. Dies fördert tiefere inhaltliche Durchdringung, Verantwortungsübernahme, kommunikative Kompetenz und kooperatives Lernen. Durch wiederholtes Erklären an Peers wird Wissen nachweislich stabiler repräsentiert.

4.4. Wechselnde Gruppen

Gruppen werden im Verlauf gezielt neu zusammengesetzt. Dies verhindert starre Rollen und fördert soziale Flexibilität, Perspektivenübernahme und Teamfähigkeit.

4.5. Fallbasiertes Lernen und Anwendung

Ziel ist es, Studierende systematisch an analytisches, hypothesengeleitetes Denken heranzuführen und den Transfer zwischen theoretischem Wissen und komplexen Anwendungssituationen zu fördern. Der Fokus liegt dabei bewusst nicht ausschließlich auf der „richtigen" Lösung, sondern vielmehr auf dem Prozess der systematischen Analyse, begründeten Hypothesenbildung, kritischen Diskussion und integrativen Wissensverarbeitung.

Konkret wird das fallbasierte Lernen im Seminar wie folgt mehrstufig umgesetzt:

(a) Individuelle Fallvorbereitung: Jede:r Studierende bearbeitet im Verlauf des Seminars zunächst einen klinisch orientierten Fall vollständig eigenständig. Grundlage hierfür ist ein standardisiertes Case Template, das den Denkprozess strukturiert und gezielt zur analytischen Auseinandersetzung anleitet. Das Template umfasst systematisch unter anderem: (a) die Formulierung der wahrscheinlichsten Diagnose, (b) die Identifikation betroffener kortikaler und subkortikaler Strukturen, (c) sowie die Entwicklung zentraler Diskussionsfragen für die Gruppenarbeit.

(b) Kooperative Fallbearbeitung in wechselnden Kleingruppen: In den Präsenzphasen werden die Arbeitsgruppen gezielt neu zusammengestellt, sodass in jeder Gruppe Expert:innen für unterschiedliche Fälle vertreten sind. Die Studierenden stellen ihre Fälle in kurzen, prägnanten 5-Minuten-Präsentationen vor und erläutern ihre individuellen Analyse- und Lösungsansätze strukturiert.

(c) Gemeinsame Diskussion und kritische Integration: Innerhalb der Kleingruppen werden die verschiedenen Fälle gemeinsam diskutiert, systematisch verglichen und zueinander in Beziehung gesetzt. Dabei stehen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Symptombildern, betroffenen Hirnstrukturen und möglichen diagnostischen sowie therapeutischen Ansätzen im Mittelpunkt der fachlichen Auseinandersetzung.

(d) Plenumsphase und übergreifende Einordnung: Im Anschluss an die Kleingruppenarbeit erfolgt eine gemeinsame moderierte Nachbesprechung im Plenum. Ziel ist es, übergreifende Muster, Synergien und komplexe funktionelle Zusammenhänge zwischen verschiedenen Krankheitsbildern und Gehirnfunktionen systematisch sichtbar zu machen.

Durch diese konsequent mehrstufige Struktur – individuelle Analyse, kooperative Diskussion, gemeinsame Integration – erwerben die Studierenden nicht nur deklaratives fachliches Wissen, sondern entwickeln gezielt analytisches Denken, Transferleistung und metakognitive Fähigkeiten. Sie lernen, mit Unsicherheiten wissenschaftlich umzugehen, Argumente evidenzbasiert zu begründen und komplexe Informationen systematisch zu verknüpfen. Damit bildet das fallbasierte Lernen ein zentrales methodisches Bindeglied zwischen Active Learning, Peer-Teaching und der abschließenden integrativen Lernleistung im Escape Game.

4.6. MRT-Labor Besuch

Ein wesentliches praktisches Element ist der geführte Besuch im Magnetresonanztomographie (MRT)-Labor. Studierende erhalten Einblick in neurowissenschaftliche Forschung und lernen Abläufe sowie Sicherheitsaspekte kennen. Dies verknüpft abstrakte Konzepte mit Forschungspraxis und fördert Authentizität und Berufsorientierung.

5. Ergebnisse und Wirkung

BFI führt zu klar erkennbaren Lernerträgen:

(a) Nachhaltiger Wissenserwerb durch wiederholte Anwendung und Integration

(b) Analytische Kompetenz durch hypothesengeleitetes Fallarbeiten

(c) Hohe Transferfähigkeit, sichtbar im Escape Game

(d) Soziale Kompetenz durch Peer-Teaching und Gruppenarbeit

(e) Hohe Motivation durch Narrativ, Gamification und sichtbaren Abschluss

(f) Langfristige Wirkung durch übertragbare Kompetenzen

Die Kombination aus Active Learning, narrativer Struktur, Fallarbeit, Peer-Teaching und Gamification zeigt nachhaltige Wirkung auf Lernprozesse und Kompetenzentwicklung.

 

Akzeptanz und Resonanz

Die Akzeptanz des Lehrprojekts Brain Function Investigation (BFI) ist außerordentlich hoch und wird sowohl durch quantitative Evaluationsergebnisse als auch durch umfangreiches qualitatives Studierendenfeedback belegt.

Quantitative Evaluationsergebnisse

Das Seminar wurde in zwei Durchführungen (SoSe 2025, n = 18; WiSe 2025/26, n = 17) evaluiert. In beiden Fällen zeigen sich exzellente Bewertungen, die deutlich über dem universitäts- und fakultätsweiten Durchschnitt liegen.

Besonders hervorzuheben sind:

• Inhalt und Aufbau: Mittelwert mw = 1,1 (beide Semester)

• Vermittlung und Aufbereitung: mw = 1,1–1,2

• Studentisches Interesse: mw = 1,1–1,2

• Motivationswirkung der Lehrperson: mw = 1,1

• Weiterempfehlung der Lehrveranstaltung: SoSe 2025: 94,4 % „stimme völlig zu"; WiSe 2025/26: 88,2 % „stimme völlig zu"

Die Studierenden bewerten das Seminar als didaktisch klar strukturiert, sehr gut vorbereitet und hochgradig partizipativ. Die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen, wird mit mw = 1,0–1,1 bewertet – ein Spitzenwert im universitären Vergleich.

Der wahrgenommene Schwierigkeitsgrad wird mehrheitlich als angemessen eingeschätzt (Median = 3), was darauf hindeutet, dass das anspruchsvolle Konzept trotz hoher Aktivierung nicht als überfordernd erlebt wird.

Qualitatives Studierendenfeedback (Originalzitate)

Die offenen Kommentare bestätigen die quantitativen Ergebnisse eindrucksvoll. Besonders häufig werden Motivation, aktive Lernformate, Atmosphäre und Lernertrag hervorgehoben.

Zur didaktischen Qualität und Innovation:

• "Mit Abstand die beste Lehrveranstaltung, die ich je besucht habe."

• "Endlich mal ein Seminar, das nicht einfach nur aus sturer Präsentation und Zeit absitzen besteht."

• "Sehr cool aufgebaut mit einem Konzept."

• "Mit Abstand die beste Lehrveranstaltung die ich je besucht habe. Sehr viel gelernt. Motivierte Leiterin. Viel Interaktion. Mitarbeit wurde nicht nur erwartet sondern auch regelrecht gefördert mit interessanten Spielen etc. Didaktisch könnten sich andere Lehrveranstaltungsleiter:innen etwas abschauen."

• "Mir hat sehr gut gefallen, dass das Seminar so interaktiv war und man hat auch die anderen dadurch gut kennengelernt. Außerdem hat man viel aus dem Seminar mitgenommen durch den interessanten Aufbau."

Zur aktiven Lernweise und Fallarbeit:

• "Cases!!"

• "Durch die intensive Beschäftigung mit den Themen nimmt man viel mit."

• "Praxisbeispiele, also die Fallbeispiele, sind super."

• "Die innovative Art den Lernstoff zu überbringen. Es war sehr lustig, man hat sehr schnell vieles dazu lernen können und ich war immer motiviert zum Seminar zu kommen."

• "Die sehr kreative und insgesamt sehr aufwendige Umsetzung hat einem spielerisch sehr viel beigebracht und dabei trotzdem Spaß gemacht." • "viel Gruppenarbeit, angenehmes Arbeitsklima"

• "es war so spannend mit den Fällen und hab viel dazugelernt – und es hat voll Spaß gemacht"

Zur Motivation und Lernatmosphäre:

• "Sie schaffen es, die intrinsische Motivation der Teilnehmer sehr gut zu erhalten bzw. zu verstärken."

• "Man merkt, dass sich die Lehrperson sehr bemüht – der Enthusiasmus ist ansteckend." • "Es fördert intrinsische Motivation, sich wirklich mit den Themen auseinanderzusetzen." • "Die Aufbereitung und Bezug zu dem Thema war so gut, dass ich und alle Kommilitonen uneingeschränkt dieses Seminar als das beste des Studiums empfehlen können. Der

Enthusiasmus und Aufwand von allen Beteiligten und besonders der Lehrperson ist ansteckend und führt dazu, dass man sich jede Woche mit Freude in den Seminarraum begibt."

• "Das war ein wirklich fantastisches Seminar. Sie schaffen es die große internale Motivation der Teilnehmer gut zu erhalten bzw. zu verstärken. Ich hätte gerne deutlich mehr Zeit investiert als ich zur Verfügung hatte und freue mich darüber, dass Sie ein Umfeld geschaffen haben, in dem man ohne viel Druck arbeiten kann. Ich habe viel über das Präsentieren gelernt und die Inhalte waren eine gute Vertiefung. Sie schaffen eine tolle motivierende Atmosphäre."

Zur Gamification und Abschlussformaten: • "Weihnachts- und Abschluss-Spiel."

• "Das Abschluss-Spiel war richtig cool."

• "War definitiv das spannendste und 'lustigste' Seminar das ich jemals besucht habe und ich habe sehr viel mitgenommen (vor allem eine Liebe für Neuropsychologie und Biopsychologie)"

Zusammenfassende Bewertung

Brain Function Investigation wird von Studierenden außerordentlich positiv aufgenommen. Das Seminar wird als hoch motivierend, didaktisch innovativ, lernwirksam und nachhaltig erlebt. Bemerkenswert ist, dass selbst der hohe Arbeitsaufwand nicht als Belastung, sondern als sinnvolle Investition in den eigenen Lernerfolg wahrgenommen wird.

Die Kombination aus exzellenten quantitativen Bewertungen, emphatischem qualitativem Feedback und hoher Weiterempfehlungsrate belegt die außergewöhnliche Akzeptanz und Wirksamkeit des Lehrprojekts.

Nutzen und Mehrwert

Flexibilisierung und Aktivierung der Lehre

BFI flexibilisiert die Lehre durch die Kombination aus asynchronen Vorbereitungsphasen und interaktiven Präsenzsitzungen. Studierende bereiten Inhalte eigenständig vor und nutzen die Präsenzzeit konsequent für Anwendung, Diskussion und Integration. Dadurch wird die Präsenzlehre qualitativ aufgewertet und gezielt für aktive Lernprozesse genutzt.

Hohe Partizipation und Studierendenzentrierung

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die konsequente Partizipation der Studierenden. Sie übernehmen Verantwortung für Inhalte, agieren als Expert:innen, vermitteln Wissen an Peers und gestalten Lernprozesse aktiv mit. Lernen wird damit zu einem gemeinsamen, kooperativen Prozess statt zu einer einseitigen Wissensvermittlung.

Neue Formen der Kooperation und des sozialen Lernens

Durch wechselnde Gruppen, Peer-Teaching, gemeinsame Posterarbeit und kooperative Fallauflösungen fördert BFI systematisch soziale Kompetenz, Teamfähigkeit und

Perspektivenübernahme. Diese Form der Zusammenarbeit spiegelt reale wissenschaftliche und klinische Arbeitskontexte wider und bereitet Studierende gezielt auf interdisziplinäre Kooperation vor.

Nachhaltiger Kompetenzerwerb statt kurzfristiger Wissensabfrage

Der Fokus des Seminars liegt auf Analyse, Transfer und Integration statt auf reproduktivem Lernen. Studierende erwerben Kompetenzen, die über das konkrete Fach hinaus relevant sind, darunter analytisches Denken, Problemlösefähigkeit, metakognitive Reflexion und adressatengerechte Kommunikation. Der Lernerfolg ist dadurch nachhaltig und langfristig wirksam.

Innovative Leistungsüberprüfung

Mit dem Neuromission Escape Game implementiert BFI eine neue Form der kompetenzorientierten Leistungsüberprüfung. Wissen wird unter realistischen, kooperativen Bedingungen angewendet und verknüpft. Diese Prüfungsform fördert Motivation, reduziert Prüfungsangst und macht Kompetenzzuwachs sichtbar.

Evidenzbasierte Integration neurowissenschaftlicher Erkenntnisse

Ein besonderer Mehrwert liegt darin, dass das Seminar nicht nur neurowissenschaftliche Inhalte vermittelt, sondern auch neurowissenschaftliche Erkenntnisse über Lernen in der Lehrgestaltung selbst umsetzt. Narrative Struktur, Gamification, gezielte Pausen und soziale Einbettung folgen empirisch belegten Prinzipien effektiven Lernens.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2025

Das Lehrprojekt Brain Function Investigation (BFI) ist als nachhaltiges, modular weiterentwickelbares Lehrkonzept angelegt, das langfristig in der Lehre eingesetzt, systematisch ausgebaut und auf andere Kontexte übertragen werden kann.

Langfristiger Einsatz und kontinuierliche Weiterentwicklung

BFI ist als regelmäßig wiederkehrende Lehrveranstaltung am Institut für Psychologie etabliert.

Die didaktische Kernstruktur – Active Learning, fallbasiertes Lernen, Peer-Teaching, narrative Rahmung und Gamification – bleibt stabil, während Inhalte und Aufgabenformate fortlaufend aktualisiert werden.

Das Projekt ist explizit auf iterative Weiterentwicklung ausgelegt. Studierendenfeedback, Beobachtungen aus der Lehrpraxis und aktuelle Erkenntnisse der Lehr-Lern-Forschung fließen kontinuierlich in Anpassungen ein:

• Erweiterung und Aktualisierung des Fallpools mit aktuellen klinischen Beispielen

• Weiterentwicklung der Case Templates auf Basis von Lernerfahrungen

• Modulare Anpassung des Escape Games (neue Stationen, variable Schwierigkeitsgrade)

• Stärkere Verzahnung mit laufenden Forschungsprojekten am Institut

Durch diesen Ansatz gewährleistet BFI didaktische Kontinuität bei gleichzeitiger inhaltlicher Aktualität und Flexibilität.

Übertragbarkeit innerhalb der Hochschule:

Das Konzept ist inhaltlich unabhängig und modular aufgebaut. Zentrale Elemente lassen sich problemlos auf andere Disziplinen übertragen:

Kernelemente mit hohem Transferpotenzial:

• Fallbasiertes Lernen mit strukturierten Case Templates

• Peer-Teaching und Expertenmodelle in wechselnden Kleingruppen

• Narrative Rahmung zur Motivation und Strukturierung

• Gamification als integrativer Bestandteil des Lernprozesses

• Kooperative Leistungsüberprüfung

Institutionelle Unterstützung

Es gibt keine zusätzliche Unterstützung