Zuletzt aktualisiert am 11.06.2026
Betriebliche Entscheidungen und gesellschaftliche Verantwortung
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Universität Innsbruck
Der LV-Leiter präsentiert die Ergebnisse eines Experiments (Daten sind von Ergebnissen mit Studierenden des Kurses seit S2021) zu riskantem Verhalten bei Verlusten. 68% wählt die riskante Variante und ist risikofreudig bei Verlusten (siehe Literatur)
Ars Docendi Kategorie
Gesellschafts- und Nachhaltigkeitsorientierte Lehre
Ars Docendi Kriterien
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
50-150
Anreißer (Teaser)
Der Kurs handelt von Entscheidungen in Gesellschaften durch Fokus auf verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse und ethische Aspekte der Nachhaltigkeit und Klimakrise. Experimente, Diskussionen, Kurzpräsentationen fördern erfahrungsbasiertes Lernen
Kurzzusammenfassung des Projekts
Die Studierenden sollen ein Verständnis für Probleme der Entscheidungsfindung in Gesellschaften, Unternehmen und Märkten entwickeln. Dazu werden vor allem verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse der Entscheidungstheorie (z.B.: Behavioral Biases, Entscheidungsheuristiken), der Fairness- und Ungleichheitsforschung, sowie der Forschung zu sozialen Präferenzen (z.B.: Altruismus, Vertrauen in andere und in Institutionen) vermittelt. Zudem widmet sich der Kurs dem Themenbereich Nudging und beleuchtet kluges Design von Entscheidungssituationen. Den Studierenden werden final die Auswirkungen der Entscheidungen auf einer aggregierten Ebene vermittelt. Dabei spielen ethische und moralische Überlegungen, Implikationen hinsichtlich ökologischer Nachhaltigkeit und Auswirkungen der Klimakrise eine zentrale Rolle. Der Kurs zeichnet sich durch innovative didaktische Konzepte aus. Viele Inhalte werden mittels Experimenten vertieft, um erfahrungsbasiertes Lernen zu verstärken. Zudem besteht ein Fokus auf der Praxisrelevanz aller Inhalte, vertieft durch Experimente, Diskussionsrunden zu gesellschaftlich relevanten Themen und Mini-Essays, in denen reale Erfahrungen mit wissenschaftlichen Inhalten des Kurses verknüpft werden. Ein weiteres Kernelement ist die Auseinandersetzung mit Diskussionen und die Fähigkeit mit Argumenten für und gegen eine Position in einzutreten. Feedback zu Teilleistungen (vor und nach Präsentationen, Diskussionen) spielt im Kurs eine wichtige Rolle.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
Students are expected to develop an understanding of decision-making problems in societies, companies, and markets. To this end, the course primarily conveys behavioral-science insights from decision theory (e.g., behavioral biases, decision heuristics), research on fairness and inequality, as well as research on social preferences (e.g., altruism, trust in others and in institutions). The course also addresses the topic of nudging and examines the smart design of decision-making situations. Finally, students learn about the impacts of decisions at an aggregate level. Ethical and moral considerations, implications for ecological sustainability, and the effects of the climate crisis play a central role in this course. The course is distinguished by innovative pedagogical concepts. Many topics are deepened through experiments to strengthen experiential learning. There is also a focus on the practical relevance of all content, reinforced through experiments, discussion rounds on socially relevant topics, and mini-essays that link real-world experiences with the course’s scientific material. Another core element is engaging in debates and cultivating the ability to argue both for and against a position. Feedback on partial deliverables (before and after presentations and discussions) plays an important role in the course.
Nähere Beschreibung des Projekts
Die Studierenden sollen ein Verständnis für Techniken und Probleme der Entscheidungsfindung in Gesellschaften, Unternehmen und Märkten entwickeln. Dazu werden theoretische Grundlagen (Entscheidungs- und Spieltheorie) und vor allem verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse der deskriptiven Entscheidungstheorie (z.B.: Behavioral Biases, Entscheidungsheuristiken), der Fairness- und Ungleichheitsforschung, sowie der Forschung zu sozialen Präferenzen (z.B.: Altruismus, Reziprozität, Vertrauen in andere und in Institutionen) vermittelt. Zudem widmet sich ein Teil des Kurses dem Themenbereich „Choice Architecture“ und „Nudging“. Dieser Teil beleuchtet kluges Design von Entscheidungssituationen, welches helfen sollte, vor dem Hintergrund menschlicher Behavioral Biases und Entscheidungsheuristiken, die Ziele der Individuen und der Gesellschaft leichter zu erreichen. Schließlich werden den Studierenden die Auswirkungen dieser individuellen Entscheidungen auf eine aggregierte Ebene (Makroebene) vermittelt. Dabei spielen ethische und moralische Überlegungen des Wirtschaftens, Implikationen hinsichtlich ökologischer Nachhaltigkeit von Entscheidungen, Auswirkungen der Klimakrise auf zukünftige betriebliche und politische Entscheidungen eine zentrale Rolle. Die Inhalte und die zeitliche Abfolge von VU und PS sind aufeinander abgestimmt. So werden zunächst die Grundlagen in der VU gelegt und gegen Ende des Semesters im PS mit Präsentationen und Diskussionen vertieft. Der gesamte Kurs zeichnet sich auch durch innovative didaktische Konzepte aus. Viele Inhalte werden mittels Experimenten (online oder im Seminarraum) vertieft, um erfahrungsbasiertes Lernen zu verstärken. Zudem besteht ein starker Fokus auf die Praxisrelevanz aller Inhalte, weshalb an vielen Stellen des Kurses Brücken zur realen Welt geschlagen werden. Das geschieht neben einer speziellen Auswahl der Inhalte (siehe oben) und Experimenten auch mit Diskussionsrunden zu gesellschaftlich relevanten Themen und mit Mini-Essays, in denen reale Erfahrungen mit wissenschaftlichen Inhalten des Kurses verknüpft werden. Ein weiteres Kernelement des Kurses ist es, eine kritische Auseinandersetzung mit Argumenten zu fördern (v.a. im PS). Im Fokus stehen insbesondere die Präsentation von Inhalten/Argumenten und die Fähigkeit mit Argumenten für und gegen eine Position in Diskussionen einzutreten. Deshalb spielt Feedback zu Teilleistungen (vor und nach Präsentationen, Diskussionen) eine große Rolle in diesem Kurs. Ein zentraler Aspekt des Kurses ist es Grundlagen menschlichen Verhaltens bereits in alltäglichen Situationen zu erfahren und daraus bereits im Alltag Ableitungen und neues Wissen bilden zu können.
Akzeptanz und Resonanz
Die LV kommt mit LV-Bewertungen zwischen 1,0 und 1,4 seit 2012 hervorragend an. Viele Studierende aus dem Kurs wollen dann bei uns BSc-Arbeit zu diesen Themenbereichen mit den entsprechenden Methoden schreiben. Zusätzlich wurde Michael Kirchler seit 2019 in Summe 5x zum "Prof of the Year" (Studentenvoting) an sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten für v.a. diese LV gewählt (Kategorien: Innovatives Lehrkonzept, Methodik und Didaktik, herausragendes Engagement). Es können jederzeit die LV-Evaluationen der letzten Jahre geschickt werden, zumal v.a. die offenen Kommentare phänomenal gut sind. Beispiele aus nur einem Semester: "Herr Kirchler hat eine unglaublich interessante Vorlesung gehalten, war immer enthusiastisch, auch wenn die Studenten eher passiv war(en). Einfach unglaublich! So viel Spaß und Freude möchte ich auch in meinem Beruf vermitteln. Definitiv der Prof of the Year!!!"; "Unglaublich gute Vortragsweise, mit Witz, und die Themen spannend präsentiert."; Super spannend gestaltete Lehre, interaktiv, aktuell und immer lustig präsentiert."; "Der Prof. verdient diesen Titel auf Grund seine(s) Aufwand(es) den er in seiner VU betreibt. Kein anderer Prof. integriert seine Studenten so in einen Vortrag und lässt sie teilhaben mit etlichen Experimenten, etc."; "Mit voller Begeisterung und Leidenschaft dabei, bei ihm merkt man er will uns Studierende(n) was beibringen. Er machts super."
Nutzen und Mehrwert
Die Methoden und Inhalte sind innovativ: Experimente mit dem Zeigen der Ergebnisse aus den letzten Semestern leiten uns gemeinsam im jeweiligen Themenbereich zur Literatur und zur Diskussion darüber. Das geschieht ca. 50-60x pro Semester und ermöglicht erfahrungsbasiertes Lernen. Die Diskussionen (auch die Gegenposition einnehmen) werden von den Studierenden auch sehr geschätzt. Die Präsentationen der Gruppen sind sehr kurz (ca. 5 Minuten), aber dafür fokussieren wir darauf, dass es für die Zuhörer:innen spannend ist - es funktioniert. Die ganzen Inhalte werden durch Feedback ex ante und ex post begleitet. Inhaltlich geht der Kurs weit über wirtschaftswissenschaftliche Aspekte hinaus, zumal Entscheidungsverhalten uns tgl im Alltag in vielen Situationen begegnet und eine breite Sichtweise v.a. auf Nachhaltigkeit, Klimakrise und gesellschaftlich relevante Aspekte sehr wichtig ist. Die Methoden - Experimente, Diskussionen, Kurzpräsentationen mit Praxisbezug - sind für viele Studierende neu und v.a. sehr geschätzt.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2012
Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: Die LV läuft hervorragend. Daher wollen wir diese so lange als möglich - jeweils mit gesellschaftsrelevanten Änderungen pro Semester versehen (passiert bereits pro Semester) - fortführen.
Dieses Projekt hinsichtlich Inhalten und methodischen Zugängen ist leicht auf andere Universitäten und Fachbereiche übertragbar. Diese LV ist aufgrund der gesellschaftlichen Relevanz und Adaptionen langlebig und leicht weiterentwickelbar.
Institutionelle Unterstützung
Infrastruktur (Aufzeichnung, aber kein Livestream), da Anwesenheit mit Fokus auf stark reduzierte Handynutzung im Unterricht zentral ist.
Das Feedback der Studierenden ist sehr wichtig, um die LV und deren Inhalte weiter zu entwickeln.