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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

Umsetzung der Didaktischen Leitlinien in der Führungsausbildung

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Österreichisches Bundesheer

Geländebesprechung

Ars Docendi Kategorie

Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur

Ars Docendi Kriterien

  • Innovative Hochschuldidaktik

Gruppengröße

20-49

Anreißer (Teaser)

Die Ausrichtung der Ausbildung im Bereich der Taktik, der Logistik und der Führungslehre an den Didaktischen Leitlinien führt zu Führungsüberlegenheit und befähigt den angehenden Generalstabsoffizier zur umfassenden Problemlösung.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Der Fachhochschul-Masterstudiengang „Militärische Führung“ lässt, unter Anwendung der Didaktischen Prinzipien, im dritten Semester die Kerndisziplinen der militärischen Führung zu einem wirkungsmächtigen Gesamtkonzept verschmelzen. Dabei werden die Elemente Taktik, Logistik und Führungslehre integrativ aufeinander abgestimmt. In mehreren Modulen werden zunächst die Nahtstellen nach oben (zur operativen Ebene) sowie die Wechselwirkungen untereinander beleuchtet. Anschließend werden die Themenbereiche vertieft und in komplexen Gefechtsszenarien innerhalb unterschiedlicher Übungsrahmen praktisch angewendet.

Hierbei werden allgemein gültige und historisch belegte Grundsätze mit modernen Herausforderungen am Gefechtsfeld zusammengeführt, um einen größtmöglichen Ausbildungserfolg zu erzielen. Das Ergebnis ist eine praxisnahe, systemische, moderne und zugleich historisch fundierte Ausbildung, die realitätsnahe militärische Planungs- und Handlungskompetenz vermittelt und die Fähigkeiten auf Ebene der oberen taktischen Führung nachhaltig festigt.Hierbei werden allgemein gültige und historisch belegte Grundsätze mit modernen Herausforderungen am Gefechtsfeld zusammengeführt, um einen größtmöglichen Ausbildungserfolg zu erzielen. Das Ergebnis ist eine praxisnahe, systemische, moderne und zugleich historisch fundierte Ausbildung, die realitätsnahe militärische Planungs- und Handlungskompetenz vermittelt und die Fähigkeiten auf Ebene der oberen taktischen Führung nachhaltig festigt.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

In the third semester, the UAS Master’s Programme in Military Leadership integrates the core disciplines of military command and control into a powerful and coherent overall concept, by using the didactic principles. The elements of tactics, logistics, and leadership theory are systematically aligned and interlinked. Within several modules, the interfaces to the higher operational level as well as the interdependencies among these disciplines are examined in detail. Subsequently, the subject areas are further developed and applied in complex combat scenarios within various training settings.

Universally valid and historically proven principles are combined with modern challenges on the battlefield in order to achieve the highest possible training effectiveness. The result is a practice-oriented, systemic, modern, yet historically grounded education that conveys realistic military planning and operational competencies and sustainably strengthens expertise at the level of higher tactical command.

Nähere Beschreibung des Projekts

Im Jahr 2024 wurde in einem kooperativen Prozess, an dem Studierende und Lehrende der Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften beteiligt waren, neun Didaktische Leitlinien entwickelt. Diese sind als Wegweiser zur Gestaltung und Umsetzung der Lehre an den Studiengängen zu verstehen und dienen allen Mitgliedern der Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften zur Orientierung, um Lehren und Studieren in gemeinschaftlicher Verantwortung zu gestalten.

Wie die Umsetzung von vier Didaktischen Leitlinien (Wissenschaftsorientierung, Praxisorientierung, Aktivitätsorientierung, Zukunftsorientierung) erfolgte bzw. in welcher Art und Weise diese in das dritte Semester des Fachhochschul-Masterstudiengang Militärische Führung implementiert wurden, wird nachfolgend dargestellt.

In diesem Semester liegt der Fokus der Ausbildung auf den Bereich der Truppenführung. Die Zusammensetzung der unterschiedlichen Module macht das historisch fundierte, integrative und interdisziplinäre Zusammenwirken von Taktik, Logistik und Führungslehre besonders deutlich sichtbar. Die Module Truppenführung I – Obere taktische Führung (M11) und Truppenführung II – Mittlere taktische Führung (M12) bilden den robusten Kern der Ausbildung. Gemeinsam mit Elementen aus dem Modul Militärisches und ziviles Logistikmanagement (M06) sowie der militärischen Führungslehre als verbindende Querschnittsmaterie sollen sie die Studierenden dazu befähigen, unter Zeitdruck und in unübersichtlichen Lagen wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zu treffen und diese zur Wirkung zu bringen.

Die Taktik, zu verstehen als der Gebrauch militärischer verbundener Kräfte und Mittel zum Zwecke der Erfüllung eines Auftrags im Gefecht und in Einsätzen in denen vorrangig nicht mit Kampf zu rechnen ist, bildet den Handlungsrahmen. Die Logistik, welche sich mit der Planung, der Bereitstellung und dem Einsatz der erforderlichen Ressourcen zur Unterstützung bzw. Befähigung der Umsetzung der taktischen Planungen auseinandersetzt, bildet dabei das Fundament und den Rahmen des Möglichen. Die Führungslehre fungiert dabei als Nahtstelle, da ihr ein richtungsweisendes, steuerndes und motivierendes Einwirken auf Kommanden, Truppen, Dienststellen und einzelne Personen zur Umsetzung von Zielvorstellungen und zur Optimierung von Organisationen zu Grunde liegt.

Im Mittelpunkt stehen die Lehrveranstaltungen zur oberen und mittleren taktischen Führung (Division und Brigade). Hier werden anhand von komplexen Szenarien Gefechte und Einsätze analysiert, geplant und in Folge geübt. Dabei ist der didaktische Aufbau so gewählt, dass eingangs die wissenschaftlich fundierte Theorie in den Bereichen Taktik, Logistik und Führungslehre den Studierenden nähergebracht wird (Wissenschaftsorientierung). Damit ist sichergestellt, dass Inhalte und Verfahren an den Erkenntnissen allgemeiner akademischer Forschung sowie an den Forschungen der Lehrenden der Studiengänge ausgerichtet sind. Darüber hinaus ist es Ziel in diesem Abschnitt, die Studierenden mit den Fähigkeiten, Kenntnissen und Kompetenzen auszustatten, die sie benötigen, um in einer sich schnell verändernden Welt erfolgreich zu sein. Es wird daher auch ein Blick auf mögliche zukünftige Entwicklungen geworfen, um die wissenschaftliche Neugier der Studierenden zu wecken (Zukunftsorientierung).

Als zweiter Schritt erfolgt die Anwendung des erworbenen Wissens in Planübungen. Hier wird bedacht darauf genommen, dass den Studierenden leistbare Aufgabenstellungen übertragen werden, die dem zu erwartenden Wissenstand entsprechen und an die vorherigen Ausbildungen anknüpfen (Aktivitätsorientierung). Um einen hohen Grad an Festigung zu erreichen und bleibende Bilder zu vermitteln werden im Rahmen von Stabsübungen und Geländebesprechungen die Planungen in die „Realität“ umgelegt (Praxisorientierung). Hierbei geht es vor allem darum zu vermitteln, was möglich ist und wie sich die Realität mit dem Geplanten ergänzt und/oder widerspricht. Diese Form der Festigung wird auch so umgesetzt, dass vom Einfachen zum Schweren vorgegangen wird. Werden vorerst Kräfte auf der unteren taktischen Führungsebene (Ebene Bataillon) im Gelände und im Rahmen von Simulationen beurteilt und geführt, so steigert sich dies bis zu einer komplexen simulationsunterstützten Stabsübung im Rahmen eines großen Verbandes (Ebene Brigade), welche unter Einbeziehung fast aller anderen Lehrgange der Offiziersausbildung des Österreichischen Bundesheeres durchgeführt wird. Dabei bildet das fundierte und etablierte Führungsverfahren die verbindende Klammer zwischen Taktik, Logistik und Führungslehre, denn es gilt, strukturiert eine Lagebeurteilung und die Planung durchzuführen, im Rahmen der Befehlsgebung Aktivitäten anzuordnen sowie in weiterer Folge die Durchführung zu kontrollieren und gegebenenfalls Steuerungsmaßnahmen einzuleiten. Das positive Zusammenwirken der drei Bereiche zeigt sich unter anderem auch darin, dass taktisches und logistisches Handeln nicht nur mathematisch-konkret, sondern auch stets philosophisch-abstrakt als Führungsaufgabe mit einer ethischen, organisatorischen und kommunikativen Dimension verstanden wird. Dabei wird auch der ständig stärker werdenden Technologisierung, wie beispielsweise die Einbeziehung von Künstlicher Intelligenz oder die Anwendung von IT-basierten Führungsinformationssystemen, Rechnung getragen. Die systematische Verzahnung von Theorie und Praxis schärfen zusätzlich noch das Erfassen und die Anwendung von gelehrten und gelernten Prinzipien. Durch diese Struktur entsteht kein Nebeneinander von Fächern, sondern ein didaktisch bewusst gestaltetes Ineinandergreifen von Disziplinen. Auch wesentlich ist, dass während der Übungsphasen die Studierenden die Funktionen der Kommandantinnen bzw. Kommandanten wahrnehmen und somit als Co-Creator mitbestimmen wie die Simulation verläuft und eigenverantwortlich handeln lernen.

Der dritte Baustein in diesem Ausbildungsablauf ist die Beleuchtung von militärhistorischen Beispielen im Rahmen einer Seminararbeit (Aktivitätsorientierung). Dabei wird auf den wissenschaftlichen, strategischen, operativen und historischen Grundlagen der ersten beiden Semester aufgebaut. Besonders positiv hervorzuheben ist dabei die Verbindung militärhistorischer Analysen im Spannungsfeld zwischen vergangenen und gegenwärtigen Konflikten und Kriegen. Darauf basierend werden mittels wissenschaftlicher Methoden allgemein gültige Grundsätze bzw. zeitlose Prinzipien herausgearbeitet.

Das abschließende vierte Element bildet die Erstellung einer Planübung durch die Studierenden, in der die erworbenen Kenntnisse aus Taktik, Logistik und Führungslehre umgesetzt werden (Aktivitätsorientierung).

Wesentlich in der Strukturierung der Ausbildung im dritten Semester war, dass die Interdisziplinarität der Truppenführung sowie die gegenseitigen Interdependenzen von Taktik, Logistik und Führungslehre verstanden werden. Militärphilosophen der verschiedenen Epochen stellten klar und übereinstimmend fest, dass der Krieg nicht nur als Summe seiner einzelnen Teile zu verstehen ist, sondern immer als das Ganze! Dieser zeitlosen Feststellung wird durch die Zusammenführung der wesentlichen Disziplinen Taktik, Logistik und Führungslehre Rechnung getragen.

Die Studierenden erfahren dadurch die Entwicklung eines systemischen und interdisziplinären Führungsverständnisses. Das zentrale positive Ergebnis des Zusammenwirkens liegt in der Ausbildung eines systemischen Denkens auf der Ebene des großen Verbandes. Hierbei ist es von immanenter Bedeutung, dass Komplexität nicht reduziert, sondern strukturiert bewältigt wird, dass die Studierenden erfahren, dass Entscheidungen multidimensional beurteilt und vorbereitet werden müssen und dass Wechselwirkungen zwischen der Priorisierung der taktischen Führung und der Sicherstellung der Logistik bewusst berücksichtigt und abgestimmt erfolgen müssen.

Dadurch entwickeln die Studierenden ein übergreifendes Gesamtdenken. Die taktische Entscheidungskompetenz, in Verbindung mit einem logistischen Ressourcenbewusstsein unter Aufrechterhaltung einer verantwortungsorientierten Führungsfähigkeit sind entscheidende Eckpfeiler in der Ausbildung.

Akzeptanz und Resonanz

Das dritte Semester überzeugte die Studierenden in mehrerlei Hinsicht. Besonders positiv hervorzuheben ist die gelungene Verbindung von theoretischem Fachwissen und praxisnaher Anwendung. Diese fundierte Theorie und die umfassende Praxisintegration waren aktuell, relevant und klar strukturiert, sodass ein roter Faden im gesamten dritten Semester gegeben war. Vor allem die ebenenübergreifende Herangehensweise, welche beide Seiten des bereits Bekannten (die gefechtstechnische und operative Ebene) durch die Taktik miteinander verbinden konnte, wurde durch die Studierenden positiv aufgenommen. Die inhaltliche Ausrichtung gewährleistet dabei eine breite akademische Basis, die systematisch mit realitätsnahen Anwendungsbezügen verknüpft wurde. Die dadurch entstandenen nachhaltigen Lernprozesse, die sowohl analytische Tiefe als auch strategisches Denken förderten, sind Voraussetzung für die gezielte Weiterentwicklung der Studierenden.

Besonders hervorzuheben ist der ausgewogene Rahmen aus klar definierten Vorgaben unter gleichzeitigem Erhalt eines kreativen Handlungsspielraums. Strukturierte Leitlinien schafften Orientierung und Transparenz, während eigenständige Lösungsansätze ausdrücklich gefördert wurden. Diese Balance stärkte das Verantwortungs- und Führungsbewusstsein, sowie die Entscheidungsfähigkeit und Innovationskompetenz. Die Inhalte wurden über mehrere Führungsebenen hinweg schlüssig miteinander verknüpft. Strategische, operative und normative Perspektiven wurden stringent dargestellt und in ihren Reziprozitäten verständlich erklärt. Dadurch entstand ein ganzheitliches Verständnis von Taktik, Logistik und Führungslehre, welches komplexe Zusammenhänge greifbar machte.

Die Module und Lehrveranstaltungen waren didaktisch hochwertig ausgestaltet und förderten sowohl eigenständiges Denken als auch die strukturierte Zusammenarbeit – wie von den Studierenden in den Evaluierungen hervorgestrichen wurde. Dabei wurde vor allem das interdisziplinäre Zusammenwirken Taktik, Logistik und Führungslehre von den Studierenden positiv bewertet. Durch applikatorische Übungen, Proseminararbeiten, kriegsgeschichtlichen Beispiele und praxisorientierten Aufgaben – wie etwa das Erstellen eines Planspieles – erhielten die Studierenden wesentliche Einblicke in ihr späteren Tätigkeitsfelder und konnten das Erlernte direkt zur Anwendung bringen.

Auch dieser Punkte fand hohen Anklang in den Rückmeldungen. Die Lehrenden wurden als engagiert, kompetent, kameradschaftlich und unterstützend wahrgenommen. Sie standen bei Fragen zur Verfügung und schafften eine offene, motivierende Lernatmosphäre. Insgesamt fühlten sich die Studenten fachlich bestens vorbereitet und persönlich gefördert. Über die konventionellen Prüfungsmodalitäten gehen dabei die Bewertungen hinaus, es werden sowohl Endprüfungen als auch kontinuierliche, lernbegleitende Leistungsbeurteilungen erstellt. Das dritte Semester bietet hervorragende Möglichkeiten zur Selbstreflexion und Aneignung des relevanten Wissens aus dem Bereich der Taktik, Logistik und Führungslehre und vermittelt Kompetenzen, die weit über das Fachliche hinausgehen.

Nutzen und Mehrwert

Der Mehrwert der erläuterten Strukturierung der Ausbildung im dritten Semester des Fachhochschul Masterstudiengangs „Militärische Führung“ liegt in der Integration der verschiedenen Disziplinen. Dieses Semester stellt dabei den Höhepunkt der interdisziplinären Führungsausbildung dar. Die enge Verzahnung von Taktik, Logistik und Führungslehre bewirkt eine praxisnahe Realitätsorientierung, welche durch die logistische und organisatorische Einbindung, die Führungskompetenz erweitert und verantwortungsgeleitete Entscheidungsprozesse vertiefen soll. Die Nachhaltigkeit wird hier durch die begleitende wissenschaftliche Reflexion vertieft. Das Zusammenwirken militärischen Kerndisziplinen Taktik, Logistik und Führungslehre fördert somit nicht nur die Fach- und Methoden-, sondern vor allem eine integrierte militärische Handlungskompetenz, die den Anforderungen moderner Streitkräfte auf Ebene eines großen Verbandes in besonderer Weise entspricht.

Der Nutzen und Mehrwert ergibt sich vor allem für die Dienststellen zu denen die Absolventinnen und Absolventen nach Durchführung des Studiums entsandt werden. Diese haben nicht nur ein breites Wissen über das Österreichische Bundesheer im allgemeinen sowie den neusten Stand der Lehrmeinung und die derzeit aktuellsten internationalen Beispiele verfügbar, sondern können auch auf die erarbeiteten Grundlagen des gesamten Lehrganges (in Form von Fortbildungen) zugreifen.

Das beste Beispiel hierfür ist die Lehrveranstaltung „Anlegen eines taktischen Planspiels auf Ebene Brigade“ hier werden anhand aktueller Szenarien Planspiele erstellt, welche es den Studierenden ermöglichen, nach Abschluss des Studienganges, bei ihren neuen Dienststellen die derzeit gültigen Grundlagen und Verfahren zu lehren. Somit wird den Studierenden die erste Weiterbildungsmaßnahme, welche diese dann als Lehrer durchführen können, mitgegeben.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Außenwirkung durch die vielschichtige Präsenz im öffentlichen Raum und der dadurch entstehenden Interaktion mit der Bevölkerung. Immer wieder erfährt man, dass seitens der Bevölkerung eine stetige Präsenz des Bundesheeres als zielführend und beruhigend wahrgenommen wird. Der österreichischen Bevölkerung ist dabei immer bewusst, dass das Bundesheer ein integraler Bestandteil der Sicherheitsstruktur ist.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2020

Die Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften hat sich selbst in einem ihrer Strategieleitsätze folgendes zum Ziel gesetzt: „Wir zielen auf Gestaltungsmöglichkeiten des selbstgesteuerten und kooperativen Lernens durch Studierende inklusive der Begleitungsqualität durch Lehrende.“ Dabei hat sich die kollaborative Umsetzung des dritten Semesters zwischen den militärischen Kernbereichen der Taktik, der Logistik und der Führungslehre bereits gefestigt. Die Synergien die hier genutzt werden reduzieren das absolute Lehr- und Lernaufkommen, da die Nahtstellen klar zu Tage treten und die Interdependenzen nachvollziehbar sind. Jeweils ein Teilbereich für sich kann nicht stringent gelehrt werden, jedoch alle zusammen zeigen die Komplexität des heutigen Gefechtsraumes. Direkt lässt sich die Zusammenführung der Lehrveranstaltungen und Themengebiete nicht auf andere übertragen - zu groß ist die fachliche Diversifikation.

Institutionelle Unterstützung

Während bzw. nach den einzelnen Abschnitten der Lehrveranstaltungen erfolgte immer die Herstellung des Bezugs zum tatsächlichen Gelände. Bei diesen „Geländebesprechungen“ wurde darauf Wert gelegt, dass auch die unterschiedlichen Teilstreitkräfte (vorwiegend Land- und Luftstreitkräfte) integriert waren. Einerseits erfolgte dies durch die Nutzung der vorhandenen Rahmenbedingungen (Infrastruktur, etc.) und andererseits auch durch die vorherrschende Expertise in den Bereichen Taktik, Logistik und Führungslehre. So wurde zum Beispiel die Änderung der Grundausrichtung zur Einsatzführung eines Bataillons vor Ort durch den Bataillonskommandanten dargestellt. Auch wurde immer ein wehrhistorischer Bezug zum Bundesheer der Zweiten Republik hergestellt und vor Ort mit den Studierenden erörtert. So wurde bei der Geländebesprechung im Raum Amstetten auf die Raumverteidigung der 70er und 80er Jahre Bezug genommen – dabei wurden die damaligen Stellungssysteme und die herrschende Lehrmeinung den Neuerungen in der Taktik gegenübergestellt. Krönender Abschluss stellte dabei die Erkundung des Raumes, nach vorgestaffelter Beurteilung, mit Unterstützung von Luftfahrzeugen (Hubschrauber des Kommandos Luftunterstützung) dar. Hierbei wurde nicht nur das Navigieren bei hoher Geschwindigkeit und in einer unübersichtlichen Lage geübt, sondern auch die Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugbesatzungen. Durch diese äußerst breit aufgestellt institutionelle Unterstützung ist es möglich die Studierenden bestmögliche auf den Berufsvollzug im Bereich Taktik, Logistik und Führungslehre vorzubereiten.

Die Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften hat sich selbst in einem ihrer Strategieleitsätze folgendes zum Ziel gesetzt: „Wir zielen auf hohe Qualität der Lehre; im Zentrum steht ihre permanente Verbesserung.“ Dieses Ziel wird durch unterschiedliche Maßnahmen erfüllt.

Der Qualitätszirkel mit den Studierenden ist das zentrale Instrument zur Schaffung von Transparenz durch eine aktive Einbindung der Studierenden. Dieser wird im Anschluss an das Semester durchgeführt, um mögliche Problemfelder mit direktem oder auch mit indirektem Bezug zu den Lehrveranstaltungen offenzulegen. Durch diese kumulative Ergänzung der studentischen Lehrveranstaltungsbewertung entsteht ein präziseres Gesamtbild, welches solidere und konkretere Maßnahmen ermöglicht. In einem ersten Schritt werden durch die Studiendirektion die studentischen Evaluierungen präsentiert. Daran anschließend haben die Lehrenden die Möglichkeit dazu Stellung zu nehmen. In weitere Folge werden mögliche Maßnahmen zur Qualitätssteigerung im Wege des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gemeinsam beurteilt. Diese können z.B. sein: Schulungsbedarf für Lehrende, Anpassung des Semesterablaufs, Adaptierung der Lehrveranstaltung. Alle diesbezüglichen Maßnahmen werden im Protokoll des Qualitätszirkels bzw. im Semesterabschlussbericht dokumentiert, um in weiterer Folge die Zielerreichung überprüfen zu können. Der Qualitätszirkel in der beschriebenen Form hat sich bewährt. Hier erfolgt eine gemeinsame, offene und ehrliche Präsentation und Diskussion von Problemfeldern. Die Einbindung der Studierenden erfolgt partnerschaftlich und auf Augenhöhe. Dadurch wird ein Mehrwert für alle Personengruppen erzielt werden.