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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

Global Green Plate Forum - Future Food for Thought

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Andreas Melcher

Global Green Plate Forum - Impressionen des Forums

Ars Docendi Kategorie

Kooperative Lehr- und Arbeitsformen

Ars Docendi Kriterien

  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

20-49

Anreißer (Teaser)

Future Food for Thought: Im Global Green Plate Forum kochen, forschen und diskutieren Studierende. Sie machen Nachhaltigkeit für Praxis, Politik und Wissenschaft schmeckbar und beleuchten SDGs, Zielkonflikte bei kritischen Lebensmitteln ihrer Länder.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das Global Green Plate Forum – „Future Food for Thought“ schließt eine Lücke internationaler Kooperation in der Hochschullehre: Statt bloßem Austausch durch Gastvorträge erarbeiten Studierende gemeinsam ein verantwortbares Ergebnis unter realen Koordinations- und Qualitätsanforderungen. 61 Studierende der BOKU, CZU Prag und SLU Schweden entwickeln in Präsenz- und Hybridlehre ein Forum mit Food Tasting im TÜWI Wien für 20 externe Stakeholder aus Wissenschaft, Politik und Praxis. Die Lehrveranstaltung ist an der UN-Agenda 2030 mit SDG 1 „Keine Armut“, SDG 2 „Kein Hunger“, SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ und SDG 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ ausgerichtet. CZU- und SLU-Studierende entwickeln Fallstudien zur Versorgungssicherheit durch kritische Lebensmittel in ihren Herkunftsländern. BOKU-Studierende beziehen diese auf die SDGs und ihre Targets und übersetzen sie in Handlungspraktiken, typische Gerichte, Formate wie Poster, Kurzpitches und Leitfragen. Im Forum kochen sie für Stakeholder und diskutieren mit ihnen Zielkonflikte, Handlungsoptionen und nachhaltige Ernährungssysteme. In internationalen Teams mit klaren Rollen planen, organisieren, moderieren und dokumentieren Studierende das Forum. Die Zivilgesellschaft wirkt dabei als „critical friends“ an Ergebnissen und Reflexionen mit. 2025 fungierte das Forum als Transferhub des ELLS/FFI-Projekts „Collaborative Innovation for Sustainable Value Chains“: Ergebnisse wurden bei der ELLS Conference, SLU präsentiert.

Global Green Plate Forum

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The Global Green Plate Forum – “Future Food for Thought” closes a gap in international cooperation in higher education: instead of limiting collaboration to guest lectures, students jointly create a responsible public outcome under real coordination and quality requirements. In blended and in-person teaching, 61 students from BOKU, CZU Prague and SLU Sweden develop a forum as food tasting at TÜWI Vienna for 20 external stakeholders from academia, policy and practice. The course is aligned with the UN Agenda 2030 and SDG 1 “No Poverty”, SDG 2 “Zero Hunger”, SDG 13 “Climate Action” and SDG 17 “Partnerships for the Goals”. CZU and SLU students develop case studies on food security through critical foods in their home countries. BOKU students relate these to the SDGs and their targets and translate them into practical action, typical dishes, posters, short pitches and guiding questions. At the forum, they cook for stakeholders and discuss trade-offs, options for action and sustainable food systems. Working in international teams with clear roles, students plan, organise, moderate and document the forum. Civil society contributes as “critical friends” to both outcomes and reflection. In 2025, the forum also served as a transfer hub for the ELLS/FFI project “Collaborative Innovation for Sustainable Value Chains”; results were presented at the ELLS Conference at SLU.

Nähere Beschreibung des Projekts

Lehrprojekt

Das Global Green Plate Forum – „Future Food for Thought“ ist ein studierendenzentriertes, kompetenzorientiertes Lehrprojekt, das Studierende in der BOKU-Lehrveranstaltung „Scientific Communication and Impacts“ im Masterprogramm „Climate Change and Societal Transformation“ eigenverantwortlich konzipieren. Die LV ist an der Die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs), 1 „Keine Armut“, 2 „Kein Hunger“, 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ und 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ ausgerichtet ausgerichtet und befähigt Studierende, diese durch Wissen, kritisches Denken, soziale Verantwortung und nachhaltiges Handeln umzusetzen. Am Weltflüchtlingstag 2023 startete das Forum als von BOKU-Studierenden initiiertes Kommunikations- und Dialogformat zu Ernährungssicherheit, Food Culture und der Frage, wie sich Ernährungspraktiken verändern, wenn zentrale Zutaten im Aufnahmeland fehlen. Seit 2023 ist das Format in das internationale Lehrkooperationsumfeld der Euroleague for Life Sciences (ELLS) eingebettet und wird über den EU-Fonds „Funds for Innovation“ (FFI) gefördert. Lehrende der CZU unterstützten bereits 2023 die Gestaltung und nahmen am Event in Wien teil. Seit 2024 wurde das Forum im Projekt „Collaborative Innovation for Sustainable Value Chains: A Case Study Approach“ (CI4VC) mit BOKU, CZU Prag und SLU Schweden zu einem kooperativen, hochschulübergreifenden Lehr- und Arbeitsformat weiterentwickelt. Sichtbar wird dies durch die stärkere Internationalisierung der LV, erste Studierendenmobilitäten und ergänzende Fallstudienbeiträge von CZU und SLU unter dem Titel „Global bites for a sustainable future“. Seit 2025 werden im Rahmen von CI4VC gezielt Fallstudien von Studierenden zu pflanzlicher bzw. landwirtschaftlicher Produktion (SLU) sowie zu nachhaltigen Agri-Food-Systemen und Wertschöpfungsketten (CZU) für das Green Plate Forum im Format als „Cooking, Tasting and Communication“ aufbereitet. Im Zentrum stehen Versorgungssicherheit durch kritische Lebensmittel in den Herkunftsländern der Studierenden sowie Herausforderungen entlang der Wertschöpfungsketten. Die didaktische Kernaufgabe der BOKU-Studierenden besteht darin, diese Fallstudien auf SDGs und ihre Targets zu beziehen und in Handlungspraktiken zu übersetzen. Dafür entwickeln sie aus den behandelten Lebensmitteln typische Gerichte, bereiten die Zusammenhänge mit nachhaltigen Ernährungssystemen entlang der SDGs auf und diskutieren Zielkonflikte mit Stakeholdern aus Praxis und Politik sowie den jeweiligen Länderkontexten, um Verständlichkeit, Relevanz und Umsetzbarkeit zu prüfen. 2025 umfasste dies Beiträge aus Brasilien, Nigeria, Frankreich, Äthiopien und Ruanda zu Cassava, Moringa, Beans, Mango und Sorghum (Menü im Anhang). Das Forum wurde 2025 im TÜWI-Lokal als Multi-Stakeholder-Plattform für Wissensaustausch in einer Real-Life-Situation umgesetzt; als studentisch geführtes Lokal mit solidarischem Hofladen verkörpert es zentrale SDG-Ziele wie nachhaltigen Konsum und soziale Gerechtigkeit. Die Ergebnisse aus Forum, Verkostung/Food Tasting und reflektierten Lernerfahrungen präsentierten die Studierenden bei der ELLS Scientific Student Conference 2025 an der SLU.

Ziele

Im Zentrum steht die Fähigkeit, kooperative Lehr- und Arbeitsformate in einem öffentlich wirksamen, wissenschaftsbasierten Real-Life-Dialogformat eigenverantwortlich zu planen, umzusetzen und kritisch zu reflektieren:

(1) Förderung sozialer und interkultureller Kompetenzen durch Zusammenarbeit in internationalen Teams unter realen Bedingungen, etwa bei Rollenklärung, kollaborativer Entscheidungsfindung, Konfliktbearbeitung sowie Zeit- und Ressourcenmanagement.

(2) Peer Learning ist Qualitätsprinzip. Studierende geben und erhalten strukturiertes Feedback zu Fallstudien, Postern, Pitches und Leitfragen und entwickeln ihre Beiträge entlang gemeinsamer Standards weiter, etwa in Peer-Review-Runden und durch Rückmeldungen der Partnerhochschulen.

(3) Wissenschaftskommunikation als kooperative Transferkompetenz. Evidenz wird disziplinübergreifend mit Bezug zu den SDGs 1, 2, 13 und 17 adressat:innengerecht in Poster, Pitches und Leitfragen übersetzt; Unsicherheiten und Trade-offs wissenschaftlicher Aussagen werden in Reflexion und Diskussion mit der Zivilgesellschaft sichtbar gemacht.

(4) Brückenschlag zu Zivilgesellschaft, Politik und Praxis: Erkenntnisse werden gemeinsam geprüft, in Handlungslogiken überführt und als dokumentierte Ergebnisse verankert, etwa in Synthesen, Reports oder Medienoutputs.

Zielgruppen

Primär: 25–30 Masterstudierende; Arbeitssprache Englisch; international zusammengesetzte Studierendengruppe.

Sekundär: 30–35 Studierende sowie 4 Lehrende der Partneruniversitäten CZU und SLU im Rahmen von CI4VC und ELLS.

Tertiär: 20 externe Stakeholder aus NGOs, Verwaltung/Ministerien, Botschaften, Interessenvertretungen, Wissenschaft, Politik und Praxis, die von den Studierenden als „critical friends“ für moderierte Dialogformate ausgewählt, eingeladen und eingebunden werden.

Didaktische Methode

Methodisch und didaktisch steht nicht die Vermittlung von Fachwissen zu einzelnen Wertschöpfungsketten im Vordergrund, sondern die kooperative Konzeption und Durchführung gemeinsamer Lehr- und Arbeitsformen im Sinne der Ars-Docendi-Kategorie 3. Operationalisiert wird dies in einem Lehr- und Lernprozess, in dem Studierende aller Universitäten kein isoliertes Einzelprodukt erarbeiten, sondern gemeinsam ein öffentlich verantwortetes Dialogformat organisieren:

(i) Gemeinsame Lehre über Disziplinen, Hochschulen und Hochschulsektoren hinweg: BOKU-Studierende verantworten Konzeption und Durchführung, stimmen Ablauf und Inhalte mit CZU/SLU ab und diskutieren die Fallstudienergebnisse im Forum mit Praxis, Politik und Ländervertreter:innen in einem Multi-Stakeholder-Setting mit SDG-Bezug.

(ii) Förderung sozialer und interkultureller Kompetenzen durch Teamarbeit: Die Umsetzung erfolgt in internationalen Teams mit klaren Rollen, etwa Koordination, Küche/Service, Kommunikation/PR, Moderation/World-Café oder Technik/Dokumentation. Kurz vor dem Forum werden anreisende CZU-/SLU-Studierende in die BOKU-Organisationsteams eingebunden; internationale Kooperation wird so als praxisnahe Lehr- und Lernform erfahrbar. Studierende trainieren organisatorische, kommunikative und fachpraktische Kompetenzen sowie die Zusammenarbeit in heterogenen internationalen Gruppen.

(iii) Gemeinsames Lernen und Reflektieren (Peer Learning) – auch disziplinübergreifend und unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft: Peer Learning erfolgt hybrid und disziplinübergreifend zur Vorbereitung und Qualitätssicherung (4 Lehrende, 61 Studierende, 20 Länder, 4 Kontinente). Studierende übersetzen Fallstudien in Kommunikationsprodukte wie Themen, Poster, Pitches, Leitfragen und Gerichte, moderieren Dialogformate wie World-Cafés bzw. Guided Discussions und nutzen Feedback-, Reflexions- und Disseminationsschleifen mit der Zivilgesellschaft, um Verständlichkeit, Relevanz und Umsetzbarkeit zu prüfen.

Operationalisierung entlang der Kooperationsachsen:

(1) Hochschulintern (BOKU): funktionsorientierte 3–4er-Teams mit klaren Rollen; zentrale Entscheidungen im Studierendenplenum; Lehrende sichern Qualität über Meilensteine, Templates und punktuelles Coaching, die Verantwortung für das Event bleibt bei den Studierenden.

(2) Hochschulübergreifend und international: Einbettung in CI4VC (ELLS/FFI; BOKU–CZU–SLU); CZU-/SLU-Fallstudien werden von BOKU mit Gerichten abgestimmt und nach studentischen Qualitätsstandards aufbereitet; gemeinsame Peer-Review-Runden zu Postern und Beiträgen dienen der Weiterentwicklung; BOKU finalisiert Poster, Pitches, Leitfragen und Gerichte, stellt den SDG-Bezug her und integriert CZU/SLU vor Ort als Presenter und Co-Moderator.

(3) Hochschulsektorübergreifend: Die Zivilgesellschaft fungiert in von Studenten moderierten Dialogen als „critical friend“ durch Rückfragen, Umsetzungsperspektiven und Feedback zu Verständlichkeit und Relevanz; iterative Feedback- und Reflexionsschleifen während und nach dem Event sichern die Qualität. Dokumentation, Synthesen, Handlungsempfehlungen und Medienoutputs werden von den Studierenden erstellt.

Die Leistungsbeurteilung ist eng an diese kooperativen Arbeitsformen gekoppelt und verbindlich prüfungsrelevant: aktive Präsenz/Beiträge (20 %), Reflexionsmeetings (10 %), Dokumentation selbstorganisierter Meetings (5 %), Umsetzung des Forums als zentrale Leistungssituation (60 %) sowie individuelle Selbstreflexion (5 %).

Ergebnisse

(a) Outputs: Poster (A0/Englisch), Pitches und Leitfragen; moderierte Dialogoutputs (inkl. Synthese, Spannungsfelder, offene Fragen) als Report; Foto-/Videomaterial und institutionelle Beiträge wie Newsletter oder Medienberichte. Durch CI4VC/ELLS sind die Outputs hochschulübergreifend anschlussfähig und werden auf der ELLS Conference als Beiträge/Sessions sichtbar.

(b) Kompetenzgewinne: nachweisbare Fähigkeit, kooperative Prozesse zu steuern, Evidenz verständlich zu kommunizieren, Dialoge zu moderieren und Stakeholder-Feedback produktiv in Überarbeitung und Transfer zu integrieren.

Ausgangslage

Ausgangspunkt sind Lücken in der Hochschullehre: Kooperation und Internationalisierung werden oft als Austausch verstanden, etwa über Gastvorträge oder internationale Inputs, ohne dass Studierende gemeinsam ein öffentlich verantwortliches Ergebnis herstellen und reale Koordinations- und Qualitätsanforderungen bewältigen. Gleichzeitig bleibt Wissenschaftskommunikation häufig im LV-Format und wird selten als adressat:innengerechte Übersetzungsleistung für Praxis, Politik und Zivilgesellschaft trainiert. Das Global Green Plate Forum adressiert diese Lücken, indem es kooperative Lehr- und Arbeitsformen nicht nur thematisiert, sondern als didaktische Kernlogik umsetzt.

Rahmenbedingungen

Die LV folgt dem sequenziellen Ablauf Präparation–Exploration–Planung–Event–Reflexion–Dissemination. Geplante Präsenz- und hybride Einheiten werden mit Reflexionsformaten und substantieller selbstorganisierter Projektarbeit außerhalb der LV-Zeiten kombiniert. Die international zusammengesetzten Gruppen arbeiten regelmäßig in einer mehrsprachigen, kulturell diversen Umgebung. Organisation und digitale Infrastruktur laufen über Moodle und umfassen hybride Meetings mit Partneruniversitäten. Studierbarkeit und Prozesssicherheit werden durch Meilensteine, Rollenpakete und wiederverwendbare Templates gestützt, etwa Agenda- und Rollenplan, Einladungsliste/Stakeholder-Mapping, Einkaufs- und Logistikchecklisten sowie Kommunikationsabläufe. Lehrende sichern die kritische Infrastruktur, etwa Location/Abstimmungen, offizielle Einladungen und den Einkauf der Zutaten, und unterstützen in der Finalisierungsphase gezielt, ohne die studentische Verantwortung zu ersetzen. So verankert die LV die SDGs praxisnah. Internationale Teams planen ein reales Event und arbeiten kompetenzorientiert mit Meilensteinen, Rollen und Templates. Reflexion und Dissemination sichern Lerntransfer, Fachkompetenz, Kollaboration, digitale Souveränität und Verantwortungsübernahme.

Besonderheiten des Lehrprojekts

(1) Verbindliche internationale Kooperationsarchitektur zwischen BOKU-CZU-SLU mit einem abgestimmten Workflow aus Standards, Peer Review, Mobilität und gemeinsamer Dissemination, nicht parallel; die Kooperation wird als reale gemeinsame Lehr- und Lernform sichtbar, nicht nur als Internationalisierung.

(2) Konsequente Student:innenzentrierung und eigenverantwortliche Durchführung des Forums. Lehrende setzen lediglich ein didaktisches Sicherheitsnetz und Rahmenbedingungen, ohne die Eigenverantwortung der Studierenden zu unterlaufen.

(3) Kooperation ist prüfungsrelevant. Die zentrale Leistungssituation besteht in der Umsetzung des Forums sowie in Dokumentation und Reflexion.

(4) Stakeholder sind didaktisch definierte „critical friends“ für Rückfragen, Perspektivspiegelung und Ergebnissicherung – Peer Learning unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft.

(5) Weiterentwicklung: siehe Übertragbarkeit/Langlebigkeit

Akzeptanz und Resonanz

Das Lehrprojekt wird gut angenommen. Dafür sprechen die Verstetigung des Formats seit 2023, die hohe Teilnahme im Rahmen der LV (typisch 25–30 Studierende) sowie sein Ruf. Als besonders motivierend werden die wiederholte Durchführung und die Einbettung in die internationale ELLS-Kooperation mit CZU und SLU von Studierenden erlebt. In diesem Setting übernehmen sie Verantwortung und erleben internationale Zusammenarbeit nicht als Simulation, sondern als gelebte Praxis. Besonders geschätzt werden die Mobilität nach Wien, das Event vor Ort und die Möglichkeit, Ergebnisse für Studierende auf der ELLS Conference zu präsentieren. Für 2025 liegt eine Beteiligungsdokumentation vor: 61 Studierende aus BOKU, CZU und SLU sowie ein Forum mit 60 Teilnehmenden, darunter 30 externe Stakeholder aus Wissenschaft, Politik und Praxis.

Qualitatives Feedback wird über ein strukturiertes Debriefing im Kurs und kurze informelle Stakeholder-Rückmeldungen nach dem Forum erhoben (3–5 Fragen; Durchführung und Auswertung durch Studierende mit Unterstützung der Lehrenden).

Evaluierungsfragen an Stakeholder sind:

  • Welche Inhalte oder Beiträge waren heute besonders klar, nachvollziehbar und für Ihren Kontext anschlussfähig – und woran lag das?
  • Bei welchem Thema oder Austauschmoment wurden Zielkonflikte und Spannungsfelder nachhaltiger Entwicklung besonders deutlich – und warum?
  • Inwiefern ist es den Studierenden gelungen, wissenschaftliche Inhalte in einen für Praxis und gesellschaftliche Akteur:innen relevanten Austausch zu übersetzen?
  • Welche Perspektiven, Erfahrungen oder offenen Fragen sollten in künftigen Durchführungen stärker einbezogen werden – und warum?
  • Welche Impulse, Fragen oder Anknüpfungspunkte nehmen Sie für Ihre eigene Arbeit mit, und wo sehen Sie Potenzial zur Vertiefung?

Rückmeldungen Studierender heben die Internationalität, projektbasierte Arbeit, echte Selbstorganisation, Rollenverantwortung und Wissensaustausch hervor. Mehrfach wurde betont, dass Studierende über sich hinausgewachsen seien, zunächst nicht geglaubt hätten, ein solches Format organisieren zu können, und dadurch deutlich an Selbstvertrauen und Gestaltungskompetenz gewonnen hätten. Die externe Resonanz und Sichtbarkeit werden zusätzlich durch von Studierenden erarbeitete Medienbeiträge sowie die unter Punkt 7 dargestellten Auszeichnungen gestützt.

Weitere ausgewählte Studierendenrückmeldungen der Evaluierungen aus 2023 und 2024:

– „Am Ende war das Event großartig und wir waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“

– „Die Internationalität.“

– „Eine super spannende Möglichkeit, ein Event zu organisieren und an der Erarbeitung des Inhalts mitzuwirken.“

– „Mir hat gefallen, wie die Zusammenarbeit unter den Studierenden umgesetzt wurde.“

– „Die akademische Konferenz mit Studierenden aus Tschechien und Schweden war fantastisch – echter Wissensaustausch.“

– „Ich fand es toll, dass wir unterschiedliche Rollen hatten und das Event wirklich selbst organisiert haben.“

– „Projektbasiertes Arbeiten – nicht nur Theorie – war sehr motivierend.“

Nutzen und Mehrwert

Der zentrale Mehrwert des Global Green Plate Forums liegt in der konsequenten Umsetzung kooperativer Lehr- und Lernformen als prüfungsrelevante Praxis. Studierende konzipieren und realisieren ein öffentliches Stakeholder-Forum als gemeinsames Lehr-/Lernprodukt und stärken dabei Teamkoordination, Moderation, Wissenschaftskommunikation und Ergebnisdokumentation unter realen Bedingungen. Das Format verbindet Projektarbeit mit einem klaren Kompetenzrahmen (Kooperation, interkulturelle Kommunikation, Selbstorganisation, Transfer von Wissen von der Universität in die Zivilgesellschaft) und macht diese Kompetenzen in einer realen Situation sichtbar (Forum-Umsetzung als Hauptbestandteil der Beurteilung).

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die internationale Kooperationsarchitektur über ELLS/FFI: Die Einbettung in CI4VC (BOKU–CZU–SLU) erzeugt reale universitätsübergreifende Abhängigkeiten (gemeinsame Standards/Templates, Peer-Review eigener Beiträge in Online-Sessions, Mobilität und Integration anreisender Studierender in Organisationsteams). Damit wird die Internationalisierung als gemeinsame Arbeit und nicht als „Kontext“ umgesetzt.

Zugleich entsteht ein gesellschaftlicher Mehrwert durch die Interaktion mit externen Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Praxis.

Diese sind nicht nur Publikum, sondern als „critical friends“ in die moderierten Dialoge eingebunden. Dadurch lernen Studierende, Evidenz adressat:innengerecht zu kommunizieren, Umsetzungsperspektiven zu integrieren sowie offene Fragen und Trade-offs transparent zu verhandeln und zu diskutieren. Das Projekt fördert damit dialogorientierte Wissenschaftskommunikation und stärkt die Anschlussfähigkeit der universitären Lehre an gesellschaftliche Transformationsprozesse im Sinne der SDGs.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2023

Das Global Green Plate Forum ist als wiederkehrender Bestandteil der LV „Scientific Communication and Impacts“ an der BOKU University verankert. Der Auftakt erfolgte 2023 am Weltflüchtlingstag als studierendeninitiiertes Kommunikations- und Dialogforum zu Ernährungssicherung, Food Culture und der Frage, wie sich Ernährungspraktiken verändern, wenn zentrale Zutaten fehlen. Lehrende der CZU waren beteiligt. 2024 wurde das Forum im ELLS-Kontext durch Internationalisierung, erste Studierendenmobilitäten und Case-Study-Beiträge von CZU und SLU erweitert. 2025 erfolgte die systematische Einbettung in das ELLS/FFI-Projekt CI4VC (BOKU–CZU–SLU) samt erweiterter Studierendenmobilität; erstmals richteten BOKU-Studierende das Event entlang der Case Studies der Partneruniversitäten aus. Seine Langlebigkeit beruht auf einer stabilen Prozesslogik (siehe Projektbeschreibung) sowie auf jährlicher Dokumentation in Reports, Postern und Medienoutputs als Informationsspeicher für Folgejahrgänge.

Für 2026–2029 ist das Format in das Erasmus+-Projekt Cooperation in Higher Education KA220-HED zur Entwicklung eines SDG-orientierten Micro-Credentials im ELLS eingebunden; das Konsortium wird um die Universität Hohenheim und die University of Lleida erweitert. Künftig verschränkt das Forum systematisch Lernprodukte aus den Micro-Credential-Lehrveranstaltungen, Case Studies und ein BOKU-Praxisprojekt zur Ernährungssicherung durch kleinbäuerliche Betriebe inklusive Ernte und Zubereitung.

Die Übertragbarkeit ist hoch, da das Format kein fachspezifisches Einzelmodell ist, sondern ein replizierbares didaktisches Konzept, das sich auf Lehrveranstaltungen übertragen lässt, die wissenschaftliche Ergebnisse in gesellschaftliche Kontexte übersetzen.

Institutionelle Unterstützung

Die BOKU unterstützt das Lehrprojekt über Infrastruktur, Personal und institutionelle Einbettung. Zentral sind die organisatorische und räumliche Anbindung an die BOKU (inkl. Kooperation mit dem Veranstaltungsort TÜWI), die Betreuung durch das Lehrendenteam (Andreas Melcher, Andreas Bauer, Julia Männle) sowie die Unterstützung durch Tutor:innen.

Die Lehrenden sichern Prozessqualität und Studierbarkeit durch erprobte Organisationsvorlagen, Meilensteine und Coaching, übernehmen kritische Rahmenaufgaben (z. B. formale Einladungsaussendungen, Raum- und Ortkoordination, Einkauf auf Basis studentischer Listen) und ermöglichen so studentische Ownership ohne Überlastung.

Externe Akteur:innen beteiligen sich nicht finanziell am Forum, unterstützen das Lehrprojekt jedoch durch ihre jährliche aktive Teilnahme. Dazu zählen Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Entwicklungszusammenarbeit und dem Hochschulkontext, darunter die Austrian Development Agency, die Wirtschaftskammer Österreich, das Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung, die Österreichische Hochschüler:innenschaft, die Abteilungen Internationale Beziehungen, Lehre und Qualitätsmanagement der Universität für Bodenkultur Wien, die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung, lokale Politiker:innen aus dem Bezirk, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, das Bundesministerium für Bildung, der Dachverband Globale Verantwortung, das Universitätsnetzwerk für eine nachhaltige Entwicklung (UniNEtZ), die Entwicklungsorganisation Horizont 3000, und das Aktions-Netzwerk (FIAN).

Das Lehrprojekt ist auf mehreren Ebenen an Qualitätsentwicklung nicht nur hochschulintern, sondern auch extern rückgebunden. Einerseits erfolgt die Rückbindung an das hochschulinterne Qualitätsmanagement über die semesterliche Lehrevaluation sowie über interne Organisationseinheiten wie International Relations, Qualitätsmanagement und weitere universitäre Stakeholder, die am Forum teilnehmen und Rückmeldungen an Studierende geben. Andererseits fließen externe und internationale Perspektiven ein: Feedback von Stakeholdern aus Wissenschaft, Politik, Praxis und Zivilgesellschaft wird nach dem Forum erhoben, ebenso Rückmeldungen im Rahmen der ELLS Conference, bei der Ergebnisse präsentiert und mit internationalen Partnern reflektiert werden.

Zur Qualitätsverbesserung werden diese Feedbackquellen systematisch zusammengeführt. Zentrale Grundlagen sind das Debriefing mit den teilnehmenden Studierenden, die anonymisierten Ergebnisse der Lehrevaluation, Rückmeldungen der Stakeholder sowie Erfahrungen aus dem Austausch mit BOKU, CZU und SLU im ELLS-Kontext. In einer Lehreinheit zu Beginn des Folgejahres werden die gesammelten Rückmeldungen des Vorjahres, durch die Lehrenden aufbereitet, präsentiert und mit den Studierenden des Folgekurses diskutiert. Auf dieser Basis entscheiden die Studierenden im Plenum, welche Anpassungen sie für die nächste Durchführung übernehmen. Die Lehrenden justieren das Format jährlich auf Basis der Rückmeldungen didaktisch, organisatorisch und strukturell nach, insbesondere mit Blick auf Verständlichkeit, Beurteilungstransparenz, Lernunterlagen, aktive Mitarbeit, Betreuung, Inter- und Multidisziplinarität, Forschungsbezug, Arbeitsaufwand, Gruppengröße sowie die Verzahnung von Präsenz- und Onlinephasen.