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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

Plastisch-chirurgische Basistechniken mit Präparationsübungen an der Körperspende

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Dr. Stefan Hacker

Gruppenfoto aus dem Wahlfach

Ars Docendi Kategorie

Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur

Ars Docendi Kriterien

  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

< 20

Anreißer (Teaser)

Das Wahlfach „Plastisch-chirurgische Basistechniken mit Präparationsübungen an der Körperspende“ verbindet Anatomie & Chirurgie. Nahttechniken, Lappenplastiken und Wundverschluss realitätsnah an Körperspenden – Hands-On für Medizinstudierende.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das Wahlfach „Plastisch-chirurgische Basistechniken mit Präparationsübungen an der Körperspende“ wurde entwickelt, um die Lücke zwischen theoretischem Anatomiewissen und praktischer chirurgischer Anwendung zu schließen. Während der klassische Sezierkurs grundlegende Kenntnisse vermittelt, fehlen dort Möglichkeiten, operative Techniken realitätsnah zu trainieren. Gerade am Übergang in den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums gewinnen sichere Nahttechniken, Wundversorgung und der kompetente Umgang mit chirurgischen Instrumenten zunehmend an Bedeutung – nicht nur für angehende Chirurginnen und Chirurgen, sondern für alle klinisch tätigen Medizinerinnen und Mediziner.

Ziel des Lehrprojekts ist die strukturierte Vermittlung operativer Grundfertigkeiten wie Instrumentenhandhabung, Nahttechniken, Wundverschluss sowie plastisch-chirurgische Basistechniken inklusive einfacher Lappenplastiken und Eingriffe an der Brust. Gleichzeitig werden anatomische Kenntnisse vertieft, indem Studierende die praktische Relevanz unmittelbar erfahren. Darüber hinaus fördert das Wahlfach klinische Entscheidungsfähigkeit, Professionalität und Selbstreflexion.

Didaktisch basiert der Kurs auf „Hands-on“-Training in Kleingruppen mit intensivem Feedback. Die Arbeit an Körperspenden ermöglicht ein authentisches Lernumfeld mit realistischen Gewebeeigenschaften, unter strikter Beachtung ethischer Standards. Das Wahlfach stellt damit ein praxisorientiertes Modell kompetenzbasierter ärztlicher Ausbildung dar.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The elective course “Basic Plastic Surgical Techniques with Dissection Exercises on Donated Human Bodies” was developed to bridge the gap between theoretical anatomical knowledge and practical surgical application. While the traditional dissection course provides essential understanding of anatomical structures, it offers limited opportunities to practice operative techniques. As students transition into the clinical phase of medical training, skills such as suturing, wound management, and proper instrument handling become increasingly important—not only for future surgeons but for all physicians.

The primary objective of this teaching project is the structured acquisition of fundamental operative skills, including instrument handling, various suturing techniques, wound closure, and basic plastic surgical procedures such as local flaps and simple breast surgery techniques. At the same time, previously acquired anatomical knowledge is reinforced through direct practical application. The course also promotes clinical reasoning, professional responsibility, and reflective practice.

The program is based on small-group, hands-on training with close supervision and structured feedback. Working on donated human bodies provides an authentic learning environment with realistic tissue characteristics, while maintaining strict ethical standards. The elective course represents a model for competency-based, practice-oriented medical education.

Nähere Beschreibung des Projekts

Ausgangslage und Motivation für das Wahlfach „Plastisch-chirurgische Basistechniken mit Präparationsübungen an der Körperspende“

Hintergrund

1.1 Medizinische Ausbildung und praktische Fertigkeiten

In der akademischen Ausbildung von Medizinstudierenden nimmt neben der Vermittlung theoretischer Grundlagen zunehmend der Erwerb praktischer klinischer Fertigkeiten einen zentralen Stellenwert ein. Traditionell lernen Studierende Anatomie vorwiegend im Rahmen des Sezierkurses. Diese anatomische Ausbildung ist essenziell und vermittelt Verständnis für Lagebeziehungen und Gewebestrukturen, bietet aber nur begrenzte Möglichkeiten zur Anwendung chirurgischer Techniken im realitätsnahen Kontext.

1.2 Bedarf für chirurgische Basis-Skills

Mit dem Übergang vom vorklinischen zum klinischen Studienabschnitt gewinnen Fähigkeiten wie sichere Nahttechniken, Wundversorgung und Basisfertigkeiten in der (plastischen) Chirurgie an Bedeutung. Sie sind nicht nur für chirurgisch orientierte Studierende relevant, sondern für alle, die später in klinischen Settings tätig sind - sei es in Chirurgie, Notfallmedizin oder interdisziplinären klinischen Bereichen.

1.3 Motivation für das Wahlfach

Das Wahlfach „Plastisch-chirurgische Basistechniken mit Präparationsübungen an der Körperspende“ wurde daher entwickelt, um eine Lücke zwischen Anatomiewissen und praktisch-operativem Handwerk zu schließen: Studierende erhalten die Möglichkeit, unter realitätsnahen Bedingungen grundlegende plastisch-chirurgische Techniken direkt an anatomischen Präparaten zu trainieren. Die Verwendung von Körperspenden ermöglicht dabei eine unmittelbarere Erfahrung chirurgischer Techniken als es reine Modell- oder Simulator-Schulungen tun würden.

Ziele des Lehrprojekts

Das Wahlfach verfolgt mehrere Ziele:

2.1 Vermittlung operativer Grundfertigkeiten:

Studierende sollen grundlegende chirurgische Fertigkeiten erlernen, insbesondere:

  • die sichere Handhabung chirurgischer Instrumente
  • verschiedene Nahttechniken
  • Wundversorgung und Wundverschluss
  • plastisch-chirurgische Basistechniken wie Lappenplastiken und einfache Eingriffe an der Brust

Diese Fertigkeiten bilden die Basis für spätere operative Tätigkeiten in der Klinik.

2.2 Verbindung von Anatomie und chirurgischem Handwerk:

Die anatomischen Kenntnisse, die im Sezierkurs erworben wurden, sollen durch direkte Anwendung chirurgischer Techniken vertieft werden. Studierende erkennen so, wie anatomische Strukturen bei chirurgischen Interventionen praktisch relevant sind.

2.3 Entwicklung von Professionalität und klinischer Urteilsfähigkeit

Neben technischen Fertigkeiten soll das Lehrprojekt die Entwicklung klinischer Entscheidungsprozesse fördern: Auswahl geeigneter Nahttechniken, Einschätzung von Gewebestrukturen, Einschätzung von Spannungslinien bei Hautverschlüssen und die Bedeutung von optimaler Wundversorgung für die postoperative Heilung. Diese Lernziele werden auch im theoretischen Teil der Lehrveranstaltung vermittelt.

2.4 Förderung der Selbstreflexion

Die Studierenden sollen lernen, ihr eigenes praktisches Handeln kritisch zu reflektieren - eine Kompetenz, die in der klinischen Weiterbildung zentral ist.

Lehr- und Lernmethoden

Das Wahlfach zeichnet sich durch eine didaktisch vielfältige und praxisnahe Methodik aus, die auf aktive, erfahrungsbasierte Lernprozesse setzt. Die Methoden lassen sich wie folgt systematisieren:

3.1 „Hands-on“-Training in Kleingruppen:

Die Studierenden arbeiten in bewusst kleinen Gruppen zusammen (typischerweise 2-3 Personen). Das ermöglicht:

  • intensive individuelle Betreuung durch Lehrende
  • häufiges, konkretes Feedback
  • Steigerung der effektiven Zeit beim Erlernen motorischer Fertigkeiten

3.2 Realitätsnahe Ausbildungsumgebung:

Statt künstlicher Modelle werden anatomische Präparate von Körperspenden genutzt und somit menschliches Gewebe, das chirurgisch relevante Eigenschaften wie Gewebsspannung, Weichteilbeschaffenheit oder realistische anatomische Strukturen aufweist. Dies schafft ein authentisches Lernumfeld, in dem Techniken unter Bedingungen geübt werden, wie sie später in der klinischen Praxis auftreten.

Beim Einsatz von Körperspenden werden ethische Vorgaben und Respekt gegenüber den Spendern berücksichtigt. Die Lehrenden erläutern zu Beginn des Wahlfachs sowohl den wissenschaftlichen Zweck als auch den korrekten ethischen Umgang mit dem Präparat.

3.3 Strukturierter Kursablauf:

Der Kurs ist in didaktisch aufeinander aufbauende Übungseinheiten gegliedert:

  • fortgeschrittene Nahttechniken aus dem chirurgischen Alltag
  • plastisch-chirurgische Lappenplastiken zur Defektrekonstruktion
  • Basistechniken in der Brustchirurgie

Die theoretischen Grundlagen werden immer am Anfang der Kurseinheit vermittelt und beinhalten Instrumentenkunde, Sicherheitsstandards, Geschichte der plastischen Chirurgie und ethische Aspekte.

3.4 Reflexion und Feedback:

Ein zentrales Element des Lernprozesses ist die strukturierte Reflexion:

  • Lehrende geben individuelles Feedback zu Technik und Verbesserungsmöglichkeiten
  • Gruppenreflexion fördert den Vergleich und stimmt den Lernfortschritt unter den Studierenden ab

Evaluation und Ergebnisse des Lehrprojekts

4.1 Evaluation

Das Lehrprojekt nutzt mehrere Ebenen der Evaluation, um Lernerfolge und Qualität zu messen:

  • Evaluationsbögen MedUni Wien - anonymes Feedback zur LV
  • Selbsteinschätzung - Studierende schätzen die eigene Kompetenzentwicklung während des Kurses gemeinsam mit Lehrenden ein

4.2 Erreichte Lernziele

Aus bisherigen Durchführungen des Wahlfachs lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:

  • Deutliche motorische Fortschritte: Studierende berichten über signifikante Verbesserungen im Hand-Instrumenten-Geschick.
  • Erhöhtes Vertrauen in chirurgische Fertigkeiten: Die praktische Erfahrung führte zu einer messbaren Zunahme des Selbstvertrauens beim Naht- und Wundverschluss.
  • Verbesserte Integration von Anatomie und klinischem Handeln: Studierende äußerten, dass die realitätsnahen Übungen ihr anatomisches Verständnis vertieft und dessen Relevanz für chirurgische Entscheidungen verdeutlicht haben.

Schlussbemerkung

Das Lehrprojekt „Plastisch-chirurgische Basistechniken mit Präparationsübungen an der Körperspende“ stellt ein didaktisch durchdachtes, und praxisorientiertes Add-on im medizinischen Curriculum dar. Durch die Kombination von praktischen Übungen, strukturierter Anleitung und Reflexionsphasen fördert es nicht nur operative Grundfertigkeiten, sondern auch zentrale Aspekte professioneller ärztlicher Handlungskompetenz. Das Wahlfach dient somit als Modellprojekt für kompetenzorientiertes praktisches Lernen in der ärztlichen Ausbildung.

Akzeptanz und Resonanz

Evaluation

Das Lehrprojekt nutzt mehrere Ebenen der Evaluation, um Lernerfolge und Qualität zu messen:

  • Evaluationsbögen MedUni Wien - anonymes Feedback zur LV
  • Selbsteinschätzung - Studierende schätzen die eigene Kompetenzentwicklung während des Kurses gemeinsam mit Lehrenden ein

Erreichte Lernziele

Aus bisherigen Durchführungen des Wahlfachs lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:

  • Deutliche motorische Fortschritte: Studierende berichten über signifikante Verbesserungen im Hand-Instrumenten-Geschick.
  • Erhöhtes Vertrauen in chirurgische Fertigkeiten: Die praktische Erfahrung führte zu einer messbaren Zunahme des Selbstvertrauens beim Naht- und Wundverschluss.
  • Verbesserte Integration von Anatomie und klinischem Handeln: Studierende äußerten, dass die realitätsnahen Übungen ihr anatomisches Verständnis vertieft und dessen Relevanz für chirurgische Entscheidungen verdeutlicht haben.

In der aktuellen Evaluation vom WS2025, beantworteten 100% der Befragten (n=12) die Frage „Gesamt gesehen halte ich die Lehrveranstaltung für:“ mit Sehr Gut. Die Aussage „habe ich meine Untersuchungs-/Arbeitstechniken verbessert.“ beantworteten 100% mit „trifft zu“.

Nutzen und Mehrwert

Das Wahlfach „Plastisch-chirurgische Basistechniken mit Präparationsübungen an der Körperspende“ bietet einen klaren, nachhaltigen Mehrwert für die medizinische Ausbildung. Der zentrale Nutzen liegt in der gezielten Entwicklung praktischer Handlungskompetenz unter realitätsnahen Bedingungen. Studierende erwerben nicht nur theoretisches Wissen, sondern trainieren operative Basisfertigkeiten unmittelbar am menschlichen Gewebe – mit authentischer Gewebespannung, anatomischer Variabilität und klinisch relevanten Strukturen. Dies ermöglicht ein Lernniveau, das mit Modellen oder Simulatoren allein nicht erreicht werden kann.

Ein wesentlicher Mehrwert besteht in der verbesserten Sicherheit im Umgang mit chirurgischen Instrumenten und Nahttechniken. Die wiederholte praktische Anwendung in Kleingruppen fördert Feinmotorik, Hand-Auge-Koordination und Präzision. Dadurch entsteht ein solides Fundament für spätere operative Tätigkeiten – unabhängig davon, ob die Studierenden eine chirurgische Laufbahn einschlagen oder in anderen klinischen Disziplinen tätig sein werden. Auch in Notfallsituationen, der Allgemeinmedizin oder interdisziplinären Settings sind sichere Wundversorgung und strukturiertes Vorgehen essenziell.

Darüber hinaus stärkt das Wahlfach die Verknüpfung von Anatomie und klinischem Denken. Anatomische Kenntnisse werden nicht isoliert betrachtet, sondern in operative Entscheidungsprozesse eingebettet: Wahl geeigneter Nahttechniken, Einschätzung von Spannungslinien, Beurteilung von Gewebeschichten und Rekonstruktionsprinzipien. Dies fördert ein vertieftes Verständnis für chirurgische Strategien und postoperative Heilungsverläufe.

Ein weiterer Mehrwert liegt in der Förderung professioneller Haltung und Selbstreflexion. Der respektvolle Umgang mit Körperspenden sensibilisiert für ethische Verantwortung, während strukturiertes Feedback die Fähigkeit zur kritischen Selbsteinschätzung stärkt. Studierende lernen, ihre eigene Technik zu analysieren, Fehlerquellen zu erkennen und kontinuierlich Verbesserungen umzusetzen.

Insgesamt schafft das Lehrprojekt eine nachhaltige Kompetenzentwicklung: technische Sicherheit, klinisches Urteilsvermögen und professionelle Identität werden gleichermaßen gefördert. Damit leistet das Wahlfach einen substanziellen Beitrag zu einer praxisorientierten, kompetenzbasierten ärztlichen A

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2025

Das Wahlfach soll im Laufe der kommenden Semester regelmäßig evaluiert und auf aktuelle Bedürfnisse der Studierenden angepasst werden. Eine Übertragung des Konzeptes ist an jede medizinische Hochschule denkbar, die über ein anatomisches Programm mit Körperspenden verfügt. Eine Ausbaustufe des Wahlfachs im Sinne eines zweiten, aufbauenden Kurses wurde seitens der Studierenden bereits angeregt und befindet sich in der grundsätzlichen Planungsphase.

Institutionelle Unterstützung

Das Zentrum für Anatomie und Zellbiologie stellt sowohl die Räumlichkeiten als auch die Körperspenden zur Verfügung. Die Organisation der LV erfolgt ebenfalls über die OE. Die verwendeten Materialien (Instrumente, Nahtmaterial, etc.) werden teilweise von den Lehrenden und tlw. von der OE zur Verfügung gestellt.

Die LV wird über das interne Evaluationssystem beurteilt und regelmäßig anhand des Feedbacks angepasst.