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Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026

Ergotherapeutisches Arbeiten mit Gruppen und Teamarbeit

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

HCW, Studiengang Ergotherapie

4 Studierende sitzen am Boden in einem Gruppenraum eines Kindergartens, sie halten verschiedene Materialien in ihren Händen: ein Buch und verschiedende Figuren auf dünnen Holzstäben. In der Mitte vor ihnen stehen ein kleiner weißer Vogelkäfig

Ars Docendi Kategorie

Kooperative Lehr- und Arbeitsformen

Ars Docendi Kriterien

  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

20-49

Anreißer (Teaser)

Aus Konzept wird Kompetenz - Ergotherapeutische Gruppenarbeit in der Praxis

Kurzzusammenfassung des Projekts

In der Lehrveranstaltung „Arbeiten mit ergotherapeutischen Gruppen und Teamarbeit: reflexives Begleitseminar (AETGRUS)“ übernehmen Studierende frühzeitig professionelle Verantwortung: In Kleingruppen planen, gestalten und evaluieren sie über sechs bis sieben Wochen ein ergotherapeutisches Gruppenprogramm mit realen Klient*innen in kooperierenden Institutionen. Begleitet von Tutor*innen entsteht ein geschützter Lernraum, in dem fachliche Expertise, professionelle Kommunikation und Teamarbeit nicht nur theoretisch erarbeitet, sondern praktisch gelebt werden. Peer-Learning, „Learning by Doing“ und strukturierte Reflexion bilden das didaktische Fundament. Feedbackprozesse und individuelle Lernreflexionen machen Kompetenzentwicklung sichtbar und fördern die bewusste Professionalisierung. Orientiert am Kompetenzprofil von Ergotherapie Austria (Berufsverband Ergotherapie Austria, 2020) erwerben die Studierenden zentrale Rollenkompetenzen als Expertin für Betätigung, Kommunikatorin und Teamarbeiter*in. AETGRUS verbindet reale Praxis mit wissenschaftlich fundierter Reflexion – und schafft einen nachhaltigen Erfahrungsraum, in dem aus Studierenden verantwortungsbewusste Ergotherapeut*innen werden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

In the lecture ‘Working with occupational therapy groups and teamwork: reflective accompanying seminar (AETGRUS)’, students take on professional responsibility at an early stage: in small groups, they plan, design and evaluate an occupational therapy group programme with real clients in cooperating institutions over a period of six to seven weeks. Accompanied by tutors, a protected learning space is created in which technical expertise, professional communication and teamwork are not only developed theoretically, but also put into practice. Peer learning, ‘learning by doing’ and structured reflection form the didactic foundation. Feedback processes and individual learning reflections make competence development visible and promote conscious professionalisation. Based on the competency profile of Ergotherapie Austria (Professional Association of Occupational Therapy Austria, 2020), students acquire key role competencies as experts in activity, communication and teamwork. AETGRUS combines real-world practice with scientifically based reflection, creating a sustainable space for experience in which students become responsible occupational therapists.

Source: Professional Association of Occupational Therapy Austria, 2020. www.ergotherapie.at/sites/default/files/ma

Nähere Beschreibung des Projekts

In der Ergotherapie werden Interventionen in unterschiedlichen Settings (Einzelsetting, Gruppensetting, Beratung...) durchgeführt. Ein Setting, das in der Arbeit mit mehreren Klient*innen zu ein und derselben Themenstellung zum Einsatz kommen kann, ist die Gruppe. In einem Gruppensetting wird, entsprechend der Zielgruppe der Teilnehmer*innen, ein therapeutisches Gruppenkonzept geplant und umgesetzt.

Um Studierende des Bachelorstudiengangs Ergotherapie an der Hochschule Campus Wien entsprechend auf die besonderen Herausforderungen und Chancen des Gruppensettings in der Praxis vorzubereiten, findet im 4. Semester der Vollzeit-Organisationsform (VZ) bzw. im 6.Semester der verlängert berufsbegleitenden Organisationsform (VBB) die Lehrveranstaltung „Arbeiten mit ergotherapeutischen Gruppen und Teamarbeit: reflexives Begleitseminar (AETGRUS)“ statt. Diese Lehrveranstaltung ist in das Modul: "Arbeiten mit ergotherapeutischen Gruppen (AETGRU)" eingebettet. Die zweite Lehrveranstaltung in diesem Modul „Planen und Leiten von ergotherapeutischen Gruppen: Grundlagen und Praxis (ETGRU)“ bildet die theoretische Basis dafür. 

Kompetenzen, die die Studierenden zu diesem Ausbildungszeitpunkt bereits erworben haben und auf denen die Lehrveranstaltung AETGRUS aufbaut sind folgende:

  • Analysieren von Aktivitäten/Betätigungen
  • Klient*innenzentrierte Gesprächsführung
  • Der ergotherapeutische Prozess
  • Planen von Gruppen und das Arbeiten mit Gruppen

Ziel:

Die Studierenden lernen die Umsetzung eines ergotherapeutischen Gruppenprogramms mit Klient*innen direkt vor Ort in einem Gruppensetting. Im Rahmen von begleitenden Tutorien erarbeiten die Studierenden die Vorbereitung, Planung, Dokumentation und Reflexion der Gruppenaktivitäten. Im Beisein der Tutor*innen werden diese Aktivitäten mit den Teilnehmer*innen der jeweiligen Zielgruppe durchgeführt. Dabei kommen verschiedene Formen der Anleitung in unterschiedlichen Sozialformen zur Anwendung. Das spezifische Gruppenprogramm wird an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepasst.

Bezugnehmend auf das Kompetenzprofil von Ergotherapie Austria (Berufsverband Ergotherapie Austria, 2020) erwerben die Studierenden Kompetenzen in den Rollen als Expert*in für Betätigung, Kommunikator*in und Teamarbeiter*in.

Im Detail sind folgende Lernergebnisse für die Lehrveranstaltung AETGRU definiert:

  • Die Studierenden können im Team den ergotherapeutischen Prozess für die Klient*innengruppe planen und entwickeln diesen durch Feedback und kritische Reflexion weiter.
  • Die Studierenden können unterschiedliche Rollen in der Teamarbeit übernehmen, analysieren und reflektieren die eigenen Stärken und Schwächen in der Ausübung dieser Rollen und gestalten aktiv ihren individuellen Entwicklungsprozess in diesem Zusammenhang.
  • Die Studierenden können ethische, interkulturelle, gender- und generationsspezifische sowie interprofessionelle Aspekte für die Umsetzung in der Praxis diskutieren.
  • Die Studierenden beteiligen sich aktiv und konstruktiv an der Teamarbeit und den Planungs- und Reflexionsprozessen.
  • Die Studierenden können die Teamprozesse und ihren Anteil daran reflektieren und ihre Kooperationsfähigkeit erweitern.

Bei der didaktischen Konzeption der LV AETGRUS wird in hohem Maße auf den Peer-Lern-Effekt und auf die Vorzüge von "learning by doing" gesetzt. Das Lernen durch Feedback sowie die reflexive Praxis sind wesentliche Bestandteile dieser Lehrveranstaltung.

Die Besonderheit der LV AETGRUS liegt in der Kooperation mit diversen Institutionen aus unterschiedlichen Fachbereichen im Raum Wien. Neben den Klient*innen innerhalb der Zielgruppe der ergotherapeutischen Gruppenangebote sind Studierende, Lehrende, Tutor*innen und Ergotherapeut*innen (bzw. andere Netzwerkpartner*innen) der Institutionen an dieser Lehrveranstaltung beteiligt. Es können auch Mitarbeiter*innen und Führungskräfte der Institutionen wie z.B.: Pflegepersonal und Mediziner*innen involviert sein.

Die Kooperationspartner umfassen folgende Einrichtungen:

Kindergärten verschiedener Trägerorganisationen,

Einrichtungen des WiGev (Ambulatorium und Pflegewohnheim),

Sozialpsychiatrisches Ambulatorium und

Österreichische Krebshilfe Wien.

Zielgruppe Studierende:

Durch das Einnehmen unterschiedlicher Rollen – verbunden mit spezifischen Aufgabenstellungen – bringen sich die Studierenden aktiv in die Lehrveranstaltung ein, folgende Aufgaben sind hier zu erfüllen:

Rolle innerhalb des Teams

  •  Jede*r Studierende*r übernimmt einmal die Gesprächsleitung bei der Teambesprechung
  •  Selbständiges Organisieren und Übernehmen von Aufgaben im Rahmen der LV
  •  Jede*r Studierende*r übernimmt einmal die schriftliche Dokumentation

Rolle in den Institutionen vor Ort

  •   Kontaktaufnahme mit den Mitarbeiter*innen der jeweiligen Institutionen bei Terminen vor Ort
  •  Informationsweitergabe über den Verlauf der Gruppe
  •   Einhalten von Regeln der jeweiligen Institution
  •   Einhalten der Verschwiegenheitspflicht

Rolle während der Gruppenaktivität

Jede*r Studierende*r muss mind. einmal folgende Rollen im Verlauf der sechs Gruppentermine eingenommen haben:

  •   Leitungsrolle
  •   Co-Leitung
  •   Beobachter*in

 Rolle bei den Tutorien und LV Terminen

  •  Zeitgerechte Abgabe der schriftlichen Dokumentationen bei den Tutor*innen
  •  Selbständiges Organisieren und Übernehmen von Aufgaben im Rahmen der Lehrveranstaltung

Zielgruppe Gruppenteilnehmer*innen:

In der inhaltlichen Umsetzung der Lehrveranstaltung stellen die Teilnehmer*innen der Gruppenaktivitäten die spezifischen Zielgruppen des jeweiligen Programms dar.

Ergotherapeutische Gruppenangebote werden laufend auf individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe abgestimmt, Inhalte entsprechend aufbereitet und vermittelt.

In den begleitenden Tutorien werden die Gruppenaktivitäten reflektiert und die nächste Gruppeneinheit geplant.

Bei der Auswahl der jeweiligen Gruppenprogramme handelt es sich um evidenzbasierte und in der Praxis erprobte und bewährte Angebote innerhalb der ergotherapeutischen Berufspraxis.

Folgende Gruppenprogramme kommen für die jeweiligen Fachbereiche zum Einsatz:

  • ZEPS - Zugehörigkeit erleben. Perspektive schaffen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen
  • MAKS - motorisch, alltagspraktisch, kognitiv, sozial für Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen
  • Zaubern ist doch gar nicht schwer für Kinder zum Training graphomotorischer Funktionen
  • Energiekompass - Selbstmanagementprogramm für Menschen mit Fatiguesyndrom
  • Rückenschule - Ergonomie und rückengerechtes Verhalten im Alltag für Menschen in der Rehabilitation nach Erkrankungen der Wirbelsäule

Methodik und Ergebnisse:

Die Studierenden der Organisationsform Vollzeit (38 Studierende) bzw. Berufsbegleitend (26 Studierende) teilen sich, nach eigenem Interessensschwerpunkt, zu Gruppen mit je vier bis sechs Personen ein. Jede Studierendengruppe arbeitet mit jeweils einer Klient*innengruppe mit einem spezifischen ergotherapeutischen Gruppenprogramm über einen Zeitraum von sechs bis sieben Wochen. Die Auswahl der Klient*innen für die einzelnen Gruppen erfolgt einerseits über das Personal der Institutionen bzw. können sich Klient*innen auch selbst für die Teilnahme an einer Gruppe anmelden. Die Gruppen finden in den Räumlichkeiten der jeweiligen Institutionen statt.

Vorbereitend für die Gruppenaktivitäten finden die Einführungen der ergotherapeutischen Gruppenprogramme und eine Einführungs-Vorlesung statt. Im Verlauf der Lehrveranstaltung wechseln sich Tutorien (Kleingruppe plus zugeteilte*r Tutor*in) sowie Gruppeneinheiten in den Institutionen (Studierendengruppe mit Gruppenteilnehmer*innen; teilweise supervidiert von Tutor*innen) und Teambesprechungen einander regelmäßig ab. Dabei werden die Studierenden bei der Planung, Durchführung und Evaluierung der Gruppenaktivitäten vom Lehrpersonal unterstützt.

Folgende Auflistung stellt den Ablauf der Lehrveranstaltung im Überblick dar:

Einführungs – LV:

  • Information zu den jeweiligen Institutionen
  • Klären der Erwartungen und Herausforderung von AETGRUS bzw. Fragen zum begleitenden Handbuch
  • Erarbeiten einer Teamkultur in den jeweiligen Kleinteams

Programmeinführung:

  • Spezifische Vorbereitung auf das jeweilige Gruppenprogramm durch erfahrene Lehrpersonen/Ergotherapeut*innen

Tutorium 1 - Erstkontakt in der Institution:

  • Spezifische Vorbereitung auf den ersten Termin in der Institution z.B.: Inhalte des ersten Termins, Kontaktaufnahme, Befundung,…

Gruppeneinheiten 1:

  • Kennenlernen der Gruppenteilnehmer*innen, ggf. der zuständigen Ergotherapeut*innen und der Gegebenheiten in den jeweiligen Institutionen

Gruppeneinheiten 2 – 6/7:

  • Inhaltliche Durchführung der Gruppenprogramme mit den Teilnehmer*innen

Die Gruppeneinheiten vor Ort sind durch drei Phasen charakterisiert:

  • Die Vor-/Nachbereitung der Gruppe
  • Durchführung der Therapieeinheit mit der Einnahme der jeweiligen Rolle (Leitung/Co-Leitung/Beobachter*in)
  • Nachbereitung: Reflexion der eigenen Lernerfahrungen und der inhaltlichen Aspekte

Tutorium 2 – 6:

  • Reflexion der Lernerfahrungen
  • Bericht von der letzten praktischen Einheit
  • Präsentieren und Begründen der Planung der nächsten Einheit

Abschlusstutorium:

  • Präsentation des Abschlussberichts
  • Individuelle Lernreflexion und Abschluss mit Tutor*in

Zum Abschluss der Lehrveranstaltung geben die Studierenden eine Dokumentation der gesamten Gruppenplanung sowie einen schriftlichen Abschlussbericht ab. Dieser wird von den Studierenden im Plenum auch mündlich präsentiert. Im Anschluss an die Präsentation werden Fragen aus dem Plenum beantwortet. In einer individuellen Reflexion innerhalb der Studierendengruppe definiert jede*r Studierende*r den persönlichen Kompetenzerwerb sowie weitere Entwicklungsfelder. Impulsfragen geben dabei eine Hilfestellung zur Strukturierung.

Mittels Reflexionsfragen zu förderlichen und hinderlichen Aspekten im Verlauf der Lehrveranstaltung wird im Anschluss ein Stimmungsbild erhoben und mithilfe einer interaktiven Flipchartgaleriedokumentiert.

Durch die didaktische und methodische Konzeption dieser Lehrveranstaltung werden die Studierenden gefordert sich aktiv in einem praxisrelevanten Setting mit realen Klient*innen auseinanderzusetzen, wodurch ihnen eine wertvolle Praxiserfahrung und Erweiterung ihrer Kompetenzen als angehender Ergotherapeut*innen ermöglicht wird.

Quelle:

Berufsverband Ergotherapie Austria, 2020. www.ergotherapie.at/sites/default/files/materials/kompetenzpfrofil_druck_final.pdf, abgerufen am 16.2.2026

Akzeptanz und Resonanz

Von der Einführung der Lehrveranstaltung bis zum Sommersemester 2024 nutzten die Studierenden im Rahmen des Abschlusstutoriums die Möglichkeit, Rückmeldungen zu inhaltlichen und organisatorischen Aspekten der Lehrveranstaltung zu geben.

Seit dem Sommersemester 2025 werden die Studierenden zusätzlich eingeladen, die Qualität der Lehrveranstaltung mittels eines anonymen Online-Fragebogens über Microsoft Forms zu bewerten. Der Fragebogen umfasst unter anderem Fragen zum Kompetenzgewinn in Bezug auf die Rollenübernahme bei der Anleitung einer Gruppe, zur Interaktion und Teamarbeit sowie zur Umsetzung des ergotherapeutischen Prozesses. Darüber hinaus werden die wahrgenommene Qualität der Begleitung durch die Tutor:innen sowie die Effektivität der eingesetzten Programme bei den jeweiligen Klient:innengruppen eingeschätzt.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine hohe bis sehr hohe Zufriedenheit mit der Lehrveranstaltung. Konstruktive Rückmeldungen zu Verbesserungspotenzialen bezogen sich vor allem auf die zeitliche Organisation der Lehrveranstaltung. Gleichzeitig gaben alle teilnehmenden Studierenden an, dass ihre Erwartungen an die Lehrveranstaltung vollständig erfüllt wurden. Besonders hervorgehoben wurden die starke Praxisorientierung sowie die Möglichkeit, ergotherapeutische Gruppenprogramme mit realen Klient:innen umzusetzen.

Nutzen und Mehrwert

Die Lehrveranstaltung „Arbeit mit ergotherapeutischen Gruppen und Teamarbeit: reflexives Begleitseminar“ gewährleistet einerseits eine vertiefte Auseinandersetzung mit praxisrelevanten ergotherapeutischen Programmen bzw. Konzepten. Andererseits ermöglicht die Lehrveranstaltung den Studierenden unter Begleitung von Tutor*innen diese Programme/Konzepte in der Praxis mit Klient*innen der entsprechenden Zielgruppen anzuwenden. In diesem Setting üben und entwickeln Studierende wichtige Kompetenzen in den Rollen der Expert*in für den ergotherapeutischen Prozess, der Kommunikator*in und der Teamarbeiter*in. Vom aktiven Tun in der Arbeit mit den Klient*innen, über laufend stattfindende Reflexionsprozesse und das Peer-Feedback im Austausch untereinander und mit den Tutor*innen findet ein kontinuierlicher Lernprozess statt. Ebenso bietet der Kontakt zu den Personen in den Institutionen, wo die Gruppen stattfinden, die Möglichkeit professionelle Beziehungen zu Einzelpersonen und zu Gruppen aufzubauen und respektvolle und wertschätzende Kommunikation sowohl mit Klient*innen als auch mit Kolleg*innen vor Ort zu üben und weiterzuentwickeln. Weiters stärkt die Arbeit in der Gruppe Team- und Kommunikationsfähigkeit. Auch lernen Studierende, Ergotherapie als einen relevanten Faktor für Betätigung, Teilhabe und Förderung der Autonomie von Klient*innen gegenüber Personen anderer Berufsgruppen zu vertreten. Zudem lernen sie ihre fachliche Expertise bei der Durchführung der ergotherapeutischen Programme gezielt einzubringen, die Inhalte adäquat aufzubereiten und an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen flexibel anzupassen. Ebenso ermöglicht das Konzept der Lehrveranstaltung die Kooperation mit Institutionen, wo Ergotherapie bis jetzt noch nicht etabliert war, wie zum Beispiel die Krebshilfe Wien. Dies stellt einen zusätzlichen Mehrwert dar, da dadurch neue Berufsfelder der Ergotherapie erschlossen werden können. Zukünftig werden in der Konzeption dieser Lehrveranstaltung weitere Kooperationen mit bisher „ergotherapiefremden“ Einrichtungen angedacht. Einen zusätzliche Mehrwert stellt die Tatsache dar, dass auch erfahrene und kompetente Kolleg*innen aus der ergotherapeutischen Praxis als Tutor*innen gewonnen werden, die mit ihrer Expertise die Studierenden sehr gut in allen Phasen der Lehrveranstaltung begleiten können.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2023

Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: bis auf weiteres bleibt diese Lehrveranstaltung fester Bestandteil des Curriculms des Bachelorstudiengangs ERGOTHERAPIE an der HCW- Hochschule Campus Wien.

Die Lehrveranstaltung stellt bereits eine Weiterentwicklung eines früheren Formats dar und ist aus der Lehrveranstaltung „Aktivitäten und Betätigung und deren therapeutische Anwendung“ hervorgegangen. In diesem ursprünglichen Format war das Gruppenangebot ausschließlich auf Personen in geriatrischen Einrichtungen ausgerichtet.

Mit der Curriculumsüberarbeitung 2020 wurde das Modell der Lehrveranstaltung auf weitere ergotherapeutische Fachbereiche ausgerollt. Zukünftig können durch die Kooperation mit weiteren Institutionen zusätzliche Arbeitsfelder der Ergotherapie erschlossen werden. Rückmeldungen von Tutor:innen, Studierenden, Klient:innen sowie weiteren Stakeholdern werden systematisch aufgegriffen, um die Methodik der Lehrveranstaltung kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auch inhaltlich bleibt das Format flexibel: Neue ergotherapeutische Gruppenprogramme können bestehende Angebote ergänzen oder ersetzen. Auf diese Weise lassen sich innovative Best-Practice-Beispiele integrieren um Kompetenzen entsprechend dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis zu vermitteln. Generell kann die Idee der Methodik auch auf andere Lehrveranstaltungen umgesetzt werden - in einem kleinen Rahmen passiert das auch schon im 6.Semester des Vollzeit - Organisationsform des Ergotherapie Studiums.

Institutionelle Unterstützung

Die curriculare Lehrveranstaltung ist Teil des Bachelorstudiengang Ergotherapie. Aufgrund der großen Anzahl an Lehrenden bzw. Tutor*innen und der vielen Studierendengruppen erfordert der Ablauf eine gute Raumplanung für ausreichende Räumlichkeiten, wo einerseits theoretische Inhalte (ergotherapeutische Gruppenprogramme, Arbeiten mit Gruppen) vermittelt werden können, aber auch die Besprechungen mit den jeweiligen Tutor*innen stattfinden können. Weiters werden manche dieser Besprechungen auch online mittels Zoom- Meeting durchgeführt. Die Moodle-Plattform wird genutzt um diverse Unterrichtsinhalte (Manuale der ergotherapeutischen Programme, Literatur, Informationen hinsichtlich Organisation der Gruppen in den Institutionen, Termine der Gruppeneinheiten) bereit zu stellen und andererseits um Berichte, Gruppenkonzepte und jegliche schriftliche Dokumentation von Seiten der Studierenden hochzuladen. Alle diese Aspekte werden durch die Studiengangsadministration, durch das Infrastrukturmanagement und durch die Online-Services der HCW ermöglicht. Aufgrund der entsprechenden Budgetierung können auch Kolleg*innen aus der ergotherapeutischen Praxis als Tutor*innen gewonnen werden, was einen zusätzlichen Mehrwert für die Lehrveranstaltung darstellt.

An der Hochschule Campus Wien (HCW) wird einmal pro Studienjahr eine Online-Befragung zur Zufriedenheit der Studierenden durchgeführt. Die Ergebnisse werden an den jeweiligen Studiengang zurückgemeldet und dienen als Grundlage für Anpassungen auf inhaltlicher, methodischer sowie organisatorischer Ebene.

Ein weiterer Bestandteil der Qualitätssicherung ist die Evaluierung der Lehrenden dieser Lehrveranstaltung durch die Studierenden. Dieser Evaluierungsprozess wird nach der Noteneintragung gestartet, sodass die Lehrenden die Rückmeldungen einsehen und für ihre Weiterentwicklung nutzen können. In Abstimmung mit der:dem Lehrveranstaltungskoordinator:in fließen diese Ergebnisse in einen kontinuierlichen Verbesserungs- und Anpassungsprozess der Lehrveranstaltung ein.