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Zuletzt aktualisiert am 04.06.2025

Critiques & Disruptions of Power in the Arts - A Global Classroom

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Ars Docendi Kriterien

  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Perspektivenerweiterung und Internationalisierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

20-49

Anreißer (Teaser)

Machtkritik durch Kunst: global, interdisziplinär, transformativ. Das Projekt Critiques of Power in the Arts hinterfragt Machtstrukturen in Kunst und Gesellschaft, vernetzt internat. Akteur*innen und eröffnet neue Perspektiven für sozialen Wandel.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das Lehrprojekt Critiques and Disruptions of Power in the Arts: A Global Classroom war eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der mdw Wien, der University of Michigan und der Hochschule Niederrhein im Studienjahr 2023/2024. Ziel war es, Machtstrukturen nicht nur in den Künsten, sondern auch in gesellschaftlichen Prozessen kritisch zu hinterfragen, internationale Netzwerke zu stärken und und Impulse für soziale Transformation zu setzen.

Durch die Kombination von Blended Learning mit einer Präsenzwoche in Wien bot das Projekt 190 Studierenden, Lehrenden und Expert*innen eine Plattform zur Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit, Dekolonialisierungskritik und globalen Machtasymmetrien. Neben Seminaren, Roundtables und Workshops schuf die Kooperation mit den Wiener Festwochen sowie Kollektiven wie d/Arts und der Brunnenpassage Wien anhand von Einblicken in die lokale Kulturszene einen direkten gesellschaftlichen Bezug.

Den Abschluss bildete eine internationale Konferenz, die durch innovative Formate wie Joint Musicking und künstlerische Forschung neue Perspektiven auf soziale Gerechtigkeit eröffnete. Das Projekt wird im Sommersemester 2025 mit dem internationalen Seminar Quality versus Participation? Politics in Music and Performing Practices (mdw, University of Cape Coast Ghana, University of Maiduguri Nigeria, Hildesheim Center for World Music Deutschland, Kunstuniversität Linz) fortgeführt, um globale Allianzen für gesellschaftlichen Wandel weiter zu stärken.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The teaching project Critiques and Disruptions of Power in the Arts: A Global Classroom was an interdisciplinary collaboration between mdw Vienna, the University of Michigan, and Hochschule Niederrhein during the 2023/2024 academic year. Its goal was to critically examine power structures not only in the arts but also in broader societal processes, strengthen international networks, and generate impulses for social transformation.

By combining blended learning with an in-person week in Vienna, the project provided a platform for 190 students, educators, and experts to engage with issues of social inequality, decolonial critique, and global power asymmetries. In addition to seminars, roundtables, and workshops, collaborations with the Wiener Festwochen and artistic collectives such as d/Arts and Brunnenpassage Wien created a direct societal connection through insights into the local cultural scene.

The project culminated in an international conference that introduced new perspectives on social justice through innovative formats such as joint musicking and artistic research. It will continue in the summer semester of 2025 with the international seminar Quality versus Participation? Politics in Music and Performing Practices (mdw, University of Cape Coast Ghana, University of Maiduguri Nigeria, Hildesheim Center for World Music Germany, Kunstuniversität Linz) to further strengthen global alliances for societal change.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das Lehrprojekt Critiques and Disruptions of Power in the Arts: A Global Classroom war eine groß angelegte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der University of Michigan, der mdw-Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Hochschule Niederrhein im Studienjahr 2023/2024. Sein zentrales Anliegen war es, neue Formen der künstlerischen und kritischen Auseinandersetzung mit Machtstrukturen in den Künsten zu entwickeln und internationale Netzwerke zu stärken, um einen nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel zu fördern.

Das Projekt entstand aus der dringenden Notwendigkeit, bestehende Strukturen und Hierarchien in Kunst und Kultur – und darüber hinaus in der gesamten Gesellschaft – zu hinterfragen. In einer Welt, die von sozialen Ungleichheiten und globalen Asymmetrien geprägt ist, braucht es neue Denkansätze, die über den Kulturbetrieb hinauswirken und zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen. Critiques and Disruptions of Power in the Arts bot Studierenden eine Plattform zur Reflexion und kritischen Analyse, ermöglichte aber auch die Entwicklung innovativer Strategien für sozialen Wandel. Durch die Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und die Förderung von Solidarität und ethischer Führung entstanden Impulse, die nicht nur den Kunst- und Kulturbereich, sondern auch politische, wirtschaftliche und soziale Strukturen beeinflussen können. Das Projekt leistete somit einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung demokratischer Prinzipien, zur Förderung von Diversität und zur Sensibilisierung für Gerechtigkeitsfragen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten.

Das Lehrkonzept setzte auf eine Kombination aus Blended Learning, interaktiven Seminarformaten und projektbasiertem Lernen. In den Monaten vor dem zentralen Präsenzseminar in Wien fanden vorbereitende Online-Meetings statt, um die Teilnehmenden miteinander zu vernetzen und erste Diskussionen anzustoßen. Parallel dazu arbeiteten die Partnerinstitutionen mit ihren Studierenden an den thematischen Schwerpunkten, um zentrale Fragen für die Präsenzveranstaltungen in Wien zu formulieren, Studierendeninteressen und -erwartungen zu sammeln und die Grundlage für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit zu legen. Während dieser zehn Wochen tauschten sich Studierendengruppen im Rahmen ihrer jeweiligen Curricula über ihre Erfahrungen in den Künsten und in verschiedenen kulturellen Kontexten aus.

Der Höhepunkt des Lehrprojekts war eine intensive Präsenzveranstaltung vom 22. bis 27. April 2024 an der mdw-Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. In dieser Woche kamen rund 190 Studierende, Lehrende und internationale Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen wie Musik, Darstellende Kunst, Kulturwissenschaften, Kulturmanagement und -politik, Philosophie, Soziologie und verwandten Bereichen zusammen, um sich in Seminaren, Roundtables und Workshops über Themen wie Geschlechter- und soziale Ungleichheiten, Dekolonialisierungskritik, globale Asymmetrien, Rassismus sowie Identität in der Krise auszutauschen. Diese Woche bestand aus zwei thematisch verbundenen Teilen: dem internationalen Seminar und einer daran anschließenden großen Konferenz:

Zwischen dem 22. und 24. April wurde ein intensives Seminar mit 40 Teilnehmenden und sieben internationalen Vortragenden organisiert: Univ.-Prof. Dr. Lisa Gaupp, Dr. Tatjana Nikolić (mdw); Prof. Dr. Nicola Scherer (Hochschule Niederrhein); Sibusisu Proske, Tiana Kruškić (If A Bird); Prof. Dr. Antonio C. Cuyler, Assoc. Prof. Jonathan Kuuskoski (University of Michigan). Etwa ein Viertel der Studierenden stammte von der University of Michigan (USA), ein weiteres Viertel von der mdw (Österreich), ein weiteres von der Hochschule Niederrhein (Deutschland), während die übrigen aus unterschiedlichen Institutionen und Kontinenten (u. a. Ghana, Libanon, Bahrain) kamen. In einem gemeinsam erarbeiteten Curriculum fanden moderierte Diskussionen, Exkursionen, Roundtables und Vorträge statt. Zudem erhielten die Studierenden die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten aus aller Welt auszutauschen und dadurch neue Perspektiven zu gewinnen.

Das dreitägige Seminar begann mit einer theoretischen Fundierung, in der Begriffe wie Macht, Empowerment und die Kritik an ungleichen Machtstrukturen sowie globale Asymmetrien und mögliche Solidaritätsstrategien in den Bereichen Musik und darstellende Kunst diskutiert wurden. Anschließend reflektierten die Studierenden diese Inhalte in einem künstlerischen Format. Auch im weiteren Verlauf standen die Definition und Kritik von Macht in den darstellenden Künsten im Fokus. Anhand konkreter Projekte wurden nachhaltige und inklusive Strukturen im Kulturbetrieb in verschiedenen Weltregionen analysiert, insbesondere Initiativen zur Förderung marginalisierter Gruppen. Ein Schlüsselmoment war die Diskussion mit dem künstlerischen Leiter des Festivals Wiener Festwochen, das sich unter neuer künstlerischer Leitung von Milo Rau als „Freie Republik Wien“ neu erfand. Auf Grundlage eines durch die Studierenden der University of Michigan vorab erarbeiteten „Code of Ethics“ für Kulturschaffende entstand eine lebhafte Diskussion zur (Un-)Möglichkeit eines universell gültigen Verhaltenskodex.

Während dieser Seminartage erarbeiteten die Studierenden eigene Kommentare zu den Diskussionen und Vorträgen, um diese in der Abschluss-Session der anschließenden Konferenz mit dem weiteren Publikum zu diskutieren. Durch den Austausch mit künstlerischen Kollektiven wie d/Arts Vienna und der Brunnenpassage Wien erhielten Studierende die Möglichkeit, sich mit der lokalen Kunstszene zu vernetzen. Einige der produzierten Beiträge werden in einer internationalen thematischen Sammlung veröffentlicht, die als Open-Access-Publikation von der mdw herausgegeben wird (Publikation voraussichtlich 2026).

Vom 25. bis 27. April 2024 erweiterte eine internationale Gruppe von Praktiker*innen, Forschenden und Künstler*innen die Diskussion, brachte neue Perspektiven ein und förderte das Networking. Die Konferenz diente als (performativer) Diskursort für die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragen und setzte dabei auf unkonventionelle Formate wie Ko-Kreation, Joint Musicking, Workshops und künstlerische Forschung. 

Das Prinzip des „es anders Machens“ prägte auch die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen. Ein 37-köpfiger erweiterter Programmbeirat, bestehend aus Lehrenden und Expert*innen verschiedener Kunsthochschulen und Konservatorien, trug zur inhaltlichen Vielfalt und Relevanz bei. Um Entscheidungsmacht zu pluralisieren, wurde das Programm ko-kuratiert und hinterfragte etablierte Grenzen – zwischen Theorie und Praxis, Wissenschaft und Kunst sowie Globalem Norden und Süden.

Mitglieder des Programm-Komitees der Veranstaltung waren neben mdw-Angehörigen verschiedener Organisationseinheiten und Institute (IKM, IMP, ARC, GGD, IVE, MRS) und Einzelpersonen auch Mitglieder verschiedener Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge): Brunnenpassage Wien, D/Arts, Diplomatische Akademie Wien, EDUCULT Wien, Forest University Fruška Gora, Kunstuniversität Linz, Leuphana Universität Lüneburg, mica – music austria, Österreichische UNESCO- Kommission, Salam Music Wien, TU Wien, Universität Oldenburg, Universität Wien, University College Dublin, University of Arts Helsinki, University of Guilan Iran, University of London, vera* Wien, Zeppelin Universität Friedrichshafen und andere.

Im Anschluss an die Präsenzphase in Wien beinhaltete das Lehrprojekt umfangreiche Online-Evaluations-Nachbesprechungen, auf deren Grundlage ein weiteres internationales Seminar für das Sommersemester 2025 mit dem Titel „Quality versus Participation? Politics in Music and Performing Practices“ entstand,das als Weiterentwicklung des ersten Seminars „A Global Classroom“ fungiert. Wie das ursprüngliche Lehrprojekt wird auch dieses Seminar im Blended Learning-Format mit vor- und nachbereitenden Online-Treffen sowie einer einwöchigen internationalen Präsenzveranstaltung vom 30. Mai bis 6. Juni 2025 an der mdw stattfinden. Ziel des Seminars ist es, die politische Bedeutung künstlerischer Ausdrucksformen zu reflektieren und zu untersuchen, wie Kunst in Postkonflikt-Kontexten wirken und zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) beitragen kann.

Das Seminar wird im Team-Teaching an der mdw (Univ.-Prof. Dr. Lisa Gaupp, Ass.Prof. Dr. Marko Kölbl, Senior Scientist Dr. Magdalena Fürnkranz) in Kooperation mit der SDG Graduate School „Performing Sustainability“ – einer Zusammenarbeit zwischen der University of Cape Coast (Ghana, Dr. Eric D. Otchere), der University of Maiduguri (Nigeria, Prof. Dr. Saliba B. James) und dem Hildesheim Center for World Music (Deutschland, Prof. Dr. Raimund Vogels) – sowie der Kunstuniversität Linz (Univ.-Prof. Dr. Amalia Barboza, Dr. Murat Ates) organisiert.

Ein zentraler Bestandteil des Seminars ist die Teilnahme an den Wiener Festwochen, was zugleich die Weiterführung der Kooperation aus dem ersten Lehrprojekt darstellt. Unter der künstlerischen Leitung von Milo Rau wird das Festival eine tiefgehende politische Reflexion über Kunst und Gesellschaft ermöglichen. Die Seminarwoche bietet den Studierenden der mdw, der Kunstuniversität Linz sowie den Doktorand*innen der Graduiertenschule eine fundierte Auseinandersetzung mit performativen Praktiken als Elemente gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Dabei stehen insbesondere der Diskurs über Machtverhältnisse, Partizipation und künstlerische Qualität im globalen Kontext im Fokus, was wiederum als thematische Brücke zum „Global Classroom“ gedacht ist.

Durch die Vernetzung mit weiteren Studierenden europäischer Universitäten, die im Rahmen des Campus-Projekts der Wiener Festwochen an künstlerischen und diskursiven Veranstaltungen teilnehmen, entsteht ein transnationaler Dialog über künstlerische Exzellenz, kulturelle Partizipation, die gesellschaftliche Anschlussfähigkeit künstlerischer Praktiken und gesellschaftlichen Wandel. Gemeinsame Besuche und anschließende Reflexionen ausgewählter Performances dienen dabei als Grundlage für weiterführende Debatten zur Wechselwirkung von Kunst und Politik.

Ein weiterer Schwerpunkt der Seminarwoche ist die kritische Auseinandersetzung mit eurozentrischen Vorstellungen von künstlerischer Exzellenz. Sowohl die mdw als auch die Wiener Festwochen haben sich in den letzten Jahren intensiv mit ihrer eigenen institutionellen Vergangenheit und Gegenwart auseinandergesetzt – insbesondere im Hinblick auf Elitismus und partizipative Kulturpolitiken. Diese Reflexion soll die Teilnehmenden ermutigen, tradierte Kunstbegriffe zu hinterfragen und neue Perspektiven auf die Rolle von Kunst in gesellschaftlichen Transformationsprozessen zu entwickeln – eine weitere thematische Brücke zum ersten Lehrprojekt.

Das Seminar ist, wie „The Global Classroom“, sowohl interdisziplinär als auch transdisziplinär ausgerichtet und bringt Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen und kulturellen Kontexten zusammen. Es wird eine heterogene Gruppe von mdw-Studierenden erwartet, die nicht nur untereinander, sondern auch mit ihren ghanaischen und nigerianischen sowie Linzer Kommiliton*innen in einen intensiven Austausch treten werden.

Dieser Dialog wird zusätzlich durch die vielfältigen Forschungsfelder der beteiligten Lehrenden bereichert. Durch die Integration von Perspektiven aus Cultural Institutions Studies, Popular Music Studies, Ethnomusikologie, interkultureller Philosophie sowie Künstlerischer Forschung gewinnen die Studierenden vielfältige Einblicke in globale Phänomene und werden ermutigt, ihre eigene Rolle als Akteur*innen einer gemeinsamen Welt zu reflektieren.

Akzeptanz und Resonanz

Das Lehrprojekt wurde von Studierenden äußerst positiv aufgenommen und übertraf mit seiner hohen Beteiligung die Erwartungen. Dies zeigt sich in den Evaluierungen sowie im umfassenden Studierenden-Feedback.

Die Teilnehmenden waren heterogen zusammengesetzt: Studierende aus Kulturwissenschaften, Musik und Theater, (Ethno-)Musikologie, Theaterwissenschaft, Kulturmanagement sowie Kunst- und Sozialwissenschaften nahmen teil. Neben künstlerisch orientierten Studierenden waren auch solche mit theoretischem Schwerpunkt vertreten. Diese interdisziplinäre Mischung wurde als wertvoll empfunden, da sie vielseitige Perspektiven ermöglichte.

Auch das Studienlevel variierte stark: Bachelor-, Master- und Promotionsstudierende brachten unterschiedliche Erfahrungsniveaus ein. Einige verfügten bereits über berufliche Praxis im Kunst- und Kulturbereich, während andere noch am Beginn ihrer Laufbahn standen. Diese Vielfalt förderte den Austausch zwischen theoretischer Reflexion und praktischer Erfahrung.

Die kulturelle und sprachliche Diversität der Gruppe trug maßgeblich zur Perspektivenvielfalt bei. Viele Studierende hatten mehrsprachige Erfahrungen und familiäre Bezüge zu verschiedenen Ländern. Neben Personen aus Österreich nahmen Teilnehmende aus Deutschland, anderen europäischen Ländern, Nordamerika sowie dem Globalen Süden teil. Dies ermöglichte einen transkulturellen Dialog über Kunst, Partizipation und Machtstrukturen. Mehrsprachigkeit spielte eine zentrale Rolle. Neben Englisch als Arbeitssprache fanden auch Diskussionen in anderen Sprachen statt, insbesondere im informellen Austausch. Dies wurde als Bereicherung wahrgenommen, da akademischer und künstlerischer Diskurs nicht an eine dominante Sprache gebunden sein muss. Einige Teilnehmende empfanden den Austausch mit muttersprachlichen Sprecher*innen jedoch als herausfordernd. Um dem entgegenzuwirken, wurden inklusive Moderationsstrategien und kleinere Diskussionsgruppen eingesetzt.

Besonders geschätzt wurde der interaktive Charakter des Seminars, das die Studierenden nicht nur als Zuhörende, sondern als aktive Mitgestalter*innen einbezog. Die Verbindung aus wissenschaftlichen Vorträgen, künstlerischen Präsentationen und praxisorientierten Workshops ermöglichte eine vielseitige Auseinandersetzung mit Machtstrukturen im Kulturbetrieb und wurde als äußerst gelungen bewertet. Viele Studierende gaben an, dass sie neue Perspektiven gewonnen haben, und dass das Seminar sie dazu angeregt habe, die eigene künstlerische und wissenschaftliche Praxis im globalen Kontext kritisch zu reflektieren. Die Rolle der Kunst als gesellschaftlicher Katalysator war ein zentrales Thema. Die Möglichkeit, eigene künstlerische Projekte einzubringen und mit anderen Disziplinen zu diskutieren, wurde als wertvoll erachtet. Studierende mit künstlerischem Fokus profitierten von theoretischen Reflexionen, während wissenschaftlich orientierte Teilnehmende neue Impulse aus der künstlerischen Praxis gewannen.

Trotz des positiven Feedbacks wurden einige Herausforderungen reflektiert. Der straffe Zeitplan wurde als anspruchsvoll empfunden, und es gab den Wunsch nach mehr Gelegenheiten für informellen Austausch. Dies wurde für künftige Veranstaltungen berücksichtigt, indem flexiblere Zeitfenster eingeplant wurden. Vereinzelt wurde angeregt, verstärkt Akteurinnen aus der freien Kulturszene und zivilgesellschaftlichen Initiativen einzubinden. Während das Lehrprojekt bereits internationale Expert*innen einbezog, wurde vorgeschlagen, stärker mit lokalen Community-Projekten zu kooperieren. Diese Anregung wird in zukünftigen Ausgaben aufgegriffen, etwa durch die geplante Kooperation mit „St. Marx für alle!“ im Folgeprojekt „Quality vs. Participation?“.

Die nachhaltige Wirkung des Lehrprojekts war besonders hervorzuheben. Viele Studierende entwickelten eigene Projekte und Forschungsansätze weiter, knüpften wertvolle Kontakte und setzten sich intensiver mit transnationalen Fragen im Kulturbetrieb auseinander. Das Seminar führte zu weiterführenden Kooperationen, Forschungsprojekten und Publikationen. Mehrere Studierende berichteten, dass die Veranstaltung sie dazu ermutigt habe, eigene künstlerische oder aktivistische Initiativen zu starten.

Die hohe Beteiligung und das positive Feedback zeigen, dass das Lehrprojekt nicht nur fortgeführt, sondern weiter ausgebaut werden sollte, was zur Entwicklung des Lehrprojekts „Quality vs. Participation?“ im Sommersemester 2025 beitrug. Besonders die Förderung interdisziplinärer und transkultureller Zusammenarbeit wurde als wertvoll erachtet und hatte eine langfristige Wirkung auf die akademische und künstlerische Praxis der Studierenden. Insgesamt leistete das Lehrprojekt einen wichtigen Beitrag zu aktuellen kulturpolitischen und wissenschaftlichen Debatten. Die Kombination aus kritischer Reflexion, künstlerischer Praxis und interdisziplinärem Austausch wurde als besonders gelungen wahrgenommen und bildete eine solide Grundlage für die Weiterentwicklungen des Formats.

Nutzen und Mehrwert

Das Lehrprojekt Critiques of Power in the Arts stellt ein innovatives Beispiel für interdisziplinäre und praxisorientierte Hochschullehre dar. Es kombiniert kritische Reflexion, interaktive Methoden und praxisorientierte Ergebnisse, um nachhaltige, gesellschaftlich relevante Impulse zu setzen. Studierende profitieren nicht nur von theoretischen Einsichten und von einem disziplinübergreifenden Austausch, sondern erwerben praxisrelevante Kompetenzen und knüpfen wertvolle internationale Netzwerke für ihre berufliche Zukunft. Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal des Projekts liegt in dieser Verbindung von Wissenschaft und künstlerischer Praxis.

Ein wegweisender Mehrwert des Lehrprojekts liegt in der transkulturellen Reflexion, die durch den gemeinsamen Austausch von Studierenden aus aller Welt ermöglicht wurde. Ein geplantes Ergebnis des Projekts war die Entwicklung eines Ethikkodexes für Führungskräfte im Kulturbetrieb, basierend auf den Arbeiten aus dem Kurs Ethics in Arts Leadership von Prof. Dr. Cuyler. Der Ethikkodex sollte als Grundlage für globale Advocacy-Strukturen dienen. Doch stellte sich in einem partizipativen Prozess zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit der kulturellen Relativität von ethischen Standards zunehmend die Frage, inwieweit dieser Ethikkodex tatsächlich universell anwendbar sein kann.

Die hohe internationale Beteiligung verdeutlicht die Relevanz des Themas. Besonders erfreulich war die Diversität der Teilnehmenden: Neben in Österreich lebenden Personen mit Migrations- oder Fluchtbiografie reiste ein Drittel der Teilnehmenden aus dem Ausland an. Diese Vielfalt ermöglichte es, Macht im Kulturbetrieb nicht nur aus einer „westlichen“ Perspektive zu betrachten, sondern auch marginalisierte Sichtweisen, insbesondere aus dem Globalen Süden oder aus queeren Perspektiven, zu integrieren. Diese Perspektivenvielfalt führte zu einer bereichernden Debatte über Macht und Ungleichheit im internationalen Kulturbereich und zu innovativen Gegenstrategien zu Machtungleichgewichten.

Die Veranstaltung stärkte kulturelle Teilhabe und diversifizierte den akademischen sowie künstlerischen Diskurs. Insgesamt leistet das Projekt einen langfristigen Beitrag zur Veränderung des internationalen Wissenschafts- und Kunstfeldes, indem es kritische Auseinandersetzungen fördert und neue Kooperationen anstößt.

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2024

Gegebenenfalls geplanter Endzeitpunkt: Oktober 2025, Publikation Ende 2026

Das Lehrprojekt Critiques of Power in the Arts: A Global Classroom wurde erstmals im Sommersemester 2024 umgesetzt und bildet den Auftakt zu einer langfristigen Initiative. In der ersten Projektphase „A Global Classroom“ wurde ein interdisziplinärer und transkultureller Austausch von Studierenden aus verschiedenen Disziplinen und Regionen erreicht. Diese Phase fokussiert auf die Reflexion von Machtstrukturen im Kunst- und Kulturbereich und legt die Grundlage für eine praxisorientierte Auseinandersetzung mit globalen Perspektiven.

Im Sommersemester 2025 folgt die Weiterentwicklung Quality vs. Participation?, die die Themen Kunst & Politik vertieft. Der Einbezug afrikanischer Studierender aus Ländern wie Nigeria und Ghana eröffnet neue, global relevante Kooperationen und erweitert die Diskussion um wichtige Fragen der Zugänglichkeit, Inklusion und der verschiedenen künstlerischen Praktiken und Traditionen.

Die Langlebigkeit des Projekts wird durch eine geplante Publikation in 2026 gesichert, die die Ergebnisse und Beiträge von Studierenden dokumentiert und so die gewonnenen Erkenntnisse für die Wissenschaft und Praxis zugänglich macht.

Das Konzept ist auf andere Lehrveranstaltungen übertragbar, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Hochschule. Insbesondere der interdisziplinäre Ansatz und der Fokus auf transkulturellen Austausch können in verschiedenen Kontexten angewendet werden, um eine kritische Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen zu fördern. Die modulare Struktur des Projekts ermöglicht eine Anpassung an unterschiedliche Fachbereiche und internationale Kontexte, um eine breitere Wirkung zu erzielen.

Institutionelle Unterstützung

Das Lehrprojekt inklusive internationaler Tagung „Critiques of Power in the Arts“ wurde seitens der mdw mit über 30T € finanziell unterstützt. Die Räumlichkeiten der mdw konnten genutzt werden. Durch die enorme Unterstützung der folgenden Organisationseinheiten der mdw konnte das Projekt erfolgreich realisiert werden: Finanzbuchhaltung, AV Zentrum, Budget & Controllng, Abteilung für Gebäude und Technik, Stabstelle Gleichstellung, Gender und Diversität, Veranstaltungskommunikation & Marketing, Veranstaltungsbüro, Nachhaltigkeitsmanagement – grüne mdw, IT-Informationstechnologie, Forschungsförderung, Druckzentrum, Wirtschaftsrecht und Risikomanagement.

Kolleg*innen aus den folgenden Instituten und Einheiten der mdw waren an der Durchführung beteiligt: Institut für Kulturmanagement und Gender Studies, Stabstelle Gleichstellung, Gender und Diversität, Artistic Research Center, Institut für musikpädagogische Forschung & Musikvermittlung, Institut für Volksmusikforschung & Ethnomusikologie, Max Reinhardt Seminar.

Die Weiterführung des Lehrprojekts in 2025 „Quality vs. Participation?“ wird ebenfalls auf dieser wertvollen Zusammenarbeit aufbauen können und seitens des Rektorats der mdw finanziell unterstützt.

Nach der Präsenzphase wurde das Projekt durch eine umfassende Evaluation mit Reflexionssitzungen weiter begleitet. Die Ergebnisse dieser Evaluation flossen in die Weiterentwicklung des Lehrprojekts „Quality vs. Participation?“ ein.

Die abschließende (double-blind peer reviewed) Publikation der Ergebnisse des Projekts „Critiques of Power in the Arts“ ist für den Herbst 2026 geplant. Dieser ebenfalls inter- und transdisziplinäre Sammelband mit dem Titel „Critiques and Asymmetries of Power: Music and Performing Arts“ wird von Univ.-Prof. Dr. Lisa Gaupp, Dr. Özlem Canyürek und Dr. Tatjana Nikolić herausgegeben und umfasst 15 Beiträge, die aus unterschiedlichen Perspektiven die Themen des Lehrprojekts und der Konferenz reflektieren. Die Auswahl der Autor*innen sowie die Qualität des bei mdwPress erscheinenden Buchprojekts werden durch ein umfangreiches redaktionelles Peer-Review-Verfahren sowie ein externes (double-blind) peer-review Verfahren gesichert.