Studentische Evaluierung

Ziele/Motive/Ausgangslage/Problemstellung

Wie können Studierende rückmelden, was im Studium, in der Lehre, in der Studienorganisation gut funktioniert? Und wie sagen sie, wenn etwas nicht passt? Sind Änderungsvorschläge überhaupt willkommen?

 

Die Rückmeldungen von Studierenden werden an der FH CAMPUS 02 ernst genommen. Sie sind ein zentrales Element der Qualitätssicherung, denn nur durch Rückmeldungen kann Gelungenes aufgezeigt und weniger Gelungenes geändert werden. Die studentische Evaluierung hat daher an der FH CAMPUS 02 einen besonderen Stellenwert.

 

Ziel der Evaluierung an der FH CAMPUS 02 ist es, die Qualität der Lehre kontinuierlich zu überprüfen und zu verbessern. Die studentischen Evaluierungsverfahren sind daher darauf ausgelegt:

 

• Studierenden in institutionalisierter Weise die Möglichkeit der Reflexion über Lehre, Studienbedingungen und -organisation zu bieten und

• Rückmeldungen in standardisierter Form in die ständige Verbesserung von Lehre und Organisation mit einzubinden.

Kurzzusammenfassung des Projekts

An der FH CAMPUS 02 werden daher zwei studentische Evaluierungsverfahren mit unterschiedlichem Fokus durchgeführt.

Am Ende jedes Semesters geben die Studierenden im Rahmen der studentischen Evaluierung der Organisation & Infrastruktur Rückmeldungen zu der Qualität der Informationen über den Studienbetrieb, der Zusammenarbeit mit dem Studiengang, der zur Verfügung gestellten Infrastruktur und technischen Ausstattung etc.

 

Im Rahmen der studentischen Evaluierung der Lehre werden mittlerweile grundsätzlich alle Lehrveranstaltungen – ausgenommen sind Berufspraktika, Bachelor- und Masterarbeiten sowie dazugehörige Seminare – gegen Ende der Veranstaltung evaluiert.

 

Die studentische Evaluierung erfolgt seit dem Wintersemester 2016/17 mittels eines eigens dafür entwickelten Online-Tools. Um den Studierenden je nach didaktischem Setting eine differenzierte Beurteilung zu ermöglichen, kommen je nach Lehrveranstaltungstyp unterschiedliche Fragebögen zum Einsatz.

 

Im Qualitätsmanagement verankerte und zu protokollierende Semesternachbesprechungen unter der Leitung der jeweiligen Studiengangsleitung dienen dem Ergebnisrückfluss in die kontinuierliche Qualitätsverbesserung und dem Design von fachlichen und hochschuldidaktischen Weiterbildungsmaßnahmen.

Nähere Beschreibung des Projekts

Welche Grundsätze gelten im Hinblick auf die studentische Evaluierung?

 

Die FH CAMPUS 02 hat sich dazu verpflichtet, Evaluierungen nach folgenden Grundsätzen durchzuführen:

 

Anonymität

Das elektronische Evaluierungssystem speichert die Zugangsdaten der Studierenden nicht gemeinsam mit ihren Eingaben. Die Eingaben werden in einer getrennten Datenbank gespeichert und es gibt keinen Weg die Zugangsdaten und damit die Identität der Studierenden mit den Eingaben zusammenzuführen. Das FH-Rektorat und die zentralen IT-Services, die beide keinem der Studiengänge unterstellt sind, verantworten gemeinsam die Durchführung der studentischen Evaluierung und so auch die Wahrung der Anonymität der Studierenden.

 

Freiwilligkeit

Auch wenn die Studierenden im Ausbildungsvertrag der Teilnahme an der studentischen Evaluierung grundsätzlich zustimmen, bleibt es den Studierenden selbst überlassen dann auch tatsächlich zu evaluieren. Bei Nichtteilnahme haben sie keinerlei Nachteile zu erwarten, auch das wird durch die zentrale, von den Studiengängen unabhängige, Organisation sichergestellt.

 

Validität, Reliabilität & Repräsentativität

Diesbezüglich wurde der Gestaltung der verschiedenen Fragebögen für unterschiedliche Lehrveranstaltungstypen und der sorgfältigen Formulierung der Fragen – zum Beispiel im Hinblick auf Eindeutigkeit, Beeinflussbarkeit … – besondere Beachtung geschenkt. Die Evaluierung wird außerdem vor einer stattfindenden Abschlussprüfung durchgeführt, um die Rückmeldungen, die die Qualität der Lehre betreffen sollen, nicht durch positive oder negative Eindrücke aus der Prüfung zu verfälschen. Um im Zuge der elektronischen Evaluierung an der FH CAMPUS 02 trotz der freiwilligen Teilnahme gute Rückmeldungsquoten und somit auch repräsentative Ergebnisse zu erzielen, werden Maßnahmen wie die aktive, persönliche Aufklärung aller Studierenden am Beginn ihres Studiums oder die konsequente Berücksichtigung von Evaluierungsergebnissen im Qualitätsmanagement gesetzt. Weiters ist die Durchführung der Evaluierung mit jedem mobilen Endgerät, insb. dem Smartphone, benutzerfreundlich möglich. Lehrende räumen den Studierenden auch in der letzten Präsenzphase Zeit für die Durchführung der Evaluierung ein.

 

Systematisierung & Prozessorientierung

Die studentische Evaluierung läuft in Form eines standardisierten Prozesses ab, der die Vorbereitung, Durchführung, Auswertung und Weiterverarbeitung der Evaluierungsergebnisse regelt. In die (Weiter)entwicklung der Evaluierung sind alle Interessensgruppen – Qualitätsmanagement, Geschäftsführung sowie über das FH-Kollegium Studiengangsleitungen, haupt- und nebenberuflich Lehrende sowie Studierende – eingebunden. Dies gewährleistet, einerseits, dass sich die Evaluierung am Informationsbedarf der NutzerInnen ausrichtet, und andererseits, dass der Evaluierungsprozess selbst auch alle anderen dafür relevanten Prozesse im ausreichenden Maß berücksichtigt.

 

 

Was passiert mit den Ergebnissen?

 

Die Ergebnisse werden der Studiengangsleitung und den FachbereichskoordinatorInnen über das Studieninformationssystem zugänglich gemacht. Auch die jeweiligen LektorInnen können ihre Evaluierungsergebnisse hier einsehen – das jedoch erst nachdem mindestens 50 % der Studierenden die Lehrveranstaltung positiv abgeschlossen haben, um auf diese Weise sicherzustellen, dass weder Leistungsfeststellung noch Notenvergabe durch Evaluierungsergebnisse beeinflusst werden. Natürlich besteht auch für die Jahrgangsvertretungen der Studierenden die Möglichkeit über das Studieninformationssystem die Evaluierungsergebnisse des eigenen Jahrgangs abzurufen.

 

Die Ergebnisse der Evaluierung werden dann in unterschiedlichsten Feedbackschleifen besprochen:

 

1. Feedback-Gespräche mit Lektor/inn/en

In einem Feedback-Gespräch zwischen Lektor/inn/en und FachbereichskoordinatorInnen oder Studiengangsleitung werden die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluierung im Bedarfsfall besprochen.

 

2. Semesternachbesprechungen

Alle Lehrveranstaltungen des letzten Semester werden an Hand der Evaluierungsergebnisse im Rahmen von institutionalisierten Semesternachbesprechungen von der Studiengangsleitung und den FachbereichskoordinatorInnen gemeinsam reflektiert und Maßnahmen abgeleitet sowie dokumentiert

 

3. Gespräche mit Studierenden(vertreterInnen)

Die Evaluierungsergebnisse werden in allen Studiengängen der FH CAMPUS 02 auch mit Studierenden bzw. StudierendenvertreterInnen diskutiert bzw. getroffene oder nicht getroffene Maßnahmen erläutert – diese Gespräche werden jedoch von den zuständigen StudiengangsleiterInnen unterschiedlich gestaltet.

 

Ziel dieser Feedbackschleifen ist einerseits die strukturierte Identifikation von qualitätssteigernden Maßnahmen, die ohne Änderung des Studienplans umsetzbar sind (z.B. Verbesserung von Lernmaterialien, Anpassung der didaktischen Methoden, etc.) und andererseits die strukturierte Sammlung von Hinweisen, die in weiteren Qualitätsgremien zu Studienplanänderungen führen können. Die aus den Gesprächen abgeleiteten Maßnahmen werden bei der nächsten Durchführung der Lehrveranstaltung wieder evaluiert, um die Umsetzung der getroffenen Maßnahmen zu beobachten.

 

Darüber hinaus werden die Evaluierungsergebnisse in aggregierter Form in einem Semesterbericht an die Geschäftsführung, das Fachhochschulkollegium und die Studiengangsleitungen weitergegeben. Dieser Evaluierungsbericht dient der Beschreibung der Qualitätsentwicklung der gesamten Organisation, indem er die Evaluierungsergebnisse in der zeitlichen Entwicklung darstellt.

Nutzen und Mehrwert

Die elektronische Durchführung der Evaluierung an der FH CAMPUS 02 gewährleistet, dass …

 

• … der organisatorische Aufwand trotz vollständiger Einbeziehung aller Lehrveranstaltungen überschau- und vor allem bewältigbar bleibt.

• … die Evaluierung nicht mehr orts- und zeitgebunden ist, da sie für die Studierenden auch auf mobilen Endgeräten durchgeführt werden kann.

• … die jeweiligen Ergebnisse durch die direkte Anbindung an das Studieninformationssystem allen Stakeholdern (StudiengangsleiterInnen, FachbereichkoordinatorInnen, LektorInnen und StudierendenvertreterInnen) einfach und unkompliziert zur Verfügung gestellt werden können.

 

In Kombination mit der Gestaltung der Fragebögen führte die Umstellung auf die elektronische Durchführung auch dazu, dass den Lehrenden zur Reflexion ihrer Lehrveranstaltungen durch die Lehrveranstaltungsevaluierung jetzt wesentlich mehr qualitative Daten zur Verfügung stehen.

 

Das Zusammenwirken von gesicherten Rückmeldungen und Feedbackschleifen in diesem Evaluierungsverfahren erhält zum einen die Qualität der Studienangebote der FH CAMPUS 02; zum anderen gibt es den Raum die Lehre, die Studienbedingungen und die Studienorganisation qualitätsvoll weiter zu entwickeln.

Ansprechperson
Nicole Kapellari, BEd MA
FH-Rektorat
+43 316 6002-348
Projektverantwortliche/r
Nicole Kapellari, BEd MA
FH-Rektorat
Themenfelder
  • Rund ums Evaluieren der Lehre
Fachbereiche