Pädagogische Hochschule Wien
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Das Universal Design for Learning in der begleiteten Schulpraxis - Inklusive Bildung reflektieren

Ziele/Motive/Ausgangslage/Problemstellung

Durch die Entwicklungen hin zur Pädagog*innenbildung Neu wurde das „Fach“ Inklusive Pädagogik mit Fokus Beeinträchtigungen im Jahr 2016 als Bachelorstudium und 2019 als Masterstudium am Zentrum für Lehrer*innenbildung an der Universität Wien eingeführt. Dabei dient das Studium der Ausbildung der Inklusiven Pädagog*innen für die Sekundarstufe, die zwar den Fokus auf Beeinträchtigungen im Studium haben, jedoch finden im Curriculum darüber hinaus auch andere Diversitätsdimensionen Berücksichtigung. So umfasst z. B. die Zielsetzung des Moduls 8: Inklusive Didaktik explizit die Dimensionen von Diversität in den Bereichen: Migration, Mehrsprachigkeit, Gender, sexuelle Orientierung, soziale Herkunft und Religion/Weltanschauung. Somit zeichnet sich in diesem Zusammenhang eine Wende ab, die Lehrer*innenbildung so umzugestalten, dass angehende Lehrpersonen in ihrem professionellen Handlungsfeld bestmöglich auf die Heterogenität und Vielfalt der Schüler*innen vorbereitet werden und entsprechende Lernangebote entwickeln können. Im Kontext eines inklusiven Bildungssystems ist das leider nicht unbedingt der Fall, denn schon 2018 hält der Monitoringausschuss zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fest, dass eher ein rücklaufender Trend im Bildungssystem festzustellen ist und sogar neue Sonderschulen gebaut und somit die Exklusionsrisiken erhöht wurden. Mit Blick auf die begleitete Schulpraxis im Modul 8: Inklusive Didaktik zeichnet sich dadurch ein besonderes Spannungsverhältnis zwischen den Theorien zur Inklusiven Bildung und deren Umsetzung in der Ausbildung, die im Rahmen des Curriculums festgelegt sind, und der Praxis im Bildungssystem (vgl. Paudel & Subasi Singh 2020), die sich durch exkludierende Schulen, Integrationsklassen und einige wenige Inklusive Schulen auszeichnet.

Aufgrund der Durchführung der eigenen Praxis in den Begleitschulen, welche bewusst unterschiedliche Settings (Bildungsort Klinik [Heilstättenschulen], Klassen mit Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, Mehrstufenklassen in Inklusiven Schulen und Integrationsklassen in der Mittelschule) in den Fokus rücken und den damit verbundenen Reflexionen, die sich auch auf die im Studium eingegangenen Theorien, aber auch auf Vorstellungen zur Inklusiven Bildung beziehen, wurde in der Konzeptionalisierung bewusst ein didaktisches Konzept, nämlich das Universal Design for Learning (UDL), herangezogen, um einen Blick über den Tellerrand in den Schulen zu wagen und somit in den Reflexionen Möglichkeiten der Umsetzung Inklusiver Bildung in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen.

Das hier beschriebene Projekt soll die Umsetzung der begleiteten Schulpraxis und den damit verbundenen Zielen unterstützen und einen Beitrag zur reflexiven Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld Ausbildung und Praxis leisten.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Dieses Lehrveranstaltungskonzept wurde ausgehend von der Fragestellung entwickelt, wie Inklusive Bildung mit Hilfe des didaktischen Konzepts des Universal Design for Learning (UDL) in der begleiteten Schulpraxis im „Fach“ Inklusive Pädagogik mit Fokus Beeinträchtigungen gedacht und umgesetzt werden kann. Das Ziel ist die Verbindung von theoretisch-fachlichem sowie methodisch-didaktischem Wissen in der praktischen Umsetzung im schulischen Handlungsfeld. Dabei liegt einerseits der Fokus auf Individualisierung und Differenzierung des eigenen Unterrichts und andererseits auf Teamteaching. Des Weiteren setzt sich die Begleitlehrveranstaltung darüber hinaus zum Ziel, bewusst dem Spannungsfeld Ausbildung und Praxis in einer reflexiven Auseinandersetzung Raum zu geben. Seit dem Wintersemester 2020 wird die Lehrveranstaltung bei Florentine Paudel in dieser Form durchgeführt, evaluiert und weiterentwickelt, wobei beim Start der Lehrveranstaltung COVID-19 und ein damit verbundenes Zutrittsverbot für außenstehende Personen – zu denen damals auch die Studierenden zählten – die begleitete Schulpraxis unter völlig neue Voraussetzungen stellte und die Verwendung von UDL eine besondere Rolle spielte.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

This course concept was developed based on the question of how inclusive education can be conceived and implemented with the help of the didactic concept of Universal Design for Learning in the accompanying school practice in the "subject" inclusive education with a focus on impairments. The aim is to combine theoretical and methodical-didactical knowledge in practical implementation in schools. The focus is on the one hand on the individualization and differentiation of one's teaching and the other hand on team teaching. Furthermore, the accompanying course aims to deliberately give space to the tension between training and practice in a reflective discussion. The course at Florentine Paudel has been conducted, evaluated, and further developed in this form since 2020 in the winter semester, whereby at the start of the course COVID-19 and an associated ban on access for outsiders - which at that time also included the students - the accompanied school practice under completely set new conditions and the use of UDL a special role played.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das eingereichte Lehrveranstaltungsformat umfasst die begleitete Schulpraxis im „Fach“ Inklusive Pädagogik zur Ausbildung der Inklusiven Pädagog*innen in der Sekundarstufe. Die Lehrveranstaltung beinhaltet 2 ECTS und in der Begleitung 1 SWS.

Nachdem sich die Durchführung der Lehrveranstaltung vorwiegend in den Schulen abspielt, dient die Begleitlehrveranstaltung

  • zur Legung des organisatorischen Rahmens – dazu zählen
    • die Koordination der Praxisplätze,
    • die Kontaktaufnahme mit den Mentor*innen und die Aufteilung der Studierenden auf diese,
    • die Vorgaben für das Portfolio und die Beurteilung,
  • der Vernetzung mit den anderen LV-Leiter*innen der Begleitlehrveranstaltung und
  • der Schwerpunktsetzung für die Absolvierung der Praxis.

Auswahl und Koordination der Praxisplätze

Die Auswahl der Praxisplätze erfolgt nach dem Prinzip, den Studierenden möglichst unterschiedliche Settings anzubieten, um Möglichkeiten der Erweiterung der persönlichen, aber auch fachlichen Horizonte zu ermöglichen. Dementsprechend stehen für die Praxisplätze der Bildungsort Klinik im Sinne der Heilstättenschule, Klassen mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, Mehrstufenklassen in Inklusiven Schulen und Integrationsklassen in Mittelschulen zur Verfügung. Somit fokussiert sich die Lehrveranstaltung auf unterschiedliche Dimensionen von Heterogenität, die sich durch die unterschiedliche Schüler*innenzusammensetzung in den Klassen ergeben. Die Auswahl und Zuteilung der Schulstandorte erfolgen nach den Wünschen und bereits gemachten Erfahrungen der Studierenden und ist somit studierendenzentriert festgelegt.

Umfang der Praxis

Der Umfang für die Praxis ist mit 16 Stunden Co-Teaching, davon zwölf Stunden eigener Unterricht, und vier Stunden Besprechungen mit den Mentor*innen und zuletzt mit einer Mindestanzahl von vier Tagen festgelegt, wobei im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mehr Tage empfohlen werden.

Lehr-Lernformen

Aufgrund der geringen Voraussetzungsketten – für alle im Curriculum festgelegten Module im Kontext grundlegender Handlungsfelder – ist lediglich das StEOP-Modul verpflichtend zu absolvieren. Dementsprechend heterogen gestaltet sich die Gruppenzusammensetzung. Um eine möglichst studierendenzentrierte Gestaltung der LV zu ermöglichen, wurde zunächst die Begleitlehrveranstaltung online konzipiert und in jedem Semester der Durchführung entsprechend den Studierendenbedürfnisse angepasst. So wurde z. B. im Sommersemester 2022 die Begleitlehrveranstaltung als Mischform mit Phasen der Präsenz und Online angeboten.

Koordination der Termine

Aufgrund der strukturellen Verankerung der begleiteten Schulpraxis an der Universität Wien stellt die Koordination der Termine am Schulstandort selbst eine Herausforderung dar, die ein hohes Maß an Flexibilität der Mentor*innen und der Lehrveranstaltungsleitung verlangt, da die Studierenden mitunter sehr unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten haben, um die Praxis zu absolvieren. Dementsprechend sind die gesetzten Termine im hohen Ausmaß studierendenzentriert. Die somit gesetzten Lehr- und Lernformen können daher als ganzheitlich in diesem Kontext betrachtet werden.

Vorgaben für das Portfolio und der damit verbundene Beurteilungsschlüssel

Die Vorgaben für die Absolvierung der Lehrveranstaltung umfassen

  • die Absolvierung der Praxisstunden,
  • individuell zu vereinbarende Teilleistungen in Abstimmung mit den Kooperationspartner*innen und der LV-Leitung,
  • die Teilnahme an Einzel- und Gruppengesprächen sowohl mit den Mentor*innen als auch mit der LV-Leitung und
  • die (schriftliche) Abschlussreflexion.

Am ersten Termin der Lehrveranstaltung werden die Studierenden weiters über den Beurteilungsmaßstab informiert, der sich auf die oben genannten Punkte bezieht.

Vernetzung mit den anderen LV-Leiter*innen der Begleitlehrveranstaltung

Im Zuge des Modultreffens, das jedes Semester abgehalten wird, findet ein prinzipieller Austausch zu den Inhalten im Curriculum des Moduls 8: Inklusive Didaktik und deren Umsetzung in den unterschiedlichen Lehrveranstaltungen statt. Aufgrund der neuen Rahmenbedingungen durch COVID-19 gab es einen intensiven Austausch mit der Lehrveranstaltungsleiterin in der parallel durchgeführten Lehrveranstaltung. Daraus entwickelte sich weiterführend auch eine Publikation zu den Rahmenbedingungen und zur Evaluierung des neuartigen Lehrkonzepts (Paudel & Lebzelter 2022).

Schwerpunktsetzung für die Absolvierung der Praxis

In den Praktikumsrichtlinien der Inklusiven Pädagogik findet sich folgende Zielsetzung: „Die Studierenden führen unter Begleitung selbst geplanten Unterricht auf die jeweilige Zielgruppe sowie auf Individualisierung und Differenzierung zugeschnitten alleine und im Team durch (insbesondere zu den Schwerpunkten Sprechen, Lesen und Schreiben sowie mathematische Grundkompetenzen). Dabei beachten sie die unterschiedlichen Lehrplananforderungen, adaptieren Lernlandschaften und Unterrichtsstrukturen und wählen geeignete Lernmaterialien aus bzw. entwickeln diese und können sie beispielhaft einsetzen. Sie gestalten barrierefreie, entwicklungslogische und entwicklungsunterstützende Lehr-Lernarrangements in kleinen Gruppen und großen Lernsettings und schaffen adaptiv passende Zugänge zu Bildungsinhalten. Weiters konzipieren und reflektieren sie ihren Unterricht im Rahmen der Begleitlehrveranstaltung ihren Unterricht“.

Aufgrund dieser Vorgaben und den damit verbundenen Zielsetzungen wurde angedacht, das Universal Design for Learning (UDL) als didaktisches Konzept für die Unterrichtsplanung zu verwenden. UDL geht auf das Konzept des Universal Design zurück. Definiert wird es als „ein Design von Produkten, Umfeldern, Programmen und Dienstleistungen in der Weise, dass sie von allen Menschen möglichst weitgehend ohne Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden können.” (Vereinte Nationen, 2008, S. 8)

Im schulischen Bereich finden sich vermehrt im deutschsprachigen Raum Publikationen, die sich mit UDL für die Unterrichtsentwicklung im Kontext der Individualisierung im inklusiven Unterricht auseinandersetzen (vgl. Kremsner, Proyer & Baesch, 2020).

Die wissenschaftlichen Grundlagen des UDL sind Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften (Rose, Gravel & Gordon, 2013). Dort spielen drei Gruppen von Netzwerken im Gehirn für das Lernen eine wesentliche Rolle, nämlich

  • die affektiven Netzwerke zur Kontrolle von Emotionen und Gefühlen beim Lernen,
  • die Wahrnehmungsnetzwerke zum Erkennen von Mustern und Informationen
  • und die strategischen Netzwerke zur Steuerung von Handlungsstrategien.

Aufgrund der Notwendigkeit der Aktivierung der unterschiedlichen Netzwerke für den Lernprozess gibt es UDL-Prinzipien, die sich jeweils auf wissenschaftliche Erkenntnisse beziehen und wie folgt zusammenfassen lassen (CAST, 2018):

  • Das erste Prinzip, welches sich auf die Aktivierung der affektiven Netzwerke fokussiert, lautet, multiple Möglichkeiten der Förderung des Lernengagements zu ermöglichen. Das führt dazu, dass Schüler*innen zielstrebig und motiviert lernen.
  • Das zweite Prinzip, welches sich auf die Aktivierung der Wahrnehmungsnetzwerke bezieht, stellt in einem UDL-orientierten Unterricht multiple Mittel der Repräsentation von Informationen in den Mittelpunkt und unterstützt den Einfallsreichtum und die Weiterentwicklung von Sachkompetenz bei den Schüler*innen.
  • Als drittes Prinzip fordert UDL multiple Mittel für die Informationsverarbeitung und die Darstellung von Lernergebnissen, um die strategischen Netzwerke zu aktivieren und führt bei den Schüler*innen zu einem strategischen und zielführenden Handeln.

Des Weiteren werden die Prinzipien wiederum um Zugang, Entwicklung und Verinnerlichung mit weiterführenden Leitlinien erweitert (siehe CAST 2018).

UDL spielt auch im Kontext von assistiver Technologien und Digitalisierung eine spezielle Rolle. Diese drei Bereiche werden u. a. im Beitrag von Fisseler (2020) zusammenhängend für eine gelingende Bildung in einer digitalen barrierefreien Welt thematisiert. Dabei wird der Lehrer*innenbildung der Ankerpunkt für die Umsetzung im pädagogischen Handlungsfeld zugeschrieben, das Wissen über assistive Technologien dabei unterstützt, entsprechende Technologien und Geräte zielgerichtet einzusetzen und in den Bildungsprozess zu integrieren (Fisseler 2020, S. 18). Dieser Zusammenhang führte auch im Rahmen von COVID-19 dazu, dass Studierende Lernmaterialien vermehrt für die alleinige individuelle Anwendung der Schüler*innen konzipierten und somit digitale Tools für die Aufbereitung der Unterrichtsinhalte nach den UDL-Prinzipien umsetzten. Hierbei zeigte sich bei der Entwicklung der Unterrichtsmaterialien, dass die Studierenden mit Hilfe der UDL-Prinzipien die erstellten Materialien möglichst barrierefrei konzipierten.

Da die Studierenden des „Fachs“ Inklusive Pädagogik die UDL-Prinzipien und somit das Konzept teilweise aus anderen Lehrveranstaltungen kannten und aufgrund der dargestellten Argumente, schien es im Wintersemester 2020 naheliegend, in der Konzeptionalisierung UDL als „Tool“ für die Unterrichtsplanung zu nutzen. Somit konnte eine Verbindung von Theorie und praktischer Anwendung auch bezüglich wissenschaftlicher Erkenntnisse, die sich auf die UDL-Prinzipien und deren Einsatz beziehen, und der Berufs- und Lebenspraxis hergestellt werden. Darin zeichnete sich eine innovative Hochschuldidaktik aus, die sich bewusst mit dem Einsatz eines neuartigen Lehrkonzepts und einer anderen Form der Lernergebnisorientierung bei den Studierenden und Schüler*innen widmete.

Aufgrund der Zielsetzung der begleiteten Schulpraxis und den Rahmenbedingungen unter COVID-19 wurden die UDL-Prinzipien vor allem in der Umsetzung der Digitalisierung in der Planungsphase, aber auch in der Differenzierung der Arbeitstempi gesehen. Aus diesem Grund wurden die Studierenden im Vorfeld der Planung angehalten, die von den Mentor*innen eröffneten Unterrichtsthemen möglichst vielfältig aufzubereiten. Es zeigte sich, dass UDL als Planungsgrundlage verwendet werden konnte und sich vertiefende Reflexionen zu Inklusiver Bildung ergaben (siehe Mehrwert).

Schwierigkeiten zeigten sich in der Begleitung vor allem in der Differenzierung der unterschiedlichen Netzwerke und deren Aktivierung, die jedoch durch eine intensive Betreuung in Form von schriftlichen Feedbacks zu den Planungen von den Studierenden nach einiger Zeit als überwunden betrachtet werden konnten (siehe Mehrwert).

Das Projekt wurde sowohl im WS 2020 als auch im SS 2022 evaluiert. Dabei zeigte sich, dass zum Teil das Konzept von UDL auch nach der Lehrveranstaltung im Sinne der Nachhaltigkeit eine Rolle spielen kann. In den Worten einer studierenden Person: „Das Thema UDL wird mich noch länger begleiten – aus Interesse und Überzeugung” (EB, persönliche Mitteilung 2020)

  • CAST (2018). Universal Design for Learning Guidelines Version 2.2. Abgerufen am 14.02.2022 von: udlguidelines.cast.org
  • Fisseler, B. (2020). Inklusive Digitalisierung, Universal Design for Learning und assistive Technologien. Sonderpädagogische Förderung heute, 65(1), 9–20.
  • Kremsner, G., Proyer, M. & Baesch, S. (2020). Vom Universal Design for Learning zum Local Universal Design for Inclusive Education. Sonderpädagogische Förderung heute, 65(1), 34–46.
  • Lebzelter, R. & Paudel, F. (2022). Die begleitete Schulpraxis des Fachs Inklusive Pädagogik im Zeichen von COVID-19 – Herausforderungen und Chancen der virtuellen Umsetzungsmöglichkeiten. In u.a. Ferencik-Lehmkuhl, D. (Hg.). Inklusion digital! Chancen und Herausforderungen inklusiver Bildung im Kontext von Digitalisierung. Heilbrunn: Verlag Julia Klinkhardt, 140-151.
  • Rose, D. H., Gravel, J. W. & Gordon, D. T. (2013). Universal Design for Learning. In L. Florian (Hrsg.), The SAGE Handbook of Special Education (S. 475–489). London: SAGE Publications.
  • Vereinte Nationen (2008). Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008, Teil II, Nr. 35.

Nutzen und Mehrwert

Der Mehrwert ergibt sich vor allem durch die intensiven und nachhaltigen Lernerfahrungen der Studierenden, die auch Einfluss auf das zukünftige Professionsverständnis als Lehrperson haben und die sichtbar machen, wie Inklusive Bildung mit Hilfe eines didaktischen Modells gedacht und umgesetzt werden könnte (siehe Akzeptanz).

Aufgrund der bewusst gewählten unterschiedlichen Settings, die im Rahmen der Begleitlehrveranstaltung in den Fokus gerückt werden, soll dies zu einer Erweiterung des persönlichen und fachlichen Horizonts führen. Des Weiteren werden erste Erfahrungen im Teamteaching mit den anderen Studierenden oder der Mentor*innen gesammelt.

Im Rahmen der Flexibilität der Lehrveranstaltungsleitung und der Mentor*innen kann von einer Erleichterung des zeitlichen Aufwands gesprochen werden. Durch die zeitnahe Rückmeldung auf die Unterrichtsplanungen können die Studierenden anhand des Feedbacks Änderungen mit geringem Aufwand in der Planung vornehmen und im Unterricht umsetzen.

Nachhaltigkeit

Wie schon oben erwähnt, wird das Lehrveranstaltungskonzept seit dem Wintersemester 2020 durchgeführt, evaluiert und weiterentwickelt. Auch in Form einer Forschungsbegleitung wurden die damit verbundenen Effekte erhoben, ausgewertet und Rückschlüsse für die Weiterführung gezogen (vgl. Lebzelter & Paudel 2022; Paudel 2022). Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse stehen nun Nachfolgeprojekte in anderen Studienrichtungen im Raum (siehe Transfer).

  • Lebzelter, R. & Paudel, F. (2022). Die begleitete Schulpraxis des Fachs Inklusive Pädagogik im Zeichen von COVID-19 – Herausforderungen und Chancen der virtuellen Umsetzungsmöglichkeiten. In u.a. Ferencik-Lehmkuhl, D. (Hg.). Inklusion digital! Chancen und Herausforderungen inklusiver Bildung im Kontext von Digitalisierung. Heilbrunn: Verlag Julia Klinkhardt, 140-151.
  • Paudel, F. (2022). Universal Design for Learning as a concept to design (digital) resources for new teaching and learning. Keynote im Rahmen der Summerschool Education and technology an der privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz. www.researchgate.net/publication/363860075_Universal_Design_for_Learning_as_a_concept_to_design_digital_resources_for_new_teaching_and_learning

Dissemination/Transfer

Das Lehrkonzept wäre prinzipiell auf jegliche begleitete Praxis im schulischen Kontext übertragbar. Im Bereich der Primarstufenpädagogik und der dortigen Curriculumsentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Wien ist nun auch angedacht, bewusst didaktische Konzepte bei den höheren Semestern (ab dem 7. Semester) in der begleiteten Praxis für Reflexionen der theoretischen Modelle in der Praxis im Curriculum zu verankern.

Institutionelle Unterstützung

Das Projekt wird durch eine mögliche Etablierung im breiten Ausbildungsfeld an der Pädagogischen Hochschule (Elementarpädagogik, Primarstufen- und Sekundarlehramt, Fort- und Weiterbildung), vor allem in der jetzigen Curriculumsentwicklung der Primarstufe, angedacht, somit erhält das Projekt eine höhere Reichweite und Bedeutsamkeit. Dadurch zeichnet sich eine institutionelle Unterstützung ab.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelorstudium Lehramt in der Spezialisierung Inklusive Pädagogik (Fokus Beeinträchtigung) /Modul 8: Inklusive Didaktik

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2023 nominiert.
Ars Docendi
2023
Kategorie: Lehre und Digitale Transformation
Ansprechperson
Florentine Paudel, Dr.in
Institut für Hochschulmanagement/Büro für Inklusive Bildung
+436606250165
Nominierte Person(en)
Florentine Paudel, Dr.in
Institut für Hochschulmanagement/Büro für Inklusive Bildung
Themenfelder
  • Erfahrungslernen
  • Kooperationen in der Lehre
  • Lehr- und Lernkonzepte
  • Schnittstelle zum Arbeitsmarkt
  • Diversität und Soziales
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften