Zuletzt aktualisiert am 07.02.2025
800725 VU Sustainability & Climate Change
Projektname des bereits eingereichten Projekts:
Ars Docendi Kategorie
Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Gruppengröße
< 20
Kurzzusammenfassung des Projekts
Die englischsprachige Lehrveranstaltung wird im Rahmen der Aurora European University angeboten. Sie bringt 14 Dozent*innen (lehrende Wissenschafter*innen, Nachwuchswissenschafter*innen) und 42 Studierende aus 6 Universitäten (15 Nationalitäten) zusammen. Sie wird online abgehalten und ermöglicht einen grenz- und kulturübergreifenden Austausch ohne den hohen CO2-Fußabdruck, der mit einer internationalen Präsenzveranstaltung verbunden ist. Die Termine werden aufgezeichnet, so dass Studierende mit Betreuungs- oder beruflichen Verpflichtungen die Lehrveranstaltung in ihrem eigenen Tempo absolvieren können.
Die Lehrveranstaltung ist so strukturiert, dass: 1) die Studierenden sich zu einem ersten Eisbrecher treffen, um ihre Situation in Bezug auf Nachhaltigkeit & Klimawandel zu diskutieren 2) die Studierenden forschungsgeleitete Vorträge mit anschließender Diskussion zu Nachhaltigkeit und SDGs, nachhaltige Erdsysteme, nachhaltige urbane Mobilitätssysteme und nachhaltige Lebensstile absolvieren.
Der zweite Teil fokussiert auf die Anwendung, der dritte Teil beinhaltet einen Workshop zur Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen. Der vierte, seminaristisch strukturierte Teil ist beinhaltet einen Diskurs mit 6 Expert*innen aus unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen. Der letzte Teil kann mit „Synthese & Analyse“ überschrieben werden und adressiert das gesamte Wissen, die Fertigkeiten und Kompetenzen, die die Studierenden erworben haben; zudem werden offene Fragen beantwortet.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
This course on Sustainability and Climate Change is offered within the Aurora European University Alliance. It brought together 14 lecturers (tenured professors and early-career scientists) from 6 universities and 42 students from 6 universities (15 nationalities). The course is held online, thus allowing for cross-border and cross-cultural exchange without the high carbon footprint associated with bringing people together for an international in-presence course. The sessions are recorded so that anyone who could not participate (due to caring or professional responsibilities) in the live sessions could undertake the course in their own time (individualisation, flexibility) and therefore not have their education penalised due to other commitments. The course was structured so that: 1) the students met for an initial icebreaker in which they considered their own situations with respect to sustainability and climate change; 2) the students took part in research-led lectures with the possibility of discussion on the topics of Sustainability and SDGs, Sustainable Earth Systems, Sustainable Urban Mobility Systems, and Sustainable Lifestyles. Following the research-led lectures, the second part of the course was more applied. Part three included a workshop on assessing businesses for sustainability, and part four included a seminar with 6 experts from industry, society and politics. The final part of the course synthesised everything the students had learnt and answered questions.
Nähere Beschreibung des Projekts
Die Lehrveranstaltung zu Nachhaltigkeit und Klimawandel umfasste fünf Hauptkomponenten, die im Folgenden beschrieben werden.
1. Einführung
2. Theoretische Vorträge und kleine Diskussionsgruppen
3. Workshop zur Bewertung der unternehmerischen Nachhaltigkeit
4. Seminare und Diskussionen mit Expert*innen
5. Synthese und kritische Überprüfung
1. Ziel der Einführung (Hauptdozent*innen: Gina Moseley und Robert Hafner, Universität Innsbruck) ist es, die Mitarbeiter*innen und Studierenden aus verschiedenen Ländern, Universitäten, sozialen Hintergründen und akademischen Bereichen miteinander bekannt zu machen. Sie sollen i) ihre eigene Position in Bezug auf Klimawandel und Nachhaltigkeit überdenken und in den Kontext anderer Kulturen einordnen können, ii) in der Lage sein, mit anderen Kulturen in eine wissenschaftsbasierte Diskussion über Klimawandel und Nachhaltigkeit einzutreten.
2. Es fanden 8x 90-minütige Vorträge über 4 Wochen zu 4 Hauptthemen statt.
Thema 1 - Einführung in die Nachhaltigkeit
a. Einführung in die Nachhaltigkeit. Dozentin: Christa Henze (Universität Duisburg-Essen, Deutschland). i) Die Studierenden sind in der Lage, die grundlegenden Anforderungen des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung zu verstehen. ii) Die Studierenden sind in der Lage, das Zusammenspiel zwischen der globalen Relevanz und den lokalen Realitäten der Nachhaltigkeit zu vertiefen.
b. Einführung in die SDGs. Dozentin: Irma Eloff (Universiteit van Pretoria, Südafrika/Universität Innsbruck, Österreich). i) Die Studierenden sind in der Lage, die umfassende Struktur der Agenda 2030 zu erkennen (17 Sustainable Development Goals (SDGs) und 169 Zielvorgaben). ii) Die Studierenden sind in der Lage, (exemplarische) Zusammenhänge und Widersprüche der SDGs zu erkennen und zu benennen.
Thema 2 - Nachhaltige Erdsysteme
c. Earth System Governance unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Gender. Dozent*innen: Jordi Jaria & Clara Esteve Jordà (Universität Rovira i Virgili, Spanien). i) Die Studierenden sind in der Lage, die grundlegenden Annahmen hegemonialer Governance-Prozesse und -Institutionen und deren Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit (insbesondere in Bezug auf Frauen) zu identifizieren. ii) Die Studierenden können deren Angemessenheit in Bezug auf die Governance im Anthropozän und insbesondere in Bezug auf den Klimaschutz beurteilen und dabei Fragen der Klimagerechtigkeit (insbesondere in Bezug auf Frauen) in die Analyse einbeziehen.
d. Kohlenstoff-Kenntnisse. Dozentin: Anne-Karen Hüske (Copenhagen Business School). i) Die Studierenden sind in der Lage, verschiedene Maßnahmen gegen den Klimawandel auf verschiedenen Analyseebenen (persönlich/Verbraucher, Organisation/Industrie, Politik) zu benennen. ii) Die Studierenden sind in der Lage, die Folgen verschiedener Strategien und Szenarien auf den Klimawandel kritisch zu diskutieren.
Thema 3 - Nachhaltige urbane Mobilitätssysteme
e. Urbane Systeme und Mobilität. Dozentin: Ani Melkonyan-Gottsckalk (Universität Duisburg-Essen, Deutschland). i) Die Studierenden erwerben ein Verständnis für die grundlegenden Konzepte. Sie entwickeln eine interdisziplinäre Denkweise und identifizieren Verbindungen zwischen Umwelt- und Sozioökonomie mit Schwerpunkt auf städtischen Systemen und Mobilität, Kreislaufwirtschaft, industrieller Symbiose, Nachhaltigkeitspolitik, Innovationsmanagement, Abschwächungs- und Anpassungsstrategien, widerstandsfähigen Infrastrukturen (einschließlich Energie und Mobilität). ii) Die Studierenden entwickeln Kompetenzen zur interdisziplinären und internationalen Arbeit und sind in der Lage, theoretisches Wissen in die praktische Anwendung zu integrieren.
f. Herausforderungen der Nachhaltigkeit in Städten. Dozent: Simon Bunchuay-Peth (Universität Innsbruck, Österreich). i) Die Studierenden lernen verschiedene Fallstudien und Nachhaltigkeitsherausforderungen kennen, mit denen Städte (auf verschiedenen Kontinenten) konfrontiert sind, und verstehen die multiskalaren Dimensionen dieser Herausforderungen. ii) Die Studierenden sind in der Lage, das Konzept der urbanen Nachhaltigkeit auf verschiedene Fälle und Situationen zu übertragen und über die Frage nachzudenken, wie eine ideale zukünftige Stadt aussehen sollte.
Thema 4 - Nachhaltige Lebensstile
g. Nachhaltige Lebensstile. Dozent*innen: Vincenza Faraco, Laura Lieto, Dario Minervini (Universität Neapel Federico II, Italien). i) Assemblage-Denken. Die Studierenden sind in der Lage, das heterogene Netzwerk sozialer und materieller Einheiten, die nachhaltige Praktiken im städtischen Alltag ausüben, zu identifizieren und zu rekonstruieren. ii) Kritisches Denken. Die Studierenden sind in der Lage, Widersprüche in der Kette von "Wertordnungen" zu erkennen, die nachhaltige Lebensstile und Praktiken im städtischen Kontext bestimmen.
h. Nachhaltige Ernährungsweisen. Dozent: Jaap Seidell (Vrije Universiteit Amsterdam, Niederlande). Die Studierenden entwickeln ein Verständnis für das globale Syndrom; die Rolle der Lebensmittelsysteme in Bezug auf nicht übertragbare Krankheiten und Unterernährung; die Auswirkungen der Lebensmittelsysteme auf die biologische Vielfalt, den Klimawandel und die Umweltzerstörung; das Konzept der dreifachen Handlungsverpflichtung; das Konzept des Übergangs der Lebensmittelsysteme; die Hindernisse für den Übergang zu gesunden und nachhaltigen Lebensmittelsystemen; die Rolle des Lebenslaufansatzes für die Gesundheit; die kritische Rolle der ersten 1000 Tage nach der Empfängnis; die Rolle der Determinanten gesundheitlicher Ungleichheiten; die Bedeutung von Gesundheits- und Lebensmittelkompetenz.
Nach den forschungsgeleitenden theoretischen Inhalten der ersten Hälfte der Lehrveranstaltung fokussiert die Lehrveranstaltung im zweiten Teil auf die Anwendungsorientierung, so dass die Studierenden ihr Wissen verstetigen und ausbauen können. Darüber hinaus erhalten sie die Möglichkeit, sich über mögliche Karrierewege zu informieren.
3. Die Studierenden nahmen an 4x 90-minütigen Workshops zur Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen teil
Dozentin: Alice Elliot (Universität Innsbruck).
Ziel ist es, dass i) die Studierenden ein Set umfassender Nachhaltigkeitskriterien auf jedes Unternehmen anwenden können und ii) die Studierenden diese Kriterien und die allgemeine Gültigkeit der Kriterien kritisch bewerten können.
4. In einer Reihe von Kurzseminaren mit Expert*innen aus der Industrie (Dozentin: Gina Moseley, Universität Innsbruck) lernen die Studierenden praxisbezogene (außerhalb des akademischen Bereichs) Fragestellungen der Nachhaltigkeit kennen und erhalten die Möglichkeit, sich an diesbezüglichen Diskussionen zu beteiligen. Darüber hinaus wurden die Studierenden mit möglichen Karriereoptionen konfrontiert.
Referent*innen aus der Praxis:
a. Fergal Byrne ist der ausführende Produzent und Moderator des Podcasts The Sustainability Agenda.
b. Kalkidan Legesse ist eine Sozialunternehmerin, die Unternehmen gründet, deren Ziel es ist, Gutes für die Gesellschaft zu tun. Sie setzt sich unter anderem via soziale Medien und interaktive Studien für antirassistische Strategien und intersektionalen Umweltschutz ein.
c. Kristin Siegel ist Leiterin der EMEA-Abteilung von Toniic, einem Netzwerk von rund 500 vermögenden Privatpersonen, Family Offices und Stiftungen, die im Bereich des nachhaltigen Impact Investing tätig sind. Ihr Ziel ist es, ihre Wirkung über das gesamte Spektrum von Kapital und persönlichen Ressourcen in mehr als 25 Ländern auf der ganzen Welt zu vertiefen.
d. Sumit Paul-Choudhury ist ein "Schriftsteller, Redakteur, Denker und Macher". Nach seiner Ausbildung als Physiker wandte sich Sumit dem Journalismus zu, arbeitete in London und New York und schrieb fünfzehn Jahre lang über Finanzen und Technologie, bevor er 2008 zur Wissenschaft zurückkehrte.
e. Prof. Georg Kaser ist Vizepräsident des Österreichischen Wissenschaftsfonds und leitender IPCC-Autor mit Forschungsinteressen im Bereich Eis und Klima.
f. Pauline (Paula) Trepczyk ist Stabschefin der Abteilung für Klimaanpassung im Außen-, Commonwealth- und Entwicklungsbüro der britischen Botschaft in Wien. Darüber hinaus ist Paula Gründungsmitglied von CliMates Austria, einer von Jugendlichen geführten NGO, die sich mit der Klimakrise befasst, indem sie Einfluss auf die Klimapolitik nimmt, „Changemaker“ unterstützt, Formate der Klimabildung entwickelt und über Klimathemen schreibt.
5. Im Rahmen des letzten Teils der Lehrveranstaltung, der Synthese und Analyse (Hauptdozent*innen: Gina Moseley und Robert Hafner, Universität Innsbruck) waren auch viele Dozent*innen der vorangehenden Lehrveranstaltungseinheiten anwesend, um offene aber auch neue Fragen zu beantworten bzw. zu diskutieren.
Seitens der Studierenden fand zudem eine individuelle Bewertung der eigenen Entwicklung statt.
Nutzen und Mehrwert
Die beteiligten lehrenden Wissenschafter*innen bereiten kollaborativ und dennoch sehr fokussiert ihre Forschungsthemen/-inhalte für die Lehrveranstaltung auf. Durch die breite inter- und transdisziplinäre Zusammensetzung der Teams in Verbindung mit der Themenwahl und intendierten Lernergebnissen bzw. die damit verbundene Integration unterschiedlicher Methoden und Perspektiven, wird den Studierenden ein interdisziplinäres wissenschaftsbasiertes, aktives und dynamisches Lehr- und Lernsetting geboten.