Projekte entdecken

Zuletzt aktualisiert am 07.02.2025

Organizing in Times of Crisis: The Case of Covid19

Projektname des bereits eingereichten Projekts:

Ars Docendi Kategorie

Digitale Transformation in der Lehre

Gruppengröße

< 20

Kurzzusammenfassung des Projekts

Der Online-Kurs „Organizing in Times of Crisis: The Case of Covid-19” bündelt aktuelle Forschung aus den Bereichen Krisenmanagement und Krisenbewältigung und bezieht sie auf die globale Covid-19-Pandemie. Leonhard Dobusch (Universität Innsbruck) und Elke Schüßler (Universität Linz), gemesinam mit sechs Kolleg:innen aus Österreich und Deutschland, beleuchten dabei Themenbereiche wie Entscheidungsprozesse, Krisenkommunikation und Entrepreneurship sowie staatliche Bürokratie, Fragen der Führung in Organisationen bis hin zu Open Science und Open Data im Kontext der Corona-Krise in insgesamt 12 Einheiten.

 

Alle Kursmaterialien sind auf der Webseite timesofcrisis.org sowie einem begleitenden YouTube-Kanal offen lizenziert verfügbar: Vorlesungsvideos, Foliensätze, Aufgabenstellungen und ein Standard-Syllabus sind für alle Interessierten jederzeit zugänglich. Der Online-Kurs nimmt nicht nur inhaltlich zentrale Gesellschaftsbereiche in der Corona-Krise wissenschaftlich in den Fokus, sondern hat auch die Lernumgebung mittels asynchroner Gestaltung an die geänderten Umstände angepasst.

 

Der im Hinblick auf Gestaltung und Inhalt bislang einzigartige Kurs erhielt nun den „Ideas Worth Teaching Award 2020“ des „Aspen Institute Business and Society Program“ der renommierten Nonprofit-Organisation Aspen Institut, als einer von insgesamt neun herausragenden Kursen weltweit:

www.ideasworthteachingawards.com/2020-course-winners/organizing-crisis-covid19

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The online course "Organizing in Times of Crisis: The Case of Covid-19" bundles current research in the fields of crisis management and crisis resolution and applies it to the global Covid-19 pandemic. Leonhard Dobusch (University of Innsbruck) and Elke Schüßler (University of Linz), together with six colleagues from Austria and Germany, cover topics such as decision-making processes, crisis communication and entrepreneurship as well as state bureaucracy, questions of leadership in organizations up to Open Science and Open Data in the context of the corona crisis in a total of 12 units.

 

All course materials are available on the website timesofcrisis.org and an accompanying YouTube-Channel under an open license: lecture videos, slides, assignments and a standard syllabus are available to all interested users at any time. The course does not only focus on central social areas in the Corona crisis but has also adapted the learning environment to the changed circumstances by means of an asynchronous design.

 

The course, which is unique in terms of design and content, was awarded the "Ideas Worth Teaching Award 2020" by the renowned Aspen Institute Business and Society Program of the non-profit organization Aspen Institute, which awards nine outstanding courses worldwide:

www.ideasworthteachingawards.com/2020-course-winners/organizing-crisis-covid19

Nähere Beschreibung des Projekts

Die weltweite Verbreitung des "Coronavirus" stellt uns vor enorme Herausforderungen quer durch alle gesellschaftlichen Bereiche. Mit Hilfe von klassischen und neuen Organisationstheorien und auf Basis aktueller Forschung zu Krisenmanagement und -bewältigung möchte der Kurs "Organizing in Times of Crisis: The Case of Covid-19" einen kleinen Beitrag dazu leisten, diesen Herausforderungen zu begegnen. Die zwölf Einheiten des Kurses werden von insgesamt acht ProfessorInnen aus Deutschland und Österreich gemeinsam gestaltet.

 

Strukturell ist der Kurs angesichts von Ausgangsbeschränkungen und möglicherweise verstärkten Betreuungspflichten von Studierenden als radikal asynchrones, online-basiertes Lehrangebot ausgestaltet. Auf virtuelle Co-Präsenz sämtlicher Studierender wird bewusst verzichtet. Gleichzeitig sind sämtlich Inhalte des Kurses - Vorlesungsvideos, Foliensätze, Aufgabenstellungen und ein Standard-Syllabus - offen lizenziert und auf Englisch auf der Webseite timesofcrisis.org verfügbar. Zusätzlich zu den offen und frei lizenziert im Rahmen eines zentralen Blogs zugänglich gemachten Inhalten der Lehrveranstaltung wird die Durchführung durch die jeweiligen Lehrveranstaltungsleiter mit ihren jeweiligen Kursmanagementsystemen nach eigenem Ablaufplan begleitet.

 

Der Kurs, der aus insgesamt 12 Lehreinheiten besteht und von insgesamt acht Forschungspersönlichkeiten von verschiedenen Universitäten in Deutschland und Österreich gestaltet wurde (konkret neben Universität Innsbruck und Universität Linz aus Österreich noch die Universität Hamburg, Leuphana Universität Lüneburg, Freie Universität Berlin, Europa-Universität Viadriana Frankfurt/Oder und das Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft Berlin), kann somit weltweit von Lehrenden dezentral eingesetzt und für die lokalen Bedürfnisse konfiguriert werden.

 

Die Kombination aus öffentlich zugänglichem und kollaborativ erstelltem Materialienpool mit einem begleitenden Kurs samt Forensystem im universitätseigenen Kursmanagementsystem ist eine innovative Maßnahme. Sie erlaubt es die Potentiale von kollaborativ erstellten offenen Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Resources, OER), mit Vorteilen von geschlossenen Online-Lernräumen von Kursmanagementsystemen zu kombinieren; letztere sind für bestimmte Aufgabenstellungen alleine schon aus Datenschutzüberlegungen heraus erforderlich.

 

Die Studierenden profitieren in mehrfacher Hinsicht von der Forschungsorientierung der Lehrveranstaltung:

- Studierende erhalten Einblick in aktuelle Forschung zu Krisenbewältigungsstrategien in verschiedenen Bereichen

- Sämtliche Aufgabenstellungen zielen auf die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die aktuelle Covid19-Krise ab

Im Ergebnis werden die Studiereden ermächtigt, systematisch und wissenschaftlich fundiert in ihren jeweiligen persönlichen und organisationalen Kontexten auf Herausforderungen der Corona-Krise zu reagieren. Gleichzeitig ist auch ein allgemeiner Lerneffekt Krisenmanagement im Allgemeinen betreffend zu erwarten.

Eine Liste mit konkreten Lernzielen findet sich hier: timesofcrisis.org/about/

 

Bei jedem der 12 Einheiten müssen die Studierenden in einem Einzelassignment einen Transfer zwischen den eher allgemeinen Readings und Vorlesungen im Bereich Krisenmanagement und Organisation auf der einen und aktuellen empirischen Fällen und Entwicklungen rund um Corona herstellen. Genau diese Anwendung und Weiterentwicklung von theoretischen Konzepten auf neue empirische Phänomene und Fragestellungen ist von zentraler Bedeutung für jedes empirische Forschungsvorhaben.

 

Zusätzlich müssen alle Studierende im Rahmen einer Gruppenaufgabe Fragestellungen, die von ihren Mitstudierenden auf Basis der Lektüre der Readings mit Bezug auf Covid19 formuliert wurden, sortieren, clustern und adressieren. Diese Aufgabenstellung soll an die Herausforderung bei der Formulierung von Forschungsfragen heranführen.

 

Die Lern- und Leistungsfortschritte werden an Hand von kurzen Einzelaufgabenstellungen (Posten von Fragen zu Readings, Post-Lecture-Aufgabenstellung) für jede der zwölf Einheiten erfasst. Feedback erfolgt hier insbesondere durch die Präsentation besonders gelungener Beantwortungen im Online-Forum zur jeweiligen Einheit. Die Beurteilung der Einzel- und Gruppenaufgaben ist für 50% der Beurteilung ausschlaggebend.

 

Die weiteren 50% entfallen auf einen Forschungsessay. Zur Unterstützung beim Verfassen des Esssays gibt es ein eigenes Video, das insbesondere auf die Unterschiede zwischen Essay und Seminararbeit eingeht und Hinweise für das Verfassen des gibt. Es ist wie alle Kursunterlagen am Blog timesofcrisis.org verlinkt bzw. im Youtube-Channel zur Veranstaltung verfügbar: youtu.be/BpzShqbRkt8

 

 

 

Nutzen und Mehrwert

Mit dem Projekt ist ein mehrfacher Mehrwert verbunden:

- Zeitersparnis für Lehrende, da nur einzelne Einheiten im Detail ausgearbeitet werden müssen, die noch dazu in die jeweiligen Forschungsgebiete fallen

- Flexibilität auf Seiten der Studierenden durch das radikal asynchrone Kursdesign

- Internationale Sichtbarkeit für die beteiligten Lehrenden sowie deren Institutionen (Exemplarisch sei diesbezüglich auf die Reaktionen auf Twitter zu "timesofcrisis.org" verwiesen: twitter.com/search )