Lehren an der FH CAMPUS 02 – ein interaktiver Onlinekurs für Lehrende

Ziele/Motive/Ausgangslage/Problemstellung

Die FH CAMPUS 02 beschäftigt neben ihrem hauptberuflichen Lehr- und Forschungspersonal ca. 400 nebenberuflich Lehrende, die Expert*innen in ihren jeweiligen Fachgebieten sind. Abgesehen von der fachlichen Expertise und praktischen Erfahrung der Lehrbeauftragen sind für eine qualitativ hochwertige Lehre natürlich fundierte didaktische Kenntnisse aber auch digitale Kompetenzen notwendig. Das Zentrum für Hochschuldidaktik (ZHD) als FH-interne, hochschuldidaktische Einrichtung bietet eine Reihe von Aus- und Fortbildungsangeboten im didaktischen Bereich. Jedoch sind nebenberuflich Lehrende mitunter schwer greifbar, da sie häufig in unregelmäßigen Abständen an der Fachhochschule sind, und dann meist nur für die Lehre. Es ist daher eine gewisse Herausforderung, die Serviceeinrichtung ZHD und ihre Angebote bei der Zielgruppe bekannt zu machen. Andererseits sind die zeitlichen Ressourcen der nebenberuflich Lehrenden meist begrenzt, eben weil sie neben ihrer Lehrtätigkeit in der unternehmerischen Praxis tätig sind. Die Teilnahme an umfassenderen Programmen ist für sie daher häufig nicht möglich und auch die Teilnahmezahl an kürzeren Workshops, die zu fixen Terminen angeboten werden, bleibt oft unter den Erwartungen der FH CAMPUS 02. Dies besagt auch eine anonyme Umfrage, die im Sommersemester 2022 unter nebenberuflich Lehrenden durchgeführt wurde. 55 % der Befragten geben im Rahmen dieser Umfrage an, Angebote des ZHD nicht in Anspruch genommen zu haben, weil ihnen die Zeit dazu fehlt; knapp ein Fünftel weiß nicht über die Angebote Bescheid. Zudem bleibt der – doch sehr umfassende – Webauftritt des ZHD häufig unbeachtet.

Die Umfrage ergibt zudem, dass, gerade betreffend Technology Enhanced Learning (TEL), Unterstützungsbedarf seitens der Lehrenden besteht. Dies lässt sich auch aus dem unserer Einschätzung nach zu geringen Einsatz von TEL-Tools ableiten. Auch auf der Lernplattform Moodle bedienen sich die Lehrenden unserer Auffassung nach zu selten aktivierender Methoden wie z.B. interaktiver H5P-Elemente. Mehr als 50 % der Befragten geben zudem an, Schwierigkeiten damit zu haben, einzuschätzen, ob der Einsatz eines Tools oder einer Methode zum gewünschten Lernerfolg führt. Da also Schulungsbedarf besteht, der durch die herkömmlichen Angebote nicht ausreichend abgedeckt werden kann, wurde ein für alle Lehrenden der Fachhochschule frei zugänglicher Selbstlernkurs auf der Moodle-Plattform geschaffen. Der Kurs kann von den Lehrpersonen (teilweise oder vollständig) im Selbststudium absolviert werden, umfasst eine Vielzahl an Themen und ermöglicht eine orts- und zeitunabhängige Vertiefung der didaktischen und digitalen Kompetenzen der Lehrenden. Da der Großteil der Lehrenden auf der Moodle-Plattform aktiv ist, ist ein niederschwelliger Einstieg in den Selbstlernkurs gegeben. Einige Lektionen dienen zudem als vorgelagerte Inverted Classroom-Module für interne Workshops.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Mit dem Moodle-Kurs „Lehren an der FH CAMPUS 02“ wurde ein frei zugänglicher Onlinekurs für alle Lehrpersonen der FH CAMPUS 02 ins Leben gerufen, mit Hilfe dessen die Lehrenden ihre didaktischen Kenntnisse und digitalen Kompetenzen zeit- und ortsunabhängig schärfen können. Je nach Bedarf und zeitlichen Ressourcen steht es den Lehrpersonen frei, gesamte Lektionen oder auch nur Teile davon zu absolvieren. Die Lektionen beinhalten allgemeinere aber auch fachlich sehr spezifische Themen und reichen von der Vorstellung der FH und dem Umgang mit einer (heterogenen) Studierendenschaft bis hin zu Constructive Alignment oder TEL. Alle Lektionen beinhalten Lead-In E-tivities (Einstieg ins Thema), Content, meist in Form von interaktiven Videos, Lernerfolgskontrollen sowie Diskussionsforen. Weiterführende Links ermöglichen eine Vertiefung der Inhalte sowie einen Blick auf Best Practice-Beispiele anderer Hochschulen. So werden den Lehrenden nicht nur didaktische Inhalte nähergebracht, sondern es wird auch eine interaktive Plattform geschaffen, auf der sie sich informieren und vernetzen können. Verlinkungen auf den Webauftritt des Zentrums für Hochschuldidaktik sollen zudem dazu führen, dass die Webseite von den Lehrenden aktiver genutzt wird. Die Absolvierung von Lektionen wird mit Zertifikaten und Badges auf Moodle honoriert. Der Kurs forciert die didaktische Fortbildung Lehrender und somit die Umsetzung lernergebnisorientierter, innovativer Lehr- und Lernmethoden am Puls der Zeit.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The Moodle course “Teaching at CAMPUS 02 University of Applied Sciences” is a free-of-charge self-study course that offers CAMPUS 02’s lecturers a site on which they can deepen their knowledge on didactics and enhance their digital competencies without time or place constraints. The lessons of this course can be completed partly, at once, or one after the other in independent study and range from more general content (e.g. the introduction of the university and its teaching principles including managing a heterogenous classroom) to specific didactic lessons (e.g. constructive alignment or TEL). Every lesson begins with a so-called lead-in e-tivity. After that, content is offered to the participants, mostly in the form of interactive videos, followed by progress checks and discussion forums. Further literature in the form of links or pdf-files enables lecturers to get to know best practice examples from other universities. This course does not only provide didactic knowledge and aims to promote the lecturers’ digital competences but also offers a platform to network and develop professionally. Links to the Centre for Teaching Excellence’s website ensure that this online platform is more actively used by the lecturers. Certificates and badges on Moodle are given to lecturers who complete lessons. This course promotes the lecturers´ didactic training, thus enabling them to actively use innovative, cutting-edge teaching methods in line with the desired learning outcomes.

Nähere Beschreibung des Projekts

Die FH CAMPUS 02 beschäftigt ca. 400 nebenberuflich Lehrende, die Expert*innen ihres Fachs sind und den Studierenden praktisches Wissen aus erster Hand vermitteln, aber natürlich auch über didaktische Fähigkeiten und digitale Kompetenzen verfügen müssen, um lernergebnisorientierte, qualitätsvolle Lehre am Puls der Zeit durchzuführen. Da nebenberuflich Lehrende die Vor-Ort-Schulungen des Zentrums für Hochschuldidaktik häufig aufgrund ihrer vollen Terminkalender nicht wahrnehmen können, wurde im Sommersemester 2022 ein Onlinekurs konzipiert, der es den Lehrbeauftragten ermöglicht, sich orts- und zeitunabhängig Kompetenzen rund ums Lehren an der FH CAMPUS 02 anzueignen. Der Onlinekurs „Lehren an der FH CAMPUS 02“ steht den Lehrenden der Fachhochschule seit September 2022 zu Verfügung. Der Kurs verfügt planmäßig über 14 Lektionen, wovon 11 Lektionen mit Stand Februar 2023 online sind. Die restlichen Lektionen werden bis Mitte 2023 veröffentlicht und auch danach soll der Kurs stetig erweitert und ergänzt werden. Der Kurs unterstützt nebenberuflich Lehrende sowie (zukünftige) hauptberuflich Lehrende beim Ausbau ihrer didaktischen und digitalen Kenntnisse, einerseits durch die dargebotenen Inhalte, andererseits dadurch, dass die Lehrenden durch die Absolvierung des Kurses selbst aus erster Hand verschiedene Lehr- und Lernmethoden bzw. Tools aus Studierendensicht erfahren und erleben und diese dann – falls nötig mit Unterstützung des Zentrums für Hochschuldidaktik (ZHD) – in ihrer Lehre umsetzen können. Die 14 Lektionen wurden basierend auf den Ergebnissen mehrerer Umfragen unter nebenberuflich Lehrenden (beispielsweise zur digitalen Kompetenz oder ihren Erfahrungen mit Online-Lehre) konzipiert. Für alle Lektionen wurden vorab Lernziele definiert. Im Folgenden werden die Inhalte der einzelnen Lektionen kurz dargestellt.

  • Lektion 1: Lehren an der FH CAMPUS 02. In dieser Lektion wird die FH CAMPUS 02 vorgestellt und in den steirischen Hochschulraum eingeordnet. Zudem werden die Departments und die Ansprechpersonen für die Lehrenden auf den verschiedenen Ebenen beschrieben.
  • Lektion 2: Das Zentrum für Hochschuldidaktik (ZHD). Hier werden das ZHD vorgestellt und die Angebote für Lehrende im Detail beschrieben. Zudem lernen die Lehrenden die Webseite des ZHD und alle Informationen, die es für Lehrpersonen bietet, kennen.
  • Lektion 3: Equipment/Infrastruktur. In dieser Lektion geht es um die Lehrsaalausstattung an der FH CAMPUS 02 und die zur Verfügung stehende Software. Die Lehrenden erhalten außerdem weitere Informationen zu den für das Equipment relevanten Fortbildungsangeboten des ZHD und den für die Lehre relevanten Bibliotheksangeboten.
  • Lektion 4: (N)Etiquette. Hier wird der Code of Conduct der FH CAMPUS 02 thematisiert, wobei insbesondere auf das Thema Inklusion und Umgang mit einer heterogenen Studierendenschaft eingegangen wird. Besonderer Fokus wird dabei auf das Verhalten von Lehrenden und Studierenden in der Online-Lehre gelegt. Zudem wird der Sprachleitfaden der FH CAMPUS 02 vorgestellt und die Verwendung genderneutraler Sprache in der Lehre erläutert.
  • Lektion 5: Was ist Didaktik? Mit Lektion 5 starten die didaktisch-fachlichen Lektionen, wobei zunächst der Begriff der Didaktik erläutert und deren Bedeutung für die Hochschullehre hervorgehoben wird. Anhand des Lehrkompetenzmodells der Steirischen Hochschulkonferenz werden die Anforderungen an Hochschullehrende definiert.
  • Lektion 6: Constructive Alignment. In dieser Lektion wird das Konzept des Constructive Alignments vorgestellt und die Bedeutung des Constructive Alignments für die eigene Lehre thematisiert.
  • Lektion 7: Lernziele. Hier geht es um die Bedeutung korrekter Lernzieldefinition und die Einordnung von Lernzielen im Kontext eines Studienplans. Teilnehmer*innen, die diese Lektion absolviert haben sind außerdem in der Lage, operationale Lernziele zu definieren und sie mit den verschiedenen Taxonomiestufen nach Bloom in Bezug zu setzen.
  • Lektion 8: Lehr- und Lernmethoden. Die Webseite des ZHD verfügt über eine detaillierte Auflistung und Beschreibung aller Lehr- und Lernmethoden, die an der FH CAMPUS 02 zum Einsatz kommen. Da viele Lehrende die Webseite jedoch nicht konsultieren, geht es in dieser Lektion darum, den „Methodenpool“ auf der Webseite aktiv zu verwenden. Zudem sollen die Teilnehmer*innen lernen, die Vor- und Nachteile von Lehr- und Lernmethoden im Sinne einer Aktivierung von Studierenden und der Ermöglichung individueller Lernfortschritte einzuschätzen, um die für ihre Lehre passenden Methoden zu finden.
  • Lektion 9: Medien. Da das ZHD eine Reihe an (Online-)Formaten zur Vorstellung von TEL-Tools bzw. zur Online-Lehre anbietet und Lektion 11 zudem dem Technology Enhanced Learning gewidmet ist, geht es in dieser Lektion um klassische Medien und deren Wirkung, Einsatz, sowie Vor- und Nachteile. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Bedeutung von Visualisierung im Rahmen von Präsentationen gelegt.
  • Lektion 10: Leistungsbeurteilung. Die Teilnehmer*innen lernen, Zwecke und Formen der Leistungsbeurteilung zu unterscheiden und die Relevanz der Leistungsbeurteilung für Lernaktivitäten und Learning Outcomes zu beschreiben. Zudem werden Gütekriterien erklärt und Bezugsnormen bei der Beurteilung (kriterienorientiert, sozial, individuell) vorgestellt. Nicht zuletzt arbeiten die Lehrenden mit der Prüfungsordnung der FH CAMPUS 02 und lernen, die Leistungsbeurteilung in einen rechtlichen Rahmen einzuordnen.
  • Lektion 11: Technology Enhanced Learning. In dieser Lektion wird beschrieben, was die FH CAMPUS 02 unter dem erfolgreichen Einsatz von TEL versteht. Zudem werden mediendidaktische Grundsätze definiert und die Teilnehmer*innen lernen, den Einsatz neuartiger TEL-Tools und damit verbundener Lehrkonzepte in Bezug auf die eigene Lehre und unter Zuhilfenahme der Webseite des ZHD zu planen.
  • Lektion 12: Lehren mit StIL. Die FH CAMPUS 02 verfügt seit 2020 über das sogenannte „Studio für Innovative Lehre“, das von allen Lehrenden genutzt werden kann. Das StIL ist mit einem Green-Screen-Studio, einem interaktiven Smartboard, Hard- und Software für Videoschnitt und weiterem Aufnahmeequipment ausgestattet. Die Mitarbeiter*innen des ZHD stehen den Lehrenden bei der Verwendung des StIL zur Seite. Um dieses Angebot publik zu machen, ist dem StIL eine eigene Lektion gewidmet, in dem dieses Studio und seine Ausstattung vorgestellt und die Einsatzmöglichkeiten für die eigene Lehre aufgezeigt werden. Zudem lernen die Teilnehmer*innen die Grundprinzipien der Erstellung von Lehrvideos kennen.
  • Lektion 13: Best Practices. In dieser Lektion, die ständig erweitert wird, werden Beispiele guter Lehre – auch von anderen Institutionen und Fachbereichen – beschrieben. Somit lernen die Teilnehmer*innen unterschiedlichste Beispiele für innovative Lehre kennen und bekommen Anreize für die eigene Lehre.
  • Lektion 14: Didaktik to go. In diesem Bereich finden die Lehrenden didaktische Blaupausen für die eigene Lehre vor, lernen, diese kritisch zu beurteilen und bei Bedarf in der eigenen Lehre einzusetzen.

Alle bereits den Lehrenden zugänglichen Lektionen folgen derselben Struktur. So können sich die Teilnehmer*innen gut orientieren und sind rasch mit dem Ablauf der Lektionen vertraut. Zudem erleben die Lehrenden aus erster Hand die Vorteile eines strukturierten Lehrkonzepts und erhalten Input für die Umsetzung transparenter und kompetenzorientierter Lehrkonzepte. Die Lektionen beginnen mit einer sogenannten Lead-In E-tivity. Das ist in der Regel eine Moodle-Aktivität, die dazu dient, den Lehrenden einen ersten Einstieg in das Thema zu geben und für sich selbst festzustellen, welche Kenntnisse sie bereits zum Thema besitzen. Es wurde versucht, den Lehrenden anhand der Lead-In E-tivities möglichst viele verschiedene Moodle-Aktivitäten vorzustellen. Diese reichen vom sogenannten Branching Scenario (als Einstieg zum Thema (N)Etiquette) bis zu einem Kreuzworträtsel oder einer Bildersuche. In der Lead-In E-tivity geht es nicht darum, möglichst viele richtige Antworten zu geben, sondern um eine erste Standortbestimmung/Auseinandersetzung mit dem Thema für die Lehrenden selbst. Für jede Lektion stehen den Lehrenden eine*n oder mehrere Pat*innen zur Seite, die den Teilnehmer*innen in einem Kurzvideo die Lernziele der Lektion vorstellen.

Danach wird den Lehrenden der eigentliche Lehrinhalt präsentiert, meist in interaktiver Form, um die Teilnehmer*innen ins Tun zu bringen. Häufig wurden dafür interaktive Video erstellt. Das bedeutet, dass zunächst kurze Lehrvideos gedreht wurden, die in Folge mit Hilfe des Moodle-PlugIns H5P mit Links und Fragestellungen angereichert wurden. Bei der Erstellung der Videos war es von Bedeutung, den Lehrenden das reiche Spektrum an Möglichkeiten der Lehrvideoerstellung an der FH CAMPUS 02 aufzuzeigen, z.B. Videos aus dem GreenScreen-Studio der FH CAMPUS 02, Videos im Dark Mode, gedreht mit dem SmartBoard im StIL, Screencasts, Erklärvideos mit Powtoon (die FH CAMPUS 02 verfügt über eine Lizenz für Lehrende) oder aus Power-Point erstellte Videos. Diese Videos wurden mit Verständnisfragen, weiterführenden Links aber auch kurzen Aufgaben angereichert, um sicherzustellen, dass die Teilnehmer*innen die Videos nicht nur passiv konsumieren, sondern auch in ihren eigenen Lernprozessen aktiv werden. Alternativ werden auch andere Aktivitäten zur Content-Vermittlung eingesetzt, wie zum Beispiel interaktive Bücher – wobei auch hier darauf geachtet wurde, die Lehrenden zu aktivieren. Haben die Teilnehmer*innen die Content-Aktivitäten absolviert und wollen sie die Lektion abschließen, so können sie den sogenannten „Wissenssprint“ absolvieren. Diese Lernerfolgskontrolle gibt den Lehrenden einen Einblick in die Welt der Moodle-Tests, wobei für einen positiven Lektionsabschluss in maximal drei Versuchen mindestens 75% der Fragen richtig beantwortet werden müssen.

Jede Lektion verfügt zudem über weiterführende Literatur – hier soll es den Lehrenden ermöglicht werden, einen Blick über die eigene Hochschule hinaus auf andere Anwendungsbeispiele, theoretische Abhandlungen oder Best Practices zu werfen und dadurch einerseits ihr Verständnis der Inhalte noch weiter zu vertiefen und andererseits weitere Impulse und Inputs für die eigene Lehre zu erhalten. Dabei wurde Wert darauf gelegt, einen guten Mix aus nationalen und internationalen Quellen zu finden. Als letzten Punkt jeder Lektion gibt es ein Nachrichtenforum. Hier können Teilnehmer*innen Fragen stellen, miteinander in Kontakt treten oder die Mitarbeiter*innen des Zentrums für Hochschuldidaktik kontaktieren. Somit können neue Lehrideen mit Unterstützung des ZHD direkt in die Praxis umgesetzt werden. Als Hinweis auf den Kurs werden abwechselnd Moodle-Banner und Ankündigungen geschaltet, die sichtbar sind, sobald die Lehrenden sich in die Moodle-Plattform der FH CAMPUS 02 einloggen. Somit soll sichergestellt werden, dass die Lehrenden niederschwellig mit dem Kurs in Kontakt kommen. Einzelne Lektionen des Onlinekurses dienen als vorgelagerte Inverted Classroom-Lektionen der hausinternen Workshopreihe „Praktische Einführung in die Hochschuldidaktik“. Dies stellt eine Ergänzung von und enge Verzahnung mit bereits vorhandenen Fortbildungsangeboten sicher. Die Absolvierung einzelner Lektionen werden mit Badges auf Moodle honoriert. Für jeweils sieben Lektionen erhalten die Lehrenden ein Zertifikat und einen Gutschein vom ZHD. In Zukunft soll die Absolvierung derartiger Fortbildungsangebote auch auf der Webseite der FH CAMPUS 02 dargestellt werden.

Nutzen und Mehrwert

Durch die Einführung dieses Projekts können sich vor allem nebenberuflich Lehrende, die aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen keine Zeit haben, Vor-Ort-Schulungen zu fixen Zeiten zu besuchen, didaktisch fortbilden und ihre digitalen Kompetenzen verbessern. Aber auch (zukünftige) hauptberuflich Lehrende können diesen Kurs niederschwellig zum Kenntniserwerb nutzen. Das Angebot ist in mehrerlei Hinsicht dynamisch: Die Lektionen können zeit- und ortsunabhängig und im eigenen Lerntempo absolviert werden. Zudem ist der Kurs, was die Inhalte betrifft, flexibel – bereits bekannter Content muss nicht (wie in Präsenz-Workshops) noch einmal durchgekaut, sondern kann übersprungen werden. Dieses Lehrprojekt ist zudem sehr innovativ und das nicht nur, weil es den Lehrpersonen ermöglicht, Seamless Learning selbst auszuprobieren – es beinhaltet eine Vielzahl an digitalen Tools und Methoden, die die Lehrenden aus Teilnehmer*innen-Sicht erleben. Sie können daher basierend auf ihren eigenen Erfahrungen entscheiden, ob sie ein Tool/eine Methode ansprechend finden und in ihre eigene Lehre einbinden möchten. Das Lehrprojekt bietet zudem die Möglichkeit, auf kurzem Weg Kontakt zum ZHD für die Umsetzung neuer Lehrideen aufzunehmen. Für die Mitarbeiter*innen des ZHD birgt das den Vorteil, dass die Lehrenden sich bereits mit konkreten Ideen bei ihnen melden. Durch die Integration des Kurses in die „Praktische Einführung in die Hochschuldidaktik“ als Inverted Classroom-Module können zudem die Präsenzphasen dieser Fortbildung effektiver genutzt und die Vernetzung mit Lehrenden anderer Hochschulen intensiviert werden. Natürlich profitieren auch die Studierenden vom Kompetenzerwerb der Lehrpersonen. Wenn das Gelernte, sei es kriterien- und lernergebnisorientierte Leistungsbeurteilung oder der Einsatz innovativer Lehr- und Lernmethoden in der Lehre Anwendung findet, steigt die Qualität der Lehre, was zu mehr Motivation, Studierendenaktivierung und besseren Lernergebnissen führen kann.

Nachhaltigkeit

Das Projekt fügt sich nahtlos in das Aus- und Fortbildungsangebot der FH CAMPUS 02 ein und ergänzt dieses einerseits als innovatives Online-Format, das Seamless Learning auch für Lehrende ermöglicht, und andererseits im Sinne von praktisch gelebtem Inverted Classroom. So können Lehrpersonen digital unterstützte Lehrkonzepte selbst erfahren und in Folge ihre eigene Lehre weiterentwickeln. Im WS 22/23 konnten durch das Inverted Classroom-Angebot mit vorgelagerter Onlinephase mehr Lehrende einer Partnerhochschule als in den Vorjahren am Präsenz-Fortbildungsangebot der FH CAMPUS 02 teilnehmen. Für die Präsenzphasen bedeutet dies, dass Teilnehmer*innen einen Einblick in die Lehre an anderen Institutionen erhalten und so ihren didaktischen Horizont erweitern können. Projekte, die auf die didaktischen und digitalen Kompetenzen der Lehrenden abzielen, spielen eine entscheidende Rolle für die Qualitätssicherung der Lehre. Das Projekt zielt darauf ab, dass Lehrende innovative, aktivierende Hochschuldidaktik praktisch ein- und umsetzen, mit Studierenden mit unterschiedlichen Bildungsbiografien und Lebensrealitäten souverän und fair umgehen können und in fachübergreifenden Diskurs mit anderen Lehrenden treten. Es soll als Anstoß für einen nachhaltigen Kreislauf von Qualifizierung – Umsetzung – Weiterentwicklung dienen und daher auch weiterhin zur Verfügung stehen. Im Sinne der Sicherstellung der Qualität der Lehre ist eine langfristige Fortführung bzw. ein Ausbau des Projekts geplant.

Dissemination/Transfer

Viele Inhalte des Onlinekurses beziehen sich auf die Lehrtätigkeit an der FH CAMPUS 02 – so gibt es beispielsweise Informationen zur Ausstattung der Hörsäle oder es wird Bezug auf die Prüfungsordnung der FH genommen. In diesem Sinn sind nicht alle Lektionen des Kurses 1:1 auf andere Hochschulen übertragbar. Jedenfalls ist es dem Zentrum für Hochschuldidaktik ein Anliegen, die der Konzeption des Kurses zugrunde liegende Umfrage unter nebenberuflich Lehrenden und die daraus resultierenden Erkenntnisse zur digitalen Kompetenz Lehrender sowie die Erfahrungen mit einem derartigen Onlinekurs mit der Scientific Community zu teilen. Im Sinne einer Dissemination der Ergebnisse und eines Austausches von Ideen auf fachlicher und internationaler Ebene hat sich das ZHD bereits um Konferenzteilnahmen und Publikationen zu diesem Thema bemüht, um das Konzept und seine Erfahrungen bekannt zu machen und in einen Diskurs mit anderen Hochschulen zu treten. Folgende Veröffentlichungen seien dabei erwähnt:

 

Handbuch E-Learning (im Druck): „Digitale Kompetenzen von Lehrenden. Was sind digitale Kompetenzen, wie beeinflussen sie die hochschulische Lehre und (wie) können Lehrende Unterstützung erfahren?“

 

17th Annual International Technology, Education and Development Conference, Valencia, März 2023: Videobeitrag und Artikel zum Thema „The promotion of teaching excellence via an asynchronous moodle course”.

 

European First Year Experience Conference, Graz: April 2022: Show and Tell zum Thema „Measures for Ensuring the Quality of Teaching at CAMPUS 02 UAS”.

10. Tag der Lehre der FH Oberösterreich, April 2022: Präsentation und Beitrag im Tagungsband zum Thema „Digitale Kompetenz von Lehrenden als Schlüssel zur Zukunft der Hochschuldidaktik? Ergebnisse einer Umfrage.“

 

Die Einbringung der gewonnenen Expertise und Erfahrungen beispielsweise im Rahmen eines hochschulübergreifenden iMoox-MOOCs wäre, wenn sich passende Projektpartner*innen finden, sicherlich ein langfristiges Ziel.

Institutionelle Unterstützung

Das Konzept des Onlinekurses „Lehren an der FH CAMPUS 02“ entstand im Sommersemester 2022 auf Initiative der nominierten Personen, die entsprechenden Bedarf sahen. Das Projekt wurde in Folge proaktiv vom Zentrum für Hochschuldidaktik in enger inhaltlicher Zusammenarbeit mit dem FH-Vizerektor ausgearbeitet und in Folge der Geschäftsführung der FH CAMPUS 02 präsentiert. Da ein derartiges Qualifizierungsprojekt der TEL-Strategie der Fachhochschule entspricht und innovative Lösungen zur Aus- und Fortbildung von Lehrenden seitens des Rektorats stets begrüßt werden, wurde das Projekt durch Rektorat und Geschäftsführung unterstützt. In diesem Sinne wurde eine temporäre Stundenaufstockung eines Mitarbeiters über die Sommermonate (vor allem für Videoerstellung und Videoschnitt), sowie auch der Ankauf von Equipment zur Videoerstellung bewilligt. Das Studio für Innovative Lehre, das dem Zentrum für Hochschuldidaktik seit 2020 zur Verfügung steht und über ein Green-Screen-Studio, ein interaktives Smartboard, Videoschnittsoftware für Lehrende, Kameras und weiteres Film-Equipment verfügt, konnte über den Sommer prioritär für das Projekt verwendet werden. Hervorzuheben ist dabei das Engagement der Beteiligten, ohne das es nicht möglich gewesen wäre, ein derartig umfassendes Projekt mit den begrenzten Mitteln zu realisieren.

Positionierung des Lehrangebots

Der interaktive Onlinekurs „Lehren an der FH CAMPUS 02“ richtet sich an alle Lehrenden der FH CAMPUS 02. Mit Hilfe verschiedener, im Selbststudium zu absolvierender Lektionen können die Lehrpersonen ihre Lehrkompetenzen verbessern und innovative Tools selbst erproben. Somit wurde ein Angebot zur Verbesserung der didaktischen und digitalen Kompetenzen der Lehrenden geschaffen, das sich auf das gesamte Studienangebot und alle Studierenden der Fachhochschule auswirken kann. Lehrende, die den Kurs erfolgreich absolvieren, sind in der Lage, alternative Lehrkonzepte (z.B. Inverted Classroom) oder Lehrmethoden im Sinne des Constructive Alignments und der Lernergebnisorientierung umzusetzen. Die im Rahmen des Kurses durch interaktive Moodle-Aktivitäten dargebrachten Inhalte sensibilisieren Lektor*innen für die Heterogenität ihrer Studierendenschaft und geben Lehrenden aller Studienrichtungen das Rüstzeug zur Durchführung studierendenzentrierter und inklusiver Lehre am Puls der Zeit.

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Links zu Social Media-Kanälen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2023 nominiert.
Ars Docendi
2023
Kategorie: Qualitätsverbesserung von Lehre und Studierbarkeit
Ansprechperson
FH-Prof. MMag. Dr. Dagmar Archan
Zentrum für Hochschuldidaktik
0316/6002-738
Nominierte Person(en)
FH-Prof. MMag. Dr. Dagmar Archan
Zentrum für Hochschuldidaktik
FH-Prof. MMag. Günter Zullus, StB
Department Rechnungswesen & Controlling
Themenfelder
  • Weiterbildung Lehrende
  • Digitalisierung
  • Erfahrungslernen
  • Flexibel Studieren
  • Kommunikation/Plattform für Lehrende
  • Lehr- und Lernkonzepte
  • Infrastruktur/Lehrmaterialien
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften