Medizinische Universität Wien
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Weitere Beispiele der Hochschule

Creative and Critical Journal Club (CCJC)

Ziele/Motive/Ausgangslage/Problemstellung

Das übergreifende Ziel jeder Universität ist die Ausbildung zukünftiger Wissenschaftler/innen. Oft wird unter Ausbildung aber vor allem die Vermittlung von fachspezifischem Wissen verstanden. In früheren Zeiten wurden Wissenschaftler/innen manchmal als Eigenbrötler/innen in Elfenbeintürmen wahrgenommen. Heutzutage hingegen ist die Kommunikationsfähigkeit aller im wissenschaftlichen Bereich tätigen Personen von größter Wichtigkeit. Wissenschaftler/innen müssen in der Lage sein ihre Ziele, Motivationen und Ergebnisse an Stakeholder/innen aller Art auf Augenhöhe zu vermitteln – seien dies Peers, Förderinstitutionen, oder die allgemeine Öffentlichkeit.

 

Die wissenschaftliche Kommunikation mit der Öffentlichkeit, die von der Europäischen Union inzwischen als wesentliche Aufgabe (Third Mission) der Universitäten bezeichnet wird, ist Teil der Österreichischen Strategie für Forschung, Technologie und Innovation (https://tinyurl.com/28fd83nx), und Teil des Gesamtösterreichischen Universitätsentwicklungsplanes (https://tinyurl.com/2p8mxprp). Leider gibt es aber immer noch nur wenige konkrete Angebote zur Praxis in der Wissenschaftskommunikation und im Wissenschaftsunterricht.

 

Aus dieser Ausgangslage heraus wurde der „Creative and Critical Journal Club“ (CCJC) entwickelt. Er gibt den Studierenden die Möglichkeit in einem „familiären“ und geschützten Raum verschiedenste Aspekte der Wissenschafts-kommunikation zu erlernen und, als ersten Ausbildungsschwerpunkt, selbstständig und in der Kommunikation miteinander zu üben.

 

Da Studierende von ihren ersten Feedback-Erfahrungen (z.B: Peer Review) oft überwältigt sind, sollte als zweiter Ausbildungsschwerpunkt des CCJC großer Wert auf das Üben und Erlernen einer offenen und wertschätzenden gegenseitigen (d.h. Studierende zu Studierende) Feedbackkultur gelegt werden.

 

Schließlich ist mit einer großen Diversität beim Zielpublikum von Wissenschaftskommunikation vor allem hinsichtlich Alter und Ausbildung, aber auch hinsichtlich Religion und Herkunft zu rechnen. In der Vorbereitung der Wissenschaftskommunikation muss diese Diversität unbedingt mitbedacht werden, um den Wissenstransfer attraktiv, verständlich und wertschätzend zu gestalten. Dieses ist der dritte Schwerpunkt des CCJC.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten müssen Wissenschaftler heute imstande sein, mit verschiedenen Akteuren (andere Wissenschaftler, Förderorganisationen, Editoren, Mitarbeitern, Studenten und der breiten Öffentlichkeit) zu kommunizieren. Der „Creative and Critical Journal Club“ (CCJC) ist eine höchst interaktive, Studenten-bezogene Seminar-Serie welche den Studenten Fähigkeiten wie kritisches Denken, Feedback, Peer Reviewing, kreatives Argumentieren durch Diskussion und die Reflexion der eigenen Arbeit vermittelt. Einer der wichtigsten Aspekte des CCJC ist das kritische Feedback und der Meinungsaustausch in der wissenschaftlichen Kommunikation. Der CCJC beinhaltet verschiedene Themen wie Poster-Präsentationen, Verfassen von Abstracts, die Struktur von Publikationen, Peer Review, Lehrkompetenzen, Wissenschaft & Kunst sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Die Themenauswahl wird wesentlich durch die Studenten beeinflusst.

Am CCJC nehmen Studenten verschiedener Disziplinen mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Kulturen (wie Humanmedizin, Zahnmedizin, Biologie, Computerwissenschaften) teil, lernen voneinander, verstehen die „Sprache“ der anderen, verbessern ihre Kritikfähigkeit und bauen Vorurteile ab. Beim CCJC besteht eine sehr familiäre und ungezwungene Atmosphäre; die Studenten nehmen oft über viele Semester an den Kursen teil, da die vermittelten Inhalte und die erlernten Soft-Skills für junge Wissenschaftler von besonderem Nutzen sind.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Scientists face a very different landscape from previous decades’ “ivory towers” where they were seen as reclusive lone wolfs. Scientists today need to be able to communicate with various stakeholders, be it peers, funding organisations, editors, senior staff, their students, or the general public.

The Creative and Critical Journal Club (CCJC) is a highly interactive, student-centred seminar series focusing on conferring skills such as critical thinking, giving feedback, peer-reviewing, and creative reasoning through discussion and critical review of the students’ own work. One of the most important aspects of the CCJC is the training of critical but constructive feedback and exchange of opinions in the context of scientific communication. The CCJC focusses on many topics, which change every semester with the content being heavily influenced by the students themselves, including e.g., poster presentations, writing of abstracts, structure of publications, peer review, teaching skills, art & science, or public engagement.

In the CCJC, students from many different fields (e.g. medicine, dentistry, biology, computer science) with very different scientific cultures come together to learn from another and understand each other’s “languages”, strengthening their critical faculties, and confronting prejudices. The CCJC has a very familiar and fun atmosphere and students often participate in the course for many semesters, as the course goals make it uniquely beneficial for young scien

Nähere Beschreibung des Projekts

Zu Beginn des Semesters stellen sich die Lehrenden und die Studierenden vor. Da, wie bereits erwähnt, das Erlernen der Kritikfähigkeit ein zentrales Ziel des CCJC darstellt, werden in der ersten Einheit die Regeln für das Feedback eingehend besprochen.

 

In der Folge werden Beispiele für Inhalte des CCJC beschrieben:

 

• Verfassen und kritische Begutachtung von Abstracts/ Kurzfassungen für wissenschaftliche Publikationen und Kongressbeiträge. Erlernen der Bedeutung von prägnanten Kurzfassungen sowie deren unterschiedliche Anforderungen ja nach Zielgruppe (Meeting, Publikation, Antrag etc.) in der wissenschaftlichen Kommunikation. Da das Thema „Abstract“ für unsere Studierende sehr relevant ist, soll diese Aufgabe eingehender beschrieben werden: Zu Beginn wird erklärt, wie ein wissenschaftliches Abstract strukturiert ist. Die erste Aufgabe besteht darin, im eigenen Forschungsgebiet ein besonders gutes und ein besonders schlechtes Abstract zu identifizieren und zu präsentieren (etwa 3 Abstracts pro Unterrichtseinheit). Alle Teilnehmer analysieren das Abstract und geben ihr Feedback. Als nächste Aufgabe verfassen die Studenten ein Abstract über ihre eigene Arbeit (z.B. Dissertationsprojekt), präsentieren dieses und erhalten von den Studierenden und Lehrenden Feedback. Eine weitere beispielhafte Aufgabe ist das „Speed Abstract Reviewing“: als Vorbereitung zu Reviewer-Aktivitäten bei zukünftigen Kongressen werden etwa 8 Abstracts in 30 Minuten begutachtet und bewertet.

• Struktur von Publikationen: Erlernen wesentlicher Strukturelemente und Qualitätsfaktoren wissenschaftlicher Arbeiten. Eigene Arbeiten, „gute“ und „schlechte“ Beispiele aus der Literatur und Anforderungen verschiedener Journale werden kritisch begutachtet.

• Kongressbeiträge–Posterpräsentationen (z.B. PhD‐Kongress der Young Scientist Association (YSA) der MedUni Wien): Konzeption und Gestaltung von Postern für wissenschaftliche Kongresse unter Berücksichtigung der Wechselwirkung von Datenmaterial und grafischer Aufbereitung.

• Kongressbeiträge – Vorträge: Üben wissenschaftlicher Präsentationen. Zentrale Elemente im Rahmen wissenschaftlicher Vorträge (Präsentation, Diskussion und die Funktionen der „Chairperson“) werden erklärt und geübt.

• Review Prozess: Übungen zur kritischen Begutachtung von Publikationen und Projekten anhand von Beispielen.

• Lehre als Herausforderung: Erstellen eines Vortrags und Präsentation vorgegebener Seminarinhalte für den Kleingruppenunterricht mit anschließende Peer‐Group Evaluierung.

 

Zusätzlich zu diesen Themen, welche sich auf die Interaktion mit der „Scientific Community“ beziehen, thematisiert der CCJC auch die Interaktion mit der breiten Öffentlichkeit. Hier steht das Erlernen der Kommunikation mit den „Stakeholdern“, d.h. der nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit bzw. wissenschaftlichen Laien im Vordergrund:

 

• Radio Science: Die eigene Forschungsarbeit für einen fiktiven Radiosender in kurzen Beiträgen erklären. Erklärungen zu den unterschiedlichen Zielen von Wissenschaftler/innen und Journalist/innen.

• Auftritte bei Veranstaltungen zur Präsentation von Wissenschaft gegenüber der Öffentlichkeit (z.B. Lange Nacht der Forschung) evaluieren und planen. Kritische Analyse und eigene Vorbereitung von z.B. Science Slam Videos. Entwurf, Durchführung und Einübung von Posterbeiträgen und/oder Vorträgen.

• Science / Art. Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Kunst kennenlernen

 

Vor der COVID-19-Pandemie wurde der CCJC als klassische Präsenzveranstaltung abgehalten. Aufgrund der Pandemie-bedingten Umstellung des Lehrbetriebes auf Distanzlehre wird der CCJC seit vier Semestern über Cisco WebEx online angeboten. Dieses System hat sich als sehr sicher und bedienerfreundlich erwiesen. Da sich ein Verlust der Konzentrationsfähigkeit als generelle Herausforderung von online-Veranstaltungen erwiesen hat, verwenden die Lehrenden eine Reihe von Technologien um den CCJC so interaktiv wie möglich zu gestalten. Als Beispiele sollen genannt werden:

 

• Verwendung des Onlinetools „Mentimeter“ (https://www.mentimeter.com/) um Umfragen durchzuführen

• Vorträge und interaktive Quizfragen mittels Power-Point

• Wenn verfügbar, die Nutzung von freien Onlinetools zur Verbesserung der Qualität der Präsentationen (z.B. Tools um geeignete Farbkombinationen bei Abbildungen oder Poster zu bestimmen, creative commons lizensiertes „Wer wird Millionär“ Spiel zur spielerischen Wiederholung des Gelernten)

• Interaktive Rollenspiele (z.B. Verhalten als Vorsitzender bzw. Vortragender einer (fiktiven) wissenschaftlichen Sitzung)

• Wenn möglich, Einbeziehung von online Video bzw. Audio-Material (z.B. preisgekrönte Vorträge) in die Seminare

 

Die Lehrenden haben mehrere Schlüsselaspekte, die unsere Seminare erfolgreich gemacht haben, identifiziert:

 

• Die Schaffung einer freundlichen und familiären Umgebung ist von grundlegender Bedeutung. Am Anfang sind die Studenten auf Grund ihrer Prägung durch hierarchische Strukturen sehr zurückhaltend. Es ist wichtig zu vermitteln, dass es im CCJC um die Kommunikation geht und dass auch gegenteilige Meinungen geäußert werden können. Fehler, Kontroversen und unterschiedliche Standpunkte sind Teil des Lernprozesses.

• Die online-Lehre hat sich als weniger spontan als die Präsenzlehre erwiesen. Manche Studierende müssen zu Wortmeldungen ermutigt werden; es ist wichtig, dass alle Teilnehmer zu Wort kommen.

• Im CCJC sind die Studierenden die Kollegen der Lehrenden, auch die Lehrer/innen lernen ständig dazu. Wenn ein/e Student/in eine innovative Idee hat, wird dies entsprechend eingearbeitet.

• Die Lehrenden sollen als Vorbilder für ein korrektes Feedback dienen. Zuerst werden die positiven Aspekte hervorgehoben, dann kritische Kommentare abgegeben. Es ist auch wichtig, ein Feedback auf das Feedback zu geben.

• Vorträge durch die Lehrende sollten auf ein Minimum beschränkt werden, sind aber wichtig um die Grundlagen zu schaffen. 90% der Zeit wird für die Präsentationen bzw. Ausarbeitungen durch die Studierenden verwendet.

• Während eines Semesters und zwischen den Semestern werden die Themen und Schwerpunkte gewechselt; z.B. diskutieren die Studenten in einem Teil des Semesters ihre eigenen Arbeiten und evaluieren in einem anderen Teil Publikationen aus der Literatur und verwenden diese Informationen, um die eigenen Arbeiten zu verbessern.

Nutzen und Mehrwert

Da es das primäre Ziel des CCJC ist, Wissenschaftskommunikation zu lehren, ergaben sich für die Studierenden folgende eindeutige Mehrwerte aus der Lehrveranstaltung:

• Die erlernten Fähigkeiten z.B. im Verfassen von Abstracts, wissenschaftlichen Postern, Reviewen, Präsentieren, Pitch-Talk, Lay-person Presentation, graphische Datendarstellung, etc. steigern direkt die Effizienz jede/r Teilnehmer/in in der jeweiligen Fachdisziplin (Ersparnis von Zeit in Bezug auf nötige Korrekturen und Anleitungen durch die einzelnen Supervisor/innen der Studierenden etc).

• Die gelebte und erlebte positive Feedbackkultur im CCJC bereitet die Studierenden auf den positiven Umgang mit Feedback, z.B. im Verfassen und Erhalten von wissenschaftlichem Peer Review optimal vor (Prinzip: Kritik an der Sache, niemals an der Person)

• Seit Beginn der Lehrveranstaltung CCJC (2010) haben viele Studierende die im CCJC erlernten Fähigkeiten genutzt, um wissenschaftliche Abstracts, Poster oder Vorträge für nationale oder internationale Kongresse vorzubereiten. Unsere Studenten haben in Folge mehr als 10 Posterpreise erhalten und eine Vielzahl von Beiträgen in den Gebieten der Medizin, der Biologie und der Bioinformatik auf internationalen Kongressen präsentiert.

• Neben der wissenschaftlichen Kommunikation ist die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalt an die breite Öffentlichkeit ein wesentliches Anliegen des CCJC. In diesem Sinn haben Lehrende und Studierende an der „Langen Nacht der Forschung“ und an der „KinderUni Wien“ aktiv mitgewirkt.

• Die erlernte Kritikfähigkeit, die kontinuierliche Konfrontation und damit nötige Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten und Sichtweisen verschiedener Kulturen, Hintergründe und Fachdisziplinen und das dadurch entwickelte Verständnis für klare, wertschätzende Kommunikation wird von den Teilnehmern des CCJC regelmäßig als ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal dieser Lehrveranstaltung angesehen.

• Das nachhaltige Lernen ist ein weiterer zentraler Aspekt des CCJC. Die einzelnen Themen (z.B. das Verfassen eines Abstracts, Vorbereitung eines Posters oder Vortrages) werden in verschiedenen Semestern angeboten. Viele Studenten haben an mehreren CCJC teilgenommen um alle Themen zu erlernen und so ihre Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickelt. Zwei ehemalige Studierende (Martin Schepelmann und Amirreza Mahbod) sind mittlerweile selbst aktive Lehrende des CCJC.

• Ein "Spin-off" des CCJC ist wie oben bereits erwähnt der Science I Art Wettbewerb auf den Symposien der Young Scientist Association (YSA) der MedUni Wien. Er wurde im Jahr 2015 von den Lehrenden und Martin Zalaudek (YSA) ins Leben gerufen, der damals Student im CCJC war. In diesem Wettbewerb versuchen Studierende ihre wissenschaftliche Arbeit auf künstlerischem Wege der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Der Science I Art Wettbewerb ist zu einem fixen Bestandteil des YSA Symposien geworden (https://tinyurl.com/488eeas2).

Nachhaltigkeit

Von unseren Studierenden wissen wir, dass der CCJC in seiner Konzeption einzigartig innerhalb der Lehrveranstaltungen der MedUni Wien ist. Nichtsdestoweniger sind die Lehrenden überzeugt, dass der CCJC an anderen Universitäten bzw. auch innerhalb anderer Studienprogramme einfach zu etablieren ist. Da der CCJC für die Lehrenden sehr arbeitsintensiv ist, ist es sehr sinnvoll ein Team von ca. 3-5 Lehrenden zu bilden. Diese sollten sich gut kennen miteinander sein und auch miteinander Lachen können – schon alleine, um die familiäre und kollegiale Atmosphäre, bei der keine hierarchischen Ebenen berücksichtigt werden dürfen, herzustellen. Es ist auch hilfreich, wenn die Lehrenden aus unterschiedlichen Fachrichtungen kommen, wenn möglich unterschiedliches Alter, Geschlechter und eventuell Nationalitäten haben und so zur Diversität und verschiedenen Betrachtungsweisen beitragen können. Die Lehrenden müssen sich als Moderator/innen verstehen und den Studierenden auf Augenhöhe begegnen.

 

Da der CCJC vor allem den Fokus auf Kommunikation und Feedback legt, ist eine Übertragung des prinzipiellen Konzeptes natürlich auch auf andere Lehrveranstaltungen denkbar.

Um den CCJC, oder daraus abgeleitete Lehrveranstaltungen, zu einem Erfolg zu machen ist eine gründliche Vorbereitung unumgänglich. Aufgabenstellungen für die Studierenden müssen immer absolute auf die Interaktion der Studierenden ausgerichtet sein. Eine strikte Einhaltung von Nicht-Kompetetivität (von Auflockerungen wie einem Quiz einmal abgesehen) ist unbedingt erforderlich (keine Noten, Prüfungen etc.). Der Lernerfolg muss sich aus der Interaktion ergeben, nicht aus fachlichem (prüfbarem) Wissen.

Der CCJC wird nun seit 2010 mit teilweise wechselnden Teammitgliedern abgehalten. Im Laufe der Jahre wurde das Konzept immer mehr verfeinert und das Team hat sich immer mehr eingespielt. In der Anfangszeit wurde noch wesentlich mehr Fokus auf sog. „Hard Skills“ gelegt, es stellte sich aber heraus, dass die Studierenden von einer kompletten Ausrichtung auf Kommunikationsfähigkeiten (wie oben beschrieben, graphisch, textlich, mündlich, etc.) mehr profitieren. Auch jetzt entwickelt sich der CCJC kontinuierlich weiter – am Ende jedes Semesters wird Feedback von den Studierenden eingeholt, ob sie im nächsten Semester erneut teilnehmen wollen und ob sie ein bestimmtes Thema besonders interessieren würde, wie sie das heurige Thema fanden und wie dieses verbessert werden kann. Besonders häufig nachgefragte Themen (z.B. Abstracts, d.h. Verfassen von wissenschaftlichen Kurzfassungen z.B. für Konferenzen) werden daher häufiger behandelt und es kommen laufend neue Interaktionsmethoden und Materialien dazu.

Aufwand

Der CCJC wird im Rahmen eines Doktoratsprogrammes an der MedUniWien angeboten, daher fallen keine zusätzlichen Kosten an. Eventuell zusätzliches Unterrichtsmaterial (Papier, Kopien, Kreativwerkzeuge (Software, Zeichenwerkzeuge, etc.) sind gering und werden aus dem allgemeinen Budget bestritten.

 

Der CCJC erfordert je nach Thema sehr intensive Vorbereitung der Lehrenden (insbesondere der jeweiligen Moderator/innen), z.B. um interaktive Übungen etc. zu entwerfen, Abstracts zusammen zu stellen, Designvorlagen zu erstellen, externe Gäste zu organisieren, etc. Weiters fallen z.B. das Zusammenstellen von Feedbackergebnissen zwischen den einzelnen Einheiten an. Zu anderen Einheiten, wenn z.B. mehrere Studierende an mehreren Einheiten hintereinander ihre Ergebnisse präsentieren, fällt weniger Aufwand an. Im Durchschnitt kann von ca. 1-2 Stunden Vorbereitungsaufwand pro Stunde CCJC ausgegangen werden.

 

Der Aufwand für die Studierenden wird im Durchschnitt mit ca. 1 Stunde Heimarbeit pro Stunde CCJC bewertet (z.B. Vorbereiten eines Posters, einer Präsentation, heraussuchen von Studien, Erstellen und Üben von Kurzvorträgen etc.). Diese Vorbereitungszeiten für die Studierenden treten geblockt auf, da nicht jede/r Studierende in jeder Einheit aktiv präsentiert.

Positionierung des Lehrangebots

Ca. 5-20 Studierende, PhD Studierende (Dissertand/innenseminar), BSc und Master Studierende im Rahmen Ihrer Bachelor oder Masterarbeit.

 

Der „Creative and Critical Journal Club“ (CCJC) wird im Rahmen des Doktoratsprogrammes „Muscoskeletal and Dental Research“ der Medizinischen Universität Wien als Wahlpflichtfach angeboten. Weiteres richtet sich der CCJC aber auch an z.B. Praktikant/innen, Diplomstudent/innen, Austauschstudent/innen etc. Der CCJC richtet sich ausdrücklich NICHT an Studierende nur einer einzigen Fachdisziplin. Gerade die Vernetzung von Studierenden (und Lehrenden) so unterschiedlicher Disziplinen wie Medizin, Zahnmedizin, Biologie, Pharmazie, Informatik etc.) ermöglicht es den Studierenden zu erlernen wie man interdisziplinär kommuniziert. Die Unterrichtssprache ist Englisch als Sprache der Wissenschaft, des Doktoratstudiums an der MedUniWien, und um der Internationalität unserer Studierenden gerecht zu werden.

Links zu Social Media-Kanälen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2022 nominiert.
Ars Docendi
2022
Kategorie: Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ansprechperson
Schepelmann, Martin, Dr.
Medizinische Universität Wien, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung
01 40400 51230
Nominierte Person(en)
Schepelmann, Martin, Dr.
Medizinische Universität Wien, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung
Ellinger, Isabella, Ao. Univ.-Prof.in Dipl.-Ing. inDr.in
Medizinische Universität Wien, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung
Kallay, Enikö, Assoc.-Prof.in Univ.-Doz.in Mag.a Dr.in
Medizinische Universität Wien, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung
Mahbod, Amirreza, Dr.
Medizinische Universität Wien, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung
Pietschmann, Peter, Univ.-Prof. Dr.
Medizinische Universität Wien, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung
Themenfelder
  • Lehr- und Lernkonzepte
  • Erfahrungslernen
  • Digitalisierung
  • Sonstiges
  • Wissenschaftliche (Abschluss)Arbeiten
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften