Paris-Lodron-Universität Salzburg
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Das gute Leben – die aktuelle Debatte. Einblicke in das Denklaboratorium der Philosophie (Seminar)

Ziele/Motive/Ausgangslage/Problemstellung

Der Fachbereich Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg bildet Studierende der philosophischen und theologischen Studienrichtungen aus. In Forschung wie Lehre legt er dabei großen Wert darauf, zu vermitteln, dass Philosophie kein akademischer Selbstzweck, sondern hohe lebensweltliche und existenzielle Relevanz besitzt. Die Verschränkung von Theorie und aus der eigenen Erfahrung gespeisten Intuitionen ist dabei allerdings eine große Herausforderung. Studierende neigen in der Regel dazu, sich entweder ganz auf die bestehenden Theorieangebote zurückzuziehen und ihre eigenen Intuitionen auszuklammern, oder aber eher anekdotenhaft und theoretisch unreflektiert und unvermittelt auf eigene Erfahrungen und Intuitionen zurückzugreifen.

 

Vor diesem Hintergrund setzt sich das Projekt folgende Ziele:

 

Didaktisch I: Gerade in der Ethik spielt der Rekurs auf eigene Intuitionen eine wichtige kritische Rolle. Philosophische Forschung vollzieht sich in diesem Bereich durch ein beständiges abwägendes „Hin-und-Her“ zwischen abstrakten Theorien und fallbezogenen eigenen Intuitionen. Ziel der Lehrveranstaltung ist in dieser Hinsicht, Studierende eben diesen Abwägungsprozess erlernen zu lassen, indem sie (a) erst einmal überhaupt dazu kommen, ihre eigenen Intuitionen gegenüber den bestehenden Theorieangeboten wahrzunehmen und zu artikulieren, (b) diese eigenen Intuitionen an den Theorieangeboten prüfen, gegebenenfalls korrigieren und umformulieren, und in Hypothesen überführen, sowie (c) die Theorieangebote im Lichte der eigenen Intuitionen kritisch prüfen. Studierende lernen dadurch, dass philosophische Theorien nicht bloß abstrakte Denkgebilde sind, sondern in der lebensweltlichen Praxis und im eigenen existenziellen Vollzug verankert sind bzw. sein sollten und sich von da aus auch kritisch befragen lassen. Darüber hinaus lernen sie, dass die eigene Erfahrung und eigene Intuitionen wichtige – und innovationsträchtige – Ressourcen des wissenschaftlich-philosophischen Arbeitens sind.

 

Didaktisch II: Ziel der Lehrveranstaltung ist in didaktischer Hinsicht nicht nur, Studierende die philosophische Denkbewegung des abwägenden „Hin-und-Her“ selbst vollziehen zu lassen, sondern sie auch an der Lehrperson erfahren zu lassen. Der Lehrende hat absichtlich ein Thema gewählt, das für ihn selbst ein „work in progress“ ist, d.h. in dem er selbst auch noch zu keinen abschließenden Thesen gekommen ist, sondern sich im Stadium der Hypothesenbildung befindet. Den Studierenden wird dies auch ausdrücklich so kommuniziert: Der Lehrende ist in diesem Feld selbst ein Lernender und jemand, der noch in der Such- und Abwägungsbewegung, im Laboratorium des Denkens steckt.

 

Fachlich: Die philosophische Frage nach dem guten Leben ist geradezu exemplarisch für die lebensweltliche und existenzielle Relevanz philosophischer Reflexion. Die Debatte um das gute Leben war allerdings für viele Jahrzehnte völlig an den Rand der Philosophie gedrängt, seit einigen Jahren erlebt sie jedoch eine lebhafte Renaissance. Ziel der Lehrveranstaltung in dieser Hinsicht ist es, Studierende an einer aktuellen philosophischen Diskussion, an der sich unterschiedliche philosophische Disziplinen (philosophische Anthropologie, Moralphilosophie, politische Philosophie, Bioethik, Sozialphilosophie usw.) beteiligen und die eben jene hohe lebensweltliche und existenzielle Relevanz hat, teilnehmen zu lassen.

Kurzzusammenfassung des Projekts

In der ethischen Forschung spielt der Bezug auf eigene Intuitionen eine wichtige kritische Rolle. Das Seminar zielt darauf ab, Studierende die für die Ethik typische abwägende Denkbewegung des „Hin-und-Her“ zwischen abstrakten Theorien und eigenen fallbezogenen Intuitionen erlernen zu lassen. Dazu lernen Studierende (a) ihre eigenen Intuitionen gegenüber den bestehenden Theorieangeboten wahrzunehmen und zu artikulieren, (b) diese eigenen Intuitionen an den Theorieangeboten zu prüfen, gegebenenfalls zu korrigieren und umzuformulieren, und in Hypothesen zu überführen, sowie (c) die Theorieangebote im Lichte der eigenen Intuitionen kritisch zu prüfen.

 

Als Thema wird für die Lehrveranstaltung die Frage nach dem guten Leben gewählt, die sich deswegen gut eignet, (a) weil dieses Thema unweigerlich Fragen nach dem eigenen guten Leben und der lebensweltlichen, existentiellen Verortung der Theorieangebote aufwirft, (b) weil der Lehrende selbst an diesem Thema forscht, dabei selbst noch in der abwägenden Denkbewegung steckt und so Studierende an seiner eigenen inneren Deliberation teilnehmen lassen kann, und (c) weil das Thema in der Philosophie gerade Konjunktur hat und Studierenden so die Möglichkeit gegeben wird, am „Puls der Zeit“ einer aktuellen Debatte teilzunehmen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Critically examining theories by referring to own ethical intuitions is a common method in ethical research. The course aims at enabling students to perform the „to-and-fro“-movement of thinking between abstract theories an own intuitions that is typical for ethical deliberation. To reach this, students learn (a) to perceive and articulate their own intuitions, (b) to critically examine and correct them in the light of the given theories, and to convert them into hypotheses, and (c) to use them to critically examine the given theories.

 

Thematically, the course deals with the philosophical question of the good life. This topic is particularly suited for the didactical aim because (a) it inevitabely raises questions about the own good life and thus provokes to link the theoretical reflection to one’s own life experiences and intuitions, because (b) the teaching person is involved into this subject as a researcher which allows him to let students take part in his own inner deliberations, and because (c) the subject is currently debated in philosophy which allows student to participate in a discussion that is up-do-date.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das Seminar ist ein Angebot in den Fächern Ethik und Philosophische Anthropologie. Es richtet sich an Studierende der Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät im Masterstudium; darüber hinaus steht es Studierenden aller philosophischen und theologischen Studienrichtungen offen.

 

Mit dem Angebot sollten Studierende mit der aktuellen Debatte um die Frage nach dem sogenannten guten Leben vertraut gemacht werden. Diese Frage, die einst im Zentrum der Philosophie stand, ist spätestens seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Kant immer stärker an den Rand der Philosophie und darüber hinaus – in die Lebensratgeberliteratur, die Esoterik – gedrängt worden. Dies änderte sich erst ab Mitte der 1990er Jahre mit der Hinwendung der Ethik zu konkreten lebensweltlichen und gesellschaftlichen Problemen und der Entstehung der sogenannten „angewandten Ethik“, an der deutlich wurde, dass Fragen des guten Lebens ein unabdingbarer Bestandteil qualifizierter Lösungsvorschläge für konkrete ethische Problemstellungen – etwa in der Umweltethik, der Bioethik, der Pflegeethik, aber auch in der politischen Philosophie – sind. Seither ist eine Renaissance der Frage des guten Lebens in der Philosophie zu verzeichnen. Im Seminar werden einige Referenztexte der aktuellen Debatte aus den 1990er Jahren sowie Beiträge aus wichtigen aktuelleren Textsammlungen (2013 und 2018) behandelt.

 

Für die Lehre und das oben formulierte Ziel, theoretische Reflexion und eigene Erfahrung und Intuition kritisch-produktiv zu verschränken, eignet sich dieses Thema deswegen gut, weil es unweigerlich Fragen nach dem eigenen guten Leben und der lebensweltlichen, existentiellen Verortung der Theorieangebote aufwirft. Dadurch regt es dazu an, die theoretische Reflexion auf den Horizont der eigenen Erfahrungen und Intuitionen kritisch zu beziehen. Zugleich liegt darin eine besondere Herausforderung, soll doch die philosophische Reflexion und Diskussion das theoretische Niveau halten und nicht auf das bloße Glauben, Meinen und die anekdotenhafte Wiedergabe subjektiver Erfahrungen herabsinken.

 

 

Innovative Hochschuldidaktik

 

Das Seminar ist im Grunde als klassisches Lektüreseminar konzipiert. In jeder Sitzung hält ein/e Studierende/r ein ca. 20-minütiges Referat zu einem von allen vorab in der Selbstlernphase gelesenen Text, danach wird gemeinsam über den Text diskutiert. Dennoch enthält das Seminar einige innovative didaktische Elemente:

- Zwei Einheiten zu Beginn und zwei Einheiten am Ende des Semesters werden auch dazu verwendet, dass Studierende ihre eigenen Intuitionen in Bezug auf das Thema aufspüren, reflektieren und artikulieren können, zunächst in Kleingruppen (2-3 Personen), dann im Plenum.

- Der Lehrende gibt sich explizit als jemand zu erkennen, der selbst an dem Thema arbeitet, dabei selbst noch zu keinen abschließenden Thesen gekommen ist, sondern sich im Stadium der Hypothesenbildung befindet, also in den für das „Laboratorium des Denkens“ typischen Such- und Abwägungsbewegungen steckt. In passenden Augenblicken oder auf Nachfrage gibt der Lehrende Einblick in sein eigenes Denken und lässt Studierende so an dem forschenden „Hin-und-Her“ zwischen Theorie und eigener Intuition teilhaben.

- Studierende sind dazu angehalten, ihre Intuitionen und Erfahrungen bei der Ausarbeitung des Referates, in den Diskussionen und in der Seminararbeit explizit zu machen und kritisch einfließen zu lassen.

- Nach jedem Referat geben zwei Studierende ein Feedback auf das Referat; neben formalen Aspekten haben sie dabei auch darauf zu achten, wie bei dem Referat die Verschränkung von eigener Intuition und Referatsgegenstand gelungen ist.

 

 

Studierendenzentrierung und Heterogenität

 

Die Studierendenschaft im Seminar ist heterogen hinsichtlich Alters (ca. 30% Seniorenstudierende), Studierendenbedingungen (60% im Masterstudium; ca. 20% berufsbegleitend Studierende) und kultureller Hintergründe (ca. 60% Studierende aus dem deutschsprachigen Raum, darüber hinaus osteuropäischer und zentralafrikanischer Raum).

 

Der Heterogenität wird Rechnung getragen durch

- die Auswahl der Texte, die von leicht zugänglichen bis zu sehr komplexen reichen. Den Studierenden werden für eine erste Orientierung und um die Textauswahl für das Referat zu erleichtern zu Beginn des Seminars Kurzzusammenfassungen der Texte zur Verfügung gestellt (die auch online zugänglich sind).

- Es stehen doppelt so viele Texte wie Studierende zur Verfügung. Damit soll Studierenden eine echte Textauswahl ermöglicht werden. Die Vorbereitung der Texte erfolgt selbstverantwortlich in der Selbstlernphase, Studierende sind dabei angehalten, bei Fragen zu Text, Referat und Seminararbeit jederzeit in die Sprechstunden zu kommen.

- Die Heterogenität der Studierendenschaft wird zu Beginn des Seminars explizit angesprochen, der Umgang mit ihr diskutiert. Studierenden wird so die Angst genommen, sich mit Fragen oder Beiträgen zu blamieren.

- Studierende werden angehalten, für alle Teilnehmenden verständlich zu sprechen. Immer wieder „übersetzt“ der Lehrveranstaltungsleiter Textstellen und Diskussionsbeiträge von Studierenden in eine für alle verständliche Form.

- Referate und Diskussionen finden teilweise – dies ist vorab so abgesprochen – in englischer Sprache statt.

- Der Lehrende achtet generell stark auf ein Klima der Offenheit und der gegenseitigen Rücksichtnahme und darauf, alle Studierenden einzubinden.

 

 

Kompetenzorientierung

 

Die Lehrveranstaltung ist grundsätzlich an Einsichten des constructive alignment bzw. einer outcomes-based education nach John Biggs orientiert. Studierende werden zu Beginn informiert über das kompetenzorientierte Konzept der Lehrveranstaltung und die learning outcomes, darunter insbesondere die Kompetenz, eigene Intuitionen oder Bauchgefühle zu artikulieren, als Hypothesen zu formulieren und kritisch mit bestehenden Theorieangeboten in Bezug zu setzen. Das Konzept der Lehrveranstaltung ist online zugänglich. Studierende werden auch detailliert über die Leistungsanforderungen zu wöchentlichen Aufgaben, Referat und Seminararbeit informiert; die diesbezüglichen Unterlagen inklusive Beurteilungskriterien sind ebenfalls online zugänglich.

 

 

Europäische und internationale Ausrichtung

 

Formal gesehen folgt die Lehrveranstaltung den Prinzipien des Bologna-Prozesses: Die Arbeitsbelastung wird zu Beginn des Seminars dargelegt, die Lehrveranstaltung ist kompetenzorientiert konzipiert. Inhaltlich ist die Lehrveranstaltung international angelegt, weil die philosophische Debatte um das gute Leben international ist. Bei den im Seminar gelesenen und diskutierten Texten handelt es sich zum überwiegenden Teil um Text aus der internationalen Debatte. Auch finden Referate und Diskussionen im Seminar zum Teil auf Englisch statt.

 

 

Durchführung

 

Die Lehrveranstaltung gliedert sich in fünf Phasen:

 

 

Phase I: Learning outcomes und Anforderungen; eine Einheit

 

Studierende werden

a) grundsätzlich in das Thema eingeführt

b) über die Motivation des Lehrenden, die LV abzuhalten informiert (nämlich: ist ein Forschungsgebiet des Lehrenden, der Lehrende ist selbst noch ein Suchender und verfügt über ein paar Intuitionen und Hypothesen, aber noch über keine abschließenden Antworten).

c) über die learning outcomes, die sich auch in den online verfügbaren schriftlichen Unterlagen finden, informiert, darunter insbesondere die Kompetenz, eigene Intuitionen oder Bauchgefühle zu artikulieren, als Hypothesen zu formulieren und kritisch mit bestehenden Theorieangeboten in Bezug zu setzen.

d) detailliert über die Leistungsanforderungen zu wöchentlichen Aufgaben, Referat und Seminararbeit informiert (die Unterlagen inklusive Beurteilungskriterien sind ebenfalls online zugänglich).

e) Den Studierenden wird als Aufgabe gegeben, sich über ihre eigenen Intuitionen, Bauchgefühle, Überlegungen zur Frage des guten Lebens klar zu werden, diese festzuhalten und zu artikulieren.

 

 

Phase II: Thematische Einführung, zwei Einheiten

 

Anhand dreier einführender, das Themenfeld aufreißender Texte, die von allen vorab zu lesen sind und in der Sitzung von Studierenden vorgetragen werden, werden Studierende grundsätzlich mit dem Thema des Seminars vertraut gemacht. Die Einheiten werden genutzt um

- offene Fragen zu diskutieren und zu klären.

- in Kleingruppenarbeiten und im anschließend im Plenum die eigenen Intuitionen und davon abgeleitete Hypothesen im Lichte der Texte zu reflektieren, einzuordnen und gegebenenfalls zu schärfen und umzuformulieren.

- Der Lehrende stellt skizzenhaft seine eigenen Intuitionen und Hypothesen dar.

 

 

Phase III: Textlektüre und -diskussion; 10 Einheiten

 

Mit Phase III beginnt das klassische Lektüreseminar. Für jede Einheit ist von allen Studierenden ein Text vorzubereiten. Dabei sind Studierende angehalten, aus den eigenen Intuitionen/Hypothesen Fragen an den Text abzuleiten und sich den Text auch von diesen Fragen her zu erschließen.

Pro Einheit hält jeweils ein Studierender ein knapp 20-minütiges Referat, in dem

a) die zentralen Thesen des Textes zusammengefasst werden,

b) der Text auf die eigenen Intutionen/Hypothesen bezogen wird,

c) kritisch Stellung bezogen wird (auch zu Unverstandenem),

d) Fragen und Textstellen zur Diskussion zur Verfügung gestellt werden.

Nach jedem Referat geben zwei ausgewählte Studierenden ein Feedback zu formalen Aspekten sowie zu der Frage, wie in dem Referat die Verschränkung von eigener Intuition und Theorieangebot gelungen ist.

 

In der Diskussion übernimmt der Lehrende die Rolle eines „sokratischen“ Moderators. Wenn möglich, nimmt er sich zurück und lässt die Diskussion zwischen den Studierenden laufen. In diesem Falle achtet er vorrangig darauf,

- dass die Diskussion thematisch nicht zerfasert, sondern fokussiert und strukturiert bleibt,

- dominante Diskutanten einzubremsen und zurückhaltendere zu Wort kommen zu lassen,

- dass Diskussionsbeiträge gerecht verteilt sind und jede/r zu Wort kommt,

- dass das Niveau der Diskussion gehalten wird.

 

Wenn notwendig (vor allem bei komplexeren Texten)

- gibt der Lehrende Hintergrundinformationen, erläutert Theoreme bzw. Textabschnitte,

- korrigiert Fehler und Missverständnisse,

- regt durch kritisches Nachfragen an, Positionen zu hinterfragen, enthält sich aber eines eigenen abschließenden Urteils,

- hält dazu an, so zu formulieren, dass alle verstehen können bzw. paraphrasiert komplexe Debattenbeiträge selbst so, dass sie von allen verstanden werden können,

- schlägt wichtige kurze Textabschnitte zur detaillierten Lektüre (close lecture) vor, die dann unter seiner Leitung durchgeführt wird,

- hält beständig dazu an, auf die eigenen Intuitionen und Lebenserfahrung zu achten und diese in die theoretische Reflexion miteinzubinden.

 

Wenn es sich anbietet bzw. auf Nachfrage gibt der Lehrende Auskunft über seine eigene Einschätzung des Textes/Theorieangebots, insbesondere in Bezug auf seine eigenen Intuitionen und Hypothesen, so dass für Studierende der Abwägungs- und Denkprozess, der sich im Lehrenden selbst vollzieht, transparent und nachvollziehbar wird.

 

 

Phase IV: Abrundung; zwei Einheiten

 

Phase III dient dazu, das Seminar thematisch abzurunden, noch einmal auf die Leistungsanforderungen der Seminararbeit hinzuweisen und offene Fragen in Bezug auf die Seminararbeit zu beantworten. Insbesondere dient die Phase aber dazu

a) in einer gemeinsamen Diskussion einen strukturierten Überblick über das gelesene und diskutierte Material herzustellen, die kennengelernten Theorieangebote einzuordnen und zu beurteilen, sowie Desiderata festzustellen;

b) die Studierenden noch einmal ausführlich im Lichte der Theorieangebote über die eigenen Intuitionen und Hypothesen reflektieren zu lassen und sie zur Diskussion zu stellen. Dies erfolgt zunächst in Kleingruppen und dann im Plenum.

 

 

Phase V: Abfassung der Seminararbeit und Nachbesprechung

 

Phase V dient der Abfassung der Seminararbeit, deren Aufgabe darin besteht, einen Text darzustellen und im Lichte der eigenen Intuitionen bzw. Hypothesen oder der von diesen Intuitionen abgeleiteten Fragestellungen zu interpretieren und kritisch zu würdigen. Dabei ist auch auf zwei weitere Texte aus dem Seminar Bezug zu nehmen. Studierende sind dazu angehalten, den Lehrveranstaltungsleiter bei Fragen jederzeit aufzusuchen. Der Lehrveranstaltungsleiter bietet den Studierenden auch an, die Seminarrbeit zum Abschluss (nach der Notengebung) detailliert zu besprechen.

Nutzen und Mehrwert

Das Projekt erzeugt eine intensive Lernerfahrung bei Studierenden, da es beständig ein starke Reflexion der eigenen Lebenserfahrungen und der daraus erwachsenen Intuitionen erfordert.

Nachhaltigkeit

Das Konzept ist – als Ganzes und in Teilen – auf andere Lehrsituationen übertragbar. Vom Lehrenden wird es längerfristig eingesetzt und beständig weiterentwickelt werden.

Akzeptanz

Die Akzeptanz des Projektes ist gegeben. Dies ergibt sich aus den hervorragenden Evaluationsergebnissen sowie aus den persönlichen Rückmeldung der Studierenden.

Aufwand

Das Projekt erzeugt einen etwas höheren Zeitaufwand für die Planung des Projektes und für die Betreuung der Studierenden außerhalb der Präsenzzeit.

Positionierung des Lehrangebots

Masterstudium Philosophie KTH (Spezielle Fragen der Anthropologie); Fächerübergreifendes Lehrangebot (Schwerpunktmodul „Großes Philosophicum“); alle philosophischen und theologischen Studienrichtungen

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.
Ars Docendi
2020
Kategorie: Forschungsbezogene bzw. kunstgeleitete Lehre
Ansprechperson
Dr. Michael Zichy, Assoz. Prof.
Universität Salzburg, Fachbereich Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät
0662 8044-2548
Nominierte Person(en)
Dr. Michael Zichy, Assoz. Prof.
Universität Salzburg, Fachbereich Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät
Themenfelder
  • Lehr- und Lernkonzepte
  • Erfahrungslernen
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften