Forschendes Lernen - Innovative Lehre in Methodenkursen

Ziele/Motive/Ausgangslage

Forschendes Lernen als didaktischer Ansatz zur Steigerung der forschungsbezogenen Selbstwirksamkeitserwartung bei Studierenden aus gesundheitsbezogenen FH-Studiengängen

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Methodenlehrveranstaltungen, so zeigen Studien, sind bei Studierenden gemeinhin wenig beliebt und gehen oftmals mit Ängsten einher. Ansätze Forschenden Lernens wecken mehr Interesse bei Studierenden und eröffnen darüber hinaus auch in stärkerem Maße die Möglichkeit, die forschungsbezogene Selbstwirksamkeitserwartung (SWE, Bandura, 1997) zu stärken. Die sozial-kognitive Theorie von Bandura lehrt uns, dass es die SWE ist, also die Überzeugung eine Handlung aufgrund eigener Kompetenz ausführen zu können, die uns motiviert, neue Handlungen in Angriff zu nehmen und mit Engagement dabei zu bleiben. Studien zeigen, dass dies auch für die forschungsbezogene Selbstwirksamkeitserwartung (research self-efficacy) gilt: Sie ist ein Prädiktor für das Interesse Studierender an Forschung sowie für studentische Beschäftigung mit Forschung (Forester et al., 2004). Das vorliegende didaktische Konzept nutzt diese Theorie als Rahmenkonzept zur Gestaltung einer Lernumgebung, in der Studierende Forschung erleben und umsetzen können. Gerade für Studierende, die eine Karriere in einem forschungsaffinen Berufsfeld anstreben, ist eine hoch ausgeprägte research self-efficacy bedeutsam (Forester et al., 2004). Das vorliegende Lehrkonzept setzt darauf, den Forschungsprozess für Studierende erfahrbar zu machen anhand von Themen mit hoher Relevanz für Studierende (eine detaillierte Beschreibung findet sich bei Kada, 2014, 2015).

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Nähere Beschreibung des Projekts

Das vorliegende Lehrkonzept setzt darauf, den Forschungsprozess für Studierende erfahrbar zu machen, indem sie im Rahmen von Methodenlehrveranstaltungen direkt in Forschung eingebunden werden. Die Studierenden durchlaufen dabei den gesamten Forschungsprozess: Auseinandersetzung mit dem Theoriehintergrund, Entwicklung von Fragestellungen, Datenerhebung und Auswertung, Diskussion und Präsentation in Form wissenschaftlicher Poster. Die Lehrende fungiert dabei primär als Coach und berät und begleitet die Studierenden bei allen anfallenden Aufgaben. Aktivität und Selbststudium werden dadurch geweckt, jedoch wird stets auf ausreichendes korrektives Feedback geachtet, denn fehlende Orientierung hat negative Effekte und verursacht Unsicherheit bei den Studierenden (Kirschner et al., 2013). Das Konzept wurde in unterschiedlichen gesundheitsbezogenen Studiengängen umgesetzt, denen allen eines gemeinsam ist: Die Studierenden streben eine Karriere im Gesundheitswesen an, wofür ausreichende Methodenkompetenz eine conditio sine qua non ist (Stichwort Evidenzbasierung). Bei der Themenwahl der Forschungsprojekte wurde darauf geachtet, dass es sich um Forschung mit Belang für die Studierenden handelt. So erforschten berufsbegleitend (bb) Studierende mehrerer Jahrgänge unter Anleitung der LV-Leiterin die gesundheitliche Situation bb Studierender an den Studiengängen Gesundheits- und Pflegemanagement. Dadurch konnte nicht nur die Forschungskompetenz gesteigert werden, sondern auch die studentische Partizipation in der hochschulischen Gesundheitsförderung (für eine detaillierte Beschreibung siehe Kada, 2014). Durch die Einbindung von Bachelor-Studierenden in die experimentelle Untersuchung von Kontexteffekten in Selbstberichten konnte nicht nur die forschungsbezogene SWE gestärkt werden, sondern die Studierenden wurden auch auf den kompetenten Einsatz von Fragebögen vorbereitet (für Details siehe bitte Kada, 2015; Kada & Janig, in press). 
Methodenveranstaltungen können nicht immer zur Gänze nach den Prinzipien Forschenden Lernens konzipiert werden; das Einflechten von Beispielen echter Forschung in Kombination mit entsprechenden Übungen und Reflexionsaufgaben ist jedoch immer möglich und sinnvoll, zumal die indirekte Erfahrung als weitere wesentliche Quelle der Selbstwirksamkeitserwartung gilt (Bandura, 1997). Entsprechendes Lehr- und Lernmaterial wurde im Zuge des Projektes entwickelt. Mit „SAGE Research Methods Cases“ wurde eine Sammlung speziell aufbereiteter, peer-reviewed Cases echter Forschung ins Leben gerufen, die Studierende dabei unterstützen sollen, ein besseres Verständnis für Forschungsmethoden zu entwickeln (

srmo.sagepub.com

). Diese Research Methods Cases stehen Lehrenden und Studierenden zu Verfügung und können somit im Rahmen der Lehre sowie für das Selbststudium genutzt werden. Entsprechend wurden von der Bewerberin im vergangenen Jahr zwei Cases echter Forschung für diese Sammlung erarbeitet. Diese werden und wurden von der Einreicherin im Zuge eigener Lehrveranstaltungen eingesetzt. 

Kada, O. (2014). Wenn Studierende die gesundheitliche Situation Studierender erforschen - Positive Effekte forschenden Lernens im berufsbegleitenden Studium. Prävention und Gesundheitsförderung, 9(1), 22-28.
Kada, O. (2015). How Research Questions Impact Answers: A Case of Research Learning. In SAGE Research Methods Cases. London, United Kingdom: SAGE Publications, Ltd. doi:

dx.doi.org/10.4135/978144627305014556081

.
Kada, O. & Janig, H. (accepted). Mixed methods in action: The dilemma of nursing home residents relocated to hospital. London, United Kingdom: SAGE Publications, Ltd.

Mehrwert

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Aufwand

Keine Kosten.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2015 nominiert.
Ars Docendi
Nominiert 2015
Kategorie:
Ansprechperson
Mag. Dr.rer.nat. Olivia Kada
Senior Researcher/Lecturer, Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement
05 90500 4124
Nominierte Person(en)
Mag. Dr.rer.nat. Olivia Kada
Senior Researcher/Lecturer, Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement
Themenfelder
  • Didaktische Methode
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften