Fachhochschule Wiener Neustadt GmbH
Johannes Gutenberg-Straße 3, 2700 Wiener Neustadt
Weitere Beispiele der Hochschule

New Work & New Learning

Ziele/Motive/Ausgangslage

Digitaler Wandel, die VUCA Welt uvm. hat die Arbeitswelt kräftig durchgemischt. New Work & New Learning wird immer größer geschrieben. Aus der IDG-Studie „Arbeitsplatz der Zukunft“ (2017) geht hervor: „teamgeleitete Projektarbeit und Kollaboration sind entscheidende Treiber von Arbeit 4.0“. Am besten lernen gemischte Gruppen bei der gemeinsamen Lösungsfindung voneinander. Es herrscht in der Aus-& Weiterbildung noch ein Silodenken: Studiengänge werden getrennt voneinander ausgebildet, oft gibt es keine Berührungspunkte zu anderen Studienrichtungen. Gerade jedoch um der Zukunft aktiv begegnen zu können, ist es wichtig die Studierenden gemeinsam auszubilden, gemeinsame Projekte zu realisieren um Kollaboration, miteinander & voneinander lernen undTransparenz & Wissensaustausch zu leben. Das klare Ziel des vorliegenden Projekts lautet daher: New Work & New Learning miteinander verbinden, um langfristig das Silodenken zu durch-brechen, Hierarchien zu verflachen, um Kollaboration Wirklichkeit werden zu lassen und Kulturwandel & Innovation zu ermöglichen. Dies sind auch die Treiber der Arbeitswelt die auf die jungen Studierenden warten.

Die durch Digitalisierung notwendig gewordene Kulturveränderung kann aktiv & zielgerichtet vorangetrieben werden. Querdenken, Impulse von außen, Zusammenarbeit mit Externen und Erhöhung der Kommunikationskompetenzen sind außerdem notwendig um diesen Veränderungen zu begegnen (Lünendonk-Studie, 2019).

Unser Ziel ist es Kollaboration wirklich in den Mittelpunkt zu setzen, eine Konzeption zu schaffen, die Hierarchien und Silos öffnet, zur Kulturveränderung im Miteinander beiträgt, New Learning & New Work miteinander verbindet, Transferwirksamkeit aufweist, mit innovativen Tools arbeitet, Mut stiftet sich zu trauen, Co-Creation ermöglicht, neue Perspektiven aufzeigt und dabei auch noch die Wichtigkeit der eigenen Gesundheit und Wertehaltung mitträgt. Gleichzeitig haben wir dabei auf Themen in der Umsetzung gesetzt, die auf die Bedürfnisse der Studierenden im letzten Studienjahr zugeschnitten ist.

In der konkreten Umsetzung haben wir ein adaptives Trainingsprogramm mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammengestellt. In Cross-Teams wurde mit einem interaktiven Simulationstraining Kooperation, Koordination, Problemlösung, Innovation und klare Kommunikation erprobt. In den weiteren Programmteilen haben wir die Themen Whole-Brain Thinking, Selbstmanagement und Auftritt & Wirkung gemeinsam im interdisziplinären Austausch erarbeitet.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Die durch Digitalisierung notwendig gewordene Kulturveränderung kann aktiv & zielgerichtet vorangetrieben werden. Querdenken, Impulse von außen, Zusammenarbeit anderen Studienrichtungen und Erhöhung der Kommunikationskompetenzen sind notwendig um diesen Veränderungen zu begegnen. In unserer didaktischen Umsetzung haben wir Vernetzung ins Leben gerufen, Zusammenarbeit zwischen Studienrichtung vorangetrieben und Silodenken aufgebrochen. Wir haben mit innovativen Tools und Themen die Studierenden auf den New Way of Working vorbereitet und dabei auch gleichzeitig unterstützt, sich bestmöglich auf die Umsetzung ihrer Abschlussarbeiten, sowie auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Konkret erreichen wir dies durch die Abhaltung von gemeinsamen studiengangsübergreifenden Workshoptagen in denen die Studierenden die Inhalte in multidisziplinären Teams geleitet von erfahrenen Trainern und Trainerinnen erarbeiten.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The cultural change that has become necessary due to digitalization can be promoted actively and in a target-oriented manner. Outside the box thinking, extrinsic impulses, cooperation between different study fields and raising communication competence are necessary in order to be able to face these changes.

In our didactic implementation we have initiated networking, promoted cooperation between study fields and broken down tunnel vision. We have prepared the students for the New Way of Working by innovative tools and topics and we have supported their preparation for their thesis, as well as equipped them for the working world. In concrete terms, we achieve this by holding joint cross-course workshop days in which students work on the content in multidisciplinary teams led by experienced trainers.

Nähere Beschreibung des Projekts

Um agil auf den Wandel reagieren zu können ist es zwingend notwendig, Informationen, Wissen und Kompetenzen zwischen den Studienrichtungen zu verbinden. Transformation der Kultur ist lt. Lünendonk-Studie 2019 der wichtigste Faktor hierfür. Durch die Weiterführung interdisziplinärer Innovationsteams und den Ausbau von Co-Creation Projekten wird der Erfolg auch messbar.

Mit dem Projekt werden folgende Ziele verfolgt: Kollaboration leben; Silodenken aufbrechen; mutige Entscheidungen treffen; Innovations- &Trainingskonzepte zielführend & unter Einsatz der Transferhebel konzipieren; Visionen und Teams mit Werten entwickeln und leiten; Eigenverantwortliches Arbeiten; Innovation durch Kollaboration ermöglichen; Diversität nutzen; neue Netzwerke stärken und ausbauen.

Zur Vorbereitung auf die beiden studiengangsübergreifenden gemeinsamen Tage, werden studiengangsintern Lehreinheiten abgehalten. In diesen werden die Kohorten individuell auf die Workshops vorbereitet und die dafür notwendigen (theoretischen) Grundlagen erarbeitet.

Für die gemeinsamen Workshoptagen haben wir New Work & New Learning in unserer Konzeption durch innovative, gehirngerechte Methoden verbunden, welche in folgenden vier Einzelworkshops, in denen die Studierenden studiengangsübergreifend gemischt werden und parallel abgehalten werden, erarbeitet:

InterLab:

Das Simulationstool InterLab wird in der Gesamtgruppe umgesetzt, um Kommunikation, Teamwork, Transformation, in schwierigen Situationen richtig Entscheiden, Wissen teilen, vernetztes Arbeiten, agile Arbeitsprozesse steuern, Umgang mit Fehlern & neue Muster etablieren zu trainieren. Hierarchie- und bereichsübergreifende Gruppen zur Netzwerkstärkung werden fokussiert.

Im Simulationstool InterLab, bei welchem es sich um ein gerhingerechtes, erlebnisorientiertes Tool handelt, wird direkt erlebt, welchen Einfluss Kommunikation, Vertrauen, agile Arbeitsprozesse, Teamarbeit uvm. auf das Miteinander hat. In kurzen Micorlearnings wird aktiv trainiert und die Lehrinhalte kompakt vermittelt.  

Auftritt und Wirkung:

Hier wird der Fokus auf die bevorstehenden Abschlusspräsentationen gelegt. Konzeption und Struktur im Aufbau einer Informationspräsentation erleichtern den souveränen Auftritt vor einer Prüfungskommission. Die Studierenden können in diesem Lernraum aktiv ihre Präsentationsskills trainieren, ihren selbstbewussten Auftritt professionalisieren und wissen danach bescheid darüber, wie die Strukturen und der Aufbau von Verkaufs- und Informationspräsentationen erfolgen kann, um zielführend, aufmerksamkeitsfördernd und interaktiv Vorträge und auch die Abschlussprüfung zu gestalten. Führen statt geführt zu werden steht in diesem Teil im Vordergrund.

 

Selbstmanagement:

Im Studium, aber noch mehr in der herausfordernden Zeit der Pandemie ist es essentiell durch Selbstmanagement und Eigenverantwortung das Leben zu meistern. Aus diesem aktuellen Anlass, war es für die Konzeption entscheidend, dass wir den Studierenden Inhalte vermitteln, die auch direkt in der Umsetzung gebraucht werden und auch zukünftig genutzt werden können. Selbstmanagement Tools, die unterstützen aktiv am Geschehen und als Gruppe bestehen zu bleiben, auch wenn Distance-Learning, Pandemie und die Isolation im Leben aller plötzlich präsenter sind als je zuvor. Mentale Stärke in Situationen der Unsicherheit zu bewahren, positives Denken und aktives Reflektieren der eigenen Situation sind entscheidend für jeden von uns im Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit. Und dies sind Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Studierende auch auf ihrem Weg zum Abschluss und im späteren Arbeitsleben benötigen. Die Erarbeitung der Abschlussarbeiten benötigt Selbstdisziplin, Eigenverantwortung, ein positives Mindset und Selbstmanagement. In diesem Workshop wird dieses aktiv, gruppenzentriert und individuell erarbeitet. Abschließend werden die Ergebnisse mittels Übungen in Anwendung gebracht.

HBDI® - Whole Brain Thinking

Zu Beginn der Einheit erhält jeder und jede Studierende sein / ihr individuelles HBDI® Profil ausgehändigt. Die Dateneingabe durch die Studierenden erfolgt in der Vorbereitung and ei Lehrveranstaltung.

In dieser Einheit werden die folgenden beiden Ziele verfolgt: „Wenn Du weißt, wie Dein Team tickt, verbesserst Du schon die Zusammenarbeit und Ergebnisse.“ und „Wenn Ihr diese kognitive Vielfalt wirklich nutzt, sind Erfolg und Zufriedenheit unvermeidbar.“

Jeder denkt anders, aber nur wenige können die kognitive Vielfalt als strategischen Vorteil nutzen.

Wie Menschen denken, bestimmt, wie sie arbeiten. Wie Gruppen von Einzelpersonen denken, bestimmt, wie das Team, das sie bilden, zusammenarbeitet. Damit, wie Gruppen von Teams denken (und arbeiten), steht und fällt der Erfolg des Unternehmens, für das sie arbeiten.

Im Klartext heißt das, der Erfolg hängt von der Fähigkeit seines Teams ab, Kommunikation, Innovation und Produktivität innerhalb und zwischen den einzelnen Bereichen zu fördern. Mit diesem Ziel wird in der Kleingruppe über die Verschiedenheit von Menschen, der Einzigartigkeit von jedem und jeder Einzelnen und dem großen Gesamtbild der Gruppe gesprochen. Die Ergebnisse werden gemeinsam erarbeitet und analysiert.

Die Teilnehmenden haben nach der Umsetzung ein wesentlich besseres Verständnis für den digitalen Mindset. Sie werden crossfunktionale Teamarbeit im zukünftigen Berufsalltag einbinden können. Außerdem werden Silodenken und Hierarchiestarre aufgebrochen. Die zukünftigen Absolventen und Absolventinnen werden Treiber und positives Vorbild für die Umsetzung einer digitalen Kultur im Unternehmen sein. So kann auf die VUCA Welt aktiv reagiert werden, Innovation vorangetrieben werden und agiles Arbeiten über Hierarchie- & Silogrenzen hinaus gelebt werden.

 

Zum Abschluss der gemeinsamen Tage findet eine Wissensüberprüfung via Personal-Device Input statt: Die Fragen werden projiziert und die Studierenden müssen die entsprechenden Antworten über Ihr Smartphone eingeben. Hierbei wird nicht nur die Richtigkeit der Antwort sondern auch die Zeit gewertet. Durch das Liveranking nach jeder Frage, werden die Studierenden besonders zur Teilnahme motiviert.

Nach einer Karenzzeit von 1-2 Wochen wird die Lehrveranstaltung in der eigenen Studiengangsgruppe abgeschlossen. Hier steht vor Allem der Transfer der Lernergebnisse in die eigene Berufsgruppe im Fokus.

Mehrwert

Der Mehrwert des vorliegenden Projektes liegt vor allem in der Lernerleichterung für die Studierenden und in der Praxisorientierung der Inhalte. Die Teilnehmenden können sich die Inhalte, welche sie für den späteren Berufsalltag im interdisziplinären Miteinander benötigen, spielend und anhand von praktischen Erfahrungen aneignen. Der autarke Lernaufwand ist zudem auf ein Mindestmaß reduziert worden. Dies wurde erreicht durch den Einsatz von gerhirngerechten und transfersicheren Methoden, mittels derer eine nachhaltige Wissens- und Fertigkeitenvermittlung gewährleistet wird. Ein weiterer Mehrwert ist in der Erweiterung des didaktischen Horizonts für die anderen Lehrveranstaltungen verortet, welche vom mitgebrachten Methodenportfolio der externen Trainer-Experten und Expertinnen profitieren und sich auch das ein oder andere für Ihren eigenen Unterricht aneigenen und mitnehmen können. Durch den regelmäßigen Austausch mit den Trainern findet außerdem ein stetiger Transfer von Methoden und Trends in der Erwachsenenbildung statt.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das vorliegende Lehrprojekt wird auch zukünftig fortgeführt werden und aufgrund der einstimmig positiven Rückmeldunge durch die Studierenden nach den notwendigen curricularen Adaptierungen auf die gesamte Fakultät Gesundheit ausgeweitet. Die Rückmeldungen der Evaluierungen im Zuge des hochschulinternen KVPes liefern die Basis für die zukünftige Weiterentwicklung. Einzelne didaktische Methoden werden und sind auch bereits in andere Lehrveranstaltungen der beteiligten Studiengänge übernommen worden.

Aufwand

Der durch das Projekt verursachte Mehraufwand besteht einerseits in den Lizenzkosten für Interlab und die HBDI Profile (ca. €6000/60 Studierende) und andererseits in ca. 60 Arbeitsstunden, welche für die Konzeption und Abstimmung angefallen sind.

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltung ist im 5. Semester der gesundheitswissenschaftlichen Bachelorstudiengänge positioniert. DIe Konzeption des studiengangsübergreifenden Programmes wurde in den letzten 4 Jahren mit Hilfe mehrerer Feedbackschleifen durch die Studierenden, Trainer und Studiengangsverantwortlichen in den vergangenen 4 Jahren durchgeführt. Da das Programm und die Inhalte nun sehr gut auf die Bedürfnisse der Studierenden und die spätere Arbeitswerlt abgestimmt sind, gilt es alle gesundheitswissenschaftlichen Studiengänge an der FH Wiener Neustadt zu integrieren.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2022 nominiert.
Ars Docendi
2022
Kategorie: Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ansprechperson
Thomas Pekar, Dr., MA
Fakultät Gesundheit - Biomedizinische Analytik
+43/5/0421 1540
Nominierte Person(en)
Thomas Pekar, Dr., MA
Fakultät Gesundheit - Biomedizinische Analytik
Eva-Maria Kraus
externe Lektorin
Adelheid Perauer, Mag., BA
externe Lektorin
Rainer Stepanek
externer Lektor
Themenfelder
  • Curriculagestaltung – Inhalt
  • Didaktische Methode
  • Erfahrungslernen
  • Neue Medien
  • Sonstiges
  • Wissenschaftliche (Abschluss)Arbeiten
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften