Kompetenzbasierter (CanMEDS Framework) Sezierkurs

Würdigung der Jury

Die medizinische Ausbildung steht vor besonderen Herausforderungen bezüglich der Verbindlichkeit ihres breiten Grundwissens wie bezüglich dessen Nachhaltigkeit im Hinblick auf die spätere Praxis. Der Lernerfolg hängt nicht zuletzt davon ab, die Studierenden optimal in den Lernprozess zu integrieren und auch in den Aspekten Engagement zu wecken, die ihnen als reine Pflicht erscheinen könnten. Gerade angesichts der teilweise großen Gruppen erfordert dies besondere Anstrengungen in der Unterrichtsorganisation.

Bei dem mit dem Ars Docendi-Preis in der Kategorie „Lernergebnisorientierte Prüfungskultur und deren Verankerung in der Lehrveranstaltung“ ausgezeichneten Projekt aus der Medizinischen Universität Innsbruck handelt es sich um einen praxisorientierten Aufbaukurs in Organ-Anatomie, der für etwa 380 Studierende ausgelegt ist. Die Dozierenden Dr. med. univ. Hannes Stofferin, o. Univ.-Prof.in Dr.in Helga Fritsch und Romed Hörmann haben ihn 2019 auf eine Weise neugestaltet, die zielgerichtet verschiedene Elemente eines modernen Unterrichtsverständnisses nutzt.

Der Kurs von 7,5 Semesterstunden orientiert sich an einem präzisen internationalen Kompetenzmodell. Als Grundlage wird den Studierenden eine ausführliche Anleitung zur Verfügung gestellt. Die Arbeit selbst, die auf klaren Aufgaben beruht, geschieht in rotierenden Bezugssystemen auch in der Betreuung und Bewertung. Die Studierenden arbeiten teilweise in Teams und erhalten fortlaufend Feedbacks; zur Seite stehen ihnen spezifisch ausgebildete Tutor / innen. Die Studierenden führen ein reflektierendes Portfolio und haben einen für diesen Kurs betriebenen YouTube-Kanal zur Verfügung. Dieser Kanal unterstützt die individuelle Arbeit mit Einblicken, die ohne Video-Einsatz nicht auf diese Weise geleistet werden könnten. Der Umgang mit dieser offenen Lehrressource ist vorbildlich; sie ist von so hoher Qualität und Attraktivität, dass der Kanal bereits über 30.000 Abonnenten und Millionen von Klicks vorweisen kann.

Der engagierte und kompetente Einsatz verschiedener Unterrichtsformen und materialien, der immer zielorientiert im Hinblick auf die zu vermittelnden Kompetenzen und auf das Ganze ausgerichtet ist und sich an höchsten Qualitätsstandards orientiert, wie auch die vielfältige Feedbackstruktur, machen diesen Kurs zu einer vorbildlichen Veranstaltung weit über seinen Themenbereich hinaus.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Grob
Universität Basel

Ziele/Motive/Ausgangslage

Eine umfassende Kenntnis der makroskopischen Anatomie ist nach wie vor unverzichtbare Basis für die klinische Ausbildung zukünftiger Ärzt*innen.

Im 1. Studienabschnitt an der MUI werden Grundkenntnisse des menschlichen Körpers vermittelt. Im 2. Studienabschnitt erfolgt die Vertiefung des Wissens und Verständnisses des menschlichen Organismus in Gesundheit und Krankheit. Am Beginn steht die Vermittlung von Kenntnissen über die Organanatomie im zweiten Sezierkurs (Modul 2.01 Anatomie Teil 2). In diesem werden topografische Kenntnisse für diagnostische Maßnahmen (z. B. körperliche Untersuchung, Bildgebung) und die wichtigsten invasiven Eingriffe direkt am Präparat veranschaulicht.

Nachdem sich eine moderne und internationalen Standards entsprechende Ausbildung an Kompetenzen orientieren sollte, um die Lücke zwischen formeller Ausbildung und Berufstätigkeit zu schließen, bietet der Sezierkurs (Modul 2.01 Anatomie Teil 2) eine solche frühzeitige Auseinandersetzung mit berufsrelevanter Fertigkeiten im Humanmedizinstudium an. Wir orientieren uns dabei an den Kompetenzrahmen für Ärzt*innen, ausgearbeitet vom Fellows of the Royal College of Physicians and Surgeons of Canada (CanMEDS). Folgende Kernziele (siehe auch Link „Übersichtsgrafik Sezieranleitung 2021“) wurden dafür definiert:

 

1. Gemeinsame Bewertung von praktischen Aufgaben (wöchentliche Präparation, Dissection Project) zwingt die Student*innen zu zielgerichteter Kooperation und Absprachen um das geforderte Wochenziel gemeinsam zu erreichen

2. Wöchentliches Rotationssystem in der Präparation (Dissection Project) fördert ganzheitliche Auseinandersetzung mit den Lerninhalten (kein isoliertes Lernen)

3. Klar beschriebenes Präparierprogramm mit Checklisten erleichtert das Erfüllen der praktischen Aufgaben und bietet auch einen Lernleitfaden für das theoretische Wissen

4. Praktische Hilfestellungen und Feedback am Anfang jeden Kurstages, die über die Video-Anlage vor Ort allen Studierenden zeitgleich gezeigt wird und parallel aufgezeichnet wird und auf unseren Youtube-Kanal „Anatomie Innsbruck“ zur Verfügung gestellt wird

5. Videos auf dem genannten Youtube-Kanal mit theoretischen und praktischen Inhalten, die den Studierenden auch außerhalb der Kurszeiten zur Verfügung gestellt werden

6. Rotation der Prüfer*innen und Themenlisten für die einzelnen Assessments (Applied Anatomy) sollen die bekannten Bias bei mündlichen Prüfungen verringern

7. Mehrere, kleinere Zwischenprüfung für die Lernunterlagen abwechselnd von Studierendengruppen erstellt werden müssen, erleichtern das Lernen für den gesamten Zeitraums des Praktikums (Team Based Learning Checks)

8. Gemeinsame, schriftlich auszuarbeitende Aufgaben (Team Based Learning)

9. Schriftliche Reflexionen die in einem Portfolio abgebildet werden

10. Strukturierte Ausbildung der Tutor*innen über insgesamt 3 Semester (ca. 60 Personen in Ausbildung) um eine allumfassende Betreuung der Student*innen während des Kurses zu ermöglichen

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Der Sezierkurs (Modul 2.01 – Praktikum Anatomie Teil 2) im Umfang von 7,5 Semesterstunden im Humanmedizinstudium an der Medizinischen Universität Innsbruck wurde von Hannes Stofferin, Romed Hörmann und Helga Fritsch 2019 neu aufgestellt und wird laufend für die ca. 380 Studierenden weiterentwickelt.

Um die Lücke zwischen formeller Ausbildung und Berufstätigkeit zu schließen, orientieren sich die Kursinhalte am international anerkannten CanMEDS-Kompetenzenkatalog für Ärzt*innen. Der kompetenzbasierte Sezierkurs besteht aus drei großen Bausteinen:

 

1. Applied Anatomy (4 Assessments wo die Student*innen die Anwendung ihres Wissens beweisen)

2. Dissection Project (10 Präparieraufgaben die in der Kleingruppe von 2 bis 4 Studierenden gemeinsam gelöst und bewertet werden)

3. Team Based Learning (eine Reihe von schriftlichen Aufgaben die in einem Portfolio zusammengefasst werden)

 

Insgesamt dient eine ausführliche Anleitung als Leitfaden für das Praktikum. Zusätzlich werden Videos (wichtige theoretische Inhalte von Applied Anatomy, Lösungsansätze für die Präparieraufgaben des Dissection Projects, aber auch individuelles Feedback) auf dem Youtube Kanal „Anatomie Innsbruck“ (5 Millionen Klicks, 23.000 Abonnenten und über 192.000 Anschauungsstunden) veröffentlicht. In den Evaluierungen erfreut sich der kompetenzbasierte Sezierkurs großer Beliebtheit bei den Student*innen und soll auch in Zukunft weiterentwickelt werden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The dissection course (Module 2.01 - Practical Anatomy Part 2) of 7.5 semester hours in the human medicine curriculum at the Medical University of Innsbruck was restructured by Hannes Stofferin, Romed Hörmann, and Helga Fritsch in 2019 and is continuously developed for the approx. 380 students.

In order to close the gap between formal education and professional activity, the course content is based on the internationally recognized CanMEDS competence catalog for physicians. The competency-based dissection course consists of three major components:

 

1. Applied anatomy (4 assessments where students demonstrate the application of their knowledge)

2. Dissection Project (10 dissection tasks to be solved and evaluated in small groups of 2 to 4 students)

3. Team-Based Learning (a series of written assignments that are compiled into a portfolio).

 

Overall, a detailed manual serves as a guide for the hands-on course. In addition, videos (important theoretical content of Applied Anatomy, solution approaches for the dissection tasks, but also individual feedback) are published on the Youtube channel "Anatomie Innsbruck" (5 million clicks, 23,000 subscribers, and over 192,000 viewing hours). In the evaluations, the competence-based dissection course enjoys great popularity among the students and will be further developed in the future

Nähere Beschreibung des Projekts

Eine umfassende Kenntnis der makroskopischen Anatomie ist nach wie vor unverzichtbare Basis für die klinische Ausbildung zukünftiger Ärzt*innen.

Deshalb hat die Lehre am Institut für Klinisch Funktionelle Anatomie für die Studierenden der Humanmedizin - unabhängig von kurrikularen Veränderungen - einen klaren und inkrementellen Aufbau über drei Semester (siehe auch Link „Übersichtsgrafik Anatomie im Studienplan Humanmedizin“). Entsprechend wurde von Hannes Stofferin, Romed Hörmann und Helga Fritsch der Sezierkurs 2019 neu aufgestellt und wird laufend für die ca. 380 Studierenden der Medizinischen Universität Innsbruck weiterentwickelt.

 

Im 1. Studienabschnitt werden Grundkenntnisse des menschlichen Körpers vermittelt. Dabei wird den Studierenden in der Anatomievorlesung der geforderte Aufbau des menschlichen Körpers näher gebracht, sowie der Umgang mit der medizinischen Fachsprache vermittelt. Ergänzend zur Anatomievorlesung findet am Ende des 1. Semesters ein Sezierkurs (Modul 1.06 Anatomie Teil 1) statt, in dem der Bewegungsapparat im Vordergrund steht. In diesem Praktikum erlernen die Studierenden die Grundlagen der anatomischen Präparation, einen respektvollen und ethischen Umgang mit Körperspender*innen sowie die praktische Anwendung ihres Wissens. Der vermittelte Anatomiestoff wird in zwei interdisziplinären Gesamtprüfungen (KMP 1 und 2) überprüft und damit der 1. Studienabschnitt abgeschlossen.

Im 2. Studienabschnitt erfolgt die Vertiefung des Wissens und Verständnisses des menschlichen Organismus in Gesundheit und Krankheit. Am Beginn steht die Vermittlung von Kenntnissen über die Organanatomie im zweiten Sezierkurs (Modul 2.01 Anatomie Teil 2). In diesem werden topografische Kenntnisse für diagnostische Maßnahmen (z. B. körperliche Untersuchung, Bildgebung) und die wichtigsten invasiven Eingriffe direkt am Präparat veranschaulicht. Zudem wird der Umgang mit der medizinischen Fachsprache gefestigt.

 

Nachdem sich eine moderne und internationalen Standards entsprechende Ausbildung an Kompetenzen orientieren sollte, um die Lücke zwischen formeller Ausbildung und Berufstätigkeit zu schließen, bietet der Sezierkurs (Modul 2.01 Anatomie Teil 2) mit 7,5 Semesterstunden eine solche frühzeitige Auseinandersetzung mit berufsrelevanter Fertigkeiten im Humanmedizinstudium an. Das Institut für Klinisch Funktionelle Anatomie Innsbruck orientiert sich dabei an den Kompetenzrahmen für Ärztinnen und Ärzte, ausgearbeitet vom Fellows of the Royal College of Physicians and Surgeons of Canada. Diese Kompetenzen, als CanMEDS bezeichnet, wurden erstmals 1996 definiert und liegen seit 2015 in der dritten Ausgabe vor (das vollständige Dokument ist unter www.royalcollege.ca/rcsite/canmeds/canmeds-framework-e einsehbar). Dieser Katalog findet mittlerweile weltweit eine breite Akzeptanz und Verbreitung. Damit die beschriebenen Rollen und Kompetenzen nicht durch eine Übersetzung ins Deutsche verfälscht oder fehlerhaft beschrieben werden, haben wir die englischen Beschreibungen und Bezeichnungen beibehalten und diese auch an in der, eigens für den Sezierkurs publizierten, Anleitung aufgelistet. Das Grundgerüst definiert für den „Medical Expert“ (zusätzlich zum medizinischen Wissen, zudem die Kenntnis der menschlichen Anatomie als wichtige Basis zählt) sechs bedeutsame Teilrollen (Scholar, Professional, Communicator, Collaborator, Leader, Health Advocate), welche unumgänglich für eine gute Ärzt*in sind. Diese sechs Rollen werden erfolgreich durch das Erfüllen von einzelnen „key competencies“ erreicht. Diese „key competencies“ werden wiederum über „enabling competencies“ erfüllt. Der oder die moderne Mediziner*in sollte also ein Leben lang die angeführten Punkte der „enabling competencies“ erfüllen, dies befähigt dann zum Erlangen der „key competencies“ und schlussendlich das Einnehmen der einzelnen Rollen, welche einen „medical expert“ ausmachen.

Deshalb konzentriert sich das Modul 2.01 Anatomie Teil 2 nicht nur auf das Erlangen von theoretischem Wissen, sondern auch auf die Erfüllung einer Reihe von „enabling competencies“, um den Studierenden eine Basis zur Erlangung der „key competencies“ zu bieten. Eine Kompetenz (siehe auch Link „CanMEDS Definitionen“) ist hierbei definiert als beobachtbare Fähigkeit, die sich längerfristig über Abstufungen vom Anfänger zum Spezialisten entwickelt. Dadurch kann eine Kompetenz nicht nur punktuell überprüft, sondern muss regelmäßig beobachtet und bewertet werden.

Im Modul 2.01 Anatomie Teil 2 sind deshalb seit 2019 eine Reihe von Aufgabenstellungen implementiert (siehe auch Link „Übersichtsgrafik Sezieranleitung 2021“), die diese Entwicklung der Studierenden ab dem 3. Semester fördern und ermöglichen soll.

Insgesamt dient eine ausführliche Anleitung in Buchform (siehe Link „Sezieranleitung WS2020/2021“) als Leitfaden und zugleich Informationsquelle für das Praktikum. Zusätzlich werden im Zuge der laufenden Digitalisierungsbemühungen Videos (wichtige theoretische Inhalte von Applied Anatomy, Lösungsansätze für die Präparieraufgaben des Dissection Projects, aber auch individuelles Feedback) auf dem Youtube Kanal „Anatomie Innsbruck“ veröffentlicht, um die Student*innen auch außerhalb der Präsenzzeiten zu unterstützen. Der Kanal wird, weit über die Universitätsgrenzen hinaus, mit über 5 Millionen Klicks, 23.000 Abonnenten und über 192.000 Anschauungsstunden (Stand Februar 2022) beachtet.

 

Der kompetenzbasierte Sezierkurs besteht aus drei großen Bausteinen:

 

1. Applied Anatomy

In Applied Anatomy sollen die Studierenden alleine in 4 Assessments die Anwendung ihres Wissens beweisen. Die theoretischen Grundlagen sind Ihnen bereits aus dem 1. Studienabschnitt bekannt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Orientierung am Präparat und funktionelle Zusammenhänge der relevanten Anatomie gelegt.

Es sind 4 spezifische Themenkreise, die schwerpunktmäßig die Organanatomie beinhalten. Der Zeitplan der 4 Assessments folgt dem Präparierprogramm (Dissection Project), damit die Studierenden auch die jeweiligen Strukturen zeigen können bzw. diese bereits präpariert haben; sprich bereits vor dem Assessment eine praktische Auseinandersetzung mit der relevanten Anatomie stattgefunden hat. Aus diesen Gründen sind die Assessments in nicht konstanten Abständen angesiedelt. Die Assessments werden rotierend von den Gruppenleiter*innen abgehalten. Die jeweiligen Assessments finden prinzipiell an allen Körperspender*innen eines/einer Gruppenleiter*in statt. Dies bietet für die Studierenden den Vorteil, Varianten des menschlichen Körpers und unterschiedliche Präparationsarten (siehe dazu auch Dissection Project) zu sehen bzw. erleben.

 

2. Dissection Project

In Dissection Project sollen die Studierenden der Früh- und Spätgruppe gemeinsam in 6 wöchentlichen Präparieraufgaben zwei Körperspender*innen vollständig und sauber präparieren. Sprich immer 2 benachbarte Tische mit jeweils 3 Student*innen sowohl in der Früh- als auch der Spätgruppe, dadurch ergibt sich ein Team für das „Dissection Project“ von genau 12 Student*innen. Dabei erfüllen die Student*innen in Kleingruppen (meist 2 bis 4 Personen) jede Woche definierte Präparieraufgaben (festgelegt im Wochenplan), anhand derer die gemeinsam Beurteilung erfolgt. Die Studierenden sollen dabei lernen effektiv zusammenzuarbeiten und sich selbstständig auf die Aufgaben vorzubereiten.

Es muss jede Woche der Präparationsfortschritt kontrolliert und evaluiert werden, sowie den übrigen Teammitgliedern mitgeteilt und erklärt werden. Die Student*innen erhalten von den Gruppenleiter*innen und Tutor*innen jede Woche Feedback über ihre Arbeit. Wir empfehlen den Student*innen sich außerhalb der Kurszeiten abzusprechen und sich am Präparat gemeinsam zu orientieren, damit ein effektives Team gebildet werden kann.

Gemeinsam mit den Tutor*innen definieren die Studierenden anhand der Checkliste in der Anleitung wöchentliche Ziele und bereiten sich jeden Tag auf die zu erwartenden Strukturen vor. Die Aufgabe der TutorInnen ist es dabei eine Hilfestellung bei schwierigen Schritten der Präparation zu bieten.

 

3. Team Based Learning

Im Portfolio werden in schriftlicher Form alle Aufgabenstellungen (Übersicht Körperspender*in, auszuarbeitende klinische Themata, Reflexionen, Leichenbeschreibung und Resümee des Moduls) von Team Based Learning gesammelt. Es ist das zentrale Dokument der 12 Studierenden der Früh- und Spätgruppe die an zwei Körperspender*innen zusammenarbeiten und muss zum Ende des Kurses abgegeben werden.

Mehrwert

Das Projekt bietet hauptsächlich eine Lern- und Organisationserleichterung für die Studierenden durch die konkreten Anweisungen in der Sezieranleitung und die zur Verfügung gestellten Videos. Für die Lehrenden verringert sich der persönliche Organisationsaufwand in der täglichen Abwicklung des Kurses, da dies von der Lehrveranstaltungsleitung zentral übernommen wird. Einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert für die Medizinische Universität Innsbruck bieten aber die, den Sezierkurs begleitenden, Videos auf Youtube, welche öffentlichkeitswirksam einen Einblick in die Lehre des Instituts für Klinisch Funktionelle Anatomie Innsbruck bieten.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Wir glauben, dass alle vorklinischen Praktika des Humanmedizinstudiums sich an einen klar definierten Kompetenzenkatalog für Ärzt*innen orientieren sollten, um eine bessere Verbindung zu den klinischen Fächern bzw. deren Lehrinhalte in den späteren Semestern herzustellen, aber auch eine kontinuierliche, aufbauende Ausbildung der angehenden Medizinier*innen zu ermöglichen. Erst durch eine konsequente Implementierung berufsrelevanter Kompetenzen kann der Unterschied zwischen Studium und Arbeitsalltag verkleinert werden. Für die klinischen Fächer besteht bereits ein österreichweiter Kompetenzenkatalog, der aber auch auf die sog. vorklinischen Fächer erweitert bzw. ergänzt werden sollte. Der sich nun seit 2019 weiter entwickelnde Sezierkurs kann hier als wichtiges Bindeglied, aber auch als Vorreiterprojekt in der Erstellung eines solchen Kataloges fungieren. Entsprechend soll die bestehende Weiterentwicklung des kompetenzbasierten Sezierkurses weiter beibehalten werden. Daneben arbeiten wir konkret an der weiteren Digitalisierung der anatomischen Lehr- und Lerninhalte. Ein entsprechendes Projekt ist bereits von Hannes Stofferin an der Medizinischen Universität Innsbruck eingereicht und wird vom Rektorat auch im Zuge der aktuellen Leistungsvereinbarung befürwortet. Neben dem Ausbau des Angebots auf Youtube, sollen spezifische eLearning Inhalte den Student*innen die Anatomie näher bringen und die Digitalisierung weiter vorantreiben.

 

Prinzipiell sind die für den komptenzenbasierten Sezierkurs erstellten Inhalte (Anleitung in Buchform sowie Videos), trotz hohen Anfangsaufwand sehr nachhaltig, da diese über viele Jahre (auch mit entsprechender Adaptierung) weiterverwendet werden können.

Aufwand

Die Erstellung der Sezieranleitung in Buchform hat einen großen zeitlichen Aufwand verursacht, da hier entsprechende Kompetenzen der Beteiligten im Mediendesign erlernt und entsprechende Hard- und Software angeschafft werden musste. Auch die Videoproduktion ist nur mit entsprechender technischer Ausrüstung in Höhe von mehreren tausend Euro möglich und auch hier mussten entsprechende Kompetenzen erlernt werden.

Positionierung des Lehrangebots

3. Semester Diplomstudium Humanmedizin (2. Studienabschnitt)

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Links zu Social Media-Kanälen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2022 nominiert.
Ars Docendi
Gewinner 2022
Kategorie: Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur
Ansprechperson
Hannes Stofferin, Dr. med. univ.
Institut für Klinisch Funktionelle Anatomie, Department für Anatomie, Histologie und Embryologie
+43 (0)512 9003 71134
Nominierte Person(en)
Hannes Stofferin, Dr. med. univ.
Institut für Klinisch Funktionelle Anatomie, Department für Anatomie, Histologie und Embryologie
o.Univ.Prof. Dr.med.univ. Helga Fritsch
Institut für Klinisch Funktionelle Anatomie, Department für Anatomie, Histologie und Embryologie
Romed Hörmann
Institut für Klinisch Funktionelle Anatomie, Department für Anatomie, Histologie und Embryologie
Themenfelder
  • Curriculagestaltung – Inhalt
  • Didaktische Methode
  • Neue Medien
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften