Gustav Mahler Privatuniversität für Musik
Mießtaler-Straße 8, 9020 Klagenfurt

Interinstitutionelle Synergien durch kollaborative Lehre in der Instrumental- und Gesangspädagogik

Ziele/Motive/Ausgangslage

Für ein kompetenzorientiertes pädagogisches Studium ist neben einer wissenschaftsbasierten theoretischen Durchdringung und Reflexion von fachlichen und pädagogischen Inhalten vor allem auch die Möglichkeit zur Anwendung erworbener Fähigkeiten und Kenntnisse in der Praxis wichtig. Aus unserer Sicht war es daher unbedingt notwendig, für den Masterstudiengang Instrumental- und Gesangspädagogik ein Studienangebot bereitzustellen, in dem Studierende die Möglichkeit bekommen, erarbeitete Methoden und didaktische Überlegungen aus Vorlesungen und Seminaren im Umgang mit ganz verschiedenen Lernenden in variablen Situationen praktisch zu erproben. In österreichischen Lehramtsstudiengängen wird ein solcher Praxisbezug unter anderem durch Unterrichtspraktika gewährleistet, in welchen Universitätsabsolvent:innen über ein Jahr in das praktische Lehramt an der Schule eingeführt werden. Im Fall der Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) wird Lehrpraxis dagegen meist in erster Linie universitätsintern angeboten. So ist es auch im Rahmen des Bachelorstudiums IGP an der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik (GMPU), vormals Kärntner Landeskonservatorium: Pädagogische Praxis wird im Rahmen von Lehrpraxisseminaren vermittelt, für welche interessierte Schüler:innen an die Universität kommen, um dort unter Aufsicht der Professor:innen von Studierenden unterrichtet zu werden, flankiert von gemeinsamen Reflexionen. Diese Seminare sind zweifelsohne wichtig, beschränken sich aus organisatorischen Gründen jedoch in der Regel auf Situationen des Einzelunterrichts. Die enorme Vielfalt des heutigen musikschulischen Angebots, insbesondere etwa die Arbeit mit heterogenen Großgruppen, kann dabei unmöglich für jedes Instrument bzw. Gesang fachdidaktisch adäquat an der Universität abgebildet werden. Gerade der pädagogisch souveräne Umgang mit unterschiedlichen Gruppensettings stellt aber eine essenzielle Qualifikation für Berufseinsteiger:innen an öffentlichen Musikschulen dar und wird dort auch in den Aufnahmeverfahren abgefragt.

Der gesellschaftliche Wandel bringt ein mehr und mehr inklusiv gedachtes und ausdifferenziertes Musikschulangebot mit sich. Es reicht von Einzel-, Partner- und Kleingruppenunterricht bis hin zur Betreuung von Bläserklassen und anderen Großgruppen, zum Teil in Kooperation mit allgemeinbildenden Schulen oder Kindergärten. Es ist stilistisch divergent und richtet sich an die unterschiedlichsten Altersgruppen. Um unsere Studierenden auf diese vielfältigen Anforderungen vorzubereiten, war es uns ein Anliegen das im Folgenden beschriebene Lehrangebot zu entwickeln. Die hier vorgestellten und von GMPU und Musikschulen des Landes Kärnten (MSdLK) gemeinsam gestalteten Lehrformate zielen darauf ab, die beschriebene Lücke zwischen Berufsfeld und Studium zu schließen. Weitere Ziele sind eine enge Vernetzung der beteiligten Lehrenden und Verantwortlichen innerhalb beider Institutionen im Zuge der Zusammenarbeit sowie das stetige Lernen und Erfahren voneinander

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Um das Studium im Bereich Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) mit der konkreten musizierpädagogischen Berufspraxis nachhaltig in Dialog zu bringen, haben sich zwei zentrale musikalische Bildungsinstitutionen Kärntens zusammengetan, die Gustav Mahler Privatuniversität für Musik (GMPU) und die Musikschulen des Landes Kärnten (MSdLK). Im Anschluss an ein in Kooperation gestaltetes Orientierungspraktikum sowie eine inneruniversitäre Lehrpraxis im BA-Studium, erhalten Studierende im MA-Studium die Gelegenheit „Externe Lehrpraxis“ zu belegen. Dabei sammeln sie Praxiserfahrungen im Unterrichtsalltag an Musikschulen und reflektieren diese gemeinsam mit betreuenden Mentor:innen. Die Studierenden übernehmen über drei Semester eine wöchentliche Unterrichtseinheit, wobei neben dem nach den jeweiligen Bedarfen ausgewählten Einzelunterricht besonders die pädagogische Arbeit mit Klein- und Großgruppen im Fokus steht, also Formaten, die an einer Musikuniversität in ihrer ganzen Breite kaum abzubilden sind (Bläserklassen, Gruppenunterricht, verschiedene Chöre, Big Bands etc.). Passende Settings und Mentor:innen können durch die Kooperation aus dem landesweiten Musikschulangebot sehr individuell zusammengestellt werden. In Vor- und Nachbesprechungen wird das Nachdenken über das eigene Tun und den gemeinsam erlebten Unterricht angeregt. Es finden Fortbildungen und regelmäßiger Austausch der beteiligten Lehrenden beider Institutionen statt und Prüfungen werden gemeinsam abgenommen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

In order to establish an extensive connection between the instrumental and vocal teacher training and the actual professional teaching practice, two key institutions for music education in Carinthia have joined forces, the Gustav Mahler Private University for Music (GMPU) and the Music Schools of the Province of Carinthia (MsdLK). Following a music school internship and an internal seminar for teaching practice in the pedagogical BA program, students in the pedagogical MA program have the opportunity to participate in an external teaching training. They gain practical experience in everyday teaching at music schools and reflect on it together with mentors. Throughout the course of three semesters, the students are responsible for a weekly teaching unit, focusing not only on individual lessons selected according to their respective needs, but also on pedagogical work with small and large groups, i.e. formats that can hardly be represented in their entire breadth at a music university (class teaching, group lessons, choirs, big bands, etc.). Suitable settings and mentors can be put together very individually through the cooperation from the state-wide music school offer. Pre- and post-discussions encourage students to reflect on the lessons they have experienced and their own teaching performance. In addition, there is regular exchange and further training courses for the teachers involved from both institutions, and exams are taken jointly.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das Lehrangebot der Externen Lehrpraxis knüpft an verschiedene andere, auf Musikschularbeit ausgerichtete Lehrveranstaltungen an. Im ersten Studiensemester des Bachelorstudiengangs IGP absolvieren Studierende ein Orientierungspraktikum an den MsdLK als Blockveranstaltung, vorbereitet durch eine Einführungsvorlesung an der GMPU. Dabei sollen sie die Vielfalt von Musikschularbeit mit all ihren Facetten und Anforderungen hospitierend kennenlernen und mit den eigenen Vorstellungen, Fähigkeiten und Neigungen in Beziehung setzen. Im weiteren Studienverlauf absolvieren die Studierenden eine 4-semesterige inneruniversitär organisierte Lehrpraxis. Im Masterstudiengang besteht dann durch das hier vorgestellte Format der Externen Lehrpraxis die Möglichkeit, die im Bachelorstudiengang erworbenen Kompetenzen in realen Praxissituationen an Musikschulen zu erproben und weiterzuentwickeln.

 

Zwar bestehen derzeit in der Konzeption von instrumental- und gesangspädagogischen Studiengängen fast überall im deutschsprachigen Raum Bestrebungen, sich stärker an der späteren Berufspraxis zu orientieren, diesen Bestrebungen stehen jedoch häufig organisatorische Hürden im Weg. Mit der Kooperation von GMPU und MSdLK wurde die in dieser Form bisher einmalige Situation in Österreich geschaffen, dass Studierende über volle drei Semester die Möglichkeit erhalten, regelmäßige Praxiserfahrungen zu sammeln. Als besonders sind dabei folgende Punkte in Kombination anzuführen:

- Durch die Kooperation mit den Musikschulen des Landes Kärnten stehen landesweit alle Musikschulen zur Kooperation mit einer Musikuniversität bereit, nicht nur, wie sonst üblich ein oder zwei Musikschulen. Dies bietet den enormen Vorteil, dass aus ALLEN Musikschulangeboten – unter Maßgabe geeigneter Mentor:innen – ein passendes Praxisangebot für Studierende individuell zusammengestellt werden kann.

- Obwohl über drei Semester Praxiserfahrungen gesammelt werden können, muss dafür nicht – wie beispielsweise in ganzen Praxissemestern – das Studium unterbrochen werden. Die Externe Lehrpraxis kann mit anderen Präsenzseminaren abgestimmt werden und ist so stimmig in das fortlaufende Studium integriert.

- So ist es möglich, die Praxiserfahrungen begleitend in weiteren wissenschaftlich ausgerichteten Lehrveranstaltungen zu flankieren und Erfahrungen so von mehreren Seiten zu beleuchten und zu durchdringen.

- Die Ausdehnung über drei Semester bringt zwei bedeutende Vorteile mit sich: Studierende erhalten dadurch die Möglichkeit, langfristige Lernverläufe und Entwicklungen von Schüler:innen zu begleiten und sie können sich in verschiedensten Lehr- und Lernszenarien als Lehrkräfte erproben.

- Jedes der drei Semester widmet sich unterschiedlichen Sozialformen. Im ersten Semester wählen Studierende selbst in Absprache mit den MSdLK eine:n Schüler:innen-Typus für den Einzelunterricht, mit dem sie bislang unvertraut waren und für den sie spezielle, unter Umständen noch zu erwerbende Kompetenzen benötigen. Hierbei kann es sich bspw. um Lernende mit speziellem Förderbedarf handeln (bspw. durch körperliche Einschränkungen oder Lernschwierigkeiten), Senior:innen oder Kinder im Vorschulalter. Im zweiten Semester widmen sich die Studierenden dem Unterrichten von Kleingruppen, im dritten dann von heterogenen Großgruppen. Nach anfänglicher Hospitation übernehmen die Studierenden wesentliche Teile des Unterrichts, nach Möglichkeit sammeln sie auch Erfahrung im Team-Teaching, gemeinsam mit dem*r Mentor*in.

- Die Mentor:innen werden durch den Fachbereichsleiter der MSdLK, dem Institut für Interdisziplinäre Musikpädagogik (IMP) und Professor:innen der GMPU gemeinsam, qualitätsgesichert und unter Berücksichtigung der spezifischen Bedarfe der Studierenden ausgewählt.

 

Fachlicher Austausch spielt in diesem Projekt eine zentrale Rolle und wird auf mehreren Ebenen und durch verschiedene Instrumente organisiert:

- Im selben zeitlichen Umfang wie der eigentliche Unterricht finden auf der Basis von vorab erstellten Stundenbildern Vor- und Nachbesprechungen mit den Mentor:innen statt (z.B. wöchentlich 30 Minuten Unterricht und 30 Minuten Reflexionsgespräch).

- Am Ende jedes Semesters finden anhand eines durch die GMPU erstellten Leitfadens individuelle Auswertungsgespräche zwischen Mentor:innen und Studierenden statt, in denen es verstärkt darum geht, die Studierenden zur Selbsteinschätzung ihrer Kompetenzen anzuleiten und vor allen die eigene Entwicklung im zurückliegenden Semester in den Blick zu nehmen.

- Die Mentor:innen schreiben einen Kurzbericht zu den fachdidaktischen, allgemeinpädagogischen und reflexionsbezogenen Fähigkeiten der Studierenden mit Benotung an die Assistenzprofessur für Musikpädagogik an der GMPU. Dieser Bericht dient auch als Rückmeldung an die GMPU und Basis für weiteren Austausch und die Weiterentwicklung der Lehrveranstaltung und der daran beteiligten Instrumente.

- Die Studierenden erstellen in jedem Semester einen Praktikumsbericht, der von Assistenzprofessur für Musikpädagogik begutachtet wird und in die Benotung einfließt.

- Die Studierenden werden in einer Auftaktveranstaltung über alle Modalitäten der Externen Lehrpraxis informiert und absolvieren dann einmal pro Semester einen Seminarbesuch in einem Didaktikseminar an der GMPU, in dem sie sich über ihre Erfahrungen in der Externen Lehrpraxis austauschen.

 

Durch den direkten Kontakt zwischen den beteiligten Lehrenden beider Institutionen bekommt die Zusammenarbeit einen kollaborativen Charakter, es findet also eine Öffnung füreinander statt.

- Prüfungen werden gemeinsam abgenommen: Lehrauftritte als Teil des pädagogischen Masterabschlusses finden vor gemischten Kommissionen sowohl an der GMPU als auch an den Musikschulen statt.

- Zwischen den Lehrenden des Fachbereichs Methodik und Didaktik an der GMPU und den Mentor:innen gibt es regelmäßige Austauschtreffen, eine geteilte digitale Plattform und gemeinsame Fortbildungen.

- Zweimal pro Semester findet ein Treffen des Fachbereichsleiters der MsdLK, des Assistenzprofessors für Musikpädagogik und der Mentor:innen statt. Die schriftlichen Berichte der Mentor:innen und kurze Reporte der Mentor*innen mit persönlicher Einschätzung des Semesterverlaufs, positiven Erfahrungen und Verbesserungs- bzw. Coaching-Bedarf dienen als Grundlage der Gespräche, in denen es auch um die Weiterentwicklung der Lehrveranstaltung geht.

- Vereinzelt finden zudem gegenseitige Unterrichtsbesuche von Mentor:innen und Lehrenden des Fachbereichs Methodik und Didaktik statt.

 

Übersicht über Lernziele der Externen Lehrpraxis sowie zu erwerbende Kompetenzen:

- Die Studierenden lernen, alleine oder im Team-Teaching kompetent in Klein- und Großgruppensituationen zu unterrichten.

- Sie können Gruppen verschiedener Lernstände kompetent unterrichten.

- Sie können binnendifferenziert heterogene Gruppen unterrichten und gruppendynamische Prozesse positiv nutzen.

- Sie sind in der Lage Grob- und Feinziele für Gruppen zu formulieren, eine Unterrichtsplanung anzufertigen und mit diesem Konzept in der realen Unterrichtssituation flexibel umzugehen.

- Sie können in etwa einschätzen, welche Lernfortschritte von Woche zu Woche von Schüler*innen, auch in einer Gruppe, erwartbar sind und ihre Planung daran ausrichten.

- Sie unterrichten methodisch vielfältig und kreativ, zeitgemäß, motiviert und motivierend, jeweils an die jeweilige Gruppe angepasst.

- Sie können einschätzen, in welchem Maße Lernfortschritte bei Erwachsenen und Senior*innen möglich sind und ihren Unterricht daran ausrichten.

- Sie kennen die Unterschiede in der Motivation von Kindern und Erwachsenen und richten ihre Unterrichtsinhalte, -ziele und -methodik entsprechend zielgruppenorientiert aus.

- Sie können Unterrichtsliteratur für Erwachsene und Senior*innen sowie Klein- und Großgruppen angemessen auswählen bzw. arrangieren.

Mehrwert

Für die Studierenden ergibt sich aus der Zusammenarbeit mit den Musikschulen eine erhebliche Erweiterung des Studienangebots. Durch den laufenden Betrieb können die Musikschulen den Studierenden eine enorme Breite und Expertise mit den verschiedensten Zielgruppen und Unterrichtsformaten bieten, so dass sich die Studierenden entsprechend vielfältig qualifizieren und praxisnah professionalisieren können. Durch eine gezielte Auswahl von Unterrichtsformaten und Mentor:innen aus dem landesweiten Musikschulnetz können Studieninhalte hoch individualisiert gestaltet werden und studentische Erfahrungen aus dem Bachelorstudium werden so sinnvoll ergänzt. Durch eine engere Anbindung des Studiums an die Praxis an den Musikschulen erhöhen sich zudem die Chancen der Absolvernt:innen auf eine Anstellung und es verbessert sich die Bewerber:innenlage bei Ausschreibungen der Musikschulen.

Mit der Vernetzung der Lehrenden beider Institutionen geht ein fachdidaktisch-pädagogischer Austausch einher, man lernt voneinander und versteht die Realitäten der jeweils anderen Situation. Durch den engen Kontakt zwischen beiden Institutionen können zudem für Studierende interessante und relevante Informationen von den Musikschulen direkt in Seminare und Vorlesungen der GMPU einfließen, beispielsweise zum Ablauf von Hearings, zu den Erwartungen der Musikschulen an Bewerber:innen und zur konkreten Ausgestaltung einer Musikschulanstellung.

Die MSdLK befinden sich seit ca. zwei Jahren in einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Kompetenzorientierung im Musikschulunterricht. Ziel dieses Prozesses ist es, durch vielfältige Inputs das Bewusstsein der Lehrenden für das Thema zu steigern sowie entsprechende Werkzeuge für die konkrete Umsetzung im Unterricht zur Verfügung zu stellen. Dieser Weg bedingt natürlich auch, dass neu hinzukommende Kolleg:innen im Idealfall solche Kompetenzen bereits mitbringen oder zumindest ein Bewusstsein für das Thema entwickelt haben. Hier bietet die Lehrpraxis-Kooperation ideale Anknüpfungspunkte und trägt insofern zur pädagogischen Profilschärfung der MSdLK bei.

Einen weiteren Mehrwert aus dem Projekt stellen die Inputs dar, die die Mentor:innen über ihre Tätigkeit für das eigene Unterrichten bekommen. Durch die intensive Unterrichtsbeobachtung der Studierenden, die zahlreichen Reflexionsgespräche in der Vor- und Nachbereitung sowie durch neue Impulse der Studierenden intensiviert sich auch der reflexive Blick der Mentor:innen auf das eigene pädagogische Tun. Eigene, teilweise langjährig angewandte Zugänge und Methoden werden überprüft und gegebenenfalls verändert oder auch aussortiert, neue methodische Werkzeuge können hinzutreten, manchmal werden auch grundsätzliche pädagogische Zielvorstellungen überdacht und diesbezügliche Schwerpunkte adaptiert. Die Mentor:innen können musikschulintern in gewisser Hinsicht auch als Multiplikator:innen gesehen werden.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Projekt ist als dauerhafte Erweiterung des Lehrangebots angelegt. Nach einer anfänglichen Erprobungsphase wurde und wird es laufend verfeinert und weiterentwickelt. So wurden Zuständigkeiten, Vorgehensweisen und Abläufe konkretisiert und verschriftlicht, Unterlagen zu Evaluierungsgespräch, Benotung und Praktikumsbericht weiterentwickelt und die Teilnahme der Mentor:innen als Kommissionsmitglieder bei Lehrauftritten ermöglicht. Auch wurde die interinstitutionelle Abstimmung bzgl. der Auswahl der Mentor:innen verbessert. Die Fachdidaktiklehrenden der GMPU werden nun maßgeblich in die Auswahl der Mentor:innen einbezogen, was zu einer hohen Akzeptanz führt und persönliche Anknüpfungspunkte schaffen kann.

Das Projekt soll weiterhin regelmäßig evaluiert und auf Basis der Rückmeldungen der verschiedenen Beteiligten weiterentwickelt werden. Zudem soll der Austausch zwischen den Lehrenden beider Institutionen in formellen und informellen Settings auf Augenhöhe fortgeführt werden, auch mit dem Ziel, nach und nach zu gemeinsamen und differenzierten Vorstellungen und Kriterien von gutem Unterricht zu kommen.

Aufwand

In den unterschiedlichen Phasen wurden und werden von den verschiedenen Beteiligten diverse Aufgaben übernommen. Gerade in der Anfangsphase brachte das Projekt eine intensive Entwicklungsarbeit mit sich, was insbesondere für das Leitungsteam mit zeitlichem Aufwand verbunden war (Fachbereichsleiter der MSdLK und Vertreter:innen des Instituts für Interdisziplinäre Musikpädagogik der GMPU). Die Lehrveranstaltungen wurden konzipiert, im Curriculum verankert, Prüfungsmodalitäten und Leitfäden wurden erstellt. Aktuell finden etwa zweimal pro Semester Treffen zwischen dem Fachbereichsleiter der MsdLK, dem Assistenzprofessor für Musikpädagogik an der GMPU und den Mentor:innen für die Externe Lehrpraxis statt und auch mit den Direktor:innen der beteiligten Musikschulen wird kommuniziert. Zudem besteht ein regelmäßiger Kontakt zwischen Fachbereichsleiter der MsdLK und dem Institut für IMP für die Auswahl der Mentor:innen sowie die Begleitung und Weiterentwicklung des Projekts.

Die Mentor:innen führen zusätzlich zu ihrer regulären Unterrichtsverpflichtung Vor- und Nachbesprechungen mit den Studierenden durch und nehmen an Prüfungskommissionen der Lehrauftritte teil, beides wird von der GMPU durch ein Honorar abgegolten. Die Zeit für regelmäßige Meetings zur Abstimmung untereinander und für die Teilnahme an Fortbildungen der GMPU ist in der Wochenarbeitszeit als Vertragsbedienstete des Landes Kärnten inkludiert oder wird darüber hinaus erbracht.

Gemeinsame Fortbildungen sind mit Kosten verbunden, so werden etwa für eine Referentin im Mai 2022 ein Honorar sowie Reisekosten finanziert, dieses Geld ist jedoch nachhaltig angelegt und Fortbildungsveranstaltungen für die Lehrenden des Hauses wären auch ohne die hier vorgestellte Kooperation sinnvoll.

Die Studierenden haben durch den Unterricht an den Musikschulen, der zum Teil außerhalb von Klagenfurt stattfindet, teilweise länger Wege zurückzulegen (z.B. nach Villach oder Spittal an der Drau). Dies bringt im Vergleich mit den Lehrveranstaltungen an der Universität meist einen höheren zeitlichen und auch finanziellen Aufwand mit sich, ist aber zumutbar und im Hinblick auf die zu erwartende Berufsrealität auch eine wichtige Erfahrung.

Positionierung des Lehrangebots

Das Lehrangebot ist Bestandteil eines Wahlpflichtmoduls im Masterstudiengang Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) und wird in der Regel in den Semestern zwei bis vier absolviert.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2022 nominiert.
Ars Docendi
2022
Kategorie: Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ansprechperson
Julian Schunter, Ass.-Prof.
Institut für Interdisziplinäre Musikpädagogik
+49 1799055062
Nominierte Person(en)
Julian Schunter, Ass.-Prof.
Institut für Interdisziplinäre Musikpädagogik
Johannes Hirschler, Mag.
Musikschulen des Landes Kärnten
Anne Fritzen, Prof. Dr.
Institut für Interdisziplinäre Musikpädagogik (mittlerweile außerdem an der Hochschule für Musik Weimar)
Themenfelder
  • Curriculagestaltung – Inhalt
  • Curriculagestaltung – Organisation
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Fachbereiche
  • Kunst, Musik und Gestaltung