Future-Lab Smarte Mobilität - forschungsbezogene Lehre in der Logistik

Würdigung der Jury

Das von der Jury ausgezeichnete Lehrprojekt aus dem berufsbegleitenden Masterstudiengang „Logistik und Transportmanagement“ stellt sich auf beeindruckende Weise der Herausforderung, Studierende zukunftsfähig auf ein professionelles Agieren in einem Umfeld vorzubereiten, das von immenser Dynamik geprägt ist. Das „Future Lab“ integriert sich in ein hochschulisches Forschungsprojekt zur Entwicklung zeitgemäßer Güterverteilzentren, die dazu beitragen, negative Auswirkungen des urbanen Gütertransports zu mindern. Im Vordergrund steht dabei der didaktische Gedanke, eine kollaborative Beziehung zwischen Forschenden und Studierenden dergestalt aufzubauen, dass Studierende Forschung nicht nur simulieren, sondern an der genuinen Forschung der Hochschule aktiv partizipieren. Gefolgt wird damit in reflektierter Weise den Ansprüchen eines teilhabenden forschenden Lernens bzw. eines Konzepts von teaching-led research. Thematisch geht es im „Future Lab“ um die Entwicklung realistischer Gestaltungsoptionen zur ökologischen und ökonomischen Optimierung von Güterverteilzentren in urbanen Ballungsräumen. Beeindruckend ist hinsichtlich der didaktischen Ausgestaltung des Projekts die ausgewogene Mischung aus instruktiven Phasen, selbständigen Einzel- und Gruppenplanungen, Feedback-Schleifen und forschungsbasierten Ausarbeitungen, mit denen abgestimmte Lösungsansätze anwendungsgerecht konkretisiert wurden. Eine weitere Stärke kann in dem nachhaltig verfolgten Ansatz gesehen werden, die spezifischen Vorerfahrungen der Studierenden so in Geltung zu bringen, dass die Forschungsarbeit, das Studium und die Kooperationen zwischen den Beteiligten gleichermaßen profitieren. Die Projektverantwortlichen erbringen mit ihrem sehr positiv evaluierten Projekt den überzeugenden Nachweis, dass auch unter den Bedingungen realer Auftragsforschung eine für Studierende universell ertragreiche Forschungspartizipation realisiert werden kann. Dies gilt umso mehr, als die Durchführung des Lab-Projekts nicht mit exorbitanten Zusatzaufwänden verbunden ist und das Lehrformat sowohl den Studierenden als auch den Lehrenden, der Institution und ihren Auftragspartnern die Erfahrung vermittelte, von der Kooperation wechselseitig zu profitieren.

Univ.-Prof. Dr. Michael Kämper-van den Boogaart
Humboldt-Universität zu Berlin

Ziele/Motive/Ausgangslage

Kaum eine andere Branche wird durch die fundamentalen Trends Digitalisierung, Dekarbonisierung und Internationalisierung so stark verändert, wie die Logistik. Das äußert sich unter anderem durch transformierte Leistungserstellungsprozesse, innovative Geschäftsmodelle und den Einsatz neuer Technologien. Erfolg in der Logistik bedeutet heute und zukünftig, die Chancen des digitalen Wandels optimal zu nutzen, sich global zu vernetzen und nicht nur wirtschaftliche Ziele bestmöglich zu erreichen, sondern auch ökologischen und sozialen Herausforderungen gerecht zu werden. Diese Veränderungen im Berufsfeld erfordern angemessene Anpassungen der Qualifikationen, insbesondere auch von höher qualifizierten Mitarbeiter:innen. Kompetenzen, um neue Entwicklungen zu erkennen, zu evaluieren und kritisch zu bewerten und darauf aufbauend zukunftsgerechte Innovationen zu schaffen, treten immer mehr in den Vordergrund. Forschungsbezogene Lehre, also eine Verzahnung hochschulischer Forschung und Lehre, zielt im Kern darauf ab, derartige Kompetenzen zu vermitteln. Durch das dargestellte Projekt soll forschungsbezogene Lehre im Masterstudiengang „Logistik und Transportmanagement“ an der Fachhochschule des BFI Wien weiter gestärkt werden. Für eine innovative Anwendung forschungsbezogener Lehre bietet sich die Lehrveranstaltung „Future Lab: Smarte Mobilität“ des Masterstudiengangs an. Grundidee der Lehrveranstaltung ist es, einen Raum zu schaffen, wo Zukunftsthemen und Trends in Transport und Verkehr vorgestellt und kritisch diskutiert, sowie innovative Ansätze entwickelt und angewandt werden können. Folglich ist es Ziel des dargestellten Projekts, forschungsbezogene Lehre auf eine innovative Art und Weise im Rahmen der Lehrveranstaltung „Future Lab: Smarte Mobilität“ im Sinne zukunftsorientierter Kompetenzen für das dynamische Berufsfeld Logistik umzusetzen. Dabei soll ein spezifischer Ansatz verfolgt werden, der forschungsbezogene Lehre nicht auf das studentische Forschen in Studierendenprojekten beschränkt, sondern Studierende mit ihrer eigenen Arbeit zu einem Forschungsprojekt der Hochschule aktiv beitragen lässt. Studierende werden also Teil des etablierten Forschungsbetriebs der Hochschule. Dabei soll die Kollaboration zwischen Studierenden und Forscher:innen derart gestaltet sein, dass sowohl Lehre als auch Forschung bestmöglich profitieren.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Eine enge Verbindung von Lehre und Forschung ermöglicht es, Studierenden jene Qualifikationen zu vermitteln, die in einem dynamischen Berufsumfeld tatsächlich benötigt werden. Forschungsergebnisse können direkt in das Curriculum einfließen und dieses auf zukünftige Entwicklungen ausrichten. Das Konzept der Lehrveranstaltung „Future-Lab: Smarte Mobilität“ ging einen Schritt weiter, indem Studierende des Masterstudiengangs „Logistik und Transportmanagement“ an der FH des BFI Wien direkt in ein Forschungsprojekt der Hochschule integriert wurden und so durch „teilhabendes forschendes Lernen“ zukunftsorientierte Kompetenzen erwarben. Im Zentrum des Forschungsprojekts stand das Konzept Güterverteilzentren, einer international vielbeachteten Logistiklösung, durch die negative Auswirkungen des urbanen Gütertransports reduziert werden sollen. Die Studierenden erhoben innovative Gestaltungsmöglichkeiten, welche einen Mehrwert für die Umwelt, Unternehmen und Mitarbeiter:innen in der Logistik, die lokale Wirtschaft und Anwohner:innen generieren. Das studierendenzentrierte Lehrformat zielt darauf ab, dass Studierende in der Lage sind, Wissen und Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen aufzugreifen, kritisch zu reflektieren und in die eigene Tätigkeit einzubringen, sowie neue Erkenntnisse aus der theoretischen Auseinandersetzung abzuleiten und für Innovationen zu nutzen. Darüber hinaus konnte ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der Forschung der Fachhochschule geleistet werden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

A close link between teaching and research allows students to acquire the qualifications that are in fact needed in a dynamic professional environment. Research results can be incorporated directly into the curriculum and align it with future trends. The concept of the course "Future-Lab: Smart Mobility" went a step further by directly integrating students of the master program "Logistics and Transport Management" at the UAS BFI Vienna into a research project of the university, thus acquiring future-oriented skills through teaching-led research. The research project focused on the concept of urban consolidation centers, an internationally well-recognized logistics solution, that aims to reduce negative impacts of urban freight transport. The students identified innovative design options that generate added value for the environment, logistics companies and employees, and the local economy and residents. The study-centered teaching format aims to enable students to gather knowledge and findings from different disciplines, critically reflect on them and incorporate them in their own activities. Additionally, they discover new findings from the theoretical approach and use them for innovations. Furthermore, an important contribution can be made to the continuing development of the university's research.

Nähere Beschreibung des Projekts

Durch die Verknüpfung von Forschung und Lehre in der Hochschulbildung können Studierende auf vielfältige Weise profitieren. Insbesondere sind die Förderung von kritischem und vernetztem Denken sowie die Schaffung einer motivierenden und inspirierenden Lernerfahrung zu nennen. Besonders wichtig erscheint, dass nicht nur die gegenwärtig im Berufsfeld erforderlichen Kompetenzen vermittelt werden, sondern dynamische Entwicklungen bestmöglich antizipiert werden. Die Verknüpfung zukunftsorientierter Forschung mit Hochschullehre trägt dazu bei, dass die zukünftig geforderten Kompetenzen durch das gegenwärtige Curriculum adressiert werden. Dies ist besonders für Berufsfelder relevant, die einem rasanten Wandel unterworfen sind. Das trifft für Berufsfelder der Logistik in einem besonders hohen Maße zu, weil die Megatrends Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Internationalisierung die Kompetenzanforderungen grundlegend transformieren. Daher widmet sich das dargestellte Projekt im Sinne einer hohen Kompetenzorientierung forschungsbezogener Lehre in der Logistik.

Im Folgenden wird das dargestellte Projekt in den Rahmen möglicher Gestaltungsformen forschungsbezogener Lehre eingeordnet, um zu verdeutlichen, wie sich dieses von der gängigen Hochschuldidaktik innovativ unterscheidet. Forschungsbezogene Lehre kann nach Ludwig Huber in forschungsbasierte Lehre, forschungsorientierte Lehre und forschendes Lernen unterschieden werden. Forschungsbasierte Lehre lässt aktuelle Forschungsergebnisse der Hochschule oder Dritter in das Curriculum einfließen und forschungsorientierte Lehre vermittelt Studierenden, wie Forschung funktioniert. Ein höheres Aktivitätsniveau setzt forschendes Lernen voraus, wo Studierende aktiv den Forschungsprozess durchlaufen. Hierbei kann man zwei Ausprägungen unterscheiden, welche wir zur Unterscheidung als „klassisches forschendes Lernen“ und „teilhabendes forschendes Lernen“ bezeichnen. Im ersten Fall handelt es sich um studentisches Forschen, wie dies beim Verfassen abschließender wissenschaftlicher Arbeiten regelmäßig der Fall ist. Derartige Forschung wird primär zur Erlangung eines akademischen Abschlusses durchgeführt. Bei „teilhabendem forschenden Lernen“ tragen Studierende mit ihrer eigenen Arbeit zu Forschungsprojekten der Hochschule bei und verfolgen gleichzeitig ihre Bildungsziele. Diese Form der forschungsbezogenen Lehre, welche nach Tony Harland als Teaching-led Research bezeichnet wird, ist ein innovativer Ansatz, der sich von der Hochschulpraxis absetzt. Das dargestellte Projekt folgt diesem Ansatz, der die Kollaboration zwischen Studierenden und Forscher:innen in das Zentrum rückt.

Konkret wurde „teilhabendes forschendes Lernen“ in einem Forschungsprojekt des Logistik-Teams der FH des BFI Wien umgesetzt. Es befasste sich mit sogenannten Güterverteilzentren, ein Logistikkonzept, das darauf abzielt, negative Umwelt- und Verkehrsauswirkungen des urbanen Güterverkehrs zu reduzieren. Dies wird vor allem durch eine Bündelung von Ladungen in Umschlagsknoten am Rand von Ballungszentren und die Bildung optimaler innerstädtischer Routen erzielt. Studierende erforschten innovative Gestaltungsoptionen für Güterverteilzentren, welche einen Mehrwert für die Umwelt, Mitarbeiter:innen und Unternehmen in der Logistik, die lokale Wirtschaft und Anwohner:innen generieren. Die erhobenen Gestaltungsoptionen sollen dabei Trends in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt aufgreifen.

Zu Beginn der Lehrveranstaltung „Future Lab: Smarte Mobilität“ wurden den 16 Masterstudierenden die Grundlagen des Logistikkonzepts Güterverteilzentrum vermittelt sowie offene Fragen beantwortet und diskutiert, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. Anschließend fand auf dieser Basis eine Generierung von Ideen zu innovativen Gestaltungsmöglichkeiten von Güterverteilzentren statt. Im Rahmen eines kreativen Brainstormings wurden Ideen gesammelt und systematisch strukturiert. Jede:r Student:in suchte selbständig anhand von relevantem Fachwissen, persönlicher Vorerfahrung und Kreativität nach Gestaltungsideen in den vier Dimensionen „Transportunternehmen“, „Mitarbeiter:innen“, „lokale Wirtschaft und Bevölkerung“ und „Umwelt“. Das Ergebnis wurde anschließend in der gesamten Lehrveranstaltungsgruppe vorgebracht, diskutiert, adaptiert und strukturiert. Der Prozess wurde durch die Lehrenden moderiert. Die vielfältigen Ideen mit unterschiedlichen Detaillierungsniveaus wurden in ein konsistentes Set an Ansatzpunkten zur innovativen Gestaltung von Güterverteilzentren übergeleitet. Dieser Schritt wurde durch die Lehrenden anhand ihrer Fachexpertise durchgeführt und das Ergebnis den Studierenden schriftlich zur Verfügung gestellt. In einem nächsten Schritt wurden die Student:innen vier Gruppen zugewiesen, um sich einer der vier betrachteten Dimensionen „Transportunternehmen“, „Mitarbeiter:innen“, „lokale Wirtschaft und Bevölkerung“ und „Umwelt“ als Hausarbeit vertiefend zu widmen. Aufgabe war es, auf Basis der identifizierten Ansatzpunkte und bereits generierten Ideen, innovative Gestaltungsmöglichkeiten weiter zu konkretisieren. Dies wurde durch die Gruppen selbstgesteuert durchgeführt und anhand einheitlicher, durch die Lehrenden vorgegebener Steckbriefe dokumentiert. Pro Steckbrief wurde jeweils ein Lösungsansatz und dessen Wirkung beschrieben. Dieser Schritt bedurfte der Recherche und Analyse wissenschaftlicher Arbeiten und online zugänglicher allgemeiner Quellen, dem Verknüpfen wissenschaftlicher Erkenntnisse und allgemeiner Informationen sowie der Anwendung logischer Schlüsse. Wenngleich die Lehrenden stets zur Unterstützung zur Verfügung standen, war diese Forschungstätigkeit primär auf Eigenständigkeit ausgelegt. Auf eine Erstversion der Hausarbeiten erhielten die Studierenden Feedback durch die Lehrenden in Form von Gruppencoaching. Nach der Überarbeitung durch die Student:innen wurden die Hauptergebnisse als Präsentation aufbereitet. Im nachfolgenden Schritt wurden die erarbeiteten Steckbriefe vorgetragen und durch alle 16 Student:innen anhand der vermuteten Wirksamkeit und Umsetzbarkeit auf Basis der eigenen Expertise bewertetet. Dieser Schritt wurde durch die Lehrenden moderiert, welche abschließend eine Auswahl von Steckbriefen trafen und diese in den Projektbericht des Forschungsprojekts aufnahmen.

Im Ergebnis haben die Studierenden maßgeblich und direkt zur beauftragen Forschung der Fachhochschule beigetragen. Sie konnten sich durch die Kombination von Offenheit für neue Lösungen und guten fachlichen Zugang zu logistischen Fragestellungen in die Forschung einbringen. Die Auftraggeberin des Forschungsprojekts würdigte die Leistung und übermittelte Dankschreiben an die Studierenden. Beim Herleiten innovativer Gestaltungsmöglichkeiten konnte auf internationale Beispiele von erfolgreichen und gescheiterten Güterverteilzentren zurückgegriffen werden. Eine internationale Ausrichtung wird hierbei nicht bloß durch das Sondieren internationaler Fachliteratur und sonstiger Quellen begründet, sondern vielmehr durch das Bewerten von Sachverhalten im spezifischen Kontext des jeweiligen Landes. Denn der kompetente Umgang mit internationalen Aspekten beim Design von Logistiklösungen stellt ein grundlegendes Qualifikationsziel in der Logistik dar.

Das dargestellte Projekt folgte dem Grundsatz, dass „teilhabendes forschendes Lernen“ zum nachhaltigen Erfolg führt, wenn sowohl die Hochschullehre als auch die Hochschulforschung davon profitieren und zudem die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Forscher:innen gut abgestimmt ist. Folglich fußt das Projekt auf drei Säulen: Nutzen für die Lehre, Nutzen für die Forschung und abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Forscher:innen. Jede der Säulen wurde im dargestellten Projekt aktiv gesteuert. Die erste Säule, also der Nutzen für die Lehre, wurde anhand des österreichischen Nationalen Qualifikationsrahmens gesteuert. Dazu wurde der Beitrag für die auf Niveau VII definierten Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen definiert. Dieser Beitrag war für die Fertigkeiten „Wissen und Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen aufgreifen, kritisch reflektieren und in die eigene Tätigkeit einbringen“ sowie „neue Erkenntnisse aus der theoretischen Auseinandersetzung ableiten und für Innovationen nutzen“ besonders ausgeprägt. Die zweite Säule, der Nutzen für die Forschung, wurde anhand kritischer Erfolgsfaktoren der Forschung gesteuert, das heißt der Beitrag zu unterschiedlichen Erfolgsfaktoren wurde definiert. Die „Heterogenität des Wissens“ wurde als kritischer Erfolgsfaktor besonders gut unterstützt, da sich einerseits die persönliche Erfahrungswelt zwischen Studierenden und Forscher:innen unterscheidet und andererseits die Studierenden des berufsbegleitenden Masterstudiengangs unterschiedliche Erfahrungen aus ihrer beruflichen Praxis einbringen konnten. Als weiterer Erfolgsfaktor wurde „Offenheit für Neues“ sehr gut unterstützt, da Studierende sich in der Regel nicht bereits über eine lange Zeit mit der Forschungsmaterie beschäftigt haben und ihr unterschiedliches Vorwissen und ihre unterschiedlichen Bildungsbiografien in Summe einen möglichst offenen Blick auf Problemstellungen unterstützen. Studierendenzentrierte Lehre bildete damit weniger eine Herausforderung, sondern vielmehr einen Mehrwert bei der Suche nach innovativen Gestaltungsoptionen für Güterverteilzentren. Die dritte Säule, nämlich die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Forscher:innen, wurde mittels einer strukturierten und transparenten Zuordnung von Verantwortlichkeiten zu Rollen aktiv gesteuert.

Bei der Planung und Umsetzung der forschungsbezogenen Lehre wurde besonders auf die drei genannten Säulen Bedacht genommen. Die sehr positiven Evaluierungsergebnisse deuten darauf hin, dass dies ein vielversprechender Weg ist, welcher sich nicht nur für die Logistik, sondern auch für andere Fachdisziplinen eignen kann.

Mehrwert

Die Studierenden konnten nicht nur Wissen und Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen aufgreifen, kritisch reflektieren und in die eigene Forschungstätigkeit einbringen, sondern auch neue Erkenntnisse aus der theoretischen Auseinandersetzung für Innovationen ableiten. Durch ein konkretes Beispiel für Auftragsforschung erhielten sie darüber hinaus auch Einblicke in die Forschungsrealität und den Ablauf eines Forschungsprozesses. Der Bezug zu Praxis und Beruf sowie die Anwendung von Wissen in einer realen Aufgabenstellung wirkten außerordentlich motivierend und führten zu überdurchschnittlich guten Lernergebnissen. Die Studierendenzentrierung als eines der Leitprinzipien für gute Lehre, welche auf aktivem, kritischem, analytischem Lernen und eigenständiger Wissensproduktion, studentischer Eigenverantwortung für Lernprozesse und Lernergebnisse, begleitendem Feedback durch die Lehrenden und Berücksichtigung des Vorwissens und der Heterogenität der Studierenden beruht, wurde durch die forschungsbezogene Lehre in einem hohen Maße erreicht.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Auch wenn die vorliegende Lehrveranstaltung stark von einem Forschungsthema aus der Logistik geprägt war, lässt sich das Konzept prinzipiell auf andere Lehrveranstaltungen übertragen, die einen hohen Forschungs- und Anwendungsbezug besitzen und in denen Lernmotivation und Studierendenzentrierung eine große Rolle spielen sowie eine abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Forscher:innen sichergestellt werden kann. Alle Projektschritte wurden dokumentiert, um einen Wissenstransfer und zukünftige Synergien sicherzustellen. An der Fachhochschule des BFI Wien soll zukünftig möglichst bei jedem neuen Forschungsprojekt im Bereich Logistik individuell geprüft werden, inwieweit „teilhabendes forschendes Lernen“ zur Anwendung kommt.

Aufwand

Die Entwicklung des Konzepts konnte im Rahmen der regelmäßigen Überprüfungen und Adaptierung des Lehrveranstaltungsdesigns und der Projektplanung des Forschungsprojekts durchgeführt werden. Somit verursachte die Erstellung des Konzepts keinen zusätzlichen zeitlichen oder finanziellen Aufwand. Auch die Durchführung fand mit den regulären Personalressourcen, welche für die bestehende Lehrveranstaltung und das beauftragte Forschungsprojekt vorgesehen waren, statt. Der Aufwand aus Sicht der Studierenden entsprach den für die Lehrveranstaltung vorgesehenen drei ECTS-Punkten.

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende des berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Logistik und Transportmanagement“ an der Fachhochschule des BFI Wien und wird im dritten Semester abgehalten.

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2022 nominiert.
Ars Docendi
Gewinner 2022
Kategorie: Forschungsbezogene bzw. kunstgeleitete Lehre
Ansprechperson
Mag. Dr. Dietmar Paier
Hochschuldidaktik
+43/1/720 12 86 - 961
Nominierte Person(en)
Prof. (FH) Dr. Reinhold Schodl
Studiengang Logistik und Transportmanagement
Prof.in (FH) Mag.a Sandra Eitler
Studiengang Logistik und Transportmanagement
Themenfelder
  • Curriculagestaltung – Inhalt
  • Didaktische Methode
  • Wissenschaftliche (Abschluss)Arbeiten
Fachbereiche
  • Wirtschaft und Recht