Pädagogische Hochschule Wien
Grenzackerstraße 18, 1100 Wien
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Coaching - als Unterstützungsformat. Ein begleitendes Forschungsprojekt zur Qualitätsentwicklung an der Hochschule.

Ziele/Motive/Ausgangslage

Fraefel und Seel (2017) folgend lässt sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Transformationsprozess in den schulpraktischen Ausbildungsanteilen und deren Begleitformaten erkennen (vgl. ebd., S7) (Potzmann & Roszner, 2017 S222).

Im Studienjahr 2015/16 kam es daraus folgend im Bachelorstudium Lehramt Primarstufe zur Einführung eines begleitenden Gruppencoachings in den Pädagogisch-Praktischen Studien. Als einzige Pädagogische Hochschule in Österreich wird seitdem dieses Konzept für eine professionelle Entwicklung angehender Pädagoginnen und Pädagogen bei dem neben fachlichen und fachdidaktischen Kompetenzen insbesondere auch personbezogene überfachliche Kompetenzen relevant (PH Wien, 2019, S9) sind, umgesetzt.

Im Sinne einer prozessbegleitenden hochschulischen Maßnahme zur Qualitätsentwicklung in der Hochschule sowie der begleitenden Evaluation und Weiterentwicklung des Lehrangebots (Jonak & Münster, 2012, S373) wird das Coaching-Konzept empirisch begleitet. Dies erfolgt im Rahmen des dreiphasigen Forschungsprojekts „Coaching als Unterstützungsformat in den Pädagogisch Praktischen Studien im Bachelorstudium Primarstufe der Pädagogischen Hochschule Wien“ (2016- voraussichtlich 2022).

Mit diesem Forschungsprojekt ist das Anliegen und Ziel verbunden, „dass über einen Gegenstandsbereich der Praxis durch methodisches Vorgehen relevant, Informationen für die Gestaltung dieser Praxis ermittelt werden sollen“ (Rindermann 2003, S233).

Das Forschungsprojekt umfasst drei Forschungsphasen (sowohl qualitativ als auch quantitativ). Um in weiterer Folge die mit dem Coaching-Konzept verbundene Rolle der Lehrenden „im Haus zu diskutieren und weiterzuentwickeln“ (vgl. Rindermann2003, S18; Hervorhebung im Original) fokussiert die erste Phase das spezifische Setting im Gruppen-Coaching. In der Rückkoppelung zu den qualitativen Daten aus der ersten Phase (vgl. Witt 2001) fokussiert die zweite Phase die Perspektive von Studierenden und in der dritten Phase werden Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs retrospektiv (nach deren Berufseinstieg) befragt, jeweils bezogen auf deren Einschätzung zur Wirksamkeit des Lernformates „Pädagogisch-Praktische Studien: Coaching“ (Potzmann & Roszner, 2017 S226).

Das Forschungsprojekt folgt dem Impuls von Wildt (2003) der meint, dass bezüglich einer Reflexion der Praxis des Lehrens und Lernens an Hochschulen ein weitgehend unausgeschöpftes Potenzial besteht, welches genutzt werden kann, wenn sich „Lehrende wie Lernende auch an der Hochschule als Teilhabende an wissenschaftlichen Diskursen einerseits und pädagogischer Praxis andererseits begreifen“ (ebd., S83).

Die Ergebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt sollen als Grundlage „für Maßnahmen zur Unterstützung der Lehrenden bei der Weiterentwicklung der Qualität des Lehrangebots (Jonak & Münster 2012, S373) und ebenso Lehrenden „zur Reflexion, Planung und Weiterentwicklung ihrer Lehrmethoden“ (ebd., S273) dienen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Im Verständnis einer innovativen Hochschuldidaktik kam es im Studienjahr 2015/16 im Bachelorstudium Lehramt Primarstufe zur Einführung eines begleitenden Gruppencoachings in den Pädagogisch-Praktischen Studien. Als einzige Pädagogische Hochschule in Österreich wird seitdem dieses Konzept für eine professionelle Entwicklung angehender Pädagoginnen und Pädagogen bei dem neben fachlichen und fachdidaktischen Kompetenzen insbesondere auch personbezogene überfachliche Kompetenzen relevant (PH Wien, 2019, S9) sind, umgesetzt.

Das begleitende Forschungsprojekt umfasst drei Forschungsphasen (sowohl qualitativ als auch quantitativ). Um in weiterer Folge, die mit dem Gruppencoaching-Konzept verbundene Rolle der Lehrenden „im Haus zu diskutieren und weiter zu entwickeln“ (vgl. Rindermann2003, S18; Hervorhebung im Original), fokussiert die erste Phase das spezifische Setting im Gruppencoaching. In der Rückkoppelung zu den qualitativen Daten aus der ersten Phase (vgl. Witt 2001) fokussiert die zweite Phase die Perspektive von Studierenden und in der dritten Phase werden Studienabgängerinnen und Studienabgänger retrospektiv (nach deren Berufseinstieg) befragt, jeweils bezogen auf deren Einschätzung zum Lernpotential des Lernformates „Pädagogisch-Praktische Studien: Coaching“ (Potzmann & Roszner, 2017 S226).

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Coaching - as a support format. An accompanying research project on quality development in university teaching

 

In the 2015/16, due to a new understanding of innovative university didactics, accompanying group coaching was introduced in the pedagogical-practical studies for Students taking their bachelor’s degree in teaching at primary level. Since then, this concept has been implemented at. It is the only university of education in Austria focusing on professional development of future educators, thereby attaching great importance not only technical and subject-didactic skills, but also personal interdisciplinary skills (PH Vienna, 2019, S9).

The accompanying research project is divided into three research phases (both qualitative and quantitative). In order to subsequently “discuss and further develop the role of the teachers associated with the group coaching concept” (cf. Rindermann2003, S18; emphasis in the original), the first phase focuses on the specific setting in group coaching. Relying on the Feedback gathered from the qualitative data from the first phase (cf. Witt 2001), the second phase concentrates on the perspectives while the third phase, graduates are questioned retrospectively after entering professional life. Their assessment of the learning potential of the Learning format "Pedagogical-Practical Studies: Coaching" is essential (Potzmann & Roszner, 2017 S226).

Nähere Beschreibung des Projekts

Die Lehrveranstaltung Coaching in den Pädagogisch Praktischen Studien als Unterstützungsformat im Bachelorstudium Primarstufe der Pädagogischen Hochschule Wien

 

Fraefel und Seel (2017) folgend lässt sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Transformationsprozess in den schulpraktischen Ausbildungsanteilen und deren Begleitformaten erkennen (vgl. ebd., S7) (Potzmann & Roszner, 2017 S222).

Im Studienjahr 2015/16 kam es daraus folgend im Bachelorstudium Lehramt Primarstufe zur Einführung eines begleitenden Gruppencoachings in den Pädagogisch-Praktischen Studien.

Studierende an Hochschulen unterliegen den Herausforderungen gesellschaftlicher, institutioneller und professioneller Anforderungen (vgl. Wiemer 2012, S50ff). Studierende der Pädagogischen Hochschule Wien werden im Schulpraktikum oft mit einer Vielfalt an gesellschaftlichen und institutionellen Aspekten konfrontiert. Themen rund um die Vielfalt und alltäglichen Chancenungleichheit in unserer Gesellschaft, aber auch personelle und materielle Ressourcen im Berufsalltag und die damit verbundenen psychischen Belastungen aller Beteiligten beschäftigen die Studierenden ganz besonders nach den schulpraktischen Tagen. Gerade in der Zeit der Pandemie schienen diese Herausforderungen noch deutlicher hervorzutreten. Die Studierenden werden auf diese Aspekte sensibilisiert und können ihre persönlichen Anliegen bzw. Erfahrungen der schulpraktischen Ausbildung und die damit verbundenen Themen als Ausgangspunkt für die Bearbeitung im Gruppencoaching einbringen (vgl. Potzmann & Roszner 2017, S225). Somit tragen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrveranstaltung aktiv zur Durchführung der Lehrveranstaltung bei. Die Heterogenität und die vielfältigen Erfahrungen der Gruppe ermöglicht einen Austausch und eine Bearbeitung aus unterschiedlichen Perspektiven.

Das Gruppencoaching-Konzept der Pädagogischen Hochschule Wien umfasst unter anderem drei wirkungsmächtige Ansätze zur Bestimmung und Entwicklung pädagogischer Professionalität: (1) der kompetenzorientierte Ansatz, (2) der berufsbiografische Ansatz (vgl. Bonnet & Herick 2014, S5ff.) und 83) der psychosoziale Ansatz (vgl. Nolle 2013) (vgl. Potzmann und Roszner, 2020 S79).

Im Gruppencoaching arbeiten die Studierenden methodisch angeleitet u.a. an Zielen, reflektieren das eigene (professionelle) Handeln als angehende Lehrperson und suchen bei Bedarf nach Handlungsalternativen (vgl. Krattenmacher 2014, S59).

 

Das begleitende Forschungsprojekt „Coaching als Unterstützungsformat in den Pädagogisch Praktischen Studien im Bachelorstudium Primarstufe der Pädagogischen Hochschule Wien“

 

Das Forschungsprojekt umfasst drei Forschungsphasen (sowohl qualitativ als auch quantitativ). Um in weiterer Folge, die mit dem Coaching-Konzept verbundene Rolle der Lehrenden „im Haus zu diskutieren und weiter zu entwickeln“ (vgl. Rindermann2003, S18; Hervorhebung im Original) fokussiert die erste Phase das spezifische Setting im Coaching. In der Rückkoppelung zu den qualitativen Daten aus der ersten Phase (vgl. Witt 2001) fokussiert die zweite Phase die Perspektive von Studierenden und in der dritten Phase werden Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs retrospektiv (nach deren Berufseinstieg) befragt, jeweils bezogen auf deren Einschätzung zum Lernpotential des Lernformates „Pädagogisch-Praktische Studien: Coaching“ (Potzmann & Roszner, 2017 S226).

Dazu sollen u.a. folgende thematische Felder untersucht werden: Funktion der Lehrveranstaltung Coaching im Praxisgesamtkonzept bzw. im Rahmen der Studieneingangs- und Orientierungsphase (vgl. Pädagogische Hochschule Wien, 2016, S21-22), Funktion der Lehrveranstaltung für die Studierenden am Übergang von Schule oder Beruf an die Pädagogische Hochschule, Selbstverständnis der Lehrenden in der Lehrveranstaltung, Lehr- und Lernmethoden im Coaching, Themenschwerpunkte der Studierenden und der Lehrenden, Erwartungen von Studierenden und Lehrenden an die Lehrveranstaltung, die Zukunftsaussichten der Lehrveranstaltung. (vgl. u.a. Rindermann 2009).

In der ersten Phase wurden die Forschungsfragen aus der Perspektive der Lehrenden im Sinne einer Qualitätsentwicklung in der Hochschullehre (vgl. u.a. Rindermann 2009) mittels eines systematisierenden leitfadengestützten Experteninterviews (vgl. Bogner, Littig & Menz 2014, S23f.) mit im Coaching eingesetzten Hochschullehrenden bearbeitet. Für Hochschullehrende als Coaches eingesetzt, ergeben sich Entwicklungsaufgaben in Bezug auf den Umgang mit dem Rollenwechsel im Coaching, die Sensibilisierung für eine professionelle Arbeitsbeziehung mit den Studierenden im Sinne einer wertschätzenden Beratungshaltung sowie die Weiterentwicklung von Methodenkompetenz im Hinblick auf die Prozessbegleitung (Potzmann & Roszner, 2017, S237). In der zweiten Phase des Forschungsprojektes wurde mittels einer quantitativen Vollerhebung in Form einer Paper-Pencil-Befragung am Ende des achten Studiensemesters die Relevanz des Gruppencoachings für Lernprozesse in schulischen Praxisphasen untersucht. Ergebnisse aus dieser Phase zeigen beispielsweise auf, dass Coaching eine professions- und ausbildungsspezifische Weiterentwicklung der Studierenden anstoßen kann, indem Lehrende den Studierenden einen Raum für kritischen Austausch zu Anliegen und Themen anbieten, die dem Bereich der personbezogenen überfachlichen Kompetenzen zuzuordnen sind und sich auch in den Entwicklungsaufgaben von Ostermann (2015, S153) finden, wie etwa: Sicherheit, Selbstverantwortung, Perspektivenwechsel etc. (Potzmann & Roszner, 2020, S256 ff.).

Durch die Erkenntnisse der Projektphase 1 konnten organisationale Rahmenbedingungen und organisationale Angebote zur Erweiterung der Coaching- Kompetenz der Lehrenden für das Lehrveranstaltungskonzept Coaching abgeleitet werden. Die Ergebnisse in der Projektphase 2 gaben Aufschluss über die Funktionalität des begleitenden Coachings in den schulpraktischen Ausbildungen und lassen darauf schließen, dass die Übung Coaching bei Lehramtsstudierenden zur Professionalisierung als Lehrperson beitragen kann. (Potzmann & Roszner, 2020).

In der dritten Phase des Forschungssprojektes werden Studierende des achten Studiensemesters des Bachelorstudiums Primarstufe der Pädagogischen Hochschule Wien, die bereits mit mind. einer halben Lehrverpflichtung im Pädagogischen Dienst tätig sind (vgl. Hericks 2009) in einem qualitativen Forschungsdesign mittels episodischer Interviews (vgl. u.a. Lamnek 2010) befragt. Zentraler Aspekt ist, aus welchen Bereichen des Konzepts der Lehrveranstaltung Coaching die angehenden Lehrerinnen und Lehrer einen Nutzen ziehen konnten bzw. diese das Gruppencoaching für diverse Herausforderungen im Berufsalltag als wirksam empfinden.

Literatur

Bogner, A., Littig, B. u. Menz, W. (2014). Interviews mit Experten: eine praxisorientierte Einführung. Springer VS.

Bonnet, A. u. Hericks, U. (2014). Professionalisierung und Deprofessionalisierung im Lehrer/innenberuf. Ansätze und Befunde aktueller empirischer Forschung. ZISU, Jg.3, S.3-8.

Fraefel, U.u. Seel, A. (2017). Konzeptionelle Perspektiven Schulpraktischer Studie – eine Einführung. In U. Fraefel u. A. Seel (Hg.), Konzeptionelle Perspektiven Schulpraktischer Studien. Waxmann, S. 7-10.

Hericks, U. (2009). „Es ist natürlich ´n bisschen lauter als bei den Kollegen…“ – Individuelle Unterrichtsentwicklung in der Berufseingangsphase von Lehreinnen und Lehrern.“

Krattenmacher, S. (2014). Planlos durch das Praktikum? Zielorientierter Kompetenzerwerb in der schulpraktischen Ausbildung angehender Lehrpersonen. Barbara Budrich.

Jonak, F. u. Münster, G. (2012). Die Pädagogische Hochschule. Hochschulgesetz 2005. Innverlag.

Nolle, T. (2013). Psychosoziale Basiskompetenzen und Lernorientierung bei Lehramtsstudierenden in der Eingangsphase des Lehramtsstudiums. Klinkhardt.

Ostermann, E. (2015). LehrerIn werden im Spannungsfeld subjektiver Erwartungen und objektiver Ausbildungsanforderungen. Professionsspezifische Entwicklungsaufgaben für Lehramtsstudierende. Klinkhardt

PH Wien - Pädagogische Hochschule Wien (2019): Curriculum Bachelorstudium für das Lehramt Primarstufe.

Potzmann, R. u. Roszner, S. (2017). Hochschullehrende als Coaches in den Pädagogische-Praktischen Studien. In.C. Fridrich u.a. (Hg.), Forschungsperspektiven 9. LIT-Verlag, S. 221-240.

Potzmann, R. u. Roszner, S. (2020). Coaching im Lehramtsstudium – Einblicke in den deutschsprachigen Raum. In. Renate Potzmann u.a. (Hg.). Hochschuldidaktische Perspektiven. Didaktische Reflexion und Coaching in der schulpraktischen Ausbildung. Sonderband 2. LIT-Verlag, S 77-93.

Rindermann, H. (2003). Lehrevaluation an Hochschulen: Schlussfolgerungen aus Forschung und Anwendung für Hochschulunterricht und seine Evaluation. Zeitschrift für Evaluation. Heft 2, S. 233-256.

Soffner, T. (2014). Erfahrungen aus der Praxis In E. König u.a., Coaching in der Lehrerbildung. Professionsbezogenes Coaching als Bestandteil der 2. Phase der Lehrerbildung. NRW (S.26-28).

Wiemer, M. (2012). Begleitung anspruchsvoller Bildungswege: Coaching für Studierende. OSC, 1, S49-57.

Wildt, J. (2003). Reflexives Lernen in der Lehrerbildung – ein Mehrebenenmodell in hochdidaktsicher Perspektive. In A. Obolenski u. H. Meyer (Hg.), Forschendes Lernen. Theorie und Praxis einer professionellen Lehrerbildung. Klinkhardt, S 71-84.

Witt, H. (2001). Forschungsstrategien bei qualitativer und quantitativer Sozialforschung. Forum Qualitative Sozialforschung, 2 (1) Artikel 8.

Mehrwert

Ganz im Sinne einer regelmäßigen Verbesserung der Lehrveranstaltungsevaluierung, wie im Bericht der AQ Austria nachzulesen, wird auch an der Pädagogischen Hochschule Wien u.a. mit diesem Forschungsprojekt Rechnung getragen (vgl. AQ Austria 2016, S. 62 ff.).

Studierende werden in das Forschungsprojekt eingebunden (Feedback zu den Fragebögen und Interviewfragen werden mittels Pre-Tests eingeholt) und sind so Teil des wissenschaftlichen Diskurses. Lehrende werden eingeladen Bachelorarbeiten zur Thematik zu betreuen.

Hochschulintern werden von den Mitgliedern der Fachgruppe „Personbezogene überfachliche Kompetenzen“, die sich zu einem regelmäßigen Austausch trifft, die Ergebnisse herangezogen, um in Folge eine entsprechende Weiterentwicklung für dieses studierendenzentrierte Unterstützungsformat anzudenken.

Im Zuge des Projektes gibt es interne Fortbildungen und Workshops, sowie das Angebot einer Supervidierten Entwicklungsbegleitung für die Coaches.

Durch die Erkenntnisse der Projektphase 1 konnten organisationale Rahmenbedingungen und organisationale Angebote zur Erweiterung der Coaching- Kompetenz der Lehrenden für das Lehrveranstaltungskonzept Coaching abgeleitet werden.

Ergebnisse aus der Projektphase 2 zeigen beispielsweise auf, dass Coaching eine professions- und ausbildungsspezifische Weiterentwicklung der Studierenden anstoßen kann, indem Lehrende den Studierenden einen Raum für kritischen Austausch zu Anliegen und Themen anbieten, die dem Bereich der personbezogenen überfachlichen Kompetenzen zuzuordnen sind und sich auch in den Entwicklungsaufgaben von Ostermann (2015, S153) finden, wie etwa: Sicherheit, Selbstverantwortung, Perspektivenwechsel etc. (Potzmann & Roszner, 2020, S256 ff.).

Die Forschungsphasen 1 und 2 sind bereits abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden in Fachzeitschriften publiziert und auf internationalen Tagungen und Kongressen (Bielefeld, Bochum, Feldkirch, Wien, Osnabrück - digital) vorgestellt.

Für Phase 3, in der retrospektiv eine Studie mit Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen durchgeführt wird, kann angedacht werden, inwieweit das Format des Gruppencoaching im Schulalltag bzw. in der Weiterbildung verankert werden soll und kann.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Coaching ist der Prozess, Menschen mit den Werkzeugen, dem Wissen und den Möglichkeiten auszustatten, die sie brauchen, um sich selber weiterzuentwickeln und erfolgreicher zu werden (Peterson/Hicks 1996).

Die Qualitätssichernde Maßnahmen ermöglichen die Anliegen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verwirklichen. Optimale Gruppengröße und Freiraum zur Gestaltung des Coaching Angebots ermöglichen flexibel auf die individuellen Bedürfnisse der Studierenden einzugehen und ihre persönliche Entwicklung zu unterstützen.

Das Beratungsformat Coaching bietet über die Arbeit an Einstellungen und Haltung „die Möglichkeit, Studierende bei der Gestaltung dieses offenen Prozesses der Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten und das Studium zu einer nachhaltigen und erfolgreichen (Lern-)Erfahrung zu machen“ (Wiemer 2012, S55) (Potzmann & Roszner 2020, S79). Langfristig dient das Coaching dem Ziel der Förderung professioneller Handlungskompetenz (vgl. Krattenmacher 2014, S35) und dem Aufbau von Entwicklungs- und Veränderungsbereitschaft als Kernkompetenz für lebenslanges Lernen in Bezug auf Herausforderungen des Lehrberufs (vgl. Soffner 2014, S28). (Potzmann und Roszner 2020, S83). In der Projektphase 2 stimmten im Bereich „Beitrag zur Selbstkompetenz als Person“ 82,2 % der Studierenden sehr bzw. eher zu, dass die Lehrveranstaltung Coaching dazu beiträgt.

Die zurzeit stattfindende Forschungsphase 3 geht dem zentralen Aspekt nach, aus welchen Bereichen des Konzepts der Lehrveranstaltung Coaching die angehenden Lehrerinnen und Lehrer einen nachhaltigen Nutzen ziehen konnten bzw. diese das Gruppencoaching für diverse Herausforderungen im Berufsalltag als wirksam empfinden.

Aufwand

Durch das Forschungsprojekt entsteht ein Personalaufwand, der für das Studienjahr 21/22 mit 400 Stunden kalkuliert wurde. Der Sachaufwand beträgt laut Finanzkalkulation 100 Euro.

Positionierung des Lehrangebots

Coaching ist als Unterstützungsformat in den Pädagogisch Praktischen Studien im Bachelorstudium Primarstufe der PH Wien vom 1. bis zum 8. Semester als begleitendes Lehrveranstaltungskonzept positioniert.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2022 nominiert.
Ars Docendi
2022
Kategorie: Qualitätsverbesserung von Lehre und Studierbarkeit
Ansprechperson
Ensbacher-Roubin Jadwiga, Mag. BEd
Pädagogische Hochschule Wien
0680 1129847
Nominierte Person(en)
Mag. Jadwiga Ensbacher-Roubin BEd
Pädagogische Hochschule Wien
Sybille Roszner MEd
Pädagogische Hochschule Wien
Mag. Brigitte Tschakert
Pädagogische Hochschule Wien
Dr. Renate Potzmann BEd MA
Themenfelder
  • Curriculagestaltung – Inhalt
  • Didaktische Methode
  • Erfahrungslernen
  • Rund ums Evaluieren der Lehre
  • Studieneingangs- und Orientierungsphase
  • Weiterbildung Lehrende
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften