Propädeutik der digitalen Zahnheilkunde

Ziele/Motive/Ausgangslage

Im Studium der Zahnmedizin an der Danube Private University (DPU) soll den Studierenden schon im Rahmen der vorklinischen Ausbildung ein möglichst realitätsnaher Ablauf einer späteren, zeitgemäßen Patientenbehandlung nähergebracht werden. Dies geschieht unter anderem im 6. Semester im Rahmen der dreiwöchigen, praktisch orientierten Lehrveranstaltung „Ambulanzfamulatur mit POL-Seminar und Phantom Dig. Tech. in der ZM und CAD/CAM“. Hier vervollkommnen unsere Studierenden ihre

Fertigkeiten in der digitalen Chairside-Zahnmedizin am Phantomkopf. Hierfür werden verschiedene Restaurationstypen durch unsere Studierenden (z.B. Inlay, Onlay, Teilkrone, Krone, Brücke) sowohl am Frasaco-Modell als auch am Echtzahnmodell präpariert und indirekt, chairside versorgt.

Zusätzlich erlernen die Studierenden in diesem Kurs den Umgang mit einem Implantatsystem. Bisher wurden zwei Implantate in ein Unterkieferkunststoffmodell im Frontzahnbereich (intraforaminal) inseriert. Anschließend wurde die entsprechende, bereits vorhandene Totalprothese chairside zur Aufnahme von Lokatoren umgearbeitet und auf den Implantaten befestigt. Eine Methode, die wir im klinischen Alltag gerne zur Stabilisierung vorhandener Unterkiefertotalprothesen anwenden.

Um unseren Studierenden ein möglichst realitätsnahes Gefühl für die Implantologie zu vermitteln, wurde durch Frau Mst.in Martha Seif unser Echtzahnmodell weiterentwickelt. Frau Mst.in Martha Seif integrierte in unser Echtzahnmodell in Regio 36 einen „Knochenblock“. In diesen kann nun - so realitätsnah wie nur möglich – im Phantomkopf ein Implantat in die Schaltlücke zwischen den Zähnen 35 und 37 eingebracht und anschließend durch einen rein digitalen Workflow mit einer auf einer Ti-Base adhäsiv befestigten und mit dem Implantat verschraubten Krone versorgt werden. Somit gibt es auch hier die Simulation zahnärztlicher Routineversorgung in unserem Ambulatorium.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Zur realitätsnahen Simulation zahnärztlicher Implantation und implantatprothetischer Versorgung wurde durch Frau Mst.in Martha Seif ein einzigartiges Echtzahnmodell entwickelt. Durch dieses wird es unseren Studierenden der Vorklinik ermöglicht im Phantomkopf ein Implantatbett in der Schaltlücke zwischen den Zähnen 35 und 37 zu

präparieren und danach ein Implantat einzubringen. Präparation und Implantatinsertion erfolgt in den Kunstknochen.

Zuvor wurden die Zähne 35 und 37 zur Aufnahme einer Brücke präpariert und mit einer provisorischen chairside hergestellten Brücke versorgt. Vor Implantation wird die provisorische Brücke natürlich entfernt und nach Implantation wieder befestigt. Die provisorische Brücke verbleibt in der Mundhöhle bis „die simulierte Osseointegration der Implantate“ abgeschlossen und somit die prothetische Phase beginnen kann. Nach erneuter Entfernung der provisorischen Brücke wird das Implantat in der Region 36 in einem rein digitalen Workflow mit einer auf einer Ti-Base adhäsiv befestigten und mit dem Implantat verschraubten keramischen Krone und die Zähne 35 und 37 mit keramischen, adhäsiv befestigten Kronen versorgt.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

A unique real tooth model was developed by Master Dental Technician (MDT) Martha Seif for the realistic simulation of dental implantation and implant prosthetic treatment. This enables our preclinical students to prepare an implant bed in the phantom head in the interdental gap between teeth 35 and 37 and then insert an implant. Preparation and implant insertion were carried out in artificial bone.

Prior to this, teeth 35 and 37 were prepared to receive a bridge and restored with a temporary "chairside" bridge. Before implantation, the temporary bridge is removed and recemented after implantation. The temporary bridge remains in the oral cavity until "simulated osseointegration of the implants" is completed and thus the prosthetic phase can begin. There after the temporary bridge is removed again, the implant in region 36 is restored in a digital workflow with a ceramic crown adhesively luted to a Ti-base and screwed to the implant. Further, the teeth 35 and 37 are restored with ceramic, adhesively luted crowns.

Nähere Beschreibung des Projekts

Neben klassischem Zahnersatz gewinnt auch in der studentischen Patientenbehandlung die Implantologie immer mehr an Bedeutung. Zur Vorbereitung darauf hat Frau Mst.in Martha Seif ein einzigartiges Echtzahnmodel entwickelt. Dieses Modell ermöglicht es unseren Studierenden im Phantomkopf, also wie bei einem*einer Patient*in in der Mundhöhle, in Kunstknochen zu implantieren und anschließend das Implantat in einem rein digitalen Workflow mit einer vollkeramischen Implantatkrone prothetisch zu versorgen. Dies geschieht alles selbstständig durch die Studierenden unter Anleitung durch erfahrene, klinisch tätige Zahnärzt*innen und Zahntechniker*innen des Zentrums zahnärztliche Prothetik und Biomaterialien unter Leitung vom Prof. Dr. Dr. Rüdiger Junker MSc. Gerade diese frühzeitige Simulation der realen Patientenbehandlung dient letztendlich dem Wohl unserer Patient*innen.

In der Rubrik „Links zum Projekt“, befindet sich ein Video zum Workflow.

Mehrwert

Das von Frau Mst.in Martha Seif entwickelte Modell ermöglicht es den Studierenden eine vielschichtige und technisch anspruchsvolle Behandlung äußerst realitätsnah im Phantomkopf zu üben. Durch den eingefügten Knochenblock kann das Gefühl der Präparation eines Implantatbetts und der darauffolgenden Implantatinsertion in menschlichen Knochen gut vermittelt werden. Ebenso können dazugehörige Abläufe, wie Schnittführung, Lappenbildung und implantatprothetische Versorgung erlernt

werden. Zusätzlich gewinnen die Studierenden einen Eindruck über verschiedene festsitzende Versorgungsmöglichkeiten einer Schaltlücke.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Projekt (Modell) kann aufgrund seiner Konzeption beliebig oft vervielfältigt werden. Es ist ohne weiteres auch in weiteren universitären Lehrveranstaltungen oder Kursen einsetzbar. Eine Weiterentwicklung des Modells, zur Simulation komplexer implantatprothetischer Versorgung, ist geplant.

Das vorliegende, durch Frau Mst.in Martha Seif entwickelte Projekt (Modell) ist bereits fester Bestandteil der Lehre „Digitale Technologien in der Zahnmedizin und CAD/CAM“ und wird aufgrund des äußerst positiven Feedbacks unserer Studierenden und Dozent*innen auch in Zukunft eingesetzt werden.

Aufwand

Die Studierenden benötigen zur Herstellung des Echtzahnmodells zwei Tage, in jeweils zwei Gruppen im Propädeutiklabor.

Die Lehrveranstaltung „Ambulanzfamulatur mit POL-Seminar und Phantom Dig. Tech. in der ZM und CAD/CAM“ dauert drei Wochen und findet im Phantomsaal statt. Im Phantomsaal werden die Studierenden insbesonders aus didaktischen Gründen jeweils in zwei Gruppen geteilt, dies ermöglicht den Lehrenden eine individuelle Betreuung für jeden Studierenden.

Positionierung des Lehrangebots

Im Studium der Zahnmedizin an der Danube Private University (DPU) soll den Studierenden schon im Rahmen der vorklinischen Ausbildung ein möglichst realitätsnaher Ablauf der späteren Patientenbehandlung nähergebracht werden. Dies geschieht unter anderem im 6. Semester im Rahmen der dreiwöchigen, praktisch orientierten Lehrveranstaltung „Ambulanzfamulatur mit POL-Seminar und Phantom Dig. Tech. in der ZM und CAD/CAM“ in Phantomköpfen.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2022 nominiert.
Ars Docendi
2022
Kategorie: Lehre und Digitale Transformation
Ansprechperson
Martha Seif, Zahntechnikermeisterin
Zentrum Zahnärztliche Prothetik und Biomaterialien/Propädeutiklabor
0676842419317
Nominierte Person(en)
Martha Seif, Zahntechnikermeisterin
Zentrum Zahnärztliche Prothetik und Biomaterialien/Propädeutiklabor
Rüdiger Junker, Univ.-Prof. Dr. Dr. MSc
Direktor Zentrum Zahnärztliche Prothetik und Biomaterialien
Laura Bahlmann, OÄ Dr.
Zentrum Zahnärztliche Prothetik
Maximilian Nothaft, Dr.
Zentrum Zahnärztliche Prothetik
Eva-Marie Groth, Dr.
Zentrum Zahnärztliche Prothetik
Christina Denk
Zentrum Zahnärztliche Prothetik
Themenfelder
  • Didaktische Methode
  • Infrastruktur
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften