Hybrides Lehrekonzept im Bachelor- und Masterstudium Lehramt Primarstufe

Ziele/Motive/Ausgangslage

Ausgangslage: Ausgelöst durch die Corona-Pandemie musste für den Lehrebetrieb eine sichere, ansteckungsfreie Lehr- und Lernumgebung geschaffen werden. Dadurch kam es insbesondere zu räumlichen Einschränkungen: Es galten beispielsweise Sicherheitsabstände zwischen Personen von 2m , wodurch die Belegung von Hörsälen, Seminarräumen, etc. mit Personen zumindest um die Hälfte reduziert wurde. Viele Räume im Bereich der Lehre waren aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen überhaupt nicht benützbar.

Motive: Aufgrund dieser einschränkenden Maßnahmen musste für den bis zu diesem Zeitpunkt üblichen Präsenzbetrieb ein alternativer Lehrebetrieb geschaffen werden, in dem es zu trotz reduzierter räumlicher Kapazitäten zu keinen Verlust von zu erwerbenden Kompetenzen kommt.

Ziele:

Es soll ein Lehrebetrieb geschaffen werden, in dem die zu erwerbenden Kompetenzen des Bachelor- und Masterstudiums Lehramt Primarstufe, trotz stark eingeschränkter räumlicher Kapazitäten für einen Präsenzbetrieb, erreicht werden können. Eine wesentliche Nebenbedingung ist eine sichere und ansteckungsfreie Lehr- und Lernumgebung für Lehrende und Studierende garantieren zu können.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Das Projekt des "hybriden Lehrekonzeptes" ist eine Maßnahme zur Verbesserung der Studierbarkeit während der Corona-Pandemie. Durch Corona-Sicherheitsmaßnahmen musste die Belegung von Lehrveranstaltungsräumen mit Personen stark reduziert werden, viele Lehrveranstaltungen konnten auf Formen der digitalen Lehre verlegt, bei weitem jedoch nicht alle!

Folgende Ziele wurden daher festgelegt: Studierende haben definierte Tage, an denen Sie entweder nur in Präsenz oder ausschließlich Online an Lehrveranstaltungen teilnehmen. Es kommt zu keinem ständigen Wechsel von Präsenz- und Onlinelehre (an einem Tag). Als zentral wurde auch das Erreichen der notwendigen Kompetenzen der Studierenden definiert.

Basierend darauf wurde ein Lehrebetrieb geschaffen, in dem zwischen substituierbaren (Durchführung in Distance Learning möglich) und nicht substituierbaren (Präsenz unabdingbar) Lehrveranstaltungen unterschieden wurde. Alle Lehrveranstaltungen wurden dementsprechend kategorisiert und einer weiteren Planung zugeführt.

Als Resultat wurden von Studierenden im Schnitt 3 Tage in Präsenz- und 2 Tage in Online-Lehre besucht, damit einhergehend die Studierendenmobilität reduziert. Durch Schaffung von feststehenden Studierendengruppen konnte auch das Contact Tracing ressourcenschonend durchgeführt und die Anzahl an anwesenden Personen an der Hochschule stark reduziert werden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The so-called "hybrid teaching concept" is a measure to improve learning conditions throughout the COVID-19 pandemic. Owing to COVID-19 safety measures, occupancy of teaching rooms had to be severly reduced. Moreover, many courses could to be held via digitial formats, but far from all of them.

Hence, the following aims were decided upon:

Students have set online-only or presence-only days as far as courses are concerned, resulting in a more structured learning programme. There is no switching between these two forms of instruction throughout the same day. Another crucial point defined was students' achievement of necessary competencies.

Based on the above-mentioned goals, a teaching format differentiating between substitutable (implementation possible via online teaching) and non-substitutable (teaching in presence indispensable) courses was created. All courses were categorised accordingly.

This resulted in a weekly average of students attending 3 days teaching in presence and being taught online on 2 days. With this measure, students' visit frequency, as well as the number of people present at the university college at any one time, was severely reduced. Through arranging fixed groups of students, contact tracing could be critically simplified.

Nähere Beschreibung des Projekts

Das Projekt „Hybrides Lehrekonzept im Bachelor- und Masterstudium Lehramt Primarstufe" ist eine Maßnahme zur Verbesserung der Studierbarkeit während der Corona-Pandemie.

Ausgangssituation:

Um eine möglichst sichere und ansteckungsfreie Lehr- und Lernumgebung zu schaffen, mussten aufgrund der Corona-Pandemie entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Unmittelbare Auswirkung auf die maximale Belegung von Lehrveranstaltungsräumen hatte der notwendige Sicherheitsabstand von 2 Metern zwischen Personen. Dadurch reduzierte sich die maximale Kapazität an Personen in Lehrveranstaltungsräumen wesentlich oder konnten sogar gar nicht mehr benutzt werden. Ein reiner Distance-Lehrbetrieb, wie dieser im Sommersemester 2020 durchgeführt wurde, war jedoch auf Dauer für eine qualitätsvolle Lehre nicht zielführend.

Ohne entsprechende Maßnahmen hätte ein Präsenzbetrieb ab dem Wintersemester 2020/21 für Studierende in einem ständigen Wechsel von Lehrveranstaltungen in Präsenz oder Online, in jedem Fall jedoch vor Ort an der Hochschule, geendet. Dadurch wären auch immer alle Studierenden in Örtlichkeiten der Hochschule anwesend gewesen, wodurch es im Hinblick auf mögliche Corona-Ansteckungen keinen Vorteil gebracht hätte.

Um trotzdem einen Lehrveranstaltungsbetrieb in (Teil-)Präsenz durchführen zu können, wurden folgende Ziele festgelegt:

- Studierende haben definierte Tage, an denen Sie entweder nur in Präsenz oder ausschließlich Online an Lehrveranstaltungen teilnehmen.

- Es kommt zu keinem ständigen Wechsel von Präsenz- und Onlinelehre (an einem Tag).

- Als zentral wurde auch das Erreichen der notwendigen Kompetenzen der Studierenden definiert.

- Ein möglichst sicherer, ansteckungsfreier Präsenzlehrebetrieb soll gewährleistet werden.

 

Realisierung:

Alle Lehrveranstaltungen wurden zunächst klassifiziert in:

- Substituierbar (Durchführung in einer Form der digitalen Lehre möglich)

- Nicht substituierbar (Präsenz unabdingbar)

Bei vielen Lehrveranstaltungen wurden auch Mischungen aus Präsenz- und Distance-Lehre notwendig. Zusätzlich dazu wurde für alle Räume die maximal zulässige Anzahl an Personen in Präsenz festgelegt.

Für alle nicht substituierbaren Lehrveranstaltungen mussten die Studierendengruppengrößen entsprechend der maximal zulässigen Anzahl an Personen des verwendeten Lehrveranstaltungsraumes angeglichen werden.

Basierend auf diesen Vorgaben wurde eine zentrale Lehrveranstaltungsplanung für alle Semester, und somit auch für alle Studierenden, der genannten Studien durchgeführt.

 

Endergebnis

- Als Resultat wurden von Studierenden im Schnitt 3 Tage (ausschließlich) in Präsenz- und 2 Tage (ausschließlich) in Online-Lehre besucht!

- Die Anzahl an gleichzeitig anwesenden Personen an der Hochschule konnte im Schnitt um 60% reduziert werden!

- Damit einhergehend konnte auch die notwendige Studierendenmobilität wesentlich reduziert werden.

- Um die vorgegebenen Ziele zu erreichen, mussten auch Gruppen mit feststehendem Teilnehmerkreis definiert werden. Diese Gruppen waren an Tagen in Präsenz immer gemeinsam in verschiedenen Lehrveranstaltungen anwesend.

Durch diese Schaffung von feststehenden Studierendengruppen konnte auch das Contact Tracing (im Hinblick auf Studierendenströme) ressourcenschonend durchgeführt werden.

Durch das Projekt konnte an der PH Kärnten die hochschulische Lehre immer in Teilpräsenz, auch in Zeiten eines harten Lockdowns, in einer sicheren Lehr- und Lernumgebung durchgeführt werden!

Das Projekt wurde bisher in 3 Semestern durchgeführt und wird bis zum Ende der Corona-Sicherheitsmaßnahmen fortgesetzt. Ein Wechsel zwischen den verschiedenen Lehre-Modi (hybrides Lehre-Konzept bzw. Vollpräsenz) ist jederzeit möglich.

Mehrwert

Es kommt zu einer unmittelbaren Verbesserung der Studierbarkeit für Studierende in Zeiten der Corona-Pandemie. Ausgelöst durch die Sicherheitsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie kam es zunächst in der Studienrealität für Studierende zu einem ständigen Wechsel zwischen (synchroner) Online-Lehre und Präsenz-Lehre an einem Tag. Studierende mussten für Lehrveranstaltungen in (synchroner) Online-Lehre trotzdem Orte an der Hochschule finden, an denen Sie bei dieser Online-Lehre auch tatsächlich teilnehmen konnten.

Mit dem entwickelten Konzept haben Studierende nun definierte Tage, an denen Sie entweder nur bei Präsenzveranstaltungen an der Hochschule anwesend sein müssen oder Tage, an denen sie ausschließlich per Distance Learning ortsunabhängig an Lehrveranstaltungen teilnehmen. Auch in Zeiten eines "harten Lockdowns" konnte diese Konzept weiterverfolgt werden, da durch diese Maßnahme auch die Anzahl an gleichzeitig anwesenden Personen an der Hochschule minimiert werden konnte. Auch das Contact-Tracing konnte mit dieser Maßnahme mit minimalem Ressourceneinsatz gewährleistet werden, da sich in (Präsenz-)Gruppen immer idente Personen den ganzen Tag über befinden und es zu keinen Vermischungen zwischen Studierendengruppen kommt.

Zusätzlich ist das realisierte Konzept der hybriden Lehrveranstaltungsplanung eine Maßnahme zur Vermeidung von Mobilität (damit auch Zeitersparnis!) und trägt somit zur Reduktion des CO2-Ausstoßes bei.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Konzept der hybriden Lehrveranstaltungsplanung wird seit dem Wintersemester 2020/21 an der PH Kärnten eingesetzt. Nach Beendigung der Sicherheitsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie wird der Präsenzanteil wieder erhöht werden, trotzdem wird es auch in Zukunft definierte Distance-Phasen geben (Ziel: 1 Tag pro Woche in einer Form der digitalen Lehre).

Aufwand

Um das Konzept der hybriden Lehrveranstaltungsplanung realisieren zu können, ist ein umfangreicher Vorausplanungsprozess notwendig. Zusätzlicher Personalaufwand: 0,5 VBÄ. Keine zusätzlichen finanziellen Mittel notwendig.

Positionierung des Lehrangebots

Gesamtes Bachelorstudium und Masterstudium (alle Semester)

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2022 nominiert.
Ars Docendi
2022
Kategorie: Qualitätsverbesserung von Lehre und Studierbarkeit
Ansprechperson
Georg Sitter, DI, BSc, BEd
Rektorat
06649655112
Nominierte Person(en)
Georg Sitter, DI, BSc, BEd
Rektorat
Themenfelder
  • Organisatorische Studierendenunterstützung
  • Sonstiges
Fachbereiche
  • Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik/Ingenieurwissenschaften
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften
  • Wirtschaft und Recht
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften
  • Kunst, Musik und Gestaltung