Teaching Analysis Poll (TAP) – Zwischenfeedback in Lehrveranstaltungen

Ziele/Motive/Ausgangslage

Ziel von TAP ist es, Lehrende beim Einholen eines studentischen Zwischenfeedbacks zu unterstützen, das ihnen die Möglichkeit bietet, noch im laufenden Semester Vorschläge umzusetzen. Unterstützung erfolgt durch Mitarbeitende der Abteilung Lehr- und Studienservices in Form von Moderation, Ergebnisaufbereitung und -kommunikation. TAP ist Teil des Instrumentebaukastens der Universität Graz (https://lehr-studienservices.uni-graz.at/de/qualitaetssicherung/lehrveranstaltungsfeedback), ein Bündel an Feedbackinstrumenten, die Lehrende nach eigenen Bedürfnissen in ihrer Lehre einsetzen und frei gestalten können.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

TAP ist ein Feedbackinstrument für interessierte Lehrende, die Mitte des Semesters erfahren möchten, wie Studierende ihre Lernprozesse wahrnehmen und was verändert werden könnte, um das Lernen der Studierenden bestmöglich zu unterstützen. Unter Abwesenheit der Lehrperson wird TAP am Anfang oder Ende einer LV-Einheit durchgeführt. Eine LV-externe Person fungiert als Sprachrohr der Studierenden und übermittelt der Lehrperson das anonymisierte studentische Feedback. In Kleingruppen sind die Studierenden aufgefordert, drei Fragen zu beantworten und die Diskussionsergebnisse stichwortartig auf einer Vorlage festzuhalten: Wodurch lernen Sie in dieser Lehrveranstaltung am meisten? Was erschwert Ihr Lernen in dieser Lehrveranstaltung? Was kann dazu beitragen, Ihr Lernen in dieser Lehrveranstaltung zu verbessern? Nach wenigen Minuten in der Kleingruppe werden die Nennungen im Plenum gesammelt und in der gemeinsamen Diskussion pro Frage drei bis maximal fünf mehrheitsfähige Punkte extrahiert. Diese Ergebnisse werden schriftlich aufbereitet und anschließend mit der Lehrperson besprochen. In der darauffolgenden Einheit sind die Lehrenden aufgefordert, auf die Rückmeldungen einzugehen und mit den Studierenden zu besprechen, inwiefern sie umgesetzt werden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

TAP is a feedback tool for instructors who want to know mid-semester how students perceive their learning processes and what could be changed to best support student learning. A course external person conducts TAP at the beginning or end of a course unit in the absence of the instructor. They act as a spokesperson for the students and communicate the anonymized student feedback to the instructor. In small groups, students are asked to answer three questions and record the results of the discussion on a prepared sheet: What supports your learning the most in this course? What hinders your learning in this course? What can help improve your learning in this course? After a few minutes of small group discussion, the sheets are collected and three to five points with majority support per question are extracted in a plenary discussion. Subsequently, the results are prepared in writing and discussed with the teacher. In the following course unit, the instructor is asked to respond to the feedback and to discuss with the students to what extent it will be implemented.

Nähere Beschreibung des Projekts

TAP ist ein an der Universität Bielefeld etabliertes Instrument, bei dem Mitarbeitende des Bereichs QS als Sprachrohr der Studierenden fungieren. Das Bielefelder Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL) hat sich für die Einführung von TAP selbst beim Team des Teaching Resource Centers der University of Virginia, USA, Anleitungen und Hilfestellungen geholt. Auf Basis der auf der Bielefelder Homepage zur Verfügung gestellten Informationen und einem Aufsatz der Bielefelder Mitarbeiterinnen (Frank et al. 2011) wurde TAP im Sommersemester 2013 in sechs ausgewählten Lehrveranstaltungen zunächst erprobt. Die Erfahrungen dieser Pilotphase flossen ebenso wie ein Austausch mit Andrea Frank (Universität Bielefeld, Leiterin ZLL) in die Überarbeitung des Prozessablaufes ein und so wird nun ein an die Verhältnisse an der Universität Graz angepasstes TAP angeboten. Mitarbeitende der Abteilung Lehr- und Studienservices, Bereichs QS/QE, unterstützen Lehrende bei der Durchführung.

Vorteile und Ziele von TAP sind, dass sich Studierende als verantwortliche und gestaltende Akteur*innen der Lehrveranstaltung erleben, da sie um ihre Meinung und auch um konkrete Veränderungsvorschläge gefragt werden. Da TAP auf Wunsch der Lehrenden durchgeführt wird, wird den Studierenden Interesse an ihrer Wahrnehmung der Lehrqualität und der Lernbedingungen signalisiert. TAP fördert den Austausch über Lehr- und Lernprozesse und stärkt dadurch die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden. Zudem tauschen sich die Studierenden untereinander aus. Dadurch gewinnt die Rückmeldung Substanz: Es geht darum, das eigene Lernen in den Blick zu nehmen und nicht darum, Befindlichkeiten zu beschreiben.

Vorteil dieses Feedbackinstruments ist sicherlich auch, dass die Studierenden ihre Rückmeldung im laufenden Semester geben, sodass Veränderungsvorschläge direkt umgesetzt werden können. Auch das signalisiert Studierenden den hohen Stellenwert, den Lehre für die Lehrperson hat. Für Lehrpersonen bietet TAP den Vorteil, dass sie das Feedback der Studierenden mit ihren Lehrzielen abgleichen und so abschätzen können, inwiefern die Lehrveranstaltungsziele erreicht werden (können). TAP bietet den Lehrenden die Gelegenheit die mehrheitsfähigen und auf eine Anzahl von max. fünf begrenzten Rückmeldungen in Ruhe zu reflektieren und über Veränderungen nachzudenken.

Mehrwert

Der Mehrwert von TAP liegt darin, dass die Studierenden zunächst schon in Kleingruppen ihre Lernprozesse reflektieren und sich über ihre Wahrnehmungen und Bedürfnisse austauschen, bevor dann für die gesamte LV-Gruppe eine mehrheitsfähige Rückmeldung an die Lehrperson generiert wird. Durch den Kleingruppen- und Plenumsaustausch kann den Studierenden vor Ort und den Lehrenden im Nachhinein verdeutlicht werden, wie divers die Studierendengruppe ist, was das Lernförderliche, -hinderliche und die Bedürfnisse anbelangt.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

TAP kann in sämtlichen LV-Formaten zum Einsatz kommen, wichtig ist nur, dass die Lehrperson die Möglichkeit hat, Vorschläge der Studierenden in der zweiten Hälfte der Lehrveranstaltung auch umzusetzen.

Links zum Projekt
Ansprechperson
Dr. Alexandra Dorfer / Verena Köck, MA / Dr. Lisa Scheer
Lehr- und Studienservices, Bereich Qualitätssicherung/Qualitätsentwicklung in der Lehre
+43 316 380 - 1063
Projektverantwortliche/r
Dr. Alexandra Dorfer / Verena Köck, MA / Dr. Lisa Scheer
Lehr- und Studienservices, Bereich Qualitätssicherung/Qualitätsentwicklung in der Lehre
Themenfelder
  • Rund ums Evaluieren der Lehre
Fachbereiche
  • Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik/Ingenieurwissenschaften
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften
  • Wirtschaft und Recht
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften
  • Kunst, Musik und Gestaltung