SE Interdisciplinary Business Project (Marketing/Strategic and International Management)

Ziele/Motive/Ausgangslage/Problemstellung

Das Seminar folgt der jahrzehntelangen Tradition des Instituts für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität Linz, eine praxisorientierte und gleichzeitig akademisch fundierte Ausbildung anzubieten und als Abschluss des Studiums das erworbene Wissen in umfassenden Projekten mit Partnern aus der Unternehmenspraxis umzusetzen. Mit der Neukonzeption des Masterstudiums „Management“ im Jahr 2019 wurde dieser Zugang eines das Studium abrundenden Praxisseminars insofern erweitert, als im Rahmen des Seminars „Interdisciplinary Business Project“ nicht mehr nur ein Universitätsinstitut mit einem Unternehmen kooperiert, sondern drei Institute (Handel, Absatz und Marketing/Strategisches Management/Internationales Management) mit mehreren Unternehmen ein Semester lang gemeinsam mit Studierenden an praxisrelevanten und interdisziplinären Themenstellungen arbeiten. Mit diesem Ansatz wird das grundlegende Ziel eines auf vier Dimensionen beruhenden kooperativen Lehrangebots verfolgt:

 

Dimension 1 – Kooperation zwischen Studierenden und Unternehmen

Das Besondere an diesem Seminar ist, dass Studierende in Gruppen zu vier bis fünf Personen an praxisrelevanten Themenstellungen (ca. sieben pro Semester) arbeiten, für welche die Partnerunternehmen aus der Industrie (im Wintersemester 2020/21 voestalpine Stahl GmbH/Linz, Fronius International GmbH/Wels, Keba AG/Linz und KAPSCH TrafficCom AG /Wien) aktuell eine Lösung suchen. Die Studierenden haben so die Möglichkeit, die gegenwärtigen Herausforderungen von Industrieunternehmen besser zu verstehen. Gleichzeitig erarbeiten sie konkrete Lösungen, die in den Unternehmen eingesetzt werden. Damit wird sowohl ein expliziter Fokus auf die Integration von Theorie und praktischer Anwendung des Gelernten gelegt als auch ein Blick über den Tellerrand rein literaturbasierten Lernens ermöglicht. Darüber hinaus fördern interdisziplinär ausgerichtete Themenstellungen und die Betreuung der Studierenden durch mehrere Institute fachübergreifende Kompetenzen und Qualifikationen. Nicht zuletzt aber erhalten die Studierenden in der abschließenden Phase ihres Studiums die Möglichkeit, durch intensive Zusammenarbeit Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen und damit ihr Potenzial abseits von Noten als klassischem Leistungsparameter sichtbar zu machen.

 

Dimension 2 – Kooperation zwischen Instituten und Unternehmen

Die Themenstellungen für das Seminar werden zu Beginn jedes Semester von den drei beteiligten Instituten gemeinsam mit den Partnerunternehmen entwickelt. Dadurch erhalten die Institute Einblick in aktuelle Problemstellungen der unternehmerischen Praxis und gleichzeitig die Möglichkeit, über eine entsprechende Betreuung der Studierenden während des Seminars einen Wissenstransfer in die Unternehmen zu bewirken. Die Partnerunternehmen wiederum profitieren dadurch, dass sie einerseits bestmögliche Lösungsansätze für die bearbeiteten Problemstellungen finden und andererseits bestehende Vorgehensweisen und Problemlösungszugänge kritisch reflektieren können.

 

Dimension 3 – Kooperation zwischen den beteiligten Instituten

Unternehmerische Probleme sind in der Regel mehrdimensional und lassen sich nicht auf einzelne Wissensbereiche reduzieren. Das Seminar trägt dem Rechnung, indem drei Institute ihr Know-how interdisziplinär bündeln, womit nicht nur die Bandbreite der im Seminar bearbeitbaren Problemstellungen wächst, sondern die einzelnen Probleme auch aus verschiedenen Perspektiven analysiert werden können. Davon profitieren nicht nur die Partnerunternehmen, sondern auch die beteiligten Institute selbst, da die häufig feststellbaren „Bereichssilos“ aufgebrochen und Synergien auf universitärer Ebene realisiert werden.

 

Dimension 4 – Kooperation zwischen den beteiligten Unternehmen

Wenn auch die Partnerunternehmen aus unterschiedlichen Branchen stammen, so sind diese doch häufig mit denselben grundlegenden Problemen konfrontiert. Durch den Ansatz, im Seminar sowohl unternehmensübergreifende als auch unternehmensspezifische Themenstellungen zu bearbeiten, wird es den beteiligten Unternehmen ermöglicht voneinander zu lernen und Best Practices zu entwickeln.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Mit der Neukonzeption des Masterstudiums „Management“ an der Johannes Kepler Universität Linz im Jahr 2019 wurde mit dem Seminar „Interdisciplinary Business Project“ ein das Masterstudium abrundendes Praxisseminar entwickelt, in dessen Rahmen drei Institute (Handel, Absatz und Marketing/Strategisches Management/Internationales Management) mit mehreren Unternehmen ein Semester lang gemeinsam mit Studierenden an praxisrelevanten und interdisziplinären Themenstellungen arbeiten.

 

Ziel des Seminars ist es, dass die Studierenden die im Studium erarbeiteten theoretischen, konzeptionellen und analytischen Fähigkeiten in den Bereichen Marketing, Strategie und internationales Management auf unternehmensbezogene Problemstellungen anwenden. Somit können Sie die gegenwärtigen Herausforderungen von Unternehmen besser verstehen. Gleichzeitig erarbeiten sie konkrete Lösungen, die in den Unternehmen eingesetzt werden. Damit wird sowohl ein expliziter Fokus auf die Integration von Theorie und praktischer Anwendung des Gelernten gelegt als auch ein Blick über den Tellerrand rein literaturbasierten Lernens ermöglicht. Darüber hinaus fördern interdisziplinär ausgerichtete Themenstellungen und die Betreuung der Studierenden durch mehrere Institute und Unternehmen fachübergreifende Kompetenzen und Qualifikationen. Nicht zuletzt aber erhalten die Studierenden die Möglichkeit, Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen und damit ihr Potenzial abseits von Noten sichtbar zu machen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The practice-oriented seminar “Interdisciplinary Business Project” was developed in 2019 within the redesign of the Master’s degree in Management at the Johannes Kepler University (JKU) Linz. The aim is to round off the Master’s degree with the seminar. Three departments at the JKU (Retailing, Sales and Marketing/Strategic Management/International Management) lead the seminar with several companies each semester. Within the seminar, the students work on practice-oriented and interdisciplinary topics.

 

The aim of the seminar is for students to apply the theoretical, conceptual and analytical skills acquired during their studies in the areas of marketing, strategy and international management to company-related problems. This enables students to better grasp current challenges internationally operating companies are facing. At the same time, they develop specific solutions that are applied in the partner companies. The seminar has thus an explicit focus on the triangulation of theory and practical application of theoretical knowledge. Thus, the seminar enables students to look “out of the box” and beyond theory-based learning. In addition, the practical topics situated across disciplines and the supervision of students by several departments and companies promote transdisciplinary skills and competences. Overall, the students have the opportunity for network building with potential employers and showcase their potential through direct contact.

Nähere Beschreibung des Projekts

Ziel des Seminars „Interdisciplinary Business Project" ist es, dass die Studierenden die im Studium erarbeiteten theoretischen, konzeptionellen und analytischen Fähigkeiten in den Bereichen Marketing, Strategie und internationales Management auf unternehmensbezogene Problemstellungen anwenden. Durch interdisziplinäre Aufgabenstellungen werden darüber hinaus das vernetzte Denken und der Umgang mit Komplexität gefördert. Insbesondere lernen die Studierenden:

 

1. relevante Daten aus unterschiedlichen Quellen zu erheben, Analysen durchzuführen und adäquate Problemlösungsansätze auf der Basis des aktuellen Wissensstandes zu entwickeln;

2. sich kritisch mit relevanter Literatur (sowohl aus der einschlägigen Forschung als auch der Praxis) und Unternehmenspraktiken auseinanderzusetzen;

3. interdisziplinär zu denken und zu handeln und komplexe Probleme gemeinsam im Team zu lösen;

4. mit Unternehmensvertretern auf professioneller Ebene zu interagieren und diesen ihre Ergebnisse zu präsentieren und kommunizieren;

5. mit Teammitgliedern zu kooperieren, Führung zu übernehmen und Differenzen und Konflikte zu managen.

 

Das Seminar (Teilnehmerzahl: 25) startet mit einem internen Kick-off-Meeting. Ziel dieses Meetings ist es, die Studierenden mit den an sie gestellten Anforderungen vertraut zu machen. Dabei werden die Seminarziele, die Seminarlogik und -struktur und die erwarteten Seminar-Outputs erläutert. Darüber hinaus werden die Studierenden nochmals mit den wichtigsten Grundsätzen akademischen Arbeitens und dem Vorgehen bei der Erstellung von Projektberichten und Projektpräsentationen vertraut gemacht. Um vermeidbaren Fehlern vorzubeugen, werden den Studierenden typische Fehler aus vorangegangenen Seminaren aufgezeigt und entsprechende Lösungsmöglichkeiten präsentiert. Eine Kurzvorstellung der durch die einzelnen Studierendengruppen zu bearbeitenden Problemstellungen rundet das interne Kick-off-Meeting ab. Die Problemstellungen können sich dabei einerseits auf unternehmensspezifische Themen beziehen. Anderseits aber werden gemeinsam mit den Partnerunternehmen auch unternehmensübergreifende Themenstellungen – im Wintersemester 2020/21 etwa zum Einfluss von Covid-19 auf industrielle Märkte – entwickelt.

 

Die interne Auftaktveranstaltung wird vom gemeinsamen Projektauftakt-Meeting mit den Partnerfirmen gefolgt. In diesem Meeting lernen die Studierenden die Unternehmen durch Unternehmenspräsentationen näher kennen und werden durch die Unternehmen mit den jeweiligen Problemstellungen vertraut gemacht. In einer ersten Gruppensitzung haben die Studierenden die Möglichkeit, mit ihrem dem jeweiligen Projekt zugeteilten Betreuergespann (bestehend aus einer Unternehmensvertreterin/einem Unternehmensvertreter und einer Lehrveranstaltungsbetreuerin/einem Lehrveranstaltungsbetreuer aus dem jeweiligen Institut) die zugewiesene Problemstellung im Detail zu diskutieren und somit eine klar definierte Ausgangsbasis für die Projektbearbeitung zu haben.

 

In einem nächsten Schritt erhält jede Studierendengruppe die Aufgabe, für ihr Projekt ein fundiertes Problemlösungskonzept zu entwickeln, welches mit den universitären Betreuerinnen und Betreuern diskutiert und weiterentwickelt wird. Das finale Konzept bildet die Guideline zur Problembearbeitung über das Semester hinweg.

 

Während des Semesters finden zwei Zwischenpräsentationen statt, bei denen allen Partnerfirmen die Projektfortschritte aller Studierendengruppen vorgestellt werden. Ziel dieser Präsentationen ist es, von den jeweiligen Betreuergespannen (aber auch den Vertretern der anderen Unternehmen) ein qualifiziertes Feedback zum inhaltlichen Stand der Projekte zu erhalten. Jede Zwischenpräsentation wird von einem Feedback-Gespräch mit den universitären Betreuerinnen und Betreuern gefolgt, in dessen Mittelpunkt der Status quo des jeweiligen Projektberichts steht. Über die Zwischenpräsentationen hinaus können die Studierendengruppen sowohl mit den universitären Betreuerinnen und Betreuern als auch den Unternehmensbetreuerinnen und -betreuern individuelle Beratungstermine in Anspruch nehmen.

 

Um die Studierenden auf die Abschlusspräsentation vorzubereiten, findet vor dieser eine Probepräsentation statt. Diese hat zum Ziel, durch entsprechende Hinweise der Betreuergespanne die Präsentation so zu verbessern, dass die erarbeitete Lösung bei der Abschlusspräsentation optimal dargestellt werden kann. Die Probepräsentation folgt somit der Erkenntnis, dass auch gute Lösungen in der Praxis nur dann angenommen werden, wenn sie auch entsprechend aufbereitet sind. In der Abschlusspräsentation selbst, an der alle in das Seminar involvierten Personen und darüber hinaus zusätzliche Unternehmensvertreterinnen und -vertreter teilnehmen, sind die Entscheidungsträger der Partnerfirmen die primäre Zielgruppe. Die Studierenden lernen somit, komplexe Lösungen managementrelevant aufzubereiten und im Sinne eines „Reality Checks“ mit dem kritischen Feedback erfahrener Managerinnen und Manager umzugehen.

 

Eine intensive Studierendenzentrierung wird im Seminar durch folgende Maßnahmen erreicht:

 

1. Die Studierenden erhalten durch den Einsatz von Betreuergespannen (bestehend aus einer Unternehmensvertreterin/einem Unternehmensvertreter und einer Lehrveranstaltungsbetreuerin/einem Lehrveranstaltungsbetreuer aus dem jeweiligen Institut) einerseits theoretische und methodische und andererseits praktische Inputs zur Problemlösung. Dadurch wird ein umfassender Kompetenzerwerb zur fundierten Lösung praktischer Probleme ermöglicht.

2. Das Seminar integriert Feedbacks an die Studierenden in verschiedenen Projektphasen. Damit wird sichergestellt, dass die Studierendengruppen entsprechend ihrem Arbeitsfortschritt individuell unterstützt werden.

3. Sowohl die universitären Betreuerinnen und Betreuer als auch die Unternehmensbetreuerinnen und -betreuer stehen über die Fixtermine des Seminars hinaus für gruppenindividuelle Beratungstermine zur Verfügung. Die zu besprechenden Themen können dabei von den Gruppen entsprechend ihren Bedürfnissen frei eingebracht werden.

4. In der der Abschlusspräsentation vorangehenden Probepräsentation erfolgt durch das Betreuergespann ein individuelles Feedback der jeweiligen Präsentationsleistungen mit dem Ziel, eine erfolgreiche Abschlusspräsentation zu gewährleisten. Somit erhalten die Studierenden die Möglichkeit, ihre individuellen Präsentationsfähigkeiten einzuschätzen und zu verbessern.

5. Nach der Abschlusspräsentation finden gruppenspezifische Feedbackgespräche mit den universitären Betreuerinnen und Betreuern statt, in welche auch die Ergebnisse einer Peer Group-Evaluation einfließen. Diese Gespräche dienen einerseits einem qualitativen – und damit von Noten entkoppelten – Feedback an die Studierenden, ermöglichen es andererseits aber auch den Studierenden, den Lehrenden Rückmeldungen zu Problemen und Verbesserungspotenzialen zu geben.

 

Neben der Studierendenzentrierung ist das Seminar auch durch eine starke Kompetenzorientierung charakterisiert. Diese kommt insbesondere in folgenden Punkten zum Tragen:

 

1. Die Studierenden lernen, theoretisch-konzeptionelles und methodisches Wissen auf praktische Problemstellungen anzuwenden und so zu fundierten und gleichzeitig praxisrelevanten Problemlösungen zu kommen.

2. Die Studierenden lernen, wie sich durch analytische Fähigkeiten Probleme strukturierter lösen lassen.

3. Die Studierenden erwerben eine hohe praktische Problemlösungskompetenz durch die Auseinandersetzung mit ihren Bezugspersonen aus der Unternehmenspraxis.

4. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung des Seminars lernen die Studierenden, komplexe Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu analysieren und einer umfassenden Lösung zuzuführen.

5. Die Studierenden erwerben die Kompetenz, Probleme im Team zu lösen und lernen dabei auch Führung zu übernehmen und mit Konflikten umzugehen.

6. Die Studierenden eignen sich durch die Anforderung, ein Projekt selbständig zu steuern, planerische und organisatorische Fähigkeiten an.

7. Die Studierenden erlernen einen professionellen Umgang mit Entscheidungsträgern und wie diesen Personen Ergebnisse kommuniziert und präsentiert werden müssen.

Mehrwert

Der Mehrwert des Seminars „Interdisciplinary Business Project“ liegt auf folgenden Ebenen:

 

1. Die Studierenden profitieren vom interdisziplinären Ansatz des Seminars (Inputs aus verschiedenen Fachbereichen durch ein interdisziplinäres Betreuerteam) und die bereits in der Projektbeschreibung im Detail dargestellte intensive Studierendenzentrierung und Kompetenzorientierung. Sie haben die Möglichkeit, durch die Anwendung von Theorien, Konzepten und (analytischen) Methoden in einem durch die Unternehmenspraxis begleiteten Semesterprojekt besondere Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen zu erwerben, durch welche sie sich am Arbeitsmarkt klar differenzieren können. Durch die im Seminar notwendige Teamarbeit – bedingt durch die Covid-19-Krise erweitert um virtuelle Teamarbeit – werden die Studierenden optimal auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet. Nicht zuletzt aber bietet die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen Studierenden die Möglichkeit, frühzeitig direkte Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen. Dies wird auch dadurch unterstützt, dass die Partnerfirmen den aus ihrer Sicht besten Studierenden Praktikumsplätze, ggf. gekoppelt mit der Möglichkeit zur Verfassung einer Masterarbeit, anbieten.

 

2. Die Partnerunternehmen erhalten durch eine unvoreingenommene Sichtweise von außen auf ihre Probleme einen spezifischen Mehrwert. Dieser Blick von außen bezieht sich sowohl auf die Perspektive der Studierenden und universitären Betreuerinnen und Betreuer als auch auf den Blickwinkel der jeweils anderen am Seminar teilnehmenden Unternehmen. Der den Unternehmen von Seiten der Studierenden und universitären Betreuerinnen und Betreuer vorgehaltene Spiegel basiert dabei auf dem aktuellen wissenschaftlichen State-of-the-Art und bildet somit einen bewussten Gegenpool zu oft von Erfahrungen und Bauchgefühl getriebenen Entscheidungen der Unternehmenspraxis. Darüber hinaus bietet sich den Partnerunternehmen durch den engen Kontakt zu Studierenden die Möglichkeit eines proaktiven Talente-Management.

 

3. Das Lehrendenteam der drei Institute profitiert durch die interdisziplinäre Zusammensetzung von den unterschiedlichen Zugängen und Methoden der jeweils anderen Managementdisziplinen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die eigene Lehrpraxis kritisch zu reflektieren und innovative Ansätze zu entwickeln.

 

4. Durch das Seminar wird ein wichtiger Beitrag zum Bestreben der Johannes Kepler Universität Linz geleistet, neben hochqualitativer Lehre und Forschung auch die Praxisrelevanz und Anwendungsfähigkeit von universitärer Ausbildung zu fördern und damit zu einem unverzichtbaren Partner der Wirtschaft zu werden.

Nachhaltigkeit

Eine 1:1-Übertragung auf andere Lehrveranstaltungen ist eher schwierig, da der dem Seminar zugrunde liegende mehrdimensionale Kooperationsansatz (vgl. dazu die Ausführungen zu Zielen/Motiven/Ausgangslage) ein hohes Involvement aller Projektbeteiligten erfordert, welches auch nur mit der Zeit entwickelt werden kann. Das Seminarkonzept steht und fällt somit mit der Bereitschaft aller Partner, sich auf ein komplexes und betreuungsintensives Projekt einzulassen. Dies wird nur dann der Fall sein, wenn insbesondere die Partner aus der Unternehmenspraxis davon überzeugt sind, dass ihrem Aufwand ein mindestens ebenso großer Nutzen entgegensteht.

 

Das Seminar ist eine Pflichtveranstaltung des Masterstudiums „Management” an der Johannes Kepler Universität Linz und wird jedes Semester angeboten. Insofern ist es integrierender Bestandteil dieses Masterstudiums, somit längerfristig ausgerichtet und wird daher auch entsprechend weiterentwickelt. So startete etwa das erste Seminar im Sommersemester 2020 mit zwei Partnerunternehmen (voestalpine Stahl GmbH/Linz und Fronius International GmbH/Wels) und wurde im Folgesemester um die Kooperationspartner Keba AG/Linz und KAPSCH TrafficCom AG /Wien erweitert. Auch die Bearbeitung einer unternehmensübergreifenden Themenstellung – im Wintersemester 2020/21 zum Einfluss von Covid-19 auf industrielle Märkte – ist ein Entwicklungsschritt, der aus einer Feedbacksitzung mit den Partnerunternehmen im Spätsommer 2020 entstand.

Aufwand

Da bedingt durch die Covid-19-Krise alle bisher angebotenen Seminare auf einem Distance Learning-Ansatz beruhen, ergaben sich für die Studierenden keine zusätzlichen Aufwände (etwa im Sinne von Fahrtkosten zu Besprechungen oder Interviews).

 

Der besondere Mehrwert des Seminars kann nur bei einer intensiven Betreuung der Studierenden während des gesamten Semesters realisiert werden. Da viele Studierende das erste Mal ein derartig umfangreiches Praxisprojekt durchführen, entstehen sowohl bei der Projektplanung als auch bei der Projektumsetzung (insbesondere mit Blick auf die Erarbeitung der theoretischen, konzeptionellen und methodischen Grundlagen und die praxisorientierte Anwendung dieser Grundlagen) eine Vielzahl von Herausforderungen, die eine gezielte Unterstützung erfordern. Diese Unterstützung wird durch ein Betreuergespann, bestehend aus einer Unternehmensvertreterin/einem Unternehmensvertreter und einer Lehrveranstaltungsbetreuerin/einem Lehrveranstaltungsbetreuer aus dem jeweiligen Institut, ermöglicht. Somit müssen sowohl von Seiten der teilnehmenden Unternehmen als auch der Institute relativ umfassende zeitliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Dieser vergleichsweise hohe Zeitaufwand ist durch das kooperative Layout des Seminars bedingt. Allerdings wird durch diesen Aufwand sichergestellt, dass sowohl die Wissenschaftlichkeit der Projekte als auch die praktische Anwendbarkeit der erarbeiteten Inhalte in hohem Maße gegeben ist. Denn nur dann werden die Partnerunternehmen letztlich auch in Zukunft bereit sein, dieses Format mitzutragen.

Positionierung des Lehrangebots

Das Seminar „Interdisciplinary Business Project (Marketing/Strategic and International Management)“ ist als Capstone-Modul des Masterstudiums „Management” an der Johannes Kepler Universität Linz konzipiert und wird in englischer Sprache abgehalten. Es bildet den integrativen und praxisorientierten Abschluss der zwei Kompetenzbereiche „Marketing and Global Marketing in a Digital World“ und „Strategic and International Management in a Digital World“ des genannten Masterstudiums. Das Seminar umfasst 4 SSt. (8 ECTS) und wird seit dem Sommersemester 2020 gemeinsam von drei Instituten (Handel, Absatz und Marketing/Strategisches Management/Internationales Management) in Kooperation mit Partnerunternehmen jedes Semester durchgeführt.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ansprechperson
a. Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Werani
Institut für Handel, Absatz und Marketing / Abteilung B2B-Marketing
0732 2468 7030
Nominierte Person(en)
a. Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Werani
Institut für Handel, Absatz und Marketing / Abteilung B2B-Marketing
Assoz. Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Regina Gattringer
Institut für Strategisches Management
Dr.in Almina Bešić
Institut für Internationales Management
Dr. Ernst Gittenberger
Institut für Handel, Absatz und Marketing
Mag.a Maria Hochmayr
Institut für Handel, Absatz und Marketing / Abteilung B2B-Marketing
Themenfelder
  • Schnittstelle zum Arbeitsmarkt
  • Erfahrungslernen
Fachbereiche
  • Wirtschaft und Recht